AUCH DER KREIS METTMANN GEGEN FRACKING!

Erdgassuche und -gewinnung mit der umstrittenen Methode des Hydraulic Fracturing (Fracking) soll es im Kreis Mettmann nicht geben. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistages. Fracking wird als extrem umweltgefährdend angesehen. Vor allem wird eine Verseuchung der Trinkwasserreserven befürchtet.

Dem Ausschuss lagen zwei Anträge von SPD und CDU vor. Die SPD fordert die Nutzung “sämtlicher verfahrensrechtlicher Mittel”, um Fracking zu verhindern. Die CDU will über die Beteiligung der örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten Druck machen, um das Bergrecht zu ändern und Umweltverträglichkeitsprüfungen obligatorisch zu machen. Diese sind nach Bergrecht nicht erforderlich.

Quelle:
Kreis Mettmann: Front gegen Fracking im Kreistag.

 

WIEDER EINE STADT GEGEN FRACKING!

In einer Resolution hat sich der Rat der Stadt Wolfsburg heute Mittwoch, 16. Mai in seiner öffentlichen Sitzung gegen das Fracking-Verfahren zur Erdgasgewinnung, Erdgasförderung beziehungsweise. Suche nach Erdgasvorkommnissen ausgesprochen. Mit dieser Resolution fordert der Rat der Stadt Wolfsburg die Niedersächsische Landesregierung und die Stadt Wolfsburg auf, alle notwendigen Schritte und Maßnahmen sowie rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Fracking-Bohrungen in Wolfsburg zu verhindern.Die Resolution im Wortlaut: „Der Rat der Stadt Wolfsburg lehnt mit Nachdruck das so genannte Fracking-Verfahren zur Erdgasgewinnung beziehungsweise -förderung oder zur Suche nach Erdgasvorkommen ab. Der Rat stellt fest, dass der Einsatz Wasser gefährdender chemischer Substanzen für die Gewinnung von Erdgas nicht hinnehmbar ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um den Einsatz in, an oder abseits von Wasserschutzgebieten geht.

Quelle:
Rat der Stadt lehnt Gasbohrungen ab | Wolfsburg | Salzgitter Zeitung.

 

Lange Zeit störte sich niemand daran, dass RWE DEA im Trinkwasserschutzgebiet nahe Völkersen seine mit Benzol und Schwermetallen kontaminierten Abfälle aus der Gasförderung in einer Versenkbohrung entsorgte.

Eingestellt wurde die Praxis, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen über Jahre ungeeignete Rohre verwendete, die mehrere Kilometer Boden und Grundwasser mit Benzol vergifteten. Durch die Rohre wurde das bei der Gasförderung anfallende Lagerstättenabwasser von den Bohrplätzen zur Versenkbohrung bei Völkersen transportiert. Die Dekontaminierung wird noch Jahre dauern. Alles Benzol wird dabei nicht entfernt werden können. Die erlaubten Grenzwerte wurden um das bis zu 39.000-fache überschritten.

Mit dem Verbot der Nutzung der Rohrleitungen und heftiger Kritik an der Entsorgung in einem Trinkwasserschutzgebiet, wich RWE DEA auf eine weitere Versenkbohrstelle nahe Wittorf im Kreis Rotenburg aus. Täglich mehrere LKW Ladungen voll.

Am vergangenen Wochenende wurde auch diese Versenkbohrstelle stillgelegt, nachdem es aus bislang unbekannten Gründen zu einem Feuer kam. Über mehrere Stunden war nicht bekannt, ob dabei giftige Stoffe in der Umgebung freigesetzt wurden.

Mangels Alternativen wurde nun die Versenkbohrstelle im Trinkwasserschutzgebiet bei Völkersen wieder in Betrieb genommen. Zusätzlich zu den Abwässern aus dem Bereich Völkersen werden dort nun auch die Abwässer aus dem Kreis Rotenburg entsorgt. Dabei soll es laut Berichten der Kreiszeitung (noch nicht online verfügbar) zur Überschreitung der erlaubten Einpressmenge kommen. RWE DEA sieht keinen Grund, die umstrittene Verpressung einzustellen. Alternativen dazu gibt es bislang nicht. Möglich wäre die deutlich teurere Entsorgung als Industrieabfall mit entsprechender Behandlung, doch davor schreckt die Gasindustrie – unter anderem auch ExxonMobil, Wintershall und Gas de France – bislang zurück.

Kontaminierte Abwässer. Entsorgung in Trinkwasserschutzgebieten. Ungeklärte Brände. Sperrungen wegen Angst vor Vergiftung der Bevölkerung. Überschreitung von Einpressmengen. Jahrelange Dekontaminationsmaßnahmen…

All dies zeigt, wie fragil das System Gasförderung in Deutschland ist. Sollte es zu einem großflächigen Ausbau der unkonventionellen Gasförderung kommen, werden sich die Mengen der zu entsorgenden Abwässer noch vervielfachen. Lösungen dafür sind noch in weiter Ferne.

 

Viele Forderungen könnten von uns kommen. Weiter so CDU!

Forderungen der CDU Landtagsfraktion (Niedersachsen):
1. Bei allen Anträgen für Fracking-Vorhaben ist verpflichtend eine
Umweltverträglichkeitsprüfung sowie ein Planfeststellungsverfahren mit
Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen. Hierzu muss das Bergrecht entsprechend
geändert werden.
2. Wasserschutzgebiete aller Schutzzonen sind besonders sensible Gebiete. Daher
sind Fracking-Vorhaben in Wasserschutzgebieten grundsätzlich nicht
genehmigungsfähig.
3. Die Beteiligung der betroffenen Landkreise ist bei der Genehmigung von Fracking-
Vorhaben zu gewährleisten. Sofern dabei die Notwendigkeit einer wasserrechtlichen
Erlaubnis gesehen wird, kann diese nur im Einvernehmen mit dem betroffenen
Landkreis erteilt werden.
4. Die Erdöl- und Erdgasförderindustrie ist in der Pflicht, Frack-Flüssigkeiten mit
geringerer Umweltbelastung zu entwickeln und einzusetzen. Es ist zu prüfen,
in welcher Form dafür die Forschungseinrichtungen und Universitäten des Landes
beteiligt werden können. Ziel muss es sein, beim Fracking ohne Chemikalien
auszukommen.
5. Die Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über die verwendeten Förderverfahren
ist seitens der Förderunternehmen zu verstärken. Kommunen und Bürger sind
über laufende und geplante Explorationsbohrungen zu informieren.
6. Erdöl- und Erdgasförderindustrie sowie die Geothermiebranche sollen
Informationen über bereits durchgeführte Frackingprojekte in Niedersachsen veröffentlichen

http://presse.cdu-fraktion-niedersachsen.de/assets/Uploads/PM171AnlagePositionspapier.pdf

 

Der Gemeinderat der Gemeinde Wald spricht sich in aller Deutlichkeit gegen Fracking – einem Verfahren zur unkonventionellen Erdgasgewinnung – auf dem Gebiet der Gemeinde Wald, in der gesamten Region und auch grundsätzlich aus.

Bei den Frackingverfahren wird dichtes Speichergestein unter hohem hydraulischen Druck, mit Wasser und unter Einsatz eines Additivs, aufgebrochen (engl. Fracking). Die dadurch entstehende
bessere Wegsamkeit im Gestein erleichtert den Austritt und damit die Gewinnung des Erdgases. Die Hauptbesorgnis des Gemeinderates der Gemeinde Wald sowie vieler Verfahrenskritiker
bezieht sich auf die zum Einsatz kommenden chemischen Zusatzstoffe (Additive) von denen einige im Verdacht stehen, karzinogen (krebserzeugend) zu wirken. Die Besorgnis um Grund- und Trinkwassergefährdung auch im Hinblick auf die Landwirtschaft insgesamt wiegt in unserer Region (Bodenseeregion) besonders schwer.

Gemeinsam mit weiteren betroffenen Kommunen in Baden-Württemberg setzt sich die Gemeinde Wald dafür ein, dass das Bergrecht geändert wird. Fracking sollte demnach (zumindest in sensiblen Bereichen) ganz verboten werden. An den Genehmigungsverfahren für diese umstrittene Erdgasförderung sollen die Kommunen und Kreise zukünftig also so genannte Träger öffentlicher Belange maßgeblich beteiligt werden.

Die Gemeinde Wald fordert daher die Landesregierung Baden-Württemberg auf:

  • das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau anzuweisen, das bei der Erdgasförderung umstrittene Fracking-Verfahren bis auf weiteres – sowohl im Bezug auf Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdgaslagerstätten, als auch deren Förderungsbewilligung – auszusetzen und entsprechende Anträge im Hinblick auf das öffentliche Interesse abzulehnen
  • sich bei der Bundesregierung sowie im Bundesrat durch eine Bundesratsinitiative für eine Änderung des veralteten Bergrechtes dahingehend einzusetzen, dass künftig bei allen bergrechtlichen Verfahren zum Fracking – beginnend bereits vor der Aufsuchungserlaubnis – neben einer Beteiligung der Gemeinden, Wasserbehörden und Wasserversorgungsunternehmen mit diesen auch Einvernehmen hergestellt werden muss
  • eine umfangreiche Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, die auch lückenlose Informationen über die verwendeten Stoffe sowie die möglichen Risiken beinhaltet, zu gewährleisten
  • eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen

Wald, den 08.Mai 2012

 

RWE DEA kommt nicht aus den Schlagzeilen. Erneut kam es zu einem Vorfall bei der Gasförderung in Deutschland. Aktivkohlefilter auf der Versenkbohrstelle Grapenmühle bei Visselhövede standen in Flammen. Sie sollen das krebserregende Benzol aus dem kontaminierten Lagerstättenabwasser filtern.

Die auch als Disposalbohrung bezeichnete Anlage Grapenmühle Z1 muss zurzeit auch die mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und Quecksilber belasteten Abwässer aus dem Bereich Völkersen aufnehmen. Dort musste die Disposalbohrung wegen undichter Leitungen und großflächiger Benzolkontaminierungen eingestellt werden.

Aktuell laufen bereits Untersuchungen wegen ausgetretenen Quecksilbers, das ebenfalls am Bohrplatz Grapenmühle Z1 gefunden wurde.

Über die Ursache des Brandes können wir nur spekulieren. So etwas hatten wir noch auf keiner von unseren Anlagen“, sagt RWE-Mann Stephan Schulze. Es sei aber klar, dass die Anlage zunächst einmal still gelegt werde, um den Störfall lückenlos zu dokumentieren. Schulze betont, dass in den Kesseln unter den Filtern „keine explosiven Stoffe oder Giftgase enthalten sind. Es sind nur Kohlenwasserstoffe, die bei der Erdgasförderung mit an die Oberfläche kommen und hier wieder verpresst werden.“ Auch das zuständige Bergamt ist gegen Mittag vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Die Fachleute versprechen eine „lückenlose Aufklärung des Störfalls“.

Lagerstättenabwasser ist ein Begleitprodukt der Gasförderung und fällt täglich in großen Mengen an. In Niedersachsen wird es über ein knapp 800 Kilometer langes Leitungsnetz transportiert und in verschiedenen Versenkbohrstellen “entsorgt”.

Quelle:
Feuer auf der Anlage Z1: Großalarm in Grapenmühlen – Visselhövede – Lkr. Rotenburg – Lokales – Kreiszeitung.

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