Flüssiggas-Terminal für gefracktes Gas aus Amerika

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Mrz 012019
 
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Hubertus Zdebel (Linke) findet die Pläne der Bundesregierung zum Bau von Flüsiggas-Terminals in Norddeutschland abenteuerlich. 

Bau und Betrieb der Terminals sollen mit Steuergeldern gefördert werden und die Kosten für Anschlüsse an das Gasnetz können nach geplanter Änderung der Gasnetzzugangsverordnung den Verbrauchern aufgebürdet werden.

Hubertus Zdebel fordert, stattdessen diese Steuermittel in die Förderung regenerativer Energiequellen zu investieren.

Pressemitteilung

Hubertus Zdebel: Altmaiers US-Fracking-Gas-Pläne stoppen!

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Linke), erteilt den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, den Bau und den Betrieb von Terminals für den Import von Flüssiggas (liquefied natural gas, LNG) zu fördern, eine klare Absage. Zdebel erklärt: „Immer abenteuerlicher werden die Pläne, zwei LNG-Terminals auf Kosten der Steuerzahler und Verbraucher durchzusetzen. Nachdem bereits vor Monaten bekannt wurde, dass die Kosten für ein LNG-Terminal bereits 500 Million Euro betragen und schon Fördermittel im Bundeshaushalt eingestellt sind, geht Altmaier noch einen Schritt weiter. Jetzt will er die Betreiber von Gasfernleitungsnetzen durch eine Änderung der Gasnetzzugangsverordnung verpflichten, die erforderlichen Leitungen zwischen LNG-Terminals und dem Fernleitungsnetz zu errichten und für einen Anschluss ans Netz zu sorgen. Damit würden die Kosten für den Anschluss ans Gasnetz von den Terminalbetreibern auf die Nutzer des Gasnetzes abgewälzt.

Da Flüssiggas aus den USA in Deutschland nicht wettbewerbsfähig ist, unternimmt Altmaier alles, um die Kosten zu senken und sich dem Druck von US-Präsident Trump zu beugen. Trump will mit aller Macht in den USA gewonnenes Erdgas, welches mit der unmweltzerstörenden Fracking-Methode gefördert wurde, nach Deutschland und Europa exportieren. Bei der Umsetzung von Trumps Plänen sind Altmaier die fatalen Folgen für das Klima egal. Denn LNG ist kein Zwischenschritt in Richtung der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien, sondern soll diese ausbremsen. Ich fordere Altmaier auf, seine LNG-Pläne fallen zu lassen und stattdessen Gelder für eine verstärkte Nutzung regenerativer Energiequellen bereitzustellen.“

Pressemitteilung:
Hubertus Zdebel, Mitglied des Deutschen Bundestags und Sprecher für den Atomausstieg der Fraktions „Die Linke“

 Veröffentlicht von am 1. März 2019

Bericht Januar 2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Feb 222019
 

Berichtszeitraum 19. Januar bis 15. Februar 2019

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Die zweite Hälfte des Januar 2019 und die erste Hälfte des Februar 2019 erlebt in Summe eine geringe Zunahme, so dass weiterhin die Einsatzzahlen der Bohrtürme in Nordamerika vom Februar 2018 noch nicht wieder erreicht sind. Dabei hat die Zahl der Bohrtürme in den USA praktisch stagniert und die leichte Zunahme gegenüber dem Jahreswechsel ergab sich durch Zunahme der Türme in Kanada.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. Dezember 2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 52,32 USD/barrel an und liegen zur Zeit bei 53,34 USD/barrel. Damit liegen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl unter der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18. Januar 2019 zu entnehmen.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Januar wieder nicht gleichsinnig. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gering um 1Turm zu, in Kanada dagegen um 15 Türme. So ergab sich eine Gesamtzunahme in den 4 Wochen um 16 Türme. Diese Zahl entstand aus + 29 Öltürmen und – 13 Gastürmen.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00
Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13
Ende 10
1.11591320251,94
Mitte 11
1.09088919254,27
3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18
15.12.17
1.16893023856,64
19.01.18
1.26193632563,72
16.02.18
1.29397531860,74
16.03.18
1.20999021960,85
13.04.18
1.1101.00811766,74
18.05.18
1.1291.0468371,50
15.06.18
1.1981.05913966,60
13.07.18
1.2511.05419770,60
17.08.18
1.2691.05721265,00
14.09.18
1.2811.05522670,30
12.10.18
1.2581.06319571,31
09.11.18
1.2771.08119661,59
14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.19
1.2591.05020952,32
15.02.19
1.2751.05122453,34

Insgesamt sind jetzt in Amerika 1009 Bohrtürme und 266 Gasbohrtürme aktiv.Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (509), Oklahoma (119), New Mexico (109), Louisiana (66), North Dakota (57), Pennsylvania (44), Wyoming (37), Colorado (35) und Ohio (18).

