Weiterer Abwärtstrend der Bohrtürme in USA und Kanada

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Mai 232016
 

Heute berichte ich zum Zeitraum  24.03.2016 bis 29.04.2016.
Volker Fritz im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Die im April 2016 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen zeigen weiter eine fortgesetzte Abwärtsentwicklung an.

Auch in Kanada geht der Abbau der Bohrkapazitäten lebhaft weiter, trotz des Absturzes im März 2016, natürlich nunmehr zahlenmäßig von dem bereits drastisch reduzierten Volumen ausgehend.

Der Abbau der Bohrkapazitäten in den USA geht zügig weiter, im Monat April um weitere 9,5% , weit überwiegend im Ölbereich. In Kanada gibt es im April gegenüber März einen Rückgang um weitere 33%, dieses Mal jedoch überwiegend im Gasbereich. Noch ganze 36 Bohranlagen in ganz Kanada sind aktiv, gegenüber 429 im September 2014. Damit sind in Kanada die Bohraktivitäten fast vollständig zum Erliegen gekommen.

International zeichnet sich auch ein allmählicher weiterer Rückgang ab, weil bei den derzeitigen Rohölpreisen (z. Zt. immerhin leicht erholt bei 45 USD/barrel Brent) die Förderung in vielen Regionen nicht lohnt und daher der Aufschluss neuer Vorkommen keinen Sinn macht. Es ist genug Rohöl weltweit im Angebot. Öltankerflotten mit vielen Millionen to Rohöl ankern vor den großen Handelsplätzen Rotterdam, Shanghai, Tokio, New York, Los Angeles und drücken mit ihrem riesigen Angebotsvolumen die Großhandelspreise, so dass es weiterhin nicht absehbar ist, wann die Rohölpreise sich wieder stabilisieren können. Ein weiteres Treffen von 18 großen Ölförderländern, mit dem Ziel durch Reduktion des Fördervolumens das Angebot zu verringern, ist erneut ergebnislos verlaufen.

Gegenüber September 2014 hat sich im Februar 2016 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA von 1931 verringert auf 420 Stück = -78,3%
Kanada von 429 verringert 37 Stück = -91,4%

 
nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl von 1592 verringert auf 332 Stück = -79,2%
Gas von 338 verringert 87 Stück = -74,3%

 
Die Abnahme im April 2016 in den USA erfolgte am deutlichsten im Bundesstaat Texas mit 24 Bohrtürmen, alle übrigen Förderstaaten waren mit kleinen Abnahmen beteiligt.

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl von 246 verringert auf 10 Stück = -96%
Gas von 183 verringert 26 Stück = -85,8%

 
Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen lassen die problematische Lage immer deutlicher erkennen.

Jetzt geht auch Schlumberger, der weltgrößte Service-Konzern im Bereich der Öl- und Gasförderung, aufgrund der dort gesammelten Informationen zur internationalen  Marktentwicklung, von einer sich fortsetzenden Schrumpfung der Geschäftsaktivitäten in den nächsten Monaten aus. Es ist daher auch mit noch weiterer Einschränkung der Bohr- und Frackaktivitäten zu rechnen.

Continental Resources, Chesapeake und Whiting reduzieren ihre Aktivitäten im Feld drastisch und reduzieren auch die Ölproduktion. Rex Tillerson , CEO von ExxonMobil, hat am 05.03. erklärt, dass es zur Zeit keinen Sinn  mache, in die Produktion von Shale Öl zu investieren.

Die Rockefeller Familie hat am 22.03.16 in Houston ihren vollständigen Rückzug aus den fossilen Brennstoffen angekündigt und die Veräußerung ihrer Anteile an ExxonMobil.

