Untersuchung in Pennsylvania zeigt: im Zeitraum von 12 Jahren gingen bei der Umweltbehörde 4.108 Beschwerden wegen beschädigtem Brunnenwasser ein. Die Behörde nannte bisher nur 284 Trinkwasserschädigungen, also etwa 6% davon!

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Untersuchung in Pennsylvania zeigt: im Zeitraum von 12 Jahren gingen bei der Umweltbehörde 4.108 Beschwerden wegen beschädigtem Brunnenwasser ein. Die Behörde nannte bisher nur 284 Trinkwasserschädigungen, also etwa 6% davon!
Jan 312017
 

Volker Fritz Wolfenbüttel, den 24.01.2017
im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

 
Übersetzung: (auszugsweise) kommentiert
„Verheimlichte Daten zeigen es: Fracking hat in Pennsylvania ausgedehnte systematische Auswirkungen bewirkt“ von fast 9.500 Beschwerden in 12 Jahren erfolgten 4.108 wegen der Beeinträchtigung von Trinkwasser.
Public Herald-Untersuchung vom 23.01.2017
Autoren: Melissa A. Troutman, Sierra Shamer und Joshua B.Pribanic

Originaltitel: Hidden Data Suggests Fracking Created Widespread, Systemic Impact in Pennsylvania
Nach drei Jahren Recherchen in Pennsylvania, hat der Public Herald jetzt das Vorhandensein einer ausgedehnten systematischen Auswirkung im Zusammenhang mit der Fracking-Förderung aufgedeckt.
Nach einer mehr als 10-jährigen Unterdrückung durch den Staat Pennsylvania und seine zuständige Überwachungsbehörde Department of Environmental Protection (DEP) ist nun erstmals der Nachweis der Schadensmeldungen für die Öffentlichkleit zugänglich.
Betrachtet wurden alle der DEP von 2004 bis zum 29.11.2016 eingereichten Beschwerden Die von der DEP offiziell eingestandenen und bestätigten 284 Trinkwasserschädigungen durch Fracking sind nur etwa 6% der eingereichten 4.108 Beschwerden zu Beeinträchtigungen des Trinkwassers durch Fracking in diesem Zeitraum in Pennsylvania.

2004 – 11.2016
10.027 unkonv. Bohrungen erstellt

2004 – 11.2016
9.442 Beschwerdeneingereicht, von Bewohnern der Bohrungen

2004 – 11.2016 
4.108 der Beschwerden wegen Trinkwasserbeschädigung

5.334 der Beschwerden wurden von der DEP unter den Begriffen „Gas-Migration“ „Leckage-Folgen“ „Verschmutzung“ „undichte Bohrung“ registriert. Es ist davon auszugehen, dass auch ein großer Teil der 5.334 anderen Beschwerden Trinkwasserschädigungen zur Folge hatte. Die tatsächliche Zahl der Wasserschädigungen dürfte unter den gemeldeten also mindestens 50% betragen haben. Detailliertere Angaben waren von der DEP nicht zu bekommen.

Anmerkung Fritz:
Ferner ist weiterhin, durch die üblichen Leasing-Verträge mit Verschwiegenheitsvertrag mit den privaten Grundeigentümern, mit einer entsprechend großen Dunkelziffer der weiteren Geschädigten zu rechnen – nur allein in Pennsylvania –, da diese ja in keinem Fall der DEP eine schriftliche Beschwerde einreichen würden. Denn das hätte unmittelbar eine Klage des Förderunternehmens „wegen Geheimnisverrat“ zur Folge, bewehrt mit hohen Strafgebühren für jede einzelne nachgewiesene „Information über Vorgänge auf dem Privatgrundstück des Grundeigentümers, die Aktivitäten des Lesing-Nehmers betreffend“.
Die Rechercher legten ihre Ergebnisse auch Prof. Dr. Anthony Ingraffea von der Cornell University in Ithaka vor.
Sie hatten die einzelnen Schadensmeldungen zusammen mit Frac Tracker Alliance in eine Landkarte von PA mit den eingetragenen Kreisgebieten übertragen. Die breite Streuung der Beschwerden über die Staatsfläche von PA weist auf das Ausmaß hin. Ingraffea’s Kommentar lautete:“ Es ist nicht so, dass all diese Schädigungen nur aus dem Nordosten von PA gemeldet wurden, sondern recht breit gestreut über die Staatsfläche. Diese Daten zeigen ganz deutlich, dass diese Wirkung systematisch ist.“
Der Vergleich der Entwicklung der jährlichen Beschwerden in Pa – im Verhältnis zu den niedergebrachten und gefrackten Bohrungen je Jahr ergab einen starken Zusammenhang, wie der Verlauf der Kurvendarstellungen zeigt.

