Bericht zum Monat Dezember 2017/Januar 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Jan 232018
 

Foto:pixabay

Berichtszeitraum 16. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018

Der Jahreswechsel 2017/2018 erlebt die weitere Erholung der im Einsatz befindlichen Bohrtürme, nach dem Rückgang seit Mitte des Jahres 2017 im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter deutlich zu um 93 Bohrtürme insgesamt.

Bemerkenswert ist dabei die hohe Zunahme in Kanada von plus 87 Türmen und die geringe von nur sechs Türmen in den USA. Die Rohölpreise haben sich zum Jahreswechsel und auch danach deutlich gefestigt und liehen jetzt für WTI-Rohöl deutlich über 60 USD/barrel.

Im Dezember 2017 geht die Erholung nach dem Rückgang in den Vormonaten seit Ende Juli 2017 weiter. Im Berichtszeitraum erfolgte die Wiederinbetriebnahme von 45 Bohrtürmen, davon 34 zur Ölförderung und 11 zur Gasförderung. Die Rohölpreise WTI in den USA stiegen nicht mehr weiter, von Tagesschwankungen abgesehen. Die Erwartungen der Förderer in Nordamerika, dass der WTI-Ölpreis die 60-Dollar-Grenze pro barrel überspringen könnte, haben sich bisher nicht erfüllt. Während unter diesen Bedingungen in den USA fast keine Veränderung festzustellen war, wurden in Kanada 74 Ölfördertürme und 13 Gasfördertürme reaktiviert.

Der Anstieg der US-Rohölpreise in den letzten zwölf Wochen wirkte sich in den letzten sechs Wochen auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz steigt wieder, hat jedoch bis zum 15. Dezember 2017 noch nicht ganz den Stand von Ende Juli 2017 wieder erreicht. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936  325 63,72

 

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 955 Ölbohrtürme und 306 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (453), Oklahoma(121), New Mexico(82), Louisiana(62), North Dakota(44), Pennsylvania(37), Colorado(32), Wyoming (29) und Ohio (23).

Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika fiel also seit Ende Juli bis Mitte November von 1.178 auf 1.090. Danach, bei einem um 24 Prozent gestiegenen WTI-Preis für Rohöl, dicht unter 60,00 USD/barrel, begann die Fracking-Ölförderung wieder lohnend zu werden. Und die Förderer haben gerade in den letzten Wochen wieder mehr Türme in Betrieb genommen. Im Dezember waren es 45 Bohrtürme, jetzt gefolgt von weiteren 93 Türmen. Die Große Mehrzahl der Türme wurde für die Ölförderung reaktiviert.

Der Ölpreis ist seit Mitte Dezember kontinuierlich angestiegen. Die für die Tage zum Jahreswechsel erwartete Stillegung von Bohrtürmen trat Ende Dezember 2017 mit minus 103 Türmen auch ein, wurde aber von der dynamischen Reaktivierung im Januar 2018 mehr als ausgeglichen, so dass insgesamt eine Zunahme von plus 93 Türmen erfolgte.

Das US-Statistik-Amt jedenfalls hat festgestellt, dass in diesem Herbst erstmals seit vier Jahren der gelagerte Ölvorrat der USA einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat. Auch zum Jahreswechsel hat sich diese Entwicklung fortgesetzt.
Nunmehr könnte doch die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zu dieser stabilen Anhebung der Rohölpreise beigetragen haben.

Es ist also abzuwarten, wie die Preisentwicklung weiter geht, wenn die Wintereinflüsse in der Nordhälfte nachlassen. Bleibt die leichte Verknappung der Vorräte bestehen, werden auch die Rohölpreise sich bei über 60 USD/barrel WTI halten können. Dann allerdings ist eine recht schnelle Reaktivierung der US-Fracking-Förderung von Shale Oil zu erwarten, denn bei diesem Preisniveau können die US-Förderer schon teilweise wieder mithalten.

Bild: pixabay

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt. Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. So hat zum Beispiel gerade erst am 16. November 2017 der norwegische Sovereign Wealth Fund, der weltweit größte institutionelle Anleger mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Milliarden USD öffentlich davon abgeraten, weiterhin in Papiere der Öl- und Gasförderung zu investieren. Ferner will man sich von Beteiligungen des Funds in diesem Sektor trennen. Im Besitz des Funds sind Öl- und Erdgasaktien der Konzerne Shell, BP, Chevron, ExxonMobil, Eni, Total, Lundin Petroleum und ein über 60-prozentiger Anteil an der norwegischen StatOil. Insgesamt hat man 37 Milliarden USD in diesem Bereich investiert, die man veräußern will.

Der Großturbinenmarkt zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas und Erdöl) ist global ebenfalls ins Straucheln gekommen. Es gibt global Kapazitäten für die Produktion von jährlich circa 400 großen Industrieturbinen, aber der Markt ist auf circa 110 Stück/Jahr geschrumpft.

Die beiden führenden Anbieter auf diesem Gebiet sind General Electric und Siemens. Sie haben dadurch jetzt riesige Probleme in diesen Bereichen. Siemens steht allerdings viel besser da, als GE. Dennoch will Siemens 6,900 der etwa gesamt 13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, davon 3.000 in Deutschland. GE hat am 13. Novembr 2017 verkündet, dass der Konzern „verschlankt“ werden soll und dass man die Bereiche Energie, Luftfahrttechnik und Gesundheit weiter führen wird, während alle anderen verkauft werden sollen. Die Dividende für 2017 wird halbiert und ähnliches für 2018 bereits angekündigt. Die Folge an der New Yorker Börse war ein 5,9-prozentiger Kursverlust . GE ist auch Mehrheitseigentümer von Baker Hughes. Dieses Geschäft soll ganz abgegeben werden. Da sind also große Turbulenzen in den US-Märkten aufgetreten, die auch viele Anleger beunruhigen. Weitere Umwälzungen sind denkbar, denn auch die Rockefeller Familie ist aus dem fossilen Bereich ganz herausgegangen und die „Divestment-Bewegung“ in den USA hat an Stärke laufend zugenommen, die allen Anlegern dringend rät: „Legt Euer Geld nicht in fossilen Aktien an, es könnte verloren sein. Fossil ist gestern, die Zukunft ist regenerativ!“ Die Abkehr des Riesen GE aus dem Öl- und Erdgasgeschäft wird die Unsicherheit der Anleger noch vergrößern.

Hinzu kommt die Koalition aus 20 US-Bundesstaaten, über 110 Großstädten, davon 51 Metrolpolregionen und weit über Tausend US-Unternehmen (darunter 60 der größten US-Konzerne), die in Bonn am 14. November 2017 eine Erklärung abgegeben haben, „America‘ s Pledge“ vertreten von Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York, dass sie im Pariser Klimaabkommen bleiben wollen und für sich das Abkommen auch umsetzen werden, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind.

Sie alle zusammen vertreten:

  • 56% aller Amerikaner
  •  60% des Brutto-Inlandsproduktes der USA
  • 40% der gesamten US- Treibhausgasverursacher

Und sie haben angekündigt, dass sie die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen, egal, ob die US-Bundesregierung unter Präsident Trump da mitmacht, oder nicht. Eine solche Großbewegung hat es in den USA wohl noch nie gegeben und auch das macht Anleger nachdenklich, weil die Ziele dieser Koalition ganz klar die schnelle Reduzierung der Treibhausgase und der schnelle Übergang auf regenerative Energieversorgung sind. Die 20 Einzelstaaten wollen schnellstens eigene Gesetze erlassen, die die Obama-Inhalte in ihren Landesgrenzen weiter gültig halten und so die Erleichterungen der Trump-Administration für die Förderindustrie in ihren Staatsgebieten unwirksam werden lassen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird allerdings keine großen Folgen haben, denn die betroffenen Bundesstaaten lehnen mit großer Mehrheit die Aufhebung der Schutzsperre der Obama-Regierung ab. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.

Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat entsprechende ablehnende Bescheide erhalten.

 

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

Die unendliche Geschichte der Verschleppung der Sanierung der Giftschlammgrube in Brüchau in der Altmark

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Jan 092018
 

Kommentar von Volker Fritz im AK Fracking Braunschweiger Land  Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

Die unendliche Geschichte der Verschleppung der Sanierung der Giftschlammgrube in Brüchau in der Altmark, im Volksmund „Silbersee“ genannt.

Es gibt im Bereich der Kohlenwasserstoff-Förderung weltweit – und auch in Deutschland – immer wieder massive Versäumnisse und Unterlassungen – durch die Förderer selbst und durch die zuständigen Bergaufsichtsbehörden und deren übergeordnete Regierungen.

Die Gewinner dieses Handelns oder auch Unterlassens sind die Förderunternehmen und erst einmal die öffentlichen Träger der notwendigen unterlassenen Maßnahmen. Die Verlierer sind die betroffenen Anwohner in der Nähe der Förderung, der Aufbereitung und der Entsorgung aus der Kohlenwasserstoff-Förderung.

Immer wieder fragt man sich, werden hier Fakten verdreht, Informationen verheimlicht, unangenehme Untersuchungsergebnisse einfach abgelehnt? Die Rückfragen der Bürger, aber auch der demokratisch gewählten Volksvertreter, werden häufig mit fadenscheinigen Begründungen abgespeist wie: „wegen Geheimhaltungspflicht nicht beantwortbar“ oder „dazu liegen uns keine Informationen vor“.

Grafik: pixabay

So scheint es auch bei dem Umgang der zuständigen Behörden und des Betreibers der Giftschlammgrube Brüchau (Teil der Einheitsgemeinde Kalbe/Milde in Sachsen-Anhalt) mit der Sanierung/Schließung zu sein.

Sie wurde, unter Verwendung der aufgegebenen Tonkuhle der Ziegelei in Brüchau, als Bohrschlammgrube für Abfälle aus der Erdgasförderung schon zu DDR-Zeiten eingerichtet. Anschließend, ebenso noch zu DDR-Zeiten, wurden auch „bergfremde“ und hoch giftige Industrieabfälle auf Anweisung von Behörden dort in großen Mengen abgelagert. Die Grube war undicht und Sickerwasser trat ins Grundwasser aus. Die Brüchauer erhielten eine zentrale Trinkwasserversorgung, da ihre Hausbrunnen gefährdet waren.

Nach der „Wende“ und der Übernahme der Erdgasförderung in der Altmark durch GdF Suez 1994 ging auch diese Grube in deren Verantwortung über. Den zuständigen Behörden sind die festgestellten Grundwasserkontaminationen durch Austritte aus der Grube seit Jahrzehnten bekannt, ebenso dem Betreiber, der 2015 in Engie E & P Deutschland GmbH umfirmierte. Anträge der Unteren Wasserbehörde, eine Schließung und Sanierung der Grube durchzuführen, wurden immer wieder abgelehnt. So verschärfte sich das Problem durch Weiternutzung und Befüllung bis zum April 2012. Seither will es einfach nicht gelingen, diesen Gefahrenherd zu beseitigen und Jahr für Jahr tritt weiter Sickerwasser ins Grundwasser aus.

Die Anwohner sind zunehmend beunruhigt, weil sich unter ihnen Erkrankungen in erhöhtem Maß zeigen und fordern die Auskofferung und Entsorgung der Grube. In den letzten Jahren werden sie tatkräftig von der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ unterstützt. Auch die GRÜNEN-Abgeordnete Dorothea Frederking, im Landtag von Sachsen-Anhalt, hat sich der Sache angenommen und sie im Landtag zur Sprache gebracht.

Seit 2016 wurde über den Fall im politischen Raum diskutiert und per Landtagsentscheid 2017 wurde ein neuer Anlauf unternommen, die Grube zu sanieren, doch schon drohen weitere zwei Jahre, um „Erkenntnisse“ zu gewinnen, unter deren Anwendung dann hinterher die Grube abschließend stillgelegt werden soll. Das wäre dann etwa ab 2020, also ganze 33 Jahre nach der offiziellen Erstfeststellung der Undichtigkeit der Kuhle.

