Nov 302010
 

In Amerika scheinen die Uhren noch etwas anders zu ticken. Der Filmstar Mark Ruffalo bekannt aus „Shutter Island“ und “ The Kids are all right“ wurde kürzlich vom amerikanischen Ministerium für Heimatschutz als Gefahr für die nationale Sicherheit aufgeführt und auf eine terror-advisory watch list gesetzt.

Was hat der bekannte Schauspieler böses gemacht?

Er hatte kürzlich eine Reihe von Vorführungen der Dokumentation „Gasland organisiert. Der Film von  Josh Fox wirft  einen Blick auf die Auswirkungen von Gasbohrungen nach unkonventionellen Erdgas auf Mensch, Flora und Fauna.

„Es ist ziemlich lustig.“,  so Mark Ruffalo in einem Interview, das er dem Magazin GQ gab. Er  sei deshalb jedoch nicht besorgt, sondern eher amüsiert gewesen.

Mark Ruffalo ist ein entschiedener Gegner der Gasbohrungen. Er hat oft bei öffentlichen Demonstrationen gesprochen und neulich sogar einen Beitrag zu dem Thema in der Huffington Post veröffentlicht. Laut der Website des Films “ Gasland“ erlebt Fox in der Doku eine „Querfeldein-Odyssee, bei der er eine Spur von Geheimnissen, Lügen und Umweltverschmutzung aufdeckt“. Zum Beispiel gibt es eine Stadt in der Nähe von Pennsylvania, in der die Bewohner ihr Trinkwasser in Folge missglückter Bohrungen nun sogar anzünden können. Von der Doku “ Gasland“ ist bei youtube immer noch ein Trailer zu betrachten. Hier werden kurz und knapp die Risiken des Hydraulic Fracing aufgezeigt.

Bin mal gespannt ob der BND auch uns auf der Liste hat!  🙂

Die geologische Situation um Nordwalde in Bezug zu der geplanten Förderung von unkonventionellem Erdgas!

 Geologie, Risiko: Deckgebirge zertrümmert  Kommentare deaktiviert für Die geologische Situation um Nordwalde in Bezug zu der geplanten Förderung von unkonventionellem Erdgas!
Nov 292010
 

Bislang wird immer behauptet, dass der münsterländische Kiessandzug (=die Trinkwasserquelle für sehr viele Menschen im Münsterland) durch eine mächtige, undurchlässige Deckschicht von der Kohleflözschicht getrennt ist. Behauptet wird weiter, dass man im Untergrund ab 1000 m soviel Chemie einsetzten könnte wie man wolle. Das würde uns die nächsten 50.000 Jahre nicht belasten. Uns liegt schon länger eine Kurzstudie vor, die davon ausgeht, dass Methan aus den flözführenden Schichten in den Grundwasserkörper des Münsterländer Kiessandzuges ausgast. Um das Dokument zu untermauern, haben wir uns in letzter Zeit mit mehreren Geologen zusammengesetzt.

Es ist zu befürchten, dass das Deckgebirge nicht ausreichend dicht genug ist und  Giftstoffe selbst noch aus 1000 m Tiefe nach oben ins Grundwasser gelangen können. Hier das ungekürzte Dokument.

Die Geologen möchten derzeit namentlich noch nicht genannt werden, da sie dann als völlig Unbeteiligte an einem riesigen Rad mitdrehen würden. Durch die Quellenangaben ist die Einschätzung jedoch schon untermauert.

An die Geologen vom Bergamt, von Exxon und vom Geologischen Dienst NRW:

Lässt sich das widerlegen?

Nov 292010
 

Keine Erdgasbohrung in Drensteinfurt

Wieder eine beruhigende Schlagzeile in der Presse. Aber was steckt dahinter? Gedanken eines Drensteinfurter Bürgers.

Dahinter steckt nur, das auf dem ursprünglich geplanten Grundstück keine Probebohrung der Firma ExxonMobile stattfindet. Liest man weiter, so erfährt der Leser, das bereits alternative Flächen in unmittelbarer Nähe lokalisiert wurden.

Also doch eine Probebohrung! Nicht so schlimm? Ist ja nur eine Probebohrung.

Nachher wird ja alles zurückgebaut und alles ist wie früher.

Weit gefehlt, wie ich meine. In früheren Berichten konnte man lesen, dass ein fußballplatz- großes Feld betoniert wird. Auf diesem Feld wird dann gebohrt. Wie viel Schwerlastverkehr ist schon dafür allein notwendig? Und wo fährt der lang? Im Fall von Drensteinfurt liegt das mutmaßliche Grundstück direkt an dem schönen Radwanderweg zwischen Münster, Rinkerode und Drensteinfurt. Wird der Lkw–Verkehr direkt über diese Radwege führen die als solche beschildert und in Radwanderkarten eingezeichnet sind?

Steht der Bohrturm dann, wird gebohrt. Von 6 – 8 Wochen ist in einschlägigen Berichten zu lesen. Aufgepasst Anwohner. 24 Stunden am Tag! Das Bohren laut sein kann weiß jeder der schon mal beim Zahnarzt war.

Kein Problem, anschließend wird alles wieder zurückgebaut. Schön, dass alles wieder abgebaut wird. Nicht schön, der Lkw-Verkehr geht wieder los. Soweit nur die Probebohrung.

Stellt sich nun heraus, dass sich die Gasförderung lohnt. Was passiert dann?

Stimmt der Regierungsbezirk dem Abbau zu, wird Gas gefördert. Auch das wurde schon geschrieben. Nach der „Hydraulic Fracturing“ Methode. Aber was passiert da?

Erst wird wieder alles aufgebaut. Betonplatte (oder ist die doch gleich dageblieben?) und Bohrturm. Auch ein Abwasserteich muss angelegt werden. Reichen die Wege dafür? Falls nicht, werden neue Strassen gebaut. Und damit das Gasvorkommen flächendeckend gefördert werden kann, benötigt man mehrere Bohrstellen. Das können 6 Stück auf einem Quadratkilometer werden.

Dann wird gebohrt. Wieder 1 – 2 Monate. Erst senkrecht in die Tiefe. Dann, wenn das gasführende Gestein erreicht ist, waagerecht.

Anschließend findet das sogenannte „Fracking“ statt. Hierzu wird mit Chemikalien gemischtes Wasser zur Bohrstelle gebracht. Das heißt, in diesem Fall kommt das Wasser nicht aus dem Wasserhahn. Es wird mit Lkw’s (!) gebracht. Mehrere Millionen Litern. Nicht vorzustellen wie viel Verkehr über unsere (wir erinnern uns an unsere Radfahrer) Wege durch die Felder fahren.

Wer jetzt über das Wort Chemikalien gestolpert ist, soll gleich von Exxon beruhigt werden. Ist ja höchsten 1 %, so hört man. Aber wer kontrolliert das? Und wie viel sind gleich noch mal 1 % von mehreren Millionen? Und was sind das für Chemikalien? Kleines Betriebsgeheimnis. Aber es sind über 200 und viele davon hochgiftig. Biozide sind auch dabei um damit Bakterien zu hindern die Spalten und Bohrlöcher zu verstopfen.

Im Anschluss an die Bohrung wird gesprengt. Unterirdisch. Im Bereich der waagerechten Bohrung werde Spalten in das Gestein gesprengt.

Und nun kommt das Wasser (kann man es noch so nennen?) zum Einsatz. Die Flüssigkeit wird mit Überdruck in die Bohrstelle gepresst. Die Spalten werden weiter aufgebrochen.

Kein Problem. Ist doch alles tief in der Erde. Oder? Hoffentlich waren da nicht schon mal Bergleute unterwegs. Früher wurde ja nicht so genau dokumentiert.

Wenn genügend Spalten erzeugt wurden, wird die Flüssigkeit zurückgespült. Jetzt kommt der Abwasserteich ins Spiel. Erst mal da rein. War das nicht giftig?  Kein Problem für Kühe. Ist ja ein Zaun drum. Aber, kann da vielleicht was undicht werden? Oder überlaufen. In der letzten Zeit regnet es doch oft und so heftig. Aber das ist ein anderes Thema…

Die zurückgespülte Menge ist oft noch größer, da so Einiges mit aus dem Boden ausgespült wird. Einiges davon könnte ziemlich unerwünscht sein. Von „Arsen“ und „radioaktiven Nukliden“ kann man in Amerika hören. Aber Amerika ist ja weit weg. Hoffentlich landen keine Enten auf dem Abwasserteich. Da hilft ja leider der Zaun auch nicht mehr.

Ein bisschen von dem Wasser bleibt noch im Boden. So weit ist die Technik leider noch nicht, dass alles wieder rauskommt. Aber, kein Problem. Ist ja tief in der Erde. Dachten wir das von Assen nicht auch schon? Ach Herr je, ich schweife wieder ab.

Jetzt wird das Abwasser entsorgt. Ja, und Sie wissen es schon, mit dem Lkw über unseren schönen Radweg. Und wohin? Kläranlage – na klar. Aber können die das aufbereiten?

Und wenn ich dann daran denke, das es viele Bewohner in dem Bereich gibt, die ihr Wasser direkt aus dem eigenen Brunnen holen. Wie können die denn sicher sein, dass in das Grund- und damit Trinkwasser nicht doch was von dem „Frackwasser“ gekommen ist.

Sogar die Firmenspitze von Gelsenwasser hat sich schon gemeldet und auf die Gefahren hingewiesen.

Jetzt wird aber Gas gefördert. Leider nicht so viel um sich von Russland unabhängig zu machen. Leider auch nicht so viel um die zunehmende Rohstoffverknappung abzufangen.

Leider sogar nur relativ wenig. Deswegen wird das ganze Spiel mit dem „Fracking“ noch mal gemacht. Und noch mal. Und dann noch mal. Wie oft? Für die Enten und die Radfahrer sehe ich auf jeden Fall schwarz.

Aber immerhin. Wir haben Erdgas.  Aber, was haben wir davon, wenn es gar nicht so viel ist? Ist der Schaden für uns nicht viel größer? Hat unterm Strich nicht nur Exxon was davon? Geht es nicht wieder mal nur um den Profit? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen, wenn wir weiterhin von den konventionellen Erdgasvorkommen abhängig sind und wenn es sowieso nicht reicht? Sollte das Geld und die Energie nicht für die Erforschung regenerativer Energien genutzt werden? Für mich keine Frage.

Und der Gipfel ist, die Bürger werden kaum informiert. Gefragt schon mal gar nicht. Das gute alte Bergrecht, nach dem genehmigt wird, gibt es her. Ein Skandal, wie ich finde und geschehen ganz in der Nähe. In Damme. Ganz in der Nähe von Osnabrück. Politiker und Bürger wurden überrumpelt und versuchen sich jetzt verzweifelt noch zu wehren. Man braucht sich nur die Internetseiten der lokalen SPD ansehen. Gebohrt und Gas gefördert wird schon. Haben die da Enten?

Glück auf!

Stefan Henrichs

Drensteinfurt

Meine und noch viel mehr Informationen finden sich auf

http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/

und dort verlinkten weiteren Quellen!

Ausschnitte des Filmbeitrages „hitec“ auf 3sat

http://www.youtube.com/watch?v=wc82QuH8_zM

Kompletter Filmbeitrag „hitec“
Gasrausch – Wie hoch ist der Preis für die Ausbeute von Schiefergas?
http://www.3sat.de/page/?source=/hitec/147651/index.html


Filmbeitrag (Podcast) „Monitor“

Monitor Nr. 614 vom 18.11.2010 – Gefahr fürs Trinkwasser: Wie internationale Konzerne in Deutschland Erdgas fördern

http://podcast.wdr.de/monitor.xml

(Für den Inhalt verlinkter Seiten bin ich selbstverständlich nicht verantwortlich)

Nov 282010
 

Wieder eine Infoveranstaltung. Ich glaube wir IG`s in Nordwalde, Borken und demnächst in Drensteinfurt haben was bewegt. Nun wird im Düsseldorfer Landtag das Thema erläutert.

Einladung Fachgespräch unkonventionelles Erdgas

Unkonventionelles Erdgas in NRW- Chance für die Energieversorgung oder Gefahr für die Umwelt!

Freitag, 10. Dezember 2010 um 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr, Landtag NRW, Raum E3 D 01

Diese Veranstaltung ist nicht vertraulich, sondern streng öffentlich.

Beachtet aber bitte die Anmeldeformalitäten.

Dort besteht für jedermann die Möglichkeit sich zu dem Thema zu informieren.

Nov 272010
 

Am 10.11.2010 berichtete der Deutschlandfunk über eine Studie die die Umweltrisiken der neuen Fördermethode „Fracking“untersucht.  Im Gespräch mit Ralf Krauter spricht Herr Dr. Werner Zittel  über die Chancen und ökologischen Folgen dieser Fördermethode.

Riskante Gassuche – Interview mit Werner Zittel, LBST Ottobrunn

Nov 262010
 

ExxonMobil stellt Pläne für Probebohrungen vor – Borkener bleiben verunsichert

Bereits im Oktober berichteten WM.TV von den geplanten Probebohrungen, mit denen der Konzern ExxonMobil im Münsterland nach Erdgas sucht. Nach Nordwalde regt sich nun auch rund um die geplante Bohrstelle in Borken der Widerstand gegen die Pläne. Herr Stahlhut berichtet, dass Exxon seit mehren Jahrzehnten bereits insgesamt 160 Fracs durchgeführt hat.