Feb 212011
 

Soeben wurde im NDR-Markt über die Erdgasförderung in Söhlingen berichtet. Ein direkter Anwohner einer ExxonMobil-Bohrstelle berichtete, dass ihm im letzten Jahr aus unerklärten Gründen über 150 Fische aus einem angrenzenden Teich verendet sind. Der Anwohner hat nun, weil es auch seiner Frau gesundheitlich nicht immer gut ergeht, das Blut der Familie auf Quecksilber und Benzol untersuchen lassen. Erschreckend ist, dass bei beiden die Werte über dem zusätzlichen Grenzwert liegen. Ob hier ein Zusammenhang besteht, muss geklärt werden.
Festzustellen ist ebenfalls, dass die Nadelhölzer in der Gegend  absterben und die Nadelbäume viele braune, schadhafte Nadeln haben.
Wir fassen zusammen, was in unmittelbarer Nachbarschaft der ExxonMobil Bohrstelle in Söhlingen bisher festgestellt wurde:

  • 9 Undichtigkeiten einer Lagerstättenleitung in Söhlingen (entdeckt 2007), aus der Quecksilber und aromatische Kohlenwasserstoffe ( z .B Benzol) ausgetreten sind
  • dadurch mussten 2500 m³ verseuchtes Erdreich ausgetauscht werden
  • ebenfalls wurde das Grundwasser in diesem Bereich verseucht
  • oft riecht es nach Angaben des Anwohners sehr merkwürdig
  • im letzten Jahr verendeten 150 Karpfen in einem angrenzenden Teich
  • mehrere Bäume starben plötzlich ab
  • Nadelbäume werden auf einmal braun
  • 2 direkte Anwohner haben erhöhte Quecksilber und Benzolwerte in ihrem Blut

Exxon wird morgen vielleicht behaupten:

  • alles Zufall,
  • das muss erst bewiesen werden,
  • es sterben auch wo anders Bäume
  • die Familie kann sich auch wo anders eine Quecksilbervergiftung hergeholt haben

Wir behaupten:

  • Hoffentlich ist es so!
  • Doch sind das nicht ein paar Zufälle zu viel?

Wir fordern,

  • dass alle Leitungen unverzüglich auf  Schäden untersucht werden müssen!
  • dass im Umkreis von Erdgaslagerstätten  sofort umfangreiche Luftuntersuchungen von unabhängigen Einrichtungen stattfinden müssen!
  • dass in Niedersachsen das Landesbergamt die Gesundheit der Einwohner schützt und nicht weiter Erfüllungsgehilfe der großen Erdgaskonzerne ist!

GLÜCK  AUF! (besonders der Familie Schoon)

Feb 142011
 

Bekanntlich hat Exxon seit ein paar Wochen eine Internetplattform geschaffen. Unter http://www.erdgassuche-in-deutschland.de kann man Fragen an den Konzern stellen.  Mit den Antworten sollte man sich nicht gleich zufrieden geben.Unter anderem habe ich  Folgendes gefunden. 

Wie werden Berichte aus den USA bewertet, nach denen es durch die Förderung von unkonventionellem Erdgas zu massiven Verunreinigungen des Grundwassers und des Trinkwassers gekommen ist? 

Antwort:Bei ExxonMobil ist es zu solchen Verunreinigungen nicht gekommen. Nach unseren Erkenntnissen haben die zuständigen Behörden in den USA bisher keinen Fall von Trinkwasserbeeinträchtigung durch Hydraulic Fracturing identifiziert. 

Dazu folgende Anmerkung: 

Wenn 50.000 l Fracflüssigkeit von der EXXON-Tochter XTO ausgelaufen sind und diese in den Boden gelangt sind, sind Grundwasserverschmutzungen eine logische Konsequenz. 

Eine Aktivistin hat sich mit dem Problem mehr beschäftigt. Ihr bisherige Recherche zeigt, dass die Aussage von Exxon nicht haltbar ist. Es gibt zahlreiche Dokumentationen, die Grundwasserverschmutzungen belegen. Teilweise mussten die Konzerne schon Strafgelder bezahlen oder wurden ihnen angedroht! 

Erschreckend ist auch wie sich  innerhalb eines 3/4 Jahres die Qualität der Luft verschlechtert hat. Ergebnisse einer Analyse: 

 

Noch etwas finde ich alarmierend. In den USA kommt es nicht nur beim Fracing, sondern auch bei den Bohrungen zu gesundheitlichen Problemen.

