Bohrturm mit Flaring

Bericht zum Mai 2021: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 22.05.2021

Berichtszeitraum 24.04. bis 21.05.2021

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme vom reduzierten Niveau vom April 2021 wieder leicht zu um 20 Stück, bei weiterhin stabilen Rohölpreisen von deutlich über 60 USD/barrel für WTI.

Die Gesamtlage dürfte verbliebene US-Ölförderer stärken und im weiteren Verlauf zu vermehrter US-Ölförderung in 2021 führen.

Im 1. Quartal 2021 gingen auch die Konkurse der Förder- und Servicefirmen deutlich zurück. Insgesamt 8 Förderunternehmen mit kumuliert 1,8 Mrd USD Verbindlichkeiten und 5 Serviceunternehmen mit kumuliert 7,9 Mrd USD Verbindlichkeiten gingen in Konkurs, wobei die Service-Firma „Sea Drill Limited“ allein mit 7,2 Mrd USD betroffen war.

Es ist zu erwarten, dass die OPEC und Russland jetzt wieder das Angebot vergrößern werden, um den Ölpreis deutlich unter 60 USD/barrel zu stabilisieren und so die US-Fracking-Förderung unattraktiv zu machen. Aber erst einmal haben die US-Fracking-Förderer den Vorteil, quasi aus dem Stand heraus, ihre Förderung hochfahren zu können, während die OPEC ein halbes Jahr Vorbereitungs- und Anlaufzeit braucht, ehe die Förderung hochgefahren werden kann.

Die weltweiten Abnahmemengen haben sich durch den rasanten Wiederanstieg der chinesischen Volkswirtschaft seit Herbst 2020 wieder deutlich erhöht, trotz der Ausbreitung der Pandemie in bevölkerungsstarke Länder wie Indien und Brasilien.

In Europa hatte die 3. Infektionswelle der CORONA-Pandemie, wie vorhergesagt, im Februar 2021 begonnen und mehrere Volkswirtschaften waren genötigt, erneut große Aktionen zur Kontaktbeschränkung zu fahren, bis einsetzbare Impfstoffe in ausreichender Menge verfügbar sind. Impfungen wurden bereits in gößerem Umfang in UK, den USA und in Israel durchgeführt. Auch in D wurde im März mit Kleinmengen begonnen, seit Mitte April und im Mai hat die Zahl der Impfungen rasant zugenommen.

Bei mehr verfügbarem Impfstoff hätten aber Millionen Menschen schon geimpft sein können. Hinzu kam dann die Aussetzung des AstraSenica-Impfstoffes wegen mehrerer aufgetretener schwerer Erkrankungen und die Lieferausfälle des US-Präparates von Johnson&Johnson. Das Impfen geht in D noch immer viel zu langsam voran. Die 3. Infektionswelle, in Europa vor allem ausgelöst durch die britische Mutante, scheint in Deutschland gebrochen worden zu sein. Die „Bundesnotbremse“ bei Inzidenzen an 3 folgenden Tagen von über 100 scheint gewirkt zu haben. Bundesweit stehen wir zur Zeit bei 67. Der Ruf nach Erleichterungen kommt von den verschiedensten Seiten. Das Impfen der älteren Schüler wird nun vorbereitet.

Die 744 stillgelegten Bohrtürmen der Monate März bis Juni 20 umfassten über 70% Stillegung der nordamerikanischen Bohrkapazitäten vom Jahresanfang 20. Im Juli kam zwar die Wende, nachdem die Rohölpreise WTI wieder bis auf 40 USD/barrel angestiegen waren, die erwartete weitere Steigerung über 50 USD/barrel kam in der 2.Hälfte Dezember. Zur Zeit liegt der Preis bei 61,88 USD, nachdem er am 16.03. sogar die 65 USD überstiegen hatte. Die Reaktivierung der Bohranlagen war daher in den Monaten Oktober/November/Dezember verhalten. Erste Unternehmen in Kanada und in den USA hatten trotz der schlechten Gesamtlage begonnen, wieder mehr ins Bohrgeschäft zu investieren. Zum Jahreswechsel wurden in Kanada umfangreich Bohranlagen stillgelegt, wie gewohnt. In den ersten Wochen im Januar 21 gingen sie dann wieder in Betrieb. Die überraschende deutliche Abnahme im März 21 und April wird durch die Zunahme im Mai ausgeglichen wobei Ölbohrtürme dominiereten.

Die von der OPEC und weiteren Ländern beschlossen massiven Förderkürzungen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben in den vergangenen 41 Wochen Wirkung gezeigt, in Verbindung mit der wieder zunehmenden und weiter verstärkten Nachfrage aus China.

Die angekündigte Verknappung durch Produktionskürzungen führte zu weiterer Stabilisierung auf zwischenzeitlich um 65 USD/barrel. Doch die noch immer weiter zunehmende weltweite CORONA-Ausbreitung – auf inzwischen über 145 Mio nachgewiesen Betroffene und 3,07 Mio Tote – dämpft den Rohölbedarf so, dass der Preis am 23.04.21 wieder auf 61,88 USD/barrel WTI für Lieferung Mai 2021 absank. Zur Zeit kostet WTI 62,92 USD/barrel für Lieferung Ende Juni.

Der derzeitige Weltbedarf an Rohöl liegt weiterhin noch immer unter der globalen Fördermenge.

Die erfolgte Wiederaufnahme und Beschleunigung der Industrieproduktion in China, die seit Anfang 21 sogar Höchstwerte errreichte, stimmt die Rohölproduzenten allerdings optimistisch.

In Nordamerika schwächt sich die CORONOA-Katastrophe spürbar ab, nachdem fast 50% der Bevölkerung eine Erstimpfung bekommen haben. Die Zahl der Neuinfektionen ist in den letzten Wochen weiter deutlich zurückgegangen.

Die Wirtschaftslage hat sich aufzuhellen begonnen, da das große Biden-Programm einen gewaltigen Anschub ermöglicht.

Der Kollaps der Fracking-Förderung in Nordamerika wirkt als Zeitbombe, da die Bohrlöcher nicht zuverlässig verschlossen wurden, sondern einfach „zurückgelassen“. Große Mengen Methan treten dort überall aus. Viele Tausende Bohrungen sind nicht ordnungsgemäß verschlossen.

Im Westen der USA werden ungenutzte Raffineriekapazitäten umgerüstet, zur Verarbeitung von Fetten, Speiseölen, Schmierstoffen und Soja-Öl zu „regenerativem“ Diesel, Benzin und Flugbrennstoff, da dafür eine staatliche Prämie von über 3 USD gezahlt wird.

Seit 35 Jahren haben nicht so viele Förderbohrungen in Nordamerika still gestanden, wie gerade jetzt. Mit dem WTI-Preis in New York über 62.-USD/barrel heute wird sich unter den verbliebenen der Förderunternehmen wieder mehr Zuversicht ausgebreitet haben, denn dann können sie im Geschäft bleiben. Nach dem letzten „Schock“, dem Einbruch der Ölpreise nach 2014, sind die meisten dieser Unternehmen so geschwächt, dass sie keine Reserven mehr haben.

Wenn auch in China die CORONA-Pandemie so gut wie überwunden ist, gilt dort ein extrem enges Regime der Abschottung, sobald lokal neue CORONA-Ansteckungen auftreten.

Das bedeutet für die Bevölkerung, erhebliche Beschränkungen hinnehmen zu müssen. Die seit Monaten sehr geringen Zunahmen der offiziellen Meldungen an Infizierten und Toten in China (mit einer Milliarden-Bevölkerung und vielen räumlich beengten Ballungsgebieten) lässt den Verdacht aufkommen, dass diese Zahlen aus Propagandagründen „geschönt“ werden.

Dennoch ist der Erfolg der rigiden Vorgehensweise unübersehbar.

In Indien hingegen hat die Regierung den Ernst der Lage erst nicht erkannt und wollte danach die Pandemie „aussitzen“. Jetzt ist dieses Land schwer getroffen mit täglich über 4.000 Toten und einer mindestens zweifach höheren nicht erfassten Zahl auf dem flachen Lande. Wer zu Hause stirbt, wird nicht erfasst. Viele Kranke ersticken, weil Sauerstoff zur Beatmung fehlt.

Der Schaden der Weltwirtschaft durch CORONA ist gewaltig und im Moment kaum abschätzbar, zumal in den USA die Zahl der Infizierten noch zunimmt. Zur Zeit werden 33,8 Mio registrierte Infizierte gezählt und bereits 591.000 Tote. Das US-Gesundheitssystem war in keiner Weise auf eine solche Pandemie vorbereitet und im ländlichen Bereich fehlen – besonders in den Bundesstaaten der „Trump-Freunde“ im Süden der USA – Krankenhäuser und Beatmungseinrichtungen. Auch dort schlägt CORONA unerbittlich zu. In 16 ausgesuchten Südstaaten, einschließlich Texas und Florida, waren am 18.09.20 3,23 Mio Infizierte und 66.500 Tote gemeldet. Mitte Dezember waren es über 6,8 Mio Infizierte und 109.000 Tote. Zur Zeit sind es 13,4 Mio und 226.000 Tote.

Der ehemalige Präsident Trump hat sich bis zum Ende seiner Amtszeit weiter geweigert, Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen und jetzt ruft er zur Impfteilnahme auf.

Die Zahl von 600.000 Toten für Gesamt-USA wird in den nächsten Wochen erreicht werden und es ist leider zu erwarten dass weitere bis 50.000 Tote zu beklagen sein werden, ehe die vom neuen US Präsidenten Biden veranlassten Maßnahmen ausreichend Wirkung entfalten. Das Tempo bei den Impfungen ist allerdings sehr hoch. Mehr als 50% der erwachsenen Amerikaner haben bereits ihre Erstimpfung erhalten. Diese Volkswirtschaft wird weiterhin monatelang schwächeln, obwohl der neue Präsident Biden ein Hilfsprogramm von über 1.000 Mrd USD genehmigt bekommen hat. Joe Biden tritt ein schweres Erbe an. Aber es gibt erste Lichtblicke und Haupt-Handelspartner der USA, wie zum Beispiel Deutschland, spüren wieder erste Nachfragebelebungen. Es breitet sich in den USA wieder Optimismus aus und die Nachfrage nach deutschen Produkten und Leistungen hat wieder deutlich zugenommen. Weltweit sind inzwischen fast 165 Millionen Infizierte erfasst worden. Die Dunkelziffer ist weitaus höher, besonders in den ärmeren Ländern. Die Pandemie bewegt sich mit der sich ausbreitenden 3.Welle einem weiteren Höhepunkt zu und mögliche neue sich bildende Mutanten drohen durch die massenhafte Vervielfältigung. Gerade ist in Indien eine neue, hoch ansteckende Mutante nachgewiesen worden, die durch eine Gruppe indischer Studenten auch nach Belgien übertragen wurde. Doch auch in D ist sie inzwischen schon nachgewiesen. Es gibt jedoch Hoffnung, da inzwischen 5 brauchbare Impfstoffe verfügbar sind und Impfungen in ersten Ländern in Gang kommen und da weitere Impfstoffe in fortgeschrittener Entwicklung sind und noch 2021 zum Einsatz kommen könnten.

Auch in der EU sind schon 4 Impfstoffe zugelassen und werden verimpft, allerdings noch in viel zu geringen Mengen, um Wirkung auf das Infektionsgeschehen entfalten zu können.

Deutschland – als sehr stark exportorientiertes Land – ist einerseits über Zulieferketten weltweit vernetzt und hängt andererseits von den internationalen Käufern ab, die unter diesen Bedingungen zurückhaltend sind. Die entsprechenden Folgen wirken allerdings nicht so stark, wie befürchtet. Die Wirtschaftsleistung ging insgesamt nur um 5,7% in 2020 zurück, da im Herbst die Lieferungen wieder zunahmen. Die Industrie ist wieder zuversichtlicher.

Die Auftragseingänge Anfang 2021 aus dem Exportbereich haben sich durch China und USA spürbar verbessert.

Die Wirtschaft in Deutschland hat begonnen, nach vorn zu arbeiten, wenn auch in vielen Bereichen noch mit reduzierter Kapazität. Doch im unteren Mittelstand, bei den vielen Selbständigen, die zum großen Teil beantragte Leistungen für Monat November erst jetzt ausgezahlt bekommen sollen, wird es voraussichtlich in den nächsten Monaten ein großes „Sterben“ geben und damit verbunden den Verlust zig-tausender Arbeitsplätze. Daran wird auch die Verlängerung der Kurzarbeitsphase bis Ende 2021 wenig ändern.

