Aug 152020
 

Im Berichtszeitraum stagnierte die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme auf dem niedrigen erreichten Niveau vom Juni, da die Rohölpreise zwar wieder etwas gestiegen sind, aber noch keine ausreichende weltweite Abnahme der reduzierten Fördