COP 21 – Weltklimakonferenz in Paris

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für COP 21 – Weltklimakonferenz in Paris
Nov 302015
 

globe-140051_1920

Zur am 1.12 2015 beginnenden Weltklimakonferenz in Paris hat der Fernsehsender Arte einen Bericht erstellt, der einen Überblick zu COP 21 gibt. COP 21 ist das 21. internationale Treffen, das sich mit dem Problem des Klimawandels beschäftigt und Auswege aus der sich anbahnende Krise sucht.

Der Beitrag ist unter folgendem Link abzurufen:
http://arte.gl-systemhaus.de/am/tvguide/ALL/063711-003-A_EQ_1_VA_02056809_MP4-1500_AMM-Tvguide.mp4

Gedanken zur 21. Weltklimakonferenz in Paris

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Gedanken zur 21. Weltklimakonferenz in Paris
Nov 302015
 

globe-140051_1920

Die Klimaentwicklung seit Kyoto 1997 bestätigt die menschengemachte Erwärmung der Erde. Weitreichende Entschlüsse sind nötig, um eine verhängnisvolle Entwicklung noch unter Kontrolle zu bringen.

Nach den neuesten Umfragen in Deutschland des Institutes YouGov vom November 2015 sieht die große Mehrheit der Deutschen den Klimawandel als Gefahr für Mensch und Natur an. Persönliche Betroffenheit und die Bereitschaft, einen eigenen Beitrag zum Schutz des Klimas durch Kohlenstoff-Verzicht zu leisten leiten sich daraus jedoch noch nicht ab.

Der Leidensdruck durch die Klimaveränderung ist für den Normalbürger in Deutschland noch kaum spürbar.

Bedeutende Wissenschaftler, die sich mit der Klimaveränderung seit Jahrzehnten befassen und alle Veränderungen der globalen Natur beobachten und messen, lassen keinen Zweifel daran, dass die Situation sich seit Kyoto weiter zugespitzt hat und dass eine Reihe von Prozessen in Gang gekommen ist, die nicht reversierbar sind. Sie haben eine selbstverstärkende Wirkung auf die Klimaverschlechterung.

Beispiel: das Abtauen des Nordpoleisdeckels, wodurch die Reflexion der Sonneneinstrahlung verringert wird und die Energie der Sonne durch das Wasser des Polarmeeres aufgenommen wird.

Beispiel: das Auftauen des Permafrostbodens in Sibirien und in Alaska mit großen Methan-Freisetzungen.

Beispiel: die massenhaften Freisetzungen von Methan und anderen Kohlenwasserstoffen in den Fracking-Fördergebieten der USA.

Die bedeutenden Industrieländer der Erde sind noch immer die größten Emittenten von CO2, wenn gleich die Unterzeichnerländer des Kyoto-Protokolls ihren CO2-Ausstoß seit 2005 um 27% reduziert haben. Im gleichen Zeitraum haben die Länder, die Kyoto nicht mit unterzeichnet hatten, ihren CO2-Ausstoß bedeutend erhöht.

Die USA haben Kyoto niemals ratifiziert.

Das Jahr 2015 wird das wärmste Jahr seit Beginn der globalen Temperaturerfassung.

Der Leiter des renommierten Potsdam Institut für Klimaforschung, Prof. Hans Joachim Schellnhuber und die Initiatorin des Kyoto Protokolls von 1997, Graciela Chichilnisky, sollen stellvertretend für andere hier erwähnt werden:

Schellnhuber berät seit Jahren die Regierungen vieler Länder. Seit der ersten Welt-Klimakonferenz ist der globale CO2-Ausstoß um 47% gestiegen. Er malt das Bild eines Weges mit Abzweig. Nur wenn die Menschheit sehr bald ihren bisherigen Weg verlässt und einen Abzweig nimmt, besteht noch die Möglichkeit, das theoretische 2-Grad-Ziel der maximalen globalen Erwärmung bis 2100 zu halten.

Wenn wir aber noch 20 bis 30 Jahre auf dem bisherigen Weg weitergehen, wird es keine Abzweigmöglichkeit mehr geben. Dann ist eine maximale globale Erwärmung von plus 4 Grad Celsius zu erwarten, oder gar noch höher.

Die Lage ist ernst, so Schellnhuber, und der Öffentlichkeit wurde bisher noch nicht deutlich genug gesagt, wo wir zurzeit stehen. Die Weltbevölkerung muss sofort massiv die Kohlenstoff-Verbrennung einschränken.

