Jan 102012
 

Die Kreisverwaltung in Verden kritisiert, dass sie nur im Falle eines Schadens – wie jetzt wieder in Völkersen – am Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Der Schaden in Völkersen (Landkreis Verden) zeigt, dass das gesamte Netz für Lagerstättenwasser in Niedersachsen überprüft werden muss und die volle Aufmerksamkeit der Wasserbehörden verlangt.

Den neuerlichen Schadensfall nimmt die Kreisverwaltung zum Anlass, beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover schriftlich anzufragen, wie die Dichtigkeit des gesamten Lagerstättenwasserleitungsnetzes überprüft und überwacht wird.

Der Betrieb der Lagerstättenwasserleitungen der RWE Dea AG im Landkreis Verden unterliegt der bergrechtlichen Aufsicht durch das LBEG. Der Landkreis Verden als untere Wasserbehörde hat hierzu keine eigenen Zuständigkeiten. „Nur im Falle eines Schadens wird der Landkreis als untere Wasserbehörde beteiligt. Wir können daher nur nachsorgend tätig werden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann. „Die Kreisverwaltung hat auf Grund der nicht absehbaren Folgen des Benzolaustrittes die volle Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Lagerstättenwasserleitungen gerichtet“, so Bohlmann.

Quelle:
Landkreis-Verden.de.

Jan 102012
 

Die neueste Kontaminierung von Grundwasser mit Benzol im Rahmen der Erdgassuche in Deutschland bei Völkersen in Niedersachsen könnte die bisher bekannt gewordenen Schäden bei weitem übertreffen. Sind das Landesbergamt in Niedersachsen und Wirtschaftsminister Bode ihrer Aufsichtspflicht im ausreichenden Maße nachgekommen oder haben sie sich zu sehr auf die Aussagen der Industrie verlassen?

Bis zu 5700 Mikrogramm Benzol pro Liter wurden im Boden an der Lagerstättenwasserleitung vom Bohrplatz Völkersen Z1 zum Betriebsplatz Völkersen gemessen. RWE DEA und das Landesbergamt Niedersachsen sprechen von einem sehr ernsten Vorfall und suchen jetzt systematisch nach weiteren Stellen, an denen der Boden mit Benzol und eventuell Quecksilber kontaminiert sein könnte. Echte Lecks und Schäden konnten bereits durch Druck- und Schnüffelgastests ausgeschlossen werden.

Eine Erklärung für den Vorfall könnten ungeeignete PE Rohre sein, durch die Quecksilber und Benzol aus Lagerstättenwasser in das Erdreich diffundieren können. 2007 geschah das bereits im Erdgasfeld Söhlingen. Der für die Überwachung verantwortliche Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sagte erst im November 2011 im Landtag Niedersachsen, dass die Betreiber „sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt“ hätten (s.u.).

Offenbar nicht gründlich genug. Es fällt auf, dass die Kontrollen vom Landesbergamt in Niedersachsen erst im Januar 2011 angeordnet wurden, obwohl die ersten Kontaminierungen laut ExxonMobil bereits 2007 gemeldet wurden. Vier Jahre vergingen offenbar, ohne dass nach gleichartigen Schäden gesucht wurde. Erst 2011 wurden laut LBEG dann Schäden durch Benzol und Quecksilber bei Hengstlage bemerkt. An wie vielen Stellen des über 1000 km umfassenden Lagerstättenwasserleitungsnetzes in Niedersachsen noch Schäden und Kontaminierungen drohen oder vorliegen bleibt ungewiss.

Am 21. Januar 2011 veröffentliche das LBEG in Reaktion auf Berichte über Kontaminierungen im Erdgasfeld Söhlingen durch NDR Markt und ARD Panorama:

„Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie LBEG hat Unternehmen der Erdgasindustrie den weiteren Betrieb einzelner Kunststoffrohrleitungen für den Abtransport von Lagerstättenwasser untersagt. Das Verbot gilt für Rohrleitungen aus dem Werkstoff PE 80 Polyethylen, wenn darin Lagerstättenwasser mit BTEX-Aromaten Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol und Quecksilber transportiert wird. […] Die Verunreinigungen gehen auf ein außergewöhnliches, nicht erwartetes, Schadensbild zurück, da an der Leitung keine Leckagen in Form eines offenen Loches vorliegen. Vielmehr sind die Stoffe durch Diffusion durch die Rohrwand in den Boden gelangt.“ Quelle: http://www.lbeg.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=28772&article_id=93623&_psmand=4

Wirtschaftsminister Jörg Bode präzisierte diese Informationen in Reaktion auf eine Kleine Anfrage im niedersächsischen Landtag vom 17. November 2011 weiter:

Der Vorfall an einer Lagerstättenwasserleitung aus Kunststoff im Erdgasfeld Söhlingen bildete die Grundlage für eine landesweite Analyse des Zustandes dieser und vergleichbarer Rohrleitungen, die in den Unternehmen der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasindustrie zum Transport von Lagerstättenwasser verwendet werden. Hierzu hat das LBEG gegen die Betreiber von Lagerstättenwasserleitungen Anordnungen getroffen, die u.a. folgendes beinhalten:
– Untersagung des Betriebs von Leitungen aus bestimmten Werkstoffen,
– Datenübermittlung zu den betriebenen Leitungen aus Kunststoffen,
– Durchführung von Bodenuntersuchungen in den Leitungstrassen nach einer abgestimmten Spezifikation,
– Erweiterung des gutachterlichen Eignungsnachweises für Kunststoffrohre auf Diffusion und Permeation.

Die Leitungsbetreiber haben daraufhin sehr umfangreich unter Einbeziehung externer Gutachter Bodenuntersuchungen an Leitungstrassen durchgeführt, aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen die Leitungen bewertet, sofern erforderlich Leitungen stillgelegt und Planungen über den Ersatz von Leitungen angestellt. Im Zuge der landesweiten Analyse wurden auch Schäden an Lagerstättenwasserleitungen im Erdgasfeld Hengstlage festgestellt. Hier erfolgt derzeit eine Umstellung des Erdgasfeldes auf den Nassgastransport, wobei die Lagerstättenwasserleitungen stillgelegt und entfernt werden.

Quelle:
http://www.mw.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=5459&article_id=100421&_psmand=18

Die angeblich „umfangreichen Überprüfungen“ scheinen nicht ausgereicht zu haben. Die Bürgerinitiativen haben bereits Anfang 2011 gefordert, dass alle Informationen über Schäden, Meßwerte und betroffene Materialien öffentlich gemacht werden müssen. Bis heute ist das unterblieben.

Entlang der jetzt betroffenen Lagerstättenwasserleitung in Völkersen, immerhin fast 9 km lang, sollen nun im Abstand von 100 Metern weitere Proben entnommen und untersucht werden. An anderer Stelle wurden bereits Belastungen von über 500 Mikrogramm pro Liter gemessen. Eines der kontaminierten Gelände – eine Weidefläche für Rinder – ist momentan durch die starken Regenfälle überflutet. Grund- und Oberflächenwasser bilden eine Einheit.

Die Leitung verläuft in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserschutzgebieten. Auch Ackerflächen sind betroffen. Immerhin erfolgte in diesem Fall die Information der unmittelbar Betroffen ausgesprochen schnell und unbürokratisch. RWE DEA hat hier Konsequenzen gezogen und sein Verhalten angepasst. Konsequenzen sollten nun auch im niedersächsischen Landesbergamt und im Wirtschaftsministerium gezogen werden.

Im Mai 2011 verkündetet Wirtschaftsminister Bode

“eine externe Überprüfung des Bergbauamtes” an, um “die Fehlerquellen finden und abstellen zu können.”
Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/exxon133.html

Bis heute ist nichts passiert. Statt dessen engagiert sich der Wirtschaftsminister für noch weniger Kontrollen und Subventionen für die Gasindustrie.

Jan 102012
 

Die SPD in Wolfsburg lehnt Fracking ab. Rund um die Stadt wurden große Gebiete an das Unternehmen BNK Petroleum für die Aufsuchung unkonventioneller Gasvorkommen frei gegeben:


Unkonventionelle Gasförderung – Aufsuchungsgebiete in der Bundesrepublik Deutschland auf einer größeren Karte anzeigen

„Der Firma BNK Petroleum ist vom zuständigen Landesbergamt ein Erlaubnisfeld, das Teile des westlichen und südlichen Stadtgebietes aber auch der angrenzenden Region beinhaltet, zugewiesen worden. In diesem Erlaubnisfeld darf die Firma planen, aber keine weiteren Untersuchungen vornehmen. Diese bedürfen der Genehmigung durch das Landesbergamt. Ein entsprechender Genehmigungsantrag ist bisher nicht gestellt worden.“

„Diese Antwort ist mir zu schwammig“, schimpft Lem. Er erwartet von der Verwaltung ein deutliches „Nein zum Fracking“. „[…] Wir Sozialdemokraten lehnen Fracking kategorisch ab“, betont der stellvertretende SPD-Fraktionschef.

Im niedersächsischen Landtag findet am 13. Februar 2012 eine Anhörung zur Änderung des Bergrechts statt, in der das intransparente Genehmigungsverfahren in Niedersachsen diskutiert werden soll.

Quelle:
Fracking – Ist unser Trinkwasser in Gefahr ? – Wolfsburger Blatt.

Bürgerinitiative in Lünne bleibt beim Thema Fracking wachsam – Lokale Nachrichten, Bilder und mehr aus und für Spelle | noz.de

 IG "Schönes Lünne", Pressespiegel  Kommentare deaktiviert für Bürgerinitiative in Lünne bleibt beim Thema Fracking wachsam – Lokale Nachrichten, Bilder und mehr aus und für Spelle | noz.de
Jan 082012
 

Extrem hoher Wasserverbrauch, tonnenweise Einsatz von giftigen Chemikalien, Auswaschungen giftiger und radioaktiver Substanzen – die von Rolink präsentierte Liste möglicher Gefahren durch Fracking ist lang. „Es ist unser Recht als Bürger zu sagen: Wir wollen keine giftigen Stoffe in unserem Boden. Wenn Exxon das macht, dann macht das Unternehmen es gegen den Willen der Lünner Bürger.“

Quelle:
NOZ – Bürgerinitiative in Lünne bleibt beim Thema Fracking wachsam.

Nöpke II wird die erste Bohrstelle, die Exxon ungenutzt wieder abbaut!

 Allgemein, Exxon, IG "Schönes Lünne", IG NRÜ "Gegen Fracking"  Kommentare deaktiviert für Nöpke II wird die erste Bohrstelle, die Exxon ungenutzt wieder abbaut!
Dez 162011
 

Die Interessengemeinschaft „NRÜ gegen Fracking“ lud die Einwohner des Neustädter Landes am 08.12.2011 zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema unkonventionelle Gasförderung ein. Der Saal im Gasthaus Beermann war mit ca. 330 Besuchern restlos gefüllt; viele Gäste fanden nur noch Stehplätze.

Die IG lud als Experten zum Thema Fracking Jörn Krüger ein, der als Hauptredner durch sein umfangreiches  Fachwissen überzeugte und insbesondere die potentiellen Gefahren des Verfahrens anmahnte. Viele Besucher der Veranstaltung waren wütend und gleichzeitig erschrocken, als Krüger über Unfälle im Zusammenhang mit Fracking berichtete, die insbesondere in den USA bereits zu massiven Umweltverschmutzungen führten.

Auch Ortsbürgermeister Günther Falldorf kam zu Wort und berichtete von der letzten Sitzung des „Exxon Dialog-Prozesses“ zu dem er und Vertreter der Stadt Neustadt eingeladen waren. „Keiner der abhängigen Experten des Dialogprozesses konnte Unfälle durch Fracking restlos ausschließen“, so Falldorf. Daher stehe für ihn fest: „Wir wollen hier kein Fracking und auch keine Probebohrung“.  Auf die Aussage von Exxon-Vertretern, die während des Expertentreffen erwähnten, dass bisher noch keine Exxon Bohrstelle aufgegeben werden musste, reagierte der Bürgermeister kämpferisch: „Dann werden wir dafür sorgen, dass Nöpke II die erste Bohrstelle wird, die ungenutzt wieder abgebaut wird“!  Der tosende Applaus der Zuhörer war Falldorf sicher!

Jul 052011
 

In der gestrigen Ausgabe des Magazin Markt auf NDR wurde auf die Gefahr der Radioaktivität hingewiesen, die mit der Förderung von unkonventionellem Erdgas verbunden ist.  Dort heist es unter anderem: Das Märchen von der sauberen Erdgasförderung verliert nun endgültig seinen Zauber.

Auch das Ziel der fördernden Unternehmen wird hier angeprangert. So heißt es:  Ausbeute erhöhen, auch die letzten Gasreserven sollen aus dem Boden geholt werden.

Vor allem die fehlenden Kontrollen durch die Behörden in Niedersachsen werden in dem Beitrag kritisiert.

Die Einzigen, die die Werte des Lagerstättenwassers und der anfallenden Bohrgestänge, Tanks und Filter überprüfen, sind die fördernden Firmen selbst.

Alleine im letzten Jahr seien in Niedersachsen 970 Millionen Liter kontaminiertes Lagerstättenwasser wieder an anderen Stellen ins Erdreich gepumpt worden.

Hier kann man sich die Sendung nochmals ansehen.