Sep 062018
 

Bericht über Aktivitäten der BI „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“ in Goyatz am Schwielochsee in Brandenburg Ende August 2018

Unsere neue Mitglieds-BI bei „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“ in Goyatz am Schwielochsee hat schon kurz nach ihrer Gründung und der Aufnahme ihrer Aktivitäten im August ein sehr vitales Zeichen gesetzt.
Der schnelle Mitgliederzuwachs auf inzwischen über 100 Personen macht deutlich, dass der Widerstand gegen die Pläne der deutschen Tochter CEP GmbH des kanadischen Unternehmens Central European Petroleum Ltd (CEP) auf einer breiten Basis in der betroffenen Bevölkerung der Gemeinde Schwielochsee ruht.
Es bleibt anzumerken, dass diese GmbH beim Amtsgericht Charlottenburg 2008 registriert ist, unter HRB Nr. 113929B mit Stammkapital 25.000 Euro (wenn es aus Haftungsgründen Probleme geben sollte, geht die GmbH in Konkurs und Geschädigte, egal ob Gemeinden oder Anwohner, könnten in die Röhre schauen.

Die BI hatte am 23. August, im Vorfeld zu einer angekündigten Informationsveranstaltung von CEP GmbH, zu ihrer ersten eigenen Veranstaltung im Gasthof „Mocho“ in Goyatz eingeladen und mit einer umfangreichen Verteilaktion Einladungsflyer in viele Briefkästen gesteckt.

Voller Saal im Gasthof „Mocho“ (Foto: Buder )

Die Resonanz war überraschend positiv, der Saal war mit 160 Besuchern voll besetzt. Zur Unterstützung waren zwei Vertreter aus BIs des Zusammen-schlusses „Gegen Gasbohren“ angereist, um über die Erfahrungen mit der Kohlenwasserstoff-Förderung bei ihnen zu informieren und wurden von Olaf Buder, dem Vorsitzenden freundlich begrüßt.
Ingenieur Bernd Ebeling, von der BI Uelzen berichtete den Teilnehmern von den praktischen Erfahrungen im Hauptförderland Niedersachsen mit Wasserverschmutzungen, Freisetzungen von Giftstoffen und den Gefahren durch das Verpressen der hoch giftigen Abwässer in den Untergrund. Dr. Christfried Lenz von der BI „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ erläuterte, welche Formen des Widerstandes sinnvoll und zielführend sein können und berichtete über den Kampf seiner BI für die Beseitigung der Giftschlammgrube „Brüchau“, der noch immer andauert. Er machte auch den Zuhörern deutlich, dass es für fossile Brennstoffe keine Zukunft geben dürfe, damit Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht. Die Besucher stellten auch zahlreiche Fragen an die beiden Referenten. Anschließend trugen sich viele von ihnen als Mitglieder der neuen BI ein, die ihre Interessen vor Ort am Schwielochsee vertreten will.

Zur Informationsveranstaltung von CEP GmbH am 30. August 2018, anberaumt von 15 bis 22 Uhr, ebenfalls im Saal des Gasthofes „Mocho“ in Goyatz, war die BI „Gegen Gasbohren“ im Oberspreewald nach der Vorbereitungsveranstaltung am 23. August 2018 bestens gerüstet und hatte sich darauf eingestellt, durch Präsentation und Demonstration vor dem Saal des „Mocho“ ihre Bereitschaft und Entschlossenheit zum Widerstand gegen die Förderpläne von CEP GmbH am Schwielochsee zu zeigen. Auch zu diesem Termin waren zwei BI-Vertreter erschienen. Dr. Christfried Lenz hatte den bereits vielfach bewährten Trommler „Mojo“ mit der Gasmaske mitgebracht und beide gemeinsam stärkten das Gespräch vor dem Saal. Der Rhythmus der Trommel, die mit einer Fahne des BUND geschmückt war, ging den Menschen in die Füße und es kam zu einem Spontanumzug auf dem Platz vor dem „Mocho“. Gelbe Lattenkreuze, die mitgeführt wurden, verdeutlichten: „bei uns nicht!“ Zahlreiche Schilder mit ablehnenden Erklärungen zeigten die Ablehnung ihrer Träger gegenüber den Bohr- und Förderplänen von CEP GmbH an.
Auf einer Tafel war zum Beispiel zu lesen: „Keine Gasförderung am Schwielochsee! – die Einen machen Gewinne – die Anderen werden krank.“
Auch die Beeinträchtigung des Tourismus am Schwielochsee, im staatlich anerkannten Erholungsort, wurde thematisiert.

Protest Tafeln (Foto: Buder)

An dem Umzug nahmen etwa 100 Personen teil. Im Verlauf des Nachmittags wurde der Info-Stand der BI draußen, gegenüber dem Saaleingang des „Mocho“ von 120 bis 130 Besuchern aufgesucht und Vertreter der BI hatten Gelegenheit, sich mit diesen Menschen auszutauschen und die Motive der BI verständlich zum machen.

Protest Tafel (Foto: Buder)

 

Protestumzug (Foto: Müller-Maas)

 

Gespräche am Info-Stand der BI (Foto: Buder)

Der Verwaltungsleiter der Gemeinde Schwielochsee und der Bürgermeister waren erschienen. Von den Medien waren der RBB Rundfunk und das Fernsehen mit einem Team des Studios Cottbus anwesend, um über die Veranstaltung von CEP GmbH zu berichten. Es gab für sie durch die lebhaften Aktivitäten vor dem Saal so viel zu berichten, dass ihr Interesse für die Geschehnisse im Saal des „Mocho“ nur gering war.

Drinnen, im Saal, waren sechs Info-Stände mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten aufgebaut, an denen jeweils ein dunkel gekleideter CEP-Mitarbeiter bereit stand, um Fragen von besorgten Bürgern zu beantworten.

Das Landesbergamt Brandenburg war sowohl am 23. August, auf Einladung der BI „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“, als auch am 30. August, auf Einladung von CEP, mit Mitarbeitern vor Ort, um auf Fragen der Bürger zu bergrechtlichen Genehmigungsverfahren zu antworten.

Personen, die sich im Saal hatten erkundigen wollen, berichteten, dass sie, sobald sie bei CEP tiefer in ein Thema hätten eintauchen wollen, an einen der anderen Kollegen weiter verwiesen worden seien, der da dann zuständig sei, oder man habe ihre Frage nicht beantwortet, sondern sie „mitgenommen“ mit der Ankündigung, kurzfristig eine Stellungnahme abgeben zu wollen. Unangenehm auf der „Informationsveranstaltung“ sei auch aufgefallen, dass mehrere der Gesprächspartner von CEP GmbH gerade erst neu angefangen haben, also das notwendige Wissen gar nicht haben konnten.
Der Kommunikationsleiter von CEP GmbH, Stefan Grafen, betonte sogar wiederholt, dass er ganz neu bei der Firma sei und sich wünsche, mit den Anwohnern einen Neuanfang im Dialog zu machen.
Nach den Beobachtungen der BI-Vertreter wurde seitens CEP GmbH beabsichtigt, immer nur Einzelgespräche mit einzelnen Menschen zu führen und so zu vermeiden, öffentlich auf in einer Versammlung gestellte Fragen zu antworten.
Zu der besonders wichtigen Frage der Anwohner nach eventuellen Freisetzungen von Giftstoffen durch die Förderung und ihre Begleitumstände, wurde von diesen draußen berichtet, dass seitens CEP GmbH geantwortet worden sei, dass da gar nichts passieren könne, da die Prozesse als geschlossene Systeme arbeiten würden. Diese Aussage ist befremdlich, denn aus den laufenden Förderungen in Niedersachsen ist anderes bekannt. CEP GmbH macht sich mit solchen Angaben unglaubwürdig.

Nach den Beobachtungen der BI-Vertreter haben sich im Zeitraum von 15 bis 18 Uhr etwa 40 Personen im Saal umgesehen, danach war der Saal leer.
Die lebhaften Diskussionen draußen mit BI-Vertretern am Info-Stand der BI, und mit den angereisten zwei Gästen der BI, hatten im Verlauf des Nachmittags des 30. August 2018 zur Folge, dass zahlreiche weitere Anwohner des Schwielochsees ihren Beitritt zur neuen BI erklärten, die damit auf deutlich über 100 Mitglieder gewachsen ist.

Wir gratulieren der neuen BI zu diesem gelungenen Start und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg! Von unseren bereits gemachten Erfahrungen im Zusammenschluss kann und wird sie weiterhin profitieren und von uns unterstützt werden.

Volker Fritz

 

 Veröffentlicht von am 6. September 2018

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