Jun 212020
 

Geplante großflächige Zulassung der Fracking-Förderung von Erdgas würde Notlage noch erheblich verschärfen.

Volker H.A. Fritz – den 20.6.2020

An den Umweltminister von Niedersachsen, Herrn Olaf Lies
c/o Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
30169 Hannover
per e-mail: minister@mu.niedersachsen.de
poststelle@mu.niedersachsen.de

Sehr geehrter Herr Minister Lies,

namens unseres Arbeitskreises nehme ich zu Ihren Warnungen und Ihrer Aussage, dass der Klimawandel schon da sei, dass es aber künftig noch schwieriger werden könnte, aus der Sicht des Widerstandes gegen die Fracking-Förderung Stellung.

Auch wir haben schon vor zwei Jahren bemerkt, dass Gutachten zur Wassernutzung den sehr hohen Nutzungsgrad unseres Grund- und Oberflächenwassers erwähnten und davor warnten, die Wassernutzung in Deutschland noch weiter zu intensivieren. Das könne, bei nachlassenden jährlichen Niederschlagsmengen dann schnell zu Problemen führen.

Jetzt werden die Auswirkungen, insbesondere der großen Agrarberegnungsmengen, bei gleichzeitigen mäßigen bis geringen Niederschlägen, deutlich erkennbar. Die Grundwasserspiegel sinken ab. Und dann droht da immer noch das Projekt „Fracking-Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Vorkommen in Deutschland“ mit riesigem zusätzlichem Grundwasserbedarf.

Wir beobachten äußerst aufmerksam die Tätigkeit – oder besser Untätigkeit – der „Expertenkommission Fracking“ gemäß § 13a Abs. 6 S. 1 WHG , die ja durch wissenschaftliche Begleitung der 4 genehmigten Versuchsbohrungen mit Frackinganwendung im Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein zu erweiterten Erkenntnissen unter deutschen Bedingungen kommen sollte. Unser Eindruck ist, dass hier ein abgekartetes Spiel läuft, an dessen Ende diese Kommission dem Bundestag die Aufhebung des Fracking-verbotes „empfehlen“ wird. Und die Große Koalition in Berlin dürfte das mit ihrer Mehrheit auch 2021 beschließen.

Thema riesiger zusätzlicher Wasserverbrauch in Niedersachsen

Und was bedeutet das für die Grundwasserverfügbarkeit zur Trinkwassererzeugung und Nutzung in der Landwirtschaft – besonders für das Hauptförderland Niedersachsen?

Riesige Mengen sauberen Grundwassers werden bei der Anwendung der Fracking-Förderung benutzt und kontaminiert. Und anschließend -aus Kostengründen – werden wiederum große Mengen des anfallenden Produktionswassers durch Hochdruck-Verpressung in den tiefen Untergrund „entsorgt“, wo sie eine permanente Gefährdung des trinkbaren Grundwassers sind.

Die Firma ExxonMobil hat für die Fracking-Erdgasförderung allein in Niedersachsen über 30.000 neue Bohrungen projektiert, die sie nach Aufhebung der Fördersperre abteufen will. Insgesamt sind 133 „Förderfelder“ der Kantenabmessung 10 x 12 km und mit je 240 Bohrungen auf Clusterfeldern mit je 20 Bohrungen vorgesehen. Jede einzelne Bohrung wird nach der horizontalen Ablenkung mit bis zu 30.000m3 Fracking Fluid beaufschlagt mit Drücken bis 1.500 bar. Über 95% davon bestehen aus Wasser.

Ist ein „Förderfeld“ zur Förderung gebracht worden, muss bereits nebenan mit dem Aufschluss für das nächste begonnen werden, weil die Erdgasmengen in den „unkonventionellen“ Vorkommen nur gering sind und sich schnell erschöpfen. Es muss dann ständig neu gebohrt und gefrackt werden, um eine etwa gleichbleibende Förderleistung übers Jahr zu ermöglichen.

Für ein „Förderfeld“ werden gewaltige 7.200.000 m³ Frischwasser benötigt und dem Wasserkreislauf zugleich wegen der zugesetzten giftigen Chemikalien entzogen. Für die projizierte Gesamtzahl der Förderfelder kämen so 958 Millionen m³ Wasserverbrauch über die Jahre zusammen.

