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Fracking-Kommission der Bundesregierung: Klimabelastung zu tief angesetzt

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Feb 272021
 

Mit freundlicher Genehmigung von Telepolis.de veröffentlichen wir diesen Textauszug aus dem Newsletter Telepolis-täglich

Fracking-Kommission der Bundesregierung: Klimabelastung zu tief angesetzt?

22. Februar 2021  Malte Daniljuk

Methan-Emissionen werden überraschend niedrig eingeschätzt. Methanforscher kritisiert Methode und Grundlagen. Importe von gefracktem Erdgas steigen weiter an; umstrittene LNG-Terminals

Die Bundesregierung richtete vor zwei Jahren eine Expertenkommission Fracking ein. Die berufenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Auftrag, mögliche Risiken der umstrittenen Fördertechnik für Mensch und Umwelt unabhängig einzuschätzen. Sie sollen den Bundestag wissenschaftlich beraten. Im Januar veröffentlichte die Kommission nun ein erstes Gutachten.

Es befasst sich mit dem Thema Methanemissionen. Bei der Förderung und dem Transport von Erdgas und Erdöl treten große Mengen dieses Gases aus, das kurzfristig sehr viel schädlicher für das Klima ist als CO2. Insbesondere seitdem in Nordamerika mithilfe von Fracking großflächig Schieferflöze aufgebrochen werden, erhöhen sich die Methanwerte in der Atmosphäre deutlich.

Darüber, wie stark die Klimabelastung durch die Fracking-Industrie genau ist, tobt in den USA eine harte Auseinandersetzung. Während unabhängige Wissenschaftler regelmäßig zweistellige Anteile der Fördermenge als Austritt erfassen, nennt die staatliche Umweltbehörde EPA seit Jahren Werte zwischen 1 und 2 Prozent.

Zwar ist selbst dies mit Blick auf die schnell steigenden Gesamtvolumen der Förderung eine katastrophal große Menge. Den Unterstützern der Fracking-Industrie gilt sie jedoch als vertretbare Belastung. Kurz: Die Frage, wie hoch die Austritte von Methan sind, ist energiepolitisch hoch brisant und kann in Deutschland über die Zukunft dieser Fördermethode entscheiden.

Das nun veröffentlichte Gutachten der Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland „Emissionsraten deutlich kleiner als 1 Prozent zu erwarten“ seien. Diese Aussage begründet die durchführende Ingenieursgesellschaft nicht mit eigenen Messungen, sondern mit einer zweiten Auswertung von Studien aus Nordamerika.

Kritik am methodischen Vorgehen der Gutachter

Eine „systematische Literaturrecherche“ und „Plausibilitätsbetrachtungen“ seien die Grundlage für dieses Ergebnis. Auf Anfrage von Telepolis wollten weder die Vorsitzende der Kommission, Professor Charlotte Krawczyk, noch deren Geschäftsstelle das Ergebnis oder die wissenschaftliche Qualität des Gutachtens kommentieren.

Gegenüber Telepolis zeigte sich jedoch Professor Robert Howarth sehr überrascht von dem Vorgehen der deutschen Expertenkommission. Howarth gehört zu den Pionieren der Methanforschung, mehrere seiner Studien werden in dem Gutachten erwähnt.

„Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Schiefergas jemals in großem Maßstab mit Emissionen von auch nur annähernd 1 Prozent erschlossen und genutzt werden könnte“, so der Professor an der renommierten Cornell Universität. Zudem kritisiert Howarth scharf das methodische Vorgehen der Gutachter, die in dem Text zwar nicht kenntlich machen, welche Datensätze sie verwendet haben, jedoch erklären, sie hätten höhere Messergebnisse nicht berücksichtigt.

Es ist einfach falsch zu behaupten, höhere Werte, die in den US-Studien zitiert werden, seien auf „besondere lokale Umstände oder Vorfälle“ zurückzuführen und sollten „nicht als repräsentativ für die Bestimmung einer durchschnittlichen Methanemissionsrate“ betrachtet werden.

Robert Howarth

Methanemissionen bei der Frackingförderung „bei mindestens 3,5 Prozent“

Unterm Strich, so Robert Howarth, sei ein Wert von 1 Prozent des Extraktionswertes viel zu niedrig, basierend auf fast allen verfügbaren Daten. Tatsächlich finden sich in der von den deutschen Experten verwendeten Literatur sogar mehrere Studien, die in einzelnen Fracking-Regionen bis zu 17 oder sogar 20 Prozent der Fördermenge als Austritte in die Atmosphäre gemessen haben.

Robert Howarth selbst kommt in einer aktuellen Untersuchung, die sämtliche verfügbare Daten, unterschiedliche Messmethoden und Austrittsorte auswertet, zu dem Ergebnis, dass die durchschnittlichen Methanemissionen bei der Frackingförderung „bei mindestens 3,5 Prozent“ liegen müssen.

Im Fall der Förderung in den USA würden „die besten verfügbaren Daten“ sogar durchschnittliche Emissionen von 4,1 Prozent der Gasförderung ergeben, so Howarth gegenüber Telepolis.

„Aufgrund verschiedener geopolitischer und marktbedingter Gründe“ haben die EU und Großbritannien ihre LNG-Importe in den Jahren 2019 und 2020 jedoch deutlich erhöht und erreichen nun eine durchschnittliche Auslastung von 46 Prozent, so die Berechnung von Food & Water Action Europe.

Link zum vollständigen Bericht: https://www.heise.de/tp/features/Fracking-Kommission-der-Bundesregierung-Klimabelastung-zu-tief-angesetzt-5061281.html

BBU: Verlängerung des Planungssicherstellungsgesetzes wird Anforderungen an fortschrittliche Bürgerbeteiligung unter Pandemie-Bedingungen nicht gerecht

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Feb 242021
 
BBU aktiv für unsere Umwelt

BBU-Pressemitteilung, 22.02.2021


(Bonn, Berlin, 22.02.2021)

Auf deutliche Kritik ist der von der Bundesregierung entworfene und von den Koalitionsfraktionen in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf zur Verlängerung des Planungssicherstellungsgesetzes gestoßen. Der Gesetzentwurf soll am 25.2.2021 vom Bundestag beschlossen werden. Die Geltungsdauer der Bestimmungen des Planungssicherstellungsgesetzes soll dabei für fast zwei Jahre verlängert werden, ohne dass es in seinen Bestimmungen geändert wird. Damit soll der schwere Eingriff in die Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit und der Umweltverbände fortgesetzt werden. Die notwendige Anpassung des Gesetzes an die Pandemie-Bedingungen, die eine fortschrittliche Öffentlichkeitsbeteiligung und eine gleichzeitige Kontaktminimierung erforderlich machen, erfolgt nicht. Der BBU fordert, die Verlängerung des Gesetzes in der vorliegenden Form abzulehnen.


Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu:„Das Gesetz wird bereits dem Anspruch nach Kontaktminimierung nichtgerecht. So wird die Veröffentlichung von Antragsunterlagen im Internet weiterhin nicht verpflichtend vorgeschrieben. So können trotz einer schweren Pandemie immer wieder Menschen zum Gang in die Amtsstube gezwungen werden, wenn sie ihre Rechte wahrnehmen wollen.

In den vergangenen Monaten hat sich zudem gezeigt, dass die Bundesregierung den Erörterungstermin, das Herzstück von Genehmigungsverfahren, völlig entkernt hat. Statt des lebendigen Diskurses zwischen Antragstellern, Behörden und Einwendenden, der wesentlich zur Ermittlung des Sachverhalts, der Defizite und der Genehmigungsfähigkeit von Projekten beiträgt, findet nun regelmäßig eine ‚Online-Konsultation‘ statt. Hierbei handelt es sich um ein reinschriftliches bzw. Email-Verfahren. Nach der Einreichung der Einwendungen nimmt die Antragstellerin hierzu Stellung. Darauf dürfendie Einwendenden noch einmal antworten. Damit ist die ‚Online-Konsultation‘ beendet. Dies ist ein Dialog auf niedrigstem Niveau. Der BBU fordert, dass für die Verfahren, bei denen ein Erörterungstermin stattfinden kann oder muss und bei denen aufgrund der pandemischen Lage kein Präsenztermin stattfinden kann, verpflichtend ein ‚Online-Erörterungstermin‘ eingeführt wird. Dieser muss den Anforderungen physischer Erörterungstermine voll entsprechen. Nach fast einem Jahr Home-Office-Erfahrungen sollte die Technik für derartige Veranstaltungen vorhanden sein.“

Weiter erklärt Oliver Kalusch: „Zudem erwecken die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen den Eindruck, dass es bei der Verlängerung des Planungssicherstellungsgesetzes nicht mehr um die Reaktion auf die Covid-19-Pandemie geht. Denn die Geltungsdauer des Gesetzes wird nicht an die pandemische Lage gekoppelt, sondern pauschal bis zum 31.12.2022 verlängert. Während die Bundesregierung öffentlich auf eine wirkungsvolle Impfung der Bevölkerung in 2021 setzt, wird dieVerlängerung der Gesetzesbestimmungen nicht bis zum 31.12.2021 beschränkt, sondern darüber hinaus um ein zusätzliches Jahr verlängert. Hier drängt sich der Eindruck eines Geschenks an Investoren von Projekten zu Lasten der Partizipation der Bevölkerung auf.

Hierzu passt, dass sich die Bundesregierung offensichtlich nicht für die Erfahrungen interessiert, die die Verbände seit Beginn der Pandemiegemacht haben. Vor der Verabschiedung des Planungssicherstellungsgesetzes erfolgte die Verbändeanhörung lediglich über ein Wochenende, so dass den meisten Organisationen die Möglichkeit zur Stellungnahme genommen wurde. Bei der Verlängerung des Gesetzes ist die Verbändeanhörung ganz entfallen. Anscheinend will die Bundesregierung sich nicht mit Kritik auseinandersetzen.“

Der BBU fordert daher, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und grundlegend zu überarbeiten. Sollte dies nicht erfolgen, ruft der BBU den Bundestag auf, die Verlängerung des Gesetzes in der vorliegenden Form abzulehnen.

Bericht zum Februar 2021 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Feb 222021
 

Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 19.02.2021

Berichtszeitraum 16.01. bis 19.02.2021 (5 Wochen)

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme vom niedrigen erreichten Niveau vom August weiter leicht zu um 35 Stück, wie schon September/Oktober, da die Rohölpreise nun doch bis auf 60 USD für WTI gestiegen sind. Das wird voraussichtlich jetzt die Aktivitäten der US-Förderer in den nächsten Monaten verstärkt beleben, die noch am Markt sind. Es ist zu erwarten, dass die OPEC und Russland jetzt wieder das Angebot vergrößern werden, um den Ölpreis dicht bei 40 USD/barrel zu stabilisieren und so die US-Fracking-Förderung unattraktiv zu machen.

Die weltweiten Abnahmemengen haben sich durch den rasanten Wiederanstieg der chinesischen Volkswirtschaft im Verlauf des Jahres wieder deutlich erhöht, trotz der Ausbreitung der Pandemie in bevölkerungsstarke Länder wie Indien und Brasilien. In Europa hat die 2. Infektionswelle der CORONA-Pandemie, wie vorhergesagt, im Herbst begonnen und mehrere Volkswirtschaften sind genötigt, erneut große Aktionen zur Kontaktbeschränkung zu fahren, bis einsetzbare Impfstoffe in ausreichender Menge verfügbar sind. Impfungen haben bereits in gößerem Umfang in UK, den USA und in Israel begonnen. Auch in Deutschland wurde mit Kleinmengen begonnen, die aber keinesfalls den großen Bedarf decken. Bisher sind ca. 3% der Bevölkerung geimpft. Jetzt sind die beiden höher ansteckenden Varianten des CORONA-Virus aus UK und Süd Afrika auch in Deutschland überall nachgewiesen worden. Die Bundesregierung hat den Lockdown vom Januar 2021 noch verlängert bis zunächst zum 07.03.21, da zu befürchten ist, dass die Infektionen bei uns durch die Mutanten ebenso stark zunehmen, wie in Irland.

Die 744 stillgelegten Bohrtürmen der Monate März bis Juni 20 umfassten über 70% Stillegung der nordamerikanischen Bohrkapazitäten vom Jahresanfang 20. Im Juli kam zwar die Wende, nachdem die Rohölpreise WTI wieder bis auf 40 USD/barrel angestiegen waren, die erwartete weitere Steigerung über 50 USD/barrel kam in der 2.Hälfte Dezember. Zur Zeit liegt der Preis bei 59,85 USD. Die Reaktivierung der Bohranlagen war daher in den Monaten Oktober/November/Dezember verhalten. Erste Unternehmen in Kanada und in den USA haben trotz der schlechten Gesamtlage begonnen, wieder mehr ins Bohrgeschäft zu investieren. Zum Jahreswechsel wurden in Kanada umfangreich Bohranlagen stillgelegt, wie gewohnt. In den ersten Wochen im Januar 21 gingen sie dann wieder in Betrieb, jedoch mit starkem Zuwachs. Insgesamt ist im Berichtszeitraum eine weitere, vergleichsweise vorsichtige, Zunahme von 35 Türmen in Nordamerika festzustellen, wobei 4/5tel davon in die Ölförderung gingen und nur 1/5tel in die Erdgasförderung.

Der durch den Ölpreiskrieg der OPEC und der Russen gegen die USA ausgelöste Preisverfall wurde April/Mai 20 immer spürbarer zusätzlich überlagert durch die Nachfrageausfälle der inzwischen 110 Mio Menschen weltweit, die wegen der CORONA-Pandemie ihr gewohntes Leben und Arbeiten unterbrochen haben und „abgesperrt“ zu Hause leben mussten und weiter müssen. Viele Unternehmen haben Zwangspausen einlegen müssen. In China hat die Industrie inzwischen die Produktion wieder hochgefahren und für das 4.Quartal 2020 sogar ein massives Wachstum gemeldet. Infektionsnester werden durch strengste Quarantäne- und Absperrmaßnahmen unter Kontrolle gehalten. Doch es wird immer wieder von erheblichen örtlichen Ausbrüchen berichtet, so dass die offiziellen Infektionszahlen die Wirklichkeit nicht abbilden dürften.

Die von der OPEC und weiteren Ländern beschlossen massiven Förderkürzungen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben in den vergangenen 32 Wochen Wirkung gezeigt, in Verbindung mit der wieder zunehmenden und weiter verstärkten Nachfrage aus China. Die angekündigte Verknappung durch Produktionskürzungen führte zu weiterer Stabilisierung auf zwischenzeitlich um 60 USD/barrel. Doch die noch immer weiter zunehmende weltweite CORONA-Ausbreitung – auf inzwischen über 110 Mio nachgewiesen Betroffene und fast 2,5 Mio Tote – dämpft den Rohölbedarf so, dass der Preis am 19.02.21 wieder unter die 60-Dollarmarke fiel auf 59,85 USD/barrel WTI für Lieferung März 2021 – mit weiter fallender Tendenz.

Neue Infos von Fracking-Ölproduzenten im Permian Basin in Texas besagen, dass sie innerhalb eines Jahres seit Mitte 2019 bis jetzt die Förderkosten um 20% senken konnten und jetzt in der Lage sind, für 40 USD/barrel zu fördern statt 50 bis 60 USD/barrel vorher. Von den in den USA inzwischen in den letzten Monaten wieder reaktivierten Bohrtürmen steht mehr als die Hälfte im Permian Basin.

Der derzeitige Weltbedarf an Rohöl liegt weiterhin noch immer unter der globalen Fördermenge.

