Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika hat im Juli 2016 weiter deutlich zugenommen. Insgesamt wurden weitere 67 Bohrtürme reaktiviert.

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Jul 252016
 

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Volker H.A. Fritz

Heute berichte ich zum Zeitraum Juli 2016 vom 25.06. bis zum 22.07.2016.

Die im Juli 2016 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen zeigen eine Fortsetzung der deutlichen Trendwende des Monats Juni und eine beschleunigte Reaktivierung.Ihre Zahl hat im Juli um etwa 13,5 Prozent gegenüber dem Stand vom 24.06. weiter zugenommen.

In Kanada ist die Belebung weiter sehr kräftig, mit 34 Prozent Zunahme, in den USA deutlich verhaltener mit ca. 10 Prozent. Insgesamt wurden im Berichtsmonat Juli 67 Bohrtürme wieder aktiviert.

Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA geht nur noch im Haynesville Shale in geringem Maß weiter, das wird jedoch durch deutliche Zunahmen in New Mexico, Oklahoma und besonders in Texas überkompensiert. In den USA erfolgt die Zunahme ausschließlich im Ölbereich. In Kanada liegt die Zunahme etwa zu gleichen Teilen bei Öl und Gas.

Der inzwischen bei 45.- USD/barrel wieder leicht gefallene Rohölpreis erlaubt die Förderung zu geringeren Verlusten. Die Hoffnung der Förderer auf einen weiteren Anstieg in der nächsten Zeit scheint nach der Entwicklung der letzten Wochen illusorisch.

International ist der Einsatz der Bohrtürme im Juli 2016 stagnierend auf niedrigem Niveau.

Es ist genug Rohöl weltweit im Angebot und drückt die Spottpreise, trotz der zum Teil schon eingetretenen Verringerung der US-Ölproduktion und der weiter von der EIA prognostizierten Abnahme bis Ende August um 90.000 barrels täglich auf 4,55 Mio barrels/Tag gesamt und weiteren Verringerung im Verlauf der zweiten Jahreshälfte.

Das weiterhin reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften senkt den Bedarf an Öl und LNG-Erdgas zur Zeit erheblich und wirkt ebenfalls preisstabilisierend. Preiserhöhungsphantasien bietet sich da zur Zeit wenig Spielraum.

Gegenüber September 2014 hat sich im Juni 2016 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 vermehrt auf 462 Stück (Juni 421) = -76% zu  9/2014
Kanada von 429 vermehrt auf 102 Stück (Juni 76) = -66,2% zu 9/2014

 

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 vermehrt auf 371 Stück (Juni 330) = -76,7% zu 9/2014
Gas von 338 stagniert bei 90 Stück (Juni 90) = -74,4% zu 9/2014

 
Die Zunahme an Bohrtürmen im Einsatz im Juli in den USA erfolgte am deutlichsten im Bundesstaat Texas mit 23 Bohrtürmen, gefolgt von New Mexiko mit sechs und Oklahoma mit fünf Stück, weitere Förderstaaten waren mit kleinen Zunahmen beteiligt.

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 vermehrt auf 48 Stück (Juni 36) = noch -80,5% zu 9/2014
Gas von 183 vermehrt 53 Stück (Juni 39) = noch -71,1% zu 9/2014

 
Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen aus den USA erkennen, dass trotz der problematischen Lage optimistische Untertöne zu hören sind. Die am teuersten produzierenden Shale-Gebiete wie Haynesville und Barnett liegen jedoch brach am Boden und die Service- und Infrastrukturen werden abgebaut. Die Rohölpreise pendelten um die Marke 45.-USD/barrel.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,00 USD/mmBtu und teils noch darunter, bei Produktionskosten, die mehrfach höher sind, spiegelt sich beim Einsatz der Bohrtürme wieder. Erdgas: keine Aktivitäten.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes noch nicht in Sicht, so dass meine übrige Bewertung vom Mai 2016 nach wie vor Gültigkeit hat. Auch das internationale Explorations- und Fördergeschäft schwächelt im Juli 2016 weiter.

Im übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai und Juni 2016.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Fracking: Campact ruft Irritationen hervor

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Jul 212016
 
Grafik: pixaby

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In der Vergangenheit hat campact gute und wichtige Aktionen zum Thema Fracking durchgeführt. Hierzu gehört insbesondere die Unterschriftenaktion für ein Fracking-Verbot, bei der über 500.000 Menschen unterzeichnet haben.

Doch seit der Verabschiedung des Pro-Fracking-Rechts im Bundestag führt das Verhalten von campact zu Irritationen. In einer Massen-Email vom 9.7.2016 präsentierte campact unter dem Betreff „Das hätten Sie von der SPD nicht gedacht“ seine Beurteilung des neuen Fracking-Rechts und des Verhaltens der SPD. Hinzu kommen Beiträge zum Thema Fracking auf der campact-Homepage.

Campact vertritt die Auffassung, dass es sich bei dem Gesetzespaket um einen „ersten Teilerfolg“ handeln würde. Begründet wird dies u.a. mit der Aussage Nach der alten Rechtslage war Fracking grundsätzlich erlaubt – mit kaum vorhandenen Regeln zum Schutz von Umwelt und Gesundheit.“

Doch hier irrt campact. Zwar hat Bundes-Umweltministerin Barbara Hendricks immer wieder so argumentiert. Doch tatsächlich war die Rechtslage weitgehend ungeklärt. Letztinstanzliche Gerichtsurteile wären in etwa zehn Jahren zu erwarten gewesen. Daher haben die Gaskonzerne immer wieder gefordert, Rechtssicherheit durch eine Fracking-Gesetzgebung zu erhalten. In der unklaren rechtlichen Situation und angesichts faktischer Fracking-Moratorien wie in Nordrhein-Westfalen haben die Konzerne auf Fracking verzichtet. Die geforderte Rechtssicherheit haben sie nun jedoch erhalten – Fracking in Tight-Gas-Reservoirs ist zukünftig flächendeckend und in jeder Tiefe möglich. Ein ganzes Bundesland – Niedersachsen – wird damit den Fracking-Vorhaben der Gaskonzerne geopfert. Das ist kein Teilerfolg, sondern eine katastrophale Situation für die Betroffenen vor Ort.

 Auch die Rolle der Umweltverträglichkeitsprüfung wird von campact überbewertet, wenn es heißt „Gut für den Widerstand ist, dass für Fracking-Vorhaben jetzt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) verpflichtend gemacht wird. Betroffene Bürger/innen und Gemeinden haben so die Möglichkeit, Genehmigungsverfahren kritisch zu begleiten – und gegebenenfalls sogar zu verhindern.“ Durch eine UVP können aber keine zusätzlichen materiellen Anforderungen an ein Vorhaben gestellt werden, sodass es gerade keine größere Sicherheit für die Bevölkerung und die Umwelt geben wird. Konkrete Anforderungen wie die Festlegung von Sicherheitsabständen, den Aufbau eines technischen Regelwerks für die Gasförderung, die Festlegung des Stands der Technik und der Sicherheitstechnik oder Maßnahmen zur Reduzierung von Auswirkungen des nicht bestimmungsgemäßen Betriebs wurden im Gesetzespaket nicht festgelegt. Damit werden weiterhin US-amerikanische Industrienormen Anwendung finden, die beispielsweise die bekannten Grundwasserkontaminationen nicht verhindern konnten. Das Gesetzespaket hat zudem die Rechte der Wasserbehörden beschnitten: So wurde der Besorgnisgrundsatz des Wasserhaushaltsgesetzes für Fracking ausgehebelt, was auch in der Bundesratsdebatte vor wenigen Tagen eine Rolle spielte. Irritierend ist es daher, wenn campact davon spricht, dass Auflagen für das Fracking im Sandgestein verschärft wurden.

Und auch beim Fracking im Schiefergestein, Kohleflözgestein, Ton und Mergel ist die Situation nicht akzeptabel.

In Deutschland soll es vier Aufsuchungsbohrungen der Gasindustrie für unkonventionelle Lagerstätten im wissenschaftlichen Gewand geben. Dabei ist von der folgenden Zeitplanung auszugehen: Die Gasindustrie wird 18 Monate brauchen, um die technische Ausrüstung zu beschaffen und parallel die Bundesländer zu finden, in denen Forschungs-Fracking betrieben werden soll. Danach wird sie 18 Monate lang fracken und auswerten. Und danach wird die Gasindustrie zwei Jahre Lobby-Arbeit betreiben, um den Ausschluss von Schiefergasfracking aus dem Wasserhaushaltsgesetz, zu erreichen. Denn im Jahr 2021 soll dieser Ausschluss noch einmal vom Bundestag überprüft und ggf. aufgehoben werden. Wenn campact davon spricht, dass es fraglich sei, ob Exxon und Co. überhaupt Probebohrungen durchführen wollen, unterschätzt dies den langen Atem der Gaskonzerne.

Irritierend ist vor diesem Hintergrund das Lob von campact gegenüber der SPD. Wenn Campact ausführt: „Doch eine mutige Abgeordneten-Gruppe um die SPD-Verhandlungsführer Frank Schwabe und Matthias Miersch stellte sich quer.“ und deren Einsatz für das im Eiltempo durchgepeitschte Fracking-Recht lobt, blendet dies wesentliche Teile des Geschehens aus.

Am 15. Juni hatte Martin Bachmann, der Vorsitzende des WEG-Nachfolgers Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) versucht, mit seiner Ankündigung, das faktische Frackingmoratorium in Niedersachsen aufzukündigen, die Politik unter Druck zu setzen. Der niedersächsische SPD-Wirtschaftsminister Olaf Lies unterstütze den BVEG am gleichen Tag in einer Videobotschaft an den Verband und drohte, die rechtlichen Voraussetzungen für Fracking in Niedersachsen zu schaffen. Einen Tag später benutzte die SPD-Bundes-Umweltministerin Barbara Hendricks dies als Steilvorlage, um ihr bisher nicht durchsetzbares Pro-Fracking-Recht in die Debatte zu werfen. Im Rahmen dieser Inszenierung wurde schnell klar, dass es um Rechtssicherheit für Fracking-Vorhaben der Gasindustrie und nicht um den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt ging. Genau diesen Forderungen sind die SPD-Abgeordneten nachgekommen, wobei Mathias Miersch als erster SPD-Redner im Bundestag beim Tagesordnungspunkt zur Fracking-Gesetzgebung die Rolle übernommen hat, das Fracking-Recht schön zu reden. Das ist kein Stoff für einen Heldenepos. Vielmehr hat die SPD den Gaskonzernen genau das gegeben, was sie haben wollten.

Irritierend ist auch, wenn in der campact-Massenmail zur Analyse des Fracking-Rechts nicht auf die Originalunterlagen von Bundestag und Bundesrat Bezug genommen wird, sondern auf einen tendenziösen und verzerrenden taz-Artikel von Malte Kreutzfeldt vom 21.6.2016 („Ein gelungener Kompromiss“). Genau dieser Artikel wird in einer Rechtfertigungskampagne der SPD zu ihrem Abstimmungsverhalten im Bundestag immer wieder zentral herangezogen.

Irritierend ist zudem, wen campact als Empfänger von Petitionen gegen Fracking auswählt. Petitionen sind Eingaben an staatliche Stellen wie Behörden oder Volksvertretungen. Wenn campact in der ersten Julihälfte dem BVEG eine Petition gegen Fracking mit Unterschriftenlisten überreicht, wird dem Lobbyverband einerseits eine quasistaatliche Befugnis zugestanden. Und andererseits wird Druck von der Politik genommen. Gerade in Niedersachsen muss die rot-grüne Landesregierung Farbe bekennen und eine Kehrtwende bei ihrer Fracking-Politik vornehmen.

Campact ist und bleibt ein wichtiger Kooperationspartner sozialer Bewegungen. Doch es wäre zu begrüßen, wenn campact zukünftig vor der Abgabe öffentlicher Stellungnahmen auf die jeweiligen Zusammenschlüsse von Initiativen zugehen würde. Dies entspräche auch der Zielsetzung, sich in soziale Bewegungen einzubringen, als deren Teil campact sich versteht.

 

 Veröffentlicht von am 21. Juli 2016

Resolution des Kreistages Verden: Gasförderung im Kreisgebiet verringern – mehr Rechte für die betroffenen Kommunen

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Jul 192016
 
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Im Landkreis Verden wurde vor fast zwei Jahren ein breites gesellschaftliches Bündnis, ein s. g. “Runder Tisch zur Erdgasförderung” auf Initiative der damals vier Bürgerinitiativen im Landkreis und politischer Unterstützung gebildet.  Vertreten sind in diesem “Runden Tisch” u. a. die evangelische als auch die katholische Kirche, das Landvolk, der Landfrauenbund,  der NABU, Bürgermeister, Haus- und Grundbesitzer Verein, Mitglieder der Kreistagsfraktion etc. Zielsetzung dieses “Runden Tisches” ist es, die Gesamtproblematik der Erdgasförderung und Verarbeitung möglichst in allen gesellschaftlichen Schichten bewusst zu machen und einen breiten gesellschaftlichen Konsens über notwendige Maßnahmen zur Reduzierung der hiermit einhergehenden Risiken und Gefahren zu erreichen.

In seiner letzten Sitzung hatte der “Runde Tisch” beschlossen, dem Kreistag Verden, in Anlehnung an eine Resolution der Stadt Verden (Aller) zur Erdgasförderung, ebenfalls eine solche zur Beschlussfassung zu empfehlen. Hierzu haben die Bis einen Resolutions-Entwurf erstellt, der im weiteren administrativen Werdegang um Gesichtspunkte des Kreistages ergänzt wurde, ansonsten aber in den wesentlichen Sachverhalten erhalten blieb.

Am  13.06.2016 haben die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen im Rahmen eines Pressegespräches diese Resolution unterzeichnet, welche durch den Kreistag am 17.06.2016 mit einer Ergänzung (Beschluss) einstimmig, bei einer Enthaltung, angenommen worden. Der Versand ist an die in der Resolution als “möglicher Empfängerkreis” benannten Empfänger erfolgt.

Um die politische Wirkung dieser Resolution auf Landes- und Bundespolitik zu vergrößern, werden die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen des Landkreises Verden ihren Fraktionskollegen der umliegenden Landkreise den Vorschlag unterbreiten, vergleichbare Resolutionen zu beschließen.

Wolfgang Marschhausen

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Pressestimmen zum Vorgang:

http://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/achim-ort44553/einstimmiges-votum-resolution-6498835.html

http://www.weser-kurier.de/region/verdener-nachrichten_artikel,-Breites-Buendnis-gegen-die-Erdgasfoerderung-_arid,1398459.html

http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Kreistag-stimmt-fuer-Resolution-_arid,1400739.html

https://weserreport.de/2016/06/verden/wie-sich-verden-der-erdgasfoerderung-entgegen-stellt/

 Veröffentlicht von am 19. Juli 2016

Dr. Patrick Breyer zu giftigem Bohrschlamm: „Jetzt Intransparenz und Scheuklappen ablegen und unser Trinkwasser schützen!“

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Jul 132016
 

Pressemitteilung vom 07.07.16

 

Dr. Patrick Breyer zu giftigem Bohrschlamm: „Jetzt Intransparenz und Scheuklappen ablegen und unser Trinkwasser schützen!“

 

Der grüne Minister Robert Habeck hat gestern mit seinen Aussagen im Umweltausschuss zum Thema Öl- und Bohrschlammgutachten überrascht. Die Analyse von 100 potentiell vergifteten Standorten soll erst in einem halben Jahr vorliegen. Altbohrungen sollen dabei nicht geprüft werden.

 

Nach Informationen der PIRATEN soll der Gutachter die Ablagerungen zudem nur lokalisieren, ohne ihre Gefahren zu untersuchen. Auch soll nur an vorher festgelegten Verdachtsorten gesucht werden, ohne die Bevölkerung zur Meldung noch unbekannter Altflächen aufzurufen.

 

Das Umweltministerium will nach uns vorliegenden Informationen hinter verschlossenen Türen ein Gespräch mit dem Gutachter und den Erdölkonzernen führen. Das birgt die Gefahr, dass der Bürger am Ende nur das zu hören bekommt, was dem Ministerium passt.

 

Der Abgeordnete Dr. Patrick Breyer von den PIRATEN: „Intransparenz und Scheuklappen gefährden unser Wasser! Bis heute werden die potenziell vergifteten Flächen geheim gehalten  selbst dort, wo sie in Trinkwassereinzugsgebieten liegen. Vielfach werden nicht einmal die Eigentümer informiert.

 

Anders als in Niedersachsen wird die Bevölkerung auch nicht aufgerufen, Hinweise auf noch unbekannte Altdeponien zu geben. Bei den über 1.000Altbohrungen wird weggesehen.

 

Umweltminister Habeck verharmlost die Risiken und wiegt die Bürger in falscher Sicherheit. Die Erdöl-Bohrschlämme vergiften unser Wasser vielleicht jetzt noch nicht, aber das kann sich jederzeit ändern. Schadstoffe bahnen sich nach und nach ihren Weg zu unserem Grundwasser, aus dem sich auch unser Trinkwasser speist. Das giftige Erbe der Ölförderung, die Umweltminister Habeck ernsthaft ‘vergleichsweise umweltverträglich’ nennt, ist bis heute völlig ungeklärt.

 

Der Umweltminister muss seine Scheuklappenpolitik umgehend ablegen und auf eine vorausschauende Politik umschwenken. Zu verharmlosen, bis womöglich Giftstoffe in unser Wasser gelangen, ist für uns PIRATEN jedenfalls keine Option.“

 

Ansprechpartner:

Dr. Patrick Breyer, MdL, Tel: +49 431 988 1638

 

Christian Lewin

Pressesprecher der Piratenfraktion im

Schleswig-Holsteinischen Landtag

Tel.: 04 31 – 988 1603

presse@piratenfraktion-sh.de

http://www.ltsh.de/presseticker/2016-07/07/14-41-07-27c6/PI-V35N4yfG-piraten.pdf

 Veröffentlicht von am 13. Juli 2016

Konkurse im Shale Öl und Gasbereich in Nordamerika und unter den Service-Firmen in 2015 und bis Mai 2016

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Jul 082016
 

Seit Anfang 2015 widmeten die Beratungs- und Anwaltsfirmen  dem Bereich der Shale Öl- und Gasproduktion besondere Aufmerksamkeit.
Daher haben sie ermittelt, dass bis Ende Mai 2016 insgesamt 138 Konkurse angemeldet werden mussten mit einem Gesamt- Kreditvolumen, dass sie nun nicht mehr verzinsen konnten, von ca. 61 Mrd USD. Davon waren es in 2015 99 Firmen mit ca. 25,6 Mrd USD und bis Ende Mai 2016 39 Firmen mit ca. 35,4 Mrd USD.

In 2015 kommen ja auch noch die  Großabschreibungen der  Konzerne hinzu, zum Beispiel Chesapeake, der zweitgrößte US-Förderer hat in 2015 einen Netto-Verlust von 14,6 Mrd USD erlitten.

Die Erholung der Rohölpreise von unter 30 USD/barrel auf 50 USD/barrel kam für diese Unternehmen zu spät und die Abdeckung durch „gesicherte Vorkommen“ war nicht ausreichend. Auch wenn der Ölpreis auf 50 bis 60 USD/barrel steigen würde, erwarten die Analysten, dass die Hälfte der noch im Geschäft befindlichen Firmen ebenfalls Konkurs anmelden müssen wird.

Erst ab einem Preisniveau von 60 bis 65 USD/barrel wird eine Kehrtwende im investitionsverhalten der Anleger zu erwarten sein und das auch nur für ganz spezielle Fördergebiete, mit den geringsten Shale-Förderkosten. Das sind bisher:

  • Bakken Shale, North Dakota
  • Permian Basin, Texas
  • Scoop and Stack prospects in Oklahoma

Die reinen Förderkosten liegen heute dort bei ca. 35.- USD/barrel.
Hinzu kommen 10.- bis 15.- USD für Overhead, Vertrieb, Steuern, Abgaben und Kreditzinsen/barrel. Gewinn kommt extra.

Im Verlauf des Jahres werden bei Rohölpreisen um die 50 USD/barrel eine ganze Reihe weiterer Förder- und Service-Unternehmen in Nordamerika ebenfalls aufgeben müssen, zumal die Börsenaufsicht strengere Sicherungsregeln eingeführt hat, die zu einer teilweisen Abwertung der Anlagewerte geführt haben.
In der Boomvergangenheit waren oft Bohrungen in die Anlagenwerte aufgenommen worden, die noch gar nicht gebohrt waren, sondern erst in einigen Jahren dafür vorgesehen waren.
Bloomberg, Wall Street Journal und asia.nikkei.com und
haynesboone.com machen Angaben dazu.

Die Ölförderung in den USA ist schon leicht zurück gegangen, bis April 2016 um 7 Prozent und die EIA schätzt, dass bis Jahresende dieser Wert noch auf 9 Prozent steigen wird, was aber immer noch 8,6 Mio barrel/Tag aus US-Produktion bedeutet. Analysten hoffen darauf, dass der Ölmarkt sich wieder festigen wird, wenn die Überschussmengen abgebaut werden, da ja die Neuprospektion von Vorkommen so weit herunter gefahren wurde, um den Unternehmen Liquidität zu erhalten.

Volker Fritz
AK Fracking Braunschweiger Land

Fracking-Beschluss des Bundestages: Im Schiefergas zunächst nur als Forschungsvorhaben – im Sandstein (Tight-Gas) weiterhin erlaubt

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Jun 292016
 

cropped-handheaderDer Bundestag hat am 24.06.2016 mit den Stimmen der CDU-SPD-Koalition Gesetzesänderungen für ein Fracking-Regelungspaket beschlossen. Diese Meldung ging im EM-Fieber und in der Brexit-Aufregung fast unter. Was gilt nun?
 
Zunächst zum Schiefergas (das Artland liegt im Schiefergasgürtel): Bis 2021 wird es im Schiefer kein gewerbliches Fracking geben, sondern bis zu vier Forschungsprojekte, für die jeweils die Genehmigung des betroffenen Bundeslandes erforderlich ist. Für diese Forschungsvorhaben hält das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördergelder bereit. 2021 soll dann über die gewerbliche Zulassung entschieden werden. Die Niedersächsische Landesregierung schließt laut Pressemitteilungen ein Forschungsprojekt in Niedersachsen aus. Diese Erklärungen sind unverbindlich. Meinungs- und Regierungsänderungen sind möglich. Die Entwicklung muss im Auge behalten werden.
 
Zum Fracking im Sandstein (Tight-Gas, das bislang vor allem in nordöstlich von uns gelegenen Teilen Niedersachsens gefördert wird): Es bleibt erlaubt, allerdings mit Einschränkungen und dem Erfordernis von Umweltverträglichkeitsprüfungen, wodurch eine gewisse Öffentlichkeitsbeteiligung erreicht wird. Die Gesetzesänderungen bedienen die Interessen der gasfördernden Industrie, obwohl es in den Erdgasfördergebieten bereits zu erheblichen Schadensfällen kam. Vielerorts wurden – meist durch ungeeignete Leitungen – umfangreiche Kontaminationen des Bodens und teilweise auch des Grundwassers durch Benzol nachgewiesen. Benzol gilt zweifelsfrei als krebserregend. Und nun sind an bestimmten Orten im Gasfördergebiet gerade solche Krebsarten, die durch Benzol ausgelöst werden, in signifikant erhöhtem Maße bei der männlichen Bevölkerung aufgetreten. Die Untersuchungen laufen. Außerdem beobachtet man in besorgniserregender Weise eine Zunahme der Erdbeben in den Gasfördergebieten. Diese Entwicklungen sind auch bereits in den Frac-Gebieten der USA und anderer Länder auffällig geworden.
 
Maria Entrup-Henemann von der IG Fracking-freies-Artland e.V. bilanziert: Statt Gesetze zu erlassen, die dazu dienen, mittels Fracking – noch dazu unterstützt von Forschungsgeldern – weitere fossile Brennstoffe aus dem Boden zu holen und den Klimawandel weiter anzuheizen müssen schleunigst die Energiewende vorangebracht, die Energie-Effizienz gesteigert und Maßnahmen ergriffen werden, um die in Paris beschlossenen Klimaziele zu erreichen.
 
27. Juni 2016
Entrup-Henemann
www.fracking-freies-artland.de

 Veröffentlicht von am 29. Juni 2016