Jan 112012
 

Die Westfälischen Nachrichten in Münster berichten über einen Beschluss der NRW CDU, erst wissenschaftliche Ergebnisse abzuwarten, bevor die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen fortgesetzt werden sollte. Außerdem soll das Bergrecht geändert werden.

„Erdgasförderung komme nur in Frage, „wenn sie von der Bevölkerung in der Region akzeptiert wird.“

Der Beschluss von Umweltminister Röttgen und der CDU NRW geht dabei über die bisherigen Vorschläge der CDU, CSU und FDP Mehrheit im Bundestag hinaus, die Erleichterungen für die Industrie anstreben. Noch steht aber eine Überarbeitung der vom Umweltministerium ausgeschriebenen Studie zum Fracking aus. Diese bleibt weit hinter den vom Umweltbundesamt angesprochenen Risiken zurück und will sogar Ergebnisse eines von ExxonMobil bezahlten „Dialogprozesses“ berücksichtigen.

Dafür soll das Bergrecht geändert werden, fordert der CDU-Landesvorstand in einem gestern Abend gefassten Beschluss: „Genehmigungen dürfen nur erteilt werden, wenn unverantwortliche Risiken für Mensch und Natur vollständig ausgeschlossen werden können.“

Die Partei stützt die Haltung ihres Landeschefs und Bundesumweltministers Röttgen, der sich für ein Moratorium ausgesprochen hatte.

Damit geht der stärkste CDU-Landesverband auf Gegenkurs zur Bundestagsfraktion, die auf Drängen des Wirtschaftsflügels und der Niedersachsen-CDU weniger strenge Vorschriften erreichen will.

Update: Details zum CDU NRW Beschluss bei unkonventionelle-gasfoerderung.de

Quelle:
Erdgas-Fördermethode: NRW-CDU stemmt sich gegen Fracking | NRW – Westfälische Nachrichten.

NRW-Umweltminister Remmel zum Thema Fracking

 Bundestag, NRW-Landtag, Zeitung: WN  Kommentare deaktiviert für NRW-Umweltminister Remmel zum Thema Fracking
Aug 092011
 

Umweltminister Johannes Remmel (Foto: dpa)

Umweltminister Johannes Remmel im Gespräch mit dem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider von den „Westfälischen Nachrichten“:

„Firmen können nicht drauf los bohren“

Düsseldorf – Die mit der Erdgasförderung durch Fracking verbundenen Risiken lässt die Landesregierung in einem gestern auf den Weg gebrachten Gutachten klären. Die Ziele erläutert Umweltminister Johannes Remmel im Gespräch mit unserem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider.


Herr Minister Remmel, nun hat auch der Bundesumweltminister ein Moratorium beim Fracking zugesagt, bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Wie verlässlich ist so ein befristeter Stopp tatsächlich?

Das eine ist das politische Wollen – da gibt es mittlerweile eine breite Verständigung. Das andere ist das rechtliche Können. Derzeit könnten wir ein solches Moratorium nur schwer durchsetzen. Wir in NRW wollen aber über Genehmigungen erst entscheiden, wenn dafür auch die notwendigen Grundlagen vorhanden sind. Im Bergrecht – eben bei der ungelösten Frage der Umweltverträglichkeitsprüfung – zeigt sich der Widerspruch zwischen politischem Willen und rechtlicher Umsetzung.

Inwieweit würden sich die Energiekonzerne denn durch politischen Willen beeinflussen lassen?

Remmel: Die Firmen können nicht einfach drauf los bohren, das braucht ein Genehmigungsverfahren. In Nordrhein-Westfalen soll dies abhängig sein von bestimmten Grundlagen, und die werden wir in einem Gutachten erarbeiten., Das Ausschreibungsverfahren für das Gutachten haben wir gestern gestartet. Das soll dann die Genehmigungsgrundlage werden.

Welche Fragen soll das klären?

Remmel: Es geht um eine Risikobewertung, wie sich eine Bohrung auf die unterschiedlichen Gesteinsschichten auswirkt. Die Risikostudie soll die Gesteinsformationen in Nordrhein-Westfalen einordnen und zudem die Grundwassersituation bewerten. Der zweite Teil soll die Frage beantworten, wenn es tatsächlich konkrete Bohrungen geben sollte, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie diese dann zu begleiten ist. Wenn der erste Teil vorliegt, werden wir in einem Zwischenresümee entscheiden, wie der zweite Teil des Gutachtens konkretisiert wird.

