Fernsehbeiträge

Mrz 292011
 

Erschreckend: Bei dem u. a. Fernsehbericht von RBB ist in fast allen Punkten eine frappierende Ähnlichkeit zu unserem „Gasbohrproblem“ im Münsterland zu erkennen. Die Gefahren beim Fracking dürften jedoch noch größer sein. (1000 bar Druck plus Frackingvorgang  anstelle von 80 bar wie bei der C02-Verpressung)

Geologische Verhältnisse werden hier anschaulich erklärt. Jeder Politiker, Entscheidungsträger, Behördenmitarbeiter und auch Bürger sollte sich den Beitrag unbedingt ansehen.

Die Dichtigkeit des Deckgebirges wird mit stichhaltigen und einleuchtenden Argumenten angezweifelt. Die Angaben decken sich mit den Befürchtungen der Geologen, dass im Münsterland, und auch anderswo in Deutschland, bereits vorhandene Klüfte und Spalten im Untergrund durch den erzeugten Überdruck im Boden vergrößert werden.

Wie kann man diesen Wahnsinn kurz umschreiben?  Mit sehr viel Glück bleibt es im Untergrund einigermaßen dicht.

Wenn der breiten Bevölkerung das ganze Ausmaß des Risikos beim Fracking erst einmal richtig klar wird, könnte es ähnliche Auswirkungen wie bei dem Atomkraftproblem geben (Wahldebakel, Massendemos usw.). Die Ablehnung zu Fracking liegt bereits jetzt schon bei 89% (Online-Umfrage-Ruhrnachrichten-290311, ganz unten). Wie viel Bestätigung braucht die Politik noch?

Hier sehen Sie den am 28.3.11 ausgestrahlten Beitrag von RBB: CO2 versenken – Endlager Brandenburg?

Vielen Dank an Michael Otto für den Hinweis.

Mrz 252011
 

Zitate:

Essen. Überraschende Wende im Streit um die geplanten Erdgas-Probebohrungen in NRW: Die Landesregierung hat die Erkundungsarbeiten vorerst auf Eis gelegt. Erst soll ein Gutachten über das Fracking-Bohrverfahren abgewartet werden.

Mit diesem Moratorium zieht die Landesregierung nach anhaltenden Protesten der Bevölkerung die Notbremse.

Hier der komplette Artikel

Nachtrag: WDR Lokalzeit Münsterland, Reaktionen auf Gas-Entscheidung (mit Bildern aus Nordwalde-Scheddebrock)

Mrz 122011
 

Die Lokalzeit berichtet erneut über den Protest gegen Exxons Pläne im Münsterland nach Erdgas zu suchen. Hier kann der Bericht die nächsten 7 Tage noch abgerufen werden.

Mrz 042011
 

Copyright: ARD

Auch hierzu passt wieder ein Begriff, den wir in dieser Angelegenheit schon öfter verwenden mussten.

Salamitaktik

ExxonMobil und auch die Genehmigungsbehörde geben nur das zu, was schon bekannt ist. Nach unseren Informationen wird demnächst noch bedeutend mehr ans Licht der Öffentlichkeit kommen.

Hier der Fernsehbeitrag zum Nachsehen.

Mrz 032011
 

Copyright: ARD

Heute Abend um 21.45 Uhr berichtet das Magazin Panorama in einem Bericht über Exxon.

Die Überschrift lautet:

Exxon: US-Konzern vergiftet Grundwasser in Norddeutschland.

Folgende Pressemitteilung wurde dazu veröffentlicht:

Hamburg (ots) – Der Wirtschaftsminister von Niedersachsen, Jörg Bode (FDP), äußert im ARD-Magazin „Panorama“ deutliche Kritik am niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die dem Wirtschaftsministerium unterstehende Behörde hatte nach der Entdeckung eines Giftunfalls mehr als drei Jahre gebraucht, um mit der Untersuchung auch anderer Gasfelder auf vergleichbare Gefahren zu beginnen. Bei dem Unfall auf dem von ExxonMobil betriebenen Erdgasfeld Söhlingen im Jahr 2007 war es zu Grundwasserverunreinigungen gekommen. Wirtschaftsminister Bode kritisiert nun in „Panorama“ das LBEG, also seine eigene Behörde: „Der Zeitraum ist wirklich relativ lang, und ich finde auch, dass er zu lang ist.“ Zudem kündigt der Minister „eine externe Überprüfung des Bergbauamtes“ an, um „die Fehlerquellen finden und abstellen zu können.“

Der Druck auf den Minister ist in den vergangenen Monaten gestiegen, nachdem durch NDR-Recherchen weitere Verschmutzungen auf anderen Erdgasfeldern in Niedersachsen – etwa in Hengstlage – bekannt geworden waren. Dort ist nach Feststellung des LBEG krebserregendes Benzol und Quecksilber in die Umwelt gelangt. Auch im Grundwasser ist es zu Verunreinigungen gekommen. Die Schadstoffquellen könnten nach Auskunft des LBEG undichte Rohrleitungen sein. Mindestens zwei Leitungen wurden deshalb inzwischen stillgelegt. Die Untersuchungen hatten erst nach entsprechenden Berichten des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ im NDR Fernsehen im Dezember 2010 begonnen.

Wirtschaftsminister Bode kritisiert jetzt in „Panorama“, dass er persönlich erst 2011 über den Vorfall informiert worden sei. Und Bode kündigt an, er werde die „Kommunikationswege seiner Behörde überarbeiten“, die Kommunikation des Bergbauamtes müsse „offensiver und offener“ werden.