Seine Erwartungen zu Paris sind gemischt. Zu viele schlechte Erfahrungen der Vergangenheit mit Zusagen und Ankündigungen wurden gemacht.

Schellnhuber über die Auswirkungen:
Schon bei einer erwarteten globalen Erwärmung von plus 2 Grad Celsius sind
Völkerwanderungen auf unserem Globus von gewaltigen Dimensionen absehbar.
Der Anstieg der Meeresspiegel um mehrere Meter durch das Abtauen des Grönlandeises und aller globalen Gletscher wird Hunderte Millionen Menschen, die jetzt an Küstensäumen leben, zur Aufgabe ihrer Lebensräume zwingen.

Aber bei guter Organisation könnte diese gewaltige Aufgabe noch zivilisatorisch gelöst und das Schlimmste vermieden werden, meint Prof. Schellnhuber.

Bei einem Anstieg auf global plus 4 Grad Celsius bis 2100 wäre das Ende unserer heutigen Zivilisation auf der Erde zu erwarten. Um die wenigen, dann noch überlebensfreundlichen Gegenden auf dem Globus würde es zu massenhaften Verdrängungskämpfen kommen.

Derart kurzfristige und massive Veränderungen des Lebensumfeldes kann der menschliche Organismus nicht mitvollziehen.

Frühere Klimaveränderungen vollzogen sich in einem Zeitablauf von 10.000 bis 15.000 Jahren (330 bis 500 Generationen, jetzt sind es gerade mal drei)

Graciela Chichilnisky über die Auswirkungen:
Es wird zunehmend deutlich, dass unser Versagen, die globale Erwärmung in den Griff zu bekommen, katastrophale Konsequenzen für viele Gegenden der Erde haben wird und für die menschliche Zivilisation wie wir sie heute kennen.

Die Zusagen im Kyoto-Protokoll, an dessen Entstehen ich maßgeblich mitgearbeitet habe, brachten uns bestenfalls gemischten Erfolg, weil die dazu notwendigen Maßnahmen, um den Klimawechsel effektiv zu bekämpfen, radikale Änderungen in der Art unserer modernen, industrialisierten, kapitalistischen Wirtschaften und ihrer Abläufe erfordern. Die Zusagen waren ursprünglich, dass alle Mitzeichner-Länder ihren CO2-Ausstoß unter die Werte von 1990 reduzieren.

Ich habe eine Firma gegründet, die „Global Thermostat“ die sich mit dem Entzug von CO2 aus der Atmosphäre beschäftigt, um dieses dann an andere Prozesse zu verkaufen, die CO2 zur Herstellung als Rohstoff oder Komponente verwenden.

Nach meiner Auffassung reicht es nämlich nicht, nur einfach weniger Kohlenstoff zu verbrennen, nein wir müssen den CO2-Gehalt der Luft aktiv reduzieren.

Dazu muss aber erst einmal ein „Preis für eine Tonne CO2 definiert werden, der weltweit angewendet wird.

Von der 21. Konferenz in Paris erwarte ich, dass verpflichtende Emissionsbegrenzungen vereinbart werden, aber ich habe Zweifel, dass dieses Ziel erreicht werden wird. Freiwillige Vereinbarungen sind unzureichend, um einen katastrophalen Klimawechsel abzuwehren.

Wenn wir die 2-Grad-Grenze überschreiten, werden unumkehrbare Veränderungen eintreten, z.B. des Schmelzen des Grönlandeises und der Polkappen, die wir kurzfristig nicht reparieren können. Und einmal emittiert, bleibt CO2 für Hunderte von Jahren in der Atmosphäre.

Ich glaube dennoch, dass wir Menschen mit dem drohenden Klimawechsel klar kommen können, wir haben die Ressourcen, die Technologien und auch die Institutionen, um diese Aufgabe zu bewältigen. In diesem Sinne bin ich optimistisch.

Ich bin aber nicht optimistisch bezüglich des Timings, da Menschen sehr langsam sind, sich an Veränderungen anzupassen.

Das Problem ist möglicherweise katastrophal und uns läuft die Zeit davon.

Volker Fritz

 

Quellen:

Braunschweiger Zeitung vom 28.11.2015 „Umfrage Deutsche sehen Klimawandel       als Gefahr“  dpa-Meldung

http://www.truth-out.org/news/item/33783-architect-of-the-kyoto-protocol Interview mit Graciela Chichilnisky

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/DAS-mit-hans-joachim-schellnhuber,dasx6498.html Interview mit Prof. Schellnhuber

http://www.wetter.de/cms/10-schockierende-zahlen-zum-klimawandel-2559781.html Bild Nr.5/10 wird der besonderen Beachtung empfohlen.

CETA und TTIP – Freihandelsabkommen der neuen Art

 Allgemein, Handelsabkommen  Kommentare deaktiviert für CETA und TTIP – Freihandelsabkommen der neuen Art
Nov 302015
 

TTIP-Exxon2_Hand_Stop_fracking1-150x1

Die sogenannten Freihandelsabkommen CETA und TTIP sind Instrumente zur Versklavung und Entrechtung der Völker durch die Internationalen Großkonzerne und Finanzvermögen.

Der Antrag Nr. 18/6818 der LINKEN im Bundestag weist erneut auf die in den Abkommen CETA und TTIP lauernden Gefahren hin. Diese „Freihandelsabkommen“ der neuen Art sind gar keine.

Eine zutreffendere Bezeichnung gemäß den Inhalten der Abkommen würde etwa lauten: „Abkommen zur Ermöglichung des freien Handelns der Internationalen Konzerne und Geldvermögen, ohne Berücksichtigung nationaler Gesetze und Verordnungen“

Dass die EU-Kommission um die internationalen Konzerne buhlt und mit dieser Haltung zwangsläufig die Vertretung der Interessen der EU-Bürger außer Acht lässt, ist daran deutlich abzulesen, dass dem Energie-Konzern ExxonMobil und anderen schon 2013 wichtige Informationen zu den Strategien der EU bei den TTIP-Verhandlungen mit den USA zugespielt wurden. Diese bestanden darin, dass die EU in TTIP eine feste Lieferzusage der USA für Öl- und Erdgaslieferungen fordern
wollte, um im Bedarfsfall die Brennstoff-Versorgung der EU zu sichern.

Nur, außer der Aufhebung des seit 40 Jahren geltenden Exportverbotes könnte die US-Regierung keinerlei Zusagen machen, da sie ja nicht im Besitz der zu liefernden fossilen Brennstoffe ist. Diese sind – genau wie bei uns – im Besitz der Förderkonzerne.

Und der zweite Wunsch der EU, über diese Importe den EU-Marktpreis erniedrigen zu wollen, ist natürlich völlig illusorisch. Er zeigt nur, wie weit die führenden Köpfe der EU sich vom Wirtschaftsgeschehen entfernt haben. Umgekehrt, ExxonMobil möchte gern in die EU exportieren, weil bei uns deutlich höhere Preise zu erzielen sind, als im US-Binnenmarkt. Das gilt insbesondere für Erdgas.

Aber: Auch Exxon weiß natürlich, dass die Gaspreise in Asien noch einmal im Großhandel LNG um 40% höher sind, als in Europa, während die Transportkosten für LNG für die längere Strecke verschwindend gering höher liegen. Wer wollte den Konzernen, wenn Export erst einmal möglich ist, verweigern, ihre Gewinne zu steigern? Natürlich, zu „Asienpreisen“ würden sie auch die EU beliefern.

TTIP könnte der EU und auch Deutschland keine größere Versorgungssicherheit
mit Brennstoffen erbringen, dafür aber die bereits bekannten Nachteile der massiven Einflussnahme und Deckelung in fast allen Lebensbereichen durch die Konzerne, zum Nachteil der Menschen in den Ländern der EU und in den USA.

V. Fritz

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/068/1806818.pdf

http://t1p.de/0qtw

Ein bischen Fracking-Verbot ist nicht genug

 Bundestag, NRW-Landtag, DIE LINKE, Pressemitteilungen  Kommentare deaktiviert für Ein bischen Fracking-Verbot ist nicht genug
Nov 302015
 

2_Hand_Stop_fracking1-150x1

Die unzureichenden Festlegungen zu Fracking im Entwurf des Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen (LEP NRW) geraten zunehmend in die Kritik. Während sich die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gerne als Fracking-Gegnerin gibt, weist der Entwurf des LEP NRW erhebliche Defizite auf. Fracking im Sandgestein soll nicht ausgeschlossen werden. Und bei der Aufsuchung von Gas und Öl soll in allen Gesteinsschichten gefrackt werden können. Hierauf hat Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, in einer Pressemitteilung hingewiesen und die Ministerpräsidentin aufgefordert, den LEP NRW nachzubessern.

Die Pressemitteilung ist unter folgendem Link nachzulesen.

Grundwasser nur sehr begrenzt erneuerbar – Ergebnisse der ersten globalen Grundwasserbilanz

 Allgemein, Risiko: Grundwasserabsenkung  Kommentare deaktiviert für Grundwasser nur sehr begrenzt erneuerbar – Ergebnisse der ersten globalen Grundwasserbilanz
Nov 282015
 

water-321524_6402_Hand_Stop_fracking1-150x1

Die erste globale Grundwasserbilanz der Erde vom 17.11.2015, erstellt von der University of Victoria, Kanada, zeigt unmissverständlich auf, dass wir Menschen Raubbau an dieser Ressource treiben.

Die Schonung und Bewahrung des als Trinkwasser verwendbaren Grundwassers ist vielerorts nicht mehr als eine unverbindliche Absichtserklärung.

Quellen: siehe unten

Diese umfangreiche Untersuchung, durchgeführt von der University of Victoria, Kanada und der University of California hat sich mit den 37 größten bekannten Grundwasser-Reservoiren der Erde beschäftigt. Unter Einsatz der GRACE-Satelliten der NASA wurden die Schwerefeld-Anomalien über den Aquiferen analysiert und über Modelle zu örtlichen Wasserhaushalten ermittelt, wie viel Wasser aus den Reservoiren entnommen wird und wie viel über Niederschläge und Gewässerversickerung nachfließt. So konnte die Belastung der Aquifere quantifiziert werden.

Ergebnis: Rund ein Drittel aller großen Grundwasserspeicher der Erde sind übernutzt.

  • Acht davon verlieren durch ständige Entnahme beträchtliche Wassermengen, ohne nennenswerten Nachschub durch natürliche Prozesse.
  • Fünf weitere davon werden als „extrem gestresst“ klassifiziert. Bei ihnen gibt es
    zwar Nachschub, aber zu wenig um den Verlust auszugleichen.
  • Weltweit am stärksten übernutzt ist das arabische Aquifer-System. Zu den am stärksten gestressten Grundwasservorkommen zählen auch das Indus-Becken unter Nordwest-Indien und Pakistan, das Murzuk-Djado-Becken unter Nordafrika, das Kaukasus-Aquifer, das Canning-Becken in Nord-Australien und das Grundwasser-Reservoir unter dem Central Valley in Kalifornien. Das letztere wird vor allem übermäßig durch die Entnahmen für die Landwirtschaft benutzt.Der Mensch übernutzt viele der Reservoire. In vielen von ihnen fallen die Pegel.„Unsere Ergebnisse belegen, dass Grundwasser eine begrenzte Ressource ist, deren Benutzung wir besser organisieren müssen!“ sagt Tom Gleeson von der University of Victoria.

    Die Wissenschaftler haben die Übernutzungen deutlich herausgearbeitet, sie wissen aber nicht, wie groß die Reserven in den Aquiferen tatsächlich noch sind. Daher können sie auch die Reichweite der Vorräte nicht sicher bestimmen.

    Was sie aber herausgefunden haben, ist dass nur 6% des gigantischen Grundwasservolumens auf unserem Globus durch Niederschläge und Versickerung erneuerbar sind.

    Und diese 6% sind auch noch ungleich auf dem Globus verteilt, abhängig von den Niederschlagsmengen. Der größte Teil dieses „erneuerbaren Grundwassers“ liegt in tropischern Regenwäldern und in Gebirgsregionen.

    Einige der größten Vorkommen liegen im Amazonasbecken, im Kongo, in Indonesien sowie entlang der Rocky Mountains in Nordamerika und den Kordilleren in Südamerika. Siehe hierzu das Bild Nr.11 der begleitenden Unterlagen zu der Studie der University of Victoria, erstellt von Gleeson et al.

    Die Karte zeigt die Verteilung und Menge des „modernen“ erneuerbaren Grundwassers auf der Erde.

    Die Wissenschaftler warnen davor, einfach das uralte, fossile Grundwasser in gigantischen Mengen aus dem Boden zu pumpen. So etwas könne nur in wenigen Ausnahmefällen und für begrenzte Zeit eine Lösung sein, denn der größte Teil dieser Wasservorkommen erneuere sich nicht.

    Das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gebieten der Erde, vor allem im Nahen Osten, in Nordafrika und Südasien, verbunden mit Klimaveränderungen, bringt akute Wasserknappheit mit sich. Der Klimawandel könnte diese Entwicklung noch verschärfen.

