Apr 042012
 

Gillingham aber verkauft nicht. Zwar könnte er das Geld gut gebrauchen, schließlich musste der Farmer nach zwei Rekordfluten innerhalb von fünf Jahren seinen biodynamischen Gemüseanbau aufgeben. Aber er will die Energiekonzerne am liebsten ganz aus den Catskills vertreiben. Gillingham arbeitet heute als Naturschützer für eine lokale Umweltorganisation. Das nehmen ihm einige Freunde übel. Seit die Ölleute mit den Schecks bei den Farmern anklopfen, geht ein Riss durch die Dorfgemeinschaften.

Die größte Sorge der Umweltschützer gilt dem Trinkwasser, das durch die Fracking-Chemikalien verschmutzt werden könnte. Dass die Bohrunternehmen nicht sagen wollen, was genau sie in den Boden spritzen, macht sie umso nervöser. Die Rezepte müssten aus Wettbewerbsgründen geheim bleiben, sagen die Firmensprecher. Doch zu den Substanzen gehören laut Studien Benzole, Formaldehyd und Methanol – allesamt krebsverdächtig.

Das Gesetz schützt da kaum. Für das Fracking gibt es bisher gar keine einheitlichen Regeln. Der ehemalige Vizepräsident Dick Cheney, zuvor Chef des Energiekonzerns Halliburton, sorgte dafür, dass die Methode von den US-Bundesvorschriften für den Wasserschutz ausgenommen wurde.

Wenn es nur das Wasser wäre: In Ohio hat Fracking nach Ansicht der Behörden mehrfach Erdbeben ausgelöst. Fördertürme, Pipelines und Schmutzwasserpools würden Gegenden wie die Catskills in eine Industrielandschaft verwandeln, und neue Wirtschaftszweige wie nachhaltige Landwirtschaft und Tourismus, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben, würden geopfert.

Die Anti-Fracking-Bewegung findet neuerdings Anhänger im ganzen Land, die zuständige Behörde wurde mit über 61.000 Bürgereingaben überschwemmt. Der Bundesstaat New York genehmigt erst einmal keine neuen Anträge mehr. »Das ist ein großer Erfolg«, sagt Wes Gillingham.

Die Energiefrage wird zur Grundsatzfrage: Wie viel ist Amerika bereit zu zahlen? »Wir müssen buchstäblich die Erde aufbrechen, um noch an diese fossilen Brennstoffe zu kommen«, sagt der Umweltaktivist Bill McKibben.

Quelle:
Energiepolitik: Grün wird Obama kaum mehr werden | Wirtschaft | ZEIT ONLINE.

Mrz 192012
 

Eine neue Studio zeigt, dass die Luftverschmutzung die durch Fracking verursacht wird, akute und chronische gesundheitliche Probleme bei den Anwohnern von Erdgas Bohrstellen verursachen kann!

„Our data show that it is important to include air pollution in the national dialogue on natural gas development that has focused largely on water exposures to hydraulic fracturing,“ said Lisa McKenzie, Ph.D., MPH, lead author of the study and research associate at the Colorado School of Public Health.

The study will be published in an upcoming edition of Science of the Total Environment.

 

 

 

Quelle:
Air emissions near natural gas drilling sites may contribute to health problems.

Mrz 022012
 

Wo haben die denn Ihre Informationen her. Was sollen diese verharmlosenden Überschriften? Welche steckt dahinter?

Bei der Förderung in den USA ist es infolge des Frackings in mehreren Fällen zu Zwischenfällen gekommen, bei denen einerseits verwendete Chemikalien, andererseits auch Gas an die Oberfläche und in das Grundwasser gekommen sind. Einer aktuellen unabhängigen Studie der Universität Austin, Texas, zufolge liegt das aber nicht an der Methode an sich, sondern an mangelnder Sorgfalt seitens der fördernden Unternehmen – und mangelnder Kontrolle der Technik durch den Staat. Wird sie ordnungsgemäß angewandt, schließen die Forscher, bestehe keine Gefahr für das Trinkwasser.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Herbert Hofstätter von der Montanuniversität Leoben, der derzeit gemeinsam mit der OMV das neue „Clean Fracking“-Verfahren entwickelt. „Wenn alle durchbohrten Gesteinsschichten durch eine einzementierte Verrohrung abgedichtet werden, kann eine Kommunikation mit einem Grundwasserspeicher niemals stattfinden“, so Hofstätter – das eigentliche „Fracking“ gehe dann so weit unter der Erde vor sich, dass eine Freisetzung von Gas oder Chemie ausgeschlossen sei, solange die Leitungen dicht sind.