Sich selbst sieht Jörg Bode nicht in der Verantwortung: „Es gibt keinen Punkt, wo ich mir irgendetwas vorzuwerfen habe. Das Ministerium hat zu jedem Zeitpunkt richtig gehandelt. Außerdem bin ich ja erst seit anderthalb Jahren Minister.“

Der grüne Abgeordnete im niedersächsischen Landtag Stefan Wenzel lässt diese Entschuldigung Bodes nicht gelten: „Er ist ab dem ersten Tag verantwortlich, er ist am Ende auch für seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verantwortlich und für die Kommunikationswege in seinem Haus.“

„Panorama“: Donnerstag, 3. März, 21.45 Uhr, Das Erste

Mehr Informationen zur Sendung finden Sie unter www.panorama.de

Mrz 022011
 
ndr mediathek

In Frankreich sind bekanntlich bis zu 15.000 Menschen auf die Straße gegangen. Erreicht wurde das auch deshalb, weil der prominenteste Umweltschützer Frankreichs sich gegen Fracking eingesetzt hat. Das fehlt uns noch hier in Nordwestdeutschland. Wir brauchen prominente Personen aus der Region, die wie wir Angst um unser Grundwasser haben. Der Beitrag des NDR veranschaulicht was Massen auf den Straßen auslösen können. Die Bohrindustrie wird es dort sicherlich nicht einfach haben, aber und das können wir Exxon bereits jetzt versprechen:

Auch hier werden sich die Leute das nicht gefallen lassen!

Feb 232011
 

Der Fernsehbeitrag „Demokratische Mitbestimmung als Farce“ von RBB (ARD) über die geplante Verpressung von CO2 zeigt eine frappierende Ähnlichkeit zu den geplanten Erdgasprobebohrungen im Münsterland.

Zitat aus dem 7-minütigen Fernsehbeitrag vom 16.02.2011:

Was macht man als Politker, wenn man ein Großbauprojekt gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen möchte? Man nehme aufgebrachte Bürger, setze sie in einen Beirat, tue so, als ob man ihre Sorgen ernst nehme und ziehe ansonsten sein Projekt wie geplant durch.

Folgende Fragen fallen mir dabei spontan ein:

  • Werden wir Münsterländer von Politik und Verwaltung genauso verschaukelt?
  • Werden die Probebohrungen vielleicht doch dazu genutzt, CO2 einzupressen?
  • Gibt es von Exxon für die Münsterländer eine eindeutige schriftliche Haftungserklärung?
  • Gelten bei uns nicht die gleichen von Dr. Krupp aufgezeigten Argumente zur Durchlässigkeit des Deckgebirges?

Den kompletten Beitrag sehen Sie hier.

Zum Thema Einpressung CO2:

Wir erinnern nochmal an unseren Artikel „Ich fühle mich von Exxon verar….t“!

Zitat aus der Zeitschrift Waterkant:

Inwieweit die ausgebeuteten Tight- und Shale-Gas-Vorkommen auch nach der Förderung zur CO2-Speicherung dienen können, wird bereits diskutiert. Letztendlich könnte auf diese Weise jeder Ort, in dem heute eine Probebohrung nach unkonventionellem Erdgas durchgeführt wird, zu einer CO2-Endlagerstätte werden.

In diesem Zusammenhang erhalten die Nachrichten über die CO2-Verpressung eine ganz andere Bedeutung: Focus online und Spiegel online. Auch wenn das Münsterland hier nicht aufgeführt wurde, heißt es nicht gleich „Entwarnung“.

Zitate aus Focus online:

Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder sogar Erdbeben verursachen. Weiter könnte entweichendes Kohlendioxid, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, zur Gefahr für die Bevölkerung werden.

In einer 2003 ausgehobenen Kiesgrube, berichten beide, trete jenes CO2 aus, das in das Ölfeld verpresst wird. Als Beleg führen sie Erdausbrüche, Gasblasen und Algenwuchs in Tümpeln am Grund der Kiesgrube sowie aus unerfindlichen Gründen verendete Tiere an. Mittlerweile gab das Paar seine Farm auf.

Das Deckgebirge, so die Schlussfolgerung, sei nicht dicht, vielmehr gebe es Mikrorisse darin, durch die das Gas zur Oberfläche steigt. In Bodennähe beträgt die CO2-Konzentration laut Petro-Find Geochem bis zu elf Prozent, bereits acht bis zehn Prozent sind für einen Menschen tödlich.

Insgesamt sollen fast 100 000 Tonnen CO2 in ein in der Altmark im Norden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen gelegenes Gasfeld in eine Tiefe von über 3000 m eingebracht werden.

Hier eine Übersicht von Greenpeace.

Seit wenigen Tagen kursiert ein neuer CCS-Gesetzentwurf, der angeblich Anfang März im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Danach folgt das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat. Eckpunkte des neuen Gesetzentwurfs sowie eine grüne Bewertung finden Sie im Anhang. Den kompletten Gesetzentwurf können Sie unter http://oliver-krischer.eu/fileadmin/user_upload/gruene_btf_krischer/2011/GesetzentwurfCCS14022011.pdf abrufen.

Hier die Bewertung der Grünen

Zitate:

Die im Referentenentwurf der Bundesregierung vorgesehene Übertragung der Haftung vom Betreiber an die zuständige Behörde darf nicht – wie vorgesehen – bereits nach 30 Jahren geschehen. Es gilt das Verursacherprinzip, nach dem der Betreiber des CO2-Speichers für auftretende Schäden vollständig haftbar gemacht werden kann.

Die Speicherung von CO2 in ausgedienten Erdöl- und Erdgasspeichern – wie von der Bundesregierung vorgesehen – lehnen wir ab, da diese Speicherstätten als potentielle Druckluft- und/oder Erdgasspeicher zu wertvoll sind und nicht als Müllkippe für CO2 verschwendet werden dürfen.