Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Dez 062019
 

Bericht zum November 2019 – von Volker Fritz

Berichtszeitraum 09.11. bis 06.12.2019

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter ab. Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August um 54 Türme, im September um 18, im Oktober um 45 und im November 20 Türme ab. Seit Februar 2018 nahm die Gesamtzahl der eingesetzten Türme um 356 Stück ab. Das entspricht ca. 27% der Gesamt-Bohrkapazität.

Die November-Abnahme ergab sich durch eine weitere Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei gleichzeitig fast konstantem Einsatz in Kanada. Die Zahl der Türme in den USA sank auf 799 und in Kanada auf 138 Stück. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlicher unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.

Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08.bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel und am 11.10. bei 54,60 USD/barrel. Am 08.11. lag er bei 56,39 USD/barrel und notiert zur Zeit bei 56,32 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Es wird inzwischen von der „OPEC +“ gesprochen (einschließlich Russlands). Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost. Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.

Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben. Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Seit Anfang Oktober haben die USA ihre in Nord-Syrien noch vorhandenen geringen Truppen-Kontingente gänzlich abgezogen und damit den Weg für die Türkei frei gemacht, die Kurdengebiete im Südwesten hinter der Staatsgrenze anzugreifen, was ein alter Plan Erdogans ist. Auch die Russen haben sich nicht gerührt, als die Angriffe der türkischen Armee Mitte September begannen. Damit haben die USA aber den einzigen kampfbereiten Verbündeten am Boden in der Region verraten und jedermann weis nun, dass man sich auf die USA als Partner bei Konflikten nicht mehr verlassen kann.

Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung. Der Angriff auf die saudische Ölproduktion wird den Iranern in die Schuhe geschoben, die aber bestreiten das vehement. US-Präsident Trump will den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen. Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die OPEC hat gerade heute eine drastische Kürzung der Ölförderung auf ihrer Sitzung beschlossen. 500.000 barrel/Tag sollen in den nächsten Monaten weniger produziert werden. Man will die Marktpreise nach oben stabilisieren. Nach Abschätzungen der IEA (Intern. EnergieAgentur) produziert die OPEC zur Zeit über dem internationalen Bedarf und das drückt die Ölpreise.

Allerdings reicht die heute beschlossene Kürzung nach Ansicht der IEA nicht aus um die Überproduktion zu beseitigen. Dazu müsste noch stärker reduziert werden, zumal der weltweite Rohölbedarf in der ersten Hälfte 2020 ebenfalls abnehmend beurteilt wird. Die IEA hält es für möglich, dass beide Einflüsse auf den Rohölpreis sich im Ende aufheben werden und dass die Preiserhöhungsabsicht der OPEC ins Leere laufen könnte.

Zudem bleibt zu bedenken, dass die USA die Rohölförderung ganz kurzfristig durch die Fracking-Förderung im Volumen erhöhen können, wenn die Weltmarktpreise wieder Gewinne erlauben, während die OPEC in dieser Hinsicht vergleichsweise schwerfällig ist.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im November unterschiedlich, wobei Kanada natürlich bei viel geringerem Umfang an Aktivitäten steht. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März bis November 2019:

Monat/ Jahr gesamt im Einsatz in Nordamerika USA Kanada US Rohölpreis WTI USD / barrel
30.07.17 1178 958 220 46
30.09.17 1155 935 220 52,13
31.10.17 1115 913 202 51,94
15.11.17 1090 889 192 54,27
30.11.17 1123 915 208 56,18
15.12.17 1168 930 238 56,64
19.01.18 1261 936 325 63,72
16.02.18 1293 975 318 60,74
16.03.18 1209 990 219 60,85
13.04.18 1110 1008 117 66,74
15.06.18 1198 1059 139 66,6
13.07.18 1251 1054 197 70,6
14.09.18 1281 1055 226 70,3
12.10.18 1258 1063 195 71,31
09.11.18 1277 1081 196 61,59
14.12.18 1245 1071 174 51,2
18.01.19 1259 1050 209 52,32
15.02.19 1275 1051 224 53,34
15.03.19 1187 1026 161 58,34
12.04.19 1088 1022 66 64,47
10.05.19 1051 988 63 61,99
07.06.19 1078 975 103 51,7
12.07.19 1075 958 117 60,27
09.08.19 1074 934 140 52,31
13.09.19 1020 886 134 55
11.10.19 1002 856 146 54,6
08.11.19 957 817 140 56,39
06.12.19 937 799 138 56,32

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 750 Ölbohrtürme und 186 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas(400), New Mexico(103), Louisiana (56), North Dakota(50), Oklahoma(50), Wyoming (29), Pennsylvania(24), Colorado(23), Kalifornien (15), West Virginia(13) u. Ohio(13).

Den etwa 20%igen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und am 08.11. lag er bei 2,772 USD/mmBtu. Zur Zeit werden 2,427 USD/mmBtu notiert, das bedeutet weiterhin „ruhiges Geschäft zu nicht-kostendeckenden Preisen im Henry Hub“. Um Geld zu verdienen müssten die Gaskonzerne 6 – 7 USD/mm Btu im Henry Hub erzielen.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 34 Türme. 1.096 Bohrtürme werden weltweit im November 2019 im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand. Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverhohlen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht, zumal nach dem Ausfall von etwa 40% der saudischen Ölproduktion, ausgelöst durch die Anschläge mit Lenkkörpern. Die Urheber dieser Angriffe werden von den Saudis und von den USA den Iranern in die Schuhe geschoben, diese wiederum weisen derartige Vorwürfe entschieden zurück.

Und es zündelt weiter (Heißsporne auf allen Seiten wünschen sich kriegerische Auseinandersetzung). Am 11.10.2019 erfolgte der neueste „Zwischenfall“, dieses Mal im Roten Meer vor der saudischen Küste, nahe Dschidda. Ein iranischer Tanker wurde, nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna von 2 Raketen getroffen und 2 Laderäume wurden beschädigt. Das Schiff blieb aber manövrierfähig und hat mit geändertem Kurs das Rote Meer verlassen.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keine Ölknappheit gibt. Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen und nun noch der 40%-ige Ausfall der saudischen Produktion für zumindest einige Zeit hinzu kommt. Der aktuelle Rohölpreis in den USA mit 56,32 UDS/barrel zeigt, dass es noch keine wirkliche Verknappung gibt. Dieses Preisniveau war schon im Februar 2019 erreicht.

Herr Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert. Und kürzlich kam noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert. 2 Atommächte in Asien stehen sich gegenüber, deren Führungen beide mit Heißspornen und Fanatikern durchsetzt sind.

Und Herr Erdogan droht der EU und Deutschland unverhohlen damit, die über 3 Mio Flüchtlinge in seinen Lagern nach Europa in Bewegung zu setzen, falls die EU in seine Machtinteressen und seinen Plan die Kurden in Nord-Syrien „auszuräuchern“ eingreift. Präsident Sadat hat sein Militär in Bewegung gesetzt, um einer endgültigen Abspaltung der türkeinahen Grenzregion im Norden zu begegnen, aber er ist von Russland abhängig. Bis auf weiteres zerstört er rücksichtslos die restlichen Städte der Widerstandsnester im Norden und Nordwesten von Syrien, und Hunderttausende neue Flüchtlinge sind in Bewegung, um ihr Leben zu retten. Das Elend in dieser Region hört einfach nicht auf.

Volker Fritz – im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 6. Dezember 2019

Falsches Spiel mit dem Grundwasser in Niedersachsen

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Dez 022019
 

Pressemitteilung des BBU vom 02.12.2019

(Bonn, Hannover, 02.12.2019) Als durchsichtiges Manöver kritisiert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) einen Antrag von SPD und CDU im niedersächsischen Landtag, der angeblich dem Schutz des Grundwassers vor den Risiken der Erdgasförderung dienen soll. Tatsächlich, so der Umweltverband, will sich die Regierungskoalition damit von eigenen Maßnahmen hierzu weitgehend verabschieden, und die Verantwortung dem Bund zuschieben. Der BBU fordert SPD und CDU auf, den Antrag zurückzunehmen.

Als Irreführung der Öffentlichkeit bewertet der BBU in diesem Zusammenhang, dass die Regierungskoalition im Landtag am Montag im Umweltausschuss ihren Umweltminister Lies zur Vorlage eines Berichts auffordern will, der längst in der Schublade liegt und ohnehin für Freitag erwartet wird. Anstatt dieses Ergebnis des vom Umweltminister selbst eingerichteten Stakeholder-Dialogs zu „Umweltauswirkungen der Erdgasförderung“ abzuwarten, sollen am Montag im Umweltausschuss noch schnell Fakten geschaffen werden, bevor unbequeme Forderungen auf den Tisch kommen.

Insbesondere soll mit dem nun vorgelegten Antrag der Koalition ein aus den Reihen der Opposition vorgeschlagenes Verbot von Öl- und Gasbohrungen in Wasserschutzgebieten verdrängt werden. Ein solches Verbot zu prüfen, hatten auch SPD und CDU im Koalitionsvertrag vereinbart. In einem Brief hatte Bergbauminister Althusmann sogar den Stakeholder-Dialog zur Grundlage dieser Prüfung erklärt, doch soll dessen Ergebnis nun offenbar keine Relevanz mehr haben. Stattdessen soll das Land in vollendeter Schwammigkeit lediglich in Form einer Bundesratsinitiative darum bitten, für einen Vorrang des Wasserschutzes zu sorgen. Eine Floskel, die bereits schon das heutige Wasserrecht für sich beansprucht.

In gleicher Weise möchte rot-schwarz auch nicht von den landesrechtlichen Wegen zu weiteren Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) für Tiefbohrungen Gebrauch machen. Hierzu hatte bereits vor einem Jahr eine Ausarbeitung des Gesetzgebungs- und Beratungsdienstes des Landtags gangbare Möglichkeiten aufgezeigt. Getreu dem Motto „Wer etwas will, findet Wege, wer nicht will, sucht Gründe“ wird auch hier von der Koalition lapidar auf die Bundesebene verwiesen, ohne die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt abschließend: „Es ist an Absurdität nicht zu überbieten, sich selbst in der Überschrift des eigenen Antrags und in einer Presserklärung für einen ‚Vorrang des Trinkwasserschutzes vor Wirtschaftsinteressen‘ zu feiern, während man lieber den Bund vorschiebt, um im Land die Hände in den Schoß legen zu können. Es wäre geboten, zuerst im eigenen Bundesland fortschrittliche Rechtsnormen zu verabschieden und auf dieser Grundlage engagierte Bundesratsinitiativen zu starten. Das und keine Placebo-Politik erwarten die Bürgerinitiativen von der Regierungskoalition.“

 Veröffentlicht von am 2. Dezember 2019

Staatssekretär Doods (Umweltministerium NI) im Brookmerland wegen Vermilion-Klage

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Nov 132019
 

Besuch des Staatssekretärs Frank Doods des Niedersächsischen Umweltministeriums am 08.11.2019 im Süd-/Brookmerland wegen der Vermilion-Klage gegen das erweiterte Wasserschutzgebiet des Wasserwerkes Siegelsum.

Wiard Siebels (SPD und MdL im Wahlkreis Ostfriesland) hatte ihn dazu eingeladen, wie bereits vor fast 18 Monaten bei einer Podiumsdiskussion zugesagt.

Mit Schildern, Treckern, Fahnen und Transparenten protestierten ca. 200 Menschen vor dem verschlossenen ehemaligen Bohrplatz der Firma Vermilion Energy in Engerhafe bei dem Ortstermin mit Frank Doods.

Bürgerprotest vor Erdgasförderstelle in Engerhafe
Versammlung der Anwohner im Brookmerland vor dem Zaun der ehemaligen Erdgasförderstelle in Engerhafe (im Hintergrund sind die Wohnhäuser zu sehen). [Theo Gehrken 08.11.2019 Bild 009]

Die Bürgerinitiative gegen Bohrungen im Südbrookmerland und Brookmerland sowie Anwohner und Landwirte begleiteten den Besuch von Doods vor den Zaun der verschlossenen Anlage. Beim Vor-Ort-Termin wurde dem Staatssekretär mehr als deutlich vor Augen geführt, wie dicht die Förderstelle an der direkt daneben befindlichen Wohnbebauung liegt. Am Endes des Ortstermins sagte MdL Wiard Siebels auch vor den Teilnehmern zu, eine Anfrage an die Landesregierung zu stellen, da auch er denke, dass das Preußische Bergrecht aus den 30er Jahren durchaus verbesserungswürdig sei.

Vor Beginn des Ortstermins hatten Doods, Siebels und Vertreter des Landkreises im Rathaus in Victorbur etlichen Vertretern der lokalen Politik und der BI Rede und Antwort gestanden. Auch erster Kreisrat Dr. Puchert nahm an dem Gespräch im Rathaus Victobur und der anschließenden Ortsbegehung in Engerhafe teil.

Die Frage, ob eine Wiederaufnahme der Erdgasförderung am ehemaligen und 1992 verfüllten Bohrplatz im Südbrookmerlander Ortsteil Engerhafe verhindert werden kann, konnte auch der angereiste Staatssekretär aus dem Niedersächsischen Umweltministerium vor Ort nicht beantworten.

Von MdL Siebels wurde eine weitere Informationsveranstaltung für die Bürger angeboten, wenn es Neuigkeiten bzw. eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg gibt, wo seit Dez. 2017 eine Normenkontrollklage von Vermilion Energy anhängig ist, die der ebenfalls in 2017 erfolgten Vergrößerung des hiesigen Wasserschutzgebietes widerspreche, in dem nunmehr die alte Bohrung Engerhafe liegt.

Die Bürgerinitiative sowie die Grünen begrüßten dies, machten aber auch deutlich, dass zu diesem noch offenen Termin kein Staatssekretär, sondern der Umweltminister persönlich anwesend sein sollte.

MdL Siebels wurden etliche – noch zu klärende – Fragen durch die Bürgerinitiative mitgegeben, für deren Beantwortung er sich in Hannover einsetzen will.

Thomas Puhahn – für die Bürgerinitiative gegen Bohrungen im Süd-/Brookmerland – Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

 Veröffentlicht von am 13. November 2019

Bericht zum Oktober 2019 – Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Nov 092019
 

Berichtszeitraum 12.10. bis 08.11.2019 / Volker H.A. Fritz, Wolfenbüttel, den 08.11.2019

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter deutlich ab. Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August um 54 Türme und im September um 18 und im Oktober um weitere 45 Türme ab. Seit Februar 2018 nahm die Gesamtzahl der eingesetzten Türme um 336 Stück ab. Das entspricht ca. 26% der Gesamt-Bohrkapazität.

Die Oktober-Abnahme ergab sich durch eine weitere kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei gleichzeitig geringer Abnahme in Kanada. Die Zahl der Türme in den USA sank auf 817 und in Kanada auf 140 Stück. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.

Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08.bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel und am 11.10. bei 54,60 USD/barrel. Zur Zeit liegt er bei 56,39 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost. Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.

Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben. Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Seit Anfang Oktober haben die USA ihre in Nord-Syrien noch vorhandenen geringen Truppen-Kontingente gänzlich abgezogen und damit den Weg für die Türkei frei gemacht, die Kurdengebiete im Südwesten hinter der Staatsgrenze anzugreifen, was ein alter Plan Erdogans ist. Auch die Russen haben sich nicht gerührt, als die Angriffe der türkischen Armee Mitte September begannen. Damit haben die USA aber den einzigen kampfbereiten Verbündeten am Boden in der Region verraten und jedermann weis nun, dass man sich auf die USA als Partner bei Konflikten nicht mehr verlassen kann.

Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung. Der Angriff auf die saudische Ölproduktion wird den Iranern in die Schuhe geschoben, die aber bestreiten das vehement.

US-Präsident Trump will den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen. Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im September tendenziell gleich, wobei Kanada natürlich bei viel geringerem Umfang an Aktivitäten steht.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März bis Oktober 2019:

Monat/ Jahr In Nord-
amerika

gesamt
USA Kanada US Rohöl-
preis WTI
USD / barrel
30.07.17 1178 958 220 46
30.09.17 1155 935 220 52,13
31.10.17 1115 913 202 51,94
15.11.17 1090 889 192 54,27
30.11.17 1123 915 208 56,18
15.12.17 1168 930 238 56,64
19.01.18 1261 936 325 63,72
16.02.18 1293 975 318 60,74
16.03.18 1209 990 219 60,85
13.04.18 1110 1008 117 66,74
15.06.18 1198 1059 139 66,6
13.07.18 1251 1054 197 70,6
14.09.18 1281 1055 226 70,3
12.10.18 1258 1063 195 71,31
09.11.18 1277 1081 196 61,59
14.12.18 1245 1071 174 51,2
18.01.19 1259 1050 209 52,32
15.02.19 1275 1051 224 53,34
15.03.19 1187 1026 161 58,34
12.04.19 1088 1022 66 64,47
10.05.19 1051 988 63 61,99
07.06.19 1078 975 103 51,7
12.07.19 1075 958 117 60,27
09.08.19 1074 934 140 52,31
13.09.19 1020 886 134 55
11.10.19 1002 856 146 54,6
08.11.19 975 817 140 56,39

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika Ölbohrtürme und Gasbohrtürme aktiv: Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (413), New Mexico (104), Louisiana (56), North Dakota(51), Oklahoma(51), Wyoming (32), Pennsylvania (25), Colorado (24), Kalifornien (15), West Virginia (15) u. Ohio (11).

Den etwa 20%igen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und zur Zeit liegt er bei 2,772 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 1 Turm auf 1.130 – Bohrtürme werden weltweit im Oktober im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand. Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverhohlen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht, zumal nach dem Ausfall von etwa 40% der saudischen Ölproduktion, ausgelöst durch die Anschläge mit Lenkkörpern. Die Urheber dieser Angriffe werden von den Saudis und von den USA den Iranern in die Schuhe geschoben, diese wiederum weisen derartige Vorwürfe entschieden zurück.

Und es zündelt weiter (Heißsporne auf allen Seiten wünschen sich kriegerische Auseinandersetzung). Am 11.10.2019 erfolgte der neueste „Zwischenfall“, dieses Mal im Roten Meer vor der saudischen Küste, nahe Dschidda. Ein iranischer Tanker wurde, nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna von 2 Raketen getroffen und 2 Laderäume wurden beschädigt. Das Schiff blieb aber manövrierfähig und wird nun mit geändertem Kurs das Rote Meer verlassen.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keine Ölknappheit gibt. Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen und nun noch der 40%-ige Ausfall der saudischen Produktion für zumindest einige Zeit hinzu kommt. Der aktuelle Rohölpreis in den USA mit 56,39 UDS/barrel zeigt, dass es noch keine wirkliche Verknappung gibt. Dieses Preisniveau war schon im Februar 2019 erreicht.

Herr Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert. Und kürzlich kam noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert. 2 Atommächte in Asien stehen sich gegenüber, deren Führungen beide mit Heißspornen und Fanatikern durchsetzt sind.

Und Herr Erdogan droht der EU und Deutschland unverhohlen damit, die über 3 Mio Flüchtlinge in seinen Lagern nach Europa in Bewegung zu setzen, falls die EU in seine Machtinteressen und seinen Plan die Kurden in Nord-Syrien „auszuräuchern“ eingreift. Präsident Sadat hat sein Militär in Bewegung gesetzt, um eine endgültige Abspaltung der türkeinahen Grenzregion im Norden zu begegnen, aber er ist von Russland abhängig. Bis auf weiteres zerstört er die restlichen Städte der Widerstandsnester im Norden und Nordwesten von Syrien, ohne Rücksicht und Hunderttausende neue Flüchtlinge sind in Bewegung, ihr Leben zu retten. Doch wo sollen sie hin?

 Veröffentlicht von am 9. November 2019

Sachausschussmitglieder der Bundesregierung, FDP und AfD lehnen Frackingverbot ab

 DIE LINKE, Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Sachausschussmitglieder der Bundesregierung, FDP und AfD lehnen Frackingverbot ab
Okt 242019
 

Sachausschussmitglieder der Bundesregierung, der FDP und AfD haben sich gegen ein ausnahmsloses Frackingverbot gestellt. Der Ausschuss stellte sich damit gegen einen Antrag, der von den LINKEN gestellt wurde.

Seiner Verantwortung für die Gesundheit der Bürger und die Umwelt kommt der Ausschuss mit dieser Entscheidung nicht nach, und die Erkenntnisse über die miese Klimabilanz gefrackten Gases und Erdöls sind den Damen und Herren allem Anschein nach gänzlich fremd.

Vgl. dazu die Pressemeldung von Hubertus Zdebel, DIE LINKE:

Große Koalition verweigert notwendiges Fracking-Verbot ohne Ausnahmen – 23. OKTOBER 2019 / No-Fracking, Pressemitteilungen

„Wieder einmal hat die Große Koalition einem konsequenten Umwelt- und Gesundheitsschutz eine skandalöse Absage erteilt. In den heutigen Sitzungen der Bundestagsausschüsse für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie für Wirtschaft und Energie haben die Vertreter:innen von CDU, CSU und SPD, unterstützt von FDP und AfD, gegen ein Fracking-Verbot ohne Ausnahmen gestimmt. Ein derartiges Verbot hatte die LINKE im Bundestag in einem Antrag gefordert. Die Große Koalition nimmt daher sehenden Auges Grundwasserkontaminationen, Erdbeben sowie unkontrollierte Emissionen des extrem klimaschädlichen Treibhausgases Methan in Kauf.“ erklärt Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Mitglied im Umweltausschuss.

Zdebel weiter: „Fracking ist eine unbeherrschbare Risikotechnik und muss ohne Ausnahmen verboten werden. Doch dies lehnen die Koalitionsfraktionen ab, um der Gasindustrie weitere Profite zu sichern. So ist Fracking im Sandgestein, sogenannten Tight-Gas-Reservoirs, bereits jetzt erlaubt. Das derzeitige Verbot für die Aufsuchung und Gewinnung von Gas im Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein bringt zudem keine Sicherheit.

Denn 2021 soll überprüft werden, ob das Verbot wieder aus dem Wasserhaushaltsgesetz gestrichen wird. Zur Vorbereitung der Entscheidung hat die Bundesregierung eine sechsköpfige Fracking-Kommission eingesetzt, die eine deutliche personelle Schlagseite zu Gunsten der Fracking-Befürworter besitzt und intransparent arbeitet. Ihr Ergebnis ist damit vorprogrammiert.

Gegen diese Salamitaktik der Großen Koalition, Fracking Stück für Stück zu erlauben, hilft nur ein sofortiges, umfassendes Fracking-Verbot unabhängig von der Gesteinsart.“

Mehr zur Skandalserie der Fracking-Kommission finden Sie auch im Blog von Hubertus Zdebel.

Zum Antrag mit Bundestags – Drucksachennummer 19/482 [1]

[1] http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900482.pdf

 Veröffentlicht von am 24. Oktober 2019

“Blauer Wasserstoff” – das neue Täuschungsmanöver der klimaschädlichen Erdgasindustrie

 Allgemein, Klima  Kommentare deaktiviert für “Blauer Wasserstoff” – das neue Täuschungsmanöver der klimaschädlichen Erdgasindustrie
Okt 242019
 

Equinor und Open Grid Europe wollen mit Wasserstoff aus Erdgas die deutsche Industrie dekarbonisieren. Und damit das gut klingt und sich an den “grünen Wasserstoff” anhängt, der mit regenerativem Strom erzeugt wird, haben sie ihrem neuen Propaganda-Medium den Namen “blauer Wasserstoff” verpasst.

Vgl. dazu:
Meldung in bizz energy – vom 08.10.2019 [1]
Meldung im PV-magazin – Beitrag von Hans-Josef Fell vom 18.10.2019 [2]

Es ist schon kaum noch zu fassen, mit welcher Dreistigkeit und Vernebelungstaktik die Erdgasindustrie immer neue, untaugliche Vorschläge unterbreitet, die ihr auch für die nächsten Jahrzehnte den Absatz sichern sollen.

Bei der Gewinnung dieses “blauen Wasserstoffes” aus fossilem Erdgas ensteht CO2. Damit ein “ökologischer Anstrich” entsteht, soll das anfallende Kohlendioxid abgeschieden werden und in alten Bergwerken oder in alten Erdgaslagerstätten “sicher” deponiert werden. Die Norweger tun so, als hätten sie “sichere” Speichermöglichkeiten unter der Nordsee in alten Erdgasförderbohrungen.

Bei der Vorstellung ihres Vorhabens haben Equinor und Open Grid Europe weiterhin hartnäckig verschwiegen, dass fossiles Erdgas bei seiner Förderung, Aufbereitung und beim Transport – und zusätzlich noch beim gesamten LNG-Prozess, bis hin zur Rückvergasung des abgekühlten und verflüssigten LNG – so hohe Vorketten-Emissionen an unverbranntem Methan hat, dass es ein Klimakiller ist.

Nachdem der “grüne Wasserstoff”, der durch Zerlegung der Luft mit Hilfe von Solar- oder Windstrom entsteht, zunehmend Beachtung findet, hat die Propaganda-Maschine der Erdgasindustrie den Begriff “blauer Wasserstoff” ersonnen, um dem Erdgas den Status des “Übergangsbrennstoffes” zu sichern und so noch viele Jahrzehnte in Europa liefern zu können.

So würde, jedenfalls nach der Propaganda der Erdgaswirtschaft – im aktuellen Fall in Norwegen und Deutschland – der “blaue Wasserstoff” seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und bliebe noch viele Jahrzehnte Energiequelle.

Doch: es ist unwiderlegbar richtig, dass die Erdgasnutzung schnellstmöglich beendet werden muss, wenn das Erdklima noch halbwegs stabil gehalten werden soll. Die von der Erdgaswirtschaft betriebene Politik und die dazu verbreitete Propaganda bedroht direkt die Pläne des Klima-Abkommens von Paris 2015.

Die hohen Vorkettenemissionen unverbrannt entweichenden Methans bilden eine erhöhte Gefährdung für das Erdklima und beschleunigen schon jetzt die Erderwärmung ganz erheblich. Der von der Erdgaswirtschaft propagierte verlängerte und gar noch vermehrte Einsatz fossilen Erdgases ist eine direkte Gefährdung der Zukunft von uns Menschen auf der Erde.

Und nach vielen Jahrzehnten Übergangszeit soll dann der “grüne Wasserstoff” in der dann aufgebauten Wasserstoff-Infrastruktur den “blauen Wasserstoff” ersetzen. Und so würde für zumindest die nächsten 30 bis 40 Jahre der Erdgasabsatz gesichert und ein wichtiger Beitrag zur Beschleunigung der Erderwärmung durch den Menschen geleistet.

Aber wen interessiert das schon? Die Gasindustrie nicht! Das Klima ist doch egal, das ist doch sowieso schon nicht mehr zu retten – oder?

Ja, da ist die Erdgasindustrie ein total verlässlicher Partner, bei ihr steht immer der Profit der Anteilseigner höher als etwa Gewässerschutz, Gesundheitsschutz oder gar Klimaschutz.

Darauf können wir uns absolut verlassen.

Wann begreift das unsere politische Führungsmannschaft endlich?

Volker Fritz, 24.10.2019

[1] https://bizz-energy.com/wasserstoff_aus_erdgas_soll_industrie_dekarbonisieren

[2] https://www.pv-magazine.de/2019/10/18/blauer-wasserstoff-das-neue-taeuschungsmanoever-der-klimaschaedlichen-erdgasindustrie/

 Veröffentlicht von am 24. Oktober 2019

Hintergrund-Informationen zur Erhöhung der EEG-Umlage

 Allgemein, Klima  Kommentare deaktiviert für Hintergrund-Informationen zur Erhöhung der EEG-Umlage
Okt 212019
 

Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage von 6,405 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Sinn und Zweck der EEG-Umlage ist es, die Differenz zwischen den an der Strombörse erzielbaren Preisen und der Einspeisevergütung für die Betreiber von Grünstrom-Erzeugungsanlagen auszugleichen.

Dass die Börsenpreise in der Regel unterhalb der Erzeugungskosten erneuerbaren Stroms liegen, kommt nicht daher, dass konventioneller Strom preisgünstig wäre. Vielmehr davon, dass die tatsächlichen Kosten, die durch Kohle- oder Atomstrom verursacht werden, nicht auf der Stromrechnung erscheinen, von uns allen aber an ganz anderen Stellen sehr wohl bezahlt werden.

So kommen bei der Braunkohle zum Börsenpreis von 3,85 Cent hinzu:

  • 1,1 Cent (staatliche Förderungen) und
  • 17,92 Cent („externe Kosten“ durch Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschäden)

so dass sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten einer Kilowattstunde Braunkohlestrom auf 22,87 Cent belaufen.

Demgegenüber betragen die Komplettkosten von Sonnen- und Windstrom 7,5 Cent pro Kilowattstunde. (Vgl. Schrems und Fiedler 20.2019 [1])

Der Strommarkt ist so konstruiert, dass Fossil- und Atomstrom billig erscheinen und Grünstrom teuer. Wenn die Realkosten des Stroms auf der Börse abgebildet würden, wäre die konventionelle Stromerzeugung längst weg vom Fenster, da sie von den Erneuerbaren hoffnungslos unterboten würde. (Mit entsprechender CO2-Bepreisung könnten die realen Kosten in den Preis hereingeholt werden. Die von der Bundesregierung vorgesehene Größenordnung ist aber so gut wie bedeutungslos.)

Zu der grundsätzlichen Fehlkonstruktion des Strommarktes kommen weitere Faktoren hinzu, die die EEG-Umlage steigen lassen:

  • In der Mittagszeit ist die Stromnachfrage und somit der Strompreis am höchsten. Da die Erneuerbaren aber gerade mittags ihre Produktionsspitzen haben, erhöht das das Angebot und wirkt senkend auf den Börsenpreis. Folge: die Differenz zwischen Börsenpreis und Einspeisevergütungen wird größer und wirkt erhöhend auf die EEG-Umlage. – Die Großabnehmer an der Börse erhalten den Strom billiger, denken aber nicht im Traum daran, ihren Preisvorteil an den Kunden weiterzugeben. Der Kunde sieht nur: „Die EEG-Umlage steigt schon wieder!“ – Schon stehen die Erneuerbaren als Preistreiber da, was letztlich auch Sinn und Zweck der ganzen Strommarktordnung ist.
  • Im Lauf der Zeit sind immer mehr Großunternehmen mit hohem Stromverbrauch „privilegiert“ worden. Die EEG-Umlage wird ihnen ganz oder teilweise erlassen. Folge: Privathaushalte und Mittelstand werden entsprechend verstärkt zur Kasse gebeten, da sie den Anteil der Privilegierten mit bezahlen müssen.

Der gegenwärtig vorgesehene Anstieg der EEG-Umlage um 0,351 Cent ist nun nicht die Welt. Durch Wechsel auf einen preisgünstigen Ökostrom-Anbieter dürfte eine Erhöhung des Stromendpreises zu vermeiden sein.

Ich persönlich – auch wenn ich mir die Mühe mache, dies alles zu schreiben – bin davon überhaupt nicht betroffen, da ich mir meinen Strom zu 100% von der Sonne schenken lasse. Jeder glückliche Besitzer eines eigenen Daches hat diese Möglichkeit auch, muss sie jedoch beim Schopfe packen!

Viele Grüße,
Dr. Christfried Lenz.

[1] https://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/docs/publikationen/20191015_F%C3%96S-Analyse_EEsparenKosten_FINAL.pdf
 Veröffentlicht von am 21. Oktober 2019

Bericht zum September 2019 – Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Okt 142019
 

Berichtszeitraum 14.09. bis 11.10.2019

Foto: pixabay

Bericht von Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 11.10.2019

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter leicht ab. Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August um 54 Türme und im September um weitere 18 ab.

Diese Abnahme ergab sich durch eine weitere kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei gleichzeitig leichter Zunahme in Kanada.

Die Zahl der Türme in den USA sank auf 856 und stieg in Kanada auf 146 Stück. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Februar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.

Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08.bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel und am 11.10. bei 54,60 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.

Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen. Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.

Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Seit Anfang Oktober haben die USA ihre in Nord-Syrien noch vorhandenen geringen Truppen-Kontingente gänzlich abgezogen und damit den Weg für die Türkei frei gemacht, die Kurdengebiete im Südwesten hinter der Staatsgrenze anzugreifen, was ein alter Plan Erdogans ist. Auch die Russen haben sich nicht gerührt, als die Angriffe der türkischen Armee zu Beginn dieser Woche begannen. Damit haben die USA aber den einzigen kampfbereiten Verbündeten am Boden in der Region verraten und jedermann weiss nun, dass man sich auf die USA als Partner bei Konflikten nicht mehr verlassen kann.

Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung. Der Angriff auf die saudische Ölproduktion wird den Iranern in die Schuhe geschoben, die aber bestreiten das vehement.

US-Präsident Trump will den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen . Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im September wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 30 ab, in Kanada um 12 zu.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019:

Monat gesamt im USA Kanada US Rohölpreis WTI
Einsatz USD/barrel ____

Ende 7.17 1.178 958 220 46,00 insgesamt sind jetzt in

Ende 9 1.155 935 220 52,13 Nordamerika

Ende 10 1.115 913 202 51,94 814 Ölbohrtürme

Mitte 11 1.090 889 192 54,27 und

4.Wo 11 1.123 915 208 56,18 187 Gasbohrtürme

15.12.17 1.168 930 238 56,64 aktiv

19.01.18 1.261 936 325 63,72

16.02.18 1.293 975 318 60,74

16.03.18 1.209 990 219 60,85

13.04.18 1.110 1.008 117 66,74

15.06.18 1.198 1.059 139 66,60

13.07.18 1.251 1.054 197 70,60

14.09.18 1.281 1.055 226 70,30

12.10.18 1.258 1.063 195 71,31

09.11.18 1.277 1.081 196 61,59

14.12.18 1.245 1.071 174 51,20

18.01.19 1.259 1.050 209 52,32

15.02.19 1.275 1.051 224 53,34

15.03.19 1.187 1.026 161 58,34

12.04.19 1.088 1.022 66 64,47

10.05.19 1.051 988 63 61,99

07.06.19 1.078 975 103 51,70

12.07.19 1.075 958 117 60,27

09.08.19 1.074 934 140 52,31

13.09.19 1.020 886 134 55,00

11.10.19 1.002 856 146 54,60

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas(420), New Mexico(112), Oklahoma(62), Louisiana (57), North Dakota(54), Pennsylvania(32), Wyoming (33), Colorado(24), Kalifornien (14), West Virginia(17) u. Ohio(10).

Den etwa 20%igen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und zur Zeit liegt er bei 2,2118 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 7 Türme. 1.131 Bohrtürme werden weltweit im September im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.

Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverhohlen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht, zumal nach dem Ausfall von etwa 40% der saudischen Ölproduktion, ausgelöst durch die Anschläge mit Lenkkörpern. Die Urheber dieser Angriffe werden von den Saudis und von den USA den Iranern in die Schuhe geschoben, diese wiederum weisen derartige Vorwürfe entschieden zurück.

Und es zündelt weiter (Heißsporne auf allen Seiten wünschen sich kriegerische Auseinandersetzung). Am 11.10.2019 erfolgte der neueste „Zwischenfall“, dieses Mal im Roten Meer vor der saudischen Küste, nahe Dschidda. Ein iranischer Tanker wurde, nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna von 2 Raketen getroffen und 2 Laderäume wurden beschädigt. Das Schiff blieb aber manövrierfähig und wird nun mit geändertem Kurs das Rote Meer verlassen.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keine Ölknappheit gibt. Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen und nun noch der 40%-ige Ausfall der saudischen Produktion für zumindest einige Zeit hinzu kommt. Der aktuelle Rohölpreis in den USA mit 54,60 UDS/barrel zeigt, dass es noch keine wirkliche Verknappung gibt. Dieses Preisniveau war schon im Februar 2019 erreicht.

Herr Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert. Und kürzlich kam noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert. 2 Atommächte in Asien stehen sich gegenüber, deren Führungen beide mit Heißspornen und Fanatikern durchsetzt sind.

Und Herr Erdogan droht der EU und Deutschland unverhohlen damit, die über 3 Mio Flüchtlinge in seinen Lagern nach Europa in Bewegung zu setzen, falls die EU in seine Machtinteressen und seinen Plan die Kurden in Nord-Syrien „auszuräuchern“ eingreift.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 14. Oktober 2019

Bericht zum August 2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Sep 172019
 

Berichtszeitraum 10. August bis 13. September 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme deutlich ab.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August in dem 5-wöchigen Zeitraum um 54 Türme ab.
Diese Abnahme ergab sich durch eine weitere kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei nur geringer Abnahme in Kanada.
Die Zahl der Türme in den USA sank auf 886 und in Kanada auf 134 Stück.

In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.
Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08. bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.
Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.
Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.
Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.
Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung, da US-Präsident Trump den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen will. Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im August wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 54 ab, in Kanada nur um 6.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.02266
64,47
10.05.191.051
988
6361,99
07.06.19 1.078 975 103
51,70
12.07.19 1.075 958 117
60,27
09.08.19 1.074 934
140
52,31
13.09.19 1.020 886
134
55,00

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 826 Bohrtürme und 194 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (430), Oklahoma (76), New Mexico (108), Louisiana (58), North Dakota (55), Pennsylvania (36), Wyoming (36), Colorado (26), West Virginia (16) Kalfornien (17) und Ohio (11).

Den etwa 20-prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu.
Zurzeit steht er bei 2,614 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 24 Türme. 1.138 Bohrtürme werden weltweit im August im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverholen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 17. September 2019

Erdgasförderung wird in den Niederlanden gestoppt

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Sep 142019
 

Wie in der SZ berichtet wird, wollen die Niederlande die Förderung von Gas in dem ehemals größten Erdgasfeld Europas bei Groningen drastisch einschränken.

Durch die Entnahme des Gases sinkt der Boden stetig weiter ab und die dadurch ausgelösten Erdbeben verursachen große Schäden. Der Widerstand in der Bevölkerung wächst.

Warnungen, die schon vor mehr als 20 Jahren ausgesprochen wurden, beginnt man jetzt langsam ernst zunehmen. In Zukunft sollen Norwegen und Russland den Gasbedarf der Niederlande decken.

Leider ist nicht zu erkennen, ob und wie weit die Niederlande diese Umstrukturierung nutzen wollen bzw. vor dem Hintergrund des Klimawandels überhaupt daran denken, sich von den fossilen Brennstoffen zu verabschieden.

… zum Artikel: https://sz.de/1.4596360

 Veröffentlicht von am 14. September 2019

Glückwünsche der etwas anderen Art

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Aug 302019
 

In Steinitz in der Altmark feierte man mit einem Festakt 50 Jahre Gasförderung in diese Region. Neben lobenden Worten über die gelungene Zusammenarbeit zwischen Förderfirma (jetzt Neptune Energy) und den Bürgern erklärte man, dass man hier trotz rückläufiger Vorkommen an der Erdgasförderung weiterhin festhalten wolle. Zu Zeiten der DDR hat diese Region einen großen Teil des Energiebedarf der gesamten DDR abgedeckt.

Neptune Energy zeigt sich heute verantwortlich für den geordneten Rückbau der aufgegebenen Förderstellen und der Giftmüllgrube in Brüchau. Großzügig wurde eine Geldspende in Höhe von 2.500 Euro der Kinder- und Jugendfeuerwehr Salzwedels übergeben – 2.500 Euro nach mehr als 25 Jahren förderabgabenfreier Gasförderung – dass man sich nicht schämt, dies überhaupt bekannt zu machen!

https://www.volksstimme.de/lokal/salzwedel/rueckblick-erdgas-sorgt-fuer-aufschwung/

übernimmt überwiegend den PM-Text von Neptune Energy, hier zu vergleichen

https://www.neptuneenergy.de/en/news/50-jahre-erdgasforderung-in-der-altmark/

Die Veranstaltung von Neptune Energy sollte Harmonie und freundliches Miteinander vermitteln und man blendete naturgemäß alle negativen Begleiterscheinungen aus.

Dies veranlasste die Bürgerinitiative

Saubere Umwelt & Energie Altmark

Glückwünsche der etwas anderen Art öffentlich zu überbringen, in denen das, was Neptune ausblendet, sichtbar wird.

Der Offene Brief an Neptune Energy und die Presse:

Glückwunsch den Ingenieuren zu ihrer Pionierleistung!

Glückwunsch den Arbeitern auf der Bohrstelle, die beim Rohrewechseln im Quecksilber standen und mit Gehirn- und Nervenschäden bis heute überlebt haben.

Glückwunsch GdF-Suez und Neptune-Energy, die deren Ansprüche auf Anerkennung und Entschädigung für toxische Erkrankungen bis auf ganz wenige Ausnahmen 50 Jahre lang abwimmeln konnten.

Glückwunsch, dass Sie es 30 Jahre lang geschafft haben, die Sanierung der mit Giften gefüllten über 600 Bohrschlammgruben, die bis zur „Wende“ einfach nur zugeschoben wurden, zu vergessen. 

Gottseidank kümmert sich seit kurzem ein Arbeitskreis von LAF (Landesamt für Altlastenfreistellung), BI (Bürgerinitiative -Saubere Umwelt und Energie -Altmark), Bauernverband und Umweltamt um deren Sanierung, die Sie dann mit nur 10% mitfinanzieren werden. 

Glückwunsch, dass Sie auch den „Silbersee“ bei Brüchau trotz Entzugs der wasserrechtlichen Erlaubnis im Jahr 2001 noch bis 2012 mit hochtoxischen Stoffen befüllt und es bis heute geschafft haben, seine Sanierung hinauszuzögern. 

Glückwunsch, dass Sie sich beim Aufspüren von Havarien der inzwischen maroden Leitungen für Lagerstättenwasser auf aufmerksame Altmärker verlassen können, bevor Ihr Leitungsüberwachungssystem den Druckabfall anzeigt. 

Glückwunsch, dass Sie die Pläne zur CO2-Verpressung nach öffentlichem Druck aufgegeben haben. 

Glückwunsch, dass Sie durch das bis vor einigen Jahren angewandte Fracking praktisch dessen Verbot durch die Landesregierung wegen unabwägbarer Umweltschäden erwirkt haben. 

Ja, zur DDR-Zeit haben Sie Tausenden Arbeit gegeben, aber auch unter Inkaufnahme vieler Schädigungen für Menschen und Umwelt. Heute beschäftigen Sie noch 70 Personen. 

Bei einer Jubiläumsfeier sollte man auch den Mut haben, die Schattenseiten klar zu benennen. Doch Ihren Geldgebern 

  • China Investment Corporation (49%)
  • The Carlyle Group (30,6%)
  • CVC Capital Partners (20,4%)

hätte das wahrscheinlich nicht gepasst. Diese sind an Gewinnzahlen, nicht an Aufrichtigkeit interessiert.

Feiern Sie sich, rückwärtsgewandt, weiter, bis die Zukunft Sie mit sauberen erneuerbaren Energien einholen wird! 

Oder: Nehmen Sie sich Usedom und Märkisch Buchholz zum Vorbild auch für die Altmark. Dort haben Sie Ihre Gas- und Ölförderabsichten nach heftigem Widerstand der Bevölkerung aufgegeben. Beseitigen Sie in der Altmark die von Ihnen erzeugten Altlasten und lassen Sie die 20% Restgas im Boden!

Mit nachdenklichem Gruß

i. A. Dr. Ernst Allhoff 

 Veröffentlicht von am 30. August 2019

Muss Bundesregierung Fehler der Fracking-Kommission einräumen?

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Aug 262019
 

Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, ist dieser Frage nachgegangen und schreibt dazu:
„Mein Nachhaken in Sachen Arbeit der Fracking-Kommision hat sich gelohnt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung musste nach meiner Beschwerde über die Beantwortung von Schriftlichen Fragen sowie einer weiteren Frage von mir einen erheblichen Fehler der Fracking-Kommission einräumen“, erklärt Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN. „So wurde die Öffentlichkeit bei der Angabe des Termins für die Abgabe von Stellungnahmen zum Jahresbericht der Fracking-Kommission in die Irre geführt.“


Zdebel weiter:
„Statt alle Stellungnahmen, die am letzten Tag der Einreichungsfrist eingingen, zu berücksichtigen, hat die Kommission den Redaktionsschluss an diesem Tag vorverlegt. Auf meine Fragen hin musste die Bundesregierung die Fracking-Kommission nun darauf hinweisen, ,den Redaktionsschluss zukünftig genauer zu definieren, um Unklarheiten in Bezug auf die Abgabefrist zu vermeiden‘. Das ist eine schallende Ohrfeige für die Fracking-Kommission und wirft erhebliche Fragen zu ihrer Kompetenz auf. Wenn die Fracking-Kommission noch nicht einmal in der Lage ist, Fristen korrekt anzugeben und einzuhalten, ist das Schlimmste für eine ernsthafte Beteiligung der Öffentlichkeit und eine seriöse Bewertung der mit der Fracking-Technik verbundenen Probleme zu erwarten.

Allerdings bleibt auch die Rolle der Bundesregierung bei diesem Vorgang undurchsichtig. So stellt sich die Frage, warum die auf der Sitzung der Fracking-Kommission anwesenden Vertreter des Bundesforschungsministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums diesen Hinweis nicht bereits dort gegeben haben. Und warum war die Bundesregierung so schlecht über die am Abgabetag eingereichten Stellungnahmen informiert, dass sie diese in ihren Antworten auf meine Fragen erst bestritt und nur auf meine Beschwerde hin eingestehen musste? Und warum zeigt die Bundesregierung demonstratives Desinteresse an der Arbeit der Fracking-Kommission? Dies zeigt sich daran, dass sie beständig Fragen nach ihrer Arbeit mit der schematischen Aussage abblockt, die Kommission sei unabhängig. Dabei verwechselt sie bewusst die Erteilung von Weisungen an die Kommission mit Nachfragen an diese. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung das falsche Spiel der Fracking-Kommission gegenüber der Öffentlichkeit deckt und nur das zugibt, was bereits offenkundig ist.“ 

Meine drei Fragen an die Bundesregierung und die Antwort, meine Beschwerde und die Antwort auf die Beschwerde sind dokumentiert unter
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/Antwort-Korrektur-Schriftliche-Fragen-7252-bis-254.pdf

Meine weitere Frage an die Bundesregierung und die Antwort sind dokumentiert unter
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/SF_8_28_Zdebel.pdf

 Veröffentlicht von am 26. August 2019
Aug 162019
 

Am 29. Juli 2019 informierte die niedersächsische Landesregierung die Bevölkerung darüber, dass im Landkreis Grafschaft Bentheim seit Anfang 2014 möglicherweise bis zu 220.000 Kubikmeter Lagerstättenwasser (LAWA) in den Untergrund gelangt sind. Ursache sollen Leckagen an der Einpressbohrung Emlichheim 132 der Firma Wintershall DEA sein. Dabei soll das stark salzhaltige Lagerstättenwasser nach Einschätzung von Wintershall Dea einen oberen Grundwassereinleiter erreicht haben. Dieser Grundwasserschaden ist vermutlich einer der größten Umweltschäden in der Geschicht der deutschen Erdölförderung. (Wir berichteten bereits hier.)

Wintershall DEA hat zum großen Grundwasserschaden von Emlichheim inzwischen das hier verlinkte „Factsheet“ – besser: „alternative Faktenblatt“ – auf seiner Website bereitgestellt.

Wintershall DEA stellt darin auf Seite 3 dar, dass ab 36 m Tiefe bereits natürlich versalztes Grundwasser anfängt. LAWA wurde im Bereich 99-109 m Tiefe festgestellt. Weiter schreibt Wintershall DEA: „Das Lagerstättenwasser weist Chloridkonzentrationen in einer Größenordnung von ca. 30 bis 50 g/l auf. Damit ist der Chloridgehalt des Lagerstättenwassers etwa doppelt so hoch wie im Meerwasser der Nordsee.“

Das ist eine für Wintershall typische Verharmlosung. Das Nordseewasser mit einem Chloridgehalt von 19,3 g/l würde niemand trinken und auch nicht zur Bewässerung in Gärten und Landwirtschaft verwenden, da boden-, pflanzen und wasserschädlich. Diese Argumentation hatte Wintershall bereits früher versucht im Zusammenhang mit der Bohrschlammgrube Bohlsen/Lk. Uelzen.

Die Angaben im Factsheet zum natürlich versalzten Grundwasser widersprechen den hier verlinkten Angaben im Nibis-Kartenserver des LBEG.

Für den Bereich bei der Em 132 ist kein versalzter Grundwasserkörper angegeben, wohl aber für einen Bereich südlich von Emlichheim. Bei Klick auf die blaue Fläche erscheint folgender Text:

„Unterer Teil des Grundwasserleiters versalzt (>250 mg/l Chlorid). Einschränkungen der Trinkwassergewinnung möglich.“

Nachfolgend das Verhältnis Salzgehalt, hier als Parameter Chlorid, von Lagerstättenwasser in Emlichheim zu unbelastetem Grundwasser:

Chlorid-Gehalt
52.100 mg Cl/l          Eingepresste Lagerstättenwasser (Quelle: Schreiben des Wirtschaftsministeriums von 2. August 2019)

24 mg Cl/l           NLWKN-Grundwassermessstellen Kleinringerwösten I (3,5 km südöstlich von EM 132) und Volzel I, Zeitraum 2006 bis 2017  (Quelle: Wasserbuch des Landes Niedersachsen)

Das hochsaline Lagestättenwasser ist ca. 2.100 fach höher mit Chlorid verschmutzt als das vorhandene obere Grundwasser in ca. 10 m Tiefe.

Die nächste Grundwassermessstelle bei der EM 132 ist hier.

Forderungen an Wintershall DEA/LBEG/Wirtschaftsministerium sind:

1. Zur Transparenz sind die Daten der gemessenen Grundwasseranalysen zu veröffentlichen, insbesondere die Daten der zur Zeit abgeteuften Grundwassermessstelle und in den Tiefen zwischen 100 bis 10 m unter Gelände.
2. Veröffentlichung der Komplettanalyse des LAWA
3. Daten der neuen (in April 2019 hergestellten) Grundwassermessstellen, welche alle max. 10,0 m tief sind.
4. Steigen die im LAWA enthaltenen Kohlenwasserstoffe wie z.B. Benzol, MKWs in flüssiger oder gasförmiger Form nach oben auf im Grundwasserkörper, da sie ja leichter sind als das Grundwasser?
5. In der Pressekonferenz, bei 12.10 min im Video nannte Klaus Sönthgerath/LBEG kurz die Em 121, korrigierte aber gleich zu EM 132. Die Em 121 (ebenfalls 1954 gebohrt) befindet sich auf dem gleichen Gelände wie die Einpressbohrung Em 132 und ist verfüllt. Gab es an der Bohrung Em 121 ebenfalls Korrosionsschäden oder andere Schäden?

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Bernd Ebeling (15.08.2019). Vielen Dank für die Veröffentlichung.

 Veröffentlicht von am 16. August 2019

Bericht zum Juli 2019 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Aug 142019
 

Berichtszeitraum 13. Juli bis 9. August 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum stagnierte die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni, nahm im Juli ihre Zahl nur um 1 Turm ab.
.
Diese Abnahme ergab sich durch eine kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen in den USA und einer deutlichen Zunahme von Gas- und Ölbohrtürmen in Kanada.
Die Zahl der Türme in den USA sank auf 934, während die in Kanada auf 140 stiegen.

In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika weiter deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von circa 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.
Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und steht zur Zeit bei 52,31 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.
Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.
Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.
Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Juli wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 24 ab, in Kanada dagegen um 23 Türme zu.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.02266
64,47
10.05.191.051
988
6361,99
07.06.19 1.078 975 103
51,70
12.07.19 1.075 958 117
60,27
09.08.19 1.074 934
140
52,31

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 858 Bohrtürme und 215 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (454), Oklahoma (86), New Mexico (109), Louisiana (59), North Dakota (47), Pennsylvania (37), Wyoming (36), Colorado (32), West Virginia (20) Kalfornien (18) und Ohio (15).

Den mehr als 20-prozentiigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten veränderten sich um 24 Türme. 1.162 Bohrtürme werden weltweit im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverholen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Doch er hat den Heißsporn John Bolton an seiner Seite, der ständig drängt, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren. Die Lage ist also so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keinerlei Ölknappheit gibt. (vor Rotterdam liegen wie eh und je mindestens 40 mit 350.000 Tonnen Rohöl beladene Tanker auf Reede und warten auf günstige Preise) Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter werden, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen.
Donald Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert.
Und nun kommt noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert.


Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 14. August 2019

„Sonderbericht“ des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), 08.08.2019

 International, Klima, Risiko: Klimaerwärmung, Verbände und NGOs  Kommentare deaktiviert für „Sonderbericht“ des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), 08.08.2019
Aug 132019
 

Vorläufiger „Sonderbericht“ des IPCC ( Intergovernmental Panel on Climate Change) vom 08.08.2019

Das IPCC wird in seinen Aussagen zu Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltigem Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse jetzt immer deutlicher.

Weitere „Zwischenberichte“ sollen in kurzen Abständen folgen.
Es bleibt abzuwarten, wie unsere Politiker zukünftig in Bezug auf den Klimawandel entscheiden werden.

https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_SRCCL.pdf

 Veröffentlicht von am 13. August 2019
Aug 132019
 

Ärzte sorgen sich über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit

Im Ärzteblatt vom 05.08.2019 sind Artikel zum Thema Erderwärmung erschienen: Für Interessierte nachfolgende Links.

Editorial und drei Originalarbeiten aus Deutschland:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/209068/Erderwaermung-ein-Blick-auf-Deutschland

https://www.aerzteblatt.de/archiv/209065/Zukuenftige-Haeufigkeit-temperaturbedingter-Herzinfarkte-in-der-Region-Augsburg

https://www.aerzteblatt.de/archiv/209075/Assoziation-von-Klimafaktoren-mit-Wundinfektionsraten

https://www.aerzteblatt.de/archiv/209069/Gesundheitsgefahren-und-Interventionen-bei-anstrengungsbedingter-Ueberhitzung

Bericht über Amerikas Ärzte:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/209129/Klimawandel-Amerikas-Aerzte-schalten-sich-in-Debatte-um-Klimawandel-ein

 Veröffentlicht von am 13. August 2019

Pressemitteilung BBU: Große Defizite im Entwurf des Rahmenbetriebsplans für Kavernenanlage Etzel

 Pressemitteilung BBU  Kommentare deaktiviert für Pressemitteilung BBU: Große Defizite im Entwurf des Rahmenbetriebsplans für Kavernenanlage Etzel
Aug 112019
 

BBU legt umfangreiche Stellungnahme zum Entwurf des Rahmenbetriebsplans für die Kavernenanlage Etzel vor
(Bonn, Hannover, 23.07.2019) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) hat im Beteiligungsverfahren des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zum Rahmenbetriebsplan der Storag Etzel GmbH für die Kavernenanlage Etzel eine umfangreiche Stellungnahme (pdf) vorgelegt. Die Kavernenanlage Etzel ist ein in der ostfriesischen Gemeinde Friedeburg liegender Untergrundspeicher für Erdöl und Erdgas. In der am 19.7.2019 an das LBEG übermittelten Stellungnahme werden zahlreiche Defizite des Rahmenbetriebsplans dargestellt. Der BBU fordert daher die Überarbeitung des Entwurfs des Rahmenbetriebsplans und eine erneute Auslegung im Rahmen eines bergrechtlichen Planfeststellungverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Die Defizite ziehen sich durch den gesamten Entwurf des Rahmenbetriebsplans. So fehlt bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Gebirgsmechanik und seismische Ereignisse werden nur unzureichend berücksichtigt. Zudem ist das Wasserschutzgebiet Klein Horsten bei möglichen Leckagen gefährdet. Auch fehlen im Rahmenbetriebsplan eine hinreichende Berücksichtigung und Überarbeitung des Sicherheitsberichts nach der Störfall-Verordnung für die Kavernenanlage und eine Überprüfung der Modellierungen für Störfallauswirkungen. Dadurch werden die Gefahren durch Gaswolkenexplosionen und der entstehenden Wärmestrahlung unterschätzt. Die Unterlagen sind daher von Grund auf zu ergänzen und überarbeiten.“

Besonders entsetzt den BBU der kürzlich vorgestellte Sicherheitsbericht, der im Zusammenhang mit dem Rahmenbetriebsplan zu betrachten ist. Hier werden etablierte Standards zum Schutz Dritter weitgehend missachtet. So wollen Betreiber und LBEG kein Problem darin sehen, dass im Brandfall 12 kW/m2 an Wärmestrahlung auf die Nachbarschaft einwirken. – Eine Hitze, die innerhalb von Sekunden zu schwerwiegenden Verbrennungen führt.

Die Stellungnahme des BBU ist abrufbar unter https://bbu-online.de

Direktlink: https://bbu-online.de/Stellungnahmen/BBU%20Stellungnahme_BBU_Etzel.pdf

Wasserstress. Frage an Niedersachsens Minister Olaf Lies (SPD)

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Aug 102019
 

Wolfenbüttel, den 07.08.2019
An Herrn Minister Olaf Lies, Umweltministerium Niedersachsen

Betreff: Ihr Interview mit REPORT München im Rahmen der Sendung „Der Kampf ums Wasser beginnt“ vom 06.08.2019 – Kontingentierung des Grundwassers für die Landwirte begrenzt, um genug Wasser für die Trinkwasserversorgung zu sichern.

Sehr geehrter Herr Minister Lies,

wir stellen uns die Frage, ob Ihre Kontingentierungsmaßnahme – zum Schutz des trinkbaren Grundwassers, das ja in Niedersachsen für das Trinkwasser von herausragender Bedeutung ist, von Ihnen auch an das Wirtschaftsministerium in NDS geleitet wurde – mit der Maßgabe, dass das LBEG sofort darüber zu informieren sei. Denn die Aktivitäten des LBEG und der von diesem als Aufsichtsbehörde zu überwachenden Öl- und Erdgas-Förderunternehmen in NDS stellen eine permanente Bedrohung des trinkbaren Grundwassers in NDS dar. In der Vergangenheit wurde recht leichtfertig mit eben dieser Schutzverpflichtung zur Erhaltung der Trinkbarkeit des Grundwassers umgegangen, bis hin zur Genehmigung zahlreicher Förder- und Verpressbohrungen in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten und selbst auch in Wassereinzugsgebieten zur Gewinnung von Trinkwasser.

Nun ist – erstmals – eine bedenkliche Situation hinsichtlich der entnehmbaren Grundwassermengen eingetreten. Doch durch den Klimawandel werden sich die verfügbaren Grundwassermengen in NDS künftig verringern, weil weniger Regenfälle zur Grundwasser-Neubildung durch Versickern zu erwarten sind. Die Kohlenwasserstoff-Förderung – samt der Verpressung giftiger Abfallflüssigkeiten in den tiefen Untergrund – ist eine große Bedrohung für das trinkbare Grundwasser. Das Allermindeste sollte die schnellstmögliche Beendigung der Verpressung der Abfallflüssigkeiten aus der Förderung und Aufbereitung sein, um weiteren Schadensquellen vorzubeugen. Viele Millionen m3 Giftbrühe sind schon in den über 200 Verpressbohrungen in Niedersachsen „verschwunden“ – nur „weg“ sind sie nicht, sie vagabundieren im Untergrund und werden zu Zeitbomben, wie die Erfahrung in den USA gezeigt hat.

Oder, sehr geehrter Herr Minister, bewerten Sie im Vergleich KW-Förderung zur Trinkwasser-Sicherung anders als bei den Beregnungswünschen der Agrarproduzenten?

Gern würde ich von Ihnen dazu hören.


Mit freundlichen Grüßen
Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 10. August 2019

Pressemitteilung Hubertus Zdebel (MdB, DIE LINKE): Skandalserie um die Fracking-Kommission setzt sich fort (2. August 2019)

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Aug 052019
 

Zunächst „Gegen Gasbohren“ in eigener Sache:

Wir von „Gegen Gasbohren“ sind ein bundesweiter loser Zusammenschluss von Bürgernitiativen bzw. Interessengemeinschaften. Wir sind unabhängig und frei und keiner Partei angeschlossen. Jede Initiative spricht für sich, aber im Sinne der Korbacher und Loccumer Erklärungen.

Vermehrt haben wir in der letzten Zeit auf unserer Homepage Pressemitteilungen von Hubertus Zdebel (DIE LINKE) veröffentlicht, weil der Bundestagsabgeordnete gezielt das Thema Fracking mit all seinen Facetten anspricht, das Thema, mit dem sich „Gegen Gasbohren“ intensiv beschäftigt. Natürlich würden wir auch gern Pressemitteilungen anderer demokratischer Parteien veröffentlichen, wenn sie der Zielsetzung von „Gegen Gasbohren“ entsprechen.


Hier die Pressemitteilung von Hubertus Zdebel (MdB, DIE LINKE) vom 2. August 2019

Skandalserie um die Fracking-Kommission setzt sich fort
„Es ist ein Stück aus dem Tollhaus“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) zu den Antworten der Bundesregierung auf seine Schriftlichen Fragen zur von der Bundesregierung eingesetzte Fracking-Expertenkommission. „Das Forschungsministerium behauptet, bei der Fracking-Kommission seien keine Stellungnahmen zu ihrem Jahresberichtsentwurf eingegangen. Das entspricht aber nachweislich nicht der Wahrheit.“

Zdebel weiter: „Zumindest der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz hat eine Stellungnahme [pdf] abgegeben, die auch auf seiner Homepage dokumentiert ist. Und auf meine weiteren Fragen zur Fracking-Kommission gab es nur eine nichtssagende Antwort. Das lässt befürchten, dass auch die weitere Arbeit der Kommission, insbesondere in Hinblick auf Empfehlungen zur Überprüfung des Fracking-Verbots in bestimmten Gesteinsarten, weitgehend im Dunkeln geschehen soll. Die undurchsichtige Praxis der Fracking-Kommission muss sich unverzüglich ändern. Ich fordere die Bundesregierung auf, endlich die Karten auf den Tisch zu legen und Transparenz zu schaffen. Daher habe ich die Bundesministerium für Bildung und Forschung in einem förmlichen Schreiben aufgefordert, seine Antworten zu korrigieren.

Die von mir gestellte Anfrage und kritische Nachfragen der ‚tageszeitung‘ (taz) haben zudem bereits Wirkung erzielt. So ist inzwischen das Protokoll der letzten Sitzung der Fracking-Kommission auf ihrer Homepage abrufbar. Das Protokoll dieser Sitzung [pdf] hat es in sich: Denn die Sitzung wurde am 25.6.2019 durchgeführt – dem letzten Tag, an dem die Öffentlichkeit Stellung zum Berichtsentwurf nehmen konnte. An diesem Tag hat die Fracking-Kommission die Endfassung des Berichts verabschiedet, ohne abzuwarten, welche Stellungnahmen der Öffentlichkeit bis 24.00 Uhr bei ihr eingehen. Die Öffentlichkeit kann demzufolge zwar Stellungnahmen abgeben, für die Formulierung der Endfassung des Jahresberichts sind sie offensichtlich ohne Bedeutung. Damit hat die Kommission gezeigt, dass für sie Öffentlichkeitsbeteiligung eine leere Worthülse ist und sie problemlos bereit ist, selbst gesetzte Regeln zu Lasten der Öffentlichkeit zu brechen. Hinsichtlich der Nichteinbeziehung von Stellungnahmen der Öffentlichkeit in den Kommissionsbericht habe ich am 1.8. eine weitere Schriftliche Frage an die Bundesregierung [pdf] gestellt.“

Auch die Berliner tageszeitung hat in ihrer Ausgabe vom 2.8.2019 die Vorgänge um die Fracking-Kommission zum Thema gemacht:
https://taz.de/ExpertInnenkommission-Fracking/!5610506/

Die Skandalserie um die Fracking-Kommission ist dokumentiert unter:
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/2019-08-02-Skandalserie-um-die-Fracking-Kommission-Zdebel.pdf

Die Antworten der Bundesregierung auf die Schriftlichen Fragen ist dokumentiert unter:
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/SF_07_252_253_254_Fracking-Kommission-Bericht-Zdebel.pdf

Der Beschwerdebrief an das BMBF ist dokumentiert unter:
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/2019-08-01-Bitte-um-Korrektur-Antworten-Einzelfragen-Expertenkommission-Fracking_Zdebel.pdf

Die schriftliche Frage an die Bundesregierung vom 1.8.2019 ist dokumentiert unter:
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/2019-08-01-schriftl-Fragen-Stellungnahmen-Berichtsentwurf-Expertenkommission-Fracking.pdf

Zum Beitrag

Vermutlich größter Grundwasserschaden in der Geschichte der deutschen Erdölförderung – Lagerstättenwasser-Skandal in Niedersachsen. Wintershall Dea verunreinigt Grundwasser

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Jul 312019
 

Pressemitteilung vom 31.07.2019

Am 29. Juli 2019 informierte die niedersächsische Landesregierung die Bevölkerung darüber, dass im Landkreis Grafschaft Bentheim seit Anfang 2014 möglicherweise bis zu 220 000 Kubikmeter Lagerstättenwasser in den Untergrund gelangt sind. Ursache sollen Leckagen an der Einpressbohrung Emlichheim 132 der Firma Wintershall DEA sein. Dabei soll das stark salzhaltige Lagerstättenwasser nach Einschätzung von Wintershall Dea einen oberen Grundwassereinleiter erreicht haben.

Dr. Reinhard Knof (Kein CO2-Endlager e.V., Schleswig-Holstein): „Wie kann es sein, dass solche extremen Verunreinigungen über vier Jahre hinweg unbemerkt erfolgen können und weder der Betreiber noch das für die Aufsicht zuständige Bergamt etwas bemerkt haben? Seit Anfang 2019 weiß die Regierung über den Skandal Bescheid. Warum wird die Bevölkerung nicht informiert? Wie viele Bohrungen sind eigentlich noch undicht? Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit unseres am 2. September startenden Volksbegehrens zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein noch einmal deutlich. Mit den Gesetzesinitiativen soll der Schutz des Wassers bei Bergbauvorhaben verbessert und Behörden und Gemeinden Transparenz im Umgang mit brisanten Unternehmensinformationen möglich werden.“

Bernd Ebeling, Wasserwirtschaftsingenieur aus Niedersachsen: „Über einen langen Zeitraum gelangten hoch saline Lagerstättenwässer aus der Erdölproduktion in unbelastetes Grundwasser. Das eingepresste Lagerstättenwasser mit einem Salzgehalt von 200 bis 300 g pro Liter ist ca. 10.000 mal höher mit Salzen belastet als unbelastetes Grundwasser. Bei kompletter Vermischung des ausgeströmten Lagerstättenwassers mit dem anstehenden unbelastetem Grundwasser wären bis zu 220 Mio. m³ versalzen und somit für eine Trinkwassergewinnung oder Verwendung für die Landwirtschaft unbrauchbar.“

Sigrun Franzen (Berliner Wassertisch): „Der größte deutsche Erdölförderer Wintershall DEA hat vermutlich einen der größten Grundwasserschäden in der Geschichte der deutschen Ölförderung verursacht. Die Öl- und Gasförderung gefährdet unser immer knapper werdendes Grundwasser und damit unsere Trinkwasserversorgung. Damit muss endlich Schluss sein!“

Weder Betreiber noch Bergamt scheinen diesem Schaden Beachtung zu schenken, denn am 26. Juli 2019, also genau drei Tage vor der offiziellen Bekanntgabe des Lagerstättenwasseraustritts, wurde mitgeteilt, dass die Wintershall Dea Deutschland AG im Erlaubnisfeld Unterweser bis zum 31. Juli 2021 weiter nach Kohlenwasserstoffen suchen darf.

Hintergrund:
Bei der Erdgas- und Erdölförderung fällt Lagerstättenwasser an. Es gelangt bei der Förderung automatisch an die Tagesoberfläche. Die Zusammensetzung variiert je nach Lagerstätte. Es besteht aus Wasser, gelösten Salzen, Kohlenwasserstoffen und kann Schwermetalle und natürliche radioaktive Stoffe enthalten. Im vorliegenden Fall soll das Lagerstättenwasser u.a. Strontium und Barium enthalten. Bei einer Einpressbohrung wird das Lagerstättenwasser wieder zurück in die Öl- oder Gaslagerstätte geleitet. Undichte Leitungen und Verrohrungen sind bei der Öl- und Gasförderung keine Ausnahme, sondern treten regelmäßig auf, auch in Deutschland. In Schleswig-Holstein beispielsweise sind 98 Schadensfälle im Zusammenhang mit der Ölförderung bekannt geworden. Die meisten dieser Schäden sind der Wintershall DEA, bzw. deren Vorgängerunternehmen zur Last zu legen.

Bericht zum Juni 2019 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jul 172019
 

Berichtszeitraum 8. Juni bis 12. Juli 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme wieder leicht ab, allerdings in sehr bescheidenem Rahmen.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme erfolgte jetzt im Verlauf der 5 Wochen eine Abnahme um 3 Türme.
Diese Abnahme ergab sich durch eine kräftige Stilllegung von Gasbohrtürmen in den USA und in Kanada, die durch die gleichzeitige Zunahme der in Kanada im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme nicht ausgeglichen werden konnte.
Die Zahl der Türme in den USA sank auf 958, während die in Kanada auf 117 stiegen.

In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika weiter deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. Dezember.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Ferbruar auf 58,34 USD/barrel. Zurzeot werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von circa 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.
Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den letzten Wochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12. Juli 2019.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18. Januar 2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.
Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.
Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.
Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Juni wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 17 ab, in Kanada dagegen um 14 Türme zu.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.02266
64,47
10.05.191.051988
6361,99
07.06.19 1.078 975 103
51,70
12.07.19 1.075 958 117
60,27

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 896 Bohrtürme und 205 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (456), Oklahoma (98), New Mexico (102). Louisiana (69), North Dakota (55), Pennsylvania (37), Wyoming (32), Colorado (31), West Virginia (22) und Ohio (18).

Den mehr als 20-prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 7. Juni.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20. Juni. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12. Juli 2019.

Die internationalen Bohraktivitäten veränderten sich um 12 Türme. 1.138 Bohrtürme werden weltweit im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18. Januar.2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverholen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Doch er hat den Heißsporn John Bolton an seiner Seite, der ständig drängt, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren. Die Lage ist also so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keinerlei Ölknappheit gibt. (vor Rotterdam liegen wie eh und je mindestens 40 mit 350.000 Tonnen beladene Tanker auf Reede und warten auf günstige Preise) Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter werden, erst recht, wenn der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann.
Donald Trump tut den USA mit seiner Politik keinen Gefallen, denn die weltweite Hegemonie wird durch die flatterhafte Vorgehensweise untergraben. Wer will denn einem solcherart geführten Land noch vertrauen?

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 17. Juli 2019

BBU: Endfassung des Jahresberichts der Fracking-Kommission entlarvt Öffentlichkeitsbeteiligung endgültig als Farce

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Jul 122019
 

 
(Bonn, Berlin, 10.07.2019) Für den Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) zeigt die nun veröffentlichte Endfassung des Jahresberichts der Fracking-Kommission deutlich, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bericht eine Farce war. Der Jahresbericht blieb trotz massiver Kritik fast unverändert. Eine konkrete Darstellung der Kritikpunkte der Öffentlichkeit und aussagekräftige Antworten darauf fehlen auf der Homepage der Kommission fast völlig. Das ist das genaue Gegenteil eines Dialogs auf Augenhöhe. Der BBU fordert, die Kritik der Öffentlichkeit im Original auf der Homepage der Kommission zu veröffentlichen und verlangt von ihr, dazu konkret Stellung zu beziehen. 
Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Dass die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ein Desaster war, hat die Fracking-Kommission anscheinend selbst gemerkt. Denn nun will sie gemeinsam mit den Bundesministerien für Forschung, Umwelt und Wirtschaft ein Konzept für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten. Doch es ist nicht zu erwarten, dass Verbesserungen für Umweltschützer eintreten. Denn in welche Richtung die Kommunikation mit der Öffentlichkeit geht, lässt sich angesichts des Umgangs mit der eingereichten Kritik am Jahresbericht bereits jetzt erahnen. 
So wurde der Entwurf des Jahresberichts fast unverändert als Endfassung übernommen. Die Kritik der Öffentlichkeit und die Reaktion der Kommission werden im Jahresbericht in keiner Weise dargestellt. Stattdessen sollen Kommentare nun in einem Dokument zu regelmäßig gestellten Fragen (FAQ) auf der Kommissions-Homepage behandelt werden. Damit werden Kritikpunkte einfach zu Fragen umdefiniert. Doch auch in dieser Form wird die Kritik des BBU in diesem Dokument kaum aufgegriffen, wie ein Beispiel von vielen zeigt. So hatte der BBU die Möglichkeit der Abgabe von Stellungnahmen angesichts der fehlenden Bekanntmachung als völlig unzureichend kritisiert. Darauf gibt es keine befriedigende Reaktion .Stattdessen findet man die Frage: ‚Wie wurde die Öffentlichkeit über die Webseite der Expertenkommission Fracking informiert?‘. In der Antwort wird insbesondere auf Presseerklärungen der drei betroffenen Ministerien verwiesen, die nach Ablauf der Abgabefrist für Stellungnahmen zum Entwurf des Jahresberichts veröffentlicht wurden und so gar nicht zur Abgabe von Stellungnahme motivieren konnten. So werden Kritikpunkte unsichtbar gemacht und Nebelkerzen geworfen. Auch ansonsten sind die Ausführungen im FAQ-Dokument von einem ‚Weiter so‘ geprägt. Das ist nicht akzeptabel.“ 
Der BBU fordert die Fracking-Kommission auf, ein Dokument zu veröffentlichen, in dem die Kritik der Öffentlichkeit im Original dargestellt wird. Zu diesen Kritikpunkten muss die Fracking-Kommission konkret Stellung beziehen. 
Link zum BBU – Presseerklärungen  https://www.bbu-online.de/Presse.htm

 Veröffentlicht von am 12. Juli 2019

Ernste Sorgen der Wasserverbände um das Wasser

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Jul 052019
 

Positionspapier der Wasserversorger (Mai 2019)
Wasserverbände, vor allem auch in Norddeutschland, machen sich ernste Sorgen um unser Wasser. Es wird zunehmend durch wirtschaftliche Interessen gefährdet und benötigt daher unsere Aufmerksamkeit und unseren besonderen Schutz. Besonders kritisch wird in dem Positionspapier die Erdgas- und Erdölförderung in Wasserschutzgebieten gesehen.
Zitat: „Trinkwasser ist eine unverzichtbare Ressource für denMenschen. In letzter Zeit mehren sich die Ansprüche auf mögliche Nutzungsformen für die oberirdischen Flächen und den unterirdischen Raum von Trinkwassereinzugsgebieten. Die Wasserwirtschaft beobachtetdies mit Sorge, da häufig mögliche Gefahren für das Grundwasser nicht berücksichtigt werden. Bei der Nutzung der Flächen und des Untergrundes muss der Trinkwassergewinnung der Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen eingeräumt werden […]“
Den gesamten Text der Wasserversorger als pdf

 Veröffentlicht von am 5. Juli 2019

BBU: Jahresbericht der Fracking-Kommission – falsche Ziele, unbestimmte Angaben und eine katastrophale Öffentlichkeitsbeteiligung

 Pressemitteilung BBU  Kommentare deaktiviert für BBU: Jahresbericht der Fracking-Kommission – falsche Ziele, unbestimmte Angaben und eine katastrophale Öffentlichkeitsbeteiligung
Jun 282019
 



(Bonn, Berlin, 27.06.2019) Der Jahresbericht 2019 der Expertenkommission Fracking stößt auf deutliche Kritik des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU). Diese Kritik hat der Umweltverband der Fracking-Kommission innerhalb der von ihr gesetzten Frist für die Öffentlichkeitsbeteiligung in einer Stellungnahme (pdf) zum Jahresbericht übermittelt. Die vagen Aussagen über die zukünftige Arbeit der Kommission, die deutlich von ihrem Arbeitsauftrag abweicht, schaffen dabei keine Transparenz, sondern werfen immer neue Fragen auf. Die angesichts fehlender Erprobungsbohrungen notwendige Schlussfolgerung, dass es keinen Gefahrenausschluss für Fracking geben kann, zieht die Kommission nicht. Empörend findet der BBU auch, dass die Art der Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Kommission anscheinend das Ziel hatte, die Abgabe von Stellungnahmen zu verhindern. Der BBU fordert eine Überarbeitung des Jahresberichts und eine erneute Öffentlichkeitsbeteiligung.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt: „Aufgabe der Kommission ist die wissenschaftliche Begleitung von Erprobungsbohrungen für Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel und Kohleflözgestein sowie die Ermittlung des Standes der Technik. Damit soll sie die wesentlichen Grundlagen für die in 2021 vorgesehen Überprüfung des Moratoriums von Fracking in diesen Gesteinsschichten schaffen. Da weder Anträge auf derartige Erprobungsbohrungen vorliegen noch Bundesländer in Aussicht gestellt haben, derartige Bohrungen zuzulassen, wird die Kommission ihren zentralen Auftrag nicht erfüllen können. Daher hätte sie bereits jetzt der Bundesregierung mitteilen müssen, dass kein Gefahrenausschluss für Fracking in diesen Gesteinsschichten möglich ist. Aus dem Moratorium hätte so ein unbefristetes Verbot werden müssen.“

Der BBU stellt zudem fest, dass auch der Stand der Technik des Bohr- und Frackingprozesses anhand internationaler Erkenntnisse und Studien von der Kommission nicht ermittelt wird. Stattdessen sollen Fragen für Schritt beantwortet werden, die dem Fracking nachgelagert oder bestenfalls begleitend sind. Damit hat die Kommission endgültig ihren im Wasserhaushaltsgesetz festgelegten Arbeitsauftrag aufgegeben. Die Gefahren des Bohr- und Frackingprozesses für die Umwelt und die Bevölkerung können so gerade nicht ermittelt werden.

Weiter erklärt Oliver Kalusch: „Die von der Kommission nun zur Bearbeitung vorgesehenen vier Fragenkomplexe sind zudem unbestimmt. Es ist nicht ersichtlich, welche Aspekte genau behandelt werden sollen. Damit ist das weitere Vorgehen der Kommission intransparent. Dies gilt auch für weitere Teile des Berichts. So fehlen beispielsweise die Zeitmarken für die einzelnen Ziele, die sich die Kommission gesetzt hat.“

Zu scharfer Kritik des BBU führt auch die Art und Weise, in der die Kommission die gesetzlich vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt hat. So befand sich der Jahresbericht auf einer Homepage, deren Existenz nicht an zentraler Stelle bekannt gemacht wurde und nur durch Zufall zu finden war. Die Zeit zur Abgabe von Stellungnahmen von etwa drei Wochen reduzierte sich so faktisch auf wenige Tage bis Stunden. Für die Abgabe von Stellungnahmen war nur ein Kontaktformular vorgesehen. Als der BBU seine detaillierte Stellungnahme in das Kontaktformular eingab, bekam er eine Fehlermeldung: „Die Maximallänge ist überschritten. Bitte geben Sie maximal 3999 Zeichen ein.“ Detaillierte Stellungnahmen waren offensichtlich gar nicht erwünscht. Die Stellungnahme des BBU musste gestückelt werden.

Die Stellungnahme des BBUs hier als pdf

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter: https://www.bbu-online.de/

und telefonisch unter 0228-214032.

Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

 Veröffentlicht von am 28. Juni 2019

Kurzstellungnahme und Forderungen des BBU zum Entwurf des Berichts der Expertenkommission Fracking im Jahr 2019

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Jun 272019
 

(26. Juni 2019) Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf des Berichts der Expertenkommission Fracking ist zu wiederholen. Vorab ist die Existenz der Homepage der Expertenkommission und ihres Jahresberichts an zentralen Stellen der Internetseiten von Bundes-Forschungsministerium, Bundes-Umweltministerium, Bundes-Wirtschaftsministerium und Umweltbundesamt bekannt zu geben. Die neue Frist zur Stellungnahme sollte zwei Monate betragen.

Der Bericht der Kommission ist in weiten Teilen vage und unbestimmt und daher grundlegend zu überarbeiten. So fehlen beispielsweise die Zeitmarken für die einzelnen Ziele, die sich die Kommission gesetzt hat.

Aufgabe der Kommission ist die wissenschaftliche Begleitung von Erprobungsbohrungen für Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel und Kohleflözgestein sowie die Ermittlung des Standes der Technik. Da weder Anträge auf derartige Erprobungsbohrungen vorliegen noch Bundesländer in Aussicht gestellt haben, derartige Bohrungen zuzulassen, wird die Kommission ihren zentralen Auftrag nicht erfüllen können. Sie sollte daher bereits jetzt der Bundesregierung mitteilen, dass kein Gefahrenausschluss für Fracking in diesen Gesteinsschichten vorgenommen werden kann und dass das bis 2021 geltende Moratorium für Fracking in diesen Gesteinsschichten zeitlich unbegrenzt verlängert werden sollte.

Auch die Ermittlung des Standes der Technik des Bohr- und Frackingprozesses anhand internationaler Erkenntnisse und Studien wird von der Kommission nicht ermittelt. Stattdessen sollen Fragen für Schritte beantwortet werden, die dem Fracking nachgelagert oder bestenfalls begleitend sind. Dadurch drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Kommission hinsichtlich der Unbedenklichkeit des Bohr- und Frackingprozesses bereits inhaltlich festgelegt hat. Dies ist nicht akzeptabel.

Die von der Kommission vorgesehenen vier zu bearbeitenden Fragenkomplexe sind unbestimmt. Es ist nicht ersichtlich, welche Aspekte genau behandelt werden sollen. Damit ist das weitere Vorgehen der Kommission intransparent.

Der Bericht der Kommission ist daher grundlegend zu überarbeiten und der Öffentlichkeit zur Stellungnahme zur Verfügung zu stellen.

Pressemitteilung folgt

BBU e.V. , Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn
Anerkannt nach § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG)

https://www.bbu-online.de/

BBU: Fracking-Kommission führt Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf ihres Jahresberichts ad absurdum

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Jun 182019
 

BBU-Pressemitteilung, 18.06.2019 (Bonn, Berlin, 18.06.2019)

Auf scharfe Kritik des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) ist die Art und Weise gestoßen, mit der die angeblich „unabhängige“ Expertenkommission zu Fracking die Öffentlichkeit über ihren Jahresbericht informiert und der Bevölkerung Gelegenheit zur Stellungnahme zum Bericht gibt. Gemäß § 13a des Wasserhaushaltsgesetzes soll sich diese Fracking-Kommission mit der Ermittlung des Standes der Technik bei Fracking in bestimmten Gesteinsarten befassen. Ihre Vorgehensweise zeigt jedoch, dass Stellungnahmen aus der Bevölkerung unerwünscht sind. Auf ihrer weithin unbekannten Homepage findet sich lediglich im Berichtsentwurf gut versteckt ein Hinweis auf die derzeit laufende Öffentlichkeitsbeteiligung. Für den BBU ist dies ein Skandal, durch den die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Farce wird.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu:
„Was als Musterbeispiel von Transparenz gelten sollte, ist hier zu einer Öffentlichkeitsbeteiligung ohne Öffentlichkeitsinformation mutiert. Nur zufällig erfahren diejenigen, die sich durch die Dokumente der Homepage der Fracking-Kommission arbeiten, dass sie vom 3.6.2019 bis zum 25.6.2019 Anmerkungen zum Berichtsentwurf abgeben können. Und ganz offensichtlich wurde es auch unterlassen, die üblicherweise beteiligten Kreise zu informieren. Eine Email mit der Bitte um Stellungnahme, wie sie bei Gesetzes- und Verordnungsvorhaben üblich ist, hat der BBU nicht erhalten. Dies ist besonders befremdlich, da der BBU in der Vergangenheit zahlreiche Stellungnahmen zu Änderungen des Bergrechts und zur Fracking-Gesetzgebung abgegeben hat. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Art der Bekanntmachung lediglich ein Feigenblatt darstellt, mit dem die Pflicht zur Öffentlichkeitsbeteiligung faktisch umgangen werden soll. Hinzu kommt, dass mit drei Wochen die Frist zur Stellungnahme viel zu kurz bemessen ist.“

Der BBU fordert daher: „Der Abgabetermin zur Stellungnahme muss aufgehoben werden und nach einer Neubekanntmachung stattdessen ein Zeitraum von zwei Monaten zur Äußerung eingeräumt werden. Die Öffentlichkeit muss angemessen informiert werden, insbesondere durch Bekanntmachungen auf zentralen Stellen der Internetseiten des Bundes-Umweltministeriums, des Bundes-Wirtschaftsministeriums und des Bundes-Forschungsministeriums. Und die üblicherweise beteiligten Kreise müssen separat per Email informiert werden.“

Die Homepage der Fracking-Kommission findet man unter
https://expkom-fracking-whg.de/start

Der Entwurf des Jahresberichts 2019der Fracking-Kommission findet man unter
https://expkom-fracking-whg.de/bericht und dort auf Seite 7 der unzureichende Hinweis auf die Öffentlichkeitsbeteiligung.

Kontaktformular für Stellungnahmen (nur noch bis zum 25.06.2019 zulässig): https://expkom-fracking-whg.de/kontakt

 Veröffentlicht von am 18. Juni 2019

Weitere Kommentare zur Entscheidung des Bundesrates zu LNG am 7.6.19

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Jun 132019
 

Pressemitteilung von MdB Hubertus Zdebel

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vom 7. Juni 2019

Bundesrat setzt durch LNG-Förderung fatales Signal für Fracking-Gas und gegen Klimaschutz

„Mit seiner heutigen Entscheidung für die ‚Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland‘ hat der Bundesrat ein fatales Signal gesetzt. Statt auf Klimaschutz und erneuerbare Energien zu setzen, hat sich der Bundesrat für den Import von dreckigem Fracking-Gas aus den USA und einen extrem klimaschädlichen fossilen Energieträger ausgesprochen“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (LINKE), Mitglied seiner Fraktion im Umweltausschuss.

„Wenig überraschend war, dass es wieder einmal der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies war, der versuchte, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und die Subventionierung von LNG-Terminals sogar als Beitrag zur Energiewende zu verkaufen. Bereits in seiner Amtszeit als niedersächsischer Wirtschaftsminister hatte er die Interessen der Gaskonzerne vertreten und sich massiv für das Fracking-Erlaubnisgesetz der Bundesregierung eingesetzt, mit dem Fracking in Tight-Gas-Reservoirs gesetzlich erlaubt wurde.

Keine zwei Wochen nach der Europawahl, bei der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Klimaschutz vollmundig zum bestimmenden Thema gemacht haben, ist die Partei der Klimaschutzbewegung in den Rücken gefallen. Gibt es unterschiedliche Ansichten über ein Gesetzesvorhaben in einer Landesregierung, enthält sich diese grundsätzlich im Bundesrat. Hätten sich alle Länder mit GRÜNER Regierungsbeteiligung enthalten, wäre die erforderliche Mehrheit für die LNG-Verordnung nicht zustande gekommen. Stattdessen verkündete Schleswig-Holstein in der Bundesratssitzung sogar, dass das Bundesland, in dem die GRÜNEN mitregieren, die Verordnung begrüßt. Von Klimaschutz reden und die Subventionierung von klimaschädlichen Projekten ermöglichen, scheint die neue Devise von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu sein.“

Quelle: Pressemitteilung von MdB Hubertus Zdebel vom 07.06.2019

 Veröffentlicht von am 13. Juni 2019

GRÜNE enttäuschen bei der LNG-Abstimmung im Bundesrat

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Jun 112019
 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben nicht Farbe bekannt, sondern klimaschädlich abgestimmt

Freitag, der 7. Juni 2019 war ein denkwürdiger Tag.
Die von Bundeskanzlerin Merkel vorgelegte Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland (pdf) wurde mehrheitlich – und leider mit Stimmen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – vom Bundesrat angenommen und kann damit in Kraft treten.

Damit ist für Frackinggas, hauptsächlich aus Amerika, Tür und Tor geöffnet.

Frackinggas, das durch seinen Methanschlupf von der Förderung bis zum Endverbraucher von seiner Klimabilanz mindestens genauso schädlich ist wie Kohle. Wenn man auch, wie vielfach angekündigt, auf bessere Produktionsverfahren hofft, ist nicht zu leugnen, dass Erdgas ein fossiler Brennstoff ist, den es in Zukunft weitestgehend auszuschalten gilt.

Betrachtet man dazu noch die Aufbereitung des Gases, Transportwege usw., zeigt sich, dass dafür ein hoher Energieaufwand betrieben werden muss. Davon ist in der Argumentation der Befürworter nichts zu vernehmen.
Und damit das Geschäft mit Flüssiggas (LNG) dennoch im Ganzen rentabel bleibt, wird durch diese neue Verordnung der Verbraucher zur Kasse gebeten.

Sehr viele Stimmen, auch das Bündnis Gegen Gasbohren, haben sich gegen den Import von LNG ausgesprochen.

Gegen Gasbohren hat im Vorfeld alle Bundestags-und Bundesratsmitglieder einzeln angeschrieben und auf die verheerende Klimabilanz von LNG aufmerksam gemacht.

VERGEBLICH!

Unsere Erwartung, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sich geschlossen gegen diese Verordnung stellen, wurde nicht erfüllt. Dass DIE GRÜNEN damit eine klimaschädliche Entscheidung getroffen haben, ruft bei uns großes Unverständnis hervor. Obwohl wir unsere Hoffnung auf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gesetzt hatten, sind wir bitter enttäuscht worden. Trotz ihres guten Wahlergebnisses haben sie nicht die Kraft aufgebracht, sich geschlossen gegen diese Verordnung zu stellen.

Kann man einer Partei bei der Wahl sein Vertrauen schenken, die dann bei wichtigen Fragen, die das Klima betreffen, nicht „Flagge“ zeigt?
Wie wäre es gewesen, wenn alle GRÜNEN hier mutig die dringend notwendige Weichenstellung für eine zukunftsorientierte Klimapolitik aufgezeigt hätten?

Für politisches Taktieren bleibt keine Zeit mehr. Nach Aussage seriöser Wissenschaftler[1] bleiben uns allen nur noch rund 30 Jahre; dann werden sich ca. 1 Milliarde Menschen zu den letzten Plätzen aufmachen, an denen Überleben noch möglich ist.

[1] https://www.oekonews.at/?mdoc_id=1123082

Materialien:

Beschlussdrucksache: Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland (PDF, 93KB, nicht barrierefrei)

Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland zum Beratungsvorgang (DRS 138/19)

 Veröffentlicht von am 11. Juni 2019

Lackmustest für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN IM Bundesrat am 7. Juni 2019

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Jun 052019
 

Am kommenden Freitag, 07.06.2019 wird, wie hier schon angekündigt, im Bundesrat über die Pläne der Bundesregierung zur „Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland“abgestimmt werden. Geplant ist Fracking-Gas aus Nordamerika verflüssigt, als sogenanntes LNG nach Norddeutschland zu drei noch zu errichtenden Terminals zu verschiffen. Die Kosten für den Netzanschluss sollen auf den Endverbraucher abgewälzt werden.
Allen Beteiligten sollte spätestens seit dem Klimagipfel in Paris klargeworden sein, dass fossile Brennstoffe, dazu zählt auch Erdgas, hier vor allem LNG, ein „Auslaufmodell“ sind. Ergas ist in seiner Klimabilanz keinesfalls weniger schädlich als Kohle .Erdgas ist kein Brückenbrennstoff, wie vor nicht allzu langer Zeit u.a. von den Grünen, vor allem von Oliver Krischer, immer wieder verbreitet worden ist.
Wir fordern wie auch die fridays for future-Bewegung ein zukunftsorientiertes Umdenken, d.h. für uns den zügigen Ausbau von erneuerbaren Energien und weitere begleitende Maßnahmen. Gegen Gasbohren wird genau beobachten, wie sich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN- Vertreter im Bundesrat positionieren, wie sie ihrem Auftrag, den sie bei der Europawahl von den Deutschen erhalten haben, gerecht werden. Erster Test wird ihr Abstimmungsverhalten am Freitag im Bundesrat sein.
(S. auch PM von Hubertus Zdebel, MdB)

 Veröffentlicht von am 5. Juni 2019

Die GRÜNEN geben uns mit ihrem Verhalten Rätsel auf!

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Mai 292019
 

Wir haben im Europawahlkampf oft genug gehört, wofür diese Partei einzustehen bereit steht und dafür wurde sie mit viel Vertrauensvorschuss bedacht.

Doch nun erleben wir zwei große Enttäuschungen.

Die GRÜNEN in der Hessischen Koalition mit der CDU werden sich nicht im Bundesrat gegen das CETA-Abkommen stellen und so dafür sorgen, dass CETA tatsächlich ratifiziert wird. Sie wollen sich nicht gegen den Koalitionspartner stellen, sagen sie.

Damit wird CETA tatsächlich doch noch voll ratifiziert werden, so wie SPD und CDU es mit trickreichen Aktionen in Deutschland und in Brüssel vorbereitet hatten.

Damit werden das deutsche Parlament und das deutsche Recht entmachtet und kann uns Bürger gegen die Machenschaften ausländischer Konzerne nicht mehr schützen.

Die GRÜNEN in einem Kreistag von Schleswig-Holstein haben, wenn auch zähneknirschend, dem Plan ihrer Landesregierung zugestimmt, in Brunsbüttel ein LNG-Terminal zu fördern, das überwiegend mit US- LNG aus Fracking-Gas beliefert werden wird.

Das ist die schlimmste denkbare Klimasünde der fossilen Brennstoffe, wegen hoher Emissionen in der Vorkette bis zur LNG-Umwandlung und wegen der zusätzlichen hohen Aufwände zur LNG-Herstellung, -Lagerung, -Schiffsbeladung und Transport und Rückvergasung am Anlandeort. Das Klima wird dadurch höchst geschädigt und die Inhalte des Pariser Abkommens von 2015 werden unterlaufen – und das unter Mitwirkung der GRÜNEN.

Werden denn die GRÜNEN ihre umweltpolitischen Überzeugungen immer dann „vergessen“, wenn sie Teilhabe an der Macht haben?

Das müssen wir bei unserem weiteren Kampf gegen die Fracking-Förderung in Deutschland im Kopf behalten!

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

Anlagen:

http://zeitung.shz.de/husumernachrichten/2098/article/908680/14/4/render/?token=c3d95f6f67303df7ea4134b96720ff70

PM der BI Kein CO2-Endlager e.V.  vom 24.05.2019 zu der Kreistagsentscheidung:


http://www.keinco2endlager.de/steuermittel-fuer-fracking-gas-terminal-von-jamaika-kreis-nf-bestaetigt/

 Veröffentlicht von am 29. Mai 2019

Offener Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundesrates anlässlich der Abstimmung über LNG-Infrastruktur

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Mai 152019
 

„Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland“

[„Nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 14. März 2019 die Länder- und Verbändeanhörung zum Referentenentwurf eingeleitet hat, beschloss das Bundeskabinett die Verordnung am 27. März 2019. Sie bedarf jedoch noch der Zustimmung des Bundesrates. ] (Link)

Bitte lehnen Sie diesen TOP bei der anstehenden Abstimmung ab!

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Bewusstsein, dass wir uns in einer weltumspannenden Klimaerhitzung befinden und Deutschland bereits jetzt seine Verpflichtungen deutlich verfehlt, wollen wir keinerlei finanziellen Anreize, um zusätzliche fossile Infrastruktur aufzubauen.

Weder als Steuerzahler_innen, noch als zahlende Gas- und Stromkunden sind wir bereit, LNG-Terminals sowie die dazugehörige Infrastruktur zu finanzieren. All unsere Kraft, alle zur Verfügung stehenden Mittel müssen auf die Förderung der Erneuerbaren Energien und die dezentrale Energieversorgung konzentriert werden; nur so können die Pariser Klimaziele erfüllt werden.

Natural Gas – Fossiles Erdgas — ist kein sauberer Brennstoff! Bereits bei der Gasförderung ohne Fracking können im gesamten Lebenszyklus rund 4 % des Gases unkontrolliert freigesetzt werden. Methan ist als Treibhausgas erheblich klimawirksamer als Kohlendioxid (CO2), nämlich 87-fach auf 20 Jahre und 36-fach auf 100 Jahre gerechnet (IPCC 2013).

Bei der Gasförderung durch Fracking kann bis zu 12 % der geförderten Gasmenge in die Atmosphäre entweichen. Laut den aktuellen Zahlen des weltweit anerkannten Experten Prof. Howarth, Cornell Universität, Ithaca, New York, beträgt die durchschnittliche Leckagerate (gefrackt und nicht-gefrackt) rund 4,1 %. Damit ist Gas klimaschädlicher als Kohle.

Weiterer Methanschlupf tritt bei der Verflüssigung zu LNG, Transport und Rückvergasung auf und erhöht seine Schädlichkeit um ein Vielfaches. Allein der Verflüssigungsprozess verschlingt bis zu 25 % des Energiegehaltes des Gases. Diese extrem negative Klimabilanz und die Gefährdung der Anwohner auszublenden, wäre verantwortungslos und eine zusätzliche Gefährdung des Weltklimas.

Beginnen Sie jetzt mit der Kehrtwende und lehnen Sie die Abwälzung eines wesentlichen Teils der Kosten für die LNG-Infrastruktur auf die Gaskunden ab. Ebenso sollten Sie die Förderung des Baus von LNG-Terminals ablehnen. Die bisherigen LNG-Terminals in Europa sind noch nicht einmal zu einem Viertel ausgelastet und jeder zusätzliche Terminal wird absehbar eine Investitionsruine werden, die dem jeweiligen Standort schaden würde.

Statt Atom, Kohle und LNG müssen wir möglichst zügig die Energiewende zu 100 % Erneuerbare Energien umsetzen. Das ist billiger, sauberer und problemlos machbar.

Bitte beachten Sie auch die Stellungnahme des Klimabündnisses gegen LNG (KGL) zur Verbändeanhörung, die in der viel zu kurzen Anhörungszeit kaum wahrgenommen werden konnte. Hiergegen hat das KGL Widerspruch eingelegt.

Quellen:
http://www.keinco2endlager.de/bi/wp-content/uploads/2019/03/2019_19_M%C3%A4rz_Klimab%C3%BCndnis-gegen-LNG_Stellungnahme-gg-geplante-Rechts%C3%A4nderung.pdf
http://www.eeb.cornell.edu/howarth/summaries_CH4_2016_De.php
https://www.pnas.org/content/109/17/6435
https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/WG1AR5_Chapter08_FINAL.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Reinhard Knof – Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V.
Andy Gheorghiu – Policy Advisor – Food & Water Europe
wir gegen fracking – Lüneburg
Berliner Wassertisch
BI Gemeinsam gegen Gas- und Probebohrungen am Niederrhein
BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“
Fracking freies Hessen n.e.V.
IG Fracking-freies Artland e.V.
Die BI FrackingFreies Hamburg
IGTL (Tecklenburger Land)
Gemeinnütziger Umweltschutzverein pro grün e.V. Paderborn
IG Schönes Lünne
AK Fracking Braunschweiger Land
GENUK e.V.
IG gegen Gasbohren Hamminkeln/Niederrhein
NaLaKiZu Bürgerstark, Aichstetten
Post Fossil A G
BürgerInneninitiative Umweltschutz Uelzen
NoFracking Bodensee-Oberschwaben
Fracking AG der BI Lüchow-Dannenberg
BI kein-frack-in-wf
BI für Gesundheit Hemslingen/Söhlingen
Abgefrackt Bündnis Weidener Becken gegen Fracking
BI LK-Oldenburg
IG „Gegen Gasbohren“ Nordwalde
BIGG Drensteinfurt e.V.
BI lebenswertes Korbach
FEBiD e.V., gemeinnütziger Verein Verein zur Erhaltung d. Biodiversität i. D.
Attac AG Stop Fracking Nienburg
BI Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe/Brunsbüttel
BI „No-Fracking-Völkersen“
BI „Wesermarsch ohne Bohrtürme“
BI „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“
BI „Rote Hand Thedinghausen/Achim“
BI „Walle gegen GasBohren“
FRACK-loses Gasbohren im Landkreis Rotenburg
IG Gegen Frac in Borken
BIGG Hamm
Inofrack Inde-Rur-Wurm Aachen
WUG Wittorf (Wittorfer für Umwelt und Gesundheit) e.V.

 Veröffentlicht von am 15. Mai 2019

Gegen Gasbohren beschließt Loccumer Resolution für Klimaschutz und das Ende der Erdgasförderung

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Apr 182019
 
Teilnehmer*innen des Bundestreffens der Initiativen „Gegen Gasbohren“

Pressemitteilung


Gegen Gasbohren beschließt Loccumer Resolution für Klimaschutz und das Ende der Erdgasförderung

(Loccum, Hannover, Berlin, 18.04.2019) Auf seinem Bundestreffen am letzten Wochenende hat Gegen Gasbohren, der Zusammenschluss der bundesdeutschen Initiativen gegen Fracking, die Loccumer Resolution beschlossen. Die Initiativen betonen in dieser Resolution, dass Deutschland seine Verpflichtungen zum Klimaschutz, die aus dem Pariser Abkommen resultieren, bisher nicht in entsprechende Maßnahmen umgesetzt hat. Insbesondere wegen der äußerst hohen Klimaschädlichkeit von LNG (Liquefied Natural Gas) aus Fracking-Erdgas fordern die Initiativen, keine LNG-Projekte sowie die hierzu gehörende Infrastruktur in Deutschland zu verwirklichen und auch nicht anderswo zu unterstützen. Zudem fordert Gegen Gasbohren ein Ende der Erdgasförderung in Deutschland. Neue Aufsuchungserlaubnisse und Bewilligungen dürfen nicht mehr erteilt werden. Bestehende Erlaubnisse und Bewilligungen dürfen nicht mehr verlängert werden und müssen spätestens 2025 auslaufen. Alle existierenden Bohrungen sowie Altbohrungen müssen insbesondere auf die Emissionen des klimaschädlichen Methans überprüft werden. Die Kosten hierfür sind von den Erdgasförderunternehmen zu tragen.

Zum Thema „Klimaschutz“ ist Gegen Gasbohren auch in einen Gedankenaustausch mit „Fridays for Future“ eingetreten. Zwei Vertreterinnen der Schulstreikbewegung diskutierten mit den Initiativen in Loccum. Gegen Gasbohren beschloss in der Loccumer Resolution, die Ziele der neuen Bewegung für eine wirksame Dekarbonisierung zu unterstützen.

Auch lokale Aspekte wurden auf dem Treffen erörtert. So stieß das Verhalten des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) auf massive Kritik, einen Mini-Frac an der Bohrstelle Düste Z10 im niedersächsischen Barnstorf zuzulassen, ohne hierfür eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen und auch auf eine wasserrechtliche Erlaubnis zu verzichten. Bei diesem beschönigend als ‚Drucktest“ bezeichneten Vorgang wurde nach Auffassung der Initiativen das Fracking-Recht des Bundes missachtet.

Auch an anderer Stelle war ein Demokratiedefizit festzustellen. So hatte der niedersächsische Wirtschaftsminister Althusmann vor wenigen Wochen lediglich einen ausgewählten Kreis niedersächsischer Bürgerinitiativen zum Thema Erdgasförderung in sein Ministerium eingeladen. Gegen Gasbohren fordert, dass diese Runde bei ihren nächsten Treffen für alle Bürgerinitiativen in Niedersachsen geöffnet wird, die sich schwerpunktmäßig mit den Gefahren der Erdgasförderung und der daraus resultierenden Folgen beschäftigen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens in Loccum war die niedersächsische Abstandsstudie zu hämatologischen Krebserkrankungen im Umfeld von Erdöl- und Erdgasförderanlagen sowie Bohrschlammgruben. Hier waren sich die Initiativen einig, dass diese Studie nur ein Anfang sein kann. Es sind weitere und gerade im Studiendesign weitergehende Studien erforderlich.

Für das nächste Jahr ist das Folgetreffen geplant, falls keine dringenden Vorkommnisse einen früheren Termin erfordern.



Text der Loccumer Resolution und die unterstützenden Organisationen: siehe Anhang


 Veröffentlicht von am 18. April 2019