Fracking und die Entsorgung der Fracking-Abfallflüssigkeiten schädigen Trinkwasser

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Mrz 052018
 

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Vorab-Auszug der 5. Auflage des COMPENDIUMS of SCIENTIFIC, MEDICAL and MEDIA FINDINGS, DEMONSTRATING RISKS and HARMS of FRACKING mit einem Auszug.   

Herausgeber: Concerned Health Professionals, N.Y. (CHPNY) und
Physicians for Social Responsibility, N.Y. (PSRNY) am 19. Januar 2018

http://concernedhealthny.org/wp-content/uploads/2018/01/Compendium5_0WaterExcerpt_Florida_Launch_FINAL.pdf

Übersetzung (auszugsweise) des Vorab-Auszuges:

Neuer Trend: Fracking und die Entsorgung der Fracking-Abfallflüssigkeiten schädigen Trinkwasser Fälle von Trinkwasservorkommen, die durch Bohr- und Frackingaktivitäten verschmutzt wurden, oder durch die Entsorgung der Abfall-Flüssigkeiten, sind nun nachgewiesen.

Die EPA-Untersuchungen dazu bestätigten verschiedene Fälle und beschrieben die zahlreichen Wege, auf denen diese Kontaminationen sich ereigneten: Leckagen, Einleitungen von Fracking-Abfällen in Bäche und Flüsse, Migration von Chemikalien im Untergrund, einschließlich Erdgas, in Trinkwasserbrunnen hinein. In Texas haben Forscher in Hunderten von Trinkwasserproben aus den Grundwasserschichten über dem vielfach erbohrten Barnett Shale 19 verschiedene Verunreinigungen festgestellt- einschließlich des krebserzeugenden Benzols.

In 2017 wurde festgestellt, dass Fracking-Abfallwasser, das über öffentliche Kläranlagen in Bäche und Flüsse eingeleitet wurde, Dutzende bromierter und ionisierter Desinfektions-Nebenprodukte bildete, die besonders giftig sind und große Bedenken hinsichtlich ihrer Wirkung auf die menschliche Gesundheit auslösen.

Neueste Berichte von Forschern zeigen opportunistische, pathogene Bakterien in den durch Fracking-Abwässer verunreinigten Brunnen in Texas. Es taucht die Frage auf, welchen Effekt Fracking auf die mikrobielle ökologische Verfassung von Grundwasservorkommen hat.

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Neuer Trend: Fracking in Florida bedeutet viel unbekanntes
Erdgas- und Erdölförderung in Florida ist heute nur eine kleine Industrie und auf zwei Gegenden konzentriert: das westliche Panhandle nahe Pensacola und das Everglade-Gebiet des südwestlichen Florida. Bisher wurde Fracking dort mindestens einmal eingesetzt, in 2013 in der Nähe von Naples im Collier County. Die texanische Firma, die diese Bohrung unter Einsatz von Hochdruck und Säure frackte, hatte von der Umweltbehörde Floridas das Verbot erhalten, diese Arbeiten fortzuführen und die Bohrung stillzulegen.
Neuerliches Interesse an der Öl- und Erdgasförderung in Florida hat eine öffentliche Diskussion über Fracking ausgelöst, ob man es stark reguliert, oder es grundsätzlich verbietet.

Florida hat mehr verfügbares Grundwasser, als jeder andere U.S.-Bundesstaat. Das Gundwasser ist die Trinkwasserquelle für 93 Prozent aller Haushalte Floridas. Grundwasser wird auch zur Bewässerung im Gemüseanbau benutzt und im Winter als Frostschutz des Wintergemüses. Das Meiste dieses Wassers ist im Florida-Aqufer enthalten, der sich über die gesamte Länge der Halbinsel und weit nach Georgia, Alabama und South Carolina erstreckt. Dieser Aquifer versorgt 10 Millionen Menschen in ländlichen, wie in Ballungsgebieten mit Trinkwasser, einschließlich der Großstädte Gainsville, Jacksonville, Orlando, Talahassee und Tampa.

–> weiter zur Übersetzung CHPNY 19. Januar 2018 Vorab-Auszug 5. Auflage Comp. 

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Neueste Erkenntnisse zur Klima-Entwicklung

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Mrz 012018
 

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Zusammenfassender Bericht zu den neuesten Erkenntnissen über die Klima-Entwicklung seit dem Stand 31. Oktober 2017

Es werden immer weitere Fehlbewertungen in den Projektionen der Wissenschaftler zur Klimaentwicklung gefunden. Zu viele der getätigten früheren Annahmen bei der Erstellung der Berechnungsmodelle für die voraussichtliche Klimaentwicklung waren zu optimistisch. Jetzt, mit mehr Wissen und mit kritischerem Blick fällt es leichter, sie zu entdecken und zutreffender einzuordnen.

Nur hätte diese betont kritische Überprüfung bei der globalen Bedeutung der klimatischen Überwärmung schon vor zehn Jahren erfolgen müssen. Es gibt Indizien dafür, dass die fossilen Konzerne und die für sie tätigen Lobbygruppen dieses lange erfolgreich verhindert und so die ernste Gefährdung der Menschheit verharmlost haben, um ungehindert ihre Geschäfte betreiben zu können.
Von besonderer Bedeutung ist dabei die Rolle des Methans, als hoch potentem Schädiger der Atmosphäre. Die Wirkungen der Methan-Emissionen bei der Erdgasförderung – und besonders bei der Fracking-Erdgasförderung, wurden noch bis vor kurzem völlig unterschätzt. Auch daran haben die fossilen Konzerne mitgewirkt. Die EPA-Messungen in den Jahren 2012 und 2013 weisen viel zu geringe Methanwerte aus.
So wurde 2015 in Paris noch immer von völlig unbrauchbaren zu niedrigen Methangehalten in der Luft ausgegangen, die um mehr als eine Zehnerpotenz zu niedrig lagen.

Neue Untersuchungen der NASA haben im Januar gezeigt, dass die Methan-Emissionen aus der Kohlenwasserstoff-Förderung und besonders aus der Fracking-Erdgasförderung enorm sind. Die Förderindustrie und die Erdgas verbrennenden Industrien sind die Haupttreiber des starken Anstiegs der Methanemissionen in die Atmosphäre. Es wird jetzt mehr als deutlich, dass die Entscheidung der EU, Erdgas zum „Übergangsbrennstoff“ bis zur Energieversorgung ohne Kohlenstoff zu erklären, eine absolute Fehlentscheidung war. Die verstärkte Erdgasnutzung beschleunigt wesentlich die Erwärmung der Atmosphäre, die unbedingt verhindert werden muss.

Nachdem sich der Widerstand gegen die breite weitere Verwendung von Erdgas, als dem größten fossilen Klimaschädiger verstärkt, kommen acht Förderkonzerne plötzlich mit einer Vereinbarung zur Senkung der Methan-Emissionen in die Öffentlichkeit. Man gewinnt den Eindruck, dass damit verhindert werden soll, dass gesetzliche Maßnahmen zur Reduzierung erlassen werden. Natürlich ist alles freiwillig und selbstüberwacht vorgesehen.
Und solche Massnahmen kosten, sogar viel, aber von Kosten wird in der Vereinbarung der zunächst acht Konzerne nicht gesprochen. Man will in der Hauptsache prüfen und informieren.

In Summe stellt sich unsere Lage, unter Berücksichtigung der nun bekannten vorherigen Falscheinschätzungen, noch deutlich gefährdeter dar, als noch vor einem halben Jahr. Die Gefahren lauern global rund um den Globus. Die Meeresspiegel werden sich bis 2.100 deutlich anheben. Zwar werden die Prognosen für unterschiedliche Höhen abgegeben, seit aber klar ist, dass auch der östliche riesige Festlandgletscher der Antarktis zu tauen begonnen hat und sich zum Meer hin bewegt, werden Meerespiegelanstiege um etwa 11 bis 12 Meter bis 2.100 mindestens zu erwarten sein. Gerade in den letzten Wochen auftauchende „neue Berechnungen“, die nur einen Anstieg von circa 65 Zentimeter annehmen, sind stark in Zweifel zu ziehen. Von der fossilen Industrie in Auftrag gegebene Gutachten sind ein besonders beliebtes Mittel, eigene Ziele gegen die Interessen Dritter, meist der Bevölkerung, durch zu setzen.

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Wir dürfen uns erneut die Frage stellen, was denn Deutschland, als bedeutendes Industrieland mit hoher CO2-Abgabe in die Atmosphäre seit Dezember 2015 und der Unterschrift unter das Abkommen von Paris, dazu unternommen hat, um die selbst gestellten Klimaziele zu erreichen? In der Sache ist in diesen zwei Jahren wenig bis nichts geschehen – außer, dass Fracking- Erlaubnisgesetze erlassen wurden, die ab 2021 die großflächige Fracking-Förderung von Schiefergas ermöglichen. Und neuerdings plant man, wie zu hören ist, an der deutschen Nordseeküste neue LNG-Entladehäfen zu errichten.
Durch sie soll Flüssig-Erdgas zur Versorgung des deutschen Erdgasnetzes aus Nordamerika bezogen werden. Wir fördern also aktiv die verstärkte Nutzung von Erdgas und damit die verstärkte Erwärmung der Atmosphäre, anstatt aktiv den Ausstieg aus der Kohlenstoff-Verbrennung zu betreiben.

Mit jedem weiteren Jahr, das in der Wirkung unverändert verstreicht, kommt die Erde der Katastrophe näher und es wird immer weniger möglich, die starke Temperaturerhöhung der Atmosphäre noch einigermaßen durch Gegenmaßnahmen abzufangen.
Die kurzfristig wirksamste Aktivität wäre der Verzicht auf die Förderung und Verbrennung von Erdgas, noch überboten von dem Verzicht der Nutzung von Fracking-Erdgas, das zu LNG verflüssigt und auf dem Seewege zu den Abnehmern gebracht wird. Denn Fracking-LNG ist die Spitze der Schädigungswirkung, mehr als dreimal so schädlich wie die Verbrennung der Steinkohle zur Stromerzeugung.

Leider müssen wir erleben, dass Lobbyisten der fossilen Branche versuchen, auf die Politiker und Abgeordneten des Bundestages Einfluss zu nehmen und dass kritische Wissenschaftler und Bürger mit ihren begründeten Warnungen nur sehr selten Gehör finden. Die jetzt absehbare „Große Koalition“ aus SPD, und CDU/CSU lässt bisher auch durch keinerlei Signal erkennen, dass die Ernsthaftigkeit der Lage tatsächlich erkannt worden ist. Vielmehr wird postuliert, dass die massive Braunkohleverstromung in Deutschland unverzichtbar sei, mindestens noch 30 Jahre lang.

In den USA regiert ein Präsident und befreit die fossile Förderindustrie von möglichst allen „Fesseln“, die ihr wegen der vielen Großschäden nach und nach angelegt worden waren, um die Natur und die Menschen mehr zu schützen. Diese Industrie hat den Wahlkampf des Kandidaten Trump wesentlich mitfinanziert – und damit klare Wünsche verbunden. Die werden nun eingelöst, zum Nachteil der Menschen, zum Nachteil der Natur, zum Nachteil der herrlichen U.S.-Nationalparks, zum Nachteil der Arbeitssicherheit auf den Bohr- und Förderplätzen, zum Nachteil des Trinkwasserschutzes.

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Ein kleiner Lichtblick: Die Trump-Regierung hatte die noch unter Obama erlassenen Gesetze zur Reduzierung der Methan-Emissionen bei der Erdgasförderung und -Verteilung aufheben wollen. Ein kalifornisches Gericht hat jetzt gegen die Regierung entschieden und die Trump-Regierung dazu verurteilt, die Bestimmungen der Obama-Gesetze umzusetzen. Im Übrigen jedoch bewegt sich der zweitgrößte Umweltverschmutzer der Erde fast unbeirrt weiter auf dem Weg zur Klimakatastrophe.

Wir betroffenen Bürger haben daher allen Grund zu größter
Besorgnis.

Wachsamkeit, größte Wachsamkeit, ist angesagt.

Siehe dazu auch „Die bedrohlichen Nachrichten nehmen weiter zu!“ vom 31.10.2017

 

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 

–> Die verschiedenen Informationen stammen aus folgenden Quellen:

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Wer ist Vermilion Energy Germany GmbH & Co. KG und wo sind sie bisher aktiv ?

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Feb 262018
 

Der kanadische Öl- und Erdgasförderkonzern Vermilion Energy Inc. mit Sitz in Calgary in der Provinz Alberta wurde 1994 gegründet.
Die Aktien des Unternehmens werden an der Börse von Toronto und in den USA an der New Yorker Börse gehandelt. Konzernumsatz etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr bei weltweit circa 750 Beschäftigten.

Von Anfang an war beabsichtigt, sich international aufzustellen und auch außerhalb Kanadas tätig zu werden, als Produzent, bevorzugt von Leichtöl und Kondensaten.
Die erklärte Kern-Philosophie des Unternehmens lautet:
„Jahrzehnte weltweiter Förderung von Erdöl und Erdgas haben zu einem Rückgang konventioneller Vorkommen geführt. Mit der Einführung fortschrittlicher Methoden ist die Förderindustrie nun in der Lage, auch Kohlenwasserstoffe aus vorher nicht zugänglichen Vorkommen zu fördern. Dazu wird zum Beispiel die Hochdruck Fracking-Technik in abgelenkten Bohrungen mit Mehrfachfracking eingesetzt, speziell auch bei Tight Sand Vorkommen“. Vermilion konzentriert sich, nach eigenen Angaben auf der Vermilion energy homepage, auf „konventionelle und halb konventionelle Erschließungs- und Förderprojekte in Nordamerika, Europa und Australien.“

Unternehmensentwicklung gesamt:

Gründung 1994 Förderung von Leichtöl in Alberta unter Anwendung von Fracking mit Horizontalbohrungen, Ausbau mit den Jahren, 2010 bis 2016 wurden über 200 Förderbohrungen niedergebracht, zwei eigene Gas-Verarbeitungsbetriebe in Alberta werden betrieben. Förderung kondensatreichen Erdgases des Mannville Feldes um das Drayton Valley herum.

1997 Start in Frankreich , heute größter französischer Ölproduzent mit zwei Vorkommen im Pariser Becken und in der Aquitaine – südlich Bordeaux , im Besitz ausgedehnter konventioneller Förderrechte, Erdgas wird nur in geringen Beigasmengen gewonnen.

2004 Start in den Niederlanden mit der Erdgasproduktion durch Einkauf bei Förderbohrungen nach und nach weiterer Ausbau, heute Erdgasförderung aus 14 Hauptförderbohrungen nach zwei Zukäufen 2016 und 2017 in
unterschiedlichen Formationen.

2005 Start in Australien, im Wandoo Offshore Field vor der Nordwestküste von Australien,Übernahme von 60 Prozent der Erdöl-Förderlizenzen, Betrieb zweier Offshore Produktionsplattformen, 2007 Übernahme der restlichen 40 Prozent der Lizenzen.In nur 600 Metern Tiefe unter dem Seeboden werden die Bohrungen in großer Länge abgelenkt, über 3.000 Meter.

2009 Start in der Republik Irland mit Einkauf in die Erdgasförderung im Offshore Corrib Gas Field, 83 Kilometer vor der Nordwestküste Irlands, Ende 2015 Beginn Förderung, weiterer Ausbau und ab Mitte 2016 volle Leistung erreicht. Bei voller Leistung kann aus dem Corrib Field 60 bis 65 Prozent des Erdgasbedarfes von Irland gedeckt werden.

2014 CETA-Handelsabkommen der EU mit Kanada hat fortgeschrittenen Status erreicht.

2014 Start in Deutschland durch Einkauf in Förderkonsortium, das somit aus fünf Partnern bestand, weitere Einkäufe und Übernahmen 2015 und 2016, alles im Bereich der Erdgasproduktion. (Details Deutschland nachfolgend aufgeführt) Gründung der deutschen Tochter.

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Bericht zum Monat Februar 2018 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Feb 222018
 

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Berichtszeitraum 20. Januar 2018 bis 16. Februar 2018

Der Februar 2018 erlebt in der ersten Hälfte des Berichtszeitraumes eine deutliche weitere Erholung der im Einsatz befindlichen Bohrtürme, nach dem Rückgang seit Mitte des Jahres 2017, die sich allerdings in der zweiten Hälfte deutlich abschwächte, so dass im gesamten  Berichtszeitraum die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme nur um insgesamt 32 Bohrtürme zunahm.
Bemerkenswert ist dabei die Zunahme in den USA von plus 39 Türmen und die geringe Abnahme in Kanada um sieben Türme. Die Rohölpreise haben sich im Berichtszeitraum nicht weiter gestiegen, sondern wieder gefallen, WTI-Rohöl lag zeitweise wieder deutlich unter 60 USD/barrel.

Die Anhebung der Bohraktivitäten geht im Berichtszeitraum weiter, wobei bei den Ölbohrtürmen ein Plus von  61 und bei den Erdgasbohrtürmen ein Minus von 27 gemeldet wird.

Der Anstieg der US-Rohölpreise bis vor viet Wochen wirkte sich auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz steigt wieder und hat inzwischen den Stand von Ende Juli 2017 deutlich überschritten.
Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74

 
Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 1.016 Ölbohrtürme und 277 Erdgasbortürme aktiv.
Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (479), Oklahoma(123), New Mexico(85), Louisiana(59), North Dakota(48), Pennsylvania(40), Colorado(32), Wyoming (30) und Ohio (21).

Der Ölpreis ist seit Mitte Dezember kontinuierlich angestiegen und erst zum Ende des Januars und im Verlauf des Februars kam die Trendwende mit einem Abrutsch auf unter 60 USD/barrel.

Der Börsen-Umschwung sei der Grund für diesen Rückgang der Rohstoffpreise, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu jetzt wieder auf 2,58 USD/mm gesunken, obwohl in der Nordhälfte der USA noch voll winterliche Temperaturen herrschen und der Verbrauch entsprechend hoch sein dürfte.

Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorrat der USA besteht weiter. 2018 könnte doch die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen.
Allerdings werden durch die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), die Rohstoff-Spekulanten zu Preiswetten animiert, die das eigentliche Rohöl-Liefergeschäft überlagern.

Sollten sich die Rohölpreise bei 60 USD/barrel für WTI stabilisieren, wird sich das Reaktivieren von Ölbohrtürmen in den USA und Kanada weiter fortsetzen.
Mit einer Zeitverzögerung von etwa vier bis sechs Monaten ist mit einem deutlichen Anstieg der Ölförderung in Nordamerika zu rechnen, was dann wieder, bei zunehmendem Angebot, zu tendenziell sinkenden Ölpreisen führen könnte.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.
Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt. Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

 

BBU warnt vor Sauergasbohrung Burgmoor Z 5 in Bahrenborstel durch Vermilion

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Feb 212018
 

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) zeigt sich äußerst besorgt über die geplante Bohrung der Firma Vermilion Energy im niedersächsischen Bahrenbostel. Bei dieser Lagerstätte handelt es sich um ein Sauergas-Vorkommen, welches das toxische Gas Schwefelwasserstoff enthält. Damit sind erhebliche Gefahren für die Menschen und die Umwelt verbunden. Als Skandal bezeichnet der Umweltverband, dass das Vorhaben ohne Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden soll. Er fordert das Landesamt, für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) auf, seine Entscheidung hierzu zu revidieren.

Die extreme Gefährlichkeit von Schwefelwasserstoff ergibt sich aus der Einstufung ‚Lebensgefahr bei Einatmen‘ im europäischen Chemikalienrecht. Zu der stofflichen Gefahr kommt der geringe Abstand zur Wohnbebauung hinzu. So weisen selbst die Unterlagen von Vermilion benachbarte Wohnhäuser in circa 350 Meter und 800 Meter Abstand zur Bohrung auf. Demgegenüber hatte bereits Exxon in seinem Dialogprozess 2012 Abstände von über 1300 Meter ermittelt, bei denen bei einem worst-case-Szenario mit Schwefelwasserstoff noch tödliche Wirkungen auftreten. Daher ist von einer erheblichen Gefahr für die Menschen in der Umgebung der Bohrung auszugehen.

Vor diesem Hintergrund erinnert der BBU an den Unfall an der Bohrung Siedenburg Z20 im Jahr 1966. Damals sorgte ein Sauergasausbruch aus der gleichen Zielformation deutschlandweit für Aufsehen. Die Evakuierung der Stadt Sulingen konnte nur im letzten Moment abgewendet werden. Im Gegensatz zum aktuellen Vorhaben befanden sich damals einige menschenleere Kilometer Abstand zwischen Stadtrand und Bohrung.

Den Behörden wirft der BBU Versagen vor. Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU begründet dies: „Das LBEG ist im Rahmen einer UVP-Vorprüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass kein erhöhtes Unfallrisiko zu erwarten sei. Diese schematisch-formelhafte Begründung verkennt jedoch die tatsächliche Gefahrenlage vor Ort. Diese hätte zwingend zu einer UVP mit Öffentlichkeitsbeteiligung führen müssen. Beides soll jetzt entfallen. Dieses Defizit kann weder durch Informationsveranstaltungen von Vermilion noch durch einen ‚Infomarkt‘ behoben werden. Wir fordern das LBEG auf, das Ergebnis der UVP-Vorprüfung zurückzunehmen und eine erneute, jetzt sorgfältige Prüfung durchzuführen. Zudem sollte dieser Fall Anlass für die Aufsichtsbehörden sein, die Arbeit des LBEG zu überprüfen. Der niedersächsische Wirtschaftminister Althusmann muss dafür sorgen, dass das LBEG seine UVP-Vorprüfungen rechtskonform durchführt.“
(Bonn, Bahrenborstel, Hannover, 05.02.2018)

 Veröffentlicht von am 21. Februar 2018

Bericht zum Monat Dezember 2017/Januar 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jan 232018
 

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Berichtszeitraum 16. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018

Der Jahreswechsel 2017/2018 erlebt die weitere Erholung der im Einsatz befindlichen Bohrtürme, nach dem Rückgang seit Mitte des Jahres 2017 im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter deutlich zu um 93 Bohrtürme insgesamt.

Bemerkenswert ist dabei die hohe Zunahme in Kanada von plus 87 Türmen und die geringe von nur sechs Türmen in den USA. Die Rohölpreise haben sich zum Jahreswechsel und auch danach deutlich gefestigt und liehen jetzt für WTI-Rohöl deutlich über 60 USD/barrel.

Im Dezember 2017 geht die Erholung nach dem Rückgang in den Vormonaten seit Ende Juli 2017 weiter. Im Berichtszeitraum erfolgte die Wiederinbetriebnahme von 45 Bohrtürmen, davon 34 zur Ölförderung und 11 zur Gasförderung. Die Rohölpreise WTI in den USA stiegen nicht mehr weiter, von Tagesschwankungen abgesehen. Die Erwartungen der Förderer in Nordamerika, dass der WTI-Ölpreis die 60-Dollar-Grenze pro barrel überspringen könnte, haben sich bisher nicht erfüllt. Während unter diesen Bedingungen in den USA fast keine Veränderung festzustellen war, wurden in Kanada 74 Ölfördertürme und 13 Gasfördertürme reaktiviert.

Der Anstieg der US-Rohölpreise in den letzten zwölf Wochen wirkte sich in den letzten sechs Wochen auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz steigt wieder, hat jedoch bis zum 15. Dezember 2017 noch nicht ganz den Stand von Ende Juli 2017 wieder erreicht. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936  325 63,72

 

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 955 Ölbohrtürme und 306 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (453), Oklahoma(121), New Mexico(82), Louisiana(62), North Dakota(44), Pennsylvania(37), Colorado(32), Wyoming (29) und Ohio (23).

Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika fiel also seit Ende Juli bis Mitte November von 1.178 auf 1.090. Danach, bei einem um 24 Prozent gestiegenen WTI-Preis für Rohöl, dicht unter 60,00 USD/barrel, begann die Fracking-Ölförderung wieder lohnend zu werden. Und die Förderer haben gerade in den letzten Wochen wieder mehr Türme in Betrieb genommen. Im Dezember waren es 45 Bohrtürme, jetzt gefolgt von weiteren 93 Türmen. Die Große Mehrzahl der Türme wurde für die Ölförderung reaktiviert.

Der Ölpreis ist seit Mitte Dezember kontinuierlich angestiegen. Die für die Tage zum Jahreswechsel erwartete Stillegung von Bohrtürmen trat Ende Dezember 2017 mit minus 103 Türmen auch ein, wurde aber von der dynamischen Reaktivierung im Januar 2018 mehr als ausgeglichen, so dass insgesamt eine Zunahme von plus 93 Türmen erfolgte.

Das US-Statistik-Amt jedenfalls hat festgestellt, dass in diesem Herbst erstmals seit vier Jahren der gelagerte Ölvorrat der USA einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat. Auch zum Jahreswechsel hat sich diese Entwicklung fortgesetzt.
Nunmehr könnte doch die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zu dieser stabilen Anhebung der Rohölpreise beigetragen haben.

Es ist also abzuwarten, wie die Preisentwicklung weiter geht, wenn die Wintereinflüsse in der Nordhälfte nachlassen. Bleibt die leichte Verknappung der Vorräte bestehen, werden auch die Rohölpreise sich bei über 60 USD/barrel WTI halten können. Dann allerdings ist eine recht schnelle Reaktivierung der US-Fracking-Förderung von Shale Oil zu erwarten, denn bei diesem Preisniveau können die US-Förderer schon teilweise wieder mithalten.

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Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt. Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. So hat zum Beispiel gerade erst am 16. November 2017 der norwegische Sovereign Wealth Fund, der weltweit größte institutionelle Anleger mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Milliarden USD öffentlich davon abgeraten, weiterhin in Papiere der Öl- und Gasförderung zu investieren. Ferner will man sich von Beteiligungen des Funds in diesem Sektor trennen. Im Besitz des Funds sind Öl- und Erdgasaktien der Konzerne Shell, BP, Chevron, ExxonMobil, Eni, Total, Lundin Petroleum und ein über 60-prozentiger Anteil an der norwegischen StatOil. Insgesamt hat man 37 Milliarden USD in diesem Bereich investiert, die man veräußern will.

Der Großturbinenmarkt zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas und Erdöl) ist global ebenfalls ins Straucheln gekommen. Es gibt global Kapazitäten für die Produktion von jährlich circa 400 großen Industrieturbinen, aber der Markt ist auf circa 110 Stück/Jahr geschrumpft.

Die beiden führenden Anbieter auf diesem Gebiet sind General Electric und Siemens. Sie haben dadurch jetzt riesige Probleme in diesen Bereichen. Siemens steht allerdings viel besser da, als GE. Dennoch will Siemens 6,900 der etwa gesamt 13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, davon 3.000 in Deutschland. GE hat am 13. Novembr 2017 verkündet, dass der Konzern „verschlankt“ werden soll und dass man die Bereiche Energie, Luftfahrttechnik und Gesundheit weiter führen wird, während alle anderen verkauft werden sollen. Die Dividende für 2017 wird halbiert und ähnliches für 2018 bereits angekündigt. Die Folge an der New Yorker Börse war ein 5,9-prozentiger Kursverlust . GE ist auch Mehrheitseigentümer von Baker Hughes. Dieses Geschäft soll ganz abgegeben werden. Da sind also große Turbulenzen in den US-Märkten aufgetreten, die auch viele Anleger beunruhigen. Weitere Umwälzungen sind denkbar, denn auch die Rockefeller Familie ist aus dem fossilen Bereich ganz herausgegangen und die „Divestment-Bewegung“ in den USA hat an Stärke laufend zugenommen, die allen Anlegern dringend rät: „Legt Euer Geld nicht in fossilen Aktien an, es könnte verloren sein. Fossil ist gestern, die Zukunft ist regenerativ!“ Die Abkehr des Riesen GE aus dem Öl- und Erdgasgeschäft wird die Unsicherheit der Anleger noch vergrößern.

Hinzu kommt die Koalition aus 20 US-Bundesstaaten, über 110 Großstädten, davon 51 Metrolpolregionen und weit über Tausend US-Unternehmen (darunter 60 der größten US-Konzerne), die in Bonn am 14. November 2017 eine Erklärung abgegeben haben, „America‘ s Pledge“ vertreten von Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York, dass sie im Pariser Klimaabkommen bleiben wollen und für sich das Abkommen auch umsetzen werden, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind.

Sie alle zusammen vertreten:

  • 56% aller Amerikaner
  •  60% des Brutto-Inlandsproduktes der USA
  • 40% der gesamten US- Treibhausgasverursacher

Und sie haben angekündigt, dass sie die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen, egal, ob die US-Bundesregierung unter Präsident Trump da mitmacht, oder nicht. Eine solche Großbewegung hat es in den USA wohl noch nie gegeben und auch das macht Anleger nachdenklich, weil die Ziele dieser Koalition ganz klar die schnelle Reduzierung der Treibhausgase und der schnelle Übergang auf regenerative Energieversorgung sind. Die 20 Einzelstaaten wollen schnellstens eigene Gesetze erlassen, die die Obama-Inhalte in ihren Landesgrenzen weiter gültig halten und so die Erleichterungen der Trump-Administration für die Förderindustrie in ihren Staatsgebieten unwirksam werden lassen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird allerdings keine großen Folgen haben, denn die betroffenen Bundesstaaten lehnen mit großer Mehrheit die Aufhebung der Schutzsperre der Obama-Regierung ab. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.

Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

 

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land