Die Financial Times berichtet am 23.03.16 zum Themenkreis Öl- und Gasförderung:

Wegen steigender Befürchtungen, Ausfälle ihrer Geldanlagen erleben zu müssen, haben in den letzten zwei Jahren Anleger insgesamt 2.300 Milliarden USD aus  dem Öl- und Gasgeschäft abgezogen. Diese Erhebung umfasst die 300 größten Öl- und Gasförderunternehmen der USA. Durch den Ölpreisverfall haben Inhaber von Schuldverschreibungen 150 Mlliarden USD Verluste gehabt. Die Kapitalaufnahme-Rate durch die Öl- und Gasfirmen ist in der letzten Dekade massiv angestiegen. 2006 waren es noch 1.100 Milliarden USD, 2014 waren es 3.000 Milliarden USD, also fast verdreifacht. Und die größten Zunahmen erfolgten bei den unabhängigen Förderfirmen im US-Shale-Geschäft. Doch auch Staatsunternehmen erlitten Verluste: Pemex (Mexiko), Petrobras (Brasilien) und CNPC (China).

Auch europäische Banken haben 200 Milliarden USD im US-Shale -Geschäft investiert.

Die ersten 6 US-Förderunternehmen in diesem Jahr stehen schon vor der Zahlungsunfähigkeit, die Kreditzinsen ihrer aufgenommenen Gelder können sie nicht mehr aufbringen.
Finanzberater haben schon die Erwartung für 2016 geäußert, dass wohl etwa 175 der Fracking-Förderunternehmen der USA Konkurs anmelden werden müssen, nach 68 in 2015.  Das würde bedeuten, dass etwa ein Drittel aller Fracking-Förderer in den USA 2016 aufgeben werden.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

„Eine neue Studie zur Fracking-Förderung in den USA zeigt auf, dass Kinder größeren Risiken gesundheitlicher Probleme ihrer Atmung ausgesetzt sind“

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Mai 232016
 

Übersetzt von Volker Fritz:
(ein Bericht von Lorraine Chow in EcoWatch vom 12.05.2016)
www.ecowatch.com/2016/05/12/respiratory-health-fracking

Grundlage: die bisher erste umfassende Literatur-Studie über gesundheitliche Risiken bei der Atmung durch Einflüsse aus der Förderung unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen, Originaltitel: Hazards of UOG emissions on Children’s and Infant‘ s Respiratory Health veröffentlicht in dem journal Reviews on Environmental Health Autoren: Fachleute von „Center for Environmental Health“, „Institute for Health and the Environment“, „Physicians for Social Responsability“ und „the Alliance of Nurses for Healthy Environments“.

Diese Fachleute fanden heraus, dass die Förderung unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen (UOC) besonders schädlich für Kleinkinder und jüngere Kinder sind.

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) fand heraus, dass, beim Fracking-Prozess fast 700 Chemikalien Verwendung finden. Fracking-Flüssigkeiten können eine giftige Menge gefährlicher Chemikalien enthalten, die die menschliche Gesundheit und die Umwelt beeinträchtigen können. Jedoch sind die Öl- und Gasförderer nicht verpflichtet, genau offenzulegen, was sie verwenden.

Gemäß den Ergebnissen der Studie werden zumindest 5 Chemikalien, die mit UOG in Zusammenhang stehen, mit den Gesundheitsgefährdungen der Atmungssysteme von Kindern und Kleinkindern in Verbindung gebracht.
Dies sind: troposphärisches Ozon, Feinstaub, Silizium-Staub, Benzol und Formaldehyd. Sie führen zu Asthma, verkleinerter Lunge und reduzierter Lungenfunktion, erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Infektionen, Schmerzen im Brustkorb,  Atmungsschwierigkeiten, Lungenentzüdung und anderen schädlichen Folgen.

Der aufwendige industrielle Ablauf bei der Förderung unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen – wie das Fracking, bei dem Wasser, Sand und Chemikalien unter Hochdruck in Gesteinsformationen im Untergrund gepumpt werden  – kann die Luftqualität auf mehrere Weisen negativ beeinflussen.

Die Studie stellt dazu fest:
Die Quellen für die Luftverschmutzung bestehen aus Emissionen der Erdgasförderung und anschließenden Aufbereitung, wie auch aus solchen, die aus dem Erdgas-Transport und Verteilsystem stammen wie Pipelines und Kompressorstationen; Verunreinigungen können auch durch Entlüftung, Abfackeln, Produktion und fehlerhafte Steigleitungen emittiert werden. Zusätzlich entsteht durch die LkW-Transporte zum  An- und Abtransport von Material zu den Förderplätzen sowie zum Auf- und Abbau und zum Service Luftverschmutzungen durch Feinstaub und Diesel-Abgase.

Diese Vorgänge setzen zahlreiche Giftstoffe in die Luft frei. Das führt zu erhöhten Konzentrationen polizyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAHs), Methan, Ozon, NOX und flüchtigen aromatischen Verbindungen (VOCs) wie Benzol, Formaldehyd, Alkene und Alkane, aromatischen Verbindungen und Aldehyden.

Viele dieser Verunreinigungsgruppen wurden als gefährliche Gifte für die Atmung bewertet durch:

  • die Agentur für giftige Substanzen und die Erfassung von Erkrankungen
  • die Zentren der Gesundheitsüberwachung
  • die U.S.- Umweltbehörde
  • die U.S. -Behörde für Arbeitssicherheit und Gesundheit und durch Nationale Gesundheitsinstitute

Unglücklicherweise können Kinder und Neugeborene unverhältnismäßig stärker unter der Exposition in den luftverschmutzenden Emissionen der unkonventionellen Öl- und Gasförderung leiden.
Gemäß den Ermittlungen der Untersuchung ist das noch in Entwicklung befindliche Atmungssystem von Kindern aus einer Reihe von Gründen besonders anfällig gegenüber einer Luftverschmutzung:

  • das  Atmungsorgan von Kindern ist noch im Wachstum begriffen
  • aufgrund der geringeren Größe sind die sich entwickelnden Atmungsorgane von Kindern der Luftverschmutzung stärker ausgesetzt
  • sie haben engere Atemwege, was wiederum zu ihrer gesteigerten Anfälligkeit gegenüber Reizungen durch Luftverunreinigungen beiträgt
  • Kinder sind kleiner und inhalieren daher größere Konzentrationen an Feinstaub und luftverschmutzenden Partikeln (die in Bodenähe verstärkt auftreten)
  • Kinder haben eine höhere Atemfrequenz im Ruhezustand als Erwachsene
  • Kinder verbringen mehr Zeit im Freien, wo die Konzentrationen einiger Luftverschmutzungen höher ist und aktives Spielen draußen erhöht die Atmungsfrequenzen, wodurch im Vergleich zu Erwachsenen die Exposition gegenüber Luftverschmutzungen steigt

Die Autoren stellten die dringende Notwendigkeit fest, mehr zu den giftigen Emissionen an die Luft zu forschen, wie sie mit der Förderung unkonventionellen Öls und Erdgases in Zusammenhang stehen.
Außerdem empfahlen sie eine Reihe von Wegen um voran zu kommen mit dem Ziel die Öffentliche Gesundheit und Sicherheit zu sichern, indem Bundesstandards erlassen werden, die die luftverschmutzenden Emissionen der Öl- und Gasförderung reduzieren – einschließlich  Methan, VOC s, Feinstaub und Ozon.

„Die von der EPA vorgeschlagenen Massnahmen, um die Emission von Methan und VOC s der Öl- und Gasindustrie zu begrenzen werden nicht nur zur Begrenzung des Klimawandels nützlich sein, sondern auch die Exposition naher Anwohner gegenüber diesen Verschmutzern mit dem nachfolgenden Risiko der Gesundheitsbeeinträchtigung verringern, das zu Atemwegserkrankungen und Tod führen kann“, merkten die Autoren an.

Die Autoren wiesen darauf hin, dass Menschen, die nahe bei Gebieten hoher Bohr- und Förderintensität leben (Abstände 0,5 Meilen und weniger) , ein höheres Risiko der Gesundheitsbeeinträchtigung durch die Öl- und Gasförderung haben, als solche, die in einem größeren Abstand als 0,5 Meilen von Bohrungen entfernt leben. Sie empfahlen daher, dass Schulen, Krankenhäuser und andere Orte, wo Kleinkinder und Kinder viel Zeit verbringen könnten, mindestens 1 Meile Abstand zu Bohrplätzen haben sollten.