Eine riesige durchgehende Fläche von etwa 60 x 265 km würde so im Untergrund durchwühlt und gefrackt werden. Und Sie können, sehr geehrter Herr Minister Lies, voll und ganz auf die Erfahrungen in den USA bauen, wo -zig Tausende Brunnen durch Fracking verdorben wurden. Ähnliches ist dann auch bei uns zu erwarten, wenn auch möglicherweise in abgeschwächter Form. Von den Erdbeben, verursacht durch Fracking, Förderung und Verpressung der Abwässer, möchte ich hier nicht weiter ausführen. Auch sie werden verstärkt auftreten.

Thema Grundwassergefährdung durch zusätzliche Verpressung von Abfallwasser

Und dann fallen etwa 4.300.000 m³ Rücklaufwasser je Förderfeld an, die mit der anschließenden Förderung zusammen hochkommen und in „Verpressbohrungen“ entsorgt werden müssen. Es ist längst bekannt, dass derart verpresste Rücklaufwässer nicht stationär im Bereich der Verpressbohrung verbleiben, sondern dass sie sich im Untergrund bewegen, je nach dem, wo sich eine Ausdehnungsmöglichkeit ergibt.

Somit können sie auch entlang aufgegebener Bohrungen oder durch aufgebrochene Gesteins- schichten (entstanden durch die ungeheuren hydraulischen Kräfte beim Hochdruckfracking) nach oben aufsteigen, bis in den Bereich des trinkbaren Grundwassers, von dem wir leben. Das besonders Gefährliche dabei ist, dass diese verpressten „Zeitbomben“ im Untergrund auch Jahrzehnte nach der Beendigung der Verpressung und Verschließung der Bohrung ihre Gefährlichkeit nicht verlieren.

Sie sind heute, sehr geehrter Herr Minister Lies, in der bemerkenswerten Lage, einem Ministerium vorzustehen, das einerseits die Umwelt und andererseits die Energie in seinem Arbeitsfeld verwaltet.

Thema Fracking vermeiden zum Klimaschutz

Nutzen Sie bitte diese Möglichkeit, die klimabezogen völlig falsche Absicht der Bundesregierung und der Förderkonzerne auszubremsen, die Fracking-Förderung in Niedersachsen, dem geplanten Haupt-Fracking-Förderland, durch gezielte Parlamentsbeeinflussung in Berlin „durchzuwinken“. Unser Ziel muss es vielmehr sein, den Ausbau der Windkraft und der Solarkraft bei uns massiv zu beschleunigen, anstatt wie bisher durch vermehrt eingebaute Hemmnisse abzubremsen, zum Vorteil der „alten“ fossilen Energien.

Jetzt, sehr geehrter Herr Minister Lies, haben Sie öffentlich vor dem bevorstehenden Wasser-mangel in Niedersachsen gewarnt und Vorschläge zur Wassereinsparung für demnächst angekündigt. Es wäre wünschenswert, dass Sie ebenso große Besorgnis ob der riesigen Wassermengen äußern würden, die durch ausgedehntes Fracking in Niedersachsen für die Nutzung durch Mensch und Landwirtschaft verloren gingen, da sie ja nicht wieder in den Wasserkreislauf eingeschleust werden können.

Thema Gesundheitsgefährdung der Anwohner

Und dann erinnern wir Sie aus diesem Anlass daran, dass die gehäuften rätselhaften Krebserkrankungen von Anwohnern der Förderschwerpunkte Rotenburg, Hemslingen/Söhlingen und Rodewald (SG Steimbke) nach wie vor nicht geklärt sind. Es bestehen dringende Verdachtsmomente, dass die dortige Kohlenwasserstoff-Förderung der Verursacher ist.