    Experten der UNO schätzen, dass zurückgehende Niederschläge in den Tropen und Subtropen den bereits bestehenden Wassermangel um 20% verstärken werden.

    Die UNESCO zeichnet ein sehr ernstes Bild der Zukunft: „Das Wasserangebot sinkt, während die Nachfrage dramatisch und unaufhaltsam steigt. Während der nächsten 20 Jahre wird daher der durchschnittliche Wasservorrat pro Kopf weltweit um ein Drittel sinken“.

    Mitte des Jahrhunderts werden voraussichtlich bis zu 7 Milliarden Menschen in 60 Ländern der Erde von akuter Wasserknappheit betroffen sein.

    Und Deutschland?

    Wir liegen zurzeit in einer regenreichen Zone mit hohen und recht gleichmäßigen Niederschlagswerten. Die jährliche Neuversickerung ist vielfach größer als der Verbrauch.

    Aber wir haben Probleme mit der Wasserqualität.

    Die Landwirtschaft – mit ihrem Düngereintrag, mit Ihrem Pestizid-Eintrag, mit ihrer Gülle, die auf den Feldern ausgebracht wird, verursacht Verunreinigungen des Trinkwassers im Untergrund. Das kann gebietsweise so weit gehen, dass das Grundwasser nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden kann, oder nur durch aufwendige Sonderbehandlungen von unerwünschten Beimengungen befreit werden kann.

    Hier sind insbesondere Pflanzenschutzmittel äußerst tückisch. Denn sie bilden, einmal in den Wasserkreislauf gelangt, bei der Reaktion mit ihrer Umwelt, neue chemische Verbindungen. Diese können unter Umständen noch giftiger und noch langlebiger sein, als die ursprünglichen Ausgangsprodukte.

    Doch auch Dünger haben es in sich In Niedersachsen beispielsweise gelten trotz mittlerweile strengerer Auflagen rund 20% der gesamten Landesfläche als kritisch mit Nitrat belastet (>25mg/l). Weitere 40 % der Landesfläche sind gefährdet. Bei Kalium wurden bereits 8- bis 10-fache Erhöhungen gemessen, in 12% der Fälle lagen die Werte deutlich über den zulässigen Grenzwerten für Trinkwasser. Als Trinkwasser für Kleinkinder und Säuglinge werden Nitratwerte im Trinkwasser von max.10 mg/l als Grenzwerte vorgeschrieben.

    In einigen ländlichen Gemeinden im „Fleischgürtel“ wurden bereits Nitratwerte von über 50 mg/l festgestellt.

    Wir müssen in Deutschland – und besonders in den Gebieten hoher landwirtschaftlicher Nutzungsdichte – mit dem Grundwasser äußerst sparsam und wasserschonend umgehen.

    Der Klimawandel, bringt nach den Prognosen der Klimaforscher, eine Verschiebung der subtropischen und mediterranen Wetterlagen nach Zentral- und Nordeuropa mit sich.

    Auch für Deutschland werden deutlich höhere Temperaturen erwartet. Mit der Erwärmung können sich durchaus auch andere Grundwetterströmungen herausbilden, die zu viel geringeren Jahresniederschlagsmengen in Deutschland führen. Wird etwa die jetzt bei uns vorherrschende Nordwestströmung, über die Nordsee hinweg, durch eine stärker ausgebildete südwestliche ersetzt, die von der Nordbestecke Afrikas zu uns herüber streicht, steigt nicht nur die Temperatur stark an. Auch die Niederschläge werden sich dann ganz anders verteilen, bei insgesamt deutlicher Verringerung.

    Auch die Erosionsgefahren, die zu Verlusten an Ackerböden durch heftige Niederschläge führen können, sind erheblich und im „ersten Bodenatlas“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erfasst und ausgewiesen.

    © BGR Datenquelle: PEGWASSER1000 V1.0, (C) BGR, Hannover, 2014; „Erosionsgefährdung der Ackerböden durch Wasser in Deutschland“

    Vor dem Hintergrund all dieser Unwägbarkeiten hinsichtlich der künftigen Wasserversorgung der Bevölkerung in Deutschland mit ausreichend gutem Trinkwasser sollte heute alles vermieden werden, was zu weiteren Belastungen des Grundwasserkörpers in Deutschland führt.

