Landtag will Volksinitiative zum Schutz des Wassers teilweise zulassen

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Okt 292018
 

Landtag will Volksinitiative zum Schutz des Wassers teilweise zulassen

Pressemitteilung der Volksinitiative zum Schutz des Wassers 24.10.2018

Die mit 42.000 Unterschriften von Schleswig-Holsteinern unterstützte Volksinitiative zum Schutz des Wassers sei unzulässig, soweit Fracking verboten werden soll, befand heute die Mehrheit des Innen- und Rechtsausschusses. Zulässig sei sie, soweit Bergbauunternehmen für Schäden haftbar gemacht und der Geheimhaltung von Bohrplänen zum Schutz von „Geschäftsgeheimnissen“ ein Ende gesetzt werden soll. Dies entschied der Innen- und Rechtsausschuss heute nachmittag mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP. SPD und SSW stimmten vergeblich für eine Zulassung auch des Fracking-Verbots. Die Volksinitiative kündigt an, wegen der Nichtzulassung des Fracking-Verbots vor das Landesverfassungsgericht zu ziehen.

„Heute haben wir einen wichtigen Teilerfolg errungen“, erklärt die
Vertrauensperson der Volksinitiative Dr. Reinhard Knof (BI gegen CO2 Endlager). „Bergbau wird zukünftig nicht mehr ohne Einfluss der zuständigen Wasserbehörden der Kreise stattfinden können. Die
Bergbauunternehmen werden in Zukunft für Schäden haften, bei Unfällen ihre Bohrungen unterbrechen müssen und können ihre Absichten nicht mehr hinter Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen verbergen. Damit ist es uns nach über fünf Jahren gelungen, den bisher nur unter der fragwürdigen Aufsicht des Bergamtes agierenden Bergbauunternehmen eine wirkunsvolle Aufsicht durch die Kreisverwaltungen entgegen zu setzen.“

„Zum Schutz unseres Wassers soll Schleswig-Holstein als bundesweit erstes Land komplett aus dem hochriskanten und klimaschädlichen Fracking aussteigen“, fordert die vertrauensperson der Volksinitiative Patrick Breyer (Piratenpartei). „Wir werden das Landesverfassungsgericht darüber entscheiden lassen, ob das möglich ist. Haben wir Erfolg, können auch andere Bundesländer Fracking verbieten und damit unsere Heimat und Lebensgrundlagen schützen.“

Hintergrund:
Zehntausende Schleswig-Holsteiner unterstützen die Volksinitiative zum Schutz des Wassers, die u.a. von BUND, attac, der Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager und der Piratenpartei getragen wird. Die Volksinitiative will Fracking in Schleswig-Holstein verbieten, Bergbau-Unternehmen für Schäden haftbar machen und der Geheimhaltung von Bohrplänen zum Schutz von „Geschäftsgeheimnissen“ ein Ende setzen.

Sowohl der Landtag der letzten Wahlperiode als auch der Koalitionsvertrag der jetzigen Landesregierung haben sich eindeutig gegen Fracking in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Bisher fehlt es
jedoch an konkreten Maßnahmen, um Fracking in allen Gesteinsschichten rechtssicher auszuschließen.

Das mit dem Landesentwicklungsplan bereits angestrebte landesweite Fracking-Verbot ist nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Landtags nicht rechtssicher und deshalb nicht ausreichend (Umdruck 18/4945). Deshalb sehen wir die Volksinitiative zum Schutz des Wassers als derzeit einzige Option für ein landesweites Fracking-Verbot an.

Die Gesetzgebungskompetenz des Landes ergibt sich aus Artikel 72 Absatz 3 Nummer 5 des Grundgesetzes. Das Verbot des Aufbrechens von Gestein bezieht sich nicht auf bestimmte Stoffe oder Anlagen, sondern ist als verhaltensbezogene Regelung einzuordnen (Umdruck 19/1386).

Zu § 88a Landesverwaltungsgesetz: Bisher werden die Pläne von
Erdölkonzernen vielfach der Öffentlichkeit vorenthalten, um „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“ der Unternehmen zu schützen. Die Gesetzesänderung schafft die eindeutige Grundlage dafür, dass Bürger und Behörden in Fällen überwiegender öffentlicher Interessen auch Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse erhalten und veröffentlichen können.


http://www.keinco2endlager.de/landtag-will-volksinitiative-zum-schutz-des-wassers-teilweise-zulassen-fracking/ 

 Veröffentlicht von am 29. Oktober 2018

Bericht zum Monat Oktober 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Okt 202018
 

Foto: pixabay

Bericht zum Monat Oktober 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 15. September 2018 bis 12. Oktober 2018

Der Oktober 2018 erlebt nach der fortgesetzten Stagnation im September mit geringster Zunahme einen deutlichen Rückgang – nach schon im August kaum Zunahme – der im Einsatz befindlichen Bohrtürme. Der Rückgang nach Februar 2018 ist weiterhin noch nicht durch den neuen Anstieg der im Einsatz befindlichen Bohrtürme bis September ausgeglichen. Der Abstand hat sich durch den Rückgang im Oktober wieder vergrößert.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14. September 2018 bei 70,30 USD/barrel und haben sich im Berichtszeitraum weiter gefestigt bis auf 74 USD/barrel erst in den letzten Tagen gaben sie wieder etwas nach und liegen heute bei 71,30 USD/barrel.
Nach den Ankündigungen der US-Förderindustrie sind die US-Rohölpreise ab 60 USD/barrel interessant. Es war also in Nordamerika in den Monaten September und Oktober mit dem Verkauf von WTI-Rohöl gutes Geld zu verdienen. Dennoch wurden bisher keine Aktivitäten zur Ankurbelung der Ölförderung unternommen.

Es drängt sich immer mehr der Schluss auf, dass das Fördervolumen absichtlich niedrig gehalten wird, um mit den deutlich höheren und profitablen Rohölpreisen Gewinne zu generieren.

Hier bleiben weiterhin – und verstärkt – Fragen offen, deren Klärung eventuell demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Monat Oktober nicht gleichsinnig. In den USA  nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gering zu, in Kanada dagegen deutlich ab. So ergab sich eine Gesamtabnahme im Oktober von 23 Türmen.
Sie verteilte sich etwa zu drei Vierteln auf Ölbohrtürme und zu einem Viertel  auf Gasbohrtürme.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74
18.05.18
1.129 1.046 83 71,50
15.06.18
1.198 1.059 139 66,60
13.07.18
1.251 1.054 197 70,60
17.08.18
1.269 1.057 212 65,00
14.09.18
1.281 1.055 226 70,30
12.10.18
1.258 1.063 195 71,31

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika noch 997 Ölbohrtürme und 261 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (532), Oklahoma (142), New Mexico (102), Louisiana (64), North Dakota (52), Pennsylvania (45), Colorado (33, Wyoming (30) und Ohio (17).

Der Ölpreis war seit Mitte März stetig gestiegen, auf zwischenzeitlich am 18. Mai 2018 71,50 USD/barrel für WTI , am 15. Juni 2018 etwas nachgegeben auf 66,60 USD/barrel, danach wieder gestiegen bis 74,30 mit Abfall Mitte Juli auf 70,60 USD/barrel und Mitte August weiter bis knapp unter 65,00 USD /barrel, Mitte September waren über 70 USD/barrel erreicht und Mitte Oktober liegen wir bei 71,31 USD/barrel.

Die Unsicherheit an den Börsen sei der Grund für diese Rohstoffpreisentwicklung, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu.
Das Erdgas-Überangebot in den US-Netzen drückt die weiterhin die Preise, die im September  bei 2,82 USD/mmBtu lagen und dann mit den Rohölpreisen leicht anzogen auf zur Zeit 3,222 USD/mmBtu.

Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorräte der USA besteht weiter. Bisher war davon ausgegangen worden, dass in 2018 die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 bis 70 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen könnte. Das hat sich bisher auch so entwickelt.
Die sprunghafte Außenpolitik der USA, unter Missachtung aller internationalen Vereinbarungen, die gültig abgeschlossen wurden, wesentlich in der Vergangenheit forciert von den USA, bietet für Zocker zusätzliches Wett-Potential und verschärft generell die  Situation.
Die Aktivitäten von Präsident Trump gegen die NATO, als gemeinsame Allianz, vergrößert die Unsicherheit noch weiter, ebenso die Ausrufung des Handelsembargos gegen die Türkei, nachdem dort ein amerikanischer Staatsbürger bei einem Aufenthalt verhaftet worden war und ohne weitere Angaben in Haft gehalten wird. Auch der Handelskrieg Trumps mit China erhöht die Unsicherheit weiter.

Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA  wird sich auf die inzwischen schon wieder recht starke Ölförderung des Iran auswirken und diese reduzieren.
Es bleibt ungewiss, ob es den Ländern der EU gegen Trump gelingt, iranische Öllieferungen dennoch durchzuführen und finanziell abzuwickeln.
Die damit auf dem Weltmarkt befürchtete Verknappung des Rohöles ist vorerst nicht zu erwarten. Die Reaktionen auf den IPCC-Sonderbericht zur Klimaentwicklung Anfang Oktober können aber dazu führen, dass wenig oder gar nicht mehr in den Ölsektor investiert wird.

Die kürzliche Ankündigung mehrerer wichtiger Erdölförderländer, ihre Förderung wieder hoch fahren zu wollen, wurde offenbar bisher nicht umgesetzt und China hat hohen Energie-und Rohstoffbedarf für seine unter Volllast laufende Konjunktur.
Das Drohpotential der Iraner, den Golf von Hormuz zu schließen, wenn man ihnen den Verkauf ihres Rohöles unmöglich macht, ist zwar erheblich, da dann Tankerlieferungen von Irak, Kuwait, Saudi, Bahrain, Katar und Vereinigte arabische Emirate eingeschränkt würden, was etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels ausmacht, aber schon vor Jahren haben die Emirate eine Pipeline an die Golfküste im Golf von Oman gelegt, um ihr Rohöl dort zu verschiffen und die Bedrohung in der Straße von Hormuz zu entkräften. Die Tanker bleiben dann draußen im Golf, vor der gefährlichen Passage der Straße von Hormuz.

Die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), werden jetzt zu sehr profitablen Preisen nach und nach in den Markt gebracht, nachdem sie zu Preisen von unter 30 USD/barrel gebunkert worden waren.

Das erwartete Reaktivieren von Bohrtürmen bei Rohölpreisen von 60 USD/barrel WTI und darüber  in den USA und in Kanada ist weiterhin ausgeblieben. Die Gründe dafür sind weiterhin nicht klar auszumachen. Jedoch verstärkt sich der Verdacht, dass durch Beschränkung des Fördervolumens – auch in den USA und Kanada – die Rohölpreise stabilisiert werden sollen. Wenn das Ölembargo der USA gegen den Iran „dicht“ gemacht werden kann, könnte das gelingen.
Die US-Förderunternehmen behaupten, dass sie aus ihren Förderbohrungen in Shale-Vorkommen durch optimierte Massnahmen viel mehr Produktion herausholen als vorher und daher eher wettbewerbsfähig sind (bei niedrigeren Preisen als vorher).
Da insgesamt im Bereich der Ölförderung in Nordamerika der Hauptrückgang in den Monaten März und April 2018 stattgefunden hat und die anschließende Zunahme an Bohrtürmen im Einsatz bis jetzt diesen starken Rückgang nicht ausgleichen konnte, wird im Verlauf des Winters 2018/2019 auch die US-Förderung geringer werden.

Foto: pixabay

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.
Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. Inzwischen sind Neuanlagen schon wettbewerbsfähiger als fossile Stromerzeuger. Hinzu kommt die verschärfte Warnung des IPCC vor dem Klimawandel, die deutlich macht, dass das ganz große Geschäft mit den Kohlenwasserstoffen keine Zukunft mehr haben darf, sondern ein Auslaufmodell sein muss.

Eine neue Studie von Carbon Tracker sieht die Möglichkeit, dass schon in 5 Jahren die Nutzung der fossilen Brennstoffe drastisch sinken wird, weil gerade die „jungen Industrie- und Aufsteigerländer gleich mit Sonnenstrom und Windstrom arbeiten werden, anstatt sich in die Abhängigkeit der fossilen Konzerne zu begeben.
Die fossilen Brennstoff-Förderer wollen hingegen diese Länder als neue und künftigm stärkere Kunden gewinnen.

Die Zubauraten an Fotovoltaik-Anlagen in  den USA sind rasant gestiegen.
Der US-Präsident Trump versucht jetzt durch Maßnahmen den weiteren Ausbau zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt.
Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung. Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten, außer von dem von Alaska, der allen Ernstes behauptet, die Einnahmen aus der Ölförderung Off-Shore dringend zu benötigen, um die Strukturkosten des Klimawandels für Alaska damit zu einzuspielen. Das ist schon paradox.

 

Volker Fritz
im AK Fracking
Braunschweiger Land

 

 Veröffentlicht von am 20. Oktober 2018

Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Sep 222018
 

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Bericht zum Monat September 2018: Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

Berichtszeitraum 18. August bis 14. September 2018

Der September 2018 erlebt eine sich fortsetzende Stagnation mit geringster Zunahme – nach schon im August kaum Zunahme – der im Einsatz befindlichen Bohrtürme. Der Rückgang nach Februar 2018 ist weiterhin noch nicht durch den neuen Anstieg der im Einsatz befindlichen Bohrtürme bis September ausgeglichen, aber jetzt fehlen nur noch wenige Bohrtürme.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 17. August 2018  bei knapp unter 65,00 USD/barrel., festigten aber bis zum 14.September auf 70,30 USD/barrel.
Nach den Ankündigungen der US-Förderindustrie sind die US-Rohölpreise ab 60 USD/barrel interessant. Dennoch kam die Wiederinbetriebnahme von Bohrtürmen im  September, gemessen an den aktuellen Marktpreisen, fast völlig zum erliegen.
Besonders erstaunlich im Berichtszeitraum ist zu vermerken, dass in den USA sogar ein leichtes Minus gemeldet wurde. Die Zunahme im Berichtsmonat kam allein durch Aktivitäten in Kanada. Im Ergebnis vergingen so weitere vier Wochen im August/September, und die Einsatzzahlen vom Februar 2018 sind noch immer nicht wieder erreicht.

Hier bleiben weiterhin – und verstärkt – Fragen offen, deren Klärung evtl. demnächst möglich sein wird.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im Monat September nicht gleichsinnig. In den USA  ging die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme um zwei zurück, in Kanada nahm sie um 14 Bohrtürme zu. So ergab sich eine Gesamtzunahme von zwölf Türmen im September.
Sie verteilte sich etwa je zur Hälfte auf Ölbohrtürme und Gasbohrtürme.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn:

Monat
gesamt im Einsatz USA
Kanada
USA Rohölpreis WTI USD/barrel
Ende 7 1.178 958 220 46,00
Ende 8
1.157 940 217 46,81
Ende 9 1.155 935 220 52,13
Ende 10
1.115 913 202 51,94
Mitte 11
1.090 889 192 54,27
3. Wo 11
1.110 907 203 57,03
4. Wo 11 1.123 915 208 56,18
15.12.17
1.168 930 238 56,64
19.01.18
1.261 936 325 63,72
16.02.18
1.293 975 318 60,74
16.03.18
1.209 990 219 60,85
13.04.18
1.110 1.008 117 66,74
18.05.18
1.129 1.046 83 71,50
15.06.18
1.198 1.059 139 66,60
13.07.18
1.251 1.054 197 70,60
17.08.18
1.269 1.057 212 65,00
14.09.18
1.281 1.055 226 70,30

 

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika noch 1.015 Ölbohrtürme und 264 Erdgasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas (525, Oklahoma (139), New Mexico (99), Louisiana (61), North Dakota (54), Pennsylvania (44), Colorado (32, Wyoming (30, und Ohio (20).

Der Ölpreis war seit Mitte März stetig gestiegen, auf zwischenzeitlich am 18. Mai 2018 71,50 USD/barrel für WTI , am 15. Juni 2018 etwas nachgegeben auf 66,60 USD/barrel.
danach wieder gestiegen bis 74,30 mit Abfall Mitte Juli auf 70,60 USD/barrel und Mitte August. weiter bis knapp unter 65,00 USD /barrel. Seither erfolgte wieder ein stetiger Anstieg bis auf über 70 USD/barrel.

Die Unsicherheit an den Börsen sei der Grund für diese Rohstoffpreisentwicklung, kommentieren die Händler an der Wall Street in New York. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 3,20 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu.
Das Erdgas-Überangebot in den US-Netzen drückt die weiterhin die Preise, die zurzeit bei 2,82 USD/mmBtu liegen, praktisch konstant sind.

Die vom US-Statistik-Amt festgestellte Verringerung der gelagerten Ölvorräte der USA besteht weiter. Bisher war davon ausgegangen worden, dass in 2018 die Auswirkung der Rücknahme der Förderkapazitäten der OPEC-Länder und der mit ihnen kooperierenden Nicht-OPEC-Förderländer zur Stabilisierung der Rohölpreise bei 60 bis 70 Dollar/barrel WTI-Qualität beitragen könnte.
Die sprunghafte Außenpolitik der USA, unter Missachtung aller internationalen Vereinbarungen, die gültig abgeschlossen wurden, wesentlich in der Vergangenheit forciert von den USA,
bietet für Zocker zusätzliches Wett-Potential und verschärft generell die Situation.
Die Aktivitäten von Präsident Trump gegen die NATO, als gemeinsame Allianz,vergrößert die Unsicherheit noch weiter.

Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA könnte sich auf die inzwischen schon wieder recht starke Ölförderung des Iran auswirken und diese reduzieren.
Die damit auf dem Weltmarkt befürchtete Verknappung des Rohöles ist nicht zu erwarten.
Erst kürzlich haben mehrere wichtige Erdölförderländer angekündigt, ihre Förderung wieder hoch fahren zu wollen. Und die Länder der EU haben betont, dass sie im Atomabkommen mit dem Iran bleiben wollen und dem Iran Möglichkeiten schaffen wollen, sich wirtschaftlich weiter zu erholen. Das bedeutet, dass sie Öllieferungen des Iran gegen das US-Embargo an die EU organisieren wollen.
Das Drohpotential der Iraner, den Golf von Hormuz zu schließen, wenn man ihnen den Verkauf ihres Rohöles unmöglich macht, ist zwar erheblich, da dann Tankerlieferungen von Irak, Kuwait, Saudi, Bahrain, Katar und Vereinigte arabische Emirate eingeschränkt würden, was etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels ausmacht, aber schon vor Jahren haben die Emirate eine Pipeline an die Golfküste im Golf von Oman gelegt, um ihr Rohöl dort zu verschiffen und die Bedrohung in der Straße von Hormuz zu entkräften. Die Tanker bleiben dann draußen im Golf, vor der gefährlichen Passage der Straße von Hormuz.

Die riesigen weltweit zwischengelagerten Rohölmengen, die kurzfristig verfügbar und auch umdirigierbar sind (Lagerung in Großtankerflotten auf Reede), animieren die Rohstoff-Spekulanten zu Preiswetten und  überlagern das eigentliche Rohöl-Liefergeschäft.

Das erwartete Reaktivieren von Bohrtürmen bei Rohölpreisen von 60 USD/barrel WTI und darüber  in den USA und in Kanada ist weiterhin ausgeblieben. Die Gründe dafür sind weiterhin nicht klar auszumachen.
Die US-Förderunternehmen behaupten, dass sie aus ihren Förderbohrungen in Shale-Vorkommen durch optimierte Massnahmen viel mehr Produktion herausholen als vorher und daher eher wettbewerbsfähig sind (bei niedrigeren Preisen als vorher).
Da insgesamt im Bereich der Ölförderung in Nordamerika der Hauptrückgang in den Monaten März und April 2018 stattgefunden hat und die anschließende Zunahme bis jetzt diesen starken Rückgang nicht ausgleichen konnte, wird im Verlauf des Herbstes und zum Winter 2018 hin das Ölangebot aus nordamerikanischer Förderung deutlich geringer sein, als die Prognosen der Wirtschaft dies noch im Monat Februar 2018 besagten.

Foto: pixabay

Die Situation der Kohlenstoff-Energiebranche wird von großen institutionellen Anlegern weiterhin kritisch gesehen, weil der große Zuwachs bei den regenerativen Energien, gerade und auch in den USA, den fossilen Erzeugern Märkte wegnimmt.
Und die Erzeugung der regenerativen Energien wird immer preiswerter. Neueste Meldungen berichten, dass die Fotovoltaik durch weitere Verbesserungen der Effizienz inzwischen in den USA wettbewerbsfähiger als die fossilen Stromerzeuger ist. Und in naher Zukunft wird mit noch günstigeren Produktionskosten gerechnet.

Eine neue Studie von Carbon Tracker sieht die Möglichkeit, dass schon in fünf Jahren
die Nutzung der fossilen Brennstoffe drastisch sinken wird, weil gerade die  „jungen Industrie- und Aufsteigerländer gleich mit Sonnenstrom und Windstrom arbeiten werden, anstatt sich in die Abhängigkeit der fossilen Konzerne zu begeben.
Die fossilen Brennstoff-Förderer wollen hingegen diese Länder als neue und künftig stärkere Kunden gewinnen.

Die Zubauraten an Fotovoltaik-Anlagen in  den USA sind rasant gestiegen.
Der US-Präsident Trump versucht jetzt durch Maßnahmen den weiteren Ausbau zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

International ist wieder Bewegung in das Bohrgeschäft gekommen. Im August weitere elf Bohrtürme in Betrieb genommen worden, so dass Ende August weltweit 1008 Bohrtürme im Einsatz waren.
Die Zunahme verteilte sich mit Schwerpunkt Afrika wie folgt:
Südamerika plus 2, Europa plus 5, Afrika plus 6, Mittelost plus 2,  Asien/Pazifik minus 4.
Vom Volumen her ist Mittelost mit 402 Türmen im Einsatz die aktivste Region, gefolgt von Asien/Pazifik mit 225 Türmen.

Weiterhin versuchen große institutionelle Anleger, die bisher im Energiebereich bedeutende Teile ihres investierten Portfolios angelegt haben, aus den fossilen Energien auszusteigen.

Die Freigabe des Offshore-Gürtels vor den Küsten der US-Bundesstaaten für die Förderung von Kohlenwasserstoffen durch Präsident Trump wird weitestgehend von den betroffenen Bundesstaaten abgelehnt.
Sie bestehen auf der Beibehaltung der Schutzsperre der Obama-Regierung.Sie fürchten um die Küstenfischerei, um die Gefährdung der Natur und der Küsten durch Unfälle und Störungen und insgesamt um die Beeinträchtigung des Tourismusgeschäftes an ihren Küsten.
Der zuständige Minister, Bryan Zynke, hat von fast allen Gouverneuren entsprechende ablehnende Bescheide erhalten, außer von dem von Alaska, der allen Ernstes behauptet, die Einnahmen aus der Ölförderung Offshore dringend zu benötigen, um die Strukturkosten des Klimawandels für Alaska damit zu einzuspielen. Das ist schon paradox.


Volker Fritz

im AK Fracking Braunschweiger Land

 

 Veröffentlicht von am 22. September 2018

Bericht von den Protest-Tagen des Klimacamps im Groninger Erdgasfeld

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Sep 172018
 

© Lindner-Hausner

Bericht über die Beteiligung mehrerer Mitglieds-BIs an den Protest-Tagen des Klimacamps im Groninger Erdgasfeld vom 24. bis 31. August 2018

Dem Aufruf der Gruppe „Code Rood“, zusammen mit „Ende-Gelände“ sind in den Tagen rund 700 Teilnehmer gefolgt. Teilnehmer aus vielen europäischen Ländern und aus Übersee beteiligten sich an den Aktionen. Die hohe Zahl der Aktiven ergab eine echte Hilfe für die örtlichen Initiativen und die gewünschte öffentliche Aufmerksamkeit.

Wegweiser von Code zum Klima-Camp ©Lindner-Hauser

 

 

Die Veranstaltung war so gelegt, dass am 28. August , dem Groninger Festtag „Gronings Ontzet“, erhöhte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in den Niederlanden, und besonders in der Region Groningen, zu erwarten war. Das Klima-Camp war in der Nähe von Delfzijl eingerichtet.
Ganz in der Nähe befinden sich Erdgaskondensattanks des niederländischen Erdgaskonzerns NAM, eines Konsortiums von ExxonMobil und Shell.

Menschen im Klimacamp © Lindner-Hauser

Eine der Aktionen während der Tage war die mehrtägige friedliche Sitzdemo an der Kondensattankanlage von NAM, die am 30. August ohne Eingriffe der Polizei wieder aufgehoben wurde.
Plakative Forderungen waren: „Die fossilen Rohstoffe sollen in der Erde bleiben, Quecksilber, Benzol, Radioaktivität, Schwermetalle töten!“
„Rettet das Klima – Regenerative Energien nutzen! Weltweit !“
„Genug ist Genug“, „Einstellung der Erdgasförderung“…

Auch aus dem Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ waren Vertreter mehrerer Initiativen dem Aufruf gefolgt. Neben der AG Fracking der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg war auch Abgefrackt Bündnis Weidener Becken gegen Fracking anwesend.

Gasförderplatz im Gebiet Groningen © Ebeling

Zum Hintergrund: dieses größte europäische Erdgasvorkommen im Groninger Becken förderte über Jahrzehnte schon große Mengen Erdgas, bis zu 54 Mrd. m³/Jahr. 1986 traten dann erste Beben auf, die sich allmählich verstärkten und auch an Intensität zunahmen. Eine Eigenart dieser Region ist es, dass die Epizentren dieser Setzungsbeben in der Förderungsebene liegen, also in etwa drei Kilomter Tiefe. Dadurch gelangt viel mehr Energie an die Oberfläche, als bei gleich starken normalen Erdbeben, deren Epizentren viel tiefer liegen. Die Groninger Beben richten daher Schäden an, die sonst erst bei Magnituden von fünf oder sechs auftreten.
Und die Schäden nahmen mit den Jahren ständig zu. 90.000 Gebäude sind potentiell im Groninger Gebiet gefährdet.
Bis 2012 waren der Betriebsgesellschaft NAM 1.100 Schadensanzeigen eingereicht worden. Seit dem Huizinger Beben im August 2012 mit einer Stärke von 3,6 Richter wurden inzwischen über 50.000 Schadensanzeigen eingereicht.
Der „Untersuchungsrat für Sicherheit“ in den Niederlanden hat seine Einschätzung dazu abgegeben:“Die Gasförderung ist inzwischen für die Menschen in der Region Groningen zum Sicherheitsrisiko geworden“. Circa 600.000 Einwohner der Region Groningen sind betroffen.

Die niederländische Regierung hat die Erdgasförderung bereits von 54 Mrd. m³ auf 21 Mrd. m³/Jahr reduzieren lassen und will bis 2030 im Groninger Becken die Erdgasförderung ganz beenden, doch die Beben haben noch nicht abgenommen.
Ferner plant die Regierung nicht etwa die Umstrukturierung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien, sondern sie will weiterhin Erdgas nutzen, das jedoch dann kostenintensiv importiert werden soll.

einsturzgefährdeter Bauernhof © Ebeling

Unsere Teilnehmer haben mit vielen Einheimischen gesprochen und diese zeigten ihnen die vielen Risse in zahlreichen Gebäuden in mehreren Gemeinden: Loppersum, Middelstum, Huizinge, Eemsmond, Doodstil und Zandeweer. Die Geschädigten kämpfen mit der NAM um den Ausgleich ihrer Schäden, oftmals sind die Häuser aber nur noch Ruinen, die abgerissen werden müssen, weil ein Neubau preiswerter ist.
Auch verschiedene Erdgasanlagen, teilweise als Cluster-Förderplätze ausgeführt, mit vielen Fördersonden, wurden besichtigt, mit umfangreichen Erdgasreinigungsanlagen und hohen Fackeltürmen. Unseren Besuchern wurde von Leitungsleckagen mit Benzolaustritten berichtet, die häufiger auftreten.

Der Grenzwert für Benzol ist in den Niederlanden mit 0,2 ppm wesentlich schärfer als in Deutschland mit 0,5 ppm, doch der einzig schützende Wert wäre 0 ppm, ein Molekül eingeatmet genügt, um Krebs zu verursachen.

Im Groninger Becken hat sich der Boden inzwischen, nach Angaben der Niederländer, um 45 Zentimeter gesenkt und Deiche zur Nordsee  mussten teils erhöht werden, um die Höhenverringerung der Deichkrone auszugleichen. Natürlich gab es das gleiche Problem mit allen Wasserläufen im Groninger Becken.
Auch da mussten Uferbefestigungen angepasst werden.

Die Forderungen der Aktion Alarmstufe Rot – Code Rood:
https://www.ende-gelaende.org/code-rood/
Schadensersatzleistungen und das Ende der Gasproduktion (wirklich) Nachhaltige Energie ein fairer Wandel eine gerechte Welt
im Detail nachzulesen bei https://code-rood.org/de/aktionsaufruf-code-rood-2018/

Unseren Teilnehmern ist besonders positiv die gute Stimmung und überströmende Begeisterung der Menschen im Camp aufgefallen und das gegenseitige aufeinander Achten. Zu den Groninger Initiativen gab es gute Kontakte. Doch auch zu vielen anderen Gruppen aus Schweden und Groß Britannien konnten neue Kontakte geknüpft werden.

Insgesamt bewerten die örtlichen niederländischen Initiativen im Raum Groningen dieses „Camp“ als großen Erfolg und haben sich bei allen auswärtigen Teilnehmern herzlich bedankt.

Zusammenfassung: Volker Fritz

 

 Veröffentlicht von am 17. September 2018

Bericht über Aktivitäten der BI „Gegen Gasbohren“ in Goyatz am Schwielochsee

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Sep 062018
 

Bericht über Aktivitäten der BI „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“ in Goyatz am Schwielochsee in Brandenburg Ende August 2018

Unsere neue Mitglieds-BI bei „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“ in Goyatz am Schwielochsee hat schon kurz nach ihrer Gründung und der Aufnahme ihrer Aktivitäten im August ein sehr vitales Zeichen gesetzt.
Der schnelle Mitgliederzuwachs auf inzwischen über 100 Personen macht deutlich, dass der Widerstand gegen die Pläne der deutschen Tochter CEP GmbH des kanadischen Unternehmens Central European Petroleum Ltd (CEP) auf einer breiten Basis in der betroffenen Bevölkerung der Gemeinde Schwielochsee ruht.
Es bleibt anzumerken, dass diese GmbH beim Amtsgericht Charlottenburg 2008 registriert ist, unter HRB Nr. 113929B mit Stammkapital 25.000 Euro (wenn es aus Haftungsgründen Probleme geben sollte, geht die GmbH in Konkurs und Geschädigte, egal ob Gemeinden oder Anwohner, könnten in die Röhre schauen.

Die BI hatte am 23. August, im Vorfeld zu einer angekündigten Informationsveranstaltung von CEP GmbH, zu ihrer ersten eigenen Veranstaltung im Gasthof „Mocho“ in Goyatz eingeladen und mit einer umfangreichen Verteilaktion Einladungsflyer in viele Briefkästen gesteckt.

Voller Saal im Gasthof „Mocho“ (Foto: Buder )

Die Resonanz war überraschend positiv, der Saal war mit 160 Besuchern voll besetzt. Zur Unterstützung waren zwei Vertreter aus BIs des Zusammen-schlusses „Gegen Gasbohren“ angereist, um über die Erfahrungen mit der Kohlenwasserstoff-Förderung bei ihnen zu informieren und wurden von Olaf Buder, dem Vorsitzenden freundlich begrüßt.
Ingenieur Bernd Ebeling, von der BI Uelzen berichtete den Teilnehmern von den praktischen Erfahrungen im Hauptförderland Niedersachsen mit Wasserverschmutzungen, Freisetzungen von Giftstoffen und den Gefahren durch das Verpressen der hoch giftigen Abwässer in den Untergrund. Dr. Christfried Lenz von der BI „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ erläuterte, welche Formen des Widerstandes sinnvoll und zielführend sein können und berichtete über den Kampf seiner BI für die Beseitigung der Giftschlammgrube „Brüchau“, der noch immer andauert. Er machte auch den Zuhörern deutlich, dass es für fossile Brennstoffe keine Zukunft geben dürfe, damit Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht. Die Besucher stellten auch zahlreiche Fragen an die beiden Referenten. Anschließend trugen sich viele von ihnen als Mitglieder der neuen BI ein, die ihre Interessen vor Ort am Schwielochsee vertreten will.

Zur Informationsveranstaltung von CEP GmbH am 30. August 2018, anberaumt von 15 bis 22 Uhr, ebenfalls im Saal des Gasthofes „Mocho“ in Goyatz, war die BI „Gegen Gasbohren“ im Oberspreewald nach der Vorbereitungsveranstaltung am 23. August 2018 bestens gerüstet und hatte sich darauf eingestellt, durch Präsentation und Demonstration vor dem Saal des „Mocho“ ihre Bereitschaft und Entschlossenheit zum Widerstand gegen die Förderpläne von CEP GmbH am Schwielochsee zu zeigen. Auch zu diesem Termin waren zwei BI-Vertreter erschienen. Dr. Christfried Lenz hatte den bereits vielfach bewährten Trommler „Mojo“ mit der Gasmaske mitgebracht und beide gemeinsam stärkten das Gespräch vor dem Saal. Der Rhythmus der Trommel, die mit einer Fahne des BUND geschmückt war, ging den Menschen in die Füße und es kam zu einem Spontanumzug auf dem Platz vor dem „Mocho“. Gelbe Lattenkreuze, die mitgeführt wurden, verdeutlichten: „bei uns nicht!“ Zahlreiche Schilder mit ablehnenden Erklärungen zeigten die Ablehnung ihrer Träger gegenüber den Bohr- und Förderplänen von CEP GmbH an.
Auf einer Tafel war zum Beispiel zu lesen: „Keine Gasförderung am Schwielochsee! – die Einen machen Gewinne – die Anderen werden krank.“
Auch die Beeinträchtigung des Tourismus am Schwielochsee, im staatlich anerkannten Erholungsort, wurde thematisiert.

Protest Tafeln (Foto: Buder)

An dem Umzug nahmen etwa 100 Personen teil. Im Verlauf des Nachmittags wurde der Info-Stand der BI draußen, gegenüber dem Saaleingang des „Mocho“ von 120 bis 130 Besuchern aufgesucht und Vertreter der BI hatten Gelegenheit, sich mit diesen Menschen auszutauschen und die Motive der BI verständlich zum machen.

Protest Tafel (Foto: Buder)

 

Protestumzug (Foto: Müller-Maas)

 

Gespräche am Info-Stand der BI (Foto: Buder)

Der Verwaltungsleiter der Gemeinde Schwielochsee und der Bürgermeister waren erschienen. Von den Medien waren der RBB Rundfunk und das Fernsehen mit einem Team des Studios Cottbus anwesend, um über die Veranstaltung von CEP GmbH zu berichten. Es gab für sie durch die lebhaften Aktivitäten vor dem Saal so viel zu berichten, dass ihr Interesse für die Geschehnisse im Saal des „Mocho“ nur gering war.

Drinnen, im Saal, waren sechs Info-Stände mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten aufgebaut, an denen jeweils ein dunkel gekleideter CEP-Mitarbeiter bereit stand, um Fragen von besorgten Bürgern zu beantworten.

Das Landesbergamt Brandenburg war sowohl am 23. August, auf Einladung der BI „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“, als auch am 30. August, auf Einladung von CEP, mit Mitarbeitern vor Ort, um auf Fragen der Bürger zu bergrechtlichen Genehmigungsverfahren zu antworten.

Personen, die sich im Saal hatten erkundigen wollen, berichteten, dass sie, sobald sie bei CEP tiefer in ein Thema hätten eintauchen wollen, an einen der anderen Kollegen weiter verwiesen worden seien, der da dann zuständig sei, oder man habe ihre Frage nicht beantwortet, sondern sie „mitgenommen“ mit der Ankündigung, kurzfristig eine Stellungnahme abgeben zu wollen. Unangenehm auf der „Informationsveranstaltung“ sei auch aufgefallen, dass mehrere der Gesprächspartner von CEP GmbH gerade erst neu angefangen haben, also das notwendige Wissen gar nicht haben konnten.
Der Kommunikationsleiter von CEP GmbH, Stefan Grafen, betonte sogar wiederholt, dass er ganz neu bei der Firma sei und sich wünsche, mit den Anwohnern einen Neuanfang im Dialog zu machen.
Nach den Beobachtungen der BI-Vertreter wurde seitens CEP GmbH beabsichtigt, immer nur Einzelgespräche mit einzelnen Menschen zu führen und so zu vermeiden, öffentlich auf in einer Versammlung gestellte Fragen zu antworten.
Zu der besonders wichtigen Frage der Anwohner nach eventuellen Freisetzungen von Giftstoffen durch die Förderung und ihre Begleitumstände, wurde von diesen draußen berichtet, dass seitens CEP GmbH geantwortet worden sei, dass da gar nichts passieren könne, da die Prozesse als geschlossene Systeme arbeiten würden. Diese Aussage ist befremdlich, denn aus den laufenden Förderungen in Niedersachsen ist anderes bekannt. CEP GmbH macht sich mit solchen Angaben unglaubwürdig.

Nach den Beobachtungen der BI-Vertreter haben sich im Zeitraum von 15 bis 18 Uhr etwa 40 Personen im Saal umgesehen, danach war der Saal leer.
Die lebhaften Diskussionen draußen mit BI-Vertretern am Info-Stand der BI, und mit den angereisten zwei Gästen der BI, hatten im Verlauf des Nachmittags des 30. August 2018 zur Folge, dass zahlreiche weitere Anwohner des Schwielochsees ihren Beitritt zur neuen BI erklärten, die damit auf deutlich über 100 Mitglieder gewachsen ist.

Wir gratulieren der neuen BI zu diesem gelungenen Start und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg! Von unseren bereits gemachten Erfahrungen im Zusammenschluss kann und wird sie weiterhin profitieren und von uns unterstützt werden.

Volker Fritz

 

 Veröffentlicht von am 6. September 2018

Bericht zur Mitgliederbetreuung von „Gegen Gasbohren“

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Aug 252018
 
Bericht der Mitgliederbetreuung von GG:
Im August 2018 ist die BI Gegen Gasbohren im Oberspreewald Mitglied im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“ geworden.

Der Zusammenschluss umfasst zur Zeit 75 Mitglieder in Deutschland.

Wir begrüßen die neue BI aus 15913 Goyatz am Schwielochsee herzlich und wünschen uns eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Erste gute Kontakte und Termine von verschiedenen Mitglieds-BIs von GG haben schon stattgefunden und durch den Wissenstransfer wurde das Verständnis der BI-Mitglieder und anderer Anwohner am Schwielochsee vertieft und gefestigt.

In dem idyllischen Erholungsgebiet will der Erdgasförderer CEP ein  großes Erdgasförderzentrum mit über 40 Förderbohrungen errichten.

Der Schwielochsee liegt etwa westlich von Eisenhüttenstadt und nordwestlich von Cottbus entfernt, nicht weit von der polnischen Grenze, siehe beigefügte Kartenskizze.

Mailadresse der BI: Schwielochsee@mail.de  der Sprecher ist Olaf Buder

 

 

 Veröffentlicht von am 25. August 2018