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Hinterlistiger, geheimgehaltener Deal

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Feb 182021
 
Wie weit ist die Bundesregierung bereit, die Klimaziele zu konterkarieren?

Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) hat auf ihrer Homepage ein brisantes Papier veröffentlicht. Laut ihrer Veröffentlichung kann sie zweifelsfrei belegen, dass Minister Olaf Scholz schon im Sommer 2020 in einem vertraulichen und privat gehaltenen Brief an seinen amerikanischen Amtskollegen Steven Mnuchin ein Angebot von einer Milliarden Euro Steuergelder gemacht hat. (Dear Steven…)

Man wolle damit  den Ausbau der LNG Terminals in Norddeutschland noch einmal kräftig bezuschussen und damit den Weg für Fracking-Gas aus Amerika ebnen.

Im Gegenzug wünschte Scholz, die US- Regierung wolle ihren Widerstand gegen das Pipeline-Projekt Nordstream 2 aufgeben.

Scholz habe auch diplomatische Unterstützung angeboten, um Polen und die Ukraine zu besänftigen.

Die Bundesregierung hat sich zu diesem Brief bis jetzt bedeckt gehalten, und so sah sich die DUH veranlasst eine Kopie dieses „Non Paper“ ins Netz zu stellen.

https://www.duh.de/projekte/geheimdeal-gegen-das-klima/

Nicht nur Minister Olaf Scholz führt Deutschland in eine klimapolitische Sackgasse, auch der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hat den Weg freigemacht für die Gründung einer landeseigenen Umwelt-Stiftung, die die Fertigstellung der Ostsee-Gaspipeline Nordstream 2 unterstützen soll. 

Es sollen nach Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit Hilfe dieser Stiftung gezielt Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz gefördert werden.

Auch Vertreter von „Die Linke“ verlieren zunehmend an Glaubwürdigkeit. 

Der Abgeordnete des Bundestages, Dietmar Bartsch, fordert die Pipeline Nordstream 2 fertigzubauen. Es sei absurd, Tausende von Kilometern Rohre ungenutzt, als Umweltsünde, verrotten zu lassen.

Gegen Gasbohren fragt: Ist es keine Umweltsünde, Erdgas, annähernd so schädlich wie Kohle, in großen Mengen zu importieren und massiv finanziell zu unterstützen? 

Die deutsche Energiepolitik beschreitet damit einen Weg, aus dem es so schnell kein „return“ gibt. Die investierten Milliarden werden sich erst einmal amortisieren müssen.

 Veröffentlicht von am 18. Februar 2021

Bericht zum Januar 2021 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jan 152021
 
© pixabay.com

Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 15.01.2021

Bericht zum Januar 2021 Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 12.12. bis 15.01.2021 (5 Wochen)

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme vom niedrigen erreichten Niveau vom August weiter leicht zu, wie schon September/Oktober, da die Rohölpreise nun doch deutlich über die 50 USD für WTI gestiegen sind und die Tendenz weiter steigend ist. Das wird voraussichtlich jetzt die Aktivitäten der US-Förderer in den nächsten Monaten anfachen, die noch am Markt sind. Es ist zu erwarten, dass die OPEC und Russland jetzt wieder das Angebot vergrößern werden, um den Ölpreis dicht bei 40 USD/barrel zu halten und so die US-Fracking-Förderung unattraktiv zu machen. .

Die weltweiten Abnahmemengen haben sich durch den rasanten Wiederanstieg der chinesischen Volkswirtschaft im Verlauf des Jahres wieder deutlich erhöht, trotz der Ausbreitung der Pandemie in bevölkerungsstarke Länder wie Indien und Brasilien. In Europa hat die 2. Infektionswelle der CORONA-Pandemie, wie vorhergesagt, im Herbst begonnen und mehrere Volkswirtschaften sind genötigt, erneut große Aktionen zur Kontaktbeschränkung zu fahren, bis einsetzbare Impfstoffe in ausreichender Menge verfügbar sind. Impfungen haben bereits in gößerem Umfang in UK, den USA und in Israel begonnen. Auch in D wurde mit Kleinmengen begonnen, die aber keinesfalls den großen Bedarf decken. Bisher sind ca. 1% der Bevölkerung geimpft. Jetzt sind die beiden höher ansteckenden Varianten des CORONA-Virus aus UK und Süd Afrika auch in D nachgewiesen worden. Die Bundesregierung plant, den Lockdown vom Januar 2021 noch zu verschärfen, da zu befürchten ist, dass die Infektionen bei uns ebenso stark zunehmen, wie in Irland.

Die 744 stillgelegten Bohrtürmen der Monate März bis Juni umfassen über 70% Stillegung der nordamerikanischen Bohrkapazitäten vom Jahresanfang. Im Juli kam zwar die Wende, nachdem die Rohölpreise WTI wieder bis auf 40 USD/barrel angestiegen waren, die erwartete weitere Steigerung über 50 USD/barrel kam in der 2.Hälfte Dezember. Zur Zeit liegt der Preis bei 52,35 USD. Die Reaktivierung der Bohranlagen war daher in den Monaten Oktober/November/Dezember verhalten. Erste Unternehmen in Kanada und in den USA haben trotz der schlechten Gesamtlage begonnen, wieder mehr ins Bohrgeschäft zu investieren. Zum Jahreswechsel wurden in Kanada umfangreich Bohranlagen stillgelegt, wie gewohnt. In den ersten Wochen im Januar 21 gingen sie dann wieder in Betrieb, jedoch mit starkem Zuwachs. Insgesamt ist im Berichtszeitraum eine kräftige weitere Zunahme festzustellen.

Der durch den Ölpreiskrieg der OPEC und der Russen gegen die USA ausgelöste Preisverfall wurde April/Mai immer spürbarer zusätzlich überlagert durch die Nachfrageausfälle der inzwischen über 90 Mio Menschen weltweit, die wegen der CORONA-Pandemie ihr gewohntes Leben und Arbeiten unterbrochen haben und „abgesperrt“ zu Hause leben mussten und weiter müssen. Viele Unternehmen haben Zwangspausen einlegen müssen. In China hat die Industrie inzwischen die Produktion wieder hochgefahren und für das 4.Quartal 2020 sogar mit einem massiven Wachstum. Infektionsnester werden durch strengste Quarantäne- und Absperrmaßnahmen unter Kontrolle gehalten. Doch es wird immer wieder von erheblichen örtlichen Ausbrüchen berichtet, so dass die offiziellen Infektionszahlen die Wirklichkeit nicht abbilden dürften.

Die von der OPEC und weiteren Ländern beschlossen massiven Förderkürzungen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben in den vergangenen 27 Wochen Wirkung gezeigt, in Verbindung mit der wieder zunehmenden und weiter verstärkten Nachfrage aus China. Die angekündigte Verknappung durch Produktionskürzungen führte zu weiterer Stabilisierung auf zwischenzeitlich über 50 USD/barrel. Doch die noch immer weiter zunehmende weltweite CORONA-Ausbreitung – auf inzwischen über 90 Mio nachgewiesen Betroffene und fast 2 Mio Tote dämpft den Rohölbedarf so, dass der Preis am 15.01.21 bei 52,35 USD/barrel WTI für Lieferung Februar 2021 lag.

Neue Infos von Fracking-Ölproduzenten im Permian Basin in Texas besagen, dass sie innerhalb eines Jahres seit Mitte 2019 bis jetzt die Förderkosten um 20% senken konnten und jetzt in der Lage sind, für 40 USD/barrel zu fördern statt 50 bis 60 USD/barrel vorher. Von den in den USA inzwischen in den letzten Monaten wieder reaktivierten Bohrtürmen steht mehr als die Hälfte im Permian Basin.

Der derzeitige Weltbedarf an Rohöl liegt weiterhin noch immer unter der globalen Fördermenge. Die erfolgte Wiederaufnahme und Beschleunigung der Industrieproduktion in China stimmt die Rohölproduzenten optimistisch.

In Nordamerika entwickelt sich die Katastrophe immer weiter. Das zeigt auch der Konkurs des größten Frackingförderers in Nordamerika, der Chesapeake Energy, mit einem Volumen an 12 Mrd USD an ungedeckten Schulden. Nach Auskunft der Wirtschaftskanzlei Haynes& Boone hat die Zahl der Konkurse im 4. Quartal weiter zugenommen, sowohl bei den Förderfirmen, als auch bei den Dienstleistern.

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 Veröffentlicht von am 15. Januar 2021

Offener Brief an Svenja Schulze

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Sep 232020
 

Offener Brief an die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Frau Svenja Schulze

„Nationale Wasserstrategie“, Prioritätenliste

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

aus öffentlichen Berichten haben wir entnommen, dass Sie in Anbetracht des sich immer deutlicher abzeichnenden Klimawandels und der hierdurch gefährdeten Wasserversorgung infolge zu geringer Niederschläge, eine „Nationale Wasserstrategie“ planen. Der niedersächsische Umweltminister Lies hat die drohende Wasserknappheit ebenfalls öffentlich angesprochen.

Gutachten haben schon vor längerer Zeit davor gewarnt, den sehr hohen Nutzungsgrad unseres Grund- und Oberflächenwassers weiter zu intensivieren. Nachlassende Niederschläge und damit sinkende Grundwasserspiegel könnten schnell zu ernsten Problemen führen.Schon jetzt müssen Landwirte ihre Felder beregnen, und Wasserwerke machen sich Gedanken über die Zuteilung von beantragten Wassermengen.Medien schreiben über Befüllen von Schwimmbecken oder Bewässerung von Gärten.

Wir, die Mitglieder von Gegen Gasbohren, sehen die extreme Gefahr für unser Wasser in der Technik des Frackings, der Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten, mit immensem Wasserverbrauch. Wir beobachten äußerst aufmerksam und mit einigem Misstrauen die Tätigkeit der Expertenkommission Fracking, gemäß § 13a Abs. 6 S. 1 WHG.

Mit wissenschaftlicher Begleitung könnenmaximal 4 Versuchsbohrungen (gemäß § 13a Abs. 2 WHG) unter Anwendung von Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel-, oder Kohleflözgestein unter deutschen Bedingungen durchgeführt werden. Bis dato sind uns keine Versuchsbohrungen bekannt geworden.

Unsere Befürchtung ist, dass am Ende dem Bundestag die Aufhebung des Frackingverbotes empfohlen wird und dann in Deutschland in unkonventionellen Lagerstätten gefrackt werden darf.Dies würde bedeuten, dass riesige Mengen sauberen Grundwassers bei den Frackvorgängen benutzt werden.

Überlegungen der Erdgasindustrie1 sehen z.B. für einen ca.12 x 10 km zu erschließenden Förderplatz 9-12 Cluster mit je 20 Bohrungen vor.Jede einzelne Bohrung im Schiefergestein wird mit ca. 20 000-30 000 m3 Frackfluid, das zu 95-98 % aus Wasser besteht, beaufschlagt. Für einen Cluster werden 600 000 bis 700 000 m3 Frischwasser benötigt und aufgrund der beigesetzten Chemikalien dauerhaft dem Wasserkreislauf entzogen.

Für einen 12 x 10 km großenFörderplatz mit den darauf geplanten 9-12 Clustern würden im Laufe der Förderung ca. 5 bis 7 Millionen m3 Wasser benötigt. Von ExxonMobil war geplant, nach und nach weit über 100 Förderplätze zu errichten.Ein großer Teil des Wassers, kontaminiert mit Lagerstättenwasser, das bei der Gasförderung zu Tage tritt, wird später wieder in die Erde verpresst, wo es eine Gefahr für das trinkbare Grundwasser darstellt.

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 Veröffentlicht von am 23. September 2020