Sep 022014
 

Ort des Bebens am 2.9.2014

Ort des Bebens am 2.9.2014

Östlich von Cloppenburg, im Erdgasfeld Goldenstedt/Visbek, hat sich heute um 00:12 Uhr UTC ein Erdbeben der Stärke 2.8 ereignet. Das meldete das Geoforschungszentrum in Potsdam heute um 8:59 Uhr. Das EpiHypozentrum wurde in rund 10 Kilometern Tiefe geortet. Inzwischen berichtet auch die niedersächsische Bergbehörde von dem Vorfall. Als Ursache des Bebens sieht der Niedersächsische Erdbebendienst die Erdgasförderung in dem Bereich als wahrscheinlich an:

Zwischen den Ortschaften Bakum (Landkreis Vechta) und Emstek (Landkreis Cloppenburg) ereignete sich am 2. SEPTEMBER 2014 UM 02:12 UHR ORTSZEIT ein Erdbeben mit der Lokalmagnitude 2,8 (ML). … Das EPIZENTRUM (Ort des Erdbebens) liegt im Bereich des Erdgasfeldes Goldenstedt/Visbek. In dieser Region ereignete sich bereits am 10. Dezember 1998 ein Erdbeben mit der ML 2,2, am 10. September 2002 ein Erdbeben mit der ML 2,6, am 2. Juli 2006 ein Erdbeben mit der ML 2,8
und am 20. Dezember 2013 ein Erdbeben mit der ML 2,4. Ein Zusammenhang zwischen den seismischen Ereignissen und der Erdgasförderung wird vom NED daher als wahrscheinlich eingestuft. Die Stärke des jüngsten Ereignisses liegt im Rahmen der bisher registrierten Magnituden.

Die Stärke der bisher verzeichneten Erdbeben sieht die zuständige Behörde also “im Rahmen des Bisherigen”. Die und auch die Häufigkeit könnte jedoch zunehmen, wie der Blick nach Westen zeigt. Im Erdgasfeld Groningen in den Niederlanden, wo schon etwas länger und auch schon etwas mehr Erdgas der Erde entnommen wurde, hat sich die Häufigkeit von Erdbeben mittlerweile auf ein bis mehrere Beben pro Woche gesteigert, darunter auch stärkere Beben mit großen Schäden an Grundstücken und Gebäuden. “Erdbeben gehören leider zur Gewinnung von Erdgas”, habe der Sprecher der Fördergesellschaft NAM (Nederlandse Aardoliemaatschappij B.V.; 50% Shell, 50% ExxonMobil) laut ZEIT gesagt.

 Veröffentlicht von am 2. September 2014
Sep 022014
 

Anscheinend versucht der Gabriel zahlreiche Politiker einzunorden. Gabriel will den MdB erklären, dass es nicht gehe, die Förderung von Schiefergas in Deutschland auf ewig auszuschließen. Zur Erinnerung: Die CSU Fraktion ist für ein Frackingverbot  und viele CDU Parlamentarier aus dem Münsterlandfordern weiterhin ein Frackingverbot!

BBU

 

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt zu diesem Vorgang: „Anscheinend will Gabriel nicht nur seine SPD, sondern auch die CDU/CSU noch vor der Beratung von Anträgen mehrerer Bundesländer in Bundesratsausschüssen auf Linie bringen. Denn dem Bundes-Wirtschaftsminister ist bewusst, dass die Fracking-Pläne der CDU/CSU/FDP-Bundesregierung in der letzten Legislaturperiode am Widerstand zahlreicher Unionsabgeordneter gescheitert sind. Dem soll anscheinend bereits im Vorfeld vorgebeugt werden. Der BBU appelliert an die kritischen Abgeordneten, auch jetzt standhaft zu bleiben und die Interessen der Bevölkerung zu vertreten.“

via WideBlick: BBU fordert von Bundes-Wirtschaftsminister Gabriel: Schluss mit dem Taktieren beim Fracking.

