300 demonstrieren friedlich gegen Fracking in Saal

"Fracking in Saal und anderswo findet nicht unsere Zustimmung!"
„Fracking in Saal und anderswo findet nicht unsere Zustimmung!“ (Foto: Carin Schomann @bohrplatz.org CC BY-SA 3.0)
„Fracking in Saal und anderswo findet nicht unsere Zustimmung!“ Kundgebung am Betriebsplatz Barth 11[/caption]An die 300 Menschen demonstrierten gestern im beschaulichen Örtchen Saal in der Nähe des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gegen Fracking. Zahlreiche Initiativen, Umweltverbände und AnwohnerInnen sowie Vertreter von Parteien aus dem grünen und linken Spektrum waren dem Aufruf der Bürgerinitiative Erdöl Barth gefolgt. Vom Schulkind bis zur Oma zogen sie in einem bunten Zug mit fantasievollen Transparenten durchs Dorf zum Bohrplatz am Dorfrand, um diesen für eine Stunde symbolisch zu blockieren und gegen die Anwendung von Fracking bei der Testförderung in Saal und anderswo zu protestieren. Schärfste Kritik erfuhr dabei die Ignoranz der Politik und der Behörden gegenüber den Umweltrisiken des Fracking. Gefordert wurden hohe Sozial- und Umweltstandards für die Erdöl- und Erdgasförderung weltweit, genauso wie eine ernsthafte Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien.

Demonstration gegen Fracking in Saal, Vorpommern

Zusammen mit befreundeten Initiativen machte die Bürgerinitiative Erdöl Barth zu dieser Demonstration zum Bohrplatz in Saal mobil. Hier bereitet die Central European Petroleum GmbH aktuell die erste Verwendung von Fracking in Deutschland seit Sommer 2011 vor. Dies wollen die Menschen nicht unwidersprochen hinnehmen. Mit Transparenten zogen sie bei Sonnenschein und Musik vor die einzige Einfahrt des Bohrplatzes, um eine symbolische Blockade durchzuführen.

"Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige!" Nur einer ist immer mit dabei: Gevatter Frack
„Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige!“ Und immer mit dabei: Gevatter Frack (Foto: Carin Schomann @bohrplatz.org CC BY-SA 3.0)
"Fracking tötet" -- Demonstranten kamen aus Saal und aus anderen betroffenen Regionen in ganz Nord- und Mitteldeutschland
„Fracking tötet“ — Demonstranten kamen aus Saal und aus anderen betroffenen Regionen in ganz Nord- und Mitteldeutschland (Foto: Carin Schomann @bohrplatz.org CC BY-SA 3.0)
In Redebeiträgen wurden die Probleme der Erdölförderung in Saal aufgezeigt. Das unzureichende Monitoring von Luft, Wasser und Boden wurde kritisiert und die Verzögerungen bei der aktuellen Vorbereitung der Testförderung beleuchtet. Die Redner prangerten die unerträgliche Ignoranz der zuständigen Behörden und der politisch Verantwortlichen an, mit der sie die Umweltrisiken des Fracking und kritische Bürger behandeln. Die Unvereinbarkeit von Fracking mit den deutschen Umweltgesetzen wurde angesprochen, Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Frack-Projekten wurden laut.

Außerdem berichteten befreundete Bürgerinitiativen über ihre erfolgreiche Arbeit, mit der sie Fehler in bergrechtlichen Verfahren offenlegen und Frack-Vorhaben zunächst verhindern konnten. Eine deutliche Warnung vor der Augenwischerei bei der aktuellen Fracking-Verbotsdebatte durch die Landes- und Bundesumweltminister wurde ausgesprochen: Das so genannte Fracking-Verbot sei nichts weiter als eine Werbekampagne, um diese gefährliche Bergbautechnik gegen allen Widerstand salonfähig zu machen. Nur eine konsequente Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien könne den Klimawandel noch bremsen, waren sich alle Redner einig.

Seit Beginn der aktuellen Aktivität auf dem Betriebsplatz in Saal beobachtet die BI Erdöl Saal bei täglichen Spaziergängen die Arbeiten. Die Beobachtungen lassen Verzögerungen der ursprünglichen Zeitplanung vermuten. Die Bürgerinitiative geht aktuell von einer Umsetzung der geplanten Fracking-Maßnahme in die zweiten Juniwoche 2014 aus.

 

Nach den Demonstrationen in Konstanz am 8. und in Prasdorf am 17. war dies die dritte große Widerstandsbekundung allein in diesem Monat Mai. Überall protestieren die Menschen gegen das gefährliche Fracking, aber auch gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA, die Fracking durch die Hintertür einführen und die relativ hohen Umweltstandards in Deutschland aushebeln könnten. Es herrschte große Einigkeit unter den Demonstranten, bei der heutigen Wahl sowohl dem Fracking als auch den Freihandelsabkommen eine Absage per Stimmzettel zu erteilen.

Beiträge ähnlichen Inhalts

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner