Volker Fritz

Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika im März 2017: Starker Rückgang der Bohrtürme in Kanada wird durch Zunahme in den USA nicht ausgeglichen!

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Apr 052017
 

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Volker H.A. Fritz                               Wolfenbüttel, den 31.03.2017

Heute berichte ich zum Zeitraum  März 2017  vom 04.03.2017 bis zum 31.03.2017.

Die im März 2017 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen, zeigen, nach der starken Belebung im Januar , einer Stagnation der Wiederinbetriebnahme im Februar, jetzt einen deutlichen Rückgang.

Gegenüber der Zunahme um 202 Stück in USA und Kanada im Januar wurden für Februar zusammen nur 19 weitere Reaktivierungen gemeldet und jetzt, im März, ist sogar ein deutlicher Rückgang von minus 112 Bohrtürmen zu verzeichnen, wobei Kanada betroffen ist und die USA durch mäßige Zunahme den großen Rückgang in Kanada von minus 180 Bohrtürmen nicht ausgleichen.

International, in der übrigen Welt –hat nach den nun vorliegenden Februarzahlen – die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegenüber dem Januar-Bericht im Februar um 8 Stück auf  941 Stück gering zugenommen.

Der vorsichtige Optimismus wegen der über 55.- EUR/barrel angezogenen Ölpreise hat sich im März noch weiter abgeschwächt, da die Rohölpreise im Verlauf von 55,00 USD/barrel für Sorte BRENT auf ca. 50,50 USD fielen und nicht, wie erwartet, weiter anzogen.

In der Fachpresse ist man weiterhin sich nicht ganz einig, wie es weiter gehen wird. Es mehren sich aber die Stimmen, die das Geschäft im Verlauf des Jahres 2017 deutlich belebt erwarten.

In den letzten Monaten seit Mitte Dezember 2016 bis zum 20.02.2017 sind die Konkurse von weiteren 98 Bohr- und Service-Firmen in den USA und in Kanada registriert worden, wobei die vergleichsweise geringen offenen Forderungen zeigen, dass es sich hierbei weit überwiegend um kleinere Firmen handelt.

Es zeigt sich, dass mit Jahresbeginn 2017 die Zahl der Konkurse deutlich gesunken ist, auf nur noch einige wenige pro Monat. Die Stabilisierungsentwicklung in den USA zeigt auch hier ihre Wirkung.

Insgesamt sind seit 2015 somit  312 Unternehmen in Nordamerika in Konkurs gegangen – mit einer Gesamt-Schuldensumme von 98,5 Mrd. USD

Die Maßnahmen und Erlasse des U.S.-Präsidenten Donald Trump zu Gunsten der fossilen Industrien werden tendenziell zu einer Belebung der Industrie und der Förderung in den USA führen, zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit  der Bürger. Die Reduzierung des Fördervolumens weltweit durch die OPEC-Beschlüsse im November 2016 und die gleichzeitige Ankündigung Russlands, auch seine Ölproduktion ab Anfang 2017 zu drosseln, werden dadurch zu einem großen Teil konterkariert. Saudi hat in der zweiten Hälfte Februar seine zurückgenommene Förderleistung wieder zu einem großen Teil aufgehoben und fördert wieder mehr. Das kurzfristige Anziehen der Rohölpreise zum Jahreswechsel und Januar 2017 hat sich nicht verstetigt.

Es verfestigt sich daher die Annahme, dass spekulative Aufkäufe von freien Spotmengen – in Erwartung bald höherer Preise – zum Jahreswechsel und im Januar zum Anziehen der Notierungen  geführt haben.

Das wieder vergrößerte Ölangebot, durch Saudi, durch den Iran und durch die Steigerung der US-Förderung führt erneut zu einem Fortbestand des Überangebotes an Rohöl in den Märkten. Das wird zu einer Fortdauer der Rohölpreise um 50 USD/ Barrel, oder gar darunter führen.

Der Rückgang der Bohrtürme in Nordamerika im März gegenüber dem Februar 2017 beträgt etwa 10 Prozent, wobei in den USA die Zunahme mit 68 Bohrtürmen als „ weitere Belebung“ zu sehen ist, dagegen in Kanada die Stilllegungen von 180 Bohrtürmen zu einer  Verringerung um 54 Prozent führte. 78 Prozent der Stillegungen in Kanada betrafen Öl, der Rest Gasbohrstellen.

Hier noch einmal gerafft die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

Juni 2016 gesamt USA Kanada
Nordamerika + 50 Türme + 14 Öl + 22 Öl
+ 3 Gas + 11 Gas
November 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 40 Türme + 20 Öl – 1 Öl
+ 10 Gas + 12 Gas
Dezember 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 110 Türme + 46 Öl + 29 Öl
+ 10 Gas + 25 Gas
Dez./Jan. 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 16 Türme + 34 Öl – 13 Öl
+ 7 Gas – 12 Gas
Januar 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 202 Türme + 54 Öl + 93 Öl
+ 10 Gas + 45 Gas
Februar 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 19 Türme + 26 Öl 0 Öl
+ 1 Gas – 8 Gas
März 2017 gesamt USA Kandada
 Nordamerika -112 Türme   + 53 Öl – 142 Öl
  + 14 Gas – 38 Gas

 

Insgesamt wurden im Berichtsmonat März 180 Bohrtürme stillgelegt, alle Kanada. Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA kommt zum Stillstand. Die Zunahme im März konzentrierte sich auf die Staaten Oklahoma  + 20, Texas +19, Louisiana +8, North Dakota + 5. Der überwiegende Teil der U.S.-Zunahme lag im Ölbereich.

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich weiterhin nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken und sich auf die lukrativsten Fördergebiete zu konzentrieren.

International deutet sich ein geringer Anstieg an, da verschiedene Erschließungsprojekte weiter voran getrieben werden und andererseits Persien mit aller Macht seine Produktions- und Lieferkapazitäten wieder auf- und ausbaut. Weiterhin ist über genug Rohöl weltweit im Angebot, da die Förderung wieder über dem weltweiten Bedarf liegt und der Winter auf der Nordhalbkugel zu Ende ist. Das drückt die Spottpreise.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat. Eine grundsätzliche Änderung ist zur  Zeit weiterhin nicht absehbar. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis in die 2. Jahreshälfte 2017 nicht erwartet. Auch die IEA schätzt die Entwicklung so ein.

Gegenüber September 2014 hat sich im  März 2017 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 vermehrt auf 824 Stück (Februar 756) = -57,4 % zu 9/2014
Kanada von 429 vermindert auf 155 Stück (Februar 335) = – 64 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 vermehrt auf 662 Stück (Februar 609) = -58,5 % zu 9/2014
Gas von 338 vermehrt auf 160 Stück (Februar 146) = -52,7 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 vermindert auf 55 Stück (Februar 197) = -77,7 % zu 9/2014
Gas von 183 vermindert auf 100 Stück (Februar 138) = -45,4 % zu 9/2014

 

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen aus den USA erkennen, dass trotz der noch immer problematischen Lage optimistische Untertöne verstärkt sind.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,81 USD/ mmBtu Ende Februar – nach 3,15 USD/mmBtu am 01.02.17 Börse NYK, hat sich im März etwas erholt, mit Henry Hub Preisen von 3,19 USD/mmBtu zum Monatsende.

Dieses Preisniveau hält die U.S.-Erdgasproduktion weiterhin in der Verlustzone, nachdem der kältebedingte Mehrbedarf abgeflaut ist. Auch der zunehmende LNG-Export nach Südamerika, Asien und Europa, von den USA aus, bringt keine Gewinne sondern ist nach wie vor verlustbringend. Die Investoren verfolgen jedoch langfristige Ziele. Da spielen zwei oder drei Jahre Verluste keine bedeutende Rolle, wenn dafür Absatzwege und Abhängigkeiten für späteren Bedarf etabliert werden können.

Der weitere Zuwachs an neuen LNG-Kapazitäten in 2017 könnte zu einer Stabilisierung der US-Gaspreise beitragen, wenn das Angebot im Henry-Hub nicht vergrößert wird.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes weiterhin noch nicht in Sicht, wenn sich auch die Kostenschwelle erheblich verringert hat.

Ob die von Präsident Trump initiierte Wiederbelebung des Steinkohleeinsatzes in den USA für die Stromerzeugung eine große Wirkung entfalten kann, hängt letztendlich von der Höhe der Erdgas-Großhandelspreise ab. Frühere Erfahrungen zeigen, dass ab einem Henry-Hub-Großhandelspreis von etwa 4,00 bis 4,50 USD/mmBtu die Steinkohlefeuerung in Kraftwerken wieder günstiger ist.

Meiner Meinung nach werden viele Stromerzeuger doppelgleisig fahren. Sie haben beim Aufbau der neuen Gasturbinenkraftwerke ihre „Steinkohle-Möhrchen“ nicht verschrottet. Der unter Obama verfügte Umbau der älteren Anlagen auf geringere Emissionen ist noch nicht umgesetzt gewesen, wegen verschiedener Klagen dagegen und durch die Aufhebung der Obama-Auflagen unter Trump können die alten Anlagen ungeändert weiter betrieben werden.

Sollten die Gaspreise mittelfristig zu stark steigen, werden die Steinkohle-Kesselanlagen für die Grundlastabdeckung wieder angeworfen und ihre hohen Umweltbelasung für die Menschen und die Umwelt fortsetzen. Ihre Schadwirkung auf die Atmosphäre wäre jedoch geringer als die der Erdgasverbrennung (diese Tatsache verschweigt die Gasindustrie hartnäckig).

Im Übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai 2016 bis Februar 2017.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking

Braunschweiger  Land

 

 

„Militärausgaben werden überwältigend im Budget des Weißen Hauses erhöht, zu Lasten der Bundesbehörden EPA und USDA“

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Mrz 202017
 

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Die Trump-Regierung hat ihren Haushaltsentwurf vorgestellt.

Dazu ein Kommentar von Food & Water Watch, USA

Übersetzung Food and Water Watch USA, Wenonah Hauter, Kommentar zum Entwurf des Budgets der Trump-Regierung vom 16.03.2017

https://www.foodandwaterwatch.org/news/guns-trump-butter-white-house-budget

„Militärausgaben werden überwältigend im Budget des Weißen Hauses erhöht.“ Originaltitel: „Guns Trump Butter in White House Budget”

Washington, D.C. – „In einer noch nie da gewesenen Attacke auf bestehende Regierungsprogramme, zeigt die Übersicht des heute veröffentlichten Haushaltsentwurfes, dass es zu einer überwältigenden Erhöhung der Militärausgaben kommen wird, wenn es zur Umsetzung der Prioritäten dieser Regierung kommt.
Unsere Nahrung, unser Wasser und unser Klima stehen in diesem Budget unter Beschuss. Es wird zur Erhitzung des Planeten führen, unseren Umweltschutz aufweichen und Gemeinden darben lassen um die benötigten Ressourcen zur Gesunderhaltung und zur Sicherung gedeihlicher Lebensumstände.

Während viele Experten vorhersagen, dass das Schlimmste aus diesem Haushaltsentwurf nicht umgesetzt werden wird, wird der republikanisch beherrschte Congress zweifellos die Möglichkeit sehen, die Teile der Bundes-Verwaltung zu ersticken, mit denen er nicht „gemeinsam baden“ möchte. An oberster Stelle unter den angefeindeten Bundesbehörden steht die U.S.-Bundes-Umweltbehörde EPA, die schon seit Jahren unter dem Beschuss rechtsgerichteter Gruppierungen war. Wo die EPA betroffen ist, müssen wir wachsam bleiben. Sie ist die erste, die auf den Hackklotz von Steve Bannon kommt, um seine Vision von der „Zerlegung des Staatsapparates“ zu bedienen. Wenn das passiert, wird die Jagd auf unseren Umweltschutz, unseren Klimaschutz und den Schutz unserer Gemeinden eröffnet werden.

Der Haushaltsentwurf schlägt eine Verringerung des EPA-Etats um 31 Prozent vor, einschließlich einer Reduzierung der Zuschüsse an Bundesstaaten für Aktivitäten zum Schutz der Umwelt um 45 Prozent, einschließlich der Kürzung des Superfund Programmes um 30 Prozent und einer Kürzung des Etats der Exekutiv-Behörde zur Durchsetzung von Bundesumweltgesetzen um 23 Prozent.Er würde außerdem besondere Anstrengungen beseitigen, die bisher zum Schutz der Großen Seen und der Chesapeake Bay unternommen wurden und auch andere geographische Programme beseitigen wie die Unterstützung der Ureinwohner von Alaska und der Städte an der mexikanischen Grenze.Er vernichtet außerdem klimabezogene Programme, einschließlich des Energy Star-Programmes, das Verbrauchern hilft, energie-effiziente Anwendungen zu finden, die Verordnung für saubere Kohle-Kraftwerke, die Einhaltung internationaler Programme zum Schutz des Klimas, beendet die regierungsseitige Klimaforschung und Partnerschaftsprogramme zum Klimaschutz.

Gemäß dem Haushaltsentwurf das Unterstützungsprogramm für die Wasserversorgung und die Abwasseraufbereitung in ländlichen Gemeinden gestrichen werden, mit dessen Hilfe Trinkwasserversorgungen und Kläranlagen in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern unterstützend finanziert werden.

Die USDA ist auch für eine bedeutende Gesamt-Reduzierung vorgesehen, einschließlich des Abbaus von Personal  in den Service-Zentren. Das würde ernsthafte Auswirkungen auf die Landwirte und ländlichen Gemeinden haben, die den Zugang zu den Programmen der USDA benötigen.
Das vorgelegte Budget des Herrn Trump ist ein Tiefschlag gegen unsere Schutzmaßnahmen zum Schutz  unserer Nahrung, unseres Trinkwassers, unserer Umwelt und unserer Gemeinden – einschließlich der ländlichen Gemeinden, die dabei geholfen haben, Herrn Trump ins Weiße Haus zu bringen.
Food & Water Watch kämpft für gesunde Nahrung und sauberes Trinkwasser für alle. Wir stellen uns Unternehmen entgegen, die Profite über die Menschen stellen und wir setzen uns für eine Demokratie ein, die das Leben der Menschen verbessert und unsere Umwelt schützt“.

Wenonah Hauter Executive Director

Übersetzt: Volker Fritz
Wolfenbüttel, den 20.03.2017
im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika im Februar 2017: Plötzliche Stagnation der Wiederinbetriebnahme

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Mrz 102017
 

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Volker H.A. Fritz Wolfenbüttel, den 04.03.2017

Heute berichte ich zum Zeitraum  Februar 2017  vom 04.02.2017 bis zum 03.03.2017.

Die im Februar 2017 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen, zeigen, nach der starken Belebung im Januar , eine Stagnation der weiteren Wiederinbetriebnahme. Gegenüber der Zunahme um 202 Stück in USA und Kanada im Januar werden für den Berichtszeitraum zusammen nur 19 weitere Reaktivierungen gemeldet.

International, in der übrigen Welt – liegen gegenüber dem Januar-Bericht noch keine neuen Zahlen vor.

Der vorsichtige Optimismus wegen der über 55.- EUR/barrel angezogenen Ölpreise hat sich im Februar wieder abgeschwächt, da die Rohölpreise bei 55,00 USD/barrel für Sorte BRENT blieben und nicht wie erwartet weiter anzogen.

In der Fachpresse ist man weiterhin sich nicht ganz einig, wie es weiter gehen wird. Es mehren sich aber die Stimmen, die das Geschäft im Verlauf des Jahres 2017 deutlich belebt erwarten.

Die Maßnahmen und Erlasse des U.S.-Präsidenten Donald Trump zu Gunsten der Fossilen Industrien werden tendenziell zu einer Belebung der Industrie und der Förderung in den USA führen, zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit  der Bürger. Die Reduzierung des Fördervolumens weltweit durch die OPEC-Beschlüsse im November 2016 und die gleichzeitige Ankündigung Russlands, auch seine Ölproduktion ab Anfang 2017 zu drosseln, werden dadurch zu einem großen Teil konterkariert werden.

Das kurzfristige Anziehen der Rohölpreise zum Jahreswechsel und Januar 2017 hat sich nicht verstetigt.

Es verfestigt sich daher die Annahme, dass spekulative Aufkäufe von freien Spotmengen – in Erwartung bald höherer Preise – zum Jahreswechsel und im Januar zum Anziehen der Notierungen  geführt haben.

Die Zunahme in Nordamerika gegenüber dem Januar 2017 beträgt nur knapp 2 Prozent wobei in den USA die Zunahme mit 27 Bohrtürmen als „ geringe weitere Belebung“ zu sehen ist, dagegen in Kanada die Stilllegungen im Gasbereich zu einer Abnahme um acht Bohrtürme führte, bei Null Veränderungen im Ölbereich. Der Ölbereich dominiert. Insgesamt wurden 26 Ölbohrtürme wieder aktiviert.

Hier noch einmal gerafft die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

 Juni 2016 gesamt USA Kanada
 Nordamerika  + 50 Türme  + 14 Öl + 22 Öl
+ 3 Gas + 11 Gas
November 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 40 Türme + 20 Öl – 1 Öl
+ 10 Gas + 12 Gas
Dezember 2016 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 110 Türme + 46 Öl + 29 Öl
+ 10 Gas + 25 Gas
Dez./Jan.  2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 16 Türme + 34 Öl – 13 Öl
+ 7 Gas – 12 Gas
Januar 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 202 Türme + 54 Öl + 93 Öl
+ 10 Gas + 45 Gas
Februar 2017 gesamt USA Kandada
Nordamerika + 19 Türme + 26 Öl  0 Öl
+ 1 Gas – 8 Gas

 

Insgesamt wurden im Berichtsmonat Februar 19 Bohrtürme wieder aktiviert.

Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA geht in mehreren Bundesstaaten wieder weiter (Oklahoma, Wyoming, Ohio, Alaska), der Zuwachs im Februar erfolgte nur in Texas (+ 37).

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich weiterhin nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken und sich auf die lukrativsten Fördergebiete zu konzentrieren.

International liegen keine neuen Zahlen vor, es ist jedoch anzunehmen, dass es einen allmählichen weiteren Anstieg gibt, da verschiedene Erschließungsprojekte weiter voran getrieben werden und andererseits Persien mit aller Macht seine Produktions- und Lieferkapazitäten wieder auf- und ausbaut. Weiterhin ist genug Rohöl weltweit im Angebot. Das drückt die Spotpreise.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat.

Eine grundsätzliche Änderung ist zur  Zeit weiterhin nicht absehbar. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis in die 2. Jahreshälfte 2017 nicht erwartet. Auch die IEA schätzt die Entwicklung so ein.

Gegenüber September 2014 hat sich im  Februar 2017 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 vermehrt auf 756 Stück (Januar 792) = -60,9 % zu 9/2014
Kanada von 429 vermehrt auf 335 Stück (Dezember 343) = – 22 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 vermehrt auf 609 Stück (Januar 583) = -62,8 % zu 9/2014
Gas von 338 vermehrt auf 146 Stück (Januar 145) = -57 % zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 gleichbleibend auf 197 Stück (Januar 197) = -20 % zu 9/2014
Gas von 183 vermindert auf 138 Stück (Januar 146) = -24,6 % zu 9/2014

 

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen aus den USA erkennen, dass trotz der noch immer problematischen Lage optimistische Untertöne verstärkt sind.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,81 USD/mmBtu Ende Februar – nach 3,15 USD/mmBtu am 1. Februar 2017 Börse NYK, hält die Erdgasproduktion weiterhin in der Verlustzone, nachdem der kältebedingte Mehrbedarf abflaut. Auch der zunehmende LNG-Export nach Südamerika, Asien und Europa, von den USA aus, bringt keine Gewinne sondern ist nach wie vor verlustbringend. Die Investoren verfolgen jedoch langfristige Ziele. Da spielen zwei oder drei Jahre Verluste keine bedeutende Rolle, wenn dafür Absatzwege und Abhängigkeiten für späteren Bedarf etabliert werden können.

Der weitere Zuwachs an neuen LNG-Kapazitäten in 2017 könnte zu einer Stabilisierung der US-Gaspreise beitragen, wenn das Angebot im Henry-Hub nicht vergrößert wird.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes weiterhin noch nicht in Sicht, wenn sich auch die Kostenschwelle erheblich verringert hat.

Ob die von Präsident Trump initiierte Wiederbelebung des Steinkohleeinsatzes in den USA für die Stromerzeugung eine große Wirkung entfalten kann, hängt letztendlich von der Höhe der Erdgas-Großhandelspreise ab. Frühere Erfahrungen zeigen, dass ab einem Henry-Hub-Großhandelspreis von etwa 4,00 bis 4,50 USD/mmBtu die Steinkohlefeuerung in Kraftwerken wieder günstiger ist.

Meiner Meinung nach werden viele Stromerzeuger doppelgleisig fahren. Sie haben beim Aufbau der neuen Gasturbinenkraftwerke ihre „Steinkohle-Möhrchen“ nicht verschrottet. Sollten die Gaspreise mittelfristig zu stark steigen, werden die Steinkohle-Kesselanlagen für die Grundlastabdeckung wieder angeworfen.

Im Übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai 2016 bis Januar 2017.

 

Volker Fritz
im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 

 

 

Feb 092017
 

Die Regierung Trump – in Zusammenarbeit mit der republikanischen Mehrheit im U.S.-Parlament – verfolgt offenbar eine Doppelstrategie, um – so oder so – die U.S.-Umweltbehörde EPA auszuschalten. im Hintergrund wirkt die mächtige fossile Lobby und legt die Noten auf, nach denen dann die Trump-Regierung spielt.

Einerseits wurde von Matt Gaetz, Senator aus Florida, ein Gesetzesvorschlag zur Auflösung der EPA eingebracht, andererseits arbeitet Myron Ebell, der Leiter des Trump‘ schen „Übergangs-Teams“ für die EPA, daran, die Mitarbeiterzahl von ca. 15.000 auf 5.000 zu reduzieren und den Etat der EPA zu halbieren auf 4 Mrd USD/Jahr.    http://www.washingtonpost.com/news/powerpost/wp/2017/01/30/trump-transition-leaders-goal-is-two-thirds-cut-in-epa-employees/?utm_term=.c7a903ece66a

Myron Ebell ist ein großer Klimawandelleugner. Nach Vollendung des „Umbaus“ der EPA soll nach Präsident Trump’s Wunsch ihre Leitung von Anwalt Scott Pruitt übernommen werden, einem weiteren eingefleischten Klimawandelleugner und EPA-Gegner.

Schon in den letzten Jahren waren die Personaldecke der EPA und ihr Etat viel zun knapp bemessen, um die vielen Aufgaben der Überwachung flächendeckend in den USA wahrnehmen zu können und um gegebenenfalls eigene Untersuchungen zu Kontaminationen durchführen zu können. Insbesondere die geradezu explosive Ausweitung  der Fracking-Förderung, in mehreren Fördergebieten gleichzeitig und mit jährlich Tausenden neuer Bohrungen ab etwa 2007 erforderte massive Verstärkungen. Entsprechende Etat-Anträge und Personalforderungen waren von den Republikanern im Parlament stets abgelehnt worden, wodurch die Behörde systematisch geschwächt worden war.

Der beabsichtigte „Umbau“ wird von einem früheren Rechtsanwalt der EPA, David Doninger, der jetzt für den National Resources Defense Council tätig ist, gegenüber der New York Times nach seinen Eindrücken aus den Gesprächen mit den Trump-Leuten so beschrieben: „der zentrale Punkt ist: mehr als unter jeder anderen Regierung vorher soll die Effizienz der EPA so weit abgebaut werden, dass sie sich davon nicht wieder erholen wird, selbst wernn der politische Wind sich wieder drehen sollte“.   http://www.truth-out.org/news/item/39377-republicans-introduce-bill-to-terminate-the-environmental-protection-agency.htm

Sollte der Gesetzesvorschlag zur Auflösung der EPA nicht durchkommen, wird dafür gesorgt, dass die Behörde künftig von innen heraus nicht mehr arbeitsfähig ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/donald-trump-wie-der-us-praesident-den-klimaschutz-lahmlegen-will-a-1133651.html

Die fossilen Konzerne können nun ungehindert mit ihren Aktivitäten das Land, das Wasser, die Luft und die Bürger der USA beschädigen. Die zuständige Behörde EPA wird nicht mehr in der Lage sein, Fachpersonal vor Ort zu entsenden, um Missstände aufzudecken.

Unter solchen Voraussetzungen wird die Klimarettung nicht gelingen können.

Volker Fritz                 den 09.02.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

CETA ist Klassenkampf von oben, meint Pia Eberhardt

 AK Fracking Braunschweiger Land, Allgemein, Handelsabkommen, Politik, Pressemitteilungen, Stop CETA  Kommentare deaktiviert für CETA ist Klassenkampf von oben, meint Pia Eberhardt
Feb 082017
 

„CETA ist Klassenkampf von oben“ meint Pia Eberhardt

Kommentar Volker Fritz: Pia Eberhardt hat erneut ihre zarte aber feste Stimme erhoben, um den Ansichten von Jokob Weizäcker (SPD) und Sebastian Dullien zu widersprechen, denen zu Folge CETA eine gute Antwort auf Trump ist.

Dafür gebührt Ihr erneut unser aller Dank!

Dass eingefleischte neoliberale Konservative in Deutschland das sogenannte Freihandelsabkommen CETA der EU mit Kanada begrüssŸen, verwundert nicht.

Es ist jedoch zum Verzweifeln, dass offenbar lernunfähige SPD-Gefolgsleute, trotz all der vielen, begründeten Warnungen vor CETA, nicht in der Lage sind, die wahren Hintergründe hinter dieser Art von Abkommen zu erkennen. Denn CETA ist zum Nutzen Internationaler Konzerne und GrossŸvermögen entwickelt worden, nicht etwa, um uns Bürgern der EU-Länder Vorteile zu verschaffen. Ebenso wenig wurde CETA entwickelt, um den kleinen und mittelständischen Unternehmen den Marktzugang zu Exportmärkten zu erleichtern.

CETA ist in Wahrheit ein Ausbeutungsinstrument, mit dessen Hilfe die GrossŸkonzerne und Internationalen Geldvermögen sich einen grossŸen Happen aus dem Wertzuwachs unserer Volkswirtschaft schnappen wollen – und das jedes Jahr und ohne Risiko.

Und die Betroffenenย  werden wir sein, die Durchschnittsbevölkerung, der man direkt mit der Lohn- oder Rentenzahlung die Steuern und Sozialabgaben abzieht. Die wirklich Reichen werden nicht betroffen sein.

Deshalb hat Pia Eberhardt den Begriff „Klassenkampf von oben“ für CETA geprägt. In ihrem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau am 05.02.2017 macht sie deutlich, dass CETA keineswegs eine richtige Antwort auf die Aktivitäten des neuen U.S.-Präsidenten Donald Trump ist. Vielmehr verhindert es sogar echte Alternativen und einen Paradigmenwechsel.

http://www.fr-online.de/gastbeitraege/freihandelsabkommen-ceta-ist-klassenkampf-von-oben,29976308,35136388.htm

Volker Fritz den 07.02.2017

Klima: eine nie dagewesene Schmelze polaren Eises entwickelt sich trotz der Ableugnung des Klimawandels

 AK Fracking Braunschweiger Land, Allgemein, Gesundheit, International, Klima, Nachrichten aus USA, Risiko: Klimaerwärmung  Kommentare deaktiviert für Klima: eine nie dagewesene Schmelze polaren Eises entwickelt sich trotz der Ableugnung des Klimawandels
Feb 062017
 

Übersetzung (auszugsweise) „Eine nie dagewesene Schmelze des polaren Eises entwickelt sich, während die Klimaverleugnung sich überschlägt“ Truth-Out-Beitrag vom 09.01.2017  Autor Dahr Jamail  http://www.truth-out.org/news/item/39020-unprecedented-polar-melting-unfolds-as-climate-disruption-denial-goes-wild                                                                                                                                               Originaltitel: Unprecedented Polar Melting Unfolds as Climate Disruption Denial Goes Wild

Vorwort Volker Fritz: Eine Fülle weiterer neuer Untersuchungsergebnisse und Berichte ist seit dem Dezemberbericht zur Klimaveränderung vom selben Autor zugänglich geworden und gibt Hinweise auf die gewaltigen, vor uns liegenden Veränderungen. Meine Übersetzung des Truth-Out-Berichtes zur Klimaveränderung vom 29.12.2016 wird mit diesem Beitrag bekräftigt. Es zeichnet sich ab, dass die Klimaveränderung noch schneller erfolgen wird, als bisher schon angenommen, wesentlich hervorgerufen durch menschlioches Handeln mit hohen CO2-Emissionen und – etwa ab 2007 – durch immer stärkere Emissionen unverbrannten Methans direkt in die Atmosphäre.

Ich zähle aus der im Originalbericht von Dahr Jamail erwähnten Fülle nur einige, mir besonders wichtig erscheinende Beispiele auf:  Im November 2016 wiesen sowohl die Arktis als auch die Antarktis beide rekord-niedrige Meereis-Bedeckungen auf und die NASA konnte aufzeigen, dass die Gletscher rund um den Globus mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit schmelzen. Vor dem Hintergrund, dass weltweit Gletscher ca. 69% des gespeichertern Süsswassers dere Erde enthalten, ist die Bedeutung für uns Menschen, gekoppelt mit dem Anstieg der Meeresspiegel, offensichtlich.                                                       Ende Dezember 2016 hielt der Erwärmungstrend weiter an, mit Temperaturen am Nordpol in der Spitze fast am Taupunkt des Eises, atemberaubende 50 Grad Fahrenheit höher als normal um diese Jahreszeit, trotz der völligen Abwesenheit von Sonnenlicht.      NASA-Aufnahmen über der Antarktis ergaben, dass sich entlang dem Larsen C Eisgletscher ein Riss gebildet hat und dass eine Eisfläche von ca. 5.000 km2 abzubrechen droht und ins Meer zu gleiten. Ferner wurde ein Bruch im Pine Island Gletscher entdeckt und damit auch ein weiteres Zerstörungssystem: viele Gletscher in der Antarktis schmelzen von unten durch wärmeres Meerwasser, das sie unterspült.                                                         Gleichzeitig regt sich das Eis der östlichen Antarktis, die bisher als „stabil“ gehalten wurde. Zwei neue wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Eismasse der östlichen Antarktis von oben und von unten schmilzt. Da die östliche Antarktis 2/3 des gesamten Eises dieses Kontinents trägt, ist nun die gesamte Region ihrer Stabilität beraubt.  Anfang Janur 2017 waren die Temperaturen in Barrow (nördliches Alaska) statt normal 5 Grad Fahrenheit unter Null auf plus 33 Grad Fahrenheit geklettert. Wissenschaftler der NOAA haben die Arktis, wegen der dramatischen Veränderungen, zu einem „unbekannten, neuen Klima-Territorium“ erklärt, da bisherige Kenntnisse keine Gültigkeit mehr haben.

Die Erde: Wenn man an die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Wälder denkt, kommen einem allgemein die Gedanken von Trockenheit und Waldbränden als Beeinträchtigungen. Die größte Gefahr für die Wälder sind aber Schädlinge. Eine neue Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die U.S.- Waldbestände bis 2027 zu 63% zerstört sein werden. Und ähnliche Wirkungen werden sich überall auf dem Globus abspielen: Baumschädlinge, ansteigende Temperaturen und Trockenperioden können eine Baumart in wenigen Jahren verschwinden lassen.      Hinzu kommt, dass sie sich nicht mehr aus eigner Kraft revitalisieren können.               Es wurden bei den letzten Großfeuern so viele alte Samen tragende Bäume vernichtet, in ganzen Landstrichen, dass die Wälder nicht mehr in der Lage sind, durch eigene Samen die Wiederaufforstung zu schaffen. Aber, wo die Wälder verschwinden, ändert sich auch das Klima. Und wenn große Waldflächen brennen, dann wirkt sich das natürlich auch global aus, weil die  Luftströmungen die Bindeglieder darstellen. Weit von einander entfernte Gegenden beeinflussen sich dann gegenseitig. Hoch im Norden nehmen die Rentiere an Gewicht und Größe ab, zu allererst auf Grund  des schwindenden Futterangebotes. Seit 1990 hat sich ihr durchschnittliches Gewicht deutlich verringert. Die weltweit größte Herde wilder Rentiere, in Russland, auf der Taimyr Halbinsel, hat seit demn Jahr 2000 über 40% ihrer Tiere verloren. Und sie nimmt weiter schnell ab. Die Steller Seelöwen vor den westlichen Aleuten verlieren stark an Population. Das schrumpfende Nahrungsangebot und die veränderten Temperaturen werden für diese Entwicklung als die Gründe angesehen. Die Eisbären sind in Gefahr.  Sie drohen  Opfer der Orkas und Grönlandhaie zu werden, weil das Meerwasser immer offener ist und sie viel schwimmen müssen. Sie sind jetzt jetzt schon unter hoher Belastung durch die Erwärmung, weil die Schollen, auf denen die Robben sich ausruhen, verschwinden. Auch die kanadische Hudson Bay, das „Eisbären Zentrum der Erde“, hat sich bereits stark verändert. Die Bay war im November 2016 noch eisfrei, wie an einem typischen Sommertag. Wenn diese Trends anhalten, werden diec Eisbären 2050 ausgestorben sein. Lachse im Yukon River in Alaska werden deutlich weniger, weil die Wasserqualität sich durch den auftauenden Permafrostboden verändert hat. Es kommen weniger Lachse zum Laichen zurück. Eingeborene, die ihre jährlichen Wanderungsbewegungen auf die Rückkehr der Lachse aufgebaut haben, verlieren zum Teil ihre Ernährungsgrundlage.

Das Wasser: Wie immer, die am deutlichsten erkennbaren Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels zeigen sich auf den mit Wasser bedeckten Gebieten der Erde. Eine Fläche polaren Meereises von der Größe Indiens ist mitten in den rekordwarmen Ozean- und Lufttemperaturen verschwunden. Das erstaunt nicht, wenn man bedenkt, dass Teile der Arktis im November 2016 für Tage Temperaturen von 20 Grad Celsius höher aufwiesen, als zu dieser Jahreszeit bisher normal.  Grönland hat nach einer neuen Studie schlechte Nachrichten zu erwarten. Der Grönland-Zentralgletscher wird vierl schneller schmelzen, als bisher angenommen. Das wiederum  wird zum beschleunigten Anstieg der Meere führen.        Außerdem kann die atlantische Strömung und Zirkulation des Meerwassers beeinträchtigt werden durch die einströmenden Schmelzwassermassen. Das hätte dann weitreichende katastrophale Folgen für Nordeuropa und Nordamerika und alles noch weiter nördlich. Es würde insgesamt kälter und trockener mit längeren Trockenperioden, aber auch mit Überschwemungen durch starke Niederschläge. Die Agrarproduktion würde stark beeinträchtigt.                   Unten, in der Antarktis ist es aber auch nicht besser. Die Gletscher dort schrumpfen ebenfalls, teilweise um bis zu 20 Fuß Höhe pro Jahr (Satelliten-Vermessung). Und die Everglades in Florida werden vom steigenden Merrwasser mit Salzwasser ertränkt werden. Metropolen in Küstenbereichen sind durch den Meeresspiegelanstieg in besonderer Weise betroffen: Miami, New Orleans, New York, Hong Kong, Shanghai und Hunderte weitere.  Groß Brittannien ist im Winmer 2013/2014 nur mit Glück einer Katastrophe entgangen. in dieser Jahreszeit ereigneten sich mehrere extrem hohe Tiden bei Fluten, die zum Teil mehr als die Hälfte des normalen Tidenhubes höher ausfielen. Es waren etliche Schäden zu verzeichnen gewesen. Jedoch in keinem Fall fiel eine der Fluten mit einem der winterlichen Orkane zusammen. Wenn das geschehen wäre, hätten die Folgen an der britischen Küste zu schwersten Verwüstungen geführt.  Aber, das ist nur eine Frage der Zeit, wann eine solche hohe Tide mit einem Sturm  zusammen erscheint, meinen die Wissenschaftler.

Feuer: Die Erwärmung begünstigt natürlich auch Waldbrände und Tundrabrände, zumal wenn mit ihr auch noch große Trockenheit auftritt. Die Brände werden großflächiger, häufiger und länger anhaltend. Nicht nur in Alaska und anderen nördlichen Waldgebieten, sondern auch in den Buschgebieten Süd Afrikas gibt es verstärkt Brände, die wegen fehlender Niederschläge und anhaltender Trockenheit zugenommen haben. Zum Jahreswechsel gab es in Süd Afrika über 100 aktive Brände.

Luft: Schon bald wird das Jahr 2016 das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen genannt werden. Das stimmt ganz sicher für die Arktis, wo die Herbsttemperaturen 2016 um bis zu 36 Grad Fahrenheit über normal lagen und an einigen Plätzen sogar noch höher. Derartige Veränderungen des arktischen Wetters haben natürlich Auswirkungen auf das globale Klima. Die Jet-Streams werden sich in Stärke und Richtung verschieben, mit den Folgen regional großer Trockenheiten und starker Niederschläge mit Überflutungen. Die Nahrungsmittelproduktion wird davon dramatisch beeinträchtigt werden. Krankheiten, die durch Fluginsekten übertragen werden, wie Malaria und Dengue Fieber, haben die Möglichkeit, sich mit der Erwärmung und der Ausdehnung küstennaher Überschwemmungsgebiete auszubreiten.

übersetzt  14.01.2017 Volker Fritz

Nachsatz:  Die University of California in Berkeley hat am 04.01.17 die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Überprüfung der Berichte zur Erderwärmung veröffentlicht. Ergebnis: die in den letzten Jahren ermittelten Erwärmungswerte der Erde, durch Überwachung der Seewassertemperaturen an der Oberfläche, waren zu niedrig. In den vergangenen 19 Jahren stiegen die Werte von 0,07 Grad auf 0,12 Grad Celsius pro Dekade. Chief Researcher: Zeke Hausfather.   http://advances.sciencemag.org/content/3/1/e1601207