Die vier beigefügten Unterlagen geben ein ausführlicheres Bild:

  • „Die ganze Geschichte“ – von LAGB und Wirtschaftsministerium unterschlagen“ vom 30. Mai 2017 zusammengestellt von der BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“, ergänzt am 28. Dezember 2017  um eigene Bewertungen der Varianten 2 und 10 auf Seite 4.
  • Die Stellungnahme „Kalbe-Runde“  zum Sonderbetriebsplan, eingereicht von der BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ mit Unterstützung durch den Kreisverband Altmarkkreis Salzwedel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 20. September 2017 an Landesregierung, LAGB und die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses.
  • Der Offene Brief des Rates der Stadt Kalbe/Milde an Wirtschaftsminister Prof. Dr. Willingmann vom 19. Dezember 2017 mit der Beschwerde über die erneuten Verzögerungen.
  • Erläuterungen der in den Schriftsätzen verwendeten Kürzel vom 1. Januar 2018.

Dass das Grundwasser weiter kontaminiert wird und dass die Gesundheit der Menschen bedroht ist, wird schlicht ignoriert, nach dem Prinzip des Obrigkeitsstaates:„Was wir wollen, wird gemacht. Wir vertreten die Staatsmacht. Basta!“. Die Abdeckungslösung ist scheinbar (nur bei Ignorierung der zu erwartenden erheblichen Nachsorge- und Reparaturkosten) angenehm preiswert, im Vergleich zur Auskofferung und fachgerechten Entsorgung des Grubeninhaltes. So wird das demokratische Gesellschaftssystem demontiert. Die Menschen verlieren das Vertrauen.

Wir Anwohner und Bürger sehen uns zunehmend genötigt, selbst Kontrollfunktionen zu übernehmen, die eigentlich Aufgabe von Fachbehörden wären, wenn wir nicht wollen, dass unsere elementaren Lebensinteressen total unter die Räder der nur am Profit orientierten Unternehmen geraten.

Es wäre wünschenswert, dass die zuständigen Behörden ihren Überwachungspflichten strikt nachkommen würden.

 

Volker Fritz

 

 

 

Bericht zum Monat Dezember 2017, Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Dez 282017
 

Foto:pixabay

Berichtszeitraum 18. November 2017 bis 15. Dezember 2017

Im Dezember 2017 geht die Erholung nach dem Rückgang in den Vormonaten seit Ende Juli 2017 weiter. Im Berichtszeitraum erfolgte die Wiederinbetriebnahme von 45 Bohrtürmen, davon 34 zur Ölförderung und 11 zur Gasförderung. Die Rohölpreise WTI in den USA stiegen nicht mehr weiter, von Tagesschwankungen abgesehen. Die Erwartungen der Förderer in Nordamerika, dass der WTI-Ölpreis die 60-Dollar-Grenze pro barrel überspringen könnte, haben sich bisher nicht erfüllt.

Der Anstieg der US-Rohölpreise in den letzten 12 Wochen wirkte sich in den letzten sechs Wochen auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz steigt wieder, hat jedoch bis zum 15. Dezember 2017 noch nicht ganz den Stand von Ende Juli 2017 wieder erreicht. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat
gesamt im   Einsatz  USA
 Kanada
 USA Rohölpreis   WTI  USD/barrel
  Ende 7      1.178   958     220         46,00
  Ende 8
     1.157   940     217         46,81
  Ende 9      1.155   935     220         52,13
 Ende 10
     1.115   913     202         51,94
 Mitte 11
     1.090   889     192         54,27
3. Wo 11
     1.110   907     203         57,03
4. Wo 11      1.123   915     208         56,18
 15.12.17
     1.168   930     238         56,64

 

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 881 Ölbohrtürme und 242 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (457), Oklahoma (121), New Mexico (71), Louisiana (62), North Dakota (47), Pennsylvania (36), Colorado (33), Wyoming u.Ohio (je 26).

Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika fiel also seit Ende Juli bis Mitte November von 1.178 auf 1.090.

Danach, bei einem um 24 Prozent gestiegenen WTI-Preis für Rohöl, dicht unter 60,00 USD/barrel, begann die Fracking-Ölförderung wieder lohnend zu werden. Und die Förderer haben gerade in den letzten Wochen wieder mehr Türme in Betrieb genommen. Von den 45 Bohrtürmen Zunahme im Berichtszeitraum entfielen 39 Stück auf die Ölförderung und 11 Stück auf die Gasförderung.

Ob der Ölpreis dieses Niveau halten wird bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß werden zum Jahresende vermehrt Bohrtürme zur Instandhaltung stillgelegt und fallen dann aus den Meldungen von Baker Hughes, obwohl sie natürlich ihren Einsatz nur unterbrechen.

Das US-Statistik-Amt jedenfalls hat festgestellt, dass in diesem Herbst erstmals seit vier Jahren der gelagerte Ölvorrat der USA einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat.
Diese Tatsache führe ich aber nicht auf reduzierte globale Produktion mit der Wirkung einer Verknappung des Angebotes zurück, sondern auf die Produktionsausfälle während der Hurricane-Tage im Oktober, die mehrere Großraffinerien im Raum Houston zu verzeichnen hatten, mit anschließenden Aufräumungsarbeiten, ehe wieder voll produziert werden konnte.

Es ist also eher damit zu rechnen, dass es nicht zu einer echten Verknappung des Angebotes kommen wird und dass die Rohölpreise sich wieder um  etwa 55.00 USD/barrel für WTI oder gar noch darunter einpendeln werden.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern durchaus kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.

So hat zum Beispiel gerade erst am 16. November 2017 der norwegische Sovereign Wealth Fund, der weltweit größte institutionelle Anleger mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Milliarden USD öffentlich davon abgeraten, weiterhin in Papiere der Öl- und Gasförderung zu investieren. Ferner will man sich von Beteiligungen des Funds in diesem Sektor trennen. Im Besitz des Funds sind Öl- und Erdgasaktien der Konzerne Shell, BP, Chevron, ExxonMobil, Eni, Total, Lundin Petroleum und ein über 60-prozentiger Anteil an der norwegischen StatOil. Insgesamt hat man 37 Milliarden USD in diesem Bereich investiert, die man jetzt veräußern will.

Der Großturbinenmarkt zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas und Erdöl) ist global ebenfalls ins Straucheln gekommen. Es gibt global Kapazitäten für die Produktion von jährlich circa 400 großen Industrieturbinen, aber der Markt ist auf circa 110 Stück/Jahr geschrumpft.

Die beiden führenden Anbieter auf diesem Gebiet sind General Electric und Siemens. Sie haben dadurch jetzt riesige Probleme in diesen Bereichen. Siemens steht allerdings viel besser da, als GE. Dennoch wird Siemens 6,900 der etwa gesamt 13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, davon 3.000 in Deutschland. GE hat am 13. November 2017 verkündet, dass der Konzern „verschlankt“ werden soll und dass man die Bereiche Energie, Luftfahrttechnik und Gesundheit weiter führen wird, während alle anderen verkauft werden sollen. Die Dividende für 2017 wird halbiert und ähnliches für 2018 bereits angekündigt. Die Folge an der New Yorker Börse war ein 5,9-prozentiger Kursverlust . GE ist auch Mehrheitseigentümer von Baker Hughes. Dieses Geschäft soll ganz abgegeben werden.

Da sind also große Turbulenzen in den US-Märkten aufgetreten, die auch viele Anleger beunruhigen. Weitere Umwälzungen sind denkbar, denn auch die Rockefeller Familie ist aus dem fossilen Bereich ganz herausgegangen und die „Divestment-Bewegung“ in den USA hat an Stärke laufend zugenommen, die allen Anlegern dringend rät: „Legt Euer Geld nicht in fossilen Aktien an, es könnte verloren sein. Fossil ist gestern, die Zukunft ist regenerativ!“ Die Abkehr des Riesen GE aus dem Öl- und Erdgasgeschäft wird die Unsicherheit der Anleger noch vergrößern. Hinzu kommt die Koalition aus 20 US-Bundesstaaten, über 110 Großstädten, davon 51 Metrolpolregionen und weit über Tausend US-Unternehmen (darunter 60 der größten US-Konzerne), die in Bonn am 14. November 2017 eine Erklärung abgegeben haben, „America‘ s Pledge“ vertreten von Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York, dass sie im Pariser Klimaabkommen bleiben wollen und für sich das Abkommen auch umsetzen werden, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind.

Sie alle zusammen vertreten:

  • 56% aller Amerikaner
  • 60% des Brutto-Inlandsproduktes der USA
  • 40% der gesamten US Treibhausgasverursacher

Und sie haben angekündigt, dass sie die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen, egal, ob die US-Bundesregierung unter Präsident Trump da mitmacht, oder nicht. Eine solche Großbewegung hat es in den USA wohl noch nie gegeben und auch das macht Anleger nachdenklich, weil die Ziele dieser Koalition ganz klar die schnelle Reduzierung der Treibhausgase und der schnelle Übergang auf regenerative Energieversorgung sind. Die 20 Einzelstaaten wollen schnellstens eigene Gesetze erlassen, die die Obama-Inhalte in ihren Landesgrenzen weiter gültig halten und so die Erleichterungen der Trump-Administration für die Förderindustrie in ihren Staatsgebieten unwirksam werden lassen.

Die nächsten Monate bleiben sehr spannend.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

Der bundesweite Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ begrüßt sein 75. Mitglied!

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Dez 192017
 

Mit großer Freude begrüßen wir als Neumitglied in unserem Zusammenschluss die Bürgerinitiative gegen Bohrungen nach Erdgas/Erdöl im Süd-/Brookmerland  in 26624 Engerhafe.

Diese Bürgerinitiative ist die 75. Gruppe, die sich unserem Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ angeschlossen hat.

Basierend auf den Inhalten der „Korbacher Resolution“ vom Mai 2013 wendet sich „Gegen-Gasbohren“ nachdrücklich gegen den Einsatz der Fracking-Technik in Deutschland zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen.

Durch die Entwicklungen in dieser Branche und die zunehmenden Erkenntnisse über die hohe Gesundheitsgefährdung der Anwohner von Förder- und Aufbereitungsplätzen haben sich die Aktivitätsfelder im Zusammenschluss inzwischen jedoch deutlich erweitert.

Auch im Bereich des Umwelt-, Grundwasser- und Gesundheitsschutzes geben sich die Mitglieder untereinander Hilfestellung.

Die Bundesregierung hat 2016, trotz ihrer Selbstverpflichtung zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes beim internationalen Abkommen von Paris 2015, Gesetze erlassen, die die Kohlenwasserstoff-Förderung in Deutschland, speziell die Erdgas- förderung unter Einsatz der Höchstdruck-Fracking-Technik mit abgelenkten Bohrungen regeln, also ermöglichen. Ihre Selbstverpflichtung von Paris hat sie damit durch ihr Handeln konterkariert, denn der Ausstieg aus der Erdgasförderung und –nutzung ist zur Erfüllung der Klimaschutzziele von Paris schnellstens erforderlich.

Die Möglichkeit, in den Gesetzen zur Regelung der Fracking-Förderung den Gesundheitsschutz der betroffenen Bevölkerung zu verbessern hat die Bundesregierung dabei ungenutzt gelassen, trotz zahlreicher Hinweise.

Die Möglichkeit, die Gesundheitsgefährdung der betroffenen Bevölkerung von Plätzen der konventionellen Kohlenwasserstoff-Förderung durch verbesserte Schutzmaßnahmen und –regelungen zu verringern, hat die Bundesregierung ebenso ungenutzt gelassen.

Die Mitglieder von „Gegen Gasbohren“ engagieren sich nachdrücklich, die Bevölkerung, die örtlichen Politiker und Gremien und die Landesregierungen der Förderländer über die Gefahren aufzuklären, die bei der Förderung und Aufbereitung der gesundheitsgefährlichen Rohgasgemische und Roherdölgemische und durch die Entsorgung hoch giftiger Abfallstoffe und –flüssigkeiten für Anwohner drohen.

Grafik: pixabay

PM von Volker Fritz

Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“

 

Keine Gas-Bohrungen auf Usedom fordern rund 300 Bürger auf Ihrer Protestkundgebung

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Dez 132017
 

Grafik: pixabay

Rund 300 Menschen demonstrierten am 2. Dezember in Heringsdorf auf Usedom gegen die geplante Erdgasförderung durch das Energieunternehmen Engie E&P Deutschland. Die Menschen sehen durch die Gasbohrungen nicht nur eine Gefahr für ihr Grundwasser, ihre Gesundheit, die schöne Natur auf Usedom und unser Klima sondern auch für die Lebensgrundlage vieler Bewohner: die Einnahmen durch den Tourismus.

Foto: pixaby

Und nicht erst seit dem Pariser Klimaabkommen ist bekannt, die fossilen Energieträger müssen im Boden bleiben, damit überhaupt eine Chance besteht die weitere Erderwärmung zu stoppen.

weitere Informationen zur Demonstration:
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Usedom-Protest-gegen-Erdgasfoerder-Plaene,erdgas368.html

Informationen zur Bürgerinitiative:
http://www.lebensraum-vorpommern.de/site/aktuell.html

 Veröffentlicht von am 13. Dezember 2017

Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika Monat November 2017: nach über 3-monatigem Rückgang der Gesamtzahl, im November erstmals wieder ein kleiner Anstieg.

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Nov 192017
 

Volker H.A. Fritz

Wolfenbüttel, den 19.11.2017

Bericht zum Monat November 2017, Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 20.10.2017 bis 17.11.2017

Im November 2017 zeichnet sich eine erneute Trendwende ab, nachdem die Rohölpreise WTI in den USA deutlich angestiegen sind. Offenbar haben nun einige Firmen wieder Mut gefasst, in Kürze bei den Rohölpreisen die 60-Dollar-Grenze pro barrel WTI Crude überspringen und dann wieder mit der Fracking-Ölförderung Geld verdienen zu können.   Allerdings, seit 2 Tagen fällt der Ölpreis wieder.

Der Anstieg der US-Rohölpreise in den letzten 8 Wochen wirkte sich in den letzten 2 Wochen auf die Bohraktivitäten in Nordamerika aus. Seit letzter Woche steigt die Zahl der Bohrtürme im Einsatz wieder. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang:

Monat     gesamt im     USA     Kanada      US Rohölpreis WTI
              Einsatz                                             USD/barrel  ____

Ende 7        1.178          958         220                46,00

Ende 8        1.157          940         217                46,81

Ende 9        1.155          935         220                52,13

Ende 10      1.115          913          202                51,94

Mitte 11       1.090         889         192                ,54,27

3.Wo 11       1.110          907         203                57,03

4.Wo 11       1.123          915          208               56,18

Die Zahl der Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika fiel also seit Ende Juli bis Mitte November von 1.178 auf 1.090. Danach, bei einem um 24% gestiegenen WTI-Preis für Rohöl , dicht unter 60,00 USD/barrel, begann die Fracking-Ölförderung wieder lohnend zu werden.Und die Förderer haben gerade in der letzten Woche erstmals nach 3 1/2 Monaten des Rückganges, wieder mehr Türme in Betrieb genommen. Und auch in dieser Woche bis zum 17.11.17 nahm die Zahl der Türme wieder weiter zu. Doch dann sackte in der Woche der Rohölpreis WTI wieder ab auf deutlich unter die 60-Euro-Schwelle. Insgesamt ist noch nicht wieder die Zahl der Bohrtürme im Einsatz von Ende Juli 2017 erreicht. Bis dahin fehlt noch einiges.

Ob der Ölpreis dieses Niveau halten wird und ob weiter Bohrtürme reaktiviert werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Das US-Statistik-Amt jedenfalls hat festgestellt, dass in diesem Herbst erstmals seit 4 Jahren der gelagerte Ölvorrat der USA einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat.
Diese Tatsache führe ich aber nicht auf reduzierte globale Produktion mit der Wirkung einer Verknappung des Angebotes zurück, sondern auf die Produktionsausfälle   während der Hurricane-Tage im Oktober, die mehrere Großraffinerien im Raum Houston zu verzeichnen hatten, mit anschließenden Aufräumungsarbeiten, ehe wieder voll produziert werden konnte.

Es ist also eher damit zu rechnen, dass es nicht zu einer echten Verknappung des Angebotes kommen wird und dass die Rohölpreise sich wieder um  etwa 55.00 USD/barrel für WTI oder gar noch darunter einpendeln werden.

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird aber von großen institutionellen Anlegern durchaus kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.

So hat zum Beispiel gerade erst am 16.11.17 der norwegische Sovereign Wealth Fund, der weltweit größte institutionelle Anleger mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Mrd USD öffentlich davon abgeraten, weiterhin in Papiere der Öl- und Gasförderung zu investieren. Ferner will man sich von Beteiligungen des Funds in diesem Sektor trennen. Im Besitz des Funds sind Öl- und Erdgasaktien der Konzerne Shell, BP, Chevron, ExxonMobil, Eni, Total, Lundin Petroleum und ein über 60%iger Anteil an der norwegischen StatOil. Insgesamt hat man 37 Mrd USD in diesem Bereich investiert, die man jetzt veräußern will.

Der Großturbinenmarkt zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas und Erdöl) ist global ebenfalls ins Straucheln gekommen. Es gibt global Kapazitäten für die Produktion von jährlich ca. 400 großen Industrieturbinen, aber der Markt ist auf ca. 110 Stück/Jahr geschrumpft.

Die beiden führenden Anbieter auf diesem Gebiet sind General Electric und Siemens. Sie haben dadurch jetzt riesige Probleme in diesen Bereichen. Siemens steht allerdings viel besser da, als GE. Dennoch wird Siemens 6,900 der etwa gesamt 13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, davon 3.000 in Deutschland.

GE hat am 13.11.17 verkündet, dass der Konzern „verschlankt“ werden soll und dass man die Bereiche Energie, Luftfahrttechnik und Gesundheit weiter führen wird, während alle anderen verkauft werden sollen. Die Dividende für 2017 wird halbiert und ähnliches für 2018 bereits angekündigt. Die Folge an der New Yorker Börse war ein 5,9%iger Kursverlust . GE ist auch Mehrheitseigentümer von Baker Hughes. Dieses Geschäft soll ganz abgegeben werden.

Da sind also große Turbulenzen in den US-Märkten aufgetreten, die auch viele Anleger beunruhigen. Weitere Umwälzungen sind denkbar, denn auch die Rockefeller Familie ist aus dem fossilen Bereich ganz herausgegangen und die „Divestment-Bewegung“ in den USA hat an Stärke laufend zugenommen, die allen Anlegern dringend rät: „Legt Euer Geld nicht in fossilen Aktien an, es könnte verloren sein. Fossil ist gestern, die Zukunft ist regenerativ!“

Die Abkehr des Riesen GE aus dem Öl- und Erdgasgeschäft wird die Unsicherheit der Anleger noch vergrößern. Hinzu kommt die Koalition aus 20 US-Bundesstaaten, über 110 Großstädten, davon 51 Metrolpolregionen und weit über Tausend US-Unternehmen (darunter 60 der größten US-Konzerne), die in Bonn am 14.11.2017 eine Erklärung abgegeben haben,  „America‘ s Pledge“ vertreten von Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York, dass sie im Pariser Klimaabkommen bleiben wollen und für sich das Abkommen auch umsetzen werden, weil sie von der Notwendigkeit überzeugt sind.

Sie alle zusammen vertreten 56% aller Amerikaner

60% des Brutto-Inlandsproduktes der USA

40% der gesamten US Treibhausgasverursacher

Und sie haben angekündigt, dass sie die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen, egal, ob die US-Bundesregierung unter Präsident Trump da mitmacht, oder nicht. Eine solche Großbewegung hat es in den USA wohl noch nie gegeben und auch das macht Anleger nachdenklich, weil die Ziele dieser Koalition ganz klar die schnelle Reduzierung der Treibhausgase und der schnelle Übergang auf regenerative Energieversorgung sind. Die 20 Einzelstaaten wollen schnellstens eigene Gesetze erlassen, die die Obama-Inhalte in ihren Landesgrenzen weiter gültig halten und so die Erleichterungen der Trump-Administration für die Förderindustrie in ihren Staatsgebieten unwirksam werden lassen.

Die nächsten Monate werden sehr spannend.

Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

 Veröffentlicht von am 19. November 2017