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Bericht: Bohrtürme in Nordamerika

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Jul 212020
 

Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 17.07.2020

Bericht zum Juli 2020

Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika
Berichtszeitraum 20. Juni 2020 bis 17. Juli 2020

Im Berichtszeitraum stagnierte die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme auf dem niedrigen erreichten Niveau, da die Rohölpreise wieder etwas gestiegen sind.
Die 744 stillgelegten Bohrtürmen der Monate März bis Juni umfassen über 70 Prozent Stillegung der nordamerikanischen Bohrkapazitäten. Im Juli kam die Wende, nachdem die Rohölpreise WTI wieder bis auf 40 USD/barrel angestiegen waren.
Weitere Stillegungen blieben aus und erste Unternehmen kündigten trotz der schlechten Gesamtlage an, wieder stärker ins Bohrgeschäft investieren zu wollen.

Der durch den Ölpreiskrieg der Saudis und der Russen gegen die USA ausgelöste Preisverfall wurde April/Mai immer spürbarer zusätzlich überlagert durch die Nachfrageausfälle der inzwischen über 2 Milliarden Menschen weltweit, die wegen der CORONA-Pandemie ihr gewohntes Leben und Arbeiten unterbrochen haben und „abgesperrt“ zu Hause leben mussten, um die Ausbreitung des CORONA-Virus auszubremsen. Viele Unternehmen haben Zwangspausen einlegen müssen. In China hat die Industrie wieder die Produktion wieder aufgenonmmen, es herrscht aber große Sorge vor eine 2. CORONA-Ansteckungswelle.
Die von der OPEC und weiteren Ländern beschlossen massiven Förderkürzungen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben in den vergangenen 5 Wochen Wirkung gezeigt, in Verbindung mit der wieder zunehmenden Nachfrage aus China.
Die angekündigte Verknappung durch Produktionskürzungen führte zu weiterer Stabilisierungauf heute knapp über 40 USD/barrel.

Das macht offenbar den noch verbliebenen Fracking-Förderunternehmen in den USA Mut, den weiteren forcierten Abbau von Bohrkapazitäten zunächst zu stoppen, in Kanada ist man sogar optimistisch und reaktiviert bereits.
Sie benötigen allerdings WTI-Öl-Preise von 50 bis 60 USD/barrel.
Die Strategie der OPEC und Russlands ist dabei die, durch die Preisgestaltung die Fracking-Förderer der USA aus dem Geschäft zu halten.
Wir können also erwarten, dass die Fördermengensteuerung dieser Gruppe so erfolgt, dass der WTI-Preis bei 40 bis 45 USD/barrel eintariert werden wird.
Zur Zeit liegt der Rohölpreis auf WTI-Basis bei 40,77 EUR/barrel.
Weiterhin gilt, dass abseits des Handelsplatzes New York auch Rohöl zu Notierungen gehandelt wird, die deutlich unter WTI-Niveau liegen.

Der derzeitige Weltbedarf an Rohöl weiterhin deutlich unter der globalen Fördermenge.
Die Hauptölproduzenten haben ihre Notlage erkannt und ihre Förderungen kurzfristig drastisch rduziert, viel mehr als vorher angekündigt, um den Ölpreis wieder auf ein ökonomisch besseres Gleis zu bringen. Die Saudis haben ihren Hauptabnehmern die Liefermengen drastisch reduziert, in Asien, in Europa aber auch gegenüber den USA.
Die erfolgte Wiederaufnahme großer Teile der Industrieproduktion in China stimmt die Rohölproduzenten optimistisch.

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 Veröffentlicht von am 21. Juli 2020

Beitrag zum Thema „Weltklima“ von Volker Fritz

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Jul 152020
 

Weltklima wohin gehst Du?

Die Menschheit hat seit Dezember 2015, als in Paris das Welt-Klimaabkommen unterzeichnet wurde, keine wesentlichen Schritte zur Reduzierung der Emissionen an Treibhausgasen unternommen, obwohl reichlich wohlfeile Erklärungen abgegeben worden waren.

Wir sind in wenigen Monaten 5 Jahre weiter. Diese kostbaren Jahre an Zeit wurden mehr oder weniger verplempert. Egoistisch wurde hauptsächlich daran gedacht, wie man als Nation mit möglichst wenig Einsatz und Hinhaltetaktik „billig“ davon kommen kann.

2015 wurden noch etwa 20 Jahre Zeitraum geschätzt, die die Menschheit haben wird, um aktiv ins Klimageschehen einzugreifen. Danach, so war die Befürchtung, würden im Zuge der weiteren Erwärmung selbst beschleunigende Regelkreise in Gang gesetzt werden, auf die der Mensch keinen Einfluss mehr hat.

Inzwischen sind viele solcher Wechselwirkungen erkannt worden, die in Summe die Klimaerwärmung beschleunigen. Und im weiteren Fortgang der wissenschaftlichen Bearbeitung der einzelnen Phänomene wurde auch erkannt, dass zahlreiche frühere Annahmen zum Klimageschehen viel zu optimistisch waren und das tatsächliche Bild viel zu freundlich erscheinen ließen. Auch Deutschland handelt ignorant und von Lobbyisten gesteuert.

Die aussichtsreiche neue Sparte „Solarenergie“ wurde wegen angeblich zu hoher notwendiger Staatszuschüsse komplett stillgelegt und das angereicherte Wissen floss ins Ausland ab.

Der Ausbau der Windkraft auf regionaler Genossenschaftsebene wurde Schritt für Schritt immer mehr erschwert, zu Gunsten des großen Kapitals, um letztendlich weiterhin eine zentrale Energieversorgung aufrecht zu erhalten – mit ihren schönen Abschöpfungsmöglichkeiten über „Netzentgelte“, „Bereitstellungskosten“ usw.

Die Schaffung geeigneter Großspeicher für Wind- und Solarstrom zur Überbrückung von Wind- und Sonnenflauten wurde bisher sträflich vernachlässigt, obwohl ohne sie die voll regenerative Energieversorgung nicht möglich ist.

Diese Bundesregierung hat sich auf den breiten Ersatz von Kohle und Erdöl durch Erdgas festgelegt (Treiber: Altmaier und hinter diesem die Gaskonzerne), anstatt konsequent den Umbau auf die Erneuerbaren voranzutreiben.

Diese Bundesregierung sorgt auch dafür, dass LNG über nationale Anlandestellen an Nord- und Ostsee aus billiger nordamerikanischer Fracking-Produktion bei uns vermehrt zum Einsatz kommen wird. Gerade das LNG aus Fracking-Erdgas ist ein besonders großer Atmosphärenschädiger.

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 Veröffentlicht von am 15. Juli 2020

Kommentar von Volker Fritz

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Jul 132020
 
Kommentar zur Erzwingung einer Grundstücksbetretung nach § 40 BergG durch das LBEG im Heidekreis zur Ermöglichung der Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen, gegen den erklärten Willen des Grundstückseigentümers.

https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/landkreis-heidekreis-lbeg-erlaubt-betreten-eines-bohrplatzes-190078.html

Das ist ein unerhöhrter Vorgang, der mit Billigung des Dienstherren des LBEG, des Wirtschaftsministers von Niedersachsen, Herrn Althusmann, abgelaufen ist.

Deutschland hat sich im Pariser Klimaabkommen von 2015 auf die schnelle Beendigung der Nutzung fossiler Brennstoffe verpflichtet, es aber im Inneren unterlassen, die notwendigen Gesetzesänderungen in vollem Umfang zu schaffen, damit nach diesen Prämissen auch von den Landesbehörden der Länder und von den Bundesbehörden gearbeitet wird.

Der „Kohlekompromiss“ zur Stillegung der Braunkohlrekraftwerke bis 2038 ist für eine aktive Maßnahme zur Klimarettung viel zu spät, denn 2050 wollte die Bundesregierung die fossile Nutzung völlig abgeschafft haben. Das wird absehbar so nicht erfüllt werden, zumal die Erweiterung der regenerativen Energieerzeugungssysterme offensichtlich ausgebremst wurde. Sie wären sonst schon viel weiter.

Mit der Pressemitteilung der Bundesregierung: „Moderne Kraftwerke schlagen Brücke ins regenerative Zeitalter“ wird erkennbar, wohin die Aktivitäten und Pläne des Ministers Altmaier uns führen. Es ist für Jahrzehnte noch geplant, mit fossilen Energieträgern so weiter zu machen, wie bisher, trotz der Verträge von Paris. Damit hilft Deutschland  dabei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Die Pläne, massiv Erdgas als Ersatz für andere fossile Energien einzusetzen, zeugen in besonderer Weise von der Uneinsichtigkeit der Entscheidungsträger, die eine solche Politik betreiben.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/energie-erzeugen/moderne-kraftwerke-schlagen-bruecke-ins-regenerative-zeitalter-404310

So ist es heute immer noch möglich, dass Bergrecht über vielen anderen Rechten steht. Alle Versuche, diese Vorrangstellung des Bergrechtes abzuschwächen und es verbrauchergerechter und umweltfreundlicher zu gestalten, scheiterten bisher an der erfolgreichen Lobbyarbeit der Förderindustrie bei den politischen Entscheidungsträgern.

 Veröffentlicht von am 13. Juli 2020

Methan-Leckagen bei der US-Erdgasförderung

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Apr 302020
 

Volker H.A. Fritz                          Wolfenbüttel, den 28.04.2020

Methan-Leckagen bei der US-Erdgasförderung im Permian Basin neu mit 3,7 Prozent ermittelt.

Grafik: pixabay


Einem Bericht in www.ecowatch.com zufolge sind in den USA Methanmessungen über den Fördergebieten im Rahmen einer gemeinsamen Studie der Havard University und des Environmental Defense Fund (EDF) per ESA-Satellit TROPOMI durchgeführt worden.
Sie führten zu unerwarteten Erkenntnissen:
Die Methanemissionen über dem Permian Basin wurden über 11 Monate 2018/2019 erfasst. Im Permian Basin wird ein Drittel des Erdöles und 10 Prozent des Erdgases der USA gefördert.
Der ermittelte Leckagewert vom geförderten Methan betrug 3,7 Prozent.
Das war der höchste über den USA gemessene Wert. Dieser Wert liegt mehr als zweimal höher als die Abschätzungen der EPA.

Prof. Howarth von der Cornell University gibt an, dass nach ihren neuesten Untersuchungen bei 2,7 Prozent Methanleckage das Erdgas schädlicher ist als Kohle.
Zur Klimaauswirkung des in der Region geförderten Erdgases wird festgehalten, dass sie dadurch fast verdreifacht wird, bezogen auf die letzten 20 Jahre.
Der Wechsel zum fossilen Brennstoff Erdgas als Brücke zu einer regenerativen Energieversorgung in der Zukunft erweist sich nachdrücklich als ein Irrweg. https://www.ecowatch.com/permian-basin-methane-emissions-2645852936.html
Es wird Schritt für Schritt deutlicher, woher denn die rätselhaften hohen Methananstiege in der Atmosphäre kommen können.
Die Gefährdung der Atmosphäre ist schon viel weiter fortgeschritten, als man das wahrhaben will – durch menschliches Handeln.


Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 30. April 2020

Bericht: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung

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Feb 152020
 
Foto: pixabay

Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 01.02.2020

Bericht zum Januar 2020 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika
Berichtszeitraum 04.01.2020 bis 31.01.2020

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme drastisch wieder zu, um 156 Stück nach umfangreichem Abbau – zuletzt um 56 Stück im Dezember 2019.
Das sieht nach einer neuen Entwicklung aus.
Nach dem derzeitigen Zahlenbild liegt die Gesamtzahl der eingesetzten Türme seit Februar 2018 um über 25 Prozent unter der damaligen Gesamtbohrkapazität.

Die starke Januar-Zunahme ergibt sich hauptsächlich durch die Wiederinbetriebnahme von 130 Ölbohrtürmen und 32 Gasbohrtürmen in Kanada. Die Zahl der Türme in den USA sank auf 790 Stück. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika weiterhin deutlich unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.
Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20. Am 08.11.2019 lagen sie bei 56,39 USD/barrel, am 06.12.19 bei 56,32 USD/barrel und am 04.01.20 notieren sie bei 62,80 USD/barrel. Derzeit sind sie auf 52,95 USD/barrel gesunken.

Die befürchtete größere Auseinandersetzung zwischen den USA und Persien, sowie deren Kampfgruppen außerhalb Persiens ist nach dem 03.01.2020 und der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani bisher ausgeblieben.
Die persische Führung hat sich mit dem Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran, die von Teheran aus gestartet war, in eine Lage gebracht, die sie vorsichtiger agieren lässt.
Die internationalen Ölmärkte haben sich daraufhin wieder entspannt, mit der Folge sinkender Rohölpreise.
Die von der OPEC im Dezember beschlossene drastische Förderkürzung zur Stabilisierung der Rohölpreise zeigt bisher noch keine Wirkung.

Allerdings reicht die beschlossene Kürzung nach Ansicht der IEA auch nicht aus um die Überproduktion zu beseitigen. Dazu müsste noch stärker reduziert werden, zumal der weltweite Rohölbedarf in der ersten Hälfte 2020 ebenfalls abnehmend beurteilt wird. Die IEA hält es für möglich, dass beide Einflüsse auf den Rohölpreis sich im Ende aufheben werden und dass die Preiserhöhungsabsicht der OPEC ins Leere laufen könnte.
Zudem bleibt zu bedenken, dass die USA und Kanada die Rohölförderung ganz kurzfristig durch die Fracking-Förderung im Volumen erhöhen können, wenn die Weltmarktpreise wieder Gewinne erlauben, während die OPEC in dieser Hinsicht vergleichsweise schwerfällig ist.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Januar unterschiedlich, wobei in Kanada, mit der starken Wiederinbetriebnahme der Ölfördertürme, weit über die Dezember-Stillegungen hinaus, eine Trendwende erfolgt ist.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März 2019 bis Januar 2020:

Monat/ Jahr gesamt im Einsatz in Nordamerika USA Kanada US Rohölpreis WTI USD / barrel
30.07.17 1178 958 220 46
30.09.17 1155 935 220 52,13
31.10.17 1115 913 202 51,94
15.11.17 1090 889 192 54,27
30.11.17 1123 915 208 56,18
15.12.17 1168 930 238 56,64
19.01.18 1261 936 325 63,72
16.02.18 1293 975 318 60,74
16.03.18 1209 990 219 60,85
13.04.18 1110 1008 117 66,74
15.06.18 1198 1059 139 66,6
13.07.18 1251 1054 197 70,6
14.09.18 1281 1055 226 70,3
12.10.18 1258 1063 195 71,31
09.11.18 1277 1081 196 61,59
14.12.18 1245 1071 174 51,2
18.01.19 1259 1050 209 52,32
15.02.19 1275 1051 224 53,34
15.03.19 1187 1026 161 58,34
12.04.19 1088 1022 66 64,47
10.05.19 1051 988 63 61,99
07.06.19 1078 975 103 51,7
12.07.19 1075 958 117 60,27
09.08.19 1074 934 140 52,31
13.09.19 1020 886 134 55
11.10.19 1002 856 146 54,6
08.11.19 957 817 140 56,39
06.12.19 937 799 138 56,32
03.01.20 881 796 85 62,8
31.01.20 1037 790 247 52,95

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 832 Ölbohrtürme und 202 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (395), New Mexico (109), Louisiana (52), North Dakota (52), Oklahoma (53), Wyoming (23), Pennsylvania (25), Colorado (22), Kalifornien (14), West Virginia (15) und (11).

Den etwa 25-prozentigen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und am 08.11. lag er bei 2,772 USD/mmBtu. Am 06.12. lag er bei 2,427 USD/mmBtu und am 04.01.2020 bei 2,130 USD/mmBtu. Zur Zeit wird er bei 1,841 USD/mmBtu notiert, wo doch im Norden und Nordosten der USA ein winterlich erhöhter Bedarf besteht.

Das bedeutet zunächst weiterhin „ruhiges Geschäft zu nicht-kostendeckenden Preisen im Henry Hub“. Davon profitiert nur das LNG-Geschäft mit Erdgas-Exporten nach Übersee.
Um Geld zu verdienen müssten die Gaskonzerne 6 – 7 USD/mm Btu im Henry Hub erzielen.

Die internationalen Bohraktivitäten belebten sich leicht um 8 Türme. 1.104 Bohrtürme werden weltweit im Dezember/Januar im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.
Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand, jedoch mit dem Vorbehalt, dass Persien Aktivitäten entwickeln wird, um den USA auf den verschiedensten Gebieten zu schaden. Das kann zur Folge haben, dass auch die Länder der EU in diesem Konflikt Stellung beziehen müssen, was sie bisher wachsweich vermieden haben.

Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden, denn er hat sich großsprecherisch als „Friedenspräsident“ gegenüber seinen Stammwählern vorgestellt, der „unsere amerikanischen Jungs“ nach Hause holt. Nun muss er auch liefern.
Doch Trump hat wiederholt dem Iran gedroht und Stimmung gemacht.
Wegen der Botschaftsbedrohung in Bagdad hat Trump zusätzlich Tausende US-Soldaten in den Nahen Osten und nach Saudi-Arabien verlegen lassen, um die US-Präsenz wieder zu verstärken.
Nun hat Trump mit der Tötung des Generals agiert und damit zugleich seine Position in dem Konflikt entscheidend geschwächt, denn gegen 80 Millionen Iraner kann er einen offenen Krieg kaum mit einfachen Mitteln gewinnen.

Die Infektionswelle in China mit dem Corana-Virus und die drastischen Gegenmassnahmen der Zentralregierung in Peking führen zu einem Rückgang der Wirtschaftsentwicklung, zunächst in China, aber wohl zu erwarten auch weltweit.
Dadurch wird der Rohölbedarf – zunächst des Großabnehmers China, doch dann auch anderer Länder – zurückgehen oder zumindest stagnieren.
Mit einem Anstieg der Rohölpreise ist daher in der ersten Jahreshälfte 2020 eher nicht zu rechnen.

Volker Fritz
im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 15. Februar 2020

Jetzt mitmachen – Aktion gegen die Förderung von Gasprojekten mit EU-Geld

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Feb 082020
 

Die Europäische Union hat sich – zu Recht – sehr ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt.1
Darüber hinaus hat das Europäische Parlament Ende 2019 den Klimanotstand ausgerufen. 2
Der „Grüne Deal“ und das „Europäische Klimagesetz“ sollen ebenfalls bald vorgestellt werden.3

Von einigen Seiten wird fossiles Gas in der Debatte um Klimaschutz und Energiewende als klimafreundlicher und grüner Energieträger oder als Brücke zu den erneuerbaren Energien bezeichnet. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind jedoch eindeutig und weisen nachdrücklich daraufhin, dass fossiles Gas massiv zur Klimaerwärmung beiträgt und die Klimabilanz im gesamten Lebenszyklus genauso schlecht wie die von Kohle ist.4

Im Zeitraum 10 – 13 Februar wird das Europäische Parlament erneut über die Liste der „Vorhaben im gemeinsamen Interesse“5 (Englisch: Projects of Common Interest, abgekürzt PCI) abstimmen. Diese Vorhaben sollen zur Verwirklichung der energie- und klimapolitischen Ziele der EU beitragen, d. h. eine Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger mit nachhaltiger Energie sowie die langfristige Umstellung auf eine Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen gemäß dem Übereinkommen von Paris garantieren.6

Ohne die Erfüllung dieser Vorgaben dürfen Projekte nicht auf die PCI-Liste gesetzt werden und damit grundsätzlichen Anspruch auf öffentliche Fördermittel und beschleunigte Umweltverträglichkeitsprüfungsvefahren erhalten.

Während der Sitzung des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie am 17.10.2019 gab der stellvertretende Generaldirektor DG ENER Klaus-Dieter Borchardt zu, dass die EU Kommission – entgegen den eigenen Vorgaben – niemals eine Klimaverträglichkeitsprüfung für die fossilen Gasprojekte auf der Liste durchgeführt habe.7

Eine aktuelle Studie zur vierten PCI-Liste verdeutlicht, dass Europa keine neue Gasinfrastruktur braucht, um die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Bericht warnt eindringlich vor dem berechtigten Risiko, dass bis zu 29 Milliarden Euro für die unnötigen Gasprojekte auf der aktuellen Liste verschwendet werden könnten.8

Die Förderung des Ausbaus bzw. des Neubaus von Gasinfrastruktur mit einer Lebenszeit von 30 – 50 Jahren mit öffentlichen Mitteln bzw. rechtliche Ausnahmen zur Reduzierung oder Befreiung von der Steuerlast riskiert das Kreieren von Lock-In-Effekten über Zeitpunkt der vollständig benötigten Dekarbonisierung hinaus bzw. generiert „Investitionsruinen“ mit der möglichen Folge einer neuen Finanzkrise. Der Ausbau von zusätzlichen Infrastrukturen für Gas (wie z.B. Pipelines oder LNG-Terminals) und den Gebrauch von Gas als Rohstoff für die petrochemische Industrie muss verhindert werden, um das Entstehen von Lock-In-Effekten bei der Nutzung fossiler Energieträger zu vermeiden.

1 https://ec.europa.eu/clima/policies/strategies/2030_de
2 https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20191121IPR67110/europaisches-parlament-ruft-klimanotstand-aus
3 https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20191203IPR68087/green-deal-fur-europa-reaktionen-des-europaparlaments
4 https://www.research.manchester.ac.uk/portal/en/publications/natural-gas-and-climate-change(c82adf1f-17fd-4842-abeb-f16c4ab83605).html / http://www.howarthlab.org/ https://theicct.org/sites/default/files/publications/Climate_implications_LNG_marinefuel_01282020.pdf
5 https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/DieBundesnetzagentur/Internationales/Energie/PCI/pci.html
6 https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:bEsRh9dLmj8J:https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/document/print/de/memo_17_4708/MEMO_17_4708_DE.pdf+&cd=3&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-b-d
7 https://www.youtube.com/watch?v=hQqF_YtNQ1w&feature=youtu.be
8 https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/milliardenausgaben-fuer-unnoetige-gasprojekte/

https://www.foodandwatereurope.org/wp-content/uploads/2019/10/CSO-letter-PCI.pdf