Redaktion

Abgekartetes Spiel der FDP beim Fracking

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Aug 162017
 

PM von MdB Hubertus Zdebel, 15.8.2017

Zu den Äußerungen der NRW-Landesregierung zum Thema Fracking erklärt Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN, Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss und Münsteraner Direktkandidat der LINKEN bei der Bundestagswahl: „Was die FDP derzeit der Öffentlichkeit beim Thema Fracking bietet, ist ein abgekartetes Spiel mit verteilten Rollen, das den Weg für eine Anwendung der unbeherrschbaren Risikotechnik auch in Nordrhein-Westfalen ermöglichen soll. So spricht der FDP-Bundestagsdirektkandidat in Münster, Jörg Berens, davon, dass die FDP ein pauschales Fracking-Verbot ablehnt und einen Rechtsrahmen für Fracking fordert. Dies passt zur Politik von FDP-Chef Christian Lindner, der bereits vor zwei Jahren die Mensch und Umwelt schädigende Technik erforschen lassen und die Bevölkerung hinters Licht führen wollte mit der schon damals widerlegten Behauptung, Schiefergas könne einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten.

Derweil übernimmt NRW-Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart (ebenfalls FDP) die Rolle, den Menschen vor der Bundestagswahl eine Beruhigungspille zu verabreichen. Nebulöse Sätze wie ‚Wir werden Fracking weder vorantreiben noch unterstützen‘, sollen den Eindruck erwecken, dass die Bevölkerung vor dem Einsatz die Technik sicher sei. Tatsächlich bedeutet dies aber lediglich, dass die Gaskonzerne sich auf die bestehende Rechtslage und Genehmigungspraxis in NRW verlassen können. Danach kann in Sandsteinformationen in NRW an der Grenze zu Niedersachsen problemlos gefrackt werden. Eine Prüfung, welche Bohrtechnik bei der Gewinnung von Kohleflözgas angewendet werden soll, erfolgt bei der Erteilung der Aufsuchungserlaubnisse in NRW erst gar nicht. Das ist das exakte Gegenteil eines Fracking-Verbots.

Wer die FDP wählt, wird Fracking bekommen. Nur die LINKE steht für ein Fracking-Verbot ohne Ausnahmen.“

Quellen:
https://www.liberale.de/content/lindner-interview-aus-angst-wird-kapital-geschlagen
http://www.wn.de/Welt/Politik/2920204-Neuer-NRW-Wirtschaftsminister-sieht-viel-ungenutztes-Potenzial-Westfalen-hat-eine-Menge-zu-bieten
https://www.bundjugend-nrw.de/mitmachen/jugendgruppen/muenster/bundjugend-parteiencheck/

 Veröffentlicht von am 16. August 2017

ExxonMobil läßt nicht locker!

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Jul 242017
 

Grafik: pixabay

Hubertus Zdebel, Mitglied des Bundestages für die Fraktion DIE LINKE im Bundestag, hat heute eine Pressemitteilung herausgeben. Er macht darauf aufmerksam, dass ExxonMobil erneut ein Propagandakampagnie fährt.

Ziel der Förderindustrie ist, das Frackingverbot in Schiefergestein in der nächsten Legislaturperiode zu Fall zu bringen.
Exxon benutzt dabei weiterhin die alten fadenscheinigen Argumente, dass sogenanntes „heimisches Gas“ Deutschland von Importen unabhängig machen würde.
Hubertus Zdebel widerspricht dem vehement und nennt es eine Märchenstunde.

Zdebel: Propagandaoffensive von ExxonMobil für Schiefergasfracking ist unerträglich

„Ohne Rücksicht auf Umweltschäden, Klima- und Gesundheitsgefahren will ExxonMobil den Boden für zukünftiges Schiefergasfracking bereiten“, erklärt der münsterische Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKEN), Obmann seiner Fraktion im Bundestagsumweltausschuss, zur neuen Kampagne des Öl- und Gaskonzerns. „Der Konzern setzt darauf, dass das Verbot von Fracking im Schiefergestein bei der Überprüfung in der nächsten Legislaturperiode fällt. Derartigen Plänen erteile ich eine unmissverständliche Absage. Fracking muss ohne Ausnahmen verboten werden.“

Zdebel weiter: „Die Argumente von ExxonMobil sind leicht durchschaubar. So wird weiterhin die Legende verbreitet, Deutschland müsse Schiefergasfracking betreiben, um von Importen unabhängig zu sein. Das ist Märchenstunde. Denn die beim Schiefergasfracking zu fördernde Gasmenge ist volkswirtschaftlich vernachlässigbar. Sie kann lediglich etwa 2% der Energie liefern, die jährlich in Deutschland verbraucht wird. Dies wäre durch eine forcierte Energiewende leicht zu ersetzen.

Ferner verschweigt der Gaskonzern, dass es gar kein ‚deutsches‘ Erdgas gibt. Mit der Zahlung des Förderzinses geht das Gas in das Eigentum des fördernden Konzerns über. Daher soll nur eine andere Abhängigkeit festgeschrieben werden – und zwar von internationalen Konzernen wie ExxonMobil oder Wintershall, die Gas auf dem Weltmarkt verkaufen und lediglich ihre Firmeninteressen durchsetzen wollen.

Für DIE LINKE ist klar: Nicht die Förderung von Gas mittels Fracking, sondern die verstärkte dezentrale Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen oder die Erzeugung von Energie aus Sonne und Wind durch Projekte von Unternehmen in öffentlicher Hand dienen dem Klimaschutz und der Unabhängigkeit von Konzernen und Importen.“

Grafik: pixabay

 

 

 Veröffentlicht von am 24. Juli 2017

Schweigen zu Fracking im NRW-Koalitionsvertrag lässt Alarmglocken klingeln – PM von MdB Zdebel (Die Linke)

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Jul 012017
 

 

Pressemitteilung

„Kein Wort zum Thema Fracking im Koalitionsvertrag von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen – offensichtlich will sich die schwarz-gelbe Koalition alle Optionen für einen flächendeckenden Einstieg in die unbeherrschbare Risikotechnik nach der Bundestagswahl offenhalten“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE), Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss. „Ich fordere CDU und FDP in NRW auf, umgehend ihre Position zum Fracking offenzulegen.“

 

Zdebel weiter: „Die Sprachlosigkeit von CDU und FDP bedeutet, dass selbst die unzureichenden Festlegungen der abgewählten rot-grünen Koalition im Landesentwicklungsplan NRW zum gefährlichen Gasbohren zur Disposition stehen können. Die neue Landesregierung behält sich damit sogar vor, eine befürwortende Position zur möglichen Abschaffung des Verbots von Fracking im  Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein auf Bundesebene in 2021 einzunehmen. Die vier ‚wissenschaftlichen Bohrungen‘ in diesen Gesteinsarten, die noch vor 2021 möglich sind und einen Einstieg in die unbeschränkte Fracking-Anwendung bedeuten, könnten nun auch in NRW stattfinden. Das würde ein fatales Signal für die Bundesebene bedeuten.

 

Doch hat die Sprachlosigkeit im Koalitionsvertrag für NRW auch unmittelbare Konsequenzen. So sind Bohrungen in Tight-Gas-Reservoirs in NRW an der Grenze zu Niedersachsen weiterhin unter Anwendung der Fracking-Methode möglich. Die von der SPD/GRÜNEN-Regierung eingeführte Praxis, Fracking durch die Hintertür im Kohleflözgestein zu ermöglichen, ist weiterhin  möglich. Denn die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde in NRW zeigt kein Interesse an der Ermittlung, welche Bohrtechniken bei der Aufsuchung von Kohleflözgas Anwendung finden.

 

Wie aktuell die Problematik der Gasgewinnung im Kohleflözgestein ist, zeigt die Verlängerung der bergrechtlichen Aufsuchungserlaubnis für das Feld Nordrhein-Westfalen Nord vom 6.6.2017 zu Gunsten von Exxon Mobil. Während die Bezirksregierung Arnsberg vollmundig verkündet, dass der Einsatz von Fracking ausgeschlossen sei, bleibt der Verlängerungsantrag im Vagen. Eine Darstellung der Bohrtechnik fehlt. Selbst nach Angaben von ExxonMobil müssen die Untersuchungsprogramme noch konkret und detailliert beschrieben werden. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Verlängerung durch die Bezirksregierung Arnsberg einen Blankoscheck für den Gaskonzern.“