Und noch eine Beobachtung machten die Rechercher:

mit den fortlaufenden Jahren der Fracking-Förderung stieg die Zahl der Beschwerden an. Seit 2009, als die Zahl der Beschwerden erstmals die Zahl der neuen Bohrungen überstieg, hat sich die Zahl der Beschwerden stetig weiter erhöht und betrug zuletzt 2 pro Bohrung, während sie vor Beginn der Fracking-Förderung 2002 und 2003 bei 1 Beschwerde je 10 Bohrungen lag, also 20-fach weniger. Ingraffea kommentiert: „Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlechter! Wenn man heute in PA eine Shale Gas Bohrung niederbringt, dann sagen diese Daten aus, dass man heute eher eine Beschwerde bekommt, als 2010.“
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Aktivitäten der DEP ist gestört. Denn Tausende Menschen in den Gasförderbezirken von PA, die in der Nähe von Förderplätzen leben, haben die Trinkwasserprobleme, von denen die DEP behauptet, sie hätten nichts mit der Öl- und Gasförderung zu tun. Es fragt sich aber, warum so viele Menschen Veränderungen ihres Trinkwassers feststellen. Und was dann die Gründe dafür sind. Welche Beweise hat die DEP, um belegen zu können, dass Öl und Gas nicht dafür verantwortlich sind? Public Herald hat versucht, die Ursachen zu ergründen. Und 2015 haben wir 200 Fälle gefunden und die Wege die die DEP einschlägt, um sie zu ignorieren, zu entschuldigen, ihren Wahrheitsgehalt anzuzweifeln hinsichtlich der Auswirkungen der Öl- und Gasförderung als Schadensursache.
Für diese Untersuchung hat Public Herald über 1.000 Beschwerden über Trinkwasserbeschädigungen in PA ausgewertet. Unsere Analyse deckt einen schockierenden Tatbestand an Verfehlungen auf, die weit über die bloße Fahrlässigkeit hinausgehen. Public Herald wird diese Angelegenheit für Sie, lieber Leser, weiter verfolgen und berichten.

übersetzt und kommentiert Volker Fritz

Anmerkung Fritz:
Vergleichbare Verhältnisse sind in den anderen Haupt-Förderstaaten der USA zu erwarten, Texas, Oklahoma, North Dakota, New Mexico, Louisiana, Colorado, Ohio, Wyoming, Kansas. Es ist sicher nicht zu hoch gegriffen, wenn man USA-weit mit 40.000 beschädigten Trinkwasserbrunnen als Schätzwert rechnet. In einigen der Förderstaaten sind ja weit mehr Fracking-Bohrungen niedergebracht worden, als in PA. Die geplante ausgedehnte Fracking- Förderung in Deutschland aus Schieferlagerstätten wird ebenfalls zu Schädigungen unseres Trinkwassers führen.

V.F.

14 Mythen zu Fracking in Deutschland und Kommentare dazu

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für 14 Mythen zu Fracking in Deutschland und Kommentare dazu
Jan 272017
 

2_Hand_Stop_fracking-150x150

Volker H.A. Fritz
(Dipl.-Ing.)
im Arbeitskreis Fracking
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

In der Diskussion über die eventuelle Zulassung der Fracking-Technik in Deutschland zur Förderung von Kohlenwasserstoffen und /oder anderer Sonderverfahren ähnlicher Art, werden immer wieder Mythen eingebracht und dann als weitere Gesprächsgrundlage verwendet.

Die verwendeten verbreiteten Argumente erscheinen dem unvorbereiteten Bürger logisch und schlüssig. Doch zeigt sich bei näherer Untersuchung, dass sie kritisch zu bewerten sind. Die Vielzahl der einzusetzenden Verfahrensschritte und der dabei anfallenden Begleit- und Folgeerscheinungen machen es den Bürgern, aber auch den Politikern und den Medien schwer, den Gesamtprozess zu überblicken.

Im Rahmen unserer umfangreichen Recherchen, um selbst die Vorgänge erst einmal zu verstehen und tiefer in die Hintergründe einzudringen, haben wir in der Zeit seit März 2012 bis heute manche überraschende Entdeckung machen und für die Öffentlichkeit neue Informationen sammeln können.