Die gut gemeinten Unterstützungsgelder der Bundesregierung sind bei den Betroffenen nicht rechtzeitig angekommen und die Antragsverfahren waren zu kompliziert.

Das Wirtschaftswachstum in 2020 wird mit einem reduzierten Minus erwartet, nachdem im 3.Quartal 2020 eine Zunahme von 8,2% verzeichnet wurde und auch das 4.Quartal besser verlief, als wegen CORONA vorausgeschätzt. Der verlängerte Lockdown jetzt wird das Wiedererstarken der deutschen Wirtschaft in 2021 erheblich behindern.

Den Luftverkehr versucht man, schrittweise wieder zu beleben, aber die Ansteckungsgefahr im Flieger bleibt. Gleichermaßen riskant sind Reisen mit Zug, Bus und Kreuzfahrtschiffen. Die Reiseindustrie mit allen ihren Dienstleistern ist besonders hart betroffen. Erst wenn durchgeführte Impfungen – in genügender Menge weltweit – das Ansteckungsrisiko minimieren, kann es wieder „unbeschwerte Reisen in alle Welt“ geben.

Die groß angelegten Hilfspakete der Regierung Merkel sollen die Belastungen aus der Situation für Großunternehmen, für den Mittelstand und für kleine Selbständige – aber auch für die Menschen mit Niedriglohn und Teilzeitarbeit – erträglicher gestalten. Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland wird im Jahresdurchschnitt auf 2,8 Mio Personen erwartet, in der Spitze über 3,5.

Der Bereich der Solo-Selbständigen, die häufig in künstlerischen Berufen tätig sind, soll nun besonders bedacht werden, um dort die Not zu lindern.

Durch die 3. Ansteckungswelle der CORONA-Pandemie in D haben sich die Zahlen spürbar weiter verschlechtert. Nur schnelles umfangreiches Impfen kann helfen. Da mangelt es weiterhin sehr, weil nicht genügend Impfstoff zum Verimpfen da ist.

Pleiten sind vorprogrammiert und viele, viele Arbeitslose. Und viele, auch jüngere, Tote sind leider zu erwarten, einmal abgesehen von den zig-Tausenden Langzeit- oder Dauergeschädigten nach überstandender CORONA-Infektion. Fast 90.000 CORONA-Tote im Deutschland sind bis jetzt verzeichnet. Der Anstieg verlangsamt sich jetzt jedoch deutlich.

Doch nun zu den Zahlen der Bohrtürme und der Ölpreisentwicklung, Basis WTI:

Nach dem derzeitigen Zahlenbild liegt die Gesamtzahl der eingesetzten Türme seit Februar 2018 um ca. 62 % unter der damaligen Gesamtbohrkapazität. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika auch mit 493 weit unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen. Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 22.05.20 bei 18,06 USD/barrel und am 19.06. bei 40,26 USD/barrel. Am 12.12.20 wurden 46,70 USD/barrel notiert. Danach ging der Anstieg zügig weiter auf zeitweise bis zu 53 USD/barrel und bis über 65 USD/barrel. Zuletzt ging der Wert auf unter 62.-USD/barrel zurück und steht jetzt bei 62,92 USD.

Die OPEC und Partner haben die Förderkürzung deutlich über die ursprünglich vereinbarte Menge hinaus umgesetzt und dadurch recht schnell die Stabilisierung des Ölpreises bewirkt, unterstützt von den wieder steigenden Abnahmemengen Chinas.

Inzwischen wird erst für 2021/ 2022 eine deutliche wirtschaftliche internationale Belebung erhofft, ausgehend von dem bis dahin erreichten, verminderten Niveau. Der Wechsel des US-Präsidenten am 20.01.2021 wurde international sehr begrüßt.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Mai sehr unterschiedlich: In Kanada wurden 8 Ölbohrtüme reaktiviert und zugleich 5 Gasbohrtürme stillgelegt, in den USA kamen 17 Bohrtürme dazu 13 Ölbohrtürme und 4 Gasbohrtürme.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März 2019 bis Juni 2020 und Stagnation im Juli und leichter Belebung im August mit weiter leichter Zunahme September/Oktober/NovemberDezember, mit der starken

Zunahme zum Jahreswechsel und der ruhigen Entwicklung bis Mai 2021.