 

Quelle: http://www.hubertus-zdebel.de/schweigen-zu-fracking-im-nrw-koalitionsvertrag-laesst-alarmglocken-klingeln/

 

 Veröffentlicht von am 1. Juli 2017

Bericht zu Bohrtürme im Einsatz in Nordamerika Monat Juni 2017

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Jun 262017
 

Volker H.A. Fritz

Wolfenbüttel, den 24.06.2017  VF

heute berichte ich zum Zeitraum  Juni 2017  vom 27.05.2017 bis zum 23.06.2017.

Die im Juni 2017 im Einsatz befindlichen Bohrtürme in den USA und Kanada, nach den Baker-Hughes fortlaufenden Listen, zeigen, nach der starken Belebung im Januar , einer Stagnation der Wiederinbetriebnahme im Februar, einem deutlichen Rückgang im März, geringer weiterer Abnahme im April, einer leichten Zunahme im Mai, im Juni wieder eine kräftige Zunahme.

Gegenüber der Zunahme um 202 Stück in USA und Kanada im Januar wurden für Februar zusammen nur 19 weitere Reaktivierungen gemeldet und  im März war sogar ein deutlicher Rückgang von minus 112 Bohrtürmen zu verzeichnen. Im April, mit insgesamt weiteren 24 Stillegungen ging der Rückgang weiter. Die Mai-Zunahme mit 46 Bohrtürmen zeigt eine leichte Belebung. Die Juni-Zunahme mit insgesamt 110 Bohrtürmen ist dagegen deutlich.

International, in der übrigen Welt –ist nach den nun vorliegenden Maizahlen kaum eine Bewegung zu verzeichnen. Zunahme um 1 Bohrturm auf insgesamt 957 Stück.

Der vorsichtige Optimismus wegen der im Mai dicht an 55.- EUR/barrel gestiegenen Ölpreise wurde durch das Wegsacken der Preise um 12% im Monatsverlauf, auf zur Zeit unter 45.- USD/barrel für WTI crude gebremst. Trotzdem ist zu beobachten, dass die Fracking-Ölproduktion in Nordamerika wieder angekurbelt wird. Analysten erwarten für die 2. Jahreshälfte 2017 nicht mehr, dass der Rohölpreis bei 55.- USD/barrel oder gar wesentlich darüber stablisiert werden kann, denn das internationale Angebot übersteigt den Bedarf deutlich. Die USA und andere Non-OPEC-Länder haben ihre Förderung gesteigert und auch Saudi hat einen großen Teil Förderungsdrosselung zuirückgenommen.

Die Maßnahmen und Erlasse des U.S.-Präsidenten Donald Trump zu Gunsten der fossilen Industrien haben tendenziell zu einer Belebung der Industrie und der Förderung in den USA geführt., zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit  der Bürger. Saudi hat in der zweiten Hälfte Februar seine zurückgenommene Förderleistung wieder zu einem großen Teil aufgehoben und fördert wieder mehr. Das wieder vergrößerte Ölangebot, durch Saudi, durch den Iran und durch die Steigerung der US-Förderung und anderer Non-OPEC-Länder führt erneut zu einem Fortbestand des generellen  Überangebotes an Rohöl in den Märkten.

Die Zunahme der Bohrtürme in Nordamerika im Juni gegenüber dem Mai 2017 beträgt etwa 11 % wobei in den USA die Zunahme mit 32 Bohrtürmen als „ weitere Belebung“ zu sehen ist, dagegen in Kanada 77 Bohrtürme reaktiviert wurden. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Reaktivierung im Juni zu 85% im Ölbereich.

