Okt 182016
 
Foto: pixabay

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Heute berichte ich zum Zeitraum Oktober 2016 vom 17.September  bis zum 14.Oktober 2016.

Die im Oktober 2016 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen zeigen Ende September eine kräftige Zunahme, die im Oktober aber wieder abschwächt. Insgesamt geht die Reaktivierung im Berichtszeitraum, nach der Beruhigung  im Vormonat, wieder weiter. Die Zunahme gegenüber September beträgt insgesamt etwa 10 Prozent. Sowohl in den USA ,wie in Kanada gab es Belebung und in beiden Ländern auch ausgeglichen bei Öl und Gas.

Hier noch einmal die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

Juni 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 50 Türme + 14 Öl + 22 Öl
+ 3 Gas + 11 Gas
Juli 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 67 Türme + 41 Öl + 12 Öl
+ 0 Gas + 14 Gas
August 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 48 Türme + 39 Öl + 17 Öl
– 10 Gas Gas + 2 Gas
September 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 26 Türme + 9 Öl + 10 Öl
+ 7 Gas + 0 Gas
Oktober 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 64 Türme + 16 Öl + 15 Öl
+ 14 Gas + 19 Gas

 
Insgesamt wurden im Berichtsmonat Oktober 64 Bohrtürme wieder aktiviert.
Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA geht vereinzelt in einer Reihe der Förderfelder in geringem Umfang weiter.
Zunahmen sind in Oklahoma, Pennsylvania, Louisiana, Alaska, New Mexico, und North Dakota, wohingegen Texas stagniert.  Zunahme im Berichtsmonat ausgeglichen.

Der inzwischen bei 50.- USD/barrel wieder leicht gestiegene Rohölpreis verringert  die Förderverluste wieder etwas. Die Hoffnung der Förderer auf einen weiteren Anstieg in der nächsten Zeit scheint nach der Entwicklung der letzten Wochen weiterhin illusorisch.

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken. Erste Ankündigungen von künftigen Produktionspreisen für Fracking-Öl von 50.-USD/barrel – bei Vollkostendeckung, incl. Steuern – waren in New York zu hören.

International ist der Einsatz der Bohrtürme im Oktober 2016 stagnierend auf niedrigem Niveau.
Weiterhin ist genug Rohöl weltweit im Angebot und die Speicher sind mit bereits gefördertem Rohöl voll. Weitere Millionen Tonnen Rohöl lagern in Schiffstanks auf Reede vor den großen Handelsplätzen und warten auf möglichst günstige Kontrakte auf Spotmengen. Das drückt weiter die Spotpreise, trotz der zum Teil schon eingetretenen Verringerung der US-Ölproduktion und der weiter von der EIA prognostizierten Abnahme bis Spätherbst auf ca. 4 Mio barrels /Tag gesamt und weiterer Verringerung über das Jahresende hinaus.
Die OPEC-Staaten fördern weiter mit erhöhten Kapazitäten, um das US-Fracking-Öl aus dem Markt zu halten, haben aber kürzlich eine leichte Kapazitätsverringerung vereinbart.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat.
Eine Änderung ist zur Zeit weiterhin nicht absehbar. Dieser erhebliche Minderverbrauch und die deutlich abgeschwächten Importmengen an Rohöl in die USA, dank der Fracking-Förderung von Öl in den USA, wirken sich ebenfalls preisdämpfend aus. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis weit in 2017 hinein nicht erwartet. Auch die IEA schätzt die Entwicklung so ein.

Gegenüber September 2014 hat sich im  Oktober 2016 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 vermehrt auf 539 Stück (Sept. 506) = -73,1 % zu 9/2014
Kanada von 429 vermehrt auf 165 Stück (Sept. 132) = -61,6% zu 9/2014

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 vermehrt auf 432 Stück (Sept. 416) = -72,9% zu 9/2014
Gas von 338 vermehrt auf 105 Stück (Sept. 89) = -69% zu 9/2014

Die Zunahme an Bohrtürmen im Einsatz im Oktober in den USA erfolgte am deutlichsten in den Bundesstaaten Oklahoma (+8) und Louisiana (+7), gefolgt von Alaska (+4),New Mexico (+4) und Pennsylvania (+4), dann North Dakota (+3).

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 vermehrt auf 90 Stück (Sept. 75)= noch -63,4% zu 9/2014
Gas von 183 vermehrt auf 75 Stück (Sept. 56) = noch -61% zu 9/2014

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen aus den USA erkennen, dass trotz der noch immer problematischen Lage optimistische Untertöne zu hören sind. Die am teuersten produzierenden Shale-Gebiete wie Haynesville und Barnett liegen jedoch brach am Boden und die Service- und Infrastrukturen wurden abgebaut.

Die Rohölpreise pendelten um die Marke 45.-USD/barrel mit Anstieg ab der Monatsmitte Oktober auf 50.- USD/barrel.

Durch die anscheinend sehr aussichtsreichen und technisch gut erschließbaren Shale-Vorkommen im Norden von Argentinien im Gebiet „Vaca Muerta“ hat ein großer US-Förderer angekündigt, statt im Permian Basin in den USA lieber zur Gewinnung weiterer Förderkapazitäten in Argentinien investieren zu wollen.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,20 USD/mmBtu  und teils noch darunter, bei Produktionskosten, die mehrfach höher sind, macht die Erdgasproduktion weiterhin zum Verlustbringer. Auch der begonnene LNG-Export nach Asien und Europa von den USA aus bringt große Verluste.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes weiterhin nicht in Sicht, so dass meine übrige Bewertung vom Mai 2016 nach wie vor Gültigkeit hat. Die Juli-Belebung der Bohraktivitäten in Nordamerika hat sich nach einer Delle im September fortgesetzt, wenn auch – gemessen an früheren Kapazitäten im Herbst 2014 –  das Volumen noch immer um 70 Prozent unter dem damaligen Niveau liegt und mit der Fracking-Förderung zur Zeit gesamt gesehen nur riesige Verluste produziert werden.

Auch das internationale Explorations- und Fördergeschäft schwächelt im Oktober 2016 weiter. Die Gesamtzahl der dort eingesetzten Bohrtürme stagniert.

Im Übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai bis Septermber 2016.

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Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking

Braunschweiger Land

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