Feb 292012
 

Der Geschäftsführer des Hochsauerlandwasser, Robert Dietrich, unterstützt die Forderungen des Verbandes der Wasserwerke an der Ruhr, dass Trinkwassergewinnung Vorrang vor Rohstoffgewinnung hat, dass Umweltverträglichkeitsprüfungen verpflichtend werden und das alle verwendeten Chemikalien benannt und fachgerecht entsorgt werden müssen.

Frage: Benennen Sie bitte die Risiken, welche sind das?
Dietrich: Es werden wassergefährdende Stoffe verwendet und beim Absaugen der Flüssigkeit kommen Schwermetalle bzw. Kohlenwasserstoffe mit an die Oberfläche. Weiterhin werden das Grundwasser schützende Deckschichten wie ein Käse durchlöchert. Kleinere Erdbeben sind nicht ausgeschlossen. Und: Die Förderung nimmt eine relativ große Fläche in Anspruch. Man benötigt riesige Lagerplätze. Das bringt Beeinträchtigungen mit sich für Natur, Landschaft und Tourismus.

Frage: Und worin besteht die Gefahr?

Dietrich: Aus Sicht der Wasserwirtschaft ist das Hauptproblem diese Flüssigkeit. Darin befinden sich teils giftige Chemikalien, und es werden bis zu 50 Tonnen pro Bohrung verwendet. Der größte Teil der Flüssigkeit wird wieder abgesaugt. Aber: Die Entsorgung ist bisher nicht geregelt. Und: Ein Teil der Chemikalien bleibt im Boden. Da besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass es sich mit dem Grundwasser vermischt.

Quelle:
Fracking: „Wir sehen große Risiken“ – Nachrichten aus Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg | DerWesten.

Feb 172012
 

Prof. Hans Mehlhorn vom Zweckverband Bodensee Wasserversorgung hält unkonventionelle Gasförderung für wasserwirtschaftlich nicht vertretbar. Am Bodensee wollen bislang zwei Unternehmen nach Schiefergas bohren.

Die Erkundung und Gewinnung von unkonventionellem Erdgas ist wasserwirtschaftlich nicht vertretbar, solange die Risiken nicht hinreichend geklärt und geeignete Maßnahmen zur Risikobeherrschung nicht verfügbar sind. Das sagte Prof. Hans Mehlhorn, der technische Geschäftsführer des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung BWV, gestern auf dem 26. Trinkwasserkolloquium der Universität Stuttgart. Auf jeden Fall fordere die Wasserwirtschaft, der Trinkwasserversorgung unbedingten Vorrang einzuräumen.

Quelle:
„Fracking wasserwirtschaftlich nicht vertretbar“ | EUWID Wasser und Abwasser.

Apr 122011
 

Die Wasserversorger des Münsterlandes machen auf die potentielle Gefährdung der Grundwasservorkommen aufmerksam.

Zitat:

Die Trinkwasserversorgung des Münsterlandes für die Bevölkerung, öffentliche Zwecke sowie Gewerbe- und Industrieanwendungen basieren fast überwiegend auf Grundwasservorkommen, die in Ihrem heutigen Bestand sehr gute Trinkwasserqualitäten ermöglichen, ohne dass ein hoher Aufbereitungseinsatz notwendig ist. Dies gewährleistet eine sichere und preiswerte Versorgung mit unserm wichtigen Lebensmittel „Trinkwasser“.

…… Dabei muss bei einer Gasförderung sichergestellt werden, dass Grundwasservorkommen durch die eigentlichen Arbeiten oder auch durch Störfälle nicht in Ihrer Nutzung, in der Qualität oder in der Menge beeinträchtigt werden. Sollte dies nicht sichergestellt werden können, ist dem Grundwasser- und Umweltschutz Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der Gasförderung zu gewähren.

Folgende Stadtwerke haben unterschrieben:

  • Bochholter Energie- und Wasserversorgung (BEW) GmbH
  • Stadtwerke Borken GmbH
  • Stadtwerke Coesfeld GmbH
  • Stadtwerke Dülmen GmbH
  • Stadtwerke Emsdetten GmbH
  • Stadtwerke Greven GmbH
  • Stadtwerke Gronau GmbH
  • Stadtwerke Gütersloh GmbH
  • Stadtwerke Münster GmbH
  • Stadtwerke Ochtrup
  • Energie- und Wasserversorgung Rheine GmbH
  • Stadtwerke Steinfurt GmbH
  • SVS-Versorgungsbetriebe GmbH
  • Wasserversorgung Beckum GmbH
  • Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land

Hier das Originaldokument: Stellungnahme des Arbeitskreises „Grundwasserförderer im Münsterland“ vom 30.03.2011

Waren es anfangs nur zwei Bedenkenträger (Gelsenwasser AG und Stadtwerke Steinfurt), ist die Problematik auch endlich ins Bewusstsein der anderen Versorger vorgedrungen.

Nachtrag am 12.04.2011:

Zu diesem Artikel passt auch gut das Positionspapier des Lenkungsausschusses „Wasserpolitik“ der BDEW-Landesgruppe NRW: Positionierung WW zu Schiefergas Stand 10.2.11