Feb 292012
 

Vorsichtiger ist Borchardt: „Von Bohrungen in Trinkwasserreservoiren oder Schutzgebieten ist abzuraten. Wichtig ist es, differenziert vorzugehen und die Risiken durch Einhaltung der Vorschriften und hohe technische Standards zu minimieren.“ Umweltschützer teilen die Meinung der beiden Wissenschaftler nicht. „Es existiert bisher keine fundierte Langfristuntersuchung“, sagt Christoph von Lieven, Energieexperte bei Greenpeace. Jedes Eindringen ins Erdreich mit Chemikalien sei riskant. „Es wird zwar behauptet, die toxischen Stoffe könnten aus den tieferen Schichten nicht ins Grundwasser hochsteigen, tragfähige Beweise dafür fehlen aber“, so von Lieven. Zudem sei noch völlig ungeklärt, wie viel Methan beim Fracking in die Atmosphäre gelange. Das Gas steht im Verdacht, den Treibhauseffekt erheblich zu verstärken.

Quelle:
Erdgas Der große Run auf Schiefergas – Die Profiteure 29.02.2012 | Nachricht | finanzen.net.

Feb 292012
 

In den zurückliegenden Tagen wurde über die Medien kommuniziert, dass für Thüringen, so auch für Teile der Landkreise Nordhausen, Eichsfeld und für den Kyffhäuserkreis Aufsuchungserlaubnisse durch das Landesbergamt erteilt worden sind. Dazu erklären John Dauert, Landratskandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Christian Darr, OB-Kandidat selbiger Partei…

Die Darstellungen zum Fracking der letzten Woche, u.a. von Umweltminister Reinholz, haben wenig zur Klarheit über die Gefahren der Ausbeutung von unkonventionellen Erdgaslagerstätten beigetragen. Es wurde der Eindruck vermittelt als wäre das Fracking in Deutschland aufgrund strenger Umweltauflagen sicher.

Es ist aber Realität, dass die Politik der Industrie in diesem Fall deutlich hinterherhinkt. Denn für das Fracking ist bisher keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Mit einem solchen gesetzlich vorgeschriebenen Prüfverfahren werden die Auswirkungen eines größeren Vorhabens auf Mensch und Natur bereits im Vorfeld der Entscheidung beschrieben und bewertet.

Im Falle des Frackings kommt gerade dieser hohe Standard der deutschen Umweltgesetzgebung nicht zur Anwendung. Das heißt, dass man bisher mit einem nur den erdgasfördernden Firmen bekannten Chemiecocktail unter Tage Gesteinschichten aufbricht, um an bisher nicht erkundete und abgebaute Erdgaslagerstätten heranzukommen. Mit welchen Risiken dies behaftet ist, zeigt beispielsweise Report München vom 29.11.2011 mit Erfahrungen aus Niedersachsen. Dort wurde an verschiedenen Orten regionales Brunnenwasser durch benzolhaltiges Lagerstättenwasser verseucht.

Quelle:
Wenig Klarheit : 29.02.2012, 13.01 Uhr.

Feb 292012
 

Absage an Exxon-Mobil: Der amerikanische Energiekonzern hatte im Dezember beantragt, in Nordwalde im Münsterland den Untergrund für geplante Erdgasförderung erkunden zu wollen.

Die Erklärung, in dieser Bohrung auf das umstrittene „Fracking“ verzichten zu wollen, reicht nach Ansicht der Arnsberger Bergbehörde nicht aus. Nach Prüfung durch das nordrhein-westfälische Umwelt- wie auch Wirtschaftsministerium hätte die Erklärung umfassender sein müssen, um so Fracking auch in anderen Bohrungen zu unterbinden – zumindest so lange, bis ein Gutachten zu dem Thema vorliegt.

Die Verzichtserklärungen müssen für aktuelle und zukünftige Bohrungen in dem jeweiligen Erlaubnisfeld ausgesprochen werden, teilte die Bergbehörde Exxon mit. Dem Unternehmen lag gestern die Entscheidung noch nicht vor.

Quelle:
Bergbehörde weist neuen Exxon-Antrag zurück | DerWesten.

Feb 292012
 

Der Geschäftsführer des Hochsauerlandwasser, Robert Dietrich, unterstützt die Forderungen des Verbandes der Wasserwerke an der Ruhr, dass Trinkwassergewinnung Vorrang vor Rohstoffgewinnung hat, dass Umweltverträglichkeitsprüfungen verpflichtend werden und das alle verwendeten Chemikalien benannt und fachgerecht entsorgt werden müssen.

Frage: Benennen Sie bitte die Risiken, welche sind das?
Dietrich: Es werden wassergefährdende Stoffe verwendet und beim Absaugen der Flüssigkeit kommen Schwermetalle bzw. Kohlenwasserstoffe mit an die Oberfläche. Weiterhin werden das Grundwasser schützende Deckschichten wie ein Käse durchlöchert. Kleinere Erdbeben sind nicht ausgeschlossen. Und: Die Förderung nimmt eine relativ große Fläche in Anspruch. Man benötigt riesige Lagerplätze. Das bringt Beeinträchtigungen mit sich für Natur, Landschaft und Tourismus.

Frage: Und worin besteht die Gefahr?

Dietrich: Aus Sicht der Wasserwirtschaft ist das Hauptproblem diese Flüssigkeit. Darin befinden sich teils giftige Chemikalien, und es werden bis zu 50 Tonnen pro Bohrung verwendet. Der größte Teil der Flüssigkeit wird wieder abgesaugt. Aber: Die Entsorgung ist bisher nicht geregelt. Und: Ein Teil der Chemikalien bleibt im Boden. Da besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass es sich mit dem Grundwasser vermischt.

Quelle:
Fracking: „Wir sehen große Risiken“ – Nachrichten aus Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg | DerWesten.

Feb 292012
 

Potenzial übertrieben“Was der Öffentlichkeit als technischer Fortschritt verkauft wird, belegt – genauer betrachtet – die Verzweiflung der Unternehmen, noch möglichst lange das ´alte´ Geschäft der Gasförderung aufrechtzuerhalten“, sagt Forscher Werner Zittel im pressetext-Gespräch, der im Auftrag des Europäischen Parlaments http://europarl.europa.eu mehrere Studien über Schiefergasförderung geleitet hat.

Quelle:
Schiefergasförderung ineffizient und gefährlich 28. Februar 2012, 16:45 Uhr.

Feb 292012
 

BORKENWIRTHE (kus). Sichtbare Stopp-Zeichen setzen die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) gegen Gasbohren. Mit roten Händen aus Holz wollen sie signalisieren: Auf diesem Grundstück ist die Fördermethode Fracking tabu. Rund 30 dieser Schilder haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft gebaut. Mit Holzstäben können sie aufgestellt werden. Die Hände können aber auch an Pfähle und Zäune angebunden werden.

Informationen zu der Aktion wird es auch heute Abend geben. Die IG lädt zu einer Infoveranstaltung ein, die um 19 Uhr im Burloer Pfarrgemeindezentrum beginnt. Zuerst wird der für einen Oscar nominierte Dokumentarfilm „Gasland“ gezeigt, der sich mit den Folgen der Erdgas-Förderung in den USA befasst. Danach informieren die IG-Mitglieder über alles, was die von Exxon Mobil geplanten Bohrungen in Borkenwirthe betrifft. Wer nicht kommen kann, aber Interesse an einer roten Hand hat, kann sich unter der Telefonnummer 0151/56621018 an Jürgen Kruse wenden. Die Schilder kosten je nach Größe zwischen fünf und zehn Euro.

Quelle:
Handliche Stoppschilder – Borken – Borkener Zeitung.