Bericht zum Jahreswechsel 2018/2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jan 222019
 

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Bericht zum Jahreswechsel 2018/2019: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 15. Dezember 2018 bis 18. Januar 2019 (5 Wochen)

Die zweite Hälfte des Dezembers 2018 und die erste Hälfte Januar 2019 erlebt in Summe eine fortgesetzte Stagnation mit geringsten Zunahmeraten, die schon seit September 2018 andauert, Die umfangreichen Außerbetriebnahmen von Bohrtürmen in den Wochen um das Jahresende, verbunden mit Überholungen und Instandhaltungsmaßnahmen erfolgten nach bereits bekanntem Muster. In den ersten Januarwochen wurden sie dann wieder in Betrieb genommen. Der Rückgang nach Februar 2018 ist weiterhin noch nicht durch den neuen Anstieg der im Einsatz befindlichen Bohrtürme bis Mitte Januar 2019 ausgeglichen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. Dezember 2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel  ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 52,32 USD/barrel an. Damit liegen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl unter der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl.
Es drängt sich immer mehr der Schluss auf, dass das Fördervolumen absichtlich niedrig gehalten wird, um mit den deutlich höheren und profitablen Rohölpreisen Gewinne zu generieren. Das käme auch Russland entgegen, da auch Russland massiv vom Ölverkauf seinen Staatshaushalt finanziert. Mit dem kürzlich verkündeten OPEC-Entschluss, die Ölförderung wieder etwas zu drosseln, nach der Erhöhung vom 22. Juni 2018, hat sich auch das bedeutende Ölförderland Russland solidarisch erklärt, obwohl kein OPEC-Mitglied.
Unter diesem Blickwinkel erscheint das neuerliche Embargo gegen Persien in einem anderen Licht. Persien lieferte früher circa 10 Prozent des weltweiten Rohölbedarfes und drängte jetzt natürlich mit aller Macht zurück in den Markt, um auch wieder an Devisen aus dem Ölverkauf zu kommen. Hätte Persien ungehindert seine Ölanlagen wieder hochfahren können, wäre durch das Mehr an Angebot der Preis vermutlich wieder bei 30 USD/barrel oder gar darunter.
Das hätte für die US-Konzerne gewaltige negative Folgen gehabt.
Doch Persien ist potentieller Gegner auch beim LNG-Geschäft. Eine halb fertige erste LNG-Anlage am persischen Golf steht seit Jahren und kommt durch das Embargo nicht voran.
Persien, als eines der Länder mit den größten Erdgasvorkommen, ist im Moment nur Anwärter ohne funktionierendes Equipment.
Der Ausstieg aus dem Atomvertrag mit Persien erscheint mir immer mehr nur als Vorwand, um zu erklären, warum die USA den Persern den Ölhahn wieder zudrehen und die Teilnahme am LNG-Erdgasverkauf immer weiter hinauszögern.

Hier bleiben weiterhin – und verstärkt – Fragen offen, deren Klärung eventuell demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief zum Jahreswechsel wieder nicht gleichsinnig. In den USA  nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gering um 21Türme ab, in Kanada dagegen um 35 Türme zu. So ergab sich eine Gesamtzunahme in den 5 Wochen um 14 Türme. Sie verteilte sich auf 12 Ölbohrtürme und 2 Erdgasbohrtürme in Kanada.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74
18.05.18
1.129 1.046 83 71,50
15.06.18
1.198 1.059 139 66,60
13.07.18
1.251 1.054 197 70,60
17.08.18
1.269 1.057 212 65,00
14.09.18
1.281 1.055 226 70,30
12.10.18
1.258 1.063 195 71,31
09.11.18
1.277 1.081 196 61,59
14.12.18
1.245 1.071 174 51,20
18.01.19
1.259 1.050 209 52,32

 
Insgesamt sind jetzt in Nordamerika noch 980 Ölbohrtürme und 279 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (521), Oklahoma (126), New Mexico(108), Louisiana (61), North Dakota (54), Pennsylvania (48), Colorado (34), Wyoming (34), und Ohio (17).

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 Veröffentlicht von am 22. Januar 2019

BBU rückt Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt der Anhörung zum Niedersächsischen UVP-Gesetz

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Jan 182019
 

BBU-Pressemitteilung

BBU rückt Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt der Anhörung zum Niedersächsischen UVP-Gesetz

(Bonn, Hannover, 14.01.2018) Auf der Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz des Niedersächsischen Landtags zum Entwurf des Niedersächsischen Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (NUVPG) in der vergangenen Woche hat der als Experte eingeladene Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.) die Probleme der Gasförderung in den Mittelpunkt seiner Ausführung gestellt. Der BBU fordert nicht nur die Ausweitung der UVP-Pflicht auf weitere Vorhaben, bei denen nach Gas gebohrt wird. Er betont auch, dass die materiellen Anforderungen erhöht werden müssen. Dazu bedarf es in einem ersten Schritt der Auswertung von Schadensereignissen und Prüfberichten von Sachverständigen. Die so gewonnenen Erkenntnisse können dann beispielsweise über eine Änderung der niedersächsischen Tiefbohrverordnung zu schärferen Anforderungen führen. Zur Anhörung hat der BBU eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Das UVP-Recht besitzt erhebliche Lücken. So besteht für Bohrungen zwischen 1.000 Metern und der Erdoberfläche häufig keine UVP-Pflicht.
Die Probleme mit derartigen Bohrungen werden bei der Aufsuchung und Gewinnung von Kohleflözgas deutlich. So existieren in Australien große Probleme mit Absenkungen des Grundwasserstandes. Zudem kann freigesetztes Methan bis zur Oberfläche aufsteigen und Gewässer kontaminieren. Ebenfalls existiert keine UVP-Pflicht für Sauergasbohrungen. Sauergas kann erhebliche Mengen an Schwefelwasserstoff enthalten, das lebensgefährlich beim Einatmen ist. Das Unfallgeschehen zeigt, dass auch diese UVP-Lücke dringend geschlossen werden muss.“

Weiter erläutert Oliver Kalusch: „Dies alleine reicht allerdings nicht. Denn eine UVP-Pflicht führt nur zu einer Beteiligung der Öffentlichkeit. Weitergehende Anforderungen als es das Fachrecht bereits vorsieht, können im Rahmen einer UVP nicht gestellt werden. Deshalb sind fachgesetzliche Anforderungen im Bergrecht, beispielsweise in der Tiefbohrverordnung, zu verankern. Dabei bedarf es klarer Anforderungen. Schadensereignisse sind erstens zu verhindern. Versagen die hierfür erforderlichen Maßnahmen, sind die Auswirkungen so weit wie möglich zu begrenzen. Unabhängig hiervon sind angemessene Abstände zwischen sensiblen Objekten und Gebieten und dem jeweiligen Bohrvorhaben festzulegen. Was im Störfallrecht für Industrieanlagen gängige Praxis ist, muss auch für Gasbohrungen übernommen werden.


Die Stellungnahme des BBU ist zu finden unter:
https://bbu-online.de/Stellungnahmen/BBU%20Stellungnahme-Anhoerung-NUVPG_oU

 Veröffentlicht von am 18. Januar 2019

Genuk kommentiert die Studie zu Krebserkrankungen im Umfeld von Kohlenwasserstoff-Förderung

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Jan 052019
 

GEmeinnütziges Netzwerk

für UmweltKranke e.V.

 

Das gemeinnützige Netzwerk für Umweltkranke GENUK e.V. kommentiert kritisch die Aussagen zur „Abstandsstudie“ des Landes Niedersachsen zur Prüfung eines Zusammenhanges der gehäuften Krebse mit der Kohlenwasserstoff-Förderung.

Pressemitteilung zu den Ergebnissen der niedersächsischen Studie zu hämatologischen Krebserkrankungen im Umfeld von Erdöl-/Erdgasförderanlagen und Bohrschlammgruben

Mit der Präsentation der epidemiologischen Teilstudie „Zusammenhang von hämatologischen Krebserkrankungen und der wohnlichen Nähe zu Schlammgruben(verdachtsflächen) und zu Anlagen der Kohlenwasserstoffförderung in Niedersachsen“ – abgekürzt „Abstandsstudie“ genannt – im niedersächsischen Landtag vor geladenen Gästen aus Kommunalpolitik, Landesinstituten, Industrie und Bürgerinitiativen war die Interpretation der Ergebnisse vorgegeben, so war auch in der zeitnah danach veröffentlichten Presseinformation des Sozialministeriums klar: „Ein Zusammenhang der räumlichen Wohnortnähe zu Schlammgrubenverdachtsflächen oder zur Kohlenwasserstoffförderung (Erdöl- und Erdgasförderanlagen zusammen betrachtet) wurde nicht nachgewiesen.“[1]

Was aber gefunden wurde, könnte – wie die Studienleiterin auf Nachfrage  äußerte – alles auch ein statistischer Irrtum sein, weshalb sie sich zu keiner Handlungsempfehlung gegenüber der Landespolitik aufgerufen fühle. Derart irritierend erscheinen dann auch nach der Generalabsage an mögliche Zusammenhänge dann diese beiden sich formal widersprechenden Aussagen in der Presseinformation des Ministeriums:

– Auch zeigten sich hierbei weder zwischen Frauen und Männern Unterschiede, noch fielen einzelne Unterdiagnosegruppen wie Leukämien oder Multiple Myelome auf, wie es in der Samtgemeinde Bothel der Fall ist.

– Weitere ergänzende Analysen zeigen allerdings statistisch auffällige Zusammenhänge der räumlichen Wohnortnähe speziell zu Erdgasförderanlagen. Waren bei der Krebshäufung in Bothel Männer statistisch signifikant, so sind es bei der Abstandsstudie und dem Fokus auf Erdgasförderung nun Frauen.[2]

Folgt man jedoch den vorgetragenen Fakten in Vortrag und Abschlussbericht, stolpert man über gleich 4 signifikante Ergebnisse (siehe Tabelle 34, 35, 38 und 39) in den sog. Nebenanalysen. Wie in jeder Testung wurden auch hier alle 3 auffälligen Häufungen von „Leukämien und Lymphomen“ (C 81 – C 96 im ICD-10-Code) im Umkreis von maximal 1 km Umkreis zu Erdgasförderstätten in diesem Fall mit 3 verschiedenen Modellen (M1, M2, M4) abgebildet.[3]

  • Unter „Standorte der Erdgasförderung“ und „Stratifizierung nach Geschlecht“[4] ergaben sich bei M1  Risikorate 1,51, bei M2 – 1,51 und bei M4 – 1,53 im Sinne signifikanter Erhöhungen der Neuerkrankungsraten im Vergleich mit Erwartungswerten.
  • Unter „Einschränkung der Analysen auf Fälle aus Gemeinden, für die auch Kontrollen gewonnen werden konnten – Gesamte Studienregion[5] ergab sich für beide Geschlechter: M1 – 1,23, M2 – 1,23 und M4 – 1,24 im Sinne konsistent signifikant erhöhter Neuerkrankungsrate.
  • Unter „Stratifizierung nach Landkreisen“, „Rotenburg: Ergebnisse identisch mit den Ergebnissen für alle Anlagen der Kohlenwasserstoffförderung“[6] fand sich bei M1 – 1,98, M2 – 2,02, M4 – 1,97 eine ebenfalls signifikante Erhöhung der Neuerkrankungsrate.
  • Auch unter „Betrachtung der Expositionen im 2 km Umkreis in Tertilen“[7] gab es bei Rotenburg auffällige Erhöhungen bei Entfernungen von 1,32 – 2,00 km: M1 – 1,89, M2 – 1,84, M4 – 1,83 und bei der Entfernung von 0,00 – 0,74 km sogar M1 – 2,75, M2  2,72 und M4 2,84.

Soweit wir dies als Laien beurteilen können, ist eine Wiederholung der weitgehend gleichen Werte in 3 verschiedenen Modellen gleichbedeutend mit einer statistischen Absicherung. Dass nun Wissenschaftler*innen wie Sozialministerium auf der möglichen Unzuverlässigkeit ihrer eigenen Ergebnisse bestehen, sogar derart, dass in der „Zusammenfassung“ des Abschlussberichts die signifikant erhöhte Inzidenz bei Frauen in der Umgebung ≤ 1 km im Umkreis einer Erdgasförderstelle unerwähnt blieb, zeigt eine deutliche Schieflage. Es scheint angesichts jahrelangen beeinträchtigenden Leidens der Krebskranken und ihrer Familien in räumlicher Nähe zu Öl- und Gasförderung unglaubwürdig, dass das Eingeständnis eines Zusammenhangs mit dieser Industrie weiterhin undenkbar scheint.

Was bedeuten nun diese Ergebnisse für die Bewertung der gesamten Studie? Und wann ist ein Ergebnis ein relevantes Ergebnis?

Zunächst einmal muss der enge Rahmen der Zielsetzung berücksichtigt werden. Es war es laut Abschlussbericht explizit nicht das Ziel, eine „Risikoabschätzung für jeden Landkreis vorzunehmen“. Mit dem Studiendesign eines register-basiertes Fall-Kontroll-Design wurde auf eine Befragung der Teilnehmer*innen bewusst verzichtet. „Nicht möglich mit diesem Ansatz war die Ermittlung der Wohnhistorien aller Fälle und Kontrollen“[8]. 6 niedersächsische Städte mit mehr als 50.000 Einwohner*innen wurden aus Gründen möglicher Verzerrungen ausgeschlossen. „Der Beobachtungszeitraum zwischen 2013 und 2016 wurde gewählt, da für die Zeit vor 2013 nur für einen Teil der Fälle die exakten Wohnanschriften bzw. Geokoordinaten vorlagen.“

Letzteres ist bereits eine große Crux: angesichts einer noch in den 1940er Jahren einsetzenden aktiven Erdöl- und Erdgasförderung in Niedersachsen (das Erdöl-Förderdorf Rodewald mit erhöhter hämatologischer Inzidenz, LK Nienburg, hatte seine Förder-Hochphase bereits um 1952) ist es mehr als bemerkenswert, dass ein Untersuchungszeitraum von nur 4 Jahren am Ende der auslaufenden historischen Kurve der Kohlenwasserstoff-Förderung noch derartig deutliche Ergebnisse zeitigen konnte. Dass die Annahme einer 30-jährigen Latenzzeit (1983 bis zum ersten berücksichtigten Diagnosejahr 2013) beim Multiplen Myelom teils noch um eine Dekade verlängert werden könnte, ist hier nur ein Nebenargument. Zu Recht wies die Studienleiterin darauf hin, dass eben keine Messdaten aus diesen 70 Jahren intensiver Förderung vorliegen, die andere Schlussfolgerungen zulassen würden. Warum sie dann aber das Land Niedersachsen nicht zu umfassenden Luftmessungen aufrief, wie es in den USA über den Frackinggebieten in den letzten Jahren mit Hilfe der NASA geschehen ist, bleibt im Raum stehen.

Der Verzicht auf Einbeziehung der 6 Städte ist aus dem Gedanken, dass sich innerhalb der Städte selbst kaum Förderstätten befinden, nachvollziehbar. Allerdings ist die durch den   registerbasierten Ansatz gewählte Nicht-Abbildung der Wohnhistorie auch gleichzeitig eine Schwachstelle, weil die Gefahr besteht, dass „Fälle“, die aus dem 1-km-Umkreis zu Gasförderanlagen in diese Städte abgewandert sind, nicht registriert werden.

Die wichtigste Frage lautet nach einem jahrelangen Verzögerungs- und Verwirrspiel: Wurde bisher das Machbare, das Notwendige und angesichts des wertvollsten Gutes – unserer Gesundheit – das Mögliche getan? Dies müssen wir verneinen, auch wenn die Botheler Bevölkerungsuntersuchung sowie die „Abstandsstudie“ ganz sicher unerwartete gute Hinweise gebracht haben. Weiterhin nicht erkennbar ist der Wille der Landesregierung, politische Konsequenzen auch in Form von Einschränkung des Geschäftsmodells der Industrie zugunsten des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung zu ziehen.

„Keinerlei Bedrohung der Gesundheit der Bevölkerung“ durch Erdgasförderung kann allerdings nun nicht mehr nur anhand der festgestellten signifikanten Krebsraten, sondern durch die zweite Erhärtung von Hinweisen nach der Botheler Bevölkerungsbefragung behauptet werden. Warum wir nun seit September 2014 auf die Einleitung einer adäquaten und sachdienlichen epidemiologischen Fall-Kontroll-Studie warten müssen, weil angeblich zwingend sequenziell abzuarbeitende Untersuchungen verschiedener Art und Bedeutung abzuwarten gewesen seien – all das erschließt sich auch im Nachhinein nicht. Auch nicht, warum trotz bereits im Sommer 2017 deutlich vorgebrachter Kritik von Bürgerinitiativen und GENUK an dem fehlenden Befragungsteil des Studiendesigns keinerlei Einlenken zu erkennen ist. Diese eklatante Weigerung des Ministeriums ist auch nicht mit dem Hinweis der Studienleiterin auf schlechte Beteiligungsbereitschaft in Ostdeutschland wegzuargumentieren – zumal die Rücklaufquote in der Botheler Untersuchung beachtliche 65 % betrug.

„Speziell mit Blick auf die Erdgasförderung ergaben sich indes Hinweise, denen nun in einer Folgestudie weiter nachgegangen wird.“[1] Und wird jetzt – man verzeihe die Polemik – die dritte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für das „Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München“ in diesem Kontext erfolgen? Die krasse Intransparenz des Vergabeverfahrens und die vollständige Verweigerung jeglicher Informationen über die Studienrealisierung hatte schon einen Anflug von Staatsgeheimnis – was angesichts des großen öffentlichen Interesses an unabhängiger Forschung und größter Transparenz in keiner Weise nachvollziehbar und sehr fragwürdig ist.

Wir fordern deshalb nachdrücklich:

  • Eine öffentliche und transparente Debatte um weitere Studiendesigns und Ausschreibungen unter Einbeziehung der Bürgerinitiativen – insbesondere zum bisher fehlenden Befragungsteil zu der „Abstands“-Teilstudie
  • Es muss endlich von der Landesregierung ein Plan vorgestellt werden, wann Maßnahmen zum Schutz vor toxischen und kanzerogenen Emissionen ≤ 1 km im Umkreis von Erdgasförderstätten vorgenommen werden.
  • Es müssen Flugzeug-/Helikopter-gestützte Luftmessungen zeitnah über den Fördergebieten vorgenommen werden. Risikoabschätzung und -management müssen folgen.
  • Ein umgehendes Verbot des „Abblasens“ bzw. der sog. Kaltfackel ist ebenso zu erlassen, wie das der „Abfackelung“. 

Wir gedenken des 2018 verstorbenen Rotenburger Gesundheitsamtsleiters Dr. Frank Stümpel mit großem Respekt, hoher Anerkennung und tiefem Bedauern

Kathrin Otte, GENUK e.V., Gemeinnütziges Netzwerk für Umweltkranke, www.genuk-ev.de, vorstand@genuk-ev.de

[9] Aus: Presseinformation des Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 18.12.2018

[1] Aus: Presseinformation des Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 18.12.2018

[2] Ebd.

[3] Abschlussbericht, S. 39: a für die Matching-Variablen Alter (13 Kategorien), Geschlecht, Landkreis und Diagnosejahr adjustierte Ergebnisse für jede Variable einzeln

b für die Matching-Variablen Alter (13 Kategorien), Geschlecht, Landkreis, Diagnosejahr und die potenziellen Confounder adjustiertes Modell unter Berücksichtigung von Standorten der Kohlenwasserstoffförderung

c für die Matching-Variablen Alter (13 Kategorien), Geschlecht, Landkreis, Diagnosejahr und die potenziellen Confounder adjustiertes Modell unter Berücksichtigung von Schlammgrubenverdachtsflächen inkl. Mischgruben

d für die Matching-Variablen und die potenziellen Confounder adjustiertes Modell unter Berücksichtigung von Standorten der Kohlenwasserstoffförderung und Schlammgrubenverdachtsflächen inkl. Mischgruben

[4] Abschlussbericht Tabelle 35: Logistische Regression für die Exposition gegenüber Standorten der Erdgasförderung; alle hämatologischen Krebserkrankungen (C81-C96) stratifiziert nach Geschlecht – a) Frauen; N(Fälle) = 1.718, N(Kontrollen) = 6.845

[5] Abschlussbericht Tabelle 39: Logistische Regression für die Exposition gegenüber Standorten der Erdgasförderung unter Einschränkung auf Fälle, aus deren Wohngemeinde Kontrollen gewonnen wer-den konnten; alle hämatologischen Krebserkrankungen

[6] Abschlussbericht Tabelle 38: Logistische Regression für die Exposition gegenüber Standorten der Gasförderung und Schlammgrubenverdachtsflächen inklusive Mischgruben stratifiziert nach Land-kreis; alle hämatologischen Krebserkrankungen

[7] Abschlussbericht Tabelle 34: Logistische Regression für die Exposition gegenüber allen Standorten der Koh-lenwasserstoffförderung und Schlammgrubenverdachtsflächen inkl. Mischgruben im 2 km Radius um die Wohnung in Expositionstertilen stratifiziert nach Landkreis unter Ausschluss von Gemeinden ohne Kontrollen; alle hämatologischen Krebserkrankungen

[8] Abschlussbericht

 Veröffentlicht von am 5. Januar 2019

Fracking-Gegner in Schleswig-Holstein ziehen vor Gericht

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Jan 032019
 

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Fracking-Gegner in Schleswig-Holstein ziehen vor Gericht, nachdem der Landtag die Bearbeitung der mit über 40.000 Unterschriften bestätigten Volksinitiative abgelehnt hat.

Foto: pixabay.com

Die Volksinitiative, wesentlich geführt und initiiert von unserer Mitglieds-BI „Kein CO2-Endlager e.V.“ strebt zum Schutz der Trinkwassers ein generelles Fracking-Verbot in Schleswig-Holstein an.

Die Initiatoren der Volksinitiative hoffen, dass bei Erfolg auch der Weg für weitere Bundesländer frei werden kann und dass dann dort auch generelle Fracking- Verbote möglich werden.

Pressebericht zur Volksinitiative in der taz vom 02.01.2019

 Veröffentlicht von am 3. Januar 2019

Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Dez 172018
 

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Bericht zum Monat Dezember 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 10. November 2018 bis 14. Dezember 2018
(5 Wochen)

Der Dezember 2018 erlebt nach der fortgesetzten Stagnation im September und einem deutlichen Rückgang im Oktober und kaum Bewegung im November eine weitere Abnahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme. Der Rückgang nach Februar 2018 ist weiterhin noch nicht durch den neuen Anstieg der im Einsatz befindlichen Bohrtürme bis Dezember ausgeglichen.

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 Veröffentlicht von am 17. Dezember 2018

Bewahren wir das kulturelle Erbe des alternativen bürgerschaft­lichen Engagements – Rettet das afas!

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Dez 132018
 

BBU-Pressemitteilung

Bewahren wir das kulturelle Erbe des alternativen bürgerschaft­lichen Engagements – Rettet das afas!

(Bonn, Duisburg, 09.12.2018) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e. V.) ruft alle auf, sich für den Erhalt des archiv für alternatives schrifttum (afas e. V.) einzusetzen.

Das Archiv sammelt Material der alternativen Bewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier sind die Proteste gegen die Wiederbewaffnung in den 50’er Jahren und die Anfänge der Friedensbewegung genauso zu finden, wie die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen in Bonn 1982.
Die bunte Geschichte der deutschen Umweltbewegung ist hier zu finden sowie die Dokumente über den Kampf gegen die Apartheid in Südafrika.

Die Landesregierung NRW plant die Zuschüsse für dieses kulturell und historisch unverzichtbare Archiv zu streichen.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert CDU und FDP im Landtag NRW auf, diese Pläne fallen zu lassen.
Dieses einzigartige Gedächtnis der Bürgerbewegungen muss erhalten bleiben!
Dem bürgerschaftlichen Engagement kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu. Es ist ein bedeutsames Merkmal der Demokratie, ein Regulativ und bedarf der Dokumentation.

Die Landesregierung NRW plant, ab 2020 die Zuschüsse für
dieses kulturell und historisch unverzichtbare Archiv zu streichen.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert CDU und FDP im Landtag NRW auf, diese Pläne fallen zu lassen. Dieses einzigartige Gedächtnis der Bürgerbewegungen muss erhalten bleiben!

Ausführliche Informationen über das afas und die drohenden Mittelkürzungen unter: http://afas-archiv.de

 Veröffentlicht von am 13. Dezember 2018