Inhaltsuntersuchungen der Giftschlammgrube Brüchau

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Aug 072018
 
Bürgerinitiative
„Saubere Umwelt & Energie Altmark“

Pressemitteilung vom 3. August 2018                        

Inhaltsuntersuchungen der Giftschlammgrube Brüchau
[um eine „Deponie“ handelt es nicht, da die hierfür bestehenden gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt werden] beginnen mit 10-monatiger Verspätung

Laut Teilgenehmigungsbescheid des Landesbergamtes (LAGB) für den Sonderbetriebsplan (SBP) „Aktualisierte  Gefährdungsabschätzung  auf Basis ergänzender Untersuchungen  der OTD Brüchau sowie Ableitung und Bewertung von  Schließungsvarianten“ wurde das Unternehmen
verpflichtet, vor Beginn der Sondierungsarbeiten, spätestens jedoch bis zum 31. Januar 2018 … eine Recherche zur Einlagerungshistorie der Abfälle vorzulegen.“
(Zulassungsbescheid des LAGB vom  26. Oktober 2017, Seite 1)

Mit Mail vom 26. Juni 2018 richteten wir (u.a.) diesbezüglich folgende Fragen bzw. Bitte an das LAGB :

1.) Ist das Unternehmen Ihrer Aufforderung fristgerecht nachgekommen?
2.) Falls ja, bitten wir um Kenntniserhalt der Einlagerungshistorie.
3.) Falls nein, was ist der Grund für die Nichtvorlage der Einlagerungshistorie und wie verhalten Sie sich dazu?

Unsere Mail wurde bis heute nicht beantwortet. Der Presse vom
1. August 2018 ist zu entnehmen, dass Untersuchungsarbeiten zum Inhalt der Grube jetzt beginnen sollen. Mit 10-monatiger Verspätung finden diese anscheinend derzeit statt: Ein Schlauchboot mit Arbeitern in Schutzanzügen bewegte sich gestern auf dem Silbersee, vermutlich um Messeinrichtungen zu platzieren. (siehe Fotos).

Foto:Firma bereitet Untersuchungen auf Wasserfläche der Giftschlammgrube Brüchau vor. Vorne rechts im Foto: Grundwassermeßstelle.

 

Zu einer genaueren Presseinformation war Neptun Energy anscheinend nicht bereit.

Der zwingend einzuhaltende Wasserstand, um das Ausgasen von Quecksilberdämpfen zu minimieren, ist zur Zeit niedrig. Aus dem Betriebsbrunnen wird daher Grundwasser in den Silbersee gepumpt.

Foto: oben Mitte (neben dem Rettungsring) zulaufendes Grundwasser zur Erhöhung des Wasserstandes, damit Quecksilberausgasungen verringert werden.

Am 2. August 2018 fanden auch erste Gespräche von Neptune Energy mit Brüchauer Grundbesitzern statt, wegen zu errichtender weiterer Brunnen. „Aber warum erst jetzt?“, fragt Landwirt David Serowy aufgebracht.

i.A. Christfried Lenz

 

 Veröffentlicht von am 7. August 2018

Hubertus Zdebel: „Das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel ist ein Einfallstor für importiertes Fracking-Gas.“

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Jul 312018
 

Foto: pixabay.de

MdB Hubertus Zdebel von der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie im Finanzausschuss und Sprecher für den Atomausstieg steht dem Import von Flüssiggas kritisch gegenüber und sieht das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel als ein Einfallstor für importiertes Fracking-Gas

„Protegiert durch die Bundesregierung und die schleswig-holsteinische Landesregierung soll den Menschen der Bau des ersten LNG-Terminals in Deutschland als energie- und umweltpolitische Erfolgsstory schmackhaft gemacht werden. Mithilfe der LNG-Technik (LNG: liquefied natural gas) kann Erdgas verflüssigt, verdichtet und dadurch in großen Mengen per Schiff über die Meere transportiert werden, ohne dass eine Pipeline dafür nötig wäre. LNG ist aber längst nicht so umweltfreundlich, wie von der Industrie und ihren politischen Interessensvertretern behauptet. Nicht nur verschlechtert sich seine Klimabilanz allein schon durch die komplizierten Verflüssigungs- und Regasifizierungsprozesse. Auch die Herkunft des verflüssigten Gases ist höchst problematisch: große Mengen werden durch Fracking gewonnen. In Wahrheit ist der Terminal-Bau in Schleswig-Holstein also ein Einfallstor für US-Gaslieferungen, die durch die gefährliche Fracking-Technik gefördert wurden. Bezeichnend, dass laut Handelsblatt das Betreiberkonsortium des Projekts in Brunsbüttel, die German LNG Terminal GmbH, ‚derzeit kein Interesse‘ daran hat ihr Projekt in den Medien zu sehen. Der Zusammenhang zum anstehenden Massenimport von Fracking-Gas soll verschleiert werden.

Geostrategisch gewinnt gefracktes Erdgas aus den USA eine immer höhere Bedeutung, da hiermit die Unabhängigkeit des Westens von russischen Erdgasimporten erhöht werden kann. Dass innerhalb der EU momentan verstärkt auf LNG-Terminals gesetzt wird,  steht in direkter Verbindung zu den globalen Handelskriegen und der aggressiven Außenpolitik des US-Präsidenten Trump. Die US-Frackingkonzerne reiben sich die Hände, denn die EU und die Bundesregierung treiben nun auch in Deutschland ein Projekt voran, das ohne satte Subventionen durch Steuergelder noch längst nicht wirtschaftlich wäre. Anstatt in einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien zu investieren, wollen die Bundesregierung und das Jamaika-Bündnis in Schleswig-Holstein den Frackingkonzernen Millionenbeträge in den Rachen werfen. Was sagt eigentlich der grüne Landesumweltminister Robert Habeck dazu?

Die immer negativer werdende klimapolitische Entwicklung im Bereich Fracking wird auch darin deutlich, dass die ehemalige E.ON-Tochter Uniper mit langfristigen Abnahmeverträgen den Bau eines LNG-Terminals an der kanadischen Ostküste ermöglicht. Dies ergaben Recherchen der NGOs urgewald, BUND NRW und der Kritischen AktionärInnen. Doch damit nicht genug: Die Bundesregierung erwägt eine Staatsgarantie in Höhe von 3 Milliarden Dollar für das Projekt und hat hierfür bereits einen ‚letter of interest‘ ausgestellt. DIE LINKE lehnt diese Geschäfte ab und stellt sich weiterhin konsequent gegen jegliche Anwendung der gefährlichen Fracking-Technik.

 Veröffentlicht von am 31. Juli 2018

BBU: LBEG macht den Erörterungstermin zum Exxon-Gasförderprojekt Goldenstedt Z 23 zur Farce

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Jul 232018
 

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Schwere Vorwürfe erhebt der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. gegenüber dem niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hinsichtlich dessen Durchführung des Erörterungstermins am 17.7.2018 zur Förderausweitung der ehemaligen Frac-Bohrung Goldenstedt Z23 der ExxonMobil Production Deutschland GmbH auf täglich mehr als 500.000 Kubikmeter Erdgas im Landkreis Vechta.
Der Umweltverband wirft dem LBEG vor, keinen fairen Termin durchgeführt zu haben und ihn zur Farce gemacht zu haben. Dies zeigte sich bereits am Stil des Versammlungsleiters: Während die Einwendenden arrogant und herablassend behandelt wurden, war sein Verhalten gegenüber Exxon eher als devot zu bezeichnen. Bezüglich der inhaltlichen Aspekte zeigte die Behörde kaum Interesse an einer Sachaufklärung. Aufgrund des Verhaltens der Behörde hagelte es auf dem Termin Befangenheitsanträge gegen LBEG-Mitarbeiter.
Angesichts der auf dem Termin trotzdem offenkundig gewordenen schwerwiegenden Mängel des Antrags fordert der BBU eine grundlegende Überarbeitung der Antragsunterlagen, eine Neuauslegung und einen erneuten Erörterungstermin.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Bereits zu Beginn des Erörterungstermins forderten die Umweltverbände BBU, BUND und NABU vehement die Absetzung des Termins. Alle waren erst durch ein Schreiben des LBEG am 9.7.2018 davon in Kenntnis gesetzt worden, dass der Termin am 17.7.2018 stattfindet. Diese Frist war unangemessen kurz. Sie verhinderte sowohl eine angemessene Vorbereitung als auch die Teilnahme mehrerer Experten der Umweltverbände, die so schnell nicht ihre Termine ändern konnten. Dass das LBEG trotzdem an dem Termin festhielt, führte zu einem Befangenheitsantrag gegen fünf Behördenverantwortliche. Gegen alle üblichen Verfahrensweisen setzte das LBEG diesen Termin trotzdem fort.“

Weiter führt Oliver Kalusch aus: „Wie groß die Nähe der LBEG- Mitarbeiter zu ExxonMobil ist, zeigte sich auch beim Thema Wortprotokoll. Statt dieses selbst zu veranlassen, hat die Behörde es ExxonMobil überlassen, den Tonmitschnitt der Veranstaltung und die Übertragung in den Entwurf eines Wortprotokolls zu organisieren. Dies verstößt eindeutig gegen die entsprechende Ausschlussbestimmung des Verwaltungsverfahrensgesetzes, wonach Verfahrensbeteiligte nicht für die Behörde tätig werden dürfen. Den entsprechenden Antrag des BBU, wieder einen rechtskonformen Zustand herzustellen, lehnte das LBEG jedoch ab.“

Auch in inhaltlicher Hinsicht entsprach der Termin nicht den allgemein üblichen Standards. So fehlten zahlreiche technische Details des Vorhabens wie Auslegungsdaten von Anlagen, technische Verfahrensfließbilder und Angaben zu Emissionen, die für eine Bewertung der Umweltauswirkungen zentral sind. Dies solle in anderen Betriebsplänen erfolgen, für die dann aber keine Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung mehr vorgesehen sind. Bereits im jetzigen Antrag wurde auf bestehende Betriebspläne verwiesen, ohne die notwendigen Angaben daraus im Planfeststellungsantrag aufzuführen. Damit haben ExxonMobil und das LBEG gemeinsam die Umweltverträglichkeitsprüfung ausgehöhlt.

Bei der Abarbeitung der vom LBEG vorgelegten Tagesordnung wurden immer wieder Tagesordnungspunkte in der Mitte abgebrochen, obwohl es seitens der Einwendenden noch zahlreiche Argumente zu dem jeweiligen Themenkomplex gab. Wie gering das Erkenntnisinteresse der Behörde war, wurde besonders beim Thema „Bodensenkungen“ deutlich. Trotz Intervention von Einwenderseite wurde der Punkt abgebrochen, obwohl die Lehren aus der Situation im niederländischen Groningen noch gar nicht erörtert waren. In Groningen sackt den Anwohnern aufgrund der Gasförderung förmlich der Boden unter den Füßen weg.

Abschließend erklärt Oliver Kalusch: „Man muss lange suchen, um ein Planfeststellungsverfahren und einen Erörterungstermin mit derart vielen Mängeln zu finden. Der Präsident des LBEG, Andreas Sikorski, wäre gut beraten, die Verfahrensabläufe und das Selbstverständnis der Mitarbeiter in seiner Behörde einer intensiven Prüfung zu unterziehen. Wir als Umweltverband fordern ihn auf, dafür Sorge zu tragen, dass eine grundlegende Überarbeitung der Antragsunterlagen und eine Neuauslegung erfolgen und ein erneuter Erörterungstermin auf einer fairen Grundlage durchgeführt wird.“

 

Hintergrund: Einwendung des BBU gegen den Rahmenbetriebsplan der Firma ExxonMobil Prduction GmbH vom 3. Juni 2018

 

 Veröffentlicht von am 23. Juli 2018

Offener Brief von „Gegen Gasbohren“

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Jul 212018
 

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Offener Brief von „Gegen Gasbohren“ an die Regierungen der Bundesländer mit Kohlenwasserstoff-Förderung in Deutschland und an alle in den Parlamenten vertretenen Fraktionen vom 18. Juni 2018

Aus  Anlass der Veröffentlichung der 5. Auflage des COMPENDIUMs New Yorker Wissenschaftler und Gesundheitsfachleute im März 2018 hat der Zusammenschluss auf die Findungen und Bewertungen zu den vielen Hunderten Berichten zur Kohlenwasserstoff-Förderung in Nordamerika hingewiesen und die hohe Gesundheitsgefährdung der Menschen in den Fördergebieten angesprochen, die unvermeidbar sei und mit keinem noch so strengen Gesetz verhindert werden könne. Diese Bedrohungslage stellt sich in Deutschland nicht anders dar und gilt sowohl für die Fracking-Förderung, als auch für die konventionelle Kohlenwasserstoff-Förderung.

Die Politiker wurden an ihre Verantwortung gegenüber den Bürgern erinnert und daran, dass Deutschland wegen des Klimaschutzes so schnell wie möglich aus der Nutzung der Kohlenwasserstoffe und besonders aus der Nutzung des besonders schädlichen Erdgases aussteigen müsse, anstatt neue Aktivitäten zur weiteren Förderung zu beginnen.

Volker Fritz

Link:
Offener Brief vom 18. Juni 2018

Link:
Übersetzung der zusammenfassenden Schlussfolgerung 5.Auflage Compendium 14. März 2018

Link:
Übersetzung-2-1 der Einzelbewertungen der Bewerter zu den 14 einzelnen Themenuntergruppen wie: Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Beeinträchtigung der öffentlichen Gesundheit, Erdbeben … vom 16. März 2018

 

Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jul 192018
 

 

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Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 16 Juni 2018 bis 13. Juli 2018

Der Juli 2018 erlebt eine weitere deutliche Erholung – nach Zunahme im Juni – vom vorherigen starken Rückgang der im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den Berichtsmonaten März und April.
Die Rohölpreise auf WTI-Basis nahmen in den letzten Wochen deutlich zu bis auf über 74 USD/barrel und erst in den letzten Tagen fielen sie auf knapp unter 71 USD/barrel. Nach den Ankündigungen der US-Förderindustrie sind die US-Rohölpreise ab 60 USD/barrel interessant.
Dennoch war die Wiederinbetriebnahme von Bohrtürmen im Juli, gemessen an den aktuellen Marktpreisen, vorsichtig bis mäßig. Besonders erstaunlich im Berichtszeitraum ist zu vermerken, dass in den USA sogar ein leichter Rückgang im Juli zu verzeichnen ist, während in Kanada umfangreich reaktiviert wurde.
Auch die deutlich erhöhte Zahl der im Juli 2018 reaktivierten Bohrtürme hat noch nicht dazu geführt, den Stand von Februar/März 2018 wieder zu erreichen.

Hier bleiben Fragen offen, deren Klärung eventuell demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief auch im Monat Juli wieder nicht gleichsinnig. In den USA nahmen die Zahlen der im Einsatz befindlichen Bohrtürme des Vormonats gering ab, bezogen auf die inzwischen recht profitablen aktuellen Marktpreise, während in Kanada der der Absturz vom Mai  überkompensiert wurde. So ergab sich eine Gesamtzunahme von 53 Türmen im Juli, die aus einer Rücknahme in den USA von 5 Bohrtürmen und einer Zunahme in Kanada von 58 Bohrtürmen entstand. Die Zunahme setzt sich wiederum überwiegend aus Ölbohrtürmen zusammen (über 80 Prozent), während Gasbohrtürme stagnieren.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74
18.05.18
1.129 1.046 83 71,50
15.06.18
1.198 1.059 139 66,60
13.07.18
1.251 1.054 197 70,60

 
Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (528), Oklahoma (141), New Mexico (99), Louisiana (58), North Dakota (57), Pennsylvania (37), Colorado (32), Wyoming (27) und Ohio (22).

Der Ölpreis war seit Mitte März stetig gestiegen, auf zwischenzeitlich am 18. Mai 2018 71,50 USD/barrel für WTI , am 15. Juni 2018 etwas nachgegeben auf 66,60 USD/barrel, danach wieder gestiegen bis 74,30 mit Abfall auf aktuell  70,60 USD/barrel.

Die Unsicherheit an den Börsen sei der Grund für diese Rohstoffpreisentwicklung, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, derzeit Stand 2,88 USD/mmBtu.
Das Erdgas-Überangebot in den US-Netzen drückt die Preise.

Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorräte der USA besteht weiter. Bisher wurde davon ausgegangen, dass in 2018 die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 bis 70 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen könnte.
Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA könnte sich auf die inzwischen schon wieder recht starke Ölförderung des Iran auswirken und diese reduzieren.
Die damit auf dem Weltmarkt befürchtete Verknappung des Rohöles ist nicht zu erwarten. Erst kürzlich haben mehrere wichtige Erdölförderländer angekündigt, ihre Förderung wieder hochfahren zu wollen. Und die Länder der EU haben betont, dass sie im Atomabkommen mit dem Iran bleiben wollen und dem Iran Möglichkeiten schaffen wollen, sich wirtschaftlich weiter zu erholen. Das bedeutet, dass sie Öllieferungen des Iran gegen das US-Embargo an die EU organisieren wollen.

Die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), animieren die Rohstoff-Spekulanten zu Preiswetten und überlagern das eigentliche Rohöl-Liefergeschäft.

Die sprunghafte Außenpolitik der USA, unter Missachtung aller internationalen Vereinbarungen, die gültig abgeschlossen wurden, wesentlich in der Vergangenheit forciert von den USA, bietet für Zocker natürlich zusätzliches Wett-Potential und verschärft generell die Situation.
Die Aktivitäten von Präsident Trump gegen die NATO als gemeinsame Allianz vergrößert natürlich die Unsicherheit noch weiter.

Das erwartete Reaktivieren von Bohrtürmen bei Rohölpreisen von deutlich über 60 USD/barrel WTI  in den USA und in Kanada zur Jahresmitte 2018 ist weiterhin ausgeblieben. Die Gründe dafür sind weiterhin nicht klar auszumachen.
Die US-Förderunternehmen behaupten, dass sie aus ihren Förderbohrungen in Shale-Vorkommen durch optimierte Maßnahmen viel mehr Produktion herausholen als vorher und daher eher wettbewerbsfähig sind (bei niedrigeren Preisen als vorher).
Da insgesamt im Bereich der Ölförderung in Nordamerika der Hauptrückgang in den Monaten März und April 2018 stattgefunden hat und die Zunahme im Mai und Juni diesen starken Rückgang bisher nicht ausgleichen konnte, wird im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2018 das Ölangebot aus nordamerikanischer Förderung nicht so stark zunehmen, wie sich das noch im Monat Februar 2018 abzeichnete.

Foto: pixabay

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt. Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. Neueste Meldungen berichten, dass die Fotovoltaik durch weitere Verbesserungen der Effizienz inzwischen in den USA wettbewerbsfähiger als die fossilen Stromerzeuger ist.
Die Zubauraten an Fotovoltaik-Anlagen in  den USA sind rasant gestiegen.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt.
Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

Bericht zum Monat April 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Apr 212018
 

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Berichtszeitraum 17. März 2018. bis 13. April 2018

Der April 2018 erlebt einen starken Rückgang der im Einsatz befindlichen Bohrtürme, nach einem schon deutlichen Rückgang im Berichtsmonat Februar.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis nahmen in den letzten Wochen stetig zu und stiegen bis heute auf fast 67 USD/barrel, so dass nach vorherigen Ankündigungen der Förderindustrie die erzielbaren Verkaufserlöse (ab 60 USD/barrel) eigentlich Anlass für die verstärkte Wiederinbetriebnahme, anstatt für weitere massive Verringerungen der Bohrtürme im Einsatz.
Hier bleiben Fragen offen, deren Klärung eventuell demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief auch im Monat April wieder nicht gleichsinnig. In den USA hielten sich die Zahlen der im Einsatz befindlichen Bohrtürme des Vormonats mit geringen Zunahmen, während in Kanada im April der Absturz weiter ging. Mit minus 117 Türmen.
Insgesamt 99 Bohrtürme wurden stillgelegt, 88 Öl- und 11 Erdgasbohrtürme.
Das war fast die Hälfte der noch in Kanada eingesetzten Bohrtürme.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74

 

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 856 Ölbohrtürme und 253 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (501), Oklahoma (128), New Mexico (89), Louisiana (57), North Dakota (54), Pennsylvania (41), Colorado (31), Wyoming (29) , und Ohio (23).

Der Ölpreis ist seit Mitte März stetig gestiegen, auf inzwischen fast 67 USD/barrel.

Der Börsen-Umschwung sei der Grund für diesen Rückgang der Rohstoffpreise, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der
Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu jetzt weiterhin bei 2,70 USD/mmBtu stabil.
Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorräte der USA besteht weiter. 2018 könnte doch die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen.
Allerdings werden durch die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), die Rohstoff-Spekulanten zu Preiswetten animiert, die das eigentliche Rohöl-Liefergeschäft überlagern.

Das erwartete Reaktivieren von Bohrtürmen bei Rohölpreisen von deutlich über 60 USD/barrel WTI in den USA und in Kanada ist weiterhin ausgeblieben. Die Gründe dafür sind im Moment nicht klar auszumachen.
Die Förderunternehmen behaupten, dass sie aus ihren Förderbohrungen in Shale-Vorkommen durch optimierte Maßnahmen viel mehr Produktion herausholen als vorher und daher eher wettbewerbsfähig sind (bei niedrigeren Preisen als vorher).
Da insgesamt im Bereich der Ölförderung in Nordamerika der Hauptrückgang in den Monaten März und April 2018 stattgefunden hat, wird im Verlauf des Jahres das Ölangebot nicht so stark zunehmen, wie sich das noch im Monat Februar 2018 abzeichnete.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.
Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. Neueste Meldungen berichten, dass die Fotovoltaik durch weitere Verbesserungen der Effizienz inzwischen in den USA wettbewerbsfähiger als die fossilen Stromerzeuger ist. Die Zubauraten an Fotovoltaik-Anlagen in den USA sind rasant gestiegen.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt. Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 

 Veröffentlicht von am 21. April 2018