Klima: eine nie dagewesene Schmelze polaren Eises entwickelt sich trotz der Ableugnung des Klimawandels

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Feb 062017
 

Übersetzung (auszugsweise) „Eine nie dagewesene Schmelze des polaren Eises entwickelt sich, während die Klimaverleugnung sich überschlägt“ Truth-Out-Beitrag vom 09.01.2017  Autor Dahr Jamail  http://www.truth-out.org/news/item/39020-unprecedented-polar-melting-unfolds-as-climate-disruption-denial-goes-wild                                                                                                                                               Originaltitel: Unprecedented Polar Melting Unfolds as Climate Disruption Denial Goes Wild

Vorwort Volker Fritz: Eine Fülle weiterer neuer Untersuchungsergebnisse und Berichte ist seit dem Dezemberbericht zur Klimaveränderung vom selben Autor zugänglich geworden und gibt Hinweise auf die gewaltigen, vor uns liegenden Veränderungen. Meine Übersetzung des Truth-Out-Berichtes zur Klimaveränderung vom 29.12.2016 wird mit diesem Beitrag bekräftigt. Es zeichnet sich ab, dass die Klimaveränderung noch schneller erfolgen wird, als bisher schon angenommen, wesentlich hervorgerufen durch menschlioches Handeln mit hohen CO2-Emissionen und – etwa ab 2007 – durch immer stärkere Emissionen unverbrannten Methans direkt in die Atmosphäre.

Ich zähle aus der im Originalbericht von Dahr Jamail erwähnten Fülle nur einige, mir besonders wichtig erscheinende Beispiele auf:  Im November 2016 wiesen sowohl die Arktis als auch die Antarktis beide rekord-niedrige Meereis-Bedeckungen auf und die NASA konnte aufzeigen, dass die Gletscher rund um den Globus mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit schmelzen. Vor dem Hintergrund, dass weltweit Gletscher ca. 69% des gespeichertern Süsswassers dere Erde enthalten, ist die Bedeutung für uns Menschen, gekoppelt mit dem Anstieg der Meeresspiegel, offensichtlich.                                                       Ende Dezember 2016 hielt der Erwärmungstrend weiter an, mit Temperaturen am Nordpol in der Spitze fast am Taupunkt des Eises, atemberaubende 50 Grad Fahrenheit höher als normal um diese Jahreszeit, trotz der völligen Abwesenheit von Sonnenlicht.      NASA-Aufnahmen über der Antarktis ergaben, dass sich entlang dem Larsen C Eisgletscher ein Riss gebildet hat und dass eine Eisfläche von ca. 5.000 km2 abzubrechen droht und ins Meer zu gleiten. Ferner wurde ein Bruch im Pine Island Gletscher entdeckt und damit auch ein weiteres Zerstörungssystem: viele Gletscher in der Antarktis schmelzen von unten durch wärmeres Meerwasser, das sie unterspült.                                                         Gleichzeitig regt sich das Eis der östlichen Antarktis, die bisher als „stabil“ gehalten wurde. Zwei neue wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Eismasse der östlichen Antarktis von oben und von unten schmilzt. Da die östliche Antarktis 2/3 des gesamten Eises dieses Kontinents trägt, ist nun die gesamte Region ihrer Stabilität beraubt.  Anfang Janur 2017 waren die Temperaturen in Barrow (nördliches Alaska) statt normal 5 Grad Fahrenheit unter Null auf plus 33 Grad Fahrenheit geklettert. Wissenschaftler der NOAA haben die Arktis, wegen der dramatischen Veränderungen, zu einem „unbekannten, neuen Klima-Territorium“ erklärt, da bisherige Kenntnisse keine Gültigkeit mehr haben.