Hier noch einmal gerafft die Gesamtübersicht der Entwicklungen der letzten Monate:

 

Juni 2016  gesamt                                USA                      Kanada

Nordamerika  + 50 Türme         + 14  Öl              + 22 Öl

+   3 Gas            + 11 Gas

November 2016 gesamt                       USA                      Kanada

Nordamerika  + 40 Türme         + 20 Öl                –  1  ÖL

+ 10 Gas             + 12 Gas

Dezember 2016 gesamt                       USA                      Kanada

Nordamerika +110 Türme          + 46 Öl                +29 Öl

+ 10 Gas             +25 Gas

Dez/Januar  2017 gesamt                   USA                      Kanada

Nordamerika + 16 Türme          +34 Öl                     -13 Öl

+ 7 Gas                  – 12 Gas

Januar 2017      gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika + 202 Türme         +54 Öl                   +93 Öl

+10 Gas                +45 Gas

Februar 2017     gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika + 19 Türme           +26 Öl                   +/- 0 Öl

+ 1 Gas                  – 8 Gas

März 2017          gesamt                        USA                    Kanada

Nordamerika – 112 Türme       + 53 Öl                 – 142 Öl

+ 14 Gas                -38 Gas

April 2017           gesamt                       USA                     Kanada

Nordamerika  –  24 Türme        + 35 Öl                  – 31 Öl

+ 11 Gas               – 39 Gas

Mai 2017             gesamt                       USA                    Kanada

Nordamerika + 46 Türme             + 25 Öl                 + 16 ÖL

+ 13 Gas               –   8 Gas

Juni 2017           gesamt                       USA                    Kanada

Nordamerika + 110 Türme         + 36 Öl                 + 58 Öl

–   2 Gas               + 19 Gas

Insgesamt wurden im Berichtsmonat Juni 110 Bohrtürme reaktiviert.

Die Zunahme im Juni in den USA konzentrierte sich auf die Staaten Oklahoma ( +9), North Dakota ( +7), Colorado und Louisiana je ( +3).

Die Fracking-Ölförderer in den USA, die bisher überlebt haben, bemühen sich weiterhin nach Kräften, ihre Produktionskosten noch weiter zu senken und sich auf die lukrativsten Fördergebiete zu konzentrieren. Allerdings bewerten Analysten das Rohölpreisniveau Ende Juni mit 45 USD/barrel und darunter für WTI crude als „nicht kostendeckend“ für U.S.-Shale Öl.

International deutet sich kein Anstieg an. Weiterhin ist, weit über den Bedarf hinaus, Rohöl weltweit im Angebot, da die Förderung wieder über dem weltweiten Bedarf liegt.

Dem gegenüber steht auf der Abnehmerseite für Rohöl weiterhin das reduzierte Wachstum der großen asiatischen Volkswirtschaften, wodurch sich der Bedarf an Öl und LNG-Erdgas erheblich abgeschwächt hat. Eine grundsätzliche Änderung ist zur Zeit weiterhin nicht absehbar. Bloomberg schätzt, dass der Rohölpreis bis über das Jahresende 2017 hinaus nicht wieder „stabilisiert“ werden kann. Eine deutliche Preiserhöhung für Rohöl zu höheren Preisen wird bis in 2018 hinein nicht erwartet.

Gegenüber September 2014 hat sich im  Juni 2017 ergeben, einschließlich Offshore und Bohraktivitäten im Golf von Mexiko:

USA     von 1931    vermehrt auf  941 Stück (Mai 908)         =  – 51,3 %    zu 9/2014

Kanada von  429    vermehrt auf  170 Stück   (Mai 93)         =  – 60,4 %  zu  9/2014

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für USA:

Öl         von 1592    vermehrt  auf   758 Stück (Mai 722)         =  – 52,4 %zu  9/2014

Gas       von  338    vermindert auf  183 Stück (Mai 185)         =  – 46 % zu  9/2014

nach Öl- und Gasförderung unterschieden bedeutet das für Kanada:

Öl        von 246        vermehrt auf    98 Stück  (Mai 40 )       =   – 60.2 %  zu  9/2014

Gas     von 183      vermehrt   auf    72 Stück  (Mai 53)        =   – 60,7 %   zu  9/2014

Die Ankündigungen der Öl- und Gasförderfirmen im Fracking-Bereich in den vergangenen Wochen aus den USA sind verstummt. Doch es wird weiter an der Ausweitung der U.S: Fracking-Ölförderung gearbeitet.

Die weiterhin katastrophale Lage bei den Gaspreisen in den USA mit 2,81 USD/mmBtu Ende Februar – nach 3,15 USD/mmBtu am 01.02.17 Börse NYK, hat sich im März etwas erholt, mit Henry Hub Preisen von 3,19 USD/mmBtu und im April weiter bis auf 3,40 USD/mmBtu zugelegt. Mitte Mai lag der Henry Hub Preis bei 3,38 USD und ist zum Monatsende Mai wieder auf 3,18 USD/mmBtu abgebröckelt. Der Preisverfall setzte sich im Juni fort. Henry Hub aktuell bei 2,93 USD/mmBtu.

Dieses Preisniveau hält die U.S.-Erdgasproduktion weiterhin in der Verlustzone, nachdem der kältebedingte Mehrbedarf abgeflaut ist. Auch der zunehmende LNG-Export nach Südamerika, Asien und Europa, von den USA aus, bringt keine Gewinne sondern ist nach wie vor verlustbringend. Die Investoren verfolgen jedoch langfristige Ziele. Da spielen 2 oder 3 Jahre Verluste keine bedeutende Rolle, wenn dafür Absatzwege und Abhängigkeiten für späteren Bedarf etabliert werden können. Der weitere Zuwachs an neuen LNG-Kapazitäten in 2017 könnte zu einer Stabilisierung der US-Gaspreise beitragen, wenn das Angebot im Henry-Hub nicht vergrößert wird. Dafür gibt es Anzeichen. Die volle Auswirkung dürfte auch hier erst zum Jahresende 2017 oder Anfang 2018 bei den Henry Hub Preisen spürbar werden.

Eine generelle Trendwende ist in den USA bezüglich des Fördergeschäftes deutet sich nunmehr doch an, besonders beim Rohöl, trotz der bis auf Weiteres zu niedrigen Rohöl-Großhandelspreise.

Ob die von Präsident Trump initiierte Wiederbelebung des Steinkohleeinsatzes in den USA für die Stromerzeugung eine große Wirkung entfalten kann, hängt letztendlich von der Höhe der Erdgas-Großhandelspreise ab. Frühere Erfahrungen zeigen, dass ab einem Henry-Hub-Großhandelspreis von etwa 4,00 bis 4,50 USD/mmBtu die Steinkohlefeuerung in Kraftwerken wieder günstiger ist.

Meiner Meinung nach werden viele Stromerzeuger sich weiterhin die Option des Kohleeinsatzes offen halten. Sie haben beim Aufbau der neuen Gasturbinenkraftwerke, die mittlerweile über 50% der fossilen U.S.-Stromerzeugung bestreiten, ihre „Steinkohle-Möhrchen“ nicht verschrottet. Der unter Obama verfügte Umbau der älteren Anlagen auf geringere Emissionen ist noch nicht umgesetzt gewesen, wegen verschiedener Klagen dagegen und durch die Aufhebung der Obama-Auflagen unter Trump können die alten Anlagen ungeändert weiter betrieben werden.

Sollten die Gaspreise mittelfristig zu stark steigen, werden die Steinkohle-Kesselanlagen für die Grundlastabdeckung wieder angeworfen und ihre hohen Umweltbelastungen für die Menschen und die Umwelt fortsetzen. Ihre Schadwirkung auf die Atmosphäre wäre jedoch geringer als die der Erdgasverbrennung (diese Tatsache verschweigt die Gasindustrie hartnäckig).

Im übrigen verweise ich auf meine Ausführungen in den vorhergegangenen Berichten zu den Monaten Mai 2016 bis Mai  2017.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 26. Juni 2017

Krebsfälle im Landkreis Rotenburg

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Jun 142017
 

Hubert Zdebel, Bundestagsabgeordneter „Die Linke“, hat zu den gehäuft, vor allem bei Männern, auftretenden Krebserkrankungen im Landkreis Rotenburg/Wümme zwei schriftliche Fragen an die Bundesregierung gestellt.

Zu den Antworten, die nun eingetroffen sind, hat Hubert Zdebel eine PM herausgegeben.

Zdebel (DIE LINKE): Trotz neuer Untersuchungsergebnisse zu vermehrten Krebsfällen in niedersächsischer Erdgasförderregion – Bundesregierung wiegelt ab

„Die Bundesregierung gedenkt, trotz der vermehrten Krebsfälle in der niedersächsischen Erdgasförderregion im Landkreis Rotenburg (Wümme) weiterhin die Hände in den Schoß zu legen“, so Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss zur Antwort der Bundesregierung auf zwei schriftliche Fragen des Abgeordneten. Zdebel hatte nachgefragt, welche Konsequenzen die Regierung aus den Krebsfällen und dem Hinweis auf einen Zusammenhang mit den Gasförderstellen ziehen wolle.

Zdebel weiter: „Statt den Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen diesen Krebsfällen und Erdgasförderstellen, wie er im Bericht über die Untersuchungsergebnisse des Landkreises Rotenburg (Wümme) dargestellt ist, ernst zu nehmen, glänzt die Große Koalition durch Untätigkeit. Dass sie abwiegelt und auf die Verantwortung des Landes Niedersachsen und die angebliche Verantwortung der dortigen Landkreise verweist, ist empörend. Das Mindeste wäre, auf Bundesebene ein Verbot des Fracking in spezifischen Sandgesteinen, sogenannten Tight-Gas-Reservoirs, die es gerade in Niedersachsen in großem Umfang gibt, durch einen entsprechenden Gesetzentwurf einzuleiten.

Geradezu zynisch ist es, dass die Bundesregierung auf angebliche Verschärfungen durch ihr im Februar 2017 in Kraft getretenes Pro-Fracking-Recht verweist. Denn dieses Recht hat keine Verschärfungen der technischen Rahmenbedingungen für die Tight-Gas-Förderung gebracht, sondern sie vielmehr in großem Maßstab erlaubt. Die Aussage der Regierung, dass sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erdgasindustrie für ausreichend hält, dient einzig den Profitinteressen der Gaskonzerne und gefährdet weiterhin die Menschen und ihre Gesundheit..

Dabei wäre schnelles Handeln im Interesse der Menschen in den betroffenen Regionen angesichts der vorliegenden Hinweise dringend erforderlich. Stattdessen missachtet die Bundesregierung das Vorsorgeprinzip und verweist auf zukünftige Untersuchungen. Damit setzt sie die Betroffenen weiterhin der unverantwortlichen Gefährdung aus.“

Die Fragen von Hubertus Zdebel und die Antworten sind abrufbar unter

http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2017/06/6-8-9-Zdebel.pdf

 Veröffentlicht von am 14. Juni 2017

„Ist die Förderung von Erdgas Ihr neuer Nachbar? Dann lesen Sie bitte was PACWA aus Pennsylvania empfiehlt!“

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Jun 122017
 

Auf der Basis der tausendfachen Beschwerden betroffener Anwohner von Fracking-Gasförderstellen im Staat Pennsylvania hat die Pennsylvania Alliance for Clean Water and Air (PACWA) 2015 das nachfolgend übersetzte Merkblatt herausgegeben, um die Menschen vor den möglichen Gefahren zu warnen:

Wenn die Gasförderung der neue industrielle Nachbar in Ihrer Gemeinde ist, dann müssen Sie einige Dinge wissen: bei der Öl- und Gasförderung werden emittiert:

Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol (BTEX), wie auch N-Hexan, Formaldehyd und möglicherweise Schwefelwasserstoff. Die Verschmutzungsquellen umfassen die Gasförderung, Kondensattanks, Kompressorstationen, offene Abfallgruben, Trocknungsanlagen, Maschinen, Ausrüstungen und das Abfackeln.

Mögliche Gesundheitsschädigungen von 4 mit der Luft eingeatmeten Chemikalien:

Benzol: kann bei Männern und Frauen Leukämie und die Schädigung des blutbildenden Systems und der Nerven hervorrufen.

Ethylbenzol: kann Atmungsprobleme hervorrufen und das weibl. Nervensystem schädigen

Toluol: kann weibl. Leber, männl. Gehirn und  männl. Nieren schädigen und den Embryo Schwangerer.

Xylol: kann männl. Leber, weibl. Nieren und das männl. Nervensystem schädigen.

Alle vier Chemikalien greifen außerdem Augen, Nase, Rachen und die Haut in unterschiedlichen Stärken an. Kopfschmerzen,  Benommenheit, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen sind auch universelle Reaktionen auf diese Chemikalien.

Quellen: National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) USA

Agency for Toxic Substances and Disease Registry (ATSDR) USA

California’ s Office of Environmental Health hazard Assessment  (COEHHA) USA

health experts Celeste Monforton und Wilma Subra

Kommentar aus: “Nachwuchs- und Entwicklungsauswirkungen der Chemikalien, die bei der Förderung unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen Verwendung finden“.

„Schon geringste Mengen Benzol, Toluol und andere Chemikalien, die bei den verschiedenen Phasen der Öl- und Gasförderung frei werden, einschließlich Fracking-Aktivitäten, könnten ernsthafte Gesundheitsrisiken darstellen – besonders für Embryos im Mutterleib, Babies und kleine Kinder. Unter den mehr als 750 bekannten Chemikalien, die beim Fracking Verwendung finden, befindet eine bedeutende Zahl solcher, die das Potential haben, den natürlichen Hormonhaushalt des Menschen zu stören. Das Schlafen, das Wachstum und die Fruchtbarkeit können betroffen sein. Selbst in sehr niedrigen Konzentrationen waren diese Hormonunterbrecher in der Lage, die normale Entwicklung des Gehirns und des Sexualapparates zu stören und das Immunabwehrsystem zu schwächen, Krebs zu verursachen und noch andere Wirkungen auszulösen“

Symptome bei Langzeit-Einatmung:

Störung des blutbildenden Systems, der Gebärfähigkeit, der embryonalen Entwicklung,  Krebsbildung, Beeinträchtigung des Nervensystems, Reizung der Haut, der Augen, der Atmungsorgane, Benommenheit, Kopfschmerzen, Missgeburten, Muskelschwäche.

Symptome bei Kurzzeit-Einatmung:

Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindelgefühle, Nasenentzündung, Nasenbrennen, Nasenbluten, Nasenlaufen, Übelkeit, entzündeter oder gereizter Rachen.

Vorsicht bei Gerüchen!!

Süsslicher Geruch oder Geruch wie in einem neuen Auto:

Kann der Hinweis auf das krebsbildende  Benzol sein. Schläfrigkeit/ Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl.

Süsser Geruch:

Kann der Hinweis auf Toluol und Xylol sein. Xylol kann riechen wie Farbmarkierstifte.

Störung des Nervensysterms.

Geruch nach faulen Eiern:

Kann der Hinweis auf Schwefelwasserstoff sein, ein besonders schädliches Gas. In hohen Konzentrationen bewirkt es Schockzustände,  Schüttelkrämpfe, Unfähigkeit zu atmen, Koma und dann Tod. Die Wirkungen können extrem schnell eintreten.  

Einige Umstände können die Luftqualität verschlechtern: Smog, Nebel, wolkenverhangene Tage und Inversionswetterlagen. Emissionen können auch geruchlos und unsichtbar sein. Feinststäube der für die Frac-Fluids verwendeten Quartzsande können Silikose verursachen; Verkehrsstaub, Dieselabgase, Dauerlärm und Dauerbeleuchtuing können die Gesundheit beeinträchtigen. Methan kann den Sauerstoff verdrängen, wodurch gesundheitsbedrohende Wirkungen eintreten können und eine möglicherweise explosive Situation. Bohrabfälle und Flowback enthalten radioaktive Elemente. Der Gehalt an Radon in Häusern in der Nähe von Gasbohrstellen kann dramatisch ansteigen.

Dr. Deborah Cowden rät: wenn in einer Entfernung von weniger als 800 m von Ihrem Haus entfernt gebohrt wird, verlassen Sie das Haus so oft wie möglich während des ganzen Bohrvorganges. Kinder sollten von zu Hause weg gebracht werden, sooft wie möglich, um die Einwirkung der bis zu 78 toxischen Chemikalien in der Luft auf sie zu minimieren. Anwohner benötigen einen großen Zeitraum, in dem sie fort sind, um mögliche Auswirkungen zu reduzieren.

(Dr. Cowden ist Hausärztin in Ohio im Utica Shale Gebiet mit 16 Jahren Praxiserfahrung)

Was ist zu tun…

Wenn Sie Bedenken haben hinsichlich Ihrer Gesundheit oder der eines Ihrer Familienmitglieder, die ausgelöst sein könnten durch die Luft, durch das Wasser oder durch den Boden, sollten Sie Ihre Beschwerde senden an:

Pennsylvania Department of Health

Telefon: USA 717 -547 -3310

Kostenloser Anruf unter USA  1-877 PA Health (724-3258)

e-mail: RA-DHENVHEALTH@pa.gov

Wenn Sie Bedenken hinsichlich Ihres Trinkwassers oder der Wasserläufe, oder der Luftqualität oder einer möglichen Bodenverschmutzung, oder wenn Sie Austritte von Flüssigkeiten, Unfälle oder andere Austritte von Substanzen oder Giften melden wollen, rufen Sie die Beschwerdenummer des Department of Environment Protection (DEP) PA an  DEP Beschwerdenummer: USA 1-866-255-5158

Wenn Sie über Austritte von Flüssigkeiten, Unfälle und andere Freisetzungen von gefährlichen Substanzen und Giften informieren wollen, rufen Sie das nationale Rückmeldezentrum an und erklären Sie denen, dass Ihr Bericht mit der Erdgasförderung zusammen hängt. Wählen Sie: USA 1-800-424-8802 und rufen Sie dann 911 an.

Wenn Sie über illegale Aktivitäten oder Ihnen suspekt erscheinende Aktivitäten berichten wollen wie: Entsorgung, merkwürdige Transporte oder Deponierung, dann rufen Sie bitte die dafür eingerichtete Hotline der US-Umweltbehörde EPA für Gasbohr-Aktivitäten an: USA  1-877-919- 4372

Wenn private Wasserbrunnen im Verdacht stehen, kontaminiert zu sein, trinken Sie von dem Wasser nicht mehr, kochen Sie nicht mehr damit und baden Sie nicht mehr darin. Lassen Sie Ihre Haustiere das Wasser nicht mehr saufen. Lassen Sie das Wasser untersuchen, einschließlich auf Methan/Ethan, Arsen, Chloride, Glykol, Barium und Strontium, VOC s und auf Tenside. Eine Grunduntersuchung des Wassers ist wichtig. PACWA  kann eine kostenlose Grunduntersuchung durchführen, die darüber Aufschluss gibt, welcher Anteil gelöster Stoffe, PH-Wert, Leitfähigkeit und Salzgehalt vorliegt. Das kann dabei helfen, zu entscheiden, ob aufwendigere Untersuchungen notwendig sind. Sie können bei PACWA auch andere Untersuchungen machen lassen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen. (die Telefonnummern mehrerer Labors zur Wasseruntersuchung werden genannt)

Machen Sie Aufzeichnungen und fertigen Sie Fotos und vergewissern Sie sich, dass sie bei Gerüchen Datum und Zeit ihres Auftretens festhalten, ebenso bei Gesundheitsbeschwerden, ungewöhlichen Aktivitäten oder Veränderungen in der Qualität Ihres Trinkwassers (Trübung, Geruch, Geschmack oder Veränderung der Wasserzufuhr).

Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn.

Wenn Sie medizinische Dienste in Anspruch nehmen, informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie in der Nähe eines Gasförderplatzes wohnen. Bei Verdacht auf eine Umweltvergiftung lassen Sie Ihr Blut auf VOC s testen.

Luftwäscher oder Luftreinigungseinrichtungen können Ihnen dabei helfen, Luftstaub und in der Luft enthaltene Verunreinigungen herauszufiltern.

Unterschreiben Sie niemals eine Nutzungsermächtigung, eine Vereinbarung über ein Redeverbot oder eine Geheimhaltungsvereinbarung ohne den vorherigen Rat eines Rechtsbeistandes. Sie könnten sonst einige Rechte und Optionen verlieren, wenn Sie es tun. Suchen Sie sich einen Anwalt für Umweltrechte. Fair Shake ist eine Non-Profit-Firma, die juristische Dienstleistungen zu Umweltsachen anbietet zu günstigen Bedingungen (Tel.: USA  (412) 742-4615 )

Googlen Sie die „List of the Harmed“. Dort können Sie lesen, wie andere durch Erdgasförderung aus tiefen Schieferlagen beeinträchtigt wurden.

herausgegeben durch PACWA   November 2015

übersetzt: Volker Fritz

 

 

 Veröffentlicht von am 12. Juni 2017