Es wäre umweltpolitisch unverantwortlich, die Fracking-Erdgasförderung zuzulassen, so lange nicht definitiv ausgeschlossen werden kann, dass es an der Förderung lag. Bodenproben an verschiedenen Förderplätzen haben jedenfalls überall erhöhte Quecksilberwerte und teils auch Benzol enthalten. Sie sind ein klarer Beleg dafür, dass es Emissionen bei der Förderung und Aufbereitung gibt. Hier auf „zulässige“ Grenzwerte zu verweisen ist Augenwischerei. Und, es wird Sie nicht wundern, die gleichartigen Erkrankungen wurden auch in den USA und in Kanada in Gebieten intensiver Förderung und Aufbereitung von Kohlenwasserstoffen festgestellt. Ja, seltsam, niemand bei uns in den Ministerien und Ämtern, im Landesbergamt und nicht bei den Förderunternehmen, will daraus einen Zusammenhang erkennen können.

Gern würden wir dazu von Ihnen hören.

Mit freundlichen Grüßen,

für den Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land
Volker Fritz (Mitglied im bundesweiten Zusammenschluss Gegen Gasbohren)

 Veröffentlicht von am 21. Juni 2020

Grundwasser nur sehr begrenzt erneuerbar – Ergebnisse der ersten globalen Grundwasserbilanz

 Allgemein, Risiko: Grundwasserabsenkung  Kommentare deaktiviert für Grundwasser nur sehr begrenzt erneuerbar – Ergebnisse der ersten globalen Grundwasserbilanz
Nov 282015
 

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Die erste globale Grundwasserbilanz der Erde vom 17.11.2015, erstellt von der University of Victoria, Kanada, zeigt unmissverständlich auf, dass wir Menschen Raubbau an dieser Ressource treiben.

Die Schonung und Bewahrung des als Trinkwasser verwendbaren Grundwassers ist vielerorts nicht mehr als eine unverbindliche Absichtserklärung.

Quellen: siehe unten

Diese umfangreiche Untersuchung, durchgeführt von der University of Victoria, Kanada und der University of California hat sich mit den 37 größten bekannten Grundwasser-Reservoiren der Erde beschäftigt. Unter Einsatz der GRACE-Satelliten der NASA wurden die Schwerefeld-Anomalien über den Aquiferen analysiert und über Modelle zu örtlichen Wasserhaushalten ermittelt, wie viel Wasser aus den Reservoiren entnommen wird und wie viel über Niederschläge und Gewässerversickerung nachfließt. So konnte die Belastung der Aquifere quantifiziert werden.

Ergebnis: Rund ein Drittel aller großen Grundwasserspeicher der Erde sind übernutzt.

  • Acht davon verlieren durch ständige Entnahme beträchtliche Wassermengen, ohne nennenswerten Nachschub durch natürliche Prozesse.
  • Fünf weitere davon werden als „extrem gestresst“ klassifiziert. Bei ihnen gibt es
    zwar Nachschub, aber zu wenig um den Verlust auszugleichen.
  • Weltweit am stärksten übernutzt ist das arabische Aquifer-System. Zu den am stärksten gestressten Grundwasservorkommen zählen auch das Indus-Becken unter Nordwest-Indien und Pakistan, das Murzuk-Djado-Becken unter Nordafrika, das Kaukasus-Aquifer, das Canning-Becken in Nord-Australien und das Grundwasser-Reservoir unter dem Central Valley in Kalifornien. Das letztere wird vor allem übermäßig durch die Entnahmen für die Landwirtschaft benutzt.Der Mensch übernutzt viele der Reservoire. In vielen von ihnen fallen die Pegel.„Unsere Ergebnisse belegen, dass Grundwasser eine begrenzte Ressource ist, deren Benutzung wir besser organisieren müssen!“ sagt Tom Gleeson von der University of Victoria.

    Die Wissenschaftler haben die Übernutzungen deutlich herausgearbeitet, sie wissen aber nicht, wie groß die Reserven in den Aquiferen tatsächlich noch sind. Daher können sie auch die Reichweite der Vorräte nicht sicher bestimmen.

    Was sie aber herausgefunden haben, ist dass nur 6% des gigantischen Grundwasservolumens auf unserem Globus durch Niederschläge und Versickerung erneuerbar sind.

    Und diese 6% sind auch noch ungleich auf dem Globus verteilt, abhängig von den Niederschlagsmengen. Der größte Teil dieses „erneuerbaren Grundwassers“ liegt in tropischern Regenwäldern und in Gebirgsregionen.

    Einige der größten Vorkommen liegen im Amazonasbecken, im Kongo, in Indonesien sowie entlang der Rocky Mountains in Nordamerika und den Kordilleren in Südamerika. Siehe hierzu das Bild Nr.11 der begleitenden Unterlagen zu der Studie der University of Victoria, erstellt von Gleeson et al.

    Die Karte zeigt die Verteilung und Menge des „modernen“ erneuerbaren Grundwassers auf der Erde.

    Die Wissenschaftler warnen davor, einfach das uralte, fossile Grundwasser in gigantischen Mengen aus dem Boden zu pumpen. So etwas könne nur in wenigen Ausnahmefällen und für begrenzte Zeit eine Lösung sein, denn der größte Teil dieser Wasservorkommen erneuere sich nicht.

    Das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gebieten der Erde, vor allem im Nahen Osten, in Nordafrika und Südasien, verbunden mit Klimaveränderungen, bringt akute Wasserknappheit mit sich. Der Klimawandel könnte diese Entwicklung noch verschärfen.

    Experten der UNO schätzen, dass zurückgehende Niederschläge in den Tropen und Subtropen den bereits bestehenden Wassermangel um 20% verstärken werden.

    Die UNESCO zeichnet ein sehr ernstes Bild der Zukunft: „Das Wasserangebot sinkt, während die Nachfrage dramatisch und unaufhaltsam steigt. Während der nächsten 20 Jahre wird daher der durchschnittliche Wasservorrat pro Kopf weltweit um ein Drittel sinken“.

    Mitte des Jahrhunderts werden voraussichtlich bis zu 7 Milliarden Menschen in 60 Ländern der Erde von akuter Wasserknappheit betroffen sein.

    Und Deutschland?

    Wir liegen zurzeit in einer regenreichen Zone mit hohen und recht gleichmäßigen Niederschlagswerten. Die jährliche Neuversickerung ist vielfach größer als der Verbrauch.

    Aber wir haben Probleme mit der Wasserqualität.

    Die Landwirtschaft – mit ihrem Düngereintrag, mit Ihrem Pestizid-Eintrag, mit ihrer Gülle, die auf den Feldern ausgebracht wird, verursacht Verunreinigungen des Trinkwassers im Untergrund. Das kann gebietsweise so weit gehen, dass das Grundwasser nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden kann, oder nur durch aufwendige Sonderbehandlungen von unerwünschten Beimengungen befreit werden kann.

    Hier sind insbesondere Pflanzenschutzmittel äußerst tückisch. Denn sie bilden, einmal in den Wasserkreislauf gelangt, bei der Reaktion mit ihrer Umwelt, neue chemische Verbindungen. Diese können unter Umständen noch giftiger und noch langlebiger sein, als die ursprünglichen Ausgangsprodukte.

    Doch auch Dünger haben es in sich In Niedersachsen beispielsweise gelten trotz mittlerweile strengerer Auflagen rund 20% der gesamten Landesfläche als kritisch mit Nitrat belastet (>25mg/l). Weitere 40 % der Landesfläche sind gefährdet. Bei Kalium wurden bereits 8- bis 10-fache Erhöhungen gemessen, in 12% der Fälle lagen die Werte deutlich über den zulässigen Grenzwerten für Trinkwasser. Als Trinkwasser für Kleinkinder und Säuglinge werden Nitratwerte im Trinkwasser von max.10 mg/l als Grenzwerte vorgeschrieben.

    In einigen ländlichen Gemeinden im „Fleischgürtel“ wurden bereits Nitratwerte von über 50 mg/l festgestellt.

    Wir müssen in Deutschland – und besonders in den Gebieten hoher landwirtschaftlicher Nutzungsdichte – mit dem Grundwasser äußerst sparsam und wasserschonend umgehen.

    Der Klimawandel, bringt nach den Prognosen der Klimaforscher, eine Verschiebung der subtropischen und mediterranen Wetterlagen nach Zentral- und Nordeuropa mit sich.

    Auch für Deutschland werden deutlich höhere Temperaturen erwartet. Mit der Erwärmung können sich durchaus auch andere Grundwetterströmungen herausbilden, die zu viel geringeren Jahresniederschlagsmengen in Deutschland führen. Wird etwa die jetzt bei uns vorherrschende Nordwestströmung, über die Nordsee hinweg, durch eine stärker ausgebildete südwestliche ersetzt, die von der Nordbestecke Afrikas zu uns herüber streicht, steigt nicht nur die Temperatur stark an. Auch die Niederschläge werden sich dann ganz anders verteilen, bei insgesamt deutlicher Verringerung.

    Auch die Erosionsgefahren, die zu Verlusten an Ackerböden durch heftige Niederschläge führen können, sind erheblich und im „ersten Bodenatlas“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erfasst und ausgewiesen.

    © BGR Datenquelle: PEGWASSER1000 V1.0, (C) BGR, Hannover, 2014; „Erosionsgefährdung der Ackerböden durch Wasser in Deutschland“

    Vor dem Hintergrund all dieser Unwägbarkeiten hinsichtlich der künftigen Wasserversorgung der Bevölkerung in Deutschland mit ausreichend gutem Trinkwasser sollte heute alles vermieden werden, was zu weiteren Belastungen des Grundwasserkörpers in Deutschland führt.

  • Dazu ist vor allem die großflächige Gefährdung durch die Förderung unkonventioneller Kohlenwasserstoffe und die Verpressung giftiger Abfallflüssigkeiten in den tiefen Untergrund zu zählen, die unvermeidbar zu häufigen Grundwasserbeeinträchtigungen führen, wenn sie zugelassen werden.
  • Dazu ist aber auch die heute praktizierte Überlassung landwirtschaftlicher Flächen an „Fremdgüller“ aus den Niederlanden zu zählen.
  • Auch eine übermäßige Energiemaiserzeugung für die Biogas-Erzeugung ist zu berücksichtigen, denn auch solche Betriebe erzeugen große Mengen Gülle, die bei dem Gärprozess zur Gaserzeugung anfallen.
  • Ebenfalls fallen darunter die Zulassung zu vieler und zu großer Mastbetriebe auf engstem Raum, die beim Wasserbedarf und bei der Abfallentsorgung große Anforderungen stellen.
  • Darunter fällt auch der Anbau von Feldfrüchten mit Bewässerung. Denn Flächen, die von der Lage und vom Boden her für bestimmte Feldfrüchte nicht geeignet sind, werden durch Bewässerungsanlagen so beeinflusst, dass auf ihnen solche Feldfrüchte gedeihen, die sonst dort anzubauen nicht lohnen würden. Derartige Beregnungsanlagen mit Sprühkanonen sind vom Wasserverbrauch her ineffizient und sollten durch andere Systeme ersetzt werden, oder es sollte ganz auf andere Pflanzenarten umgestellt werden.
  • Die in Deutschland bisher übliche Praxis, mit dem Wasser als selbstverständlich verfügbaren Grundstoff gleichgültig und sorglos umzugehen, sollte schnellstens durch ein deutschlandweites gezieltes „Wassermanagement“ abgelöst werden, in welches auch die industriellen wasserverbrauchenden Prozesse mit einbezogen werden. Denn sie benötigen heute noch immer das meiste frische Wasser in Trinkwasserqualität.

    Wir sollten nicht warten, bis die veränderte Natur uns zum notgedrungenen Handeln zwingt, sondern heute gezielt alternative, verbrauchseffizientere Lösungen entwickeln.

    Israel und andere Länder mit vergleichsweise wenig verfügbarem Wasser haben da schon bedeutende Erfahrungen und Erfolge vorzuweisen.

    V. Fritz
    Quellen:
    http://www.scinexx.de/dossier-101-1.html Trinkwasser vom 25.11.2015″ Hat Deutschland ein Wasserproblem?
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18978-2015-06-17.html vom 19.11.2015; Ein Drittel der Grundwasserreservoire sind übernutzt
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19536-2015-11-17.html vom 17.11.2015; Bericht in Scinexx über erste Studie zur globalen Verteilung des Grundwassers der University of Victoria, Kanada
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19509-2015-11-10.html vom 26.11.2015; Erster Bodenatlas von Deutschland BGR
    http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo2590.html vom 16.11.2015; Studie der Globalen Verteilung und Menge jungen Grundwassers University of Victoria
    http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/extref/ngeo2590-s1.pdf Begleitende Unterlagen zur Studie der Globalen Grundwasser-verteilung , siehe „Figure S 11“ Globale Verteilung jungen Grundwassers, abhängig von den Niederschlägen
    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/48/deutschlandkarte-hitze-klimawandel 26.11.2015

Aug 242015
 

Treffen Bielefeld August 2015 

Presseerklärung des bundesweiten Zusammenschlusses
„Gegen Gasbohren“

24.08.2015

GEGEN GASBOHREN geht gut vorbereitet in die kommende Auseinandersetzung um Fracking

Die im Zusammenschluss Gegen Gasbohren vertretenen Initiativen haben sich auf ihrem Bundestreffen am 22./23.8.2015 in Bielefeld auf die weitere Auseinandersetzung um das von der Bundesregierung vorgelegte Pro-Fracking-Recht vorbereitet. Eine verstärkte Diskussion mit den Bundestagsabgeordneten und öffentlichkeitswirksame Aktionen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Initiativen fordern die Bundesregierung auf, das Rechtsänderungspaket nicht zur Abstimmung in den Bundestag zu bringen und stattdessen ein Gesetz einzubringen, welches ein ausnahmsloses Fracking-Verbot im Bundesberggesetz festschreibt. Für die Zwischenzeit fordert Gegen Gasbohren ein sofortiges Moratorium für Fracking sowie für die Verpressung von Lagerstättenwasser und Flowback.

Auf besondere Kritik stießen die weitreichenden Folgen von Fracking, insbesondere Grundwasserkontaminationen, Gesundheitsschäden, Erdbeben und die Zerstörung ganzer Landschaften.

Inhaltlich hat sich der Zusammenschluss zu den Länderklauseln positioniert, die im Zusammenhang mit den geplanten Regelungen der Bundesregierung zu Fracking stehen. Gegen Gasbohren lehnt Regelungen ab, die es einzelnen Bundesländern erlauben, auf ihrem Gebiet Fracking zu ermöglichen. Stattdessen fordern die Initiativen weiterhin ein sofortiges bundesweites, ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking.

Intensiv diskutiert wurde die Verletzung der Aarhus-Konvention bei der geplanten Einführung des Pro-Fracking-Rechts sowie bei der Erteilung von Aufsuchungserlaubnissen. Aktuell steht hierzu eine Klage der Aarhus Konvention Initiative vor dem Aarhus-Komitee wegen der Verletzung der Pflicht zur Erstellung einer Strategischen Umweltprüfung sowie der mangelnden Beteiligung der Öffentlichkeit an. Diese Klage wird vom Bundestreffen von Gegen Gasbohren unterstützt.

Betont wurde die Notwendigkeit der gemeinsamen internationalen Zusammenarbeit mit dem Ziel eines „International Ban on Fracking“. Auch dies steht in der kommenden Zeit auf der Tagesordnung.

Treffen Bielefeld August 2015

 Veröffentlicht von am 24. August 2015
Apr 042012
 

… und genau deshalb haben wir uns dem von Exxon initierten Dialogprozess verschlossen. Der Tagesspiegel berichtet, dass die von Exxon bezahlten Wissenschaftler keine nennenswerten Gefährdungen durch die Frackingtechnologie erwarten, im gleichen Atemzug betonen sie aber immer wieder:  Wenn als richtig gemacht wird und die Aufsichtsbehörden richtig kontrollieren. Das darf man in Deutschland wohl nicht viel erwarten, wie es es sonst zu erklären, dass seit über 20 Jahren bekannt ist, dass PE Rohre nicht für die Durchleitung von Kohlenwasserstoffen geeignet sind, diese aber trotzdem Verwendung gefunden haben und nun kilometerlange Leitungen ausgetauscht werden müssen!

Eine offizielle Stellungnahme, ob Fracking eine beherrschbare Technik ist oder nicht, will der Expertenkreis am 25. April präsentieren. In Gesprächen zeichnet sich bereits eine Tendenz ab: Sofern die Anlagen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft eingerichtet und betrieben werden, seien die Risiken vertretbar.„Die Gasfirmen werden alles tun, um Pannen zu vermeiden“, sagt der Toxikologe Ewers. „Andernfalls wäre das ohnehin geringe Vertrauen verspielt und die Technik erledigt

Quelle:
Shale Gas: Gefährliches Gemisch – Wissen – Tagesspiegel.

Feb 032012
 

Nun berichtet auch die Taz wie folgt über die undichten Leitungen in Niedersachsen.

Die Erdgasförderung in Niedersachsen ist offenbar mit einer unangenehmen Nebenwirkung verbunden. Schon zum zweiten Mal ist Benzol im Erdreich neben der Abwasserleitung einer Förderstätte gefunden worden. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vermutet, dass die Plastik-Rohre, durch die das Abwasser fließt, benzoldurchlässig sind. Derzeit wird entlang des gesamten Leitungsnetzes in Niedersachsen nach Benzol gespürt.
Benzol gilt als stark Krebs erregend. Dass es im Abwasser auftaucht, hat nichts mit der umstrittenen Fördertechnik des Fracking zu tun, wie verschiedene Stellen versichern. Vielmehr gelangt es mit dem sogenannten Lagerstättenwasser an die Erdoberfläche. Wie Derek Mösche, ein Sprecher des Energiekonzerns RWE-Dea, sagt, steht in den Erdgaslagerstätten in mehreren tausend Metern Tiefe stark salzhaltiges Wasser. Wegen des hohen Drucks und der hohen Temperaturen, löst sich das Benzol aus dem Gas im Wasser.

Quelle:
Gefahr für die Umwelt: Gasförderung nicht ganz dicht – taz.de.

Mrz 112011
 

Foto:Oliver Krischer

Wie versprochen greifen wir den Artikel der NY-Times nochmal auf. Der Bundestagsabgeordete der Grünen, OliverKrischer hat den Artikel ins Deutsche übersetzen lassen. Vielen Dank dafür! Ich hätte auch die kompletten 9 Seiten hier einstellen können. Unbedingt lesen.

Hier ein paar Zitate:

Auch wenn die Existenz giftiger Abfälle bekannt ist, belegen tausende von internen Dokumenten,die die New York Times von der US-Umweltbehörde EPA (Environmental ProtectionAgency), staatlichen Aufsichtsbehörden und Bohrunternehmen erhalten hat, dass die Gefahren für Umwelt und Gesundheit größer sind als bisher angenommen.
Andere Unterlagen und Interviews zeigen, dass viele Wissenschaftler der EPA beunruhigt
sind und warnen, dass die Bohrabfälle eine Gefahr für das Trinkwasser in Pennsylvania
darstellen.
Die Times hat auch unveröffentlichte Studien der EPA und eine vertrauliche Studie der
Bohrindustrie gefunden, die alle zu dem Schluss kamen, dass die Radioaktivität in den
Bohrabfällen in Flüssen und anderen Gewässern nicht vollständig verdünnt werden kann…
Mit anderen Worten, es gibt keine Möglichkeit, zu garantieren, dass das von all diesen Anlagen
entnommene Trinkwasser unbedenklich ist.
Gas ist in die unterirdischen Trinkwasservorräte von mindestens fünf Bundesstaaten gelangt,
unter anderem in Colorado, Ohio, Pennsylvania, Texas und West Virginia, und die
Einwohner machen die Erdgasbohrungen dafür verantwortlich.
In Texas, wo es heute rund 93.000 Erdgasbohrungen gibt, verglichen mit rund 58.000 vor
einem Dutzend Jahren, hat ein Krankenhausbetreiber in sechs Counties mit den angeblich
höchsten Bohraktivitäten 2010 eine Asthma-Rate von 25 Prozent bei jungen Kindern festgestellt
– mehr als das Dreifache der Rate von ca. 7 Prozent für den gesamten Bundesstaat