Zu den 14 häufig verwendeten Mythen der Energie-Lobby haben wir Stellungnahmen erarbeitet. Die in der Anlage aufgeführten und kommentierten Mythen sind nicht die einzigen, jedoch wegen der Häufigkeit der Verwendung von uns ausgewählt worden.

Autor: Volker Fritz (Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land)

Anlage: 14 Mythen zu Fracking und Kommentare dazu-4-15 Stand 11.01.17

Grafik: Pixabay

Die neue Version ist unter der Rubrik „Informationsmatrial“ auf der Homepage unseres Zusammenschlusses „Gegen Gasbohren“ www.gegen-gasbohren.de

Marschhausen: Gedanken zum Gutachten über das Erdbeben im Flecken Langwedel am 22.04.2016

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Marschhausen: Gedanken zum Gutachten über das Erdbeben im Flecken Langwedel am 22.04.2016
Jan 262017
 

Gedanken zum Gutachten über das Erdbeben im Flecken Langwedel am 22.04.2016

(23.1.2017) Am 22.04.2016 hat sich im Erdgasfeld Völkersen/Völkersen Nord (Landkreis Verden) ein Erdbeben mit einer Lokalmagnitude von 3,1 (ML) ereignet. Dieses war das bisher stärkste Erdbeben in der Region.

Durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wurde hierzu eine seismologische Auswertung durchgeführt und in einem Kurzbericht zusammengefasst. Über dieses Gutachten ist in der Verdener Aller-Zeitung (eine Regionalausgabe der Kreiszeitung) dieser Bericht veröffentlicht worden.

Bezugnehmend auf den Zeitungsartikel, in welchem teilweise auch direkt aus dem Gutachten zitiert wird, sind einige ergänzende Anmerkungen/Ergänzungen angezeigt.

1. Fracking wird in dem Kurzbericht als Ursache mit der Begründung ausgeschlossen, weil die letzte Frackmaßnahme, insgesamt sind 16 Fracks in diesen Feldern durchgeführt worden, im Juni 2011 durchgeführt wurde. Sinngemäß äußerte sich seinerzeit die DEA u. a. in diesem Zeitungsartikel. Fracking kommt damit als direkte Ursache für dieses Erdbeben richtigerweise nicht in Betracht.

Nur bleibt hierbei unberücksichtigt, dass ohne diese Frackmassnahmen die Förderrate beider Förderfelder wohl deutlich geringer wäre. Da eine geringere Förderrate wiederum geringere Spannungsänderungen bewirkt, reduziert sich hiermit auch die Gefahr von Erdbeben. Fracking muss daher in diesem Zusammenhang als indirekte Ursache immer in Betracht gezogen werden. Dieses nicht zu tun, lässt den Verdacht aufkommen, dass hiermit die tatsächlichen Risken von Fracking verharmlost werden sollen. Fracking ist und bleibt eine risikoreiche Technik, die zudem die mit der Erdgasförderung verbundenen Risiken fortschreibt, ja vergrößert.

2. Der Bundestagabgeordnete für den Wahlkreis 34 (Osterholz – Verden), Herr A. Mattfeld, äußert sich zum Bericht gemäß VAZ: „Nach der Einstufung des Bebens durch das Landesamt in die Intensitätsstufen V bis VI und den gemessenen Bodenschwinggeschwindigkeiten von 4,9mm/s bis 5,5mm/s greift nach der neuen gesetzlichen Regelung die Beweislastumkehr im Bergschadensrecht“.

Diese Einschätzung von Herrn Mattfeld beinhaltet doch eine große Portion Optimismus, denn die offiziell gemessene Bodenschwinggeschwindigkeit beträgt „nur“ 4,9 mm/s. Hieraus folgt, dass auch nur eine von 2 Parametern1) erfüllt wurde, damit die Bergschadensvermutung, allgemein als Beweislastumkehr bezeichnet, Anwendung finden kann. Die genannten 5,5 mm/s sind von der Messstation ZURM registriert worden, die nicht Bestandteil des Messnetzes entsprechend DIN 4150 ist, vielmehr dient diese anderen seismischen Aufgaben. Wie dem Kurzbericht zu entnehmen, ist die Einstufung der Intensität dieses Erdbebens relativ weit gefasst. Schon alleine hieraus ergibt sich Interpretationsspielraum in Bezug auf die Anwendbarkeit der Bergschadensvermutung.

3. Gleichzeitig nutzt Herr Mattfeld (schon im Wahlkampfmodus?) die Gelegenheit öffentlich in den Raum zu stellen, wie gut doch das beschlossene Fracking-Regelungspaket für die Bevölkerung vor Ort sei. Diese Feststellung kann getrost als unzutreffend bezeichnet werden. Durch das beschlossene Fracking-Regelungspaket bleiben für die hiesige Bevölkerung die mit der Erdgasförderung verbundenen Risiken und Gefahren weiterhin Realität, es ändert sich, wenn überhaupt, nur marginal etwas. Hiervon sind vom Grundsatz her auch die Bevölkerungen in anderen Förderregionen gleichermaßen betroffen.

Vielmehr ist es so, dass sich das Gefährdungspotential der Anwohner und der Umwelt vergrößert, weil z. B. mit dem Fracking-Regelungspaket das Verpressen von Lagerstättenwasser in s. g. druckabgesenkte kohlenwasserstoffhaltige Gesteinsformationen, also ausgeförderte Erdgas-/Erdöllagerstätten, gesetzlich legitimiert ist. Dieses beabsichtigt z. B. die DEA im Erdgasfeld Völkersen in der Bohrung Völkersen Nord Z3. Hierin soll das gesamte bei DEA in Niedersachsen anfallende Lagerstättenwasser verpresst werden.

Auch wenn uns die Politiker der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD anderes weismachen wollen, das Fracking-Regelungspaket ist und bleibt im Wesentlichen eine Mogelpackung. Die zugegebenermaßen enthaltenen Verbesserungen gegenüber der alten Gesetzeslage, speziell im Wasserschutz, wiegen dieses nicht auf. Das Fracking-Regelungspaket ist weit davon entfernt, den notwendigen Schutz von Mensch und Natur vor den Gefahren und Risiken der Erdgas- und Erdölförderung sowie Aufbereitung wirkungsvoll zu gewährleisten. Es wird diesen Notwendigkeiten nicht gerecht.

1) a: Mindest-Einstufung des Erdbebens in Stufe V = stark gemäß „Europäische Makroseismische Skala“ (ESM)

b: Bodenschwinggeschwindigkeit gemäß DIN 4150 Teil 3, für z. B. normale Wohngebäude = 5 mm/s, für andere Gebäudearten gelten andere Grenzwerte

W. Marschhausen

Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika zum Jahreswechsel 2016/2017: weiter Belebung in den USA, kräftiger Rückgang in Kanada zum Jahresende.

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika zum Jahreswechsel 2016/2017: weiter Belebung in den USA, kräftiger Rückgang in Kanada zum Jahresende.
Jan 172017
 

Foto: pixabay

Volker H.A. Fritz                               Wolfenbüttel, den 06.01.2017  VF

Heute berichte ich zum Zeitraum  Dezember 2016  vom 10.12.2016 bis zum 06.01.2017.

Die zum Jahreswechsel 2016/2017 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen, zeigen für Dezember/Januar eine für den Jahreswechsel nicht untypische Beruhigung der Aktivitäten in Nordamerika.

Gegenüber der Zunahme um insgesamt 110 Bohrtürme im Vormonatszeitraum stieg in den Wochen zum Jahreswechsel und in der ersten Januarwoche 2017  ihre Zahl mit insgesamt nur 16 weiteren Reaktivierungen kaum an.

Der vorsichtige Optimismus wegen der über 55.- EUR/barrel angezogenen Ölpreise hat sich in den vergangenen Wochen verfestigt, nachdem die Rohölpreise zum, Jahreswechsel auf 56,50 USD/barrel für Sorte BRENT und bis zum 04.01.2017 sogar zeitweilig 57,70 USD/barrel BRENT erreichten.

In der Fachpresse ist man sich nicht ganz einig, wie es weiter gehen wird. Einige Kommentatoren meinen, dass die OPEC-Beschlüsse vom November 2016 bereits physische Auswirkungen haben können. Das erscheint jedoch eher unwahrscheinlich weil weltweit zu viel Rohöl in Tankern zwischenlagert. Dieses Überangebot drückt auf die Preise. Es erscheint eher zutreffend, dass spekulative Aufkäufe von freien Spotmengen – in Erwartung bald höherer Preise – jetzt zum Anziehen der Notierungen  geführt haben.

Die Zunahme in Nordamerika gegenüber Dezember beträgt insgesamt knapp 2 Prozent wobei in den USA die Zunahme mit 41 Bohrtürmen nur gering zurück geht, dagegen in Kanada durch massive Stilllegungen die Zahl der Bohrtürme im Einsatz wieder gesunken ist.

In den USA lag dabei das Schwergewicht weiterhin auf Ölbohrtürmen, während in Kanada in diesem Zeitraum Öl- und Gasbohren etwa gleichwertig liegen.

Hier noch einmal die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

Juni 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 50 Türme + 14 Öl + 22 Öl
+ 3 Gas + 11 Gas
Juli 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 67 Türme + 41 Öl + 12 Öl
+ 0 Gas + 14 Gas
August 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 48 Türme + 39 Öl + 17 Öl
– 10 Gas Gas + 2 Gas
September 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 26 Türme + 9 Öl + 10 Öl
+ 7 Gas + 0 Gas
Oktober 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 64 Türme + 16 Öl + 15 Öl
+ 14 Gas + 19 Gas
November 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 40 Türme + 20 Öl – 1 Öl
+ 10 Gas + 12 Gas
Dezember 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 110 Türme + 46 Öl + 29 Öl
+ 10 Gas + 25 Gas
Dez./Januar 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 16 Türme + 34 Öl – 13 Öl
+ 7 Gas -12 Gas

 

Insgesamt wurden im Berichtsmonat Dezember 16 Bohrtürme wieder aktiviert. Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA geht vereinzelt in einigen Förderfeldern noch in geringem Umfang weiter, die Mehrzahl der aktiven Förderfelder weist jedoch geringe bis leichte Zunahmen der Bohraktivitäten aus. In diesem Berichtszeitraum liegen die stärksten Zunahmen in den Bundesstaaten Texas (+ 24), New Mexico (+7) und Oklahoma (+6).

Der inzwischen auf Preise zwischen 55 und 60 USD/barrel gestiegene Rohölpreis lässt gerade bei den zahlreichen Firmen Hoffnung aufkeimen, die sich finanziell übernommen haben und ihre Schuldzinsen nicht oder nicht in vollem Umfang begleichen können. Sie stehen kurz vor der Insolvenz und am Markt will ihnen niemand weitere Kredite gewähren. Viele Milliarden Verluste durch faule Kredite mit Frackingfirmen haben Anleger vorsichtig werden lassen. Die Förderer sehen mit Bangen der Ölpreisentwicklung in den nächsten Wochen entgegen. Sollte sich die Preisanhebung wieder einglätten, wenn die Wintermonate zu Ende gehen, wird die Insolvenzwelle unter den US-Firmen weiter gehen.

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich weiterhin nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken.

International ist der Rückgang der Bohrtürme im November 2016 zum Stillstand gekommen, nach einem kontinuierlichen Rückgang  von 1.350 im Mai 2014 auf 925 im November 2016 mit einer leichten Zunahme von 5 Stück im asiatisch-pazifischen Raum und 10 Stück in Europa bei Rückgang in Mittelost.

Weiterhin ist genug Rohöl weltweit im Angebot und die Speicher sind mit bereits gefördertem Rohöl voll. Weitere Millionen to Rohöl lagern in Schiffstanks auf Reede vor den großen Handelsplätzen und warten auf möglichst günstige Kontrakte auf Spotmengen. Das drückt weiter die Spotpreise, trotz der zum Teil schon eingetretenen Verringerung der US-Ölproduktion und der weiter von der EIA prognostizierten Abnahme bis Jahresende 2016 auf unter 4 Mio barrels /Tag gesamt und weiterer Verringerung über das Jahresende hinaus. Die OPEC-Staaten fördern ab Januar 2017 mit 3,5 Prozent reduzierter Förderung und Russland, obwohl nicht OPEC-Mitglied, hat sich der Gruppe angeschlossen und auch eine spürbare Reduzierung seiner Ölförderung angekündigt. Im Lichte vergangener OPEC-Entscheidungen, die dann von den Mitgliedern doch nicht eingehalten wurden, sind Energie-Fachleute weiterhin skeptisch, ob die Umsetzung des OPEC-Beschlusses vom 29.11.2016 Bestand haben wird.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat. Eine Änderung ist zur Zeit weiterhin nicht absehbar. Dieser erhebliche Minderverbrauch und die deutlich abgeschwächten Importmengen an Rohöl in die USA, dank der Fracking-Förderung von Öl in den USA, wirken sich ebenfalls preisdämpfend aus. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis weit in 2017 hinein nicht erwartet. Auch die IEA schätzt die Entwicklung so ein.