Den mehr als 20-prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember deutlich bis auf unter 3,00 USD. Zur Zeit liegt er bei 2,57 USD/mmBtu.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem vorherigen Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 22. Februar 2019

„Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen“

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Feb 212019
 

Volker H.A. Fritz im AK Fracking Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

Übersetzung-1: (auszugsweise)
„Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen“

Truth-Out-Beitrag vom 28.01.2019
Autor: Dahr Jamail
https://www.truth-out.org/articles/we-are-destroying-our-life-support-system/
Originaltitel: We Are Destroying Our Life Support System

Auszugsweise Übersetzung der Inhalte des Beitrages von Dahr Jamail vom 28.01.2019
Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen –Klimastörungsmeldungen
Die Erwärmung des Planeten Erde schreitet schnell voran und die Auswirkungen werden mit jedem weiteren Monat immer wuchtiger. Wenn auch kein einzelnes meteorologisches Ereignis nur auf die menschengemachte Klimastörung zurückgeführt werden kann, so ist sie doch fast immer der entscheidende Grund für das Ereignis oder doch allermindestens einer der dazu beitragenden Hauptfaktoren.

Kürzliche Daten des Weltwetterdienstes zeigten, dass 2018 das viertwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war und dass die vergangenen vier Jahre die vier heißesten der Globalen Wetteraufzeichnungen waren.

Dazu ist es wert, sich daran zu erinnern, dass das größte Massensterben der Erdgeschichte, das vor 252 Millionen Jahren stattfand, zur Vernichtung von 96 Prozent allen maritimen Lebens führte und zwei zu zwei Dritteln allen Lebens an Land. Dieses Ereignis geschah als Folge schneller globaler Erwärmung.

Ein weiterer selbst verstärkender Regelkreis ist in der Arktis entdeckt worden, dieses Mal in Grönland. Es wurde festgestellt, dass die schmelzenden Gletscher eine weitere Freisetzungsquelle von Methan sind. Und gerade kürzlich wurde entdeckt, dass Grönland in den letzten 2 Jahrzehnten einen bis dahin noch nie festgestellten Verlust an Eismasse erlebte.
Eine andere Untersuchung des Grönlandeises ergab, dass im Jahrzehnt von 2004 -2013 das stärkste bisher beobachtete Gletscherschmelzen in einem Jahrzehnt seit 350 Jahren Eisdatenerfassung war. Das bedeutet, dass Grönland mehr zum Anstieg der Meeresspiegel beiträgt, als man vorher annahm. Seit Beginn der industriellen Revolution hat die Menge Des Schmelzwasser um 50 Prozent zugenommen.

Bild: pixabay

Auch in der Antarktis wurde kürzlich ein noch schockierenderer Eisverlust festgestellt. Er hat sich seit den 1970er Jahren versechsfacht. In den letzten 4 Jahrzehnten beschleunigte sich der Eisverlust um 480 Prozent. Die dazu durchgeführte Studie unterstreicht wie sehr die gigantische östliche antarktische Eisbedeckung ein gewaltiger Verursacher für den Anstieg der Meeresspiegel ist. Bis vor Kurzem glaubte man noch, dass diese östliche Eisbedeckung wohl am längsten den Schmelzeinflüssen standhalten würde.
Die Antarktis schmilzt weg.

Wir müssen die Realität dieser Krise zur Kenntnis nehmen, wenn wir uns entsprechend benehmen.

ERDE:
Der Wissenschaftler Brad Lister kehrte nach 35 Jahren in den Regenwald von Puerto Rico zurück und fand, dass 98 Prozent aller Bodeninsekten verschwunden waren. Er berichtete im Januar 2019 in „THE GUARDIAN“ : „wir sind im Grunde dabei, die wichtigen Lebensgrundlagen zu zerstören, die es uns erlauben, unsere Existenz auf diesem Planeten aufrecht zu erhalten, zusammen mit all dem anderen Leben auf diesem Planeten. Es ist entsetzlich uns zu beobachten, wie wir die natürliche Welt um uns herum dezimieren“.
Lister’s Beobachtungen werden durch andere verstörende Studien bestätigt, die zusammenbrechende Insektenpopulationen auch an anderen Plätzen rund um den Globus aufgedeckt haben. Lister hat gewarnt: dieses Insektenverschwinden ist der ökologische Untergang.

In der Zwischenzeit sind allein schon die steigenden Temperaturen eine Belastung der US-Agrarproduktion durch Wachstumsschwächung. Durch Trockenheit und Überflutungen führen ferner zur Zerstörungen der Produktivität der Farmer. Und die Lebensmittelpreise werden – natürlich – steigen.
Eine weitere Auswirkung des Klimawandels mit offenkundigen Konsequenzen für die Menschen sind die zunehmenden Hitzewellen.
Zwei Studien dazu zum Ende 2018 zeigen einerseits, dass die Zahl der Menschen, die besonderer Hitze ausgesetzt sein werden und damit einem, erhöhten Risiko von Herzbeschwerden, Nierenerkrankungen und anderen hitzebedingten Erkrankungen, die tödlich verlaufen können, zunehmen wird. Und die Zahl hitzebedingter Todesfälle und Krankheiten wird zwischen 2030 und 2050 jährlich zum Tod von 250.000 Menschen zusätzlich führen, wegen Unterernährung, Durchfallerkrankungen, Malaria und Herzversagen.

Die Zahl der arktischen Renntiere ist nur in den letzten 2 Jahrzehnten um 58 Prozent zurück gegangen, hauptsächlich bedingt durch den Klimawandel.

  1. Zwei Wissenschaftler haben gewarnt, dass die Aussterbensrate im Verlauf des 6. Massensterbens der Erde vielleicht schon viel weiter fortgeschritten ist, als bisher angenommen. Durch Klimawandel, Überpopulation des Menschen, Ausbeutung von Ressourcen und Lebensraumvernichtung bilden sich Kaskaden des Aussterbens. Die heutigen Aussterbenszahlen sind 1000-fach stärker als normal zu erwarten wäre.
    Aber sie könnten sich noch um das Zehnfache steigern.

In den USA ist eine weitere Welle von US-Bürgern zu Klimawechsel-Flüchtlingen geworden.
Im Gefolge des Hurricane Florence in Nord Carolina im vergangenen Herbst wurden in der Gemeinde New Bern viele Häuser zerstört und Menschen getötet. Sie waren schon eine überwiegend alte und arme Bevölkerung mit vielen Behinderten. Diese Menschen können nicht dort bleiben, zumal Umweltgifte in der Gegend wirksam sind.

Auch die mentale Gesundheit der Menschen wird angegriffen, wenn sie extreme Wetterereignisse miterleben und schlechte Klimaberichte lesen müssen.
Depression und Resignation, wegen der düsteren Zukunft auf der Erde, peinigen mehr Menschen als je zuvor.

Wasser:
Ergänzend zu den dramatischen Meldungen über schmelzende Eisschichten in Grönland und der Antarktis hat eine weitere Studie ermittelt, dass die Gletscher der Arktis so dramatisch schnell schmelzen, dass sie jede Sekunde 14.000 Tonnen Wasser in den Ozean schütten. Sie tragen damit mehr zum Meeresspiegelanstieg bei, als die Antarktis, seit 1971
ist dadurch der Meerespiegel um 1 Zoll (25,4 mm) angestiegen.
Das arktische Meereis hat 2018 seine zweitniedrigste Ausdehnung gehabt, als die Arktis ihr zweitwärmstes je gemessenes Jahr hatte.
Der Bericht warnt: „Klima und Ökosysteme verändern sich dramatisch“.

In der Zwischenzeit geht das Eisschmelzen rund um den Globus beschleunigt weiter. Die höchsten Gletscher der Welt im Himalaya-Gebirgszug schmelzen und schrumpfen mit schockierender Geschwindigkeit.

Vor der derzeitigen Hitzewelle in Australien gab es im vergangenen November die heftigsten Regenfälle seit Jahrzehnten, die Sidney unter Wasser setzten. Venedig, die Stadt im Meer, hat Probleme mit dem Meeresspiegelanstieg durch die zunehmenden Überflutungen der Stadt. Am anderen Ende des Spektrums betrachtet eine neue Studie die Wirkungen der menschengemachten Klimabelastung auf Doppelerscheinungen am gleichen Ort (Jahre in denen es zugleich heiss und trocken ist). Seit 1931 wurde untersucht, wo im globalen Massstab eine sehr schwere Beeinträchtigung der Landwirtschaft auftrat. Die Studie arbeitete heraus, dass solche gleichzeitigen Hitze- Trockenheit-Ereignisse an Häufigkeit zunehmen und in 20 Prozent der nächsten 30 Jahre auftreten, wenn nicht die Emissionen aus den fossilen Brennstoffen dramatisch reduziert werden. Farmer im Mittelwesten der USA läuten schon die Alarmglocken wegen der „radikalen Veränderungen“ die durch die Auswirkungen von Trockenheit und höheren Temperaturen auf ihren Farmen auftreten. Sie geben schon mehr Geld denn je aus, um herauszufinden, wie sie Agrarfrüchte unter den sich immer weiter verschlechternden Bedingungen anbauen können. Durch die Erwärmung sind die Erträge an Lebensmitteln um teilweise bis zu 30 Prozent zurück gegangen.

In der Zwischenzeit geht die beschleunigte Erwärmung der Ozeane weiter.
Vor der Küste von Nordwest-Alaska ist die Population des Cod-Fisches auf den niedrigsten je gemessenen Stand gesunken. Auch das Lachsfischen war erfolglos. Die Fische haben sich weiter nach Norden orientiert, als Reaktion auf die wärmeren Temperaturen.
Und die Ozeane erwärmen sich weit schneller als früher erwartet. Auch das Jahr 2018 setzte darin einen weiteren Wärmerekord. Das wird sich auch auf das maritime Leben auswirken.

Feuer:
Die Vorbereitungen auf extreme Wettererscheinungen in den USA sind jämmerlich, wie mehrere Studien ergeben haben, obwohl derartige Ereignisse künftig zunehmen werden, wie zum Beispiel Waldbrände. Diese sind stark vermehrt vorhergesagt, wenn die Klimaveränderung fortschreitet. Allein 2018 wurden in Kalifornien mehrere 1000 Häuser vernichtet und 85 Menschen starben.
Derweil wurden im Januar 2019 viele Gegenden von Australien von Waldbränden heimgesucht, da große Teile des Landes unter gewaltiger Hitze litten.

Luft:
Vorausschätzungen der Lufttemperaturentwicklung für England: +5 % Grad C bis 2070. Der arktische Permafrostboden taut weiter auf und entlässt Methan, das die Erwärmung weiter anheizt. Die Höhenlagen des Himalaya sind schon deutlich wärmer, als man das vorher abgeschätzt hatte. Der CO2-Gehalt in der Luft hat im Januar 2019 ein neues Allzeit-Hoch von 413,86 ppm erreicht.

V. Fritz

 Veröffentlicht von am 21. Februar 2019

„Altmaiers US-Fracking-Gas-Pläne stoppen!“

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Feb 152019
 

Pressemitteilung

Hubertus Zdebel (DIE LINKE): Altmaiers US-Fracking-Gas-Pläne stoppen!

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Linke), erteilt den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, den Bau und den Betrieb von Terminals für den Import von Flüssiggas (liquefied natural gas, LNG) zu fördern, eine klare Absage.
Zdebel erklärt: „Immer abenteuerlicher werden die Pläne, zwei LNG-Terminals auf Kosten der Steuerzahler und Verbraucher durchzusetzen. Nachdem bereits vor Monaten bekannt wurde, dass die Kosten für ein LNG-Terminal bereits 500 Million Euro betragen und schon Fördermittel im Bundeshaushalt eingestellt sind, geht Altmaier noch einen Schritt weiter. Jetzt will er die Betreiber von Gasfernleitungsnetzen durch eine Änderung der Gasnetzzugangsverordnung verpflichten, die erforderlichen Leitungen zwischen LNG-Terminals und dem Fernleitungsnetz zu errichten und für einen Anschluss ans Netz zu sorgen. Damit würden die Kosten für den Anschluss ans Gasnetz von den Terminalbetreibern auf die Nutzer des Gasnetzes abgewälzt.
Da Flüssiggas aus den USA in Deutschland nicht wettbewerbsfähig ist, unternimmt Altmaier alles, um die Kosten zu senken und sich dem Druck von US-Präsident Trump zu beugen. Trump will mit aller Macht in den USA gewonnenes Erdgas, welches mit der unmweltzerstörenden Fracking-Methode gefördert wurde, nach Deutschland und Europa exportieren. Bei der Umsetzung von Trumps Plänen sind Altmaier die fatalen Folgen für das Klima egal. Denn LNG ist kein Zwischenschritt in Richtung der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien, sondern soll diese ausbremsen. Ich fordere Altmaier auf, seine LNG-Pläne fallen zu lassen und stattdessen Gelder für eine verstärkte Nutzung regenerativer Energiequellen bereitzustellen.“

Pressemitteilung von:
Hubertus Zdebel
Mitglied des Deutschen Bundestages
Ausschuss für Umwelt, Naturschutz  und nukleare Sicherheit
Finanzausschuss
Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE.

 Veröffentlicht von am 15. Februar 2019

Bericht zum Jahreswechsel 2018/2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jan 222019
 

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Bericht zum Jahreswechsel 2018/2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 15. Dezember 2018 bis 18. Januar 2019 (5 Wochen)

Die zweite Hälfte des Dezembers 2018 und die erste Hälfte Januar 2019 erlebt in Summe eine fortgesetzte Stagnation mit geringsten Zunahmeraten, die schon seit September 2018 andauert, Die umfangreichen Außerbetriebnahmen von Bohrtürmen in den Wochen um das Jahresende, verbunden mit Überholungen und Instandhaltungsmaßnahmen erfolgten nach bereits bekanntem Muster. In den ersten Januarwochen wurden sie dann wieder in Betrieb genommen. Der Rückgang nach Februar 2018 ist weiterhin noch nicht durch den neuen Anstieg der im Einsatz befindlichen Bohrtürme bis Mitte Januar 2019 ausgeglichen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. Dezember 2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel  ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 52,32 USD/barrel an. Damit liegen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl unter der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl.
Es drängt sich immer mehr der Schluss auf, dass das Fördervolumen absichtlich niedrig gehalten wird, um mit den deutlich höheren und profitablen Rohölpreisen Gewinne zu generieren. Das käme auch Russland entgegen, da auch Russland massiv vom Ölverkauf seinen Staatshaushalt finanziert. Mit dem kürzlich verkündeten OPEC-Entschluss, die Ölförderung wieder etwas zu drosseln, nach der Erhöhung vom 22. Juni 2018, hat sich auch das bedeutende Ölförderland Russland solidarisch erklärt, obwohl kein OPEC-Mitglied.
Unter diesem Blickwinkel erscheint das neuerliche Embargo gegen Persien in einem anderen Licht. Persien lieferte früher circa 10 Prozent des weltweiten Rohölbedarfes und drängte jetzt natürlich mit aller Macht zurück in den Markt, um auch wieder an Devisen aus dem Ölverkauf zu kommen. Hätte Persien ungehindert seine Ölanlagen wieder hochfahren können, wäre durch das Mehr an Angebot der Preis vermutlich wieder bei 30 USD/barrel oder gar darunter.
Das hätte für die US-Konzerne gewaltige negative Folgen gehabt.
Doch Persien ist potentieller Gegner auch beim LNG-Geschäft. Eine halb fertige erste LNG-Anlage am persischen Golf steht seit Jahren und kommt durch das Embargo nicht voran.
Persien, als eines der Länder mit den größten Erdgasvorkommen, ist im Moment nur Anwärter ohne funktionierendes Equipment.
Der Ausstieg aus dem Atomvertrag mit Persien erscheint mir immer mehr nur als Vorwand, um zu erklären, warum die USA den Persern den Ölhahn wieder zudrehen und die Teilnahme am LNG-Erdgasverkauf immer weiter hinauszögern.