Die Erde: Wenn man an die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Wälder denkt, kommen einem allgemein die Gedanken von Trockenheit und Waldbränden als Beeinträchtigungen. Die größte Gefahr für die Wälder sind aber Schädlinge. Eine neue Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die U.S.- Waldbestände bis 2027 zu 63% zerstört sein werden. Und ähnliche Wirkungen werden sich überall auf dem Globus abspielen: Baumschädlinge, ansteigende Temperaturen und Trockenperioden können eine Baumart in wenigen Jahren verschwinden lassen.      Hinzu kommt, dass sie sich nicht mehr aus eigner Kraft revitalisieren können.               Es wurden bei den letzten Großfeuern so viele alte Samen tragende Bäume vernichtet, in ganzen Landstrichen, dass die Wälder nicht mehr in der Lage sind, durch eigene Samen die Wiederaufforstung zu schaffen. Aber, wo die Wälder verschwinden, ändert sich auch das Klima. Und wenn große Waldflächen brennen, dann wirkt sich das natürlich auch global aus, weil die  Luftströmungen die Bindeglieder darstellen. Weit von einander entfernte Gegenden beeinflussen sich dann gegenseitig. Hoch im Norden nehmen die Rentiere an Gewicht und Größe ab, zu allererst auf Grund  des schwindenden Futterangebotes. Seit 1990 hat sich ihr durchschnittliches Gewicht deutlich verringert. Die weltweit größte Herde wilder Rentiere, in Russland, auf der Taimyr Halbinsel, hat seit demn Jahr 2000 über 40% ihrer Tiere verloren. Und sie nimmt weiter schnell ab. Die Steller Seelöwen vor den westlichen Aleuten verlieren stark an Population. Das schrumpfende Nahrungsangebot und die veränderten Temperaturen werden für diese Entwicklung als die Gründe angesehen. Die Eisbären sind in Gefahr.  Sie drohen  Opfer der Orkas und Grönlandhaie zu werden, weil das Meerwasser immer offener ist und sie viel schwimmen müssen. Sie sind jetzt jetzt schon unter hoher Belastung durch die Erwärmung, weil die Schollen, auf denen die Robben sich ausruhen, verschwinden. Auch die kanadische Hudson Bay, das „Eisbären Zentrum der Erde“, hat sich bereits stark verändert. Die Bay war im November 2016 noch eisfrei, wie an einem typischen Sommertag. Wenn diese Trends anhalten, werden diec Eisbären 2050 ausgestorben sein. Lachse im Yukon River in Alaska werden deutlich weniger, weil die Wasserqualität sich durch den auftauenden Permafrostboden verändert hat. Es kommen weniger Lachse zum Laichen zurück. Eingeborene, die ihre jährlichen Wanderungsbewegungen auf die Rückkehr der Lachse aufgebaut haben, verlieren zum Teil ihre Ernährungsgrundlage.

Das Wasser: Wie immer, die am deutlichsten erkennbaren Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels zeigen sich auf den mit Wasser bedeckten Gebieten der Erde. Eine Fläche polaren Meereises von der Größe Indiens ist mitten in den rekordwarmen Ozean- und Lufttemperaturen verschwunden. Das erstaunt nicht, wenn man bedenkt, dass Teile der Arktis im November 2016 für Tage Temperaturen von 20 Grad Celsius höher aufwiesen, als zu dieser Jahreszeit bisher normal.  Grönland hat nach einer neuen Studie schlechte Nachrichten zu erwarten. Der Grönland-Zentralgletscher wird vierl schneller schmelzen, als bisher angenommen. Das wiederum  wird zum beschleunigten Anstieg der Meere führen.        Außerdem kann die atlantische Strömung und Zirkulation des Meerwassers beeinträchtigt werden durch die einströmenden Schmelzwassermassen. Das hätte dann weitreichende katastrophale Folgen für Nordeuropa und Nordamerika und alles noch weiter nördlich. Es würde insgesamt kälter und trockener mit längeren Trockenperioden, aber auch mit Überschwemungen durch starke Niederschläge. Die Agrarproduktion würde stark beeinträchtigt.                   Unten, in der Antarktis ist es aber auch nicht besser. Die Gletscher dort schrumpfen ebenfalls, teilweise um bis zu 20 Fuß Höhe pro Jahr (Satelliten-Vermessung). Und die Everglades in Florida werden vom steigenden Merrwasser mit Salzwasser ertränkt werden. Metropolen in Küstenbereichen sind durch den Meeresspiegelanstieg in besonderer Weise betroffen: Miami, New Orleans, New York, Hong Kong, Shanghai und Hunderte weitere.  Groß Brittannien ist im Winmer 2013/2014 nur mit Glück einer Katastrophe entgangen. in dieser Jahreszeit ereigneten sich mehrere extrem hohe Tiden bei Fluten, die zum Teil mehr als die Hälfte des normalen Tidenhubes höher ausfielen. Es waren etliche Schäden zu verzeichnen gewesen. Jedoch in keinem Fall fiel eine der Fluten mit einem der winterlichen Orkane zusammen. Wenn das geschehen wäre, hätten die Folgen an der britischen Küste zu schwersten Verwüstungen geführt.  Aber, das ist nur eine Frage der Zeit, wann eine solche hohe Tide mit einem Sturm  zusammen erscheint, meinen die Wissenschaftler.

Feuer: Die Erwärmung begünstigt natürlich auch Waldbrände und Tundrabrände, zumal wenn mit ihr auch noch große Trockenheit auftritt. Die Brände werden großflächiger, häufiger und länger anhaltend. Nicht nur in Alaska und anderen nördlichen Waldgebieten, sondern auch in den Buschgebieten Süd Afrikas gibt es verstärkt Brände, die wegen fehlender Niederschläge und anhaltender Trockenheit zugenommen haben. Zum Jahreswechsel gab es in Süd Afrika über 100 aktive Brände.

Luft: Schon bald wird das Jahr 2016 das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen genannt werden. Das stimmt ganz sicher für die Arktis, wo die Herbsttemperaturen 2016 um bis zu 36 Grad Fahrenheit über normal lagen und an einigen Plätzen sogar noch höher. Derartige Veränderungen des arktischen Wetters haben natürlich Auswirkungen auf das globale Klima. Die Jet-Streams werden sich in Stärke und Richtung verschieben, mit den Folgen regional großer Trockenheiten und starker Niederschläge mit Überflutungen. Die Nahrungsmittelproduktion wird davon dramatisch beeinträchtigt werden. Krankheiten, die durch Fluginsekten übertragen werden, wie Malaria und Dengue Fieber, haben die Möglichkeit, sich mit der Erwärmung und der Ausdehnung küstennaher Überschwemmungsgebiete auszubreiten.

übersetzt  14.01.2017 Volker Fritz

Nachsatz:  Die University of California in Berkeley hat am 04.01.17 die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Überprüfung der Berichte zur Erderwärmung veröffentlicht. Ergebnis: die in den letzten Jahren ermittelten Erwärmungswerte der Erde, durch Überwachung der Seewassertemperaturen an der Oberfläche, waren zu niedrig. In den vergangenen 19 Jahren stiegen die Werte von 0,07 Grad auf 0,12 Grad Celsius pro Dekade. Chief Researcher: Zeke Hausfather.   http://advances.sciencemag.org/content/3/1/e1601207

 

 

 

 

 

Feb 012017
 

Reliable Partners?! – ExxonMobil

Die Förderkonzerne für Kohlenwasserstoffe in Deutschland geben sich immer gerne als seriöse und verlässliche Partner aus, auf die die Politik und wir Bürger vertrauen können. Doch sie setzen die verschiedensten Methoden an, um ihre Ziele, an den Bürgern vorbei, durchzusetzen.

Der Konzern ExxonMobil hat deshalb im Jahr 2011 versucht, über das U.S.-Außenministerium massiven Druck auf die Bundesregierung auszuüben, damit die geplante groß angelegte Fracking-Erdgasförderung realisiert werden kann, obwohl diese Pläne von der Bevölkerung abgelehnt wurden.

Jetzt bekannt gewordene Korrespondenz der U.S.-Botschaft in Berlin belegt das. Und der damalige Konzernführer? Richtig, Rex Tillerson, der heutige Außenminister der USA.

Und wie das Portal „The Intercept“ am 17.01.2017 dazu berichtet, gibt die Mitteilung der U.S.-Botschaft vom 26.08.2011 klar Auskunft, dass solche Aktivitäten seitens ExxonMobil stattfanden und wie ExxonMobil das weitwere Vorgehen plante, um die öffentliche Meinung in Deutschland hinsichtlich der Ungefährliochkeit der Fracking-Gasförderung zu „schulen“.

Titel:“Rex Tillerson‘ s ExxonMobil Frequently Sought State Department Assistance, New Documents Show“ von Lee Fang und Steve Horn.    Offenbar war man im ExxonMobil-Konzern der Meinung, man müsse den Deutschen nur vernünftig erklären, wie vorteilhaft doch die Förderung von Fracking-Erdgas in Deutschland sei. Dann würden sie ihren Widerstand schon aufgeben.

Ja, wir haben die sichtbaren Auswirkungen dieser Strategie, mit von ExxonMobil bezahlten Untersuchungen und der Abnschlusskonferenz des „Unabhängigen Expertenkreises“ zu Fracking in Deutschland im Frühjahr 2012 erlebt (denn wer zahlt, bestimmt auch die Musik).

Ebenso erlebten wir die massive Propagandaflut an die Presse. Unvergessen ist auch die 16-seitige Kampfschrift vom Dezember 2012 an alle Journalisten: „FAKTEN Informationen für Journalisten“, die als Verlagsbeilage im „JOURNALIST“ an die Privatadressen der Mitglieder des Journalisten-Verbandes geliefert wurde. Titel: „Die Zukunft der Erdgasförderung in Deutschland“

Ungeniert wurden Propaganda-Aussagen den Presseleuten als Wahrheit angeboten und auch teilweise von diesen übernommen. Denn, wenn ExxonMobil, der Weltkonzern, Aussagen tätigt, dann müssen diese doch wohl stimmen, oder?

Aber die Zeit und die stetig zunehmenden Schadensberichte aus den USA und Kanada aus Fracking-Gebieten rundeten das Bild immer deutlicher ab. Fracking-Förderung ist eine hoch gesundheits-gefährdende Produktionsart, die insbesondere die Anwohner von Förder- und Aufbereitungsplätzen und Verdichterstationen belastet. Doch es hat sich auch gezeigt, dass bereits die „normale“ Erdgas- und Erdölförderung hohe Schädigungspotentiale aufweist. Nur wurde in der Vergangenheit dort nicht hingeschaut.

Inzwischen wissen wir auch, welche enorme Schädigungswirkung das unverbrannt in großen Mengen entweichende Methan in der Atmosphäre entwickelt. Die Erdgas-Frackingförderung beschleunigt massiv die Erderwärmung und konterkariert dadurch die Ziele der Pariser Beschlüsse vom Dezember 2015 zur Klimarettung.

Volker Fritz

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

Folgen der Erderwärmung: bisher gefrorener Boden ,atmet‘ Treibhausgase aus

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Jan 042017
 

Zusammenfassung: Erderwärmung wird durch Treibhausgas-Emissionen aus den auftauenden Permafrostböden der arktischen Region beschleunigt. Bisherige Klima-Modelle zur Abschätzung der weiteren Entwicklung sind damit überholt. Die Lage ist bereits äußerst ernst und erfordert sofortiges Handeln zur Abmilderung der Erwärmung. Nach Meinung der Wissenschaftler kann sie jetzt nicht mehr aufgehalten werden.

Langversion:

Übersetzung: (auszugsweise) kommentiert vom 30.12.16
„Wir haben ein Monster freigelassen: bisher gefrorener Boden ,atmet‘ jetzt Treibhausgase aus“
und: Erstmals seit der menschlichen Existenz auf der Erde gibt es CO2-Zuwachsrekorde in 2 Jahren hintereinander.

TruthOut-Beitrag vom 28.12.2016
Autor: Dahr Jamail
http://www.truth-out.org/news/item/38885-we-have-released-a-monster-previously-frozen-soil-is-breathing-out-greenhouse-gases
Originaltitel: We Have Released a Monster: Previously Frozen Soil Is “Breathing Out” Greenhouse Gases
Truth-Out-Beitrag vom 16.11.2016
Autor Dahr Jamail
http://www.truth-out.org/news/item/38387-for-the-first-time-in-human-existence-co2-rates-break-records-two-years-in-a-row
Originaltitel: For the First Time in Human Existence, CO2 Rates Break Records Two Years In a Row

Volker Fritz:
Die zunehmende Erkenntnis über die bereits dramatische Situation, auf welche wir mit der Klima-Erwärmung zusteuern, macht es immer dringlicher, umfassende Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlenstoff-Verbrennung und der Methan-Emissionen unverbrannten Methans in die Atmosphäre zu ergreifen.
Naturveränderungen durch die Erwärmung führen ebenfalls zu Freisetzungen von Treibhausgasen, die zu den menschengemachten Wirkungen hinzukommen.

Entwicklungen sich anbahnen oder schon im Gange sind. Inzwischen haben wir zwei bedeutsame selbst verstärkenden Systeme ausgemacht, auf die wir – nach ihrem Beginn – schon keinen Einfluss mehr haben:

  1. durch unsere menschlichen Aktivitäten hat sich die Atmosphäre so weit erwärmt, dass das Polareis im Sommer zu einem großen Teil schmilzt und als Reflexionsfläche zur Zurückstrahlung der Sonnenenergie ins Weltall ausfällt.
    Die Folge ist eine stärkere Wärmeaufnahme des polaren Meeres und eine noch größere Sommerschmelze des Polareises und voraussichtlich im Herbst 2017 oder spätestens im Herbst 2018 wird das Polarmeer erstmals eisfrei sein mit der weiter zunehmenden Erwärmung der polaren Region.
  2. der auftauende Permafrostboden in den Regionen des polaren Umfeldes in Alaska, in Sibirien, im Norden Kanadas entwickelt sich zum „Monster“ das in großem Umfang die bisher darin gefangenen Treibhausgase abbläst.
    Auch hier besteht die Bedrohung durch den selbst beschleunigenden Regelkreis. Kommt mehr CO2 in die Atmosphäre, gibt es eine größere Erwärmung. Und die CO2-Mengen werden auf 30 bis 55 Mrd to CO2 zusätzlich geschätzt, die während der kommenden 35 Jahre in die Atmosphäre entlassen werden, wenn die globale Temperaturerhöhung sich der plus 2 Grad-Marke nähert. Je nach der Geschwindigkeit der weiteren Erwärmung der Atmosphäre bis 2050 wird im Minimum mit 0,45ppm/Jahr zwischen 2016 und 2050 gerechnet, wenn die Erwämung in dieser Zeit um ca. 1 Grad Celsius erfolgt. Wenn die Erde aber bis 2050 auf plus 2 Grad Celsius über der vorindustriellen Periode ansteigt, wird im Mittel mit 0,71ppm/Jahr in diesem Zeitraum gerechnet.

Die Erde hat sich bereits um über 1 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Stand erwärmt und im September 2016 wurde der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 400 ppm erreicht. Der CO2-Gehaltsanstieg der Atmosphäre war in 2 Jahren hintereinander der höchste jemals gemessene. In 2017 wird der mittlere CO2-Gehalt der Atmosphäre Größenordnungen erreichen, wie sie vor 15 Millionen Jahren letztmalig auftraten, als Meeresspiegel ungefähr 27 m höher waren, als heute. Damals lagen die Temperaturen um 3 bis 4 Grad Celsius höher als heute.
In 2015 betrug er; nach Messungen der NOAA 3,05 ppm
in 2016 wird er 3,2 bis 3,55 ppm erreichen.
Zum Vergleich:
in den 1980ern und 1990ern lag der Wert bei ca.1,5 ppm/Jahr
in den 2000ern lag er bei 2 ppm/Jahr
die 2010er erleben eine erneute starke Zunahme auf ca. 2,5 ppm/Jahr.

1998 wurden weltweit ca. 26 Milliarden to CO2 in die Luft geblasen.
2015 waren es weltweit schon ca. 36 Milliarden to CO2, die in die Luft geblasen wurden.
Und vom Methan und dessen Wirkungen spricht in diesem Zusammenhang noch niemand,
obwohl sie vorhanden sind
.

Dr. Thomas Crowther, der Leiter der Studie zu den Freisetzungen von Treibhausgas auftauendem Permafrostboden, kommentierte gegenüber „The Independent“ die Gesamtlage so:
„Es hängt vieles vom Grad der Geschwindigkeit ab, mit der die Erwärmung der Atmosphäre vor sich geht. Wenn die durch menschliches Handeln verursachte Erwärmung (ACD) schneller erfolgt, als erwartet, dann könnte der Einfluss des künftigen Präsidenten der USA, als Klimawandel-Verneiner, zu einer Katastrophe für die Menschheit werden.
Wir sind zur Zeit auf einem Weg, der uns bis 2100 eine Mindest-Erwärmung von plus 5 bis plus 7 Grad Celsius oder mehr bringen kann. Und es ist unwahrscheinlich dass die menschliche Zivilisation eine Erwärmung der Atmosphäre von global plus 3,5 Grad Celsius überleben kann, da der Mensch noch nie auf einem so warmen Planeten gelebt hat. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass wir den Umkehrpunkt der globalen Erwärmung bereits überschritten haben und wir können ihre Effekte nicht rückgängig machen. Aber wir können sie sicherlich dämpfen“.
Andere Wissenschaftler hoben die Bedeutung der Crowther-Studie hervor, um geeignete Maßnahmen zu Milderung der menschengemachten Erwärmung (ACD) zu entwickeln, da die Reaktionen aus dem Permafrostboden eine der größten
Unsicherheiten in den derzeitigen Klimamodellen sind.

Prof. Ivan Janssens von der Universität Antwerpen hält die Studie sogar für „sehr wichtig“. „Wir müssen dringend eine Weltwirtschaft entwickeln, die von nachhaltigen Energiequellen versorgt wird und beginnen, CO2 als Wertstoff zu
nutzen, statt als Abfall“
, führte er gegenüber dem „The Independent“ aus. Und weiter meinte er, dass bei bedeutenden Fortschritten an dieser Front es noch möglich sein kann, eine katastrophale Erwärmung zu verhindern.

übersetzt und kommentiert: Volker Fritz

Marrakesch unter dem Einfluss der fossilen Industrien

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Nov 222016
 

Volker H.A. Fritz, Wolfenbüttel, den 22.11.2016 2_hand_stop_fracking1

Im Portal Truth-Out ist eine Grafik von CORPORATE ACCOUNTABILITY INTERNATIONAL vom 01.11.16 erwähnt, aus der die mannigfachen Verbindungen der fossilen Industrien der Förderung von Kohle, Öl und Gas zu Organisationen abgelesen werden können, die in Marrakesch als Beobachter der Klima-Gespräche zugelassen waren. (Siehe Graphik mit Verbindungen der großen Konzerne zu Verbänden, die in Marrakesch vertreten waren)
Und wie schon in Paris, traten die Bergbau- und fossilen Förderkonzerne als Sponsoren des Treffens in Marrakesch auf. Es ist einfach nicht zu fassen, dass die UN sich auf solche Beeinflussungen einlässt.

CORPORATE ACCOUNTABILITY INTERNATIONAL schreibt dazu in einer Pressemeldung vom 15.11.2016: „Kick Big Polluters out“ „Damit das Pariser Abkommen ein Erfolg wird, versammeln sich die Länder, um die großen Verschmutzer von den Gesprächen auszuschließen“.

Wir sahen wieder das gleiche Bild wie in Paris: Durch massives Lobbying der „Beobachter“ der Konferenz wurde auf die Inhalte und den Verlauf Einfluss genommen, zum Wohle der fossilen Weltkonzerne.

Im Ergebnis wird ein weiteres Jahr vergehen, ehe sich die „Klimaretter“ erneut zusammenfinden, um über konkrete Maßnahmen Beschlüsse zu fassen.

So werden dann schon 2 der maximal zur Verfügung stehenden 25 Jahre vergangen sein und die fossilen Konzerne werden ein weiteres Jahr „business as usual“ fahren und bei der Erdgasproduktion mit den riesigen Methanleckagen die Erderwärmung weiter beschleunigen.
Und dann werden es sich die „Klimaretter“ wohl wieder gern gefallen lassen, dass die Industrien, die unser Klima am meisten bedrohen, wieder ihre Gastgeber sind, wieder über die UN organisiert.

Da kann im Zweifel die Welt ruhig untergehen, Profit aus Fossilen muss weiter gehen!!