Die Autoren empfahlen auch nachdrücklich Maßnahmen, die Veröffentlichung und Transparenz zu den von der Öl- und Gasindustrie bei der Förderung unkonventioneller Kohlenwasserstoffe verwendeten Chemikalien zu stärken.
„Wegen des 2005 Energy Policy Act werden eine Reihe der bei der Förderung unkonventioneller Kohlenwasserstoffe verwendeten Chemikalien vor der Öffentlichkeit geheim gehalten“, führten die Autoren aus, „die Bekanntgabe von Chemikalien ist jedoch wichtig, um den vollen Umfang von Gesundheitsauswirkungen auf das Atmungssystem von Babies und Kindern verstehen zu können .

 

 

DEA lenkt bei Schadensregulierung ein – Beharrlichkeit zahlt sich aus

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Mai 212016
 

 DEA lenkt bei Schadensregulierung ein

 

Die Erdgasindustrie musste zwischenzeitlich akzeptieren, dass die Erdgasförderung sehr wohl Erdbeben auslösen kann und sie sich Schadensersatzforderungen für hierdurch bedingte Gebäudeschäden nicht mehr entziehen kann. So musste sich die DEA, seinerzeit noch RWE Dea, Schadensersatzforderungen aus dem Erdbeben vom 22.11.2012 im Raum Langwedel stellen. Erst auf Druck sowohl der Bürgerinitiativen als auch politischen Druck aus der Gemeinde hat sich die RWE Dea mit den Schadensmeldungen befasst und in deutlich weniger als der Hälfte der Schadensfälle Vergleiche geschlossen.

 

Dieses Erdbeben und die für die betroffenen Immobilienbesitzer wenig zufriedenstellende Schadensabwicklung durch die RWE Dea nahmen die Bürgerinitiativen im Landkreis erneut zum Anlass, die Niedersächsische Landesregierung aufzufordern, für eine Möglichkeit zur Verbesserung des  Schadensausgleichs zu sorgen. Im Ergebnis führte dieses zur „Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen, die zum 01.08.2014 ihre Arbeit aufnahm. In diversen von der Schlichtungsstelle verhandelten Fällen konnten Immobilienbesitzer einen deutlich besseren Schadensausgleich erzielen, und das ohne Prozesskostenrisiko.

 

Infolge des Erdbebens vom 22.04.2016 im Erdgasfeld Völkersen, mit einer Magnitude von 3,2 und einer max. Schwinggeschwindigkeit von 4,9 mm/sec, wurden deutlich mehr als 100 Gebäudeschäden gemeldet. Im Gegensatz zum bisherigen Verhalten hat die DEA in diesem Fall den geschädigten Immobilienbesitzern eine unbürokratische Schadensregulierung angeboten. Soweit hiervon Gebrauch gemacht wurde, musste eine Abfindungserklärung/Entschädigungsvereinbarung unterschrieben werden.

 

Die Abfindungserklärung schloss rechtlich verbindlich weitere Ansprüche aus diesem Erdbeben aus. Auf massive Kritik und auch Druck unserer BI hat die DEA den Text der Abfindungserklärung zu Gunsten Geschädigter geändert. Hierzu ist folgende PM an die hiesigen Regionalzeitungen gegangen.

