Jan 302014
 

KKW_HgUngeheure Luftbelastung durch Verbrennung fossiler Brennstoffe
Quecksilber-Emissionen aus der Erdgasproduktion unbekannt

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Rund 5 Tonnen Quecksilber blasen allein die Kohlekraftwerke in Deutschland in die Luft. Dies ergibt die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage Emissionen aus Kohlekraftwerken in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2012 [PDF] der Grünen.

Die Regierung nach den Quecksilberemissionen der Öl- und Gasbohrer zu fragen wäre wohl sinnlos, da die Regierung solche Daten wohl nicht hat. Schadstoffemissionen von Öl- und Gasbohrplätzen sind gemäß dereinschlägigen Aarhus-Konvention[PDF]erst ab utopisch hohen Fördermengen meldepflichtig. Konsequent tauchen Öl- und Gasbohrplätze auch nicht in der Liste der meldepflichtigen Anlagen lt. VERORDNUNG (EG) Nr. 166/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Januar 2006 über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters und zur Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG des Rates [PDF] auf.

Die Erdgasproduktion muss sofort in den Katalog der meldepflichtigen Anlagen aufgenommen werden! Und es muss dringend untersucht werden, welche Umweltverschmutzung z. B. die Abfackelei in Hemslingen/Söhlingen, einer der weltweit quecksilberhaltigsten Lagerstätte, mit sich bringt!

 Veröffentlicht von am 30. Januar 2014
Jan 292014
 

Lock_the_gate_and_signHi there,

Did you hear? Not only does David Cameron want to bribe our councils to permit fracking, but he’s also trying to change laws which are hundreds of years old in order to drill under our homes – without our permission.

After hitting our local councils with endless budget cuts, Cameron’s now tempting them into dirty fracking deals by offering financial incentives that could be worth millions. He’s also trying to undermine the tens of thousands who’ve said no to fracking under their homes by overhauling ancient trespass laws.

Tell Cameron the UK is not for fracking!

Planning applications from fracking companies go to local councils for approval. In a move that reeks of desperation, Cameron’s announced they can keep 100% of business taxes from fracking operations rather than 50% as before. If fracking is as great as Cameron claims, why does he need to offer bribes?

Before you despair, there is some good news. There are calls for these dodgy deals to be investigated by the EU. Also, some councils have made public announcements saying they won’t be bribed, including Hampshire, Bath, Somerset, North East Somerset, Herefordshire, the London Borough of Waltham Forest, and Cheshire East in George Osborne’s constituency.

Other councils are likely to follow if we come together to make our voices heard. Nearly 75,000 of us have already signed the petition calling on Cameron to keep the UK frack-free. It’s the biggest anti-fracking petition in the UK, supported by a coalition of environmental groups. But with an election coming up we must make sure this grows even bigger so it becomes impossible to ignore how deeply unpopular this is.

Demand Cameron keeps the UK frack free!

Work continues at a local level to block individual applications. If you include your postcode in the petition we can let you know about anything planned in your area. In the meantime, we must also pile pressure on at the top, so please sign and share the petition today.

Thanks,

Lawrence

PS France has banned fracking so Cameron has invited French owned energy company, Total, to frack over here. Tell him what’s not ok in France, is not ok here either.

 Veröffentlicht von am 29. Januar 2014
Jan 292014
 

Kein Fracking in Rotenburg/Wümme (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org)

Kein Fracking in Rotenburg/Wümme (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org)

Einladung und Info der BI Frackloses Gasbohren an alle Fracking-Kritiker und -Gegner

Es gibt einen Arbeitskreis des Umweltausschusses des Landkreises Rotenburg (siehe dazu unten, Zeitungsartikel „Arbeitsgruppe hat Auge auf Fracking“).

In dem genannten Ausschuss ist ein Mitglied unserer BI vertreten und würde sich über die Teilnahme möglichst vieler an der nächsten *öffentlichen* Sitzung freuen. Den Zuhörern wird Gelegenheit gegeben, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Besonders beachtenswert TOP 3: Exxon Mobil will ein Grundwassermonitoring für Bötersen Z 11 vorstellen, um auf dieser Basis die Akzeptanz für Fracking einzuholen.

Termin: Montag, den 03.02.2014
Uhrzeit: 14.30 Uhr
Ort: Großer Sitzungssaal des Kreishauses in Rotenburg/Wümme

Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Protokoll der 2. Sitzung vom 09.12.2013
3. Grundwassermonitoring
3.1 Vortrag Exxon Mobil/ Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt – Konzept Bötersen Z11; siehe hier und hier [PDF, 4,5 MB]
3.2 Vorschläge zu einem weitergehenden Wassermonitoring- Verpressbohrungen (Antrag Dr. Damberg)
4. Bohrschlammgruben-Sachstand
5. Verschiedenes / Termin der nächsten Sitzung

Weser-Kurier, 14.09.2013
Neues Gremium tagt öffentlich Arbeitsgruppe hat Auge auf Fracking
Von Johannes Heeg

Landkreis Rotenburg. Lagerstättenwasser, Fracking – um alle Probleme, die die Erdgasförderung mit sich bringt, wird sich künftig eine Arbeitsgruppe kümmern, die der Kreis-Umweltausschuss jetzt gebildet hat. Besetzt wird das öffentlich tagende Gremium mit drei Vertretern einschlägiger Bürgerinitiativen, mit je einem Kreistagsmitglied von SPD, Grünen, Freien Wählern, CDU und Linken, sowie je einem Vertreter von Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises, des Wasserversorgungsverbands und des Landesbergamts. Das Bergamt sollte nach dem Willen einiger Abgeordneter eigentlich nicht beteiligt werden, doch warb Kreisrat Torsten Lühring eindringlich dafür, die Behörde einzubinden. Das Land nehme Milliarden Euro durch den Förderzins ein [Anm.: über mehrere Jahre! siehe WEG; Z.] und müsse daher auch seiner Verantwortung den Bürgern gegenüber gerecht werden. Zudem sei es für die Arbeit des Gremiums sinnvoll, in den Sitzungen sofort Antworten der Fachleute auf spezielle Fragen zu bekommen. Nicht dabei sein sollen die Erdgasfirmen.

 Veröffentlicht von am 29. Januar 2014
Jan 272014
 

Kein Fracking in Hassendorf  (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org)

Kein Fracking in Hassendorf (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org)

Z11 Frackaction schreibt:

Liebe Anti-Fracker,

unter dem Motto „5 vor Frack“ rufen wir, die BI „Frack-loses Gasbohren im Landkreis Rotenburg/Wümme“, am Samstag, den 22. Februar 2014 zu einer Demonstration gegen Fracking direkt an der legendären Bohrstelle Z11 in Bötersen auf. Die Demonstration beginnt um 15:30 und wird etwa eine Stunde dauern.

Damit verbunden ist eine Kurztagung am Vormittag des 22., zu der wir alle interessierten BI’s und auch Bürger aus Niedersachsen und ganz Deutschland zum Informationsaustausch einladen. Die Tagung findet in direkter Nähe der Bohrstelle Z11 im Dorfgemeinschaftshaus in Hassendorf statt. Bei dieser Tagung wollen wir uns darüber austauschen, was in den einzelnen BIs läuft, zukünftige Aktionen besprechen und vielleicht auch planen, unseren Widerstand koordinieren und seine Stoßrichtung diskutieren. Vorschläge dazu sind willkommen. (Die Tagesordnung wird nachgereicht.) Der Tagesablauf ist wie folgt geplant:

11:00 Uhr: Beginn der Tagung.
12:30 Uhr: Mittagspause mit einer kleinen Auswahl an Gerichten aus der italienischen Pizzeria zu moderaten Preisen; Auch für vegetarisches Essen ist gesorgt. (Die Speisekarte wird nachgereicht). Um Anmeldung mit der Anzahl der teilnehmenden Personen wird gebeten.
13:30 Uhr: Fortsetzung der Tagung.
14:45 Uhr: Ende der Tagung und gemeinsamer Fußmarsch zur Demonstration an der Bohrstelle Z11.
15:30 Uhr: Beginn der Demonstration/Kundgebung.
16:30 Uhr: Ende der Veranstaltung.

Jede teilnehmende BI sollte ein für sie typisches, regenfestes Plakat mit Namen und Logo mitbringen. Wir werden diese Plakate rund um die Bohrstelle aufstellen; Befestigungen sind vorhanden. Info-Stände und ein Pavillon werden aufgebaut, dort können Getränke, Kaffee und Kuchen genossen werden.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme. Bitte meldet euch spätestens bis zum 10. Februar per E-Mail an Z11Frackacktion@freenet.de an.

Mit solidarischen Grüßen im Namen der BI Frack-loses Gasbohren,

Hartmut Horn

Adresse des Tagungsortes:
Dorfgemeinschaftshaus Hassendorf
Bahnhofstraße 1
27367 Hassendorf

Veranstaltungsort auf Google Maps ohne

und mit Tatorten

 Veröffentlicht von am 27. Januar 2014
Jan 242014
 

Risiken der Fracking-Technik sind und bleiben unbeherrschbar. (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org, adaptiert nach einer Wortwolke d. Univ. Dresden, Ringvorlesung »Risiko«)

Risiken der Fracking-Technik sind und bleiben unbeherrschbar. (Grafik: Carin Schomann @bohrplatz.org, adaptiert nach einer Wortwolke d. Univ. Dresden, Ringvorlesung »Risiko«)

BBU zieht Resümee der Vorstellung des Fracking-Gutachtens beim Umweltbundesamt: Fracking ist eine Technik mit unbeherrschbarem Risiko
Erdgasindustrie jubelt verfrüht

Die Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie zu „Umweltauswirkungen von Fracking bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten – Teil 2“ am 22.1.2014 hat nach Auffassung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bestätigt, dass Fracking eine Technik mit unbeherrschbarem Risiko ist.

Auf der Veranstaltung, an der auch Behörden- und Industrievertreter teilnahmen, hatten Vertreter von Umweltverbänden und der Anti-Fracking-Initiativen detailliert und kompetent Fehler und Defizite in den Annahmen und Konsequenzen der einzelnen Teile des Gutachtens dargelegt. Erfolgreich waren die Umweltverbände mit ihrer Forderung, ebenso wie bereits beteiligte Behörden den Entwurf des mehrere Hundert Seiten umfassenden Gutachtens zu erhalten und dazu Stellung nehmen zu können.

Fast sieben Stunden lang dauerte die Veranstaltung des Umweltbundesamtes. Im Gegensatz zu vielen anwesenden Behörden hatten die Umweltverbände und Anti-Fracking-Initiativen den Entwurf des Gutachtens nicht erhalten und waren auf die Vorträge der Gutachter mittels Power-Point-Präsentationen angewiesen. Doch bereits bei diesen Darstellungen wurden erhebliche Defizite offensichtlich.

So fehlte der Nachweis, dass das geplante Monitoring-Konzept ein umfassendes Bild potentieller Schadstofffreisetzungen ergeben kann. Von den Fracking-Gegnern wurde zudem dargelegt, dass geplante Messmethoden ungeeignet sind.

Auch Varianten zur Einrichtung eines Katasters von Fracking-Flüssigkeiten stießen auf Ablehnung. Angesichts der negativen Erfahrungen mit Selbstverpflichtungen der Industrie wurde ein Kataster in Verantwortung des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) mit freiwilligen Einträgen der Gasindustrie abgelehnt. Zudem war der Umfang der notwendig anzugebenden Daten zu Frackflüssigkeiten zu eng gewählt.

Auf scharfe Kritik der Umweltschützer trafen auch die Ausführungen zur Entsorgung des Flowbacks, der gefährlichen Mischung aus verbrauchten Frackflüssigkeiten und Lagerstättenwasser. Die Verpressung dieser Art von flüssigem Giftmüll in den Untergrund weiter ins Auge zu fassen, widerspricht jeder Anforderung an die geordnete Entsorgung von Abfällen.

Die Darlegungen zur Erdbebenentstehung aufgrund von Fracking wurden angesichts stattgefundener Ereignisse, die offensichtlich ausgeklammert wurden, als unzureichend kritisiert. Ebenfalls wurden Annahmen bei der Klimabilanz angesichts des Ausmaßes realer Bohrungen als überoptimistisch betrachtet.

Auch die gegen Ende der Veranstaltung präsentierten Schlussfolgerungen waren nicht geeignet, zu einer Reduzierung der Fracking-Gefahren beizutragen. Die empfohlene Einführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) bleibt folgenlos, weil durch eine UVP oder eine SUP keine über das Fachrecht hinausreichenden Anforderungen gestellt werden dürfen. Diese rechtliche Konsequenz wurde auch von den Gutachtern bestätigt. Auf die Frage, welche Änderungen des Fachrechts über das Wasserhaushaltsgesetz hinaus erfolgen sollen, blieben die Veranstalter eine konkrete Antwort schuldig.

Besonders kritisch sieht Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU die empfohlenen forschungsbegleitenden Bohrungen: „Ein Konzept für ein derartiges ‚Forschungs-Fracking‘ konnte nicht vorgestellt werden. Eine einfache mathematische Betrachtung zeigt jedoch, dass die vorgesehenen ein bis zwei Bohrungen grundsätzlich nur geringe Erkenntnisse bringen können und die Gefahren durch Fracking somit unterschätzt werden. Sollte allerdings gezielt das Versagen von Schutzeinrichtungen herbeigeführt werden, muss von erheblichen Gefahren für die Umwelt ausgegangen werden. Dies ist nicht zu akzeptieren. Es ist daher zu begrüßen, dass das Bundes-Umweltministerium zugesagt hat, diese Probebohrungen nur bei einem breiten gesellschaftlichen Konsens durchzuführen. Auf diese Zusage wird die Anti-Fracking-Bewegung zurückkommen.“

Immer wieder wurde auf der Veranstaltung kritisiert, dass die Partizipation gesellschaftlicher Gruppen bei der Begleitung des Entwurfs des Gutachtens nur unzureichend erfolgte. Am Ende der Veranstaltung kündigte das Bundes-Umweltministerium daher an, den Verbänden, die bei wasserrechtlichen Gesetzesvorhaben beteiligt werden, auch den Gutachtenentwurf zur Stellungnahme zu übermitteln. Die Stellungnahme ist innerhalb von vier Wochen zu erarbeiten. Die Anti-Fracking-Bewegung wird die Gelegenheit nutzen und in dieser Zeit eine detaillierte Analyse und Kritik formulieren.

Die Unternehmen indes hatten bereits wenige Stunden nach Veranstaltungsende siegessicher über ihren Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V. verkünden lassen, dass Fracking verantwortbar sei, und dreist von der Politik gefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen — natürlich in ihrem Sinne.

Da diese Meldung inzwischen wieder depubliziert wurde, ist hier ein Kopie davon:

Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V.
Gutachten-Entwurf des Umweltbundesamtes bestätigt: Fracking in Deutschland ist verantwortbar

Donnerstag, 23. Januar 2014

Der vom Umweltbundesamt (UBA) vorgestellte zweite Teil des Gutachtens zu den „Umweltauswirkungen von Fracking bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten“ bestätigt erneut, dass es keinen Anlass für ein Verbot von Hydraulic Fracturing in Deutschland gibt.

„Die deutschen Erdgasproduzenten können den Schutz der Umwelt gewährleisten — eine gute Voraussetzung für die Erkundung der großen Potenziale. Das ist mittlerweile in mehr als vier Jahren Untersuchungen durch sechs groß angelegte Studien und Gutachten bestätigt worden. Es ist an der Zeit, auch auf politischer Ebene wieder verlässliche Rahmenbedingungen herzustellen“, so Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.

Für die deutschen Erdgasproduzenten sind die Gutachten die Grundlage, auf der die Erkundung der heimischen Schiefergas-Potenziale nun unter wissenschaftlicher Begleitung fortgesetzt werden können. Sie erwarten von der Bundesregierung, den Gesetzgebungsprozess wieder aufzunehmen und zügig ein konstruktives und zielführendes Konzept für die Durchführung von Forschungsprojekten zu erarbeiten.

Im Rahmen der Vorstellung der UBA-Studie verdeutlichen die Gutachter ebenfalls, dass eine ordnungsgemäße geologische Voruntersuchung und hohe technische Standards in der Erdgasproduktion den Trinkwasserschutz verlässlich gewährleisten und dass durch Fracking keine Erschütterungen ausgelöst werden können, die an der Erdoberfläche wahrnehmbar sind oder Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt haben. Eine umfassende Bewertung des UBA-Gutachtens kann erst nach dessen Veröffentlichung erfolgen.“

23.01.2014, 09:58 Uhr; Autor: info@erdoel-erdgas.de (Miriam Ahrens)
http://www.erdoel-erdgas.de/Der-WEG/News/Fracking-verantwortbar; abgerufen 23.01.2014, 14:32 Uhr

 Veröffentlicht von am 24. Januar 2014
Jan 212014
 

Recommendation_as_of_07-01-2014BBU fordert: EU-Kommission muss geplante Pro-Fracking-Dokumente zurückziehen
Friends of Earth Europe und Food & Water Europe: Regulierung der Schiefergasförderung in Stücke gefrackt

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert die Europäische Kommission auf, ihre geplante Mitteilung an den Rat und das Europäische Parlament [Entwurf] zum Hydraulic Fracturing (Fracking) sowie die Empfehlungen für die Erkundung und Anwendung der umweltgefährdenden Methode der Gasgewinnung [Entwurf] zurückzuziehen. Nach Informationen des BBU sollen beide Dokumente am 22.1.2014 von der Kommission vorgestellt werden. Damit würde der Startschuss für eine Anwendung von Fracking in ganz Europa fallen. Der BBU fordert die Kommission und EU-Umweltkommissar Janez Potocnik auf, sich klar für ein Fracking-Verbot in ganz Europa auszusprechen.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Während überall in Europa Menschen ein Fracking-Verbot fordern, will die Kommission mit wachsweichen Formulierungen, kaum greifbaren technischen Anforderungen und reinen Behauptungen von neuen Chancen diese Technik etablieren. Die Folgen dieser Politik sind offensichtlich. Sobald die von der Kommission geforderte ‚Beste verfügbare Technik‘ für Fracking festgelegt ist, wird praktisch kein nationales Fracking-Verbot mehr möglich sein.“

Der BBU betont, dass die Empfehlungen der EU-Kommission für die Anwendung der Fracking-Technik nicht geeignet sind, das Gefahrenpotential zu reduzieren. So wurden beispielsweise keine konkreten Sicherheitsabstände festgelegt und keine Ausschlussgebiete bestimmt. Selbst wenn die Mitgliedstaaten die Minimalanforderungen der Kommission in der vorgesehenen Frist von sechs Monaten umsetzen sollten, wird dies keine relevanten positiven Effekte haben.

In ihrem Bericht zeigt die EU-Kommission zudem ihr fehlendes Verständnis für den Kampf der Menschen gegen Fracking. So diffamiert sie den Widerstand der Bevölkerung als von der Motivation „Not in My Backyard“ getrieben. Dieser englische Begriff für das ‚Sankt-Florian-Prinzip‘ ist ein Schlag in das Gesicht aller EU-Bürger und Nichtregierungsorganisationen, die sich täglich engagieren und ehrenamtlich für sauberes Trinkwasser, den Schutz vor Störfällen, den Klimaschutz und eine lebenswerte Umwelt einsetzen. Die Rückkehr zu einem sachlichen Diskurs ist dringend zu fordern.

„Die Regulierung der Schiefergasförderung wurde erfolgreich in Stücke gefrackt durch eine Mischung vom Lobbying der Konzerne und dem Druck gewisser EU-Mitgliedsstaaten, die wild entschlossen sind, ihr Land auszubeuten.“, befinden auch Antoine Simon (Friends of Earth Europe) and Geert de Cock (Food & Water Watch) im Vorwort zur aktuellen Ausgabe von „The Parliament“.

Zwei Gesetzgebungen – die Empfehlung der EU-Kommission für eine Fracking-Rahmenrichtlinie und die vorgeschlagene Überarbeitung der Umweltverträglichkeitsrichtlinie – werden am selben Tag im EU-Parlament abgestimmt. Das zeigt ohne jeden Zweifel, dass die europäischen Bürger keine Hilfe und keinen Schutz vor den Gefahren des Fracking aus Brüssel zu erwarten haben. Die Interessen der dreckigen Industrie haben wieder mal die Interessen der Einwohner Europas besiegt.

Oliver Kalusch erklärt daher abschließend: „Die Dokumente der Europäischen Kommission nutzen lediglich der Gasindustrie. Obwohl sich faktisch nichts verbessert, wird für die Energiekonzerne die Legitimation für Fracking geschaffen. Wir fordern die EU-Kommission auf, diese Politik zu beenden und sich klar für ein Fracking-Verbot auszusprechen.“

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Das finale Dokument, wie es am 22. Januar 2014 veröffentlicht wurde, ist hier bei der EU-Kommission.

 Veröffentlicht von am 21. Januar 2014