GENUK e.V. – Rede auf der Demonstration „Ostermarsch gegen Fracking“ in Rotenburg-Wümme

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Mrz 302016
 

Genuk Titel

 

Liebe Rotenburger Bürgerinnen und Bürger

Liebe Mitstreiter aus den Bürgerinitiativen

 

Für die, die uns nicht kennen, möchte ich unser „Gemeinnütziges Netzwerk für Umweltkranke“, GENUK e.V. vorstellen, für das ich hier spreche. GENUK hat im Frühjahr 2013 die Frage möglicher Gesundheitsschäden durch 70 Jahre Erdgasförderung in ROW zunächst in Wittorf aufgeworfen und mit örtlichen Initiativen weiterentwickelt.[1]

 

Warum sind wir hier?
Es ist nicht mehr die Frage, ob hier im Gasland eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung vorliegt.
Das wissen wir.

Wir wissen inzwischen auch, dass in dem Erdölförderdorf Rodewald im Kreis Nienburg zwischen 2004 und 2007 eine signifikant erhöhte Kinderleukamie-Rate vorliegt.

Wir haben also kein lokales oder regionales Problem – es ist eins, dass sich in auffälliger Nähe zu Gas- und Öl-Förderstellen findet.

Nicht zuletzt wegen der alarmierenden Berichte über Gesundheitsschädigungen durch Fracking hat der US-Bundesstaat New York Fracking grundsätzlich verboten!

Es ist auch nicht mehr die Frage, ob Behörden und Politik im Sinne des Schutzes der Gesundheit der Bevölkerung angemessen reagieren. Das wissen wir auch, sie tun es nicht – was sie tun, ist viel zu wenig und es wird nicht zu dem Ergebnis führen, dass wir wollen:
eine Aufklärung, warum hier eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung vorliegt.

Es ist vielmehr jetzt die Frage, wie wir in unserem organisierten Protest die politisch Verantwortlichen dazu bringen können, eine wirklich überzeugende Aufklärung zustande zu bringen.

Wenn etwas mit epidemischer Häufigkeit auftritt, – und das muss keine ansteckende Krankheit sein – spricht man von der epidemiologischen Erforschung der Ursachen.

Es muss eine breit angelegte universitäre epidemiologische Studie vom Land Niedersachsen auf den Weg gebracht werden, um den Zusammenhang zwischen Krebs und Gasförderung zu klären.

Ohne eine solche Studie bleibt alle immer im Ungefähren, im Vagen.

Nur durch solch eine Studie kann unwiderlegbar die Gas- und Ölindustrie als ursächlich oder nicht-ursächlich für vermehrte Krebsentstehung identifiziert werden.

Alles ohne Studie im Ungefähren belassen, das ist das, was die Öl- und Gasindustrie und offenbar auch Wirtschaftsminister Lies gern möchten:
denn beide setzen auf das Fracking im Sandgestein im großen Stil – um mit kleinen einstelligen Zahlen sogenanntes „heimisches Gas“ zu liefern. Selbst wenn es insgesamt für ein paar Jahre bis zu 10 % ergäbe: 90 % müssten weiterhin und dauerhaft importiert werden!

Die Menschen in den Fördergebieten sollen ihre Gesundheit opfern – wofür?

Die Fakten über die signifikant erhöhten Krebsraten in der Samtgemeinde Bothel sowie der Gemeinde Stadt Rotenburg sind nun seit Herbst 2014 hinlänglich bekannt.

Aber was tun die ganz klar nach Bundesbergrecht verantwortlichen Landesbehörden, um die Aufklärung über die Ursachen der auffälligen Krebsraten voranzutreiben?

Erschreckend wenig!

Und das Wenige, was sie tun, wird nicht zu dem Ergebnis führen, das wir wollen: eine wirkliche Aufklärung und keine Augenwischerei, die sich darum drückt,

  • Das Vorliegen einer Gefahrenlage anzuerkennen – denn niemand weiß, ob und wann die Bedrohung der Gesundheit vorüber ist und potenzielle Gefahrenquellen stillzulegen
  • Anzuerkennen, dass nicht der Landkreis sondern in erster Linie das Wirtschaftministerium nach dem Bundesberggesetz die Verantwortung für die „Gesundheit Dritter“ trägt
  • Geld in die Hand zu nehmen, ohne dass der Steuerzahler nach all den Unterlassungen der letzten Jahrzehnte auch noch die Rechnung zu zahlen hat
  • Die Aufklärung einer renommierten und in umwelt-epidemiologischen Studien versierten Universität zu übergeben

Ist dies alles ein niedersächsisches Phänomen?

Keineswegs!

Haben wir in Deutschland überhaupt ein Recht auf Gesundheit?

Nein!

Haben wir ein Recht auf körperliche Unversehrtheit?

Auf dem Papier, im Grundgesetz: ja!

Haben wir ein Recht auf Strafverfolgung bei Schädigung unserer Gesundheit?

Im Strafgesetzbuch ja! Praktisch wird dies nicht durchgesetzt.

Jegliche Form der Körperverletzung ist strafbar.

Aber: Ist dieser Schutz für den Einzelnen faktisch bei Verletzungen durch chemische Stoffe und Strahlen gewährleistet?

Definitiv nicht!

Wird die Gesundheit der Bevölkerung nicht nur im Falle Einzelner, sondern in epidemischem Ausmaß geschädigt, greift dann der Staat ein, legt potenzielle Gefahrenquellen still, leitet große epidemiologische Studien ein und weitet die Präventionsmaßnahmen aus?

Nein!

Haben wir als Bürger ein Recht auf das Tätigwerden des Staates?

Nein! Haben wir nicht!

Ist das im europäischen Rahmen verankerte Vorsorgeprinzip eine gesetzliche Regulierung, die den Bürgern Rechtssicherheit leistet?

Nur insoweit, als es einzelnen Urteilen zufolge bereits durch Gerichte definiert ist. Selbst das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ sieht sich eher Handelsrichtlinien als dem Vorsorgeprinzip verpflichtet!

Und nun ist auch dies noch in Gefahr:
transatlantische Industrievertreter verhandeln über die Köpfe der Bürger und ganzer demokratischen Systeme hinweg die Freihandelsabkommen CETA und TTIP (später auch noch TISA) – und denen soll dann im Einverständnis mit den EU-Institutionen das Vorsorgeprinzip zum Opfer fallen.

Ist in Deutschland die Gesundheit ein „Öffentliches Gut“?

Nein! Gesundheit ist zu einer Ware geworden – Krankheit zu einem Marktplatz!

Haben tausende und abertausende von Umweltkranken in Deutschland jemals eine Anerkenntnis ihrer Chemikalien- oder Strahlenbelastung erfahren?

Eindeutig: nein!

Gibt es in Deutschland bei einer solch weit verbreiteten vielfachen Emission von schädlichen Stoffen und Strahlen eine flächendeckende Versorgung durch niedergelassene Klinische Umweltmediziner?

Wieder nein! Fehlanzeige!

Haben wir ein ständig weiterentwickeltes Umweltstrafrecht, das uns vor industriellen Feldversuchen an unserer Gesundheit schützt?

Mitnichten!

Haben wir eine Landesregierung, die uns tatsächlich vor schädigenden Industrie-Emissionen schützt?

Wirtschaftsminister Lies sagte bei der ersten Lesung des Fracking-Gesetzespakets am 7. Mai 2015 im Bundestag Folgendes:

„Aber, meine Damen und Herren, es geht auch um die Verantwortung für den Technologie- und Industriestandort Deutschland, (über den wir hier heute reden). Themen wie Trink- und Grundwasserschutz, Natur- und Landschaftsschutz und Erhalt der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger stehen für uns als Landesregierung in Niedersachsen auf einer Stufe mit den Interessen der Rohstoffgewinnung aus heimischen Lagerstätten.“

Wirtschaftsminister Lies setzt angesichts der mangelnden Mitbestimmungs-Möglichkeiten der Bevölkerung über Industriepolitik damit unsere Lebensinteressen mit den Interessen der Rohstoffkonzerne AUF EINE STUFE !

Unser Wirtschaftsminister kehrt einfach einmal die Höher-Rangigkeit unserer Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Erhaltung unserer Lebensgrundlagen zugunsten von letztlich privatwirtschaftlichen Interessen um.

Wir brauchen aber keine Politiker, die sich ständig darum sorgen, dass ihre „Nähe zur Wirtschaft“ auch wirklich nah genug ist.

Nein, wir brauchen Politiker, die das Gegenteil tun, die keine Nähe, sondern ein Ferne von der Wirtschaft aufbauen, um so gesamtwirtschaftlich ihrem Auftrag als Volksvertreter überhaupt politisch gerecht werden zu können!

Selbst die nun wirklich nicht antikapitalistischen Mitglieder der Rockefeller-Familie sind in einem Punkte weiter als unsere gesamte Bundesregierung:

Für „moralisch verwerflich“ erklärte diese Woche die – ehemals aus Petrodollars finanzierte – Rockefeller Foundation das Verhalten von Exxon bezüglich des Klimawandels und zieht seine Anteile aus dem Exxon-Konzern zurück: „Wir können nicht mit einem Unternehmen in Verbindung gebracht werden, das dem öffentlichen Interesse anscheinend Verachtung entgegenbringt“.

Diesen Vorwurf könnte man auch der Neoliberalen Politik der letzten Jahrzehnte machen:

Immer weniger Handeln im Sinne der Mehrheit und immer mehr im Sinne einer noch dazu immer kleiner werdenden Geld-Aristokratie!

Denn 62 Menschen besitzen so viel wie 3,6 Milliarden Menschen!

Was aber, wenn wir erneut den in der französischen Revolution gebildeten Begriff des „Volontè Générale“, also das Gesamtinteresse der Allgemeinheit, wieder in den Vordergrund stellen?

Was, wenn wir beginnen, unsere Grundinteressen wie die der allgemeinen Daseinsvorsorge gemeinschaftlich einzufordern, indem vorhandene Strukturen kollektiver Sicherungssysteme gestärkt und neue aufgebaut werden?

Dann schaffen wir die wirklich solidarischen gesellschaftlichen Strukturen, die Einfluss auf die Teilhabe aller an der wirtschaftlichen Produktivität nehmen können!

Verändern wir das Land und dadurch seine internationalen Beziehungen auf Basis von friedlicher, solidarischer Chancengleichheit – bevor uns die neofeudalen Strukturen ihre autoritären, kriegerischen und Lebensgrundlagen vernichtenden Regimes aufzwingen!

  • Wir klagen die Landesregierung an, bisher keinerlei sichtbare politische und moralische Konsequenzen aus den durch Bürgerinitiativen aufgedeckten Umweltschäden und den potenziell durch Industrieeinflüsse verursachten erhöhten Krebsraten gezogen zu haben.
  • Wir fordern von der Landesregierung – inzwischen zusammen mit 212 Ärzten im Landkreis – umgehend die Beauftragung einer universitären epidemiologischen Studie zur Aufklärung der Ursachen der Krebserkrankungen in Niedersachsen
  • Wir fordern die Landesregierung auf, umgehend einen öffentlich verwalteten Fonds aus Öl- und Gasindustrie-Geldern in Mindesthöhe von 500.000 € aufzulegen, aus denen die epidemiologischen und weitere Studien finanziert werden.
  • Wir fordern die Landesregierung auf, eine aktive Einbeziehung der fachkundigen Bürger und ihrer Initiativen in die Aufklärung über die verheerenden Unterlassungen im Umwelt- und Gesundheitsschutz in 70 Jahren Erdgas- und Erdölförderung in Niedersachsen in die Wege zu leiten.
  • Wir fordern die Landesregierung auf, umgehend eine Innovationsoffensive für die Entwicklung umwelt- und gesundheitsverträglicher nicht-fossiler Energieproduktion und –versorgung unter Einbeziehung kundiger Bürger zu starten

Nicht mehr vorgelesene Forderungen an die Bundespolitik:

  • Wir fordern von der Bundesregierung, die Entwicklung dezentraler Energieversorgung mit nicht-fossiler Energieerzeugung nachhaltig zu sichern
  • Wir fordern von der Bundesregierung ein Fracking-Verbot, im § 49 des Bundesberggesetzes verankert!
  • Wir fordern von der Bundesregierung, dass die von Beginn an antidemokratischen Verhandlungen zu den Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TISA eingestellt werden!

[1] Siehe Historie zum Wirken über GENUK-Aktivitäten am Ende der Rede

 

Gemeinnütziges Netzwerk für Umweltkranke, GENUK e.V.

www.genuk-ev.de    Genuk e.V.

info@genuk-ev.de

 

 

 

2016-03-26 von Kathrin Otte

 


 

Kurze Historie zum Wirken von GENUK bei der Aufklärung über Gesundheitsschäden im Kontext mit der Gas- und Ölförderung in konventionellen Lagerstätten:

 

  • Das Gemeinnützige Netzwerk für Umweltkranke, GENUK e.V. hatte bereits im Jahr 2012 Kontakt nach Verden aufgenommen, wo sich nach einem Filmbericht in Allerdorf Krebsfälle häuften, die dort im Kontext zur Gasindustrie vermutet wurden.
  • GENUK kam im Mai 2013 in Kontakt mit umweltbedingt Erkrankten in Wittorf/Visselhövede, die ihre Beschwerden und Schädigungen im direkten Zusammenhang mit den umliegenden Gasförderstellen (Bellen ist via Luftlinie nur 7 km entfernt) und insbesondere durch die räumliche Nähe zur Verpressstelle von (damals noch RWE) Dea in Grapenmühlen, 400 m vom Ortseingang entfernt.
  • GENUK hat sich im Sommer 2013 sehr aktiv an der Gründung der WUG, „Wittorfer für Umwelt und Gesundheit“ beteiligt.
  • Im August 2013 schrieb GENUK einen Brief an die die niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie Umwelt, in dem eine große „Begleitstudie“ zur Aufklärung auffälliger Krankheitsfälle und aus verschiedenen Orten berichtete Krebshäufungen gefordert wurde.
  • Ab Oktober 2013 gab es eine Zusage für einen Termin mit dem Landesgesundheitsamt mit GENUK unter Teilnahme einer Vertreterin des MS (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung). Seit Dezember 2013 ist GENUK Teilnehmer an der bis heute bestehenden Arbeitsgruppe in Hannover.
  • GENUK engagierte sich im Herbst 2013 bis zur Gründungsveranstaltung im Januar 2014 für den Aufbau der Bürgerinitiative für Gesundheit, BIG, in Hemslingen/Söhlingen, wo eine Unterschriftenliste durch eine Anwohnerin auffällig hohe allgemeine Krebsraten vermuten ließ und lässt.
  • GENUK nimmt seit Februar 2014 an der Arbeitsgruppe im Gesundheitsamt Rotenburg zusammen mit dem NLGA, einer Vertreterin des MS teil. Anfangs konnten wir unter Hinzuziehung unseres wissenschaftlichen Beirats an der Erstellung der Krebsregisterabfrage mitwirken – später gelang uns auch die Hinzuziehung örtlicher BI-Vertreter – seit Feststellung der signifikanten hämatologischen Krebsraten in Bothel geht es um die Weiterführung der Aufklärungsbemühungen vor Ort – wie die Mitarbeit an dem Fragebogen, der den Botheler Bürgern zugestellt wurde und dessen Rücklauf derzeit noch ausgewertet wird.
  • GENUK gründet im Mai 2014 das „Team Gesundheit“ in www.Gegen-Gasbohren.de mit, einem bundesweiten Netzwerk gegen Gas- und Ölförderung in konventionellen wie unkonventionellen Lagerstätten mit 70 Bürgerinititativen.
  • Seit Herbst 2015 ist GENUK nach Teilrecherche in dem Erdölförderdorf Rodewald im Landkreis Nienburg und nach Offenlegung belegter Fälle von Kinderleukämie und hämatologischen Fällen bei Erwachsenen durch den NDR-Beitrag in „Markt“ Mitglied in der Nienburger Arbeitsgruppe im dortigen Gesundheitsamt mit Vertretern des NLGA, MS, EKN und (Samt-)Gemeinde-Vertretern. Eine signifikante Erhöhung der Kinderleukämierate wurde am 17. Januar durch das Kinderkrebsregister in Mainz bestätigt, das EKN wird der AG voraussichtlich im April die Bewertung aller Altersgruppen in Bezug auf hämatologische Krebserkrankungen vorlegen. Laut einem TÜV-Gutachten wurden Benzolwerte in Rodewald am zentral gelegenen Werksplatz zwischen 1980 und 1990 um den Faktor 378 überschritten (statt 5 mg/m³Luft waren es bis zu 1890 mg/m³ Luft).
  • Seit Januar 2016 wird unsere seit nunmehr 2 ½ Jahren erhobene Forderung nach einer universitären Studie zur Aufklärung der gehäuften Krebsraten nun auch von 212 Ärzten im Landkreis Rotenburg-Wümme unterstützt.- nach heutigem Kenntnisstand würden wir die Studie aber Niedersachsen-weit in Bezug auf langjährige Öl- und Gasförderplätze anlegen.

Bündnis gegen- gasbohren ruft auf: Anti – Fracking – Aktionstage bundesweit

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Mrz 292016
 

 

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Jetzt aktiv werden! Fracking-Erlaubnis- Gesetz verhindern!

Bündnis Gegen-Gasbohren ruft auf:

Anti – Fracking – Aktionstage bundesweit

Wir wollen laut und sichtbar sein in der Zeit vom 1. – 10. April 2016.

Das von Bundes-Umweltministerin Hendricks vorgelegte Fracking – Gesetz erlaubt diesen Irrweg entgegen aller Beteuerungen in Paris! Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sollen hier Fakten geschaffen werden, obwohl eine breite Mehrheit eindeutig gegen Fracking ist.                      

Dies wollen wir nicht hinnehmen!                                

Keine falschen Kompromisse, keine neuen Klimakiller!

Wir fordern ein Fracking – Verbot

Bitte erhebt eure Stimme!

Nehmt Kontakt zu euren Bundestagsabgeordneten auf!

Macht viele fantasievolle Aktionen!

Deutschland muss mit aller Kraft den Wandel zu den Erneuerbaren Energien angehen, anstatt in gestrige Technik zu investieren und die Untergründe in unserem Land großflächig zu durchpflügen für vergleichbar geringe Vorkommen und unter Missachtung der gesundheitlichen Risiken und Umweltgefahren.

„Weder finanziell noch ethisch, es macht keinen Sinn weiterhin in diese Unternehmen zu investieren, während die globale Gemeinschaft die Abkehr von fossilen Brennstoffen vorantreibt.“ (Rockefeller)

 Veröffentlicht von am 29. März 2016

Europäische Erdgasvermarkter wollen sich unter die Rockschöße der erneuerbaren Energien schleichen, um ihren künftigen Absatz zu sichern.

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Mrz 292016
 

Die europäischen Gaslieferanten rechnen sich bessere Überlebenschancen aus, wenn sie Verbundlösungen mit den Erneuerbaren propagieren und CCS-Entwicklung anbieten.

Im Portal „naturalgaseurope.com„, der Marketing-Plattform der europäischen Erdgasvermarkter, hat am 21.03.16 Monsieur Mouton, Geschäftsführer von GasNaturally einen Beitrag veröffentlicht:
„Die Kombination von Gas mit den Erneuerbaren Energien kann das Energie-Wunder ergeben“.

Kommentar zum Inhalt:
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Unverfrorenheit die Vordenker der europäischen Gasabsatzlobby Fakten verdrehen und ihre Propaganda als unumstößliche Wahrheit anbieten.
1.) Es stimmt nicht, dass Erdgas schon zu Verringerungen der Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität geführt hat.
2.) Es ist nicht wahr, dass die Emissionsreduzierung in den USA durch den Wechsel zu mehr Erdgasverbrauch erreicht wurde. Die Reduzierung ist zu über 90% begründet in der veränderten Wirtschafts- und Konsumaktivität in den USA, durch die Finanzkrise 2008/2009.
2a) Die vermehrte Fracking-Erdgasproduktion hat zu einem Anstieg der Methan-Emissionen über den USA um 30% geführt und somit einen Grad der Atmosphärenschädigung bewirkt, der viel höher ist, als hätte man die Energieerzeugung durch Steinkohleverbrennung weiter betrieben.
3.) Durch massive Lobby-Arbeit in Brüssel haben die Gasvermarkter es geschafft, dass dort angenommen wird, dass bis 2040 der Erdgasverbrauch gesteigert wird, obwohl die absoluten Verbrauchszahlen der EU seit Jahren sinken. Der EU wird angeraten, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass künftig Kombinationen  von Erdgasnutzung und Erneuerbaren in Partnerschaften möglich werden.
3a) Sie haben sogar die Unverfrorenheit anzubieten, den Einsatz  von CCS als Lösung zur Erreichung des „Energie-Wunders“ mit entwickeln zu wollen.
4.) Die Verbrennung der Kohle in der EU wird kritisiert, mit der Anmerkung, dass Erdgas ja nur halb so viel CO2 bei der Verbrennung produziere und viel weniger gefährliche Partikel absondere, als bei Kohleverbrennung. Kein Wort wird erwähnt von den massiven Quecksilberemissionen durch die Gasverbrennung, ebenso nicht von dem Methan Emissionen, die die Atmosphäre stark schädigen, mehr als Kohle-, mehr als Erdölverbrennung.
Die Bedrohung der Gesundheit der Menschen in den Fördergebieten wird unerwähnt gelassen.
5.) Die EU wird aufgefordert, ein klares Signal zu setzen, dass Erdgas in ihrem Energiemix auch künftig einen Absatzmarkt haben wird. Ein solches Signal benötigten die Investoren heute, dann würden sie auch in Ausgaben für die Zukunft des Gasnetzes investieren. Eine klare Umstellung -weg von der Kohle – hin zum Gas – würde ein solches Signal sein, auf das die Erdgaslobby warten würde.
Anmerkung:
Natürlich wird mit keinem Wort erwähnt, dass Erdöl als Primärenergie-Quelle viel weniger schädlich produziert und verbrannt wird als Erdgas, weil praktisch keine Methanemissionen bei Öl anfallen. Vielmehr wird überall kundgetan, dass Erdöl in der Zukunft eine auslaufende Rolle haben werde. Das ist aber reines Wunschdenken der Erdgasanbieter. Und die EU und auch Deutschland sollten, so lange noch fossile Brennstoffe benötigt werden, immer die Option der Erdölnutzung offen halten. Nur so könnte künftigen rabiaten Preiserhöhungen der internationalen Gaslobby begegnet werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass das „billige“ Erdgas aus den USA durch manipulativ herbeigeführte Überproduktion an Fracking-Erdgas entstand.
Seite 2009 wird Erdgas in den USA mit großen Verlusten vermarktet. Unsere europäischen Erdgaspreise sind zurzeit zu niedrig, um mittels US-LNG (Flüssigerdgas)eine Versorgung aufzuziehen. Dabei entstehen große Verluste für die Lieferer.
Eine deutliche Erhöhung des Gaspreisniveaus in der EU käme daher vielen Teilnehmern zupass. Auch der deutsche Staat würde durch Steueraufschläge kräftig mitverdienen.

Letztendlich aber wäre es der europäischen Endverbraucher, der dann die Zeche zu bezahlen hat.

Volker Fritz

 Veröffentlicht von am 29. März 2016

Bericht zur Demo in Rotenburg/Wümme am 26.03.2016 gegen die Kohlenwasserstoff-Förderung und das Verpressen von Abfallflüssigkeiten

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Mrz 282016
 

Bei gutem Wetter marschierten etwa 300 Fracking-Gegner und Befürworter einer grundsätzlichen Beendigung der Kohlenwasserstoff-Förderung im Kreis und in Niedersachsen vom Berufsbildungszentrum an der Verdener Straße zum Marktplatz im Zentrum Rotenburgs, wo die Kundgebung mit Podium und Lautsprechern stattfand.

An BI s waren, soweit feststellbar, vertreten:
BI Kein Fracking in der Heide
BI Flecken Langwedel gegen Gasbohren
BI Walsrode gegen Fracking
WUG Wittorf
GENUK e.V.
BI Gesundheit Söhlingen/Hemslingen
IG Wiedau
BI Intschede Wesermarsch Ohne Bohrtürme
BI Gegen Gasbohren in Rotenburg e.V.
IG Frack-loses Gasbohren im LK Rotenburg
AG Fracking Lüchow-Dannenberg
AK Fracking Braunschweiger Land

Die Ansprachen des Bürgermeisters von Rotenburg, Andreas Weber des Bundestagsabgeordneten der LINKEN, Herbert Behrens der Landtagsabgeordneten der GRÜNEN, Elke Twesten und von Dr. Bantz -für die Rotenburger Ärzteschaft –
ließen an Deutlichkeit keinen Zweifel aufkommen, welche Defizite sowohl die Landesregierung NDS als auch die Bundesregierung aufzuarbeiten haben. Die Sorgen und Ängste der Menschen im Kreis, aber auch darüber hinaus, bezüglich der gefährlichen Nebenwirkungen der Kohlenwasserstoff-Förderung sind begründet
und durch die vielen Erkrankungen – bis hin zu Todesfällen – belegt.

Mit großer Betroffenheit hörten die Teilnehmer dem Bericht der Bellenerin Grit Leymann zu, die von den vielen Erkrankungen in Bellen berichtete, seit sie dort mit ihrem Mann und zwei Kindern vor einigen Jahren hingezogen ist.
Seit 10 Jahren sei in Bellen kein Bewohner verstorben, der nicht Krebs hatte.

BildVF-Demo-Zug 26.03.16 ROW P1100882
Ebenso berichtete der 2012 an Blutkrebs erkrankte Holger Müller aus Bellen in der SG Bothel über sein Schicksal. Er hofft jetzt gesund zu bleiben und forderte die Landesregierung auf, die Ursachen für die gehäuften
Erkrankungen zügig klären zu lassen, ehe weitere Schritte erfolgen, die zu noch mehr Emissionen führen können. Ferner forderte er, diese Förderindustrie endlich zuverlässig zu überwachen und schädigende Emissionen zu unterbinden.
In seiner Siedlung Bellen seien 12 von 52 Einwohnern an Krebs erkrankt. So ist neben Söhlingen und Rotenburg wohl ein weiteres besonderes Verdachtsgebiet in den Fokus gelangt, das auch im Gebiet der SG Bothel liegt. In der Nähe der Siedlung Bellen liegt ein großer Betriebsplatz von ExxonMobil, auf dem in der Vergangenheit Reinigungsarbeiten an
Anlagenteilen und Rohren vorgenommen wurden. Im nahegelegenen „Hahnenbach“, der in die „Wiedau“ mündet, waren dem Vernehmen nach hohe Quecksilberkontaminationen gefunden worden.

Kathrin Otte von GENUK e.V. machte in ihrem Vortrag besonders darauf aufmerksam, dass die vielen Menschen, die für Umweltgifte besonders sensibel sind, oder gar schon unter Erkrankungen leiden, durch die vielfältigen, sich gegenseitig verstärkenden Emissionsgifte der Kohlenwasserstoff-Förderung und -Aufbereitung besonders stark betroffen sind.
Dennoch finden sie politisch viel zu wenig Gehör mit ihren Anliegen.
Die Landesregierung NDS vernachlässige ihre Pflichten zum Gesundheitsschutz der Bürger, ebenso wie die Bundesregierung. Die Aufklärung der rätselhaften Blutkrebserkrankungen werde nicht mit Nachdruck betrieben.
Es gebe ja neben der Samtgemeinde Bothel und Rotenburg auch den Ort Rodewald und die Samtgemeinde Steimbke in NDS. Die Fracking-Erlaubnisgesetze der Bundesregierung, die diese bald im Bundestag verabschieden lassen will, bieten im Gegensatz zu den vollmundigen Ankündigungen der Ministerin Hendricks, keine Verbesserung des Schutzes der Menschen vor den gefährlichen Emissionen.

Volker Fritz vom AK Fracking Braunschweiger Land überbrachte die solidarischen Grüße seiner Bürgerinitiative und machte deutlich, dass die Problematik der Kohlenwasserstoff-Förderung und ihrer Wirkung auf die Menschen nicht nur den Kreis Rotenburg betrifft. Inzwischen haben sich deutschlandweit 69 BI s zusammen getan, um im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ gemeinsam mehr Einfluss auszuüben, um einerseits die Fracking-Erlaubnisgesetze zu verhindern und andererseits eine verstärkte Kontrolle der bestehenden Förderung zu bewirken, damit deren Anwohner wirksam vor schädlichen Emissionen geschützt werden.
In den USA und Kanada seien aus mehreren Fördergebieten vermehrte Erkrankungen in den Abluftschleppen von Gegenden mit hoher Bohrungsdichte festgestellt worden. Seltene Blutkrebse bei Männern seien dort vermehrt
festgestellt worden, vergleichbar mit dem Fördergebiert Rotenburg. Und Schwangere erlitten Beeinträchtigungen ihrer Föten. Noch in bis zu 16 km Entfernung von der nächsten Emissionsquelle zeigten sich statistisch deutlich erhöhte Fehlbildungen, Totgeburten, früher Säuglingstod, zu geringes Geburtsgewicht, gegenüber der Normalpopulation.
Und je näher die Wohnorte der Schwangeren an den Emissionsquellen lagen, desto zahlreicher waren die Missbildungen, bis zum Siebenfachen der Normalpopulation. Und in Deutschland sei der Mindestabstand zu Förderbohrungen und Emissionsquellen mit 100 m und teils darunter zulässig.
Er verwies besonders darauf, dass durch die Pariser Klima-Beschlüsse im Dezember 2015, die von Deutschland mit unterzeichnet worden sind, die Erschließung von bisher ungenutzten Kohlenwasserstoff-Vorkommen in Deutschland der völlig falsche Weg ist. Alle Energie und alle Mittel müssen in die Umstellung auf Erneuerbare Energieträger gesteckt werden, anstatt in die Fracking-Technik von gestern.
Die gerade bekannt gewordene Entscheidung der Familie Rockefeller in den USA, sich schnellstmöglich aus allen Investitionen in Förderung und Vertrieb von Kohlenwasserstoffen zu lösen, um das Klima nicht weiter zu zerstören, einschließlich ihrer Beteiligung am Konzern ExxonMobil, sollte den Politikern in Deutschland zu denken geben.