Sep 012014
 

Anti-Fracking-Demonstration in Burgos am 30.08.2014

Anti-Fracking-Demonstration in Villarcayo, Burgos am 30.08.2014

Um die 4000 demonstrierten am vergangenen Samstag in Burgos ihr klares NEIN zum Fracking. 150 Initiativen, Organisationen, Gemeinden und politische Parteien zählten zu den Unterstützern dieser Demonstration gegen die barbarische Fördertechnik.

José Ignacio Angulo, Sprecher der Anti-Fracking-Plattform, berichtete in seiner Rede von dem Manifest gegen Fracking, das diese 150 Initiativen und Institutionen der Region zuvor herausgegeben hatten. “Wir werden nicht gegen irgendjemanden zu gehen, sondern einfach für unser Land kämpfen, seine natürlichen Werte und eine nachhaltige Wirtschaftsweise verteidigen”, sagte Angulo und warnte vor den Risiken des Fracking, seiner Bedrohung der Gesundheit der Menschen, der Wasserqualität und der Wirtschaft selber. Die anti-Fracking-Plattform fordert den Stopp aller laufenden Fracking-Projekte und stattdessen die Stärkung der Sektoren Umwelt, Landwirtschaft, Viehzucht und ländlicher Tourismus, die von den Frack-Projekten direkt betroffen sind.

59 Fracking-”Claims” gibt es aktuell allein in der spanischen Provinz Burgos, die meisten davon im nördlichen Teil der Provinz. BNK, die sich in Deutschland inzwischen fast vollständig aus dem “Geschäft” und zuletzt auch ihre Klage gegen das Land Hessen wegen der Versagung der Erlaubnis “Adler South” zurückgezogen haben, errichteten im Oktober letzten Jahres ihr spanisches Hauptquartier in Burgos.

Quelle: Fractura Hidraulica NO; BNK homepage

 Veröffentlicht von am 1. September 2014
Aug 312014
 
Alexandru Popescu startet den Marsch durch Europa gegen Fracking

Alexandru Popescu startet den Marsch durch Europa gegen Fracking

3150 Kilometer für das Leben:
Antifracking-Marsch von Rumänien nach Brüssel

Alexandru Popescu, Mitstreiter im rumänischen anti-Fracking-Widerstand, der im letzten Winter schon im Hungerstreik unter offenem Himmel war, hat sich heute auf den Weg nach Brüssel gemacht – um für ein frackingfreies Rumänien und Europa zu demonstrieren. Etwa 50 Aktivisten haben sich ihm angeschlossen. Popescu wird die kommenden drei Monate unterwegs sein und unter anderem die Städte Budapest, Wien, Berlin und Paris durchwandern, bis er schließlich in Brüssel ankommt. Am 1. Dezember, dem rumänischen Nationalfeiertag, wird er – vor oder im Europa-Parlament – eine Rede gegen Fracking und gegen Blausäure halten.

Ein weiteres Mitglied der rumänischen Fracking-Gegnerschaft, Gayzer Frackman, wird Popescu 14 Tage, bevor dieser in Brüssel eintreffen wird, treffen, aus Solidarität und um das Signal zu verstärken. Die Mitstreiter in Rumänien hoffen, dass die beiden noch mehr Leute aus ganz Europa inspirieren, sich diesem Marsch auf Brüssel anzuschließen.

Românesc: Epoch Times România
Quelle: Frack Off Romania

Die Marschroute:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1455390374739297&set=gm.1518702355012682&type=1&theater

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 Veröffentlicht von am 31. August 2014
Aug 292014
 
Wenzel und Lies fracken Leese

Wenzel und Lies
fracken Leese

Derzeit versucht der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies, sich mit seiner Sommertour ins rechte Licht zu rücken. So machte er auch im niedersächsichen Leese Station, wo Exxon die Förderung von Schiefergas plant. Dort begrüßte ihn der Bürgermeister und Parteikollege im Landtag, Grant-Hendrik Tonne, zu einem Treffen mit der lokalen Bürgerinitative. Diese Gelegenheit lies sich auch die Umweltgruppe Wiedensahl nicht entgehen, dem Frackminister zu verdeutlichen, was sie von dem verkappten Fracking-Kurs der rot-grünen Landesregierung hält. In ihrer Pressemitteilung heißt es:

Beim gestrigen (Mittwoch 27.08.2014) Sommertour-Besuch in Leese schlug Wirtschaftsminister Lies heftiger Widerstand entgegen. Die Umweltgruppe Wiedensahl/Schaumburg forderte von Lies ein umfassendes Frackingverbot statt der vom Land praktizierten Augenwischerei.„Die Taten des Ministers stehen nicht im Einklang mit seinen Worten“, so Meinhard  Behrens von der Uweltgruppe Wiedensahl, „während Herr Lies sich mit einem fadenscheinigen Verbot unkonventioneller Gasförderung rühmt, erteilt das ihm unterstellte Bergamt weiter Aufsuchungserlaubnisse für eben diese Vorkommen“. Das Land hat das Feld Lauenhagen süd-westlich vom Steinhuder Meer zur Suche nach sogenanntem Kohleflözgas an eine Patentverwertungsgesellschaft lizensiert. Weitere Teile des Schaumburger Lands gehören bereits zu Exxons Schiefergas-Suchfeld, so auch die beabsichtigte Bohrung in Leese. Weiterlesen »

Aug 292014
 

Betriebsplatz Reudnitz Z2 am 15. August 2014

Betriebsplatz Reudnitz Z2 am 15. August 2014

Im letzten Monat hat Bayerngas nahe der Stadt Beeskow begonnen, die Aufsuchungsbohrung “Reudnitz Z2″ niederzubringen. Die ersten tausend Meter auf dem Weg nach unten hatten die Bohrköpfe am 15. August zurückgelegt. Ihr Ziel sind “Rotliegendsandsteine” in 2700 Metern Tiefe. Teile der Bevölkerung sind unruhig, da das Unternehmen Fracking hier nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat – obwohl die geologischen Parameter der Zielformation “rein konventionellen Bedingungen” entspricht, wie Unternehmenssprecherin Verena Schöttl aus der Konzernzentrale in München bekräftigte. Die örtliche Bürgerinitiative lädt zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am 4. September ein, während Bayerngas aktuell eine weitere Seismik-Kampagne im Explorationsfeld Reudnitz vorbereitet.

Die Bohrung zwischen den idyllischen Hügeln der Gemarkung Krügersdorf bei Beeskow soll im Oktober 2014 fertiggestellt sein. Sie werde zunächst senkrecht in den Untergrund gebohrt, darüber hinaus habe Bayerngas die Option für eine horizontale Ablenkung zwecks Ermittlung geeigneter Förderraten; die Horizontalstrecke solle maximal 1000 Meter betragen, wie Schöttl weiter informierte. (Das vollständige Original-Interview mit Bayerngas findet man unter “Weiterlesen” am Ende dieses Artikels.)

Primäre Erdgasförderung, ganz konventionell?

Info-Tafel an der Bohrung Reudnitz Z2

Info-Tafel an der Bohrung Reudnitz Z2

Soll bis Oktober 14 mit der Bohrung fertig werden: Drilling Rig E202

Soll bis Oktober 14 mit der Bohrung fertig werden: Drilling Rig E202

Fracking ist offiziell nicht geplant, so war von Bayerngas zu erfahren. “Die mögliche künftige Förderung erfolgt durch Perforation des einzementierten Produktionsrohres unter Nutzung des natürlichen Formationsdruckes”, sagte Schöttl auf die Frage, mit welcher Methode die Bohrung an die Formation angeschlossen werden solle. Somit rechnet das Unternehmen offiziell mit der Möglichkeit einer Primärförderung. Bei dieser werden Öl oder Gas aus einer Lagerstätte rein durch die Nutzung des natürlichen Drucks in der Lagerstätte, der das Öl oder Gas an die Oberfläche presst, gefördert (Quelle dieser Definition: adx-energy.com). Gefragt, welche Porosität und welche Permeabilität Bayerngas in der Zielformation der Bohrung Reudnitz Z2 erwartet, sagte Schöttl, dass die Reservoirparameter in dieser Teufe und Region rein konventionellen Bedingungen entsprächen.

Vom östlichen Sandstein im Rotliegend erwartet das Unternehmen somit fundamental andere geologische Eigenschaften als der weiter im Westen, in Niedersachsen, gelegene sie aufweist. Dort ist dieser Sandstein die klassische Lagerstätte für sog. tight gas, die schon sehr oft gefrackt wurde (und den Bodenschatz dennoch nicht immer freigab). Zum Beispiel im Landkreis Rotenburg/Wümme, wie in Exxons Newsroom nachzulesen ist: “Aus dem Erdgasfeld Bötersen wird seit 1986 Erdgas aus dem sog. Rotliegend Sandstein gefördert.”
Im Erdgasfeld Bötersen wurde offiziell 16 Mal gefrackt.

Fachleute beschreiben Rotliegendsandsteine gemeinhin als “schlecht durchlässig” (z. B. LBEG 2001, S. 4. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe klassifiziert Tight Gas) als nicht-konventionell. Ob die Rotliegendsandsteine im Osten der Republik tatsächlich Öl oder Gas deutlich williger freigeben als ihre Verwandten im Westen oder ob Bayerngas damit auch nur der in Mode gekommenen, politisch motivierten Umdefinition von tight gas-Lagerstätten konventionellen Lagerstätten folgt, bleibt dabei unklar.

Handelsware Öl-/Gaslizenzen

Erteilte Bergbauberechtigungen für die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen im Land Brandenburg (Quelle: LBGR Cottbus)

Erteilte Bergbauberechtigungen für die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen im Land Brandenburg (Quelle: LBGR Cottbus)

Im Juli 2012 hatte Bayerngas zunächst drei Viertel der Aufsuchungserlaubnis Reudnitz von der damaligen Inhaberin APC Gas GmbH übernommen, um sich im Januar 2013 auch das restliche Viertel zu holen. Parallel zur Herstellung der Bohrung Reudnitz Z2 (Kosten: ein siebenstelliger Betrag in Euro) hat Bayerngas aktuell einen Kontrakt zur Durchführung von seismischen Untersuchungen im Feld Reudnitz ausgeschrieben.

Mit dem Optimismus, dass mit dem Besitz von Lizenzen zur Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas Gewinn zu machen ist, steht Bayerngas im Südosten Brandenburgs nicht allein. Längst sind die Lausitz und der Spreewald komplett von Erlaubnisfeldern überzogen, Gebiete, die neben der Braunkohle und möglicherweise wirtschaftlich gewinnbaren Kohlenwasserstoffen auch Areale beinhalten, die die Bergbehörden in Cottbus und Clausthal-Zellerfeld als prospektive Einlagerungsstätten für abgeschiedenes und gepresstes Kohlendioxid – CCS – erachten.

Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen – Umwelt schützen“ e.V. Beeskow informiert

Am 4. September 2014 findet um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Beeskow (Mauerstraße 28) eine Info-Veranstaltung unter dem Motto „Erdgas sicher fördern!“ statt. “Bernd Ebeling, Diplomingenieur aus Uelzen (Niedersachsen) wird über langjährige Erfahrungen im Zusammenhang mit der Förderung von Erdgas in verschiedenen Regionen Deutschlands berichten”, erläutert Ute Lein von der Bürgerinitiative und ergänzt: “Um unterschiedliche Sichtweisen auf die Thematik zu ermöglichen, gehen Einladungen u. a. an die Bayerngas GmbH, an kommunale Vertreter, Vertreter der Evangelischen Kirche und ausgewählter Wasserverbände.”

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