Jun 222016
 

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Auf Grund der jetzt nachgewiesenen hohen Methan-Leckagen bei Förderung, Lagerung, Transport und weiteren diffusen Quellen bei durch Fracking gewonnenen Erdgas besonders aus Schieferstein und der hohen Klimaschädlichkeit von Methan in der Atmosphäre in den ersten zwanzig Jahren erweist sich Fracking als b e s o n d e r s kontraproduktiv zur Erreichung der Pariser Klimaziele.

Auch wenn Erdgas bei der Verbrennung nur etwa halb so viel Kohlendioxid erzeugt wie Kohle ist in die Atmosphäre entwichenes Methan ein um ein Vielfaches schädlicheres Treibhausgas als Kohlendioxid, jeweils abhängig von der Bemessungszeit. Über die ersten 20 Jahre um etwa das 86-fache, über 100 Jahre gerechnet um das 35-fache. (http://www.climatecentral.org/news/us-60-percent-of-global-methane-growth-20037)

Die Auswertung von Satellitenaufnahmen an der Cornell-Universität in den USA seit 2011 durch Robert Howarth (http://www.eeb.cornell.edu/howarth/publications/Howarth_2014_ESE_methane_emissions.pdf)und auch die Berechnungen an Universitäten in Neuseeland und England wurden jetzt auch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durch Messungen von der Zugspitze bestätigt (http://www.kit.edu/kit/19517.php). Es wurde ein starker Anstieg des Methananteils in der Atmosphäre auf der nördlichen Halbkugel in der vergangenen Dekade entdeckt und belegt. Dies korreliert zeitlich ganz offensichtlich mit dem Fracking-Boom in den USA. Die amerikanische Umweltbehörde EPA wird daher nicht darum herumkommen, ihre nun nachweislichen falschen Berechnungen zu korrigieren.

Die Versprechungen, die Obama in Paris hinsichtlich der Erreichung der Klimaschutzziele in den USA gemacht hat, sind so nicht nachvollziehbar.

Interessant wäre es zu erfahren, wie der IPCC, der Weltklimarat der UNO, die beträchtlichen Methan-Emissionen mit in seine Berechnungen einbezieht und welche Verursacher-Zuweisung er vornimmt.

Für unseren Einsatz gegen Fracking ergibt sich auf jeden Fall eine neue Situation in der sachlichen Auseinandersetzung mit der Industrielobby und der Politik: Durch Fracking gewonnenes Erdgas ist als Brennstoff zur Überbrückung der nächsten Jahrzehnte bis in ein nach-fossiles Zeitalter gänzlich ungeeignet auf Grund der besonderen Klimaschädlichkeit bei Förderung, Lagerung, Transport usw. Es wird zum Klimakiller und als Brückentechnologie ist es, wie Prof. Robert W. Howarth seine Arbeit von 2014 überschreibt, eine Brücken ins Nirgendwo (A bridge to nowhere: methane emissions and the greenhouse gas footprint of natural gas)!

Wir sollten dieses neue Argument der b e s o n d e r e n Klimaschädlichkeit von durch Fracking gewonnenes Erdgas nutzen und verlangen, dass die Diskussion um das Fracking-Regelungspaket neu eröffnet wird, denn für die Entscheidung im Bundestag ist jetzt eine neue Sachlage entstanden: Der Hauptpfeiler der „Brückentechnologie“, nämlich die behauptete geringere Klimaschädlichkeit von gefracktem Erdgas, ist in sich zusammen gestürzt und trägt nicht mehr.

Fritz Buhr

 Veröffentlicht von am 22. Juni 2016

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