Monat/Jahrgesamt im Einsatz in NordamerikaUSAKanadaUS Rohölpreis WTI USD/barrel   
30.07.171178958220$46,00
31.10.171115913202$51,94
15.11.171090889192$54,27
15.12.171168930238$56,64
19.01.181261936325$63,72
16.02.181293975318$60,74
13.04.1811101008117$66,74
15.06.1811981059139$66,60
14.09.1812811055226$70,30
09.11.1812771081196$61,59
14.12.1812451071174$51,20
18.01.1912591050209$52,32
15.02.1912751051224$53,34
15.03.1911871026161$58,34
10.05.19105198863$61,99
12.07.191075958117$60,27
13.09.191020886134$55,00
11.10.191002856146$54,60
08.11.19957817140$56,39
06.12.19937799138$56,32
03.01.2088179685$62,80
31.01.201037790247$52,95
28.02.201030790240$44,67
27.03.2078272854$21,60
24.04.2049146526$18,06
22.05.2033931821$32,80
19.06.2028326617$40,26
14.08.2029824454$41,93
18.09.2031925564$41,11
16.10.2036228280$40,97
11.12.20449338111$46,70
15.01.21534373161$52,35
19.02.21569396172$59,85
19.03.2150341192$61,22
23.04.2149343855$61,88
21.05.2151345558$62,92
18.06.21587470117$71,61

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 381 Ölbohrtürme und 132 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas(214), New Mexico(72), Louisiana(53), Oklahoma(26), North Dakota(16), West Virginia(11), Ohio(10), Colorado(10), Utah (9), Kalifornien(6) und Wyoming(4).

Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt die Entwicklung zu geringerem Energieverbrauch wider. Der US Großhandelsgaspreis blieb seit Monaten unter 3,00 USD/mmBtu. Der Wintereinbruch im Süden der USA hat zu einem kurzzeitigen Spitzenverbrauch an Erdgasgeführt und die Preise bis auf 3,22 USD ansteigen lassen. Zur Zeit liegt der Gaspreis bei 2,925 USD/mmBtu.

Das bedeutet zunächst weiterhin „ruinöses“ Geschäft zu nicht-kostendeckenden Preisen im „Henry Hub“. Davon profitiert nur das LNG-Geschäft mit Erdgas-Exporten nach Übersee.

Um Geld zu verdienen müssten die Gaskonzerne 6 – 7 USD/mmBtu im Henry Hub erzielen.

Aber auch der internationale LNG-Absatz wird drastisch sinken und zu Preisnachlässen bei LNG aus den USA – und in der Folge auch beim Erdgas zu noch größeren Verlustabschlüssen führen.

Die internationalen Bohraktivitäten nahmen gering ab um 20 Stück auf 695 Bohrtürme im April. Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung sind durch die weltweite CORONA-Virus-Pandemie und den Preiskampf Saudi/Russland gegen die USA hinfällig geworden.

Eine weltweite Rezession großen Ausmaßes hat sich entwickelt, da große Volkswirtschaften von der CORONA-Pandemie betroffen sind. In China allerdings ist die Belebung schon wieder so weit gediehen, dass die weltweite Gesamtentwicklung positiv beeinflusst wird. Auch die Wirtschaft der USA hat durch das gewaltige Konjunkturprogramm der Biden-Regierung begonnen sich wieder stärker zu beleben. Mehrere Impfstoffe sind bereits lieferbar und weitere werden im Verlauf 2021 dazu kommen und in großen Impfkampagnen international verteilt werden.

Somit besteht Aussicht auf eine schnellere Erholung, als Anfang 2021 gedacht. Auch der vollzogene Machtwechsel an der Spitze der USA verspricht, dass die Handelsbarrieren im Welthandel geräumt oder wenigstens deutlich verringert werden können. Die Rückkehr der USA in das Welt-Klimaabkommen von Paris hat bereits erste positive Signale ausgelöst.

Volker Fritz im AK Fracking Braunschweiger Land

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