  • Dazu ist vor allem die großflächige Gefährdung durch die Förderung unkonventioneller Kohlenwasserstoffe und die Verpressung giftiger Abfallflüssigkeiten in den tiefen Untergrund zu zählen, die unvermeidbar zu häufigen Grundwasserbeeinträchtigungen führen, wenn sie zugelassen werden.
  • Dazu ist aber auch die heute praktizierte Überlassung landwirtschaftlicher Flächen an „Fremdgüller“ aus den Niederlanden zu zählen.
  • Auch eine übermäßige Energiemaiserzeugung für die Biogas-Erzeugung ist zu berücksichtigen, denn auch solche Betriebe erzeugen große Mengen Gülle, die bei dem Gärprozess zur Gaserzeugung anfallen.
  • Ebenfalls fallen darunter die Zulassung zu vieler und zu großer Mastbetriebe auf engstem Raum, die beim Wasserbedarf und bei der Abfallentsorgung große Anforderungen stellen.
  • Darunter fällt auch der Anbau von Feldfrüchten mit Bewässerung. Denn Flächen, die von der Lage und vom Boden her für bestimmte Feldfrüchte nicht geeignet sind, werden durch Bewässerungsanlagen so beeinflusst, dass auf ihnen solche Feldfrüchte gedeihen, die sonst dort anzubauen nicht lohnen würden. Derartige Beregnungsanlagen mit Sprühkanonen sind vom Wasserverbrauch her ineffizient und sollten durch andere Systeme ersetzt werden, oder es sollte ganz auf andere Pflanzenarten umgestellt werden.
  • Die in Deutschland bisher übliche Praxis, mit dem Wasser als selbstverständlich verfügbaren Grundstoff gleichgültig und sorglos umzugehen, sollte schnellstens durch ein deutschlandweites gezieltes „Wassermanagement“ abgelöst werden, in welches auch die industriellen wasserverbrauchenden Prozesse mit einbezogen werden. Denn sie benötigen heute noch immer das meiste frische Wasser in Trinkwasserqualität.

    Wir sollten nicht warten, bis die veränderte Natur uns zum notgedrungenen Handeln zwingt, sondern heute gezielt alternative, verbrauchseffizientere Lösungen entwickeln.

    Israel und andere Länder mit vergleichsweise wenig verfügbarem Wasser haben da schon bedeutende Erfahrungen und Erfolge vorzuweisen.

    V. Fritz
    Quellen:
    http://www.scinexx.de/dossier-101-1.html Trinkwasser vom 25.11.2015″ Hat Deutschland ein Wasserproblem?
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18978-2015-06-17.html vom 19.11.2015; Ein Drittel der Grundwasserreservoire sind übernutzt
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19536-2015-11-17.html vom 17.11.2015; Bericht in Scinexx über erste Studie zur globalen Verteilung des Grundwassers der University of Victoria, Kanada
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19509-2015-11-10.html vom 26.11.2015; Erster Bodenatlas von Deutschland BGR
    http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo2590.html vom 16.11.2015; Studie der Globalen Verteilung und Menge jungen Grundwassers University of Victoria
    http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/extref/ngeo2590-s1.pdf Begleitende Unterlagen zur Studie der Globalen Grundwasser-verteilung , siehe „Figure S 11“ Globale Verteilung jungen Grundwassers, abhängig von den Niederschlägen
    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/48/deutschlandkarte-hitze-klimawandel 26.11.2015

Die Bundesregierung will Fracking-Aktivitäten in Deutschland mit 4 bis 5 Mio. EUR Forschungsmitteln pro Jahr subventionieren

 Allgemein  Kommentare deaktiviert für Die Bundesregierung will Fracking-Aktivitäten in Deutschland mit 4 bis 5 Mio. EUR Forschungsmitteln pro Jahr subventionieren
Nov 282015
 

2_Hand_Stop_fracking1-150x1
Durch Umschichtung und verdeckte Zuordnung will die Bundesregierung dieses Vorhaben vor der Öffentlichkeit verschweigen. Das ist ein Skandal!

MdB Hubertus Zdebel hat durch hartnäckiges Nachfragen diese Fakten ans Licht befördert (siehe auch die entsprechende Presseerklärung).

Trotz der Notwendigkeit, den Verbrauch an fossilen Brennstoffen auf allen Ebenen drastisch reduzieren zu müssen, fördert die Bundesregierung mit Steuergeldern die Weiterentwicklung einer Technologie von gestern, anstatt alle verfügbaren Ressourcen in die schnellstmögliche Weiterentwicklung und Optimierung der regenerativen Energieversorgung und der Speichersysteme der Zukunft zu stecken.

 Veröffentlicht von am 28. November 2015