Hubertus Zdebel (DIE LINKE): Fracking-Offensive der Konzerne in Niedersachsen steht unmittelbar bevor – LBEG schreibt Stellen für Fracking-Maßnahmen aus

 Allgemein, DIE LINKE, Niedersachsen, Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Hubertus Zdebel (DIE LINKE): Fracking-Offensive der Konzerne in Niedersachsen steht unmittelbar bevor – LBEG schreibt Stellen für Fracking-Maßnahmen aus
Sep 022017
 

Pressemitteilung von Hubertus Zdebel MdB DIE LINKE, 1. September 2017

„Der Bevölkerung Niedersachsens droht unmittelbar nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 eine Fracking-Offensive der Öl- und Gaskonzerne. Dies geht aus einer Stellenausschreibung des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hervor“, so Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss. „Demnach sucht die Behörde Personal für die anstehenden Zulassungsverfahren zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl und zum Versenken von Lagerstättenwasser. Die Prüfung und Bewertung von Antragsunterlagen für Planfeststellungsverfahren für Fracking-Maßnahmen sollen ebenso zu den Aufgaben gehören wie Antragskonferenzen, Erörterungstermine und die Mitwirkung bei der Erarbeitung von Zulassungen.“

Zdebel weiter: „Das LBEG zeigt, was CDU/ CSU und SPD im Bund wegdiskutieren wollen: Mit ihrem Pro-Fracking-Recht haben sie den Boden für das gefährliche Gasbohren in spezifischen Gesteinsformationen, sogenannten Tight-Gas-Reservoirs, bereitet, während DIE LINKE. im Bundestag sich stets für ein Fracking-Verbot ohne Ausnahmen eingesetzt hatte.

Doch auch die niedersächsische Landesregierung aus SPD und GRÜNEN trägt erhebliche Verantwortung für die katastrophale Entwicklung. So machte sich SPD-Wirtschaftsminister Olaf Lies im Juni 2016 unter dem Beifall des grünen Umweltminister Stefan Wenzel zum willigen Vollstecker der Interessen des Gas- und Öl-Lobbyverbandes BVEG, der über seinen Vorsitzenden Martin Bachmann die Einführung des Pro-Fracking-Rechts forderte. Wenige Tage später beschloss der Bundestag das Gesetzespaket. Die Umwelt – und Gesundheitsschäden sollen nun von der Bevölkerung getragen werden. Die Gaskonzerne machen hingegen Kasse.

DIE LINKE unterstützt die Betroffenen, die sich zukünftig in konkreten Verfahren gegen Fracking-Vorhaben wehren müssen. Im Gegensatz zu den Fracking-Parteien bleiben wir dabei: Fracking muss – ohne Ausnahmen – verboten werden!“

 Veröffentlicht von am 2. September 2017

Bundeskanzleramtsminister Altmaier lässt die Maske beim Fracking fallen

 Allgemein, CDU, DIE LINKE, Politik, Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Bundeskanzleramtsminister Altmaier lässt die Maske beim Fracking fallen
Aug 232017
 

PM von MdB Hubertus Zdebel, 22.8.2017

Zu den Äußerungen von Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Kanzleramtes, zum Thema Fracking erklärt der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE), Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss:

 

„Altmaier hat in Celle vor Lobbyvertretern der Bohrbranche die Maske beim Thema Fracking fallen gelassen. Mit seiner Forderung, die Anzahl von Fracking-Probebohrungen auszuweiten, hat er klar gemacht, dass nach der Bundestagswahl mit einer Aufweichung der derzeitigen Fracking-Regelungen durch die CDU zu rechnen und eine umfassende Anwendung der unbeherrschbaren Risikotechnik geplant ist.

 

Dabei dürfte es sich nicht um einen Alleingang Altmaiers handeln. Es wäre weltfremd, anzunehmen, dass diese Position nicht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel abgestimmt ist. Ich fordere die CDU-Kanzlerkandidatin auf, umgehend zu erklären, was die Menschen nach der Bundestagswahl beim Thema Fracking von der CDU zu erwarten haben.

 

Für mich ist sonnenklar, dass die Probebohrungen nur der erste Schritt sind. Altmaier setzt darauf, in der Bevölkerung Akzeptanz für Fracking zu schaffen und somit den Boden für den großflächigen Einsatz der Mensch und Umwelt schädigenden Technik zu bereiten. Seine Vorstellung von der
‚Aufklärung über die Gefahren der Bohrtechnik‘ legt er dabei offen. Mit der Behauptung, dass es in den letzten 50 Jahren bei mehr als 300 Bohrungen in Niedersachsen nie zu Unfällen oder Komplikationen gekommen sei, führt er die Öffentlichkeit in die Irre. Richtig ist, dass es bei diesen Bohrungen nie ein systematisches Umweltmonitoring mit konkreten Messungen gegeben hat. Und die Häufung von Krebsfällen an Gasförderstandorten verschweigt er.

 

Nach wie vor gilt für DIE LINKE: Fracking ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt und muss ohne Ausnahmen verboten werden.“

 

LINK zum Artikel: https://celleheute.de/minister-altmaier-in-celle-suche-nach-antworten-

 

Abgekartetes Spiel der FDP beim Fracking

 NRW, Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Abgekartetes Spiel der FDP beim Fracking
Aug 162017
 

PM von MdB Hubertus Zdebel, 15.8.2017

Zu den Äußerungen der NRW-Landesregierung zum Thema Fracking erklärt Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss und Münsteraner Direktkandidat der LINKEN bei der Bundestagswahl: „Was die FDP derzeit der Öffentlichkeit beim Thema Fracking bietet, ist ein abgekartetes Spiel mit verteilten Rollen, das den Weg für eine Anwendung der unbeherrschbaren Risikotechnik auch in Nordrhein-Westfalen ermöglichen soll. So spricht der FDP-Bundestagsdirektkandidat in Münster, Jörg Berens, davon, dass die FDP ein pauschales Fracking-Verbot ablehnt und einen Rechtsrahmen für Fracking fordert. Dies passt zur Politik von FDP-Chef Christian Lindner, der bereits vor zwei Jahren die Mensch und Umwelt schädigende Technik erforschen lassen und die Bevölkerung hinters Licht führen wollte mit der schon damals widerlegten Behauptung, Schiefergas könne einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten.

Derweil übernimmt NRW-Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart (ebenfalls FDP) die Rolle, den Menschen vor der Bundestagswahl eine Beruhigungspille zu verabreichen. Nebulöse Sätze wie ‚Wir werden Fracking weder vorantreiben noch unterstützen‘, sollen den Eindruck erwecken, dass die Bevölkerung vor dem Einsatz die Technik sicher sei. Tatsächlich bedeutet dies aber lediglich, dass die Gaskonzerne sich auf die bestehende Rechtslage und Genehmigungspraxis in NRW verlassen können. Danach kann in Sandsteinformationen in NRW an der Grenze zu Niedersachsen problemlos gefrackt werden. Eine Prüfung, welche Bohrtechnik bei der Gewinnung von Kohleflözgas angewendet werden soll, erfolgt bei der Erteilung der Aufsuchungserlaubnisse in NRW erst gar nicht. Das ist das exakte Gegenteil eines Fracking-Verbots.

Wer die FDP wählt, wird Fracking bekommen. Nur die LINKE steht für ein Fracking-Verbot ohne Ausnahmen.“

Quellen:
https://www.liberale.de/content/lindner-interview-aus-angst-wird-kapital-geschlagen
http://www.wn.de/Welt/Politik/2920204-Neuer-NRW-Wirtschaftsminister-sieht-viel-ungenutztes-Potenzial-Westfalen-hat-eine-Menge-zu-bieten
https://www.bundjugend-nrw.de/mitmachen/jugendgruppen/muenster/bundjugend-parteiencheck/

 Veröffentlicht von am 16. August 2017

ExxonMobil läßt nicht locker!

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für ExxonMobil läßt nicht locker!
Jul 242017
 

Grafik: pixabay

Hubertus Zdebel, Mitglied des Bundestages für die Fraktion DIE LINKE im Bundestag, hat heute eine Pressemitteilung herausgeben. Er macht darauf aufmerksam, dass ExxonMobil erneut ein Propagandakampagnie fährt.

Ziel der Förderindustrie ist, das Frackingverbot in Schiefergestein in der nächsten Legislaturperiode zu Fall zu bringen.
Exxon benutzt dabei weiterhin die alten fadenscheinigen Argumente, dass sogenanntes „heimisches Gas“ Deutschland von Importen unabhängig machen würde.
Hubertus Zdebel widerspricht dem vehement und nennt es eine Märchenstunde.

Zdebel: Propagandaoffensive von ExxonMobil für Schiefergasfracking ist unerträglich

„Ohne Rücksicht auf Umweltschäden, Klima- und Gesundheitsgefahren will ExxonMobil den Boden für zukünftiges Schiefergasfracking bereiten“, erklärt der münsterische Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKEN), Obmann seiner Fraktion im Bundestagsumweltausschuss, zur neuen Kampagne des Öl- und Gaskonzerns. „Der Konzern setzt darauf, dass das Verbot von Fracking im Schiefergestein bei der Überprüfung in der nächsten Legislaturperiode fällt. Derartigen Plänen erteile ich eine unmissverständliche Absage. Fracking muss ohne Ausnahmen verboten werden.“

Zdebel weiter: „Die Argumente von ExxonMobil sind leicht durchschaubar. So wird weiterhin die Legende verbreitet, Deutschland müsse Schiefergasfracking betreiben, um von Importen unabhängig zu sein. Das ist Märchenstunde. Denn die beim Schiefergasfracking zu fördernde Gasmenge ist volkswirtschaftlich vernachlässigbar. Sie kann lediglich etwa 2% der Energie liefern, die jährlich in Deutschland verbraucht wird. Dies wäre durch eine forcierte Energiewende leicht zu ersetzen.

Ferner verschweigt der Gaskonzern, dass es gar kein ‚deutsches‘ Erdgas gibt. Mit der Zahlung des Förderzinses geht das Gas in das Eigentum des fördernden Konzerns über. Daher soll nur eine andere Abhängigkeit festgeschrieben werden – und zwar von internationalen Konzernen wie ExxonMobil oder Wintershall, die Gas auf dem Weltmarkt verkaufen und lediglich ihre Firmeninteressen durchsetzen wollen.

Für DIE LINKE ist klar: Nicht die Förderung von Gas mittels Fracking, sondern die verstärkte dezentrale Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen oder die Erzeugung von Energie aus Sonne und Wind durch Projekte von Unternehmen in öffentlicher Hand dienen dem Klimaschutz und der Unabhängigkeit von Konzernen und Importen.“

Grafik: pixabay

 

 

 Veröffentlicht von am 24. Juli 2017

Schweigen zu Fracking im NRW-Koalitionsvertrag lässt Alarmglocken klingeln – PM von MdB Zdebel (Die Linke)

 Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Schweigen zu Fracking im NRW-Koalitionsvertrag lässt Alarmglocken klingeln – PM von MdB Zdebel (Die Linke)
Jul 012017
 

 

Pressemitteilung

„Kein Wort zum Thema Fracking im Koalitionsvertrag von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen – offensichtlich will sich die schwarz-gelbe Koalition alle Optionen für einen flächendeckenden Einstieg in die unbeherrschbare Risikotechnik nach der Bundestagswahl offenhalten“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE), Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss. „Ich fordere CDU und FDP in NRW auf, umgehend ihre Position zum Fracking offenzulegen.“

 

Zdebel weiter: „Die Sprachlosigkeit von CDU und FDP bedeutet, dass selbst die unzureichenden Festlegungen der abgewählten rot-grünen Koalition im Landesentwicklungsplan NRW zum gefährlichen Gasbohren zur Disposition stehen können. Die neue Landesregierung behält sich damit sogar vor, eine befürwortende Position zur möglichen Abschaffung des Verbots von Fracking im  Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein auf Bundesebene in 2021 einzunehmen. Die vier ‚wissenschaftlichen Bohrungen‘ in diesen Gesteinsarten, die noch vor 2021 möglich sind und einen Einstieg in die unbeschränkte Fracking-Anwendung bedeuten, könnten nun auch in NRW stattfinden. Das würde ein fatales Signal für die Bundesebene bedeuten.

 

Doch hat die Sprachlosigkeit im Koalitionsvertrag für NRW auch unmittelbare Konsequenzen. So sind Bohrungen in Tight-Gas-Reservoirs in NRW an der Grenze zu Niedersachsen weiterhin unter Anwendung der Fracking-Methode möglich. Die von der SPD/GRÜNEN-Regierung eingeführte Praxis, Fracking durch die Hintertür im Kohleflözgestein zu ermöglichen, ist weiterhin  möglich. Denn die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde in NRW zeigt kein Interesse an der Ermittlung, welche Bohrtechniken bei der Aufsuchung von Kohleflözgas Anwendung finden.

 

Wie aktuell die Problematik der Gasgewinnung im Kohleflözgestein ist, zeigt die Verlängerung der bergrechtlichen Aufsuchungserlaubnis für das Feld Nordrhein-Westfalen Nord vom 6.6.2017 zu Gunsten von Exxon Mobil. Während die Bezirksregierung Arnsberg vollmundig verkündet, dass der Einsatz von Fracking ausgeschlossen sei, bleibt der Verlängerungsantrag im Vagen. Eine Darstellung der Bohrtechnik fehlt. Selbst nach Angaben von ExxonMobil müssen die Untersuchungsprogramme noch konkret und detailliert beschrieben werden. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Verlängerung durch die Bezirksregierung Arnsberg einen Blankoscheck für den Gaskonzern.“

 

Quelle: http://www.hubertus-zdebel.de/schweigen-zu-fracking-im-nrw-koalitionsvertrag-laesst-alarmglocken-klingeln/

 

 Veröffentlicht von am 1. Juli 2017

Bericht zu Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika Monat Juni 2017

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Bericht zu Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika Monat Juni 2017
Jun 262017
 

Volker H.A. Fritz

Wolfenbüttel, den 24.06.2017  VF

heute berichte ich zum Zeitraum  Juni 2017  vom 27.05.2017 bis zum 23.06.2017.

Die im Juni 2017 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen, zeigen, nach der starken Belebung im Januar , einer Stagnation der Wiederinbetriebnahme im Februar, einem deutlichen Rückgang im März, geringer weiterer Abnahme im April, einer leichten Zunahme im Mai, im Juni wieder eine kräftige Zunahme.

Gegenüber der Zunahme um 202 Stück in USA und Kanada im Januar wurden für Februar zusammen nur 19 weitere Reaktivierungen gemeldet und  im März war sogar ein deutlicher Rückgang von minus 112 Bohrtürmen zu verzeichnen. Im April, mit insgesamt weiteren 24 Stillegungen ging der Rückgang weiter. Die Mai-Zunahme mit 46 Bohrtürmen zeigt eine leichte Belebung. Die Juni-Zunahme mit insgesamt 110 Bohrtürmen ist dagegen deutlich.

International, in der übrigen Welt –ist nach den nun vorliegenden Maizahlen kaum eine Bewegung zu verzeichnen. Zunahme um 1 Bohrturm auf insgesamt 957 Stück.

Der vorsichtige Optimismus wegen der im Mai dicht an 55.- EUR/barrel gestiegenen Ölpreise wurde durch das Wegsacken der Preise um 12% im Monatsverlauf, auf zur Zeit unter 45.- USD/barrel für WTI crude gebremst. Trotzdem ist zu beobachten, dass die Fracking-Ölproduktion in Nordamerika wieder angekurbelt wird. Analysten erwarten für die 2. Jahreshälfte 2017 nicht mehr, dass der Rohölpreis bei 55.- USD/barrel oder gar wesentlich darüber stablisiert werden kann, denn das internationale Angebot übersteigt den Bedarf deutlich. Die USA und andere Non-OPEC-Länder haben ihre Förderung gesteigert und auch Saudi hat einen großen Teil Förderungsdrosselung zuirückgenommen.

Die Maßnahmen und Erlasse des U.S.-Präsidenten Donald Trump zu Gunsten der fossilen Industrien haben tendenziell zu einer Belebung der Industrie und der Förderung in den USA geführt., zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit  der Bürger. Saudi hat in der zweiten Hälfte Februar seine zurückgenommene Förderleistung wieder zu einem großen Teil aufgehoben und fördert wieder mehr. Das wieder vergrößerte Ölangebot, durch Saudi, durch den Iran und durch die Steigerung der US-Förderung und anderer Non-OPEC-Länder führt erneut zu einem Fortbestand des generellen  Überangebotes an Rohöl in den Märkten.

Die Zunahme der Bohrtürme in Nordamerika im Juni gegenüber dem Mai 2017 beträgt etwa 11 % wobei in den USA die Zunahme mit 32 Bohrtürmen als „ weitere Belebung“ zu sehen ist, dagegen in Kanada 77 Bohrtürme reaktiviert wurden. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Reaktivierung im Juni zu 85% im Ölbereich.

Hier noch einmal gerafft die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

 

Juni 2016  gesamt                                USA                      Kanada

Nordamerika  + 50 Türme         + 14  Öl              + 22 Öl

+   3 Gas            + 11 Gas

November 2016 gesamt                       USA                      Kanada

Nordamerika  + 40 Türme         + 20 Öl                –  1  ÖL

+ 10 Gas             + 12 Gas

Dezember 2016 gesamt                       USA                      Kanada

Nordamerika +110 Türme          + 46 Öl                +29 Öl

+ 10 Gas             +25 Gas

Dez/Januar  2017 gesamt                   USA                      Kanada

Nordamerika + 16 Türme          +34 Öl                     -13 Öl

+ 7 Gas                  – 12 Gas

Januar 2017      gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika + 202 Türme         +54 Öl                   +93 Öl

+10 Gas                +45 Gas

Februar 2017     gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika + 19 Türme           +26 Öl                   +/- 0 Öl

+ 1 Gas                  – 8 Gas

März 2017          gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika – 112 Türme       + 53 Öl                 – 142 Öl

+ 14 Gas                -38 Gas

April 2017           gesamt                       USA                     Kanada

Nordamerika  –  24 Türme        + 35 Öl                  – 31 Öl

+ 11 Gas               – 39 Gas

Mai 2017             gesamt                       USA                    Kanada

Nordamerika + 46 Türme             + 25 Öl                 + 16 ÖL

+ 13 Gas               –   8 Gas

Juni 2017           gesamt                       USA                    Kanada

Nordamerika + 110 Türme         + 36 Öl                 + 58 Öl

–   2 Gas               + 19 Gas

Insgesamt wurden im Berichtsmonat Juni 110 Bohrtürme reaktiviert.

Die Zunahme im Juni in den USA konzentrierte sich auf die Staaten Oklahoma ( +9), North Dakota ( +7), Colorado und Louisiana je ( +3).

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich weiterhin nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken und sich auf die lukrativsten Fördergebiete zu konzentrieren. Allerdings bewerten Analysten das Rohölpreisniveau Ende Juni mit 45 USD/barrel und darunter für WTI crude als „nicht kostendeckend“ für U.S.-Shale Öl.

International deutet sich kein Anstieg an. Weiterhin ist, weit über den Bedarf hinaus, Rohöl weltweit im Angebot, da die Förderung wieder über dem weltweiten Bedarf liegt.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat. Eine grundsätzliche Änderung ist zur Zeit weiterhin nicht absehbar. Bloomberg schätzt, dass der Rohölpreis bis über das Jahresende 2017 hinaus nicht wieder „stabilisiert“ werden kann. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis in 2018 hinein nicht erwartet.

Gegenüber September 2014 hat sich im  Juni 2017 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA     von 1931    vermehrt auf  941 Stück (Mai 908)         =  – 51,3 %    zu 9/2014

Kanada von  429    vermehrt auf  170 Stück   (Mai 93)         =  – 60,4 %  zu  9/2014

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl         von 1592    vermehrt  auf   758 Stück (Mai 722)         =  – 52,4 %zu  9/2014

Gas       von  338    vermindert auf  183 Stück (Mai 185)         =  – 46 % zu  9/2014

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl        von 246        vermehrt auf    98 Stück  (Mai 40 )       =   – 60.2 %  zu  9/2014

Gas     von 183      vermehrt   auf    72 Stück  (Mai 53)        =   – 60,7 %   zu  9/2014

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen aus den USA sind verstummt. Doch es wird weiter an der Ausweitung der U.S: Fracking-Ölförderung gearbeitet.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,81 USD/mmBtu Ende Februar – nach 3,15 USD/mmBtu am 01.02.17 Börse NYK, hat sich im März etwas erholt, mit Henry Hub Preisen von 3,19 USD/mmBtu und im April weiter bis auf 3,40 USD/mmBtu zugelegt. Mitte Mai lag der Henry Hub Preis bei 3,38 USD und ist zum Monatsende Mai wieder auf 3,18 USD/mmBtu abgebröckelt. Der Preisverfall setzte sich im Juni fort. Henry Hub aktuell bei 2,93 USD/mmBtu.

Dieses Preisniveau hält die U.S.-Erdgasproduktion weiterhin in der Verlustzone, nachdem der kältebedingte Mehrbedarf abgeflaut ist. Auch der zunehmende LNG-Export nach Südamerika, Asien und Europa, von den USA aus, bringt keine Gewinne sondern ist nach wie vor verlustbringend. Die Investoren verfolgen jedoch langfristige Ziele. Da spielen 2 oder 3 Jahre Verluste keine bedeutende Rolle, wenn dafür Absatzwege und Abhängigkeiten für späteren Bedarf etabliert werden können. Der weitere Zuwachs an neuen LNG-Kapazitäten in 2017 könnte zu einer Stabilisierung der US-Gaspreise beitragen, wenn das Angebot im Henry-Hub nicht vergrößert wird. Dafür gibt es Anzeichen. Die volle Auswirkung dürfte auch hier erst zum Jahresende 2017 oder Anfang 2018 bei den Henry Hub Preisen spürbar werden.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes deutet sich nunmehr doch an, besonders beim Rohöl, trotz der bis auf Weiteres zu niedrigen Rohöl-Großhandelspreise.

Ob die von Präsident Trump initiierte Wiederbelebung des Steinkohleeinsatzes in den USA für die Stromerzeugung eine große Wirkung entfalten kann, hängt letztendlich von der Höhe der Erdgas-Großhandelspreise ab. Frühere Erfahrungen zeigen, dass ab einem Henry-Hub-Großhandelspreis von etwa 4,00 bis 4,50 USD/mmBtu die Steinkohlefeuerung in Kraftwerken wieder günstiger ist.

Meiner Meinung nach werden viele Stromerzeuger sich weiterhin die Option des Kohleeinsatzes offen halten. Sie haben beim Aufbau der neuen Gasturbinenkraftwerke, die mittlerweile über 50% der fossilen U.S.-Stromerzeugung bestreiten, ihre „Steinkohle-Möhrchen“ nicht verschrottet. Der unter Obama verfügte Umbau der älteren Anlagen auf geringere Emissionen ist noch nicht umgesetzt gewesen, wegen verschiedener Klagen dagegen und durch die Aufhebung der Obama-Auflagen unter Trump können die alten Anlagen ungeändert weiter betrieben werden.

Sollten die Gaspreise mittelfristig zu stark steigen, werden die Steinkohle-Kesselanlagen für die Grundlastabdeckung wieder angeworfen und ihre hohen Umweltbelastungen für die Menschen und die Umwelt fortsetzen. Ihre Schadwirkung auf die Atmosphäre wäre jedoch geringer als die der Erdgasverbrennung (diese Tatsache verschweigt die Gasindustrie hartnäckig).

Im übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai 2016 bis Mai  2017.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 26. Juni 2017