Wann wird das Gutachten fertig sein?

Remmel: Es wird eine europaweite Ausschreibung für die Studie geben müssen, deshalb wird der Zielkorridor bis Ende des Jahres schwer zu halten sein. Aber Terminfragen sind bei so grundlegenden Fragen zweitrangig, die Grundlagen müssen stimmen. Trotzdem sind wir schon weiter als der Bund. Wir wollen da auch gerne kooperieren, aber wir brauchen das Gutachten hier, weil hier die Firmen vor der Tür stehen.

Sehen Sie durch die Bereitschaft von Herrn Röttgen, eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend zu machen, Chancen für einen Konsens mit der Bundesregierung?

Remmel: Wir haben ja entsprechende Anträge im Bundesrat eingebracht, da bräuchte der Bund nur zuzustimmen. Wir hoffen, dass die Meinungsbildung in der Bundesregierung dazu führt, dass die CDU-FDP-regierten Länder dann zustimmen. Das wäre der schnellste Weg. Es liegt alles vor, da muss man es nur noch tun.

Welche Rolle spielt das gebundene Erdgas in Hinsicht auf heimische Energiereserven?

Remmel: Ich weiß nicht, was die Konzerne unternehmerisch treibt. Im Verhältnis zu Erdgas aus anderen Quellen ist das ein kleiner Anteil. Ich wehre mich auch nicht gegen die Nutzung von Potenzialen, wenn es um konventionelles Erdgas geht – etwa beim Grubengas. Bei unkonventionellem Erdgas geht es um die Anwendung von Methoden, die an anderer Stelle erhebliche negative Auswirkungen auf das Grundwasser haben. Unser Wasser ist aber ein Stück Naturerbe, , das wir für die nächsten Generationen bewahren müssen. Wasser ist Lebensmittel Nummer eins, deshalb gibt es da keine Kompromisse.

VON HILMAR RIEMENSCHNEIDER

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/nrw/1613303_Firmen_koennen_nicht_drauf_los_bohren.html

Weitere Berichte der „Westfälischen Nachrichten“:

FDP: Noch zu früh für Entscheidung über Erdgas. Düsseldorf – Beim Streitthema Erdgasbohrungen will sich die nordrhein-westfälische FDP noch nicht festlegen.  http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/nrw/1612994_FDP_Noch_zu_frueh_fuer_Entscheidung_ueber_Erdgas.html 

„Zum Wohle künftiger Generationen“: Bericht über den Besuch der Bundesumweltausschussvorsitzenden in Nordwalde: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/nordwalde/1610934_Zum_Wohle_kuenftiger_Generationen.html
Zitat:
Lob und Dank sprach auch Bürgermeisterin Sonja Schemmann den Interessengemeinschaften aus: „Was die Bürgerinitiativen geschafft haben, hätten wir verwaltungsseitig nie erreichen können“, gab sie unumwunden zu. Und weiter: Die Recherchen der IGGG und die von ihr eingeholten Expertenmeinungen seien so umfangreich und aktuell gewesen, dass sie der Veraltung und den Politikern als wichtige Informationsquelle gedient hätten.
 
Jul 302011
 

Röttgen legt Fracking auf Eis: „Ich werde kein Risiko eingehen.“

Hier der komplette Bericht: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/top_thema_2/1597458_Roettgen_legt_Fracking_auf_Eis_Ich_werde_kein_Risiko_eingehen..html

In einem Gespräch mit dem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider von den Westfälischen Nachrichten äußert sich Röttgen zur umstrittenen Erdgasförderung mittels Fracking:

Zitat/Ausschnitt:

Ein weiterer Konsens zeichnet sich bei der Gewinnung von gebundenem Erdgas ab – in der Ablehnung des Frackings nach heutiger Technik. Stimmen Sie dieser Haltung zu?

Röttgen: Meine Position ist, dass – bevor es zu einer wirtschaftlichen Nutzung kommt – absolute Klarheit und Transparenz über die Umwelteinwirkung erreicht sein muss. Hier gibt es Defizite in der Kenntnis der Auswirkungen und Einwirkungen. Darum werde ich als Umweltminister eine umfangreiche Studie in Auftrag geben, um die Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf das Trinkwasser, einschätzen zu können. Es muss jede notwendige Vorsorge getroffen werden. Dazu müssen wir wissen, welche Gefahrensituationen entstehen können. Es geht auch um rechtliche Anpassungen, die Umweltbelange und Bürgerbeteiligung absichern. Es sind klare Anforderungen zu stellen. Wenn die nicht erfüllt sind, kann dieses Verfahren nicht eingesetzt werden.