18.05.2016

W.Marschhausen

Pressemitteilung der

Bürgerinitiative Flecken Langwedel gegen Gasbohren
„DEA  lenkt bei Schadensregulierung ein – Beharrlichkeit zahlt sich aus“

Mehrfach hatte die Bürgerinitiative die Abfindungserklärung kritisiert, die die DEA Geschädigten zur Unterschrift vorlegt, wenn diese ein Regulierungsangebot akzeptieren. Jetzt hat die DEA reagiert und den Text wie folgt geändert:

„erkläre(n) ich mich/wir uns hinsichtlich aller Ansprüche aus Anlass….(Erdstoß vom 22.04.2016)….gegen die obige Firma und die von ihr Beauftragten für abgefunden, wenn und (nur) soweit dies vorstehend benannte Schäden betrifft. Ein Ausschluss der Regulierung weiterer, neu entdeckter Schäden ist mit dieser Vereinbarung nicht verbunden. Gleiches gilt, wenn sich herausstellen sollte, dass die bezeichneten Schäden umfassender als vorstehend beschrieben sind.“

Geschädigte sollten darauf achten, dass ihnen genau dieser Wortlaut zur Unterschrift vorgelegt wird. Denn mit dieser Formulierung ist jetzt tatsächlich sichergestellt, dass auch nach erfolgter Schadensregulierung Betroffene weitere Schäden melden können und diese unter den genannten Bedingungen dann doch noch reguliert werden. Wichtig bleibt allerdings, dass von der Regulierung erfasste Schäden in der Vereinbarung möglichst genau benannt werden. So lassen sich zum Beispiel spätere Streitigkeiten, was Gegenstand der Vereinbarung ist, deutlich reduzieren.

Wir freuen uns, eine im Sinne der Geschädigten akzeptable Änderung der Abfindungserklärung erreicht zu haben. Die Geschädigten können sicher sein, dass wir den Regulierungsprozess auch weiterhin aufmerksam verfolgen.

Langwedel den 17.05.2016

Gero Landzettel Sprecher

 Veröffentlicht von am 21. Mai 2016

Zwei kanadische Umweltschützerinnen warnen vor CETA

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Mai 212016
 

Zwei kanadische Umweltschützerinnen warnen vor CETA

Zwei kanadische Umweltschützerinnen, Elizabeth May (lange Zeit Vorsitzende des Sierra Club, eines großen Umweltverbandes) und Maude Barlow (bekam den Alternativen Nobelpreis für ihren Kampf für das Recht auf Wasser) warnen, dass durch CETA der Schutz der Umwelt unter die Räder kommt und eine Veschiebung der Macht, von den Staten weg, hin zu den Konzernen stattfindet.

Ihr Offener Brief richtet sich an alle Minister der „Grünen“, die in den Bundesländern in der Regierungsverantwortung stehen, insbesondere an Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Sie bitten ausdrücklich, dass die Minister ihre Macht nutzen, um CETA zu verhindern. Da CETA wahrscheinlich ein gemischtes Abkommen wird, müsste der Bundesrat, also die Vertreter der Länder zustimmen. Ungefähr 90% der Wähler der „Grünen“ lehnen TTIP und CETA ab.

Europa soll nicht den gleichen Fehler begehen, den Kanada mit NAFTA gemacht hat.

Durch CETA käme TTIP durch die Hintertür, ist die Sorge der beiden Kanadierinnen.

http://canadians.org/sites/default/files/Trade/ceta-brief-kretschmann-0516.pdf

 

Unterschriftenaktion von Campact: „Den CETA-Hammer aufhalten“

https://www.campact.de/ceta/appell/teilnehmen/

 Veröffentlicht von am 21. Mai 2016

Warum schweigt Magdeburg? Giftmüllgrube für Abfälle aus der Erdgasförderung verschmutzt das Grundwasser – Grube illegal betrieben – Dringender Handlungsbedarf geboten

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Mai 212016
 
Presseerklärung von der
Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“

i.A. Dr. Christfried Lenz und Bernd Ebeling


Warum schweigt Magdeburg? Giftmüllgrube für Abfälle aus der Erdgasförderung verschmutzt das Grundwasser – Grube illegal betrieben – Dringender Handlungsbedarf geboten

Am 19. April war die Versammlung in Kakerbeck (Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt) mit über 100 Anwohnern, die verlangten, dass die im und um den Brüchauer „Silbersee“ lagernden Gifte aus der Erdgasförderung an einen Ort verbracht werden, wo sie das Grundwasser nicht kontaminieren, was sie bei Brüchau tun. Landrat Michael Ziche erklärte, dass auch der Altmarkkreis Salzwedel diese Position vertritt und gegenüber den zuständigen Stellen geltend machen wird. Bereits in der Vergangenheit hatte der Kreis das vom Landesamt für Bergwesen und Geologie (LAGB) vorgelegte Sanierungskonzept, welches durch Gaz de France (GdF Suez, neuer Firmenname Engie) erarbeitet wurde, als unzureichend abgelehnt.

Nun ist ein Monat vergangen, der Regierungswechsel vollzogen, doch Magdeburg schweigt. – Die von der Giftschlammgrube betroffenen Menschen schweigen nicht. Sie wollen, dass der „Problemfall Giftmüllgrube Brüchau“ zügig bereinigt wird. – „Warum hört man nichts aus Magdeburg und vom LAGB?“ fragen Viele. „Wird dort hinter verschlossenen Türen etwas ausgeheckt?  Scheut man die Öffentlichkeit? Das LAGB hat versucht, durch falsche Angaben zum Schadstoffinventar der Giftschlammgrube die Öffentlichkeit zu täuschen. Dreht man dort jetzt an weiteren krummen Dingern? Beispielsweise wurden für das giftige Quecksilber durch die Behörde die Schadstoffmenge von 250 Tonnen angeben. Der ehemalige Mitarbeiter von Gaz de France, Dr. Uwe Baumbach nannte dagegen die erheblich höhere Menge für Quecksilber von 960 Tonnen!“ fasst Dr. Christfried Lenz von der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ die Stimmungslage zusammen.
Das Staatliche Umweltamt Magdeburg von Sachsen-Anhalt stellte im Jahr 2000 fest, dass die Giftschlamm-Grube Brüchau undicht war und das Grundwasser kontaminierte (Dokument siehe Anhang). Wörtlich stellte das staatliche Umweltamt fest: „Durch die bisher durchgeführten Untersuchungen ist nachgewiesen, dass die natürliche Abdichtung nicht den Austrag von Schadstoffen verhindert.“ Weiter schreibt das Umweltamt: „Die Beeinflussung des Grundwassers durch die Deponie stellt eine Einleitung von Stoffen der Liste I und Liste II nach der Grundwasserverordnung dar. Der § 3 dieser Verordnung regelt eindeutig: „Für das Einleiten von Stoffen der Liste I in das Grundwasser darf eine Erlaubnis nicht erteilt werden“. … Die EG-Richtlinie 80/68/EWG, auf der die Grundwasserrichtlinie basiert, geht im Grundsatz von einem generellen Einleitungsverbot gefährlicher Stoffe (Null-Emission) in das Grundwasser aus.“
„Trotzdem kippte Gaz de France noch bis 2012 tausende Tonnen giftiger Bohrschlämme und Schlämme aus der Erdgasreinigung dort ab – eindeutig illegal!“, sagt Wasserwirtschafts-Bauingenieur Bernd Ebeling.
„Die BI „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ verlangt Antworten und Taten. Eine Grundwassersanierungs-Kläranlage ist unverzüglich einzurichten, damit nicht noch mehr sauberes Grundwasser durch die Giftmüllgrube kontaminiert wird!“, fordern gemeinsam Dr. Christfried Lenz und Bernd Ebeling.
Hintergrund:
In der undichten Giftschlammgrube Brüchau im Altmarkkreis Salzwedel lagern Reststoffe größtenteils aus der Erdgasförderung von Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Erdölförderung aus Mecklenburg-Vorpommern, sowie bergbaufremde Abfälle aus der Chemieindustrie. Bereits zu DDR-Zeiten wurden in Grundwassermessstellen Phenole und Quecksilber gemessen, nach der Wende wurden weitere Schwermetalle, hohe Salzgehalte, Cyanide und Radionuklide, z. B. Radium 226 mit relevanter Überschreitung der bundesweit anzuwendenden Grundwasserverordnung und Strahlenschutzverordnung behördlich festgestellt. Seit nun über 40 Jahren wird dort das vormals saubere Grundwasser stark verschmutzt, sofortiges Handeln seitens Betreiber Gaz de France (GdF Suez, neuer Name Engie) und dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) ist angezeigt. Eine Grundwassersanierung ist umgehend einzurichten und die gesamte Grube mit mind. 110.000 m3 teils hochgiftigen Stoffen sicher in der höchsten Deponieklasse oder einer Untertagedeponie zu verwahren.
 
Rückfragen gerne an
Dipl.-Ing. (FH) Bernd Ebeling, Tel. 0162 8265146
und
Dr. Christfried Lenz, Tel. 039001 90754
 Veröffentlicht von am 21. Mai 2016

Erinnerung – Aufruf zum Aktionstag am 22.05.16 in Nordick/Ascheberg NRW

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Mai 192016
 

Das Klimabündnis Hamm ruft zur Teilnahme an dem Aktionstag mit Menschenkette gegen Gasbohren und für erneuerbare Energien am Sonntag, 22.5.2016 um 14 Uhr am Bohrturm in Ascheberg-Nordick auf.

 

Um 12.30 Uhr startet dafür ein
Fahrradkorso vom Bahnhof in Hamm. Die einfache Strecke ist 12 km lang. In
Nordick wird nach kurzen Grußworten auf der Bühne Live-Musik von „Klaus der
Geiger“ und Selassikai geboten. Gleichzeitig können sich die Besucher über
Energieversorger informieren, die Strom und Gas aus nachhaltigen Quellen
liefern, in diesem Bereich ständig investieren und damit die notwendige
Energiewende kontinuierlich voran bringen. Abgeschlossen wird schließlich
die Veranstaltung mit einer Menschenkette am Gasbohrturm.

Anlass sind die Gasbohrungen in Nordick durch die HammGas GmbH, einer
Tochtergesellschaft der Stadtwerke Hamm. Diese hat der Rat der Stadt Hamm
mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen (!) am 15.3.2016 genehmigt und
sich gleichzeitig gegen zwei Windparks in Hamm entschieden. Dieses hält ein
breites Bündnis von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen für unklug und
nicht gut durchdacht, da Gasbohren verbunden ist mit erheblichen Kosten,
Gesundheitsrisiken und Umweltschäden. Dieses verzögert außerdem die
notwendige globale Umstellung auf emissionsfreie und nachhaltige
Energiequellen. Weitere Informationen:
http://www.klimabuendnis-hamm.de/?p=3582

Klimabündnis Hamm
c/o Ulrich Mandel, Hamm
http://www.klimabündnis-hamm.de

 

 Veröffentlicht von am 19. Mai 2016

Große Koalition setzt auf Bohrtürme statt auf Energiewende

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Mai 192016
 
Mit dem Beginn der Bohrung nach Erdgas in Nordick bei Herbern/Ascheberg
am 17.05. wird deutlich, welche Folgen die verantwortungslose
Energiepolitik in Deutschland nach sich zieht. Trotz der Beschlüsse von
Paris, die noch vor wenigen Monaten von allen Parteien als Erfolg
gefeiert wurden, beginnt hier und heute der Einstieg in die Ausbeutung
eines weiteren fossilen Energieträgers – Erdgas.

Verantwortlich für diese Fehlentwicklung sind die Politikerinnen und
Politiker von CDU, CSU und SPD, die sich weigern, eine nachhaltige
Energiepolitik zu verfolgen. Statt dem Schutz von Klima,
Heimat und Natur Vorrang einzuräumen, ermöglichen diese Parteien Unternehmen wie
HammGas, PVG, DEA und EXXON weiterhin, auf das Scheitern der Energiewende
zu wetten.