Volker Fritz

 Veröffentlicht von am 28. März 2016

Bohrschlämme nun in Altenberge bei Münster

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Mrz 242016
 

 

 

 

Giftmülltourismus muss ein Ende haben!

 

Erneut hat Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss, die Bundesregierung und die Landesregierung NRW auf den Skandal um die ungeordnete Entsorgung der bei Öl-und Erdgasbohrungen anfallenden Bohrschlämme hingewiesen. Er fordert die Veröffentlichung einer Liste aller Entsorgungsanlagen für Bohrschlämme.

Es bestehen berechtigte Zweifel, dass die Entsorgung der Bohrschlämme aus Niedersachsen auf nicht geeigneten Deponien erfolgt, so wie es im letzten Jahr auf der Haus-und Gewerbemüllanlage in Altenberge bei Münster geschehen ist.
Die Deponie sei nicht dafür ausgelegt kontaminierten Bohrschlamm aufzunehmen. Man könne in diesem Fall keinesfalls von einer geordneten Entsorgung sprechen, so wie es die Regierung darstellen möchte.

MdB Hubertus Zdebel fordert daher unmissverständlich auf, die Fakten auf den Tisch zu legen.

Die Ausweitung dieses Skandals sei nur ein Vorgeschmack auf das, was mit der Verabschiedung des geplanten Fracking-Rechts der Bundesregierung eintreten würde.

Die Linke fordert daher ein ausnahmsloses Fracking-Verbot.

 Gegen-Gasbohren fordert schon seit Jahren ein ausnahmsloses Fracking-Verbot und wird durch diese Nachrichten wieder voll bestätigt.

http://www.hubertus-zdebel.de/?p=3841 

hubertus-zdebel.de/?p=3843 

 

Näheres zu dem Geschehen in Altenberge schildert der WDR in seinen Nachrichten:

Noch mehr Bohrschlamm nach NRW – Nachrichten – WDR

http://www1.wdr.de/nachrichten/bohrschlamm-sondermuell-100.html

 

 Veröffentlicht von am 24. März 2016

Rotenburger Ostermarsch Gegen Gasbohren am 26. März 2016

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Mrz 232016
 

ei

Ablaufplan Rotenburger Ostermarsch am 26. März 2016

Organisiert wird der Rotenburger Ostermarsch von einem Bündnis aus Bürgerinitiativen der Landkreise Nienburg, Heidekreis, Verden, Rotenburg dem NABU Rotenburg sowie Campact e.V.

Presseinformation: Pressekonferenz am 16.03.2016 um 11:00 Uhr im Rathaus Rotenburg. Alle Beteiligten Organisationen haben die Möglichkeit sich in der Presse zu äußern. Im Anschluß findet mit allen an der Organisation beteiligten BI´s eine kurze Lagebesprechung statt.

Veranstaltungsleiter: Jochen Richert, BI gegen Gasbohren im LK ROW e.V. über Hdy: 015737479077 während der Demo erreichbar.

Start: 26.03.2016 um 11:00 Uhr an der BBS Rotenburg

Wegstrecke: Aufstellung auf der Strasse zur Jugendherberge an der BBS Rotenburg ca. 3,5 Km – Verdener Strasse (Start) – Mühlenstrasse – Goethestrasse – Am Wasser – Große Strasse – Am Neuen Markt (Ziel)

Ankunft: – ca. 13:00 Uhr „Am Neuen Markt“ Platz der Hauptkundgebung – Infostände der Teilnehmenden Gruppen.

Begrüßung und Moderation: Heinz Hermann Gerken

Kundgebung pro Redebeitrag ca. 5 min

Redebeiträge : – Bgm. Andreas Weber, (Bgm. Rotenburg SPD) – Betroffene – Herbert Behrens, (MdB DIE LINKE) – Betroffene – Elke Twesten, (MdL Bündnis 90 DIE GRÜNEN) – Betroffene – Kathrin Otte, (GENUK) – Betroffene – Dr. Bantz, Umweltmediziner

Die Rangfolge stellt keine Wertigkeit dar. Sprecher werden durch den Moderator vorgestellt.

Verabschiedung durch Moderator

Ende der Kundgebung ca. 15:00 Uhr

 Veröffentlicht von am 23. März 2016