Die Vertreter der Nationen und der UN wurden in den letzten Tagen über diese Recherche-Ergebnisse von CORPORATE ACCOUNTABILITY informiert, um Einflussnahmemöglichkeiten für jedermann deutlich zu machen und durch geeignete Maßnahmen abzuwehren.

Volker Fritz

„Das Erbe der Klima-Zerstörung: Mega-Dürren, aussterbende Arten, Sterbeanzeigen für Korallenriffe“

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Nov 112016
 

Volker H.A. Fritz 2_hand_stop_fracking1
Wolfenbüttel, den 07.11.2016
im AK Fracking
Braunschweiger Land
Mitglied im Zusammenschluss
„Gegen Gasbohren“

Übersetzung: (auszugsweise)
„Das Erbe der Klima-Zerstörung: Mega-Dürren, aussterbende Arten, Sterbeanzeigen für Korallenriffe“
TruthOut-Beitrag vom 06.11.2016
Originaltitel: Climate Disruption’ s Legacy: Megadroughts, Extinctions, Obituaries for Reefs
Autor: Dahr Jamail

Vorwort: Dahr Jamail gibt wieder einen Überblick über die neuesten Beobachtungen, Untersuchungen und erschreckenden Entwicklungen, die sich als Folge der
menschengemachten Klimaveränderung vollziehen.

Der Monat September 2016 wird in die Aufzeichnungen eingehen, denn jetzt wurde der nachgewiesene CO2-Gehalt in der Atmosphäre von 400 ppm dauerhaft überschritten und niemand der heute auf der Erde lebt, wird je wieder einen geringeren CO2-Gehalt erleben.
Das Great Barrier Reef vor Australien ist bereits zu über 20% seiner Fläche tot, ein Großer Teil davon starb in diesem Sommer ab. Da die Erwärmung und Versauerung der Ozeane weitergeht, ist nicht zu erwarten, dass das Riffsterben zum Stillstand kommt.
Wir sehen vor unseren Augen riesige Teile der Biosphäre sterben.
Seit 1970 ist die Zahl der Wildtierarten weltweit um 58% zurückgegangen, wie die Londoner zoologische Gesellschaft ermittelt hat. Wenn dieser Trend sich fortsetzt, werden in nur 4 weiteren Jahren 2/3 aller Wirbeltiere ausgestorben sein. Und ACD (menschengemachte Klimaerwärmung) ist einer der treibenden Faktoren für dieses Massensterben. Der Planet heizt sich weiter auf, auch der Monat September hat wieder einen neuen Temperatur-Rekord ergeben und damit wird das Jahr 2016 zum wärmsten jemals in den vergangenen 136 Jahren gemessenen.
Die Ausdehnung der arktischen Meereisdecke war selbst Ende Oktober die geringst je gemessene und das hoch im Norden von Alaska gelegene Barrow war am 15.10. noch immer ohne Schnee, der späteste je im Herbst gemessene schneefreie Tag.
Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre, kommentierte so: „wir sind nicht mehr eine kleine Welt auf einem großen Planeten – wir sind jetzt eine große Welt auf einem kleinen Planeten, auf dem wir einen Sättigungspunkt erreicht haben“. ACD führt auch zu dramatischen Veränderungen bei Phänomenen, die mit Wasser zusamenhängen.
Eine neue Studie hat ergeben, dass jahrzehntelange Trockenperioden durch ACD im Südwesten der USA so gut wie sicher zu erwarten sind. 120 Mio Menschen leben in dem betroffenen Gebiet. Auch der Mittelmeer-Raum ist von Trockenheit bedroht, wenn nur max. 2 Grad Erwärmung eintreten (aber das ist ja nach dem heutigen Stand lächerlich wenig). Dann wird es einen breiten Streifen der Verwilderung in dieser fruchtbaren Region geben und das Ökosystem wird sich so sehr verändern, dass es nicht mehr wieder erkennbar sein wird. Die Küstenlinie von Louisiana verschwindet schon mit zunehmender Geschwindigkeit, schneller als sonst irgendwo in den USA. Die heutigen Landkarten bedürfen dringend einer Überarbeitung, da die Wirklichkeit schon ganz anders aussieht als die Kartenbilder. Die Inseln rund um den Globus haben wegen der steigenden Meerespiegel ein zunehmendes Problem mit der Trinkwasserversorgung, weil das salzige Meerwasser in ihren Untergrund drückt und dann das leichtere Süßwasser zur Oberfläche drückt, wo es verdunstet.
Der Anstieg des Meeresspiegels hämmert schon besonders auf das tiefe liegende Bangladesch ein, wo er zusammen mit verstärkt auftretenden tropischen Taifunen das Trinkwasser zunehmend salzhaltiger werden lassen hat und damit das Leben dort zu einer großen Herausforderung. Die UN warnte kürzlich, dass ACD bereits im Gange ist, Ostafrikas Wasservorkommen zu zerstören. Die bisher schwersten Hurricanes im Südosten der USA werden künftig die „normalen“ sein. Ereignisse wie “Mathew“ und „Sandy“ wird es häufig geben, wenn ACD so weiter getrieben wird. Die Frage ist nur, ob die betroffenen Bundesstaaten der USA sich darauf einzustellen bereit sind und nicht einfach die entstandenen
Schneisen der Verwüstung wieder aufbauen, die künftig unbewohnbar sein werden. Die Algenblüte in den Ozeanen wird schlimmer werden und die Ursache für vernichtende globale Auswirkungen auf das Leben im Meer sein. Die westliche antarktische Eisbedeckung wird von warmem, schwereren Salzwasser
unterspült, wodurch die Stabilität des gesamten Eisdeckels bedroht wird. Dadurch allein könnte der Meeresspiegel um 1,3 bis 5 m ansteigen. 1 km Eisdicke ist in den gerade mal 7 letzten Jahren verschwunden und nichts spricht dafür dass dieser Furcht erregende Trend zum Stillstand kommen wird. Eine kürzlich in NATURE erschienene Studie ergab, dass Schädigung der Atmosphäre durch Aktivitäten der Öl- und Gasindustrie rund um den Globus und die dabei frei werdenden Emissionen viel größer ist, als vorher angenommen. Die Methan-Emissionen sind um 60% größer als abgeschätzt.
Waldbrände und wilde Feuer nehmen in Russland stark zu und verzehren die Wälder in Sibirien. In Australien hat sich durch die Erwärmung die Waldbrandsaison um einige Wochen verlängert. Die Zahl der extremen Wetterlagen, die zu Waldbränden führen, hat sich in Australien deutlich erhöht. In Alaska gab es gegen Ende der Saison zwei Großfeuer, die die Tundra und junge Pflanzen im Nordwesten auf großen Flächen vernichteten.