Quelle:
Mit Druck, Sand und Maisstärke: Wie Gas aus dem Stein gesprengt wird « DiePresse.com.

Mrz 022012
 

Rund 80 Bürger haben sich bei einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft IG gegen Gasbohren über den Stand der Dinge in Sachen Erdgas-Bohrungen informiert. „Der eine oder andere hat an dem Abend erst erfahren, welche Auswirkungen das haben kann“, sagte Jürgen Kruse von der IG nachher.Zunächst sahen sich die Teilnehmer den Film „Gasland“ an. Der Dokumentarfilm zeigt die Auswirkungen der Edgasbohrungen in den USA: ungenießbares Trinkwasser und brennende Wasserhähne sind zu sehen. In der Diskussion ging es danach um das Vorhaben der Firma Exxon Mobil, die unter anderem in Borkenwirthe nach Erdgas bohren will. Kruse begrüßt die Haltung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die erst die Ergebnisse eines Gutachtens abwarten will, bevor weitere Schritte zugelassen werden. Das Gutachten soll im Sommer vorliegen.

Quelle:
Fracking-Gegner informieren – Borken – Borkener Zeitung.

Feb 292012
 

Vorsichtiger ist Borchardt: „Von Bohrungen in Trinkwasserreservoiren oder Schutzgebieten ist abzuraten. Wichtig ist es, differenziert vorzugehen und die Risiken durch Einhaltung der Vorschriften und hohe technische Standards zu minimieren.“ Umweltschützer teilen die Meinung der beiden Wissenschaftler nicht. „Es existiert bisher keine fundierte Langfristuntersuchung“, sagt Christoph von Lieven, Energieexperte bei Greenpeace. Jedes Eindringen ins Erdreich mit Chemikalien sei riskant. „Es wird zwar behauptet, die toxischen Stoffe könnten aus den tieferen Schichten nicht ins Grundwasser hochsteigen, tragfähige Beweise dafür fehlen aber“, so von Lieven. Zudem sei noch völlig ungeklärt, wie viel Methan beim Fracking in die Atmosphäre gelange. Das Gas steht im Verdacht, den Treibhauseffekt erheblich zu verstärken.

Quelle:
Erdgas Der große Run auf Schiefergas – Die Profiteure 29.02.2012 | Nachricht | finanzen.net.

Feb 192012
 

Der texanische Farmer sieht ziemlich elend aus. Seit in der Nähe mit der Fracking-Methode nach Erdgas gebohrt wird, berichtet er, verende sein Vieh. Und der Brunnen im Hof sei auch schon explodiert. Zum Beweis dreht der Mann den Wasserhahn in der Küche auf und hält sein Feuerzeug neben den Strahl: Das Waschbecken brennt lichterloh.
Der 2010 gedrehte US-Dokumentarfilm „Gasland“ erhielt mehrere Auszeichnungen. Weniger begeistert waren die Konzerne, die Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, anwenden. „Bei uns in Deutschland könnte das mit dem brennenden Wasser gar nicht passieren“, glaubt Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU). Weil es hier Vorschrift sei, das etwa 1000 Meter tiefe Bohrloch bis hinunter doppelt zu verrohren. Die Amis seien da wohl etwas lax und hören mit dem Rohr bei 300 Metern auf. Dann könne das geförderte Schiefergas freilich mit einem Grundwasserleiter in Berührung kommen.
Minister Reinholz musste sich ein bisschen beeilen mit der Erklärung. Denn die BNK Deutschland GmbH, Tochter des kanadischen Energiekonzerns BNK Petroleum, hat sich drei Claims in Thüringen gesichert, um hier nach „Erdgas in unkonventionellen Lagerstätten“ zu suchen. Die BNK-Manager sprechen bereits mit Landräten, um Akzeptanz für ihr Vorhaben zu finden.
Gestern stellten sie die Schiefergasförderung im Umweltausschuss des Landtags vor. Ein Aha-Erlebnis, sagt die Linke-Abgeordnete Katja Wolf . Sie erfuhr, dass die ersten Erkundungsbohrungen ab 2014 geplant sind und BNK hofft, bis zu zehn Prozent des jährlichen deutschen Erdgasbedarfs aus Thüringer Bohrlöchern pumpen zu können. Das umstrittene Fracking sei „wohl kaum noch zu verhindern“, fürchtet Wolf.

Quelle:
Kanadier suchen Thüringen nach Erdgas ab – tlz.de.