Gegenüber September 2014 hat sich im Dez./Januar 2017 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 vermehrt auf 665 Stück (Dezember 624) = -65,6 % zu 9/2014
Kanada von 429 vermindert auf 205 Stück (Dezember 230) = -52,2 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 vermehrt auf 532 Stück (Dezember 498) = -66,6 % zu 9/2014
Gas von 338 vermindert auf 205 Stück (Dezember 230) = -61 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 vermindert auf 104 Stück (Dezember 117) = -58,7 % zu 9/2014
Gas von 183 vermindert auf 100 Stück (Dezember 112) = -45,4 % zu 9/2014

 

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen aus den USA erkennen, dass trotz der noch immer problematischen Lage optimistische Untertöne verstärkt sind. Die am teuersten produzierenden Shale-Gebiete wie Barnett liegen brach am Boden und die Service- und Infrastrukturen wurden abgebaut, aber andere haben wohl verstärkt begonnen, zum Jahreswechsel 2016/2017 wieder erste bzw. mehr Aktivitäten zu entfalten.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2, 60 USD/mmBtu und teils noch darunter, bei Produktionskosten, die mehrfach höher sind, macht die Erdgasproduktion weiterhin zum Verlustbringer. Auch der begonnene LNG-Export nach Südamerika, Asien und Europa, von den USA aus, bringt keine Gewinne sondern ist nach wie vor verlustbringend.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes weiterhin noch nicht in Sicht, wenn sich auch die Kostenschwelle erheblich verringert hat.
Immerhin hat der starke Anstieg der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika gezeigt, dass es der OPEC bisher nicht gelungen ist, die Fracking-Industrie in den USA und in Kanada als Wettbewerber auszuschalten.
Das Volumen der trotz Wintereinbruch und Jahresend-Unterbrechung in den USA wieder in Betrieb genommenen Bohrtürme im Berichtszeitraum zeigt, dass diese Industrie in Nordamerika sehr schnell reaktiviert werden kann, sobald die Marktverhältnisse für die Kohlenwasserstoffe sich verbessern.

Im Übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai bis Dezember 2016

Volker Fritz
im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Wintershall Verlängerungsanträge: Wie sollen die Kommunen die Unterlagen prüfen, wenn ein großer Teil der Unterlagen geschwärzt ist?

 Allgemein, Aufsuchungserlaubnis, Verlängerungsantrag zur Aufsuchungserlaubnis, Wintershall  Kommentare deaktiviert für Wintershall Verlängerungsanträge: Wie sollen die Kommunen die Unterlagen prüfen, wenn ein großer Teil der Unterlagen geschwärzt ist?
Jan 142017
 

 

Wintershall erhielt 2010 zwei Bergbauberechtigungen zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken (ohne Grubengas) in NRW: Feld Rheinland und Feld Ruhr, 2013 wurde die Erlaubnis von der Bezirksregierung Arnsberg bis 2016 verlängert.

Die Gesamtfläche beträgt ca. 3.895 km2. Die Erlaubnisse beziehen sich auf die Lagerstätte: Schiefergestein.

Sehr viele Kommunen sind von den beiden riesigen Flächen betroffen, wurden bisher jedoch nicht am Verfahren beteiligt!

Seit ca. 2012 erhielten Kommunen bei Neuanträgen die Gelegenheit zur Stellungnahme.

Erst durch den Ministeriumserlass vom 29.01.14 werden auch die bereits vor 2012 erteilten Aufsuchungsflächen berücksichtigt, wenn ein Verlängerungsantrag gestellt wird.

Kurz vor Ablauf (04.08.16) der 1. Verlängerung hat Wintershall für beide Anträge einen Verlängerungsantrag gestellt.

Obwohl die Bundesregierung im Sommer 2016 ein Fracking Regelungspaket verabschiedet hat und bis 2021 die kommerzielle Gasförderung mittels Fracking in den Lagerstätten Schiefer und Kohle ausschließt – Probebohrungen sind zugelassen – hat Wintershall einen weiteren Verlängerungsantrag gestellt. Die Erlaubnis gilt jedoch nur für Schiefergestein.

Warum stellt Wintershall also dennoch kurz vor Ablauf einen Verlängerungsantrag für Schieferlagerstätten?

Obwohl genügend Gründe gegen den Antrag sprechen, hat die Bezirksregierung Arnsberg den Verlängerungsantrag nicht abgeschmettert, sondern die Erlaubnis erst einmal um 6 Monate verlängert! In dieser Zeit werden die Unterlagen geprüft.

Die Kommunen wurden erstmalig von Arnsberg angeschrieben und durften unter Fristsetzung die Unterlagen sichten und sich per Stellungnahme am Verfahren beteiligen.

Doch der Bürgermeister Jan Heinisch aus Heiligenhaus (Kreis Mettmann) musste bei der Durchsicht der besagten Unterlagen feststellen, dass diese viele Schwärzungen enthalten. Sein Unverständnis darüber teilt er auch in seiner Stellungnahme mit:

 

„Zunächst möchte ich mein Befremden und Unverständnis dahingehend zum Ausdruck bringen, als dass die mir vorgelegte, ‚um die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Wintershall Holding GmbH bereinigte Version des an die Bergbehörde übermittelten Originalberichtes‘ derart viele Schwärzungen enthält, dass eine umfassende Meinungsbildung zum beantragten Vorhaben, insbesondere dem damit verbundenen Arbeitsplan, unmöglich ist.“

 

Anhand der Unterlagen scheint nicht ersichtlich zu sein: Wo und welche Maßnahmen im Rahmen der Erlaubnis stattfinden sollen.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/warum-heiligenhaus-gegen-eine-fracking-erlaubnis-fuer-wintershall-ist-aid-1.6478726

 

Flächenkarte:

https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/e/erdgasaufsuchung_gewinnung/aufsuchungsfelder/aufsuchungsfelder_karte.pdf

 

 

Zwischenerfolg für den Naturschutz im Schleswig-Holsteinmischen Wattenmeer: die Ölbohrpläne der DEA sind nicht genehmigungsfähig.

 AK Fracking Braunschweiger Land  Kommentare deaktiviert für Zwischenerfolg für den Naturschutz im Schleswig-Holsteinmischen Wattenmeer: die Ölbohrpläne der DEA sind nicht genehmigungsfähig.
Jan 122017
 

Wolfenbüttel, den 11.01.2017
Volker H.A. Fritz
im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

Zwischenerfolg für den Naturschutz im Schleswig-Holsteinmischen Wattenmeer: die Ölbohrpläne der DEA sind nicht genehmigungsfähig.

Der engagierte Einsatz von Greenpeace in Schleswig-Holstein und den Piraten im
Landesparlament unter ihrem Fraktionsführer Dr. Patrick Breyer, gestützt durch den starken und gut organisierten Widerstand im Land zwischen den Meeren hat, nach anderen Erfolgen, zu einem erfreulichen Zwischenergebnis geführt:
Der Schleswig-Holsteinische Umweltminister Habeck hat im Dezember 2016, nach dem Vorliegen eines Gutachtens von Frau Dr. Rohda Verheyen im Auftrag von Greenpeace vom 07.11.2016 (pdf) und einem von seinem Ministerium bei Gaßner, Groth, Siederer & Collegen (GGSC) in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten vom 30.11.2016 verlautbart, dass die Bohrpläne des Ölkonzerns DEA im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer nicht genehmigungsfähig seien.

Damit ist das Vorhaben der DEA zwar noch nicht endgültig abgelehnt, jedoch ist dieser Zwischenerfolg ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin.

Der jahrelange, wohl organisierte und breite Widerstand in Schleswig-Holstein gegen die Fracking-Förderung und die Öl- und Gasförderung aus dem Wattenmeer, wesentlich getragen durch unsere dortige Mitglieds-Initiative „BI gegen CO2-Endlager“ unter ihrem heutigen Vorsitzenden Dr. Reinhard Knof und seiner Vorgängerin Karin Petersen, hat Wirkung gehabt.
Von den in 2013 erteilten 12 Erlaubnissen und Bewilligungen des Ministers Habeck sind inzwischen 11 aufgehoben oder zurückgegeben worden. Die letzte verbleibende, „Schwedeneck-See“, wird weiter kritisch begleitet werden, bis auch sie zum Erliegen gebracht ist. Erste Signale in dieser Richtung deuten sich an.
Diese Erfolge machen uns Mut.
Volker Fritz