Das Umweltbundesamt empfiehlt dringend die Änderung des Bergrechts: Werden Sie diesen Rat annehmen?

Röttgen: Es spricht viel dafür, dass auch für geringe Fördervolumen eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen werden muss. Bislang sind zum Beisipiel die Wasserbehörden nicht zwingend zu beteiligen. Wir werden darüber innerhalb der Bundesregierung sprechen.

Wie viel Zeit wird das brauchen?

Röttgen: Bis wir gesicherte Erkenntnisse gewonnen haben, wird es einige Zeit dauern. Und vorher kann Fracking nicht stattfinden. Ich werde kein Risiko eingehen.

Viele Menschen im Münsterland sind in Sorge wegen der ersten Erkundungen und wegen der Risiken des Frackings. Was sagen Sie diesen Menschen?

Röttgen: Dass diese Methode nur dann in Frage kommt, wenn Risiken definitiv ausgeschlossen werden können. Und in besonders sensiblen Bereichen, wo beispielsweise Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen wird, ist aus meiner Sicht Fracking ausgeschlossen.

Realistisch kann das unkonventionelle Erdgas erst in etwa zehn Jahren gefördert werden. Spielt es dann überhaupt noch eine Rolle im deutschen Energiemix?

Röttgen: Neben Fragen der Vorsorge spielen auch energie- und klimapolitischen Bewertungen eine Rolle: Wie ist eigentlich die Energie und Klimabilanz dieser Art der Erdgasförderung? Solche Fragen müssen beantwortet werden, bevor man eine solche Risikomethode zum Einsatz bringt. Soviel steht heute fest: Wir haben erstens enorme für die nächsten Jahrhunderte reichende Erdgasvorkommen. Wir haben zweitens einen beachtlichen Anteil an Biogasproduktion. Drittens geht die Forschung dahin, mit überflüssigem Strom aus Windkraft beispielsweise durch Elektrolyse Wasserstoff oder erdgasgleiches Methan zu erzeugen. Das heißt: Wir haben ganz viele Alternativen, die eine solche Methode sehr in Frage stellen, auch energiepolitisch.

Quelle:

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/politik/inland/?em_cnt=1597498&em_cnt_page=3&em_ref=http%3A%2F%2Fwww.westfaelische-nachrichten.de%2Faktuelles%2Fpolitik%2Finland%2F1597498_Schwerer_Schaden_fuer_das_Land.html

WN-Bericht über den Teilerfolg der „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“

 Initiativen, Pressemitteilungen, Zeitung: WN  Kommentare deaktiviert für WN-Bericht über den Teilerfolg der „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“
Jul 292011
 
Michael Schwakenberg von den „Westfälsichen Nachrichten“ berichtet über den Teilerfolg der „Interessengeminschaft gegen Gasbohren“:

Der Sekt steht schon kalt

Nordwalde – Mathias Elshoff hat die vielen Termine nicht gezählt: Informationsaustausche, Mediengespräche, Protestveranstaltungen, Politikerbesuche und was nicht noch alles. In den vergangenen Monaten hat der Vorsitzende der Nordwalder „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) fast genauso viel Zeit mit den Exxon-Plänen verbracht wie mit seiner Familie und in seiner Landbäckerei.

„Die Arbeit hat sich gelohnt“, blickt er jetzt zufrieden zurück. Denn im Landtag wird die Front gegen das Fracking immer breiter. Anfang dieser Woche ließ die CDU-Fraktion verlauten, dass sie diese umstrittenen Methode bei der Suche und Förderung von sogenanntem unkonventionellem Erdgas ablehnt. Und auch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, André Stinka, hat angekündigt, seine Genossen auf diesen Kurs einzuschwören (die WN berichteten). Elshoff: „Das haben wir bei unserer Gründung im vergangenen Jahr nicht in dieser Form erwartet.“

Für ihn und seine Mitstreiter in Nordwalde und den anderen IGGGs sei es „ausgesprochen aufbauend“, dass es gelungen ist, „in der relativ kurzen Zeit die anfängliche Goldgräberstimmung im Land wieder einzufangen und auf allen Ebenen zu einer sachlichen Auseinandersetzung zu finden“. Die meisten, die sich mit dem Thema befasst haben, so Elshoff, seien schnell zu dem Schluss gekommen, dass unkonventionelles Erdgas alles andere als klimafreundlich ist und große Gefahren birgt. Vor allem für Umwelt, Natur und das Trinkwasser.