Hier bleiben weiterhin – und verstärkt – Fragen offen, deren Klärung eventuell demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief zum Jahreswechsel wieder nicht gleichsinnig. In den USA  nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gering um 21Türme ab, in Kanada dagegen um 35 Türme zu. So ergab sich eine Gesamtzunahme in den 5 Wochen um 14 Türme. Sie verteilte sich auf 12 Ölbohrtürme und 2 Erdgasbohrtürme in Kanada.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74
18.05.18
1.129 1.046 83 71,50
15.06.18
1.198 1.059 139 66,60
13.07.18
1.251 1.054 197 70,60
17.08.18
1.269 1.057 212 65,00
14.09.18
1.281 1.055 226 70,30
12.10.18
1.258 1.063 195 71,31
09.11.18
1.277 1.081 196 61,59
14.12.18
1.245 1.071 174 51,20
18.01.19
1.259 1.050 209 52,32

 
Insgesamt sind jetzt in Nordamerika noch 980 Ölbohrtürme und 279 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (521), Oklahoma (126), New Mexico(108), Louisiana (61), North Dakota (54), Pennsylvania (48), Colorado (34), Wyoming (34), und Ohio (17).

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 Veröffentlicht von am 22. Januar 2019

BBU rückt Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt der Anhörung zum Niedersächsischen UVP-Gesetz

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Jan 182019
 

BBU-Pressemitteilung

BBU rückt Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt der Anhörung zum Niedersächsischen UVP-Gesetz

(Bonn, Hannover, 14.01.2018) Auf der Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz des Niedersächsischen Landtags zum Entwurf des Niedersächsischen Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (NUVPG) in der vergangenen Woche hat der als Experte eingeladene Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) die Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt seiner Ausführung gestellt. Der BBU fordert nicht nur die Ausweitung der UVP-Pflicht auf weitere Vorhaben, bei denen nach Gas gebohrt wird. Er betont auch, dass die materiellen Anforderungen erhöht werden müssen. Dazu bedarf es in einem ersten Schritt der Auswertung von Schadensereignissen und Prüfberichten von Sachverständigen. Die so gewonnenen Erkenntnisse können dann beispielsweise über eine Änderung der niedersächsischen Tiefbohrverordnung zu schärferen Anforderungen führen. Zur Anhörung hat der BBU eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Das UVP-Recht besitzt erhebliche Lücken. So besteht für Bohrungen zwischen 1.000 Metern und der Erdoberfläche häufig keine UVP-Pflicht.
Die Probleme mit derartigen Bohrungen werden bei der Aufsuchung und Gewinnung von Kohleflözgas deutlich. So existieren in Australien große Probleme mit Absenkungen des Grundwasserstandes. Zudem kann freigesetztes Methan bis zur Oberfläche aufsteigen und Gewässer kontaminieren. Ebenfalls existiert keine UVP-Pflicht für Sauergasbohrungen. Sauergas kann erhebliche Mengen an Schwefelwasserstoff enthalten, das lebensgefährlich beim Einatmen ist. Das Unfallgeschehen zeigt, dass auch diese UVP-Lücke dringend geschlossen werden muss.“

Weiter erläutert Oliver Kalusch: „Dies alleine reicht allerdings nicht. Denn eine UVP-Pflicht führt nur zu einer Beteiligung der Öffentlichkeit. Weitergehende Anforderungen als es das Fachrecht bereits vorsieht, können im Rahmen einer UVP nicht gestellt werden. Deshalb sind fachgesetzliche Anforderungen im Bergrecht, beispielsweise in der Tiefbohrverordnung, zu verankern. Dabei bedarf es klarer Anforderungen. Schadensereignisse sind erstens zu verhindern. Versagen die hierfür erforderlichen Maßnahmen, sind die Auswirkungen so weit wie möglich zu begrenzen. Unabhängig hiervon sind angemessene Abstände zwischen sensiblen Objekten und Gebieten und dem jeweiligen Bohrvorhaben festzulegen. Was im Störfallrecht für Industrieanlagen gängige Praxis ist, muss auch für Gasbohrungen übernommen werden.


Die Stellungnahme des BBU ist zu finden unter:
https://bbu-online.de/Stellungnahmen/BBU%20Stellungnahme-Anhoerung-NUVPG_oU

 Veröffentlicht von am 18. Januar 2019