Das sind alles deutliche Zeichen für das, was uns noch künftig erwartet.
Klimawandelverleugnung und Realität:
In Kanada hat die Trudeau-Regierung gerade dem Bau des „PACIFIC NORTHWEST LNG Project“ für 36 Mrd Dollar zugestimmt.
Hillary Clinton ist für die Fracking-Förderung.
An der Küste von New Jersey werden zerstörte Häuser genau dort wieder aufgebaut, wo steigende Meeresspiegel und Hurricanes sie wieder zerstören werden.
Dagegen gibt es auch Bewegung an der Spitze der Bejaher der Klimaveränderung: Nicolas Stern warnt, dass die gesamte Weltwirtschaft sich selbst zerstören könnte, wenn die Welt fossile Brennstoffe weiter so einsetzt, wie sie das heute tut. Ein hoher Militärführer und Vorsitzender des globalen Militärischen Beirates für den Klimawechsel der USA warnte kürzlich, dass Kriege im Zuge der Auswirkungen der
Klimaveränderung kommen werden und Millionen von Flüchtlingen rund um den Globus hervorbringen werden.

Eines, lieber Leser, ist mit diesem Bericht mehr als genügend deutlich geworden, zusammen mit allen anderen, die ich zu diesem Thema schon geschrieben habe: Wir wissen, dass es nicht nur die Wirtschaft ist, die sich „selbst zerstört“. Noch wichtiger, wir sind Zeugen der Zerstörung der Biosphäre unseres Planeten und dieser Prozess ist schon gut im Gange.

Ihr Dahr Jamail
(Übersetzung: Volker Fritz)