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Bericht zum August 2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Sep 172019
 

Berichtszeitraum 10. August bis 13. September 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme deutlich ab.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August in dem 5-wöchigen Zeitraum um 54 Türme ab.
Diese Abnahme ergab sich durch eine weitere kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei nur geringer Abnahme in Kanada.
Die Zahl der Türme in den USA sank auf 886 und in Kanada auf 134 Stück.

In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.
Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08. bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.
Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.
Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.
Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.
Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung, da US-Präsident Trump den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen will. Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im August wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 54 ab, in Kanada nur um 6.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.02266
64,47
10.05.191.051
988
6361,99
07.06.19 1.078 975 103
51,70
12.07.19 1.075 958 117
60,27
09.08.19 1.074 934
140
52,31
13.09.19 1.020 886
134
55,00

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 826 Bohrtürme und 194 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (430), Oklahoma (76), New Mexico (108), Louisiana (58), North Dakota (55), Pennsylvania (36), Wyoming (36), Colorado (26), West Virginia (16) Kalfornien (17) und Ohio (11).

Den etwa 20-prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu.
Zurzeit steht er bei 2,614 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 24 Türme. 1.138 Bohrtürme werden weltweit im August im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverholen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 17. September 2019

Erdgasförderung wird in den Niederlanden gestoppt

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Sep 142019
 

Wie in der SZ berichtet wird, wollen die Niederlande die Förderung von Gas in dem ehemals größten Erdgasfeld Europas bei Groningen drastisch einschränken.

Durch die Entnahme des Gases sinkt der Boden stetig weiter ab und die dadurch ausgelösten Erdbeben verursachen große Schäden. Der Widerstand in der Bevölkerung wächst.

Warnungen, die schon vor mehr als 20 Jahren ausgesprochen wurden, beginnt man jetzt langsam ernst zunehmen. In Zukunft sollen Norwegen und Russland den Gasbedarf der Niederlande decken.

Leider ist nicht zu erkennen, ob und wie weit die Niederlande diese Umstrukturierung nutzen wollen bzw. vor dem Hintergrund des Klimawandels überhaupt daran denken, sich von den fossilen Brennstoffen zu verabschieden.

… zum Artikel: https://sz.de/1.4596360

 Veröffentlicht von am 14. September 2019

Glückwünsche der etwas anderen Art

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Aug 302019
 

In Steinitz in der Altmark feierte man mit einem Festakt 50 Jahre Gasförderung in diese Region. Neben lobenden Worten über die gelungene Zusammenarbeit zwischen Förderfirma (jetzt Neptune Energy) und den Bürgern erklärte man, dass man hier trotz rückläufiger Vorkommen an der Erdgasförderung weiterhin festhalten wolle. Zu Zeiten der DDR hat diese Region einen großen Teil des Energiebedarf der gesamten DDR abgedeckt.

Neptune Energy zeigt sich heute verantwortlich für den geordneten Rückbau der aufgegebenen Förderstellen und der Giftmüllgrube in Brüchau. Großzügig wurde eine Geldspende in Höhe von 2.500 Euro der Kinder- und Jugendfeuerwehr Salzwedels übergeben – 2.500 Euro nach mehr als 25 Jahren förderabgabenfreier Gasförderung – dass man sich nicht schämt, dies überhaupt bekannt zu machen!

https://www.volksstimme.de/lokal/salzwedel/rueckblick-erdgas-sorgt-fuer-aufschwung/

übernimmt überwiegend den PM-Text von Neptune Energy, hier zu vergleichen

https://www.neptuneenergy.de/en/news/50-jahre-erdgasforderung-in-der-altmark/

Die Veranstaltung von Neptune Energy sollte Harmonie und freundliches Miteinander vermitteln und man blendete naturgemäß alle negativen Begleiterscheinungen aus.

Dies veranlasste die Bürgerinitiative

Saubere Umwelt & Energie Altmark

Glückwünsche der etwas anderen Art öffentlich zu überbringen, in denen das, was Neptune ausblendet, sichtbar wird.

Der Offene Brief an Neptune Energy und die Presse:

Glückwunsch den Ingenieuren zu ihrer Pionierleistung!

Glückwunsch den Arbeitern auf der Bohrstelle, die beim Rohrewechseln im Quecksilber standen und mit Gehirn- und Nervenschäden bis heute überlebt haben.

Glückwunsch GdF-Suez und Neptune-Energy, die deren Ansprüche auf Anerkennung und Entschädigung für toxische Erkrankungen bis auf ganz wenige Ausnahmen 50 Jahre lang abwimmeln konnten.

Glückwunsch, dass Sie es 30 Jahre lang geschafft haben, die Sanierung der mit Giften gefüllten über 600 Bohrschlammgruben, die bis zur „Wende“ einfach nur zugeschoben wurden, zu vergessen. 

Gottseidank kümmert sich seit kurzem ein Arbeitskreis von LAF (Landesamt für Altlastenfreistellung), BI (Bürgerinitiative -Saubere Umwelt und Energie -Altmark), Bauernverband und Umweltamt um deren Sanierung, die Sie dann mit nur 10% mitfinanzieren werden. 

Glückwunsch, dass Sie auch den „Silbersee“ bei Brüchau trotz Entzugs der wasserrechtlichen Erlaubnis im Jahr 2001 noch bis 2012 mit hochtoxischen Stoffen befüllt und es bis heute geschafft haben, seine Sanierung hinauszuzögern. 

Glückwunsch, dass Sie sich beim Aufspüren von Havarien der inzwischen maroden Leitungen für Lagerstättenwasser auf aufmerksame Altmärker verlassen können, bevor Ihr Leitungsüberwachungssystem den Druckabfall anzeigt. 

Glückwunsch, dass Sie die Pläne zur CO2-Verpressung nach öffentlichem Druck aufgegeben haben. 

Glückwunsch, dass Sie durch das bis vor einigen Jahren angewandte Fracking praktisch dessen Verbot durch die Landesregierung wegen unabwägbarer Umweltschäden erwirkt haben. 

Ja, zur DDR-Zeit haben Sie Tausenden Arbeit gegeben, aber auch unter Inkaufnahme vieler Schädigungen für Menschen und Umwelt. Heute beschäftigen Sie noch 70 Personen. 

Bei einer Jubiläumsfeier sollte man auch den Mut haben, die Schattenseiten klar zu benennen. Doch Ihren Geldgebern 

  • China Investment Corporation (49%)
  • The Carlyle Group (30,6%)
  • CVC Capital Partners (20,4%)

hätte das wahrscheinlich nicht gepasst. Diese sind an Gewinnzahlen, nicht an Aufrichtigkeit interessiert.

Feiern Sie sich, rückwärtsgewandt, weiter, bis die Zukunft Sie mit sauberen erneuerbaren Energien einholen wird! 

Oder: Nehmen Sie sich Usedom und Märkisch Buchholz zum Vorbild auch für die Altmark. Dort haben Sie Ihre Gas- und Ölförderabsichten nach heftigem Widerstand der Bevölkerung aufgegeben. Beseitigen Sie in der Altmark die von Ihnen erzeugten Altlasten und lassen Sie die 20% Restgas im Boden!

Mit nachdenklichem Gruß

i. A. Dr. Ernst Allhoff 

 Veröffentlicht von am 30. August 2019

Muss Bundesregierung Fehler der Fracking-Kommission einräumen?

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Aug 262019
 

Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, ist dieser Frage nachgegangen und schreibt dazu:
„Mein Nachhaken in Sachen Arbeit der Fracking-Kommision hat sich gelohnt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung musste nach meiner Beschwerde über die Beantwortung von Schriftlichen Fragen sowie einer weiteren Frage von mir einen erheblichen Fehler der Fracking-Kommission einräumen“, erklärt Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN. „So wurde die Öffentlichkeit bei der Angabe des Termins für die Abgabe von Stellungnahmen zum Jahresbericht der Fracking-Kommission in die Irre geführt.“


Zdebel weiter:
„Statt alle Stellungnahmen, die am letzten Tag der Einreichungsfrist eingingen, zu berücksichtigen, hat die Kommission den Redaktionsschluss an diesem Tag vorverlegt. Auf meine Fragen hin musste die Bundesregierung die Fracking-Kommission nun darauf hinweisen, ,den Redaktionsschluss zukünftig genauer zu definieren, um Unklarheiten in Bezug auf die Abgabefrist zu vermeiden‘. Das ist eine schallende Ohrfeige für die Fracking-Kommission und wirft erhebliche Fragen zu ihrer Kompetenz auf. Wenn die Fracking-Kommission noch nicht einmal in der Lage ist, Fristen korrekt anzugeben und einzuhalten, ist das Schlimmste für eine ernsthafte Beteiligung der Öffentlichkeit und eine seriöse Bewertung der mit der Fracking-Technik verbundenen Probleme zu erwarten.

Allerdings bleibt auch die Rolle der Bundesregierung bei diesem Vorgang undurchsichtig. So stellt sich die Frage, warum die auf der Sitzung der Fracking-Kommission anwesenden Vertreter des Bundesforschungsministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums diesen Hinweis nicht bereits dort gegeben haben. Und warum war die Bundesregierung so schlecht über die am Abgabetag eingereichten Stellungnahmen informiert, dass sie diese in ihren Antworten auf meine Fragen erst bestritt und nur auf meine Beschwerde hin eingestehen musste? Und warum zeigt die Bundesregierung demonstratives Desinteresse an der Arbeit der Fracking-Kommission? Dies zeigt sich daran, dass sie beständig Fragen nach ihrer Arbeit mit der schematischen Aussage abblockt, die Kommission sei unabhängig. Dabei verwechselt sie bewusst die Erteilung von Weisungen an die Kommission mit Nachfragen an diese. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung das falsche Spiel der Fracking-Kommission gegenüber der Öffentlichkeit deckt und nur das zugibt, was bereits offenkundig ist.“ 

Meine drei Fragen an die Bundesregierung und die Antwort, meine Beschwerde und die Antwort auf die Beschwerde sind dokumentiert unter
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/Antwort-Korrektur-Schriftliche-Fragen-7252-bis-254.pdf

Meine weitere Frage an die Bundesregierung und die Antwort sind dokumentiert unter
http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2019/08/SF_8_28_Zdebel.pdf

 Veröffentlicht von am 26. August 2019

Bericht zum Juli 2019 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Aug 142019
 

Berichtszeitraum 13. Juli bis 9. August 2019

Foto: pixabay

Im Berichtszeitraum stagnierte die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme.
Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni, nahm im Juli ihre Zahl nur um 1 Turm ab.
.
Diese Abnahme ergab sich durch eine kräftige Stilllegung von Ölbohrtürmen in den USA und einer deutlichen Zunahme von Gas- und Ölbohrtürmen in Kanada.
Die Zahl der Türme in den USA sank auf 934, während die in Kanada auf 140 stiegen.

In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika weiter deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von circa 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.
Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und steht zur Zeit bei 52,31 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Je nach dem Agieren Russlands auf der Rohölangebotsseite kann die OPEC-Politik wirkungslos werden. Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost.
Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.
Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben.
Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Juli wieder unterschiedlich. In den USA nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Ölbohrtürme um 24 ab, in Kanada dagegen um 23 Türme zu.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 71.17895822046,00

Ende 8
1.15794021746,81
Ende 91.15593522052,13

Ende 10
1.11591320251,94

Mitte 11
1.09088919254,27

3. Wo 11
1.11090720357,03
4. Wo 111.12391520856,18

15.12.17
1.16893023856,64

19.01.18
1.26193632563,72

16.02.18
1.29397531860,74

16.03.18
1.20999021960,85

13.04.18
1.1101.00811766,74

18.05.18
1.1291.0468371,50

15.06.18
1.1981.05913966,60

13.07.18
1.2511.05419770,60

17.08.18
1.2691.05721265,00

14.09.18
1.2811.05522670,30

12.10.18
1.2581.06319571,31

09.11.18
1.2771.08119661,59

14.12.18
1.2451.07117451,20
18.01.191.2591.05020952,32

15.02.19
1.2751.05122453,34
15.03.191.1871.02618158,34
12.04.191.0881.02266
64,47
10.05.191.051
988
6361,99
07.06.19 1.078 975 103
51,70
12.07.19 1.075 958 117
60,27
09.08.19 1.074 934
140
52,31

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 858 Bohrtürme und 215 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (454), Oklahoma (86), New Mexico (109), Louisiana (59), North Dakota (47), Pennsylvania (37), Wyoming (36), Colorado (32), West Virginia (20) Kalfornien (18) und Ohio (15).

Den mehr als 20-prozentiigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu.

Die internationalen Bohraktivitäten veränderten sich um 24 Türme. 1.162 Bohrtürme werden weltweit im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand.
Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverholen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Doch er hat den Heißsporn John Bolton an seiner Seite, der ständig drängt, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren. Die Lage ist also so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keinerlei Ölknappheit gibt. (vor Rotterdam liegen wie eh und je mindestens 40 mit 350.000 Tonnen Rohöl beladene Tanker auf Reede und warten auf günstige Preise) Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter werden, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen.
Donald Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert.
Und nun kommt noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert.


Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 14. August 2019

Pressemitteilung BBU: Große Defizite im Entwurf des Rahmenbetriebsplans für Kavernenanlage Etzel

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Aug 112019
 

BBU legt umfangreiche Stellungnahme zum Entwurf des Rahmenbetriebsplans für die Kavernenanlage Etzel vor
(Bonn, Hannover, 23.07.2019) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) hat im Beteiligungsverfahren des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zum Rahmenbetriebsplan der Storag Etzel GmbH für die Kavernenanlage Etzel eine umfangreiche Stellungnahme (pdf) vorgelegt. Die Kavernenanlage Etzel ist ein in der ostfriesischen Gemeinde Friedeburg liegender Untergrundspeicher für Erdöl und Erdgas. In der am 19.7.2019 an das LBEG übermittelten Stellungnahme werden zahlreiche Defizite des Rahmenbetriebsplans dargestellt. Der BBU fordert daher die Überarbeitung des Entwurfs des Rahmenbetriebsplans und eine erneute Auslegung im Rahmen eines bergrechtlichen Planfeststellungverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Die Defizite ziehen sich durch den gesamten Entwurf des Rahmenbetriebsplans. So fehlt bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Gebirgsmechanik und seismische Ereignisse werden nur unzureichend berücksichtigt. Zudem ist das Wasserschutzgebiet Klein Horsten bei möglichen Leckagen gefährdet. Auch fehlen im Rahmenbetriebsplan eine hinreichende Berücksichtigung und Überarbeitung des Sicherheitsberichts nach der Störfall-Verordnung für die Kavernenanlage und eine Überprüfung der Modellierungen für Störfallauswirkungen. Dadurch werden die Gefahren durch Gaswolkenexplosionen und der entstehenden Wärmestrahlung unterschätzt. Die Unterlagen sind daher von Grund auf zu ergänzen und überarbeiten.“

Besonders entsetzt den BBU der kürzlich vorgestellte Sicherheitsbericht, der im Zusammenhang mit dem Rahmenbetriebsplan zu betrachten ist. Hier werden etablierte Standards zum Schutz Dritter weitgehend missachtet. So wollen Betreiber und LBEG kein Problem darin sehen, dass im Brandfall 12 kW/m2 an Wärmestrahlung auf die Nachbarschaft einwirken. – Eine Hitze, die innerhalb von Sekunden zu schwerwiegenden Verbrennungen führt.

Die Stellungnahme des BBU ist abrufbar unter https://bbu-online.de

Direktlink: https://bbu-online.de/Stellungnahmen/BBU%20Stellungnahme_BBU_Etzel.pdf