Der Rat der Stadt Hamm setzt dabei auf Erdgas, statt endlich einen
Ausstiegspfad aus fossilen Energieträgern aufzuzeigen. Die SPD in
Düsseldorf weigert sich, dem Gasbohren wie dem Fracking endlich mit
einem Verbot im Landesentwicklungsplan die Geschäftsgrundlage zu
entziehen. Die Bundesregierung weigert sich, das Bergrecht fit für das
21. Jahrhundert zu machen. SPD, CDU und CSU in Berlin zeigen sich
unfähig, zu Fracking überhaupt eine Entscheidung zu treffen.
Gleichzeitig wird von der Großen Koalition die Energiewende abgewürgt,
die bis 2025 nur 45% Strom im Netz aus erneuerbaren Energien haben wird.
Damit sind nicht nur die Klimaziele von Paris in keinster Weise einzuhalten.
Es wird auch die Branche der erneuerbaren Energien in den Ruin getrieben, und
zukunftsfähige Arbeitsplätze gehen verloren.

Leidtragende sind bei diesem Politikversagen wieder einmal die
Bürgerinnen und Bürger. Statt die Energiewende als Bürgerwende voran zu
bringen, werden Risikotechnologien wie Gasbohren immer noch vom Gesetz
geschützt. Vor wenigen Wochen hat die Kreis-CDU in Verden beim
Gasbohren-Unternehmen DEA darum ‚gebettelt‘, doch bitte die
Erdgasförderung einzustellen. Begründung: Die Erdbeben zerstören nicht
nur Landschaft und Gebäude, sondern auch den guten Ruf der Region!

Solar- und Windenergieanlagen werden breit in der Öffentlichkeit
diskutiert und können aufgrund von Bürgereinsprüchen auch komplett
gestoppt werden. Dagegen wird der Erdgasbergbau vorbei an jeder
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger einfach per Behörden-Bescheid
exekutiert. Politisches Versagen führt dazu, dass der von der Politik
gesetzte rechtliche Rahmen keinen Schutz vor Risikotechnologien bietet.
Transparenz findet nicht statt. Stattdessen werden Daten von
Wasserproben sowie giftigem Bohrschlamm und Lagerstättenwasser unter
Verschluss gehalten.

Der Widerstand gegen Gasbohren ist nicht bereit, diese politischen
Missstände länger hinzunehmen. HammGas plant bereits die zweite
Bohrstelle zwischen Naturschutzgebiet, Wohnbebauung und Wassertürmen in
der Nähe von Hamm. Doch noch lässt sich die Zerstörung der Landschaft
durch den Erdgasbergbau verhindern.

Um den Erdgasbergbau noch rechtzeitig zu stoppen, rufen wir die
Bürgerinnen und Bürger auf, in den bevorstehenden Wahlen die Haltung der
Parteien zum Raubbau an fossilen Energieträgern genau unter die Lupe zu
nehmen. Nur eine wasserdichte Verbotsregelung schützt Klima, Umwelt und
Heimat vor den katastrophalen Folgen von Gasbohren und Fracking. Und
hier haben SPD, CDU und CSU endlich zu liefern.

Für den 22.05. mobilisieren Energiewende- und Umweltschutzgruppen
landesweit zu einem Aktionstag am Bohrturm in Nordick. Mit einem Programm
aus Information und Musik soll deutlich gemacht werden, dass eine
Energiewende machbar ist und lediglich politisch verhindert wird. Es werden
an diesem Tag u.a. Alternativen bei der privaten Stromversorgung vorgestellt.
Denn über den Wechsel des Stromanbieters kann zusätzlich wirtschaftlicher
Druck auf die Stadtwerke Hamm ausgeübt werden, die zu 30 Prozent am
Gasbohren im Münsterland beteiligt sind.

Mit der abschließenden Menschenkette am Bohrturm soll gezeigt werden:
„Energiewende statt Gasbohren ist machbar – hier und anderswo!“

Weitere Informationen zum Aktionstag am Bohrturm von HammGas in Nordick:

http://www.klimabuendnis-hamm.de/?p=3582

Jürgen Blümer

 Veröffentlicht von am 19. Mai 2016