Ist die Nordwalder IGGG am Ziel? Elshoff: „Leider können wir uns noch nicht zurücklehnen. Denn das Bundesberggesetz ist nach wie vor veraltet und nicht ansatzweise geeignet, die Risiken heutiger Förderverfahren zu bewerten.“ Elshoffs Zwischenfazit: „Der Sekt ist zwar schon kalt gestellt, zum Korkenknallen ist es aber noch zu früh.“

Mathias Elshoff war in den vergangenen Monatenein viel gefragter Interviewpartner. Mit ihrem Protest haben sich der Vorsitzende und seine Mitstreiter von der IGGG auf höchster politischer Ebene Gehör verschafft. Foto
(-stk/msc-)

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/nordwalde/1596297_Der_Sekt_steht_schon_kalt.html

Hier die Pressemitteilung der „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG):

Die viele Arbeit hat sich gelohnt

Anfang der Woche waren verschiedene Berichte in den Medien über die kritische Bewertung der Suche nach unkonventionellem Erdgas und die daraus resultierende Ablehnung auf mittlerweile breiter politischer Basis in NRW. Neben den Grünen und den Linken sprechen sich mittlerweile auch die großen Parteien SPD und CDU im Land offen gegen das umstrittene Fracking-Verfahren aus und lehnen eine Erschließung der Erdgasvorkommen in sog. unkonventionellen Lagerstätten in NRW ab. Die Interessengemeinschaften gegen Gasbohren zeigen sich erfreut über diese Entwicklung, die sie selber bei ihrer Gründung im vergangenen Jahr nicht in dieser Form erwartet hätten und erlauben sich auch ein bescheidenes Schulterklopfen. Es ist ausgesprochen aufbauend, dass es uns gelungen ist, in der relativ kurzen Zeit, die anfängliche Goldgräberstimmung im Land wieder einzufangen und auf allen Ebenen zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu finden. Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Die Menschen im Land, die sich mit dem Thema „Unkonventionelles Erdgas“ beschäftigen, gelangen in der weitaus überwiegenden Zahl nach ganz kurzer Zeit zu dem Schluss, dass dieses Erdgas alles andere als klimafreundlich ist und sehr große Gefahren für Umwelt, Natur und vor allem unser Trinkwasser birgt. Nun ist es aber leider nicht so, dass sich die Kritiker zufrieden zurücklegen könnten. Denn das den Genehmigungen zu Grunde liegende Recht, das Bundesberggesetz ist nach wie vor veraltet und daher nicht ansatzweise geeignet, die Risiken heutiger Förderverfahren zu bewerten. Es muss daher dringend angepasst werden, was aber nur über die Politik in Berlin und Brüssel möglich ist. Und daran arbeiten die Bürgerinitiativen im Münsterland getreu dem Motto „Was hier nicht mit dem Umweltschutz vereinbar ist, wollen wir auch an anderer Stelle auf dieser Erde nicht haben!“
Den Bürgerinitiativen ist dabei insbesondere wichtig, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur die umstrittene Fracking-Methode Gefahren für Mensch und Natur birgt, sondern dass auch ohne Fracking, allein durch die Bohrungen, die bisher nie dagewesene Wegsamkeiten bis in große Tiefen schaffen sowie das an die Erdoberfläche tretende Lagerstättenwasser oder unkontrollierbar austretendes Methangas erhebliche Umweltschäden eintreten können. Aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA und Australien, wo bereits seit vielen Jahren unkonventionelles Erdgas gefördert wird, belegen dies.
Es bleibt also noch eine Menge zu tun, was auch der aktuell eingereichte Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten durch die BNK Deutschland GmbH aus Frankfurt am Main,
einem Tochterunternehmen der kanadischen BKN Petroleum Inc., belegt. Das Unternehmen möchte sich ein Gebiet reservieren, welches weite Teile des Hochsauerlandkreises, der Soester Börde und einen Teil des Münsterlandes
umfasst. Fazit: Der Sekt ist zwar schon kalt gestellt, zum Korkenknallen ist es aber noch zu früh.

Carsten Grawunder, www.gegen-gasbohren.de

Gute Nachricht: Exxon muss woanders bohren

 Bundestag, NRW-Landtag, Exxon, Zeitung: WN  Kommentare deaktiviert für Gute Nachricht: Exxon muss woanders bohren
Jul 262011
 

Münsterland soll frei von Gas fördernden Unternehmen bleiben. Sowohl in der CDU-Landtagsfraktion als auch bei SPD und Grünen stößt die umstrittene Fracking-Methode auf Widerstand.

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/top_thema_1/1593387_Exxon_muss_woanders_bohren.html

Zitat:

Für Stefan Henrichs von der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren“ in Drensteinfurt wäre das „einfach gigantisch“. Er sagte am Montag: „Wenn das stimmt, würde ich vor Freude kaum in den Schlaf kommen.“

http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1593384_CDU_lehnt_Fracking_im_Muensterland_ab.html

Zitat:

Düsseldorf – Die Energiekonzerne müssen auf die Erdgasvorräte im Münsterland vorläufig verzichten. Sowohl in der CDU-Landtagsfraktion als auch bei SPD und Grünen stößt die umstrittene Fracking-Methode auf Widerstand.

Kommentar von dem Autor der beiden WN-Artikel, Hilmar Riemenschneider:

Ein erster Schritt

Wenn viele etwas nicht wollen, schafft auch das Einigkeit. Die unwägbaren Risiken für das Grundwasser, die von den giftigen Chemikalien beim Fracking ausgehen, will niemand eingehen. Die Erdgasgewinnung im Münsterland steht politisch vor dem Aus, bevor sie überhaupt begonnen hat. Die einmütige Ablehnung der umstrittenen Fördermethode bei CDU und Grünen greift nun auch bei der SPD Raum.

Dahinter steht die in allen Parteien gereifte Erkenntnis, dass die kritische Haltung gegenüber dieser Technologie trotz oder sogar wegen der Energiewende zwingend ist. Dass daraus sofort ein Konsens entstehen kann, ist damit noch keineswegs gesichert: Bislang erschweren atmosphärische Störungen zwischen Rot-Grün und CDU gemeinsame Beschlüsse. Es gibt noch Gesprächsbedarf.

Für die Anwohner geplanter Bohrungen wie für die Landwirte ist die politische Entwicklung zwar eine gute Nachricht. Allerdings spielt sich die Einigung momentan nur auf landespolitischer Bühne ab. Entscheidend indes wäre eine ähnliche Einigkeit auf Bundesebene, die zurzeit nicht absehbar ist. Denn um für Erdgasbohrungen eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend zu machen, muss das Bergrecht geändert werden. Weder CDU noch FDP haben diese Bereitschaft erkennen lassen. Die politische Auseinandersetzung ist längst nicht beendet.

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/muensterland/1593385_Ein_erster_Schritt.html

 

WN-Bericht: Ein Land im Gasrausch

 Nachrichten aus USA, Zeitung: WN  Kommentare deaktiviert für WN-Bericht: Ein Land im Gasrausch
Jul 252011
 

Andreas Fier von den „Westfälischen Nachrichten“ war in Washington, Pennsylvania und New York, um sich die umstrittene Erdgasförderung vor Ort anzusehen.

Hier sein Bericht als PDF: Ein Land im Gasrausch

(Veröffentlichung der PDF mit freundlicher Genehmigung der Westfälischen Nachrichten, Herr Andreas Fier)

 Zitat:

…..Aufsteigendes Methan hat das Trinkwasser der Familie Sautner verunreinigt. Ein Schornstein soll das Gas aus dem Boden leiten, bevor es ins Haus gelangt…….

……Im Bundesstaat Virginia wurde die Flüssigkeit über einem Wald versprüht – zwei Jahre später war gut die Hälfte der Bäume abgestorben…..

….Auch die großen Mengen des verwendeten Frischwassers, das beim Fracking in die Erde gepresst wird, macht den Fachleuten Sorge. Mahoney: „In Zeiten großer Trockenheit kann es zu Engpässen kommen.“…..

…..„Ich kam von der Arbeit und unser Wasser war verseucht“, sagt Sautner. Die Kinder bekamen Hautausschlag vom Duschen. Die Hunde übergaben sich, wenn sie aus ihrem Napf tranken…..