Jan 142020
 

„Blauer Wasserstoff“ wird aus Erdgas durch Zerlegung gewonnen, wobei auch CO2 entsteht, das man dann im Untergrund speichern will, obwohl das bis heute nicht überzeugend gelungen ist. Wegen dieses Tricks bezeichnet die Erdgasindustrie ihren „Blauen Wasserstoff“ aus Erdgas „umweltfreundlich“.

In den USA wird CO2 aus Kohlekraftwerksabgasen abgetrennt und in Pipelines nach Texas geleitet zu den großen EOR-Ölförderfeldern und dort in den Boden gepresst, um das „Restöl“ älterer Ölvorkommen noch zu fördern. Man deklariert das als gelungene CO2-Speicherung, obwohl man weiß, dass mit dem heraufkommenden Rohöl das CO2 wieder an die Oberfläche kommt. Vor Norwegen wurde CO2 in ausgeförderte Erdgasbohrungen gepresst und Taucher haben über dem Verpressungsgebiet das Aufsteigen massiver Blasenschleier von CO2 vom Meeresgrund her beobachtet.

Das System „Blauer Wasserstoff“ ist eine Mogelpackung, welche die Erdgasindustrie natürlich zur Absatzsicherung nachhaltig propagandistisch fördert. Deshalb darf dieses System gar nicht erst in Gang gebracht werden. Die klimaschädlichen Methanemissionen, die auf der Strecke von der Förderung bis zur Zerlegung des Erdgases zur Gewinnung des Wasserstoffes anfallen, wirken schon vorweg belastend. Das gilt potenziert für Erdgas in der verflüssigten LNG-Form. Dann kommt noch das bei der Zerlegung anfallende CO2 hinzu.

„Grüner Wasserstoff“ entsteht, wenn mittels regenerativ erzeugten Stromes durch Elektrolyse Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Der so erzeugte Wasserstoff ist gut speicherbar und eine hervorragende Energiequelle. Der Ausbau und Aufbau der Industrie des „grünen Wasserstoffes“ muss mit größter Nachhaltigkeit und mit massivem Druck voran getrieben und fertig entwickelt werden, einhergehend mit der dezentralen Stromerzeugung in Deutschland. Die Speichertechniken, um ungenutzte Generatorstunden in Speicher-Energien umzuwandeln, müssen mit Hochdruck und mit Priorität Eins voran getrieben und praxisverwendbar gemacht werden.

Gleichzeitig müssen gesetzliche Regelungen her, die die Nutzung von Solar- und Windenergie im Privathaushalt erleichtern und fördern und so die Netze in Deutschland generell entlasten. Es geht heute eben nicht mehr darum, durch Monopolstrukturen den Kommunen und den Ländern und den Versorgungskonzernen satte Gewinne zu Lasten der Verbraucher zu sichern, sondern darum, zum Überleben – bei noch halbwegs akzeptablen Bedingungen – den fossilen Verbrauch massiv und sofort herunter zu fahren. Und das gilt natürlich nicht nur für die Strom- und Gasversorgung, sondern genau so für die Industrie, die Bahn, LkW-Verkehr, Pkw-Verkehr, Luftverkehr und Schifffahrt jeder Art.

Und – ebenso bedeutsam – ist die Reduzierung der Überproduktion in der Landwirtschaft mit den damit verbundenen Emissionen und Beeinträchtigungen. Das „immer höher, immer mehr, immer schneller“ hat unsere Erde an den Rand eines Zustandes gebracht, der für die meisten von uns Menschen künftig nicht mehr lebenswert sein würde, wenn wir jetzt nicht drastisch auf die Bremse treten.

LNG – in allen seinen Formen – ist eine der schlimmsten Umweltsünden im fossilen Bereich und ein absoluter Klimakiller durch Methanemissionen und hohen Energiebedarf zur Verflüssigung und für den Lager- und Transportaufwand. Dennoch sind die finanzstarken Internationalen Konzerne zur Zeit massiv dabei, die weltweiten LNG-Verflüssigungskapazitäten auszubauen und nach neuen Absatzmöglichkeiten für ihr LNG zu suchen.

So ist auch das Handeln des US-Präsidenten Trump zu verstehen, der mehr oder weniger in der Hand der großen US-Konzerne ist und sich für deren Forderungen nach außen stark macht ( z. B. Ostsee-Pipeline für Erdgas von Russland nach Deutschland). Dieses „schöne Geschäft“ wollen die US-Konzerne machen.

[S. ergänzend auf dieser Webseite den Beitrag „Blauer Wasserstoff„]

 Veröffentlicht von am 14. Januar 2020

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