„For many years, drillers have insisted that they do not use toxic chemicals to drill for gas, only guar gum, mud, and sand. While much attention is being given to chemicals used during fracking, our findings indicate that drilling chemicals can be equally, if not more dangerous.What we have learned about the chemicals used in the Crosby well blowout provides insight into why citizens living nearby suffered severe respiratory distress, nausea and vomiting and had to be evacuated from their homes for several days. It might also shed light on why other individuals living near gas operations have experienced similar symptoms during the gas drilling phase (prior to fracking) 

 Übersetzung: Über viele Jahre hinweg, haben Bohrunternehmen darauf hingewiesen, dass sie keine toxischen Chemikalien nutzen, um nach Gas zu bohren, sondern lediglich Guarkernmehl, Schlamm und Sand. Während die meiste Aufmerksamkeit auf den während des Frackings benutzten Chemikalien liegt, zeigen unsere Funde / Forschungen, dass Bohrchemikalien gleichbedeutend gefährlich, wenn nicht sogar gefährlicher sind. Was wir von den Chemikalien, die im Crosby genutzt wurden, gelernt haben gibt uns Einsicht darin, warum nahe lebende Bürger unter unterschiedlichen Atemleiden, Übelkeit und Erbrechen litten. Und auch, warum sie ihre Häuser einige Tage verlassen mussten. Es könnte außerdem beleuchten warum andere Lebewesen, die in der Nähe von Gasbohrstellen lebten, während der Bohrphase genau die gleichen Symptome ausgeprägt haben. 

Dieses Thema werden wir fortsetzen!


Vortrag von Jürgen Döschner als PDF-Datei

 Radioaktivität, Risiko: Down-Winders-Syndrom  Kommentare deaktiviert für Vortrag von Jürgen Döschner als PDF-Datei
Jan 302011
 

Den Vortrag von Jürgen Döschner „Unkonvetnionelles Gas – Risiken durch radioaktive Produktionsrückstande“ vom 26.2.11 finden Sie hier: NORM und Shale-Gas. Da es eine PDF-Version ist, können die Töne leider nicht wiedergegeben werden.

Vielen Dank an Herrn Döschner vom WDR für die Erlaubnis, den Vortrag veröffentlichen zu dürfen.

Durch weitere Recherchen im Internet haben wir noch eine WDR-5-Radiosendung von Jürgen Döschner zu diesem Thema gefunden: „Strahlende Quellen – das radioaktive Geheimnis der Öl- und Gasindustrie“

http://web.chrishucke.de/blog/?p=1943

Jan 142011
 

Heute erhielt ich einen Anruf einer besorgten Frau aus Söhlingen. Sie berichtete mir, dass es im Jahr 2004 zu einem starken Erdbeben von 4,5 auf der nach oben offenen Richterscala gegeben habe. Die dem Wirtschaftministerium nahe stehende Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) habe damals voreilig gemeldet, dass dieses ein natürliches Erdbeben gewesen sei. 2007 habe man dann nach unabhängigen Berichten zugeben müssen, dass es wohl doch ein durch Gasabbau hervorgerufenes Beben gewesen sei. Nun habe man Leitungen kontrolliert und die bekannten  9 Leckagen entdeckt.

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Dez 192010
 

Leserbrief vom 18.12.2010 (den original Leserbrief finden Sie mit Click auf das WN-Signet, der Verfasser des Leserbriefes stimmt einer weiteren Veröffentlichung ausdrücklich zu)

Kommt die Landflucht der Münsterländer?
oder bekommen die nächsten Generationen ihr Trinkwasser nur noch aus Norwegen, importiert in Flaschen, nachdem unser Grundwasser in Folge der Gasgewinnung mittels der Fracking-Methode mit erbgutverändernden, krebserzeugenden Chemikalien und radioaktiven Elementen „angereichert“ wurde? Continue reading »

Dez 122010
 

Ein Link zum Beitrag der ARD vom 12.12.2010: Weltspiegel- Die Gier nach Gas! (Alle Rechte bei DasErste.de)

Soeben berichtete der ARD Weltspiegel über Fracking in den USA. Oft wird nachts gefrackt ganz unbemerkt, immer öfter treten Gesundheitsschäden auf und Ärzte finden Methan, Benzol und Toluol im Blut ihrer Patienten. In Texas wollen viele Eigentümer ihre Häuser verkaufen, finden aber keine Käufer. Grund ist der neue Gasrausch. Eine Familie hat 3 Kinder. Sie wollen nur noch weg. Das Problem ist, dass das Haus unverkäuflich geworden ist. Gesundheitsrisiken  müssen Käufern mitgeteilt werden. In der Nachbarschaft wurden bereits viele Leute krank. Continue reading »