Feb 272012
 

Eine weitere Gemeinde prüft, ob eigene Flächen für die Gasförderung überhaupt zur Verfügung gestellt werden sollten. Die Initiativen haben dafür die Initiative „Weder-hier-noch-anderswo.de“ ins Leben gerufen.

Stefan Henrichs, Vorsitzender der Drensteinfurter Bürgerinitiative gegen Gasbohren, fordert, dass der Rat am kommenden Montag beschließen soll, dass keine städtischen Grundstücke zur Verfügung gestellt werden sollten, die für unkonventionelle Erdgasgewinnung genutzt werden könnten. Drensteinfurt sollte damit dem Vorbild der Stadt Hagen folgen, deren Stadtrat einen gleichlautenden Beschluss bereits gefasst hat.

Quelle:
Gasbohren : Keine städtischen Flächen für Erdgasgewinnung – Drensteinfurt – Westfälische Nachrichte

 

Bürgerantrag als Vorlage zum Nachmachen empfohlen!!

Jan 272012
 

Die Bürgerinitiative gegen Gasbohren in Drensteinfurt hat den Verein „BIGG“ gegründet. Zweck des Vereins ist der Schutz der Umwelt.  Die Gründungsversammlung wählte  wählte Stefan Henrichs zum Vorsitzenden, Carsten Grawunder zu seinem Stellvertreter.
Anne-Kathrin Heckl ist Schriftführerin und Marion Drewer-Bodmann Kassiererin. Zum ersten Kassenprüfer wurde Rudi Naerger gewählt.

Quelle:
Gasbohr-Gegner gründen eigenen Verein.

Dez 202011
 

ExxonMobil hat angekündigt, trotz eines breiten Widerstandes aus der Bevölkerung, die umstrittenen Bohrungen in Nordwalde nach unkonventionellen Gasvorkommen erneut beantragen zu wollen.

Ausgenutzt wird dabei von ExxonMobil – wie von uns erwartet – dass der Erlass des Wirtschafts- und Umweltministerium zwar explizit verlangt, dass ein Unternehmen Fracking ausschließt, aber nicht näher definiert, wie dieser Ausschluss aussieht.

ExxonMobil beantragt also eine Bohrung ohne Fracking und kündigt an, diese nach Entnahme von Bohrkernen und der Durchführung von Lagerstättendrucktests wieder zu verschließen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann erneut eine Bohrung – diesmal wahrscheinlich mit Fracking – beantragt werden.

Der derzeit niedrige Gaspreis würde eine Förderung unkonventioneller Gasvorkommen momentan wirtschaftlich ausschließen, so dass dieser Erfolg ExxonMobil vorerst ausreicht.

Ein Hindernis ist noch die wasserrechtliche Genehmigung, welche die untere Wasserbehörde des Kreises Steinfurt durchführen muss. Was und wie geprüft wird, sollte eigentlich auch im Rahmen der Studie des Landes NRW definiert werden. Wie dieser Widerspruch aufgelöst wird, dürfte noch interessant werden.

Wäre das Schema erfolgreich, könnte es im übrigen Münsterland – aber auch in den übrigen Aufsuchungsgebieten mit Kohleflözgasvorkommen – beliebig häufig wiederholt werden. Obwohl noch nicht einmal die Studie des Landes zu den Risiken der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen begonnen wurde.

ExxonMobils eigener „Dialogprozess“ konnte bisher nur feststellen, dass jede Phase der Erschließung mit Risiken verbunden ist und diese nicht auszuschließen sind.

Bei der Expertenanhörung zu den Risiken der unkonventionellen Gasvorkommen im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages sprach der Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg von einem „flächendeckenden Stuttgart 21“. ExxonMobil tut momentan alles, um einen solchen Konflikt zu provozieren.

 

Nov 232011
 

Das Wirtschafts- und das Umweltministerium von NRW haben vorläufig alle bergrechtlichen Anträge, bei denen das weltweit umstrittene, teils verbotene Fracking eingesetzt werden soll, gestoppt. Vorläufig, da der Abschluss des

„Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung“

abgewartet werden soll. Wieder aufgenommen werden darf die Bearbeitung bergrechtlicher Anträge für unkonventionellen Lagerstätten ohne Fracking. Das beinhaltet Anträge auf Exploration, aber auch spätere Förderung vor allem in Westfalen. Bevor mit der Arbeit am Gutachten überhaupt begonnen wird – die Vergabe hängt an einem Einspruch im Ausschreibungsverfahren – könnte bald mit den ersten Bohrungen begonnen werden.

Mehr als 350 Quadratkilometer von NRW fallen durch den Erlass bereits jetzt nicht mehr unter das „faktische Moratorium“ der Landesregierung. Potentiell direkt betroffen sind die Aufsuchungsfelder Anake, Dasbeck, Hamm-Ost, Hamm-Süd, Hellweg und Kalisto. Noch mehr könnten es werden, wenn jetzt auch die noch offenen Aufsuchungsanträge wieder bearbeitet werden dürfen oder weitere Unternehmen ihren Verzicht auf Fracking erklären, aber trotzdem unkonventionelle Lagerstätten erkunden und ausbeuten.

Das „Moratorium“ sollte die Regionen vor der Erdgassuche schützen, bis Erkenntnisse über die Risiken der unkonventionellen Gasförderung vorliegen. Statt dessen dürfen jetzt alle Unternehmen starten, die Hydraulic Fracturing als einen Bestandteil der Erschließung ausschließen.

Unkonventionelle Gasförderung und Fracking werden häufig gleich gesetzt. Fracking ist aber nur Verfahren im Rahmen der Erschließung. Mittlerweile wird Fracking von den Unternehmen A-Tec, Thyssen Vermögensgesellschaft und HammGas ausgeschlossen. Diese Unternehmen wollen versuchen, die unkonventionellen Gasvorkommen érst einmal durch Abpumpen des unterirdisch gebundenen Formationswassers zu erschließen.

Auf Quadratkilometer großen Flächen sollen dafür beispielsweise gleich an mehreren Stellen Bohrungen im Bereich von 1000 bis 2500 Meter Tiefe durchgeführt werden. Anschließend soll das in den Kohleflözen gebundene Formationswasser abgepumpt werden. Millionen Liter kontaminierter Flüssigkeiten – je nach Region belastet mit großen Mengen an Salzen, teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen, radioaktiven Isotopen und hochgiftige Schwermetallen fallen oberirdisch an, müssen vorbehandelt und dann zur Entsorgung abtransportiert werden.

Die Entfernung des Formationswassers und des Gases wird mit den üblichen Folgen des Bergbaus verbunden sein. Perforation des Deckgebirges, Geländeabsenkungen und Erdschläge. Schäden an Häusern können die Folge sein. Ebenso die Kontaminierung oberflächennaher Grundwasser durch Eingriffe in den unterirdischen Wasserhaushalt.

Ob tatsächlich relevanten Mengen an Gas gefördert werden können, weiß heute noch niemand. Das beschriebene Verfahren ist in Deutschland experimentell. In Australien gibt es schon länger Erfahrungen mit der Erschließung von Kohleflözen. Hunderte Bohrungen – mit all ihren Belastungen – sind notwendig. In der überwiegenden Anzahl der Fälle wird dann doch auf Fracking gesetzt, weil die natürlichen Fließwege nicht ausreichend sind.

Die Öffnung des „faktischen Moratoriums“ öffnet den Weg für die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen, noch bevor die Studie des Landes über deren Risiken überhaupt begonnen wurde. Noch muss zwar erst jeder Antrag auf Probebohrungen genehmigt werden, doch ob die wasserrechtliche Erlaubnis ein obligatorischer Bestandteil des Genehmigungsverfahrens bleibt, geht aus dem Erlass nicht hervor.

Ebenso unklar ist, in welcher Form und in welchem Umfang die Unternehmen zusichern müssen, dass kein Hydraulic Fracturing eingesetzt wird. Pro Bohrung? Oder pro Aufsuchungsgebiet? Bei einer Genehmigung pro Bohrung, wäre es ein leichtes, gezielt Probebohrungen ohne Fracking zu beantragen und mit der Exploration fortzufahren. Nach Auswertung der Ergebnisse könnte sich die rechtliche Lage so weit geändert haben, dass direkt mit dem Fracking begonnen werden kann. Notfalls an einer zweiten Bohrung in unmittelbarer Nähe der ersten.

Die Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände haben bereits zuvor gefordert:

Die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen muss verboten werden.

Es handelt sich um eine Hochrisikotechnologie, deren Folgen nicht kontrollierbar, nicht rückholbar und nicht reparierbar sind. Alle bisher erprobten Techniken, sind zu risikoreich für Umwelt, Mensch und Ressourcen. Bei Unfällen gibt es keine Gegenmaßnahme, die angewendet werden könnten.

Die Freigabe des Genehmigungsprozesses für unkonventionelle Gasvorkommen, noch bevor die Studie überhaupt begonnen wurde, ist nicht nachzuvollziehen.

Wann wird „Fracking“ endlich verboten?

 BI "Gegen Gasbohren" Drensteinfurt, Bundestag, NRW-Landtag  Kommentare deaktiviert für Wann wird „Fracking“ endlich verboten?
Nov 042011
 

So langsam kann man es wieder einmal keinem Menschen erklären.

Jeden Tag kann man im Internet oder in irgeindeiner Zeitung lesen, oder im Radio hören, wer sich gegen Fracking und die unkonventionelle Erdgasförderung ausgesprochen hat. Vertreter politischer Ortsverbände, Bürgermeisterkonferenzen, Sprecher von Parteien auf Landes und auf Bundesebene. In NRW haben sich SPD, CDU, Grüne und Linke deutlich gegen dieses Verfahren ausgesprochen. Auf einen gemeinsamen Antrag konnte man sich aber nicht einigen. Als „normaler“ Bürger verstehe ich die Welt nicht mehr. Alle sind sich einig, aber zusammen an einem Strang ziehen und im Sinne der Sache etwas unternehmen geht scheinbar nicht.

Jeder äußert sich, dass etwas passieren muß. Hier ein paar Beispiele nur von heute:

Fracking darf Mensch und Umwelt nicht schaden – Die Grünen NRW

Die regionale Zeitung: MdB Johanna Voß fordert Fracking

Matthias Groote Mitglied des Europäischen Parlaments – Fracking

Riskanter Rohstoff – Der Streit um Erdgas aus Schiefergestei

Ich finde das gut! Ich finde es auch gut, das NRW ein Gutachten in Auftrag gibt. Wirklich. Aber wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann dass sich die Politiker zusammen an einen Tisch setzen und gemeinsam überlegen ob da nicht doch noch was geht…