Loccumer Resolution

 

 

Loccum, den 14. April 2019

 

Wir, die Bürgerinitiativen im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“, stellen fest, dass die Bundesregierung im Dezember 2015 in Paris Mitunterzeichnerin des völkerrechtlich bindenden Abkommens zur Begrenzung der globalen Erwärmung war.

Die sich daraus ergebenden Verpflichtungen zur Reduzierung der Schädigung der Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Energieträger und deren Nebenwirkungen wurden und werden von der Bundesregierung nicht in entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Erdgas ist wegen seiner hohen Leckagemengen an unverbranntem Methan ein bedeutender Klimaschädiger; es ist keineswegs „grüner“ als Kohle. Erdgas aus der Fracking-Förderung ist wegen der noch wesentlich höheren Verluste bei der Förderung etwa 3 x schädlicher als konventionelles. Liquified Natural Gas (LNG) aus Fracking-Erdgas ist noch einmal deutlich klimaschädlicher durch den hohen Energieaufwand zur Verflüssigung auf minus 162 Grad C und die anschließenden Lager-, Umschlags- und Seetransportverluste.

Trotz der Erkenntnis, dass Erdgas die globale Erwärmung nicht verringert, sondern statt dessen besonders verstärkt, will die Bundesregierung LNG-Terminals an den Küsten nicht nur genehmigen, sondern auch subventionieren. Es ist unverantwortlich, diese Mittel für die klimaschädliche LNG-Technik auszugeben. Sie müssen zwingend für die Nutzung regenerativer Energien eingesetzt werden.

Im Ergebnis trägt Deutschland damit dazu bei, die Erdgasnutzung zu steigern und die Schädigung der Atmosphäre zu verstärken. Dadurch werden die Lebensgrundlagen von uns allen auf diesem Planeten direkt gefährdet.

Die Bürgerinitiativen im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ unterstützen die Ziele der Schulstreikbewegung „Fridays for Future“ für eine schnelle und wirksame Dekarbonisierung!

Wir fordern von der Bundesregierung und den Landesregierungen mit der

 „Loccumer Resolution April 2019“ :
  1.  Keinerlei LNG-Projekte und Infrastruktur in Deutschland zu verwirklichen und keine deutsche Unterstützung derartiger Projekte im Ausland, weder direkt, noch indirekt über Absicherungen, Garantien und dergleichen.
  2. Ab sofort keine neuen Erlaubnisse zu Aufsuchungen und Bewilligungen zur Gewinnung von Erdgas zu erteilen.
  3. Bestehende Bergbauberechtigungen für Erdgas nicht zu verlängern und durch Festlegung auf den maximalen Endtermin 2025 zeitlich zu begrenzen.
  4. Unverzüglich den Rückbau und die Wiedernutzbarmachung von Standorten der Erdgasgewinnung oder -aufbereitung nach Ablauf der Bergbauberechtigungen zu verfügen
  5. Ab sofort die Entsorgung von Abfallflüssigkeiten aus der Förderung und Aufbereitung von Kohlenwasserstoffen in Versenkbohrungen zu beenden.
  6. Zügig die Altlasten aus der Kohlenwasserstoff-Förderung (Bohrschlammgruben u.a.) zu sanieren, so dass diese Maßnahmen bis 2030 beendet sind.
  7. Fracking aller Arten und andere Techniken zur Förderung von Kohlenwasserstoffen zu verbieten.
  8. Überprüfung aller bestehenden Bohrungen und Altbohrungen auf ungeregelte Methan- wie toxische Emissionen durch unabhängige Institute auf Kosten der Erdgasförderunternehmen. Altbohrungen dürfen nicht aus der Bergaufsicht entlassen werden.
Bürgerinitiativen im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

 

Die „Loccumer Resolution April 2019“ wurde am 14. April 2019 in Loccum von folgenden Mitgliedern gezeichnet:  
  • AK Fracking Braunschweiger Land
  • BI kein-frack-in-wf
  • WUG Initiative Wittorfer Bürger
  • Bundesverband BBU, Bonn
  • BI für sauberes Wasser, Witten
  • Berliner Wassertisch
  • IG Gegen Gasbohren, Hamminkeln
  • BI Walsrode gegen Gasbohren
  • BUND AG gegen Fracking, Lüneburg
  • AG No Moor Fracking, Diepholzer Moorniederung
  • attac AG Fracking, Nienburg
  • BI Gesundheit Söhlingen
  • BI Saubere Umwelt und Energie, Altmark
  • BI Frack-loses Gasbohren im LK Rotenburg
  • BI Schönes Lünne
  • BI Gegen Gasbohren e.V. Drensteinfurt
  • BI gegen CO2-Endlager e.V. , Schleswig-Holstein
  • BI Mensch & Umwelt Suhlinger Land
  • BI Gegen Gasbohren-Zehdenick-Templin
  • GENUK e.V., Hamburg
  • IG Fracking-freies Artland e.V.
 Weitere Mitglieder des Zusammenschlusses schließen sich an:
  • BI Fracking freies Hessen n.e.V.
  • BI Umweltschutz Uelzen
  • gemeinnütziger Umweltschutzverein pro grün e.V., Paderborn
  • AG Post-Fossil, Kassel
  • BI gegen Bohrungen im Süd-/Brookmerland
  • BI LK Oldenburg
  • BI gegen Gasbohren Kleve
  • AG Fracking der BI Umweltschutz Luechow-Dannenberg
  • BI Chiemgauer Seenplatte gegen Gasbohren
  • IG Gegen Gasbohren im Oberspreewald
  • BI Gegen-Gasbohren Hamm
  • BI Lebensraum Vorpommern
  • BI Gemeinsam gegen Gas- und Probebohrungen am Niederrhein
  • Abgefrackt Bündnis Weidener Becken gegen Fracking
  • BI inofrack Inde- Rur-Wurm
  • BI rote Hand Thedinghausen/Achim
  • IG Breinermoor/Backemoor
  • BI gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg e.V.
  • Unabhängige Bürgerinitiative Salzhausen
  • BI Lausitzer Initiative gegen Rohstoffpiraterie
  • gemeinnütziger Verein zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität in Deutschland e.V.
Weitere Organisationen schließen sich an:
  • Food & Water Europe
  • BI NoFracking Bodensee-Oberschwaben
  • BI Linteler Geest gegen Gasbohren
  • Initiative gegen Gasbohren im Tecklenburger Land
  • BI LangBÜRGnERsee, Bad Endorf
  • Partei DIE LINKE – Landesverband Niedersachsen

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 Veröffentlicht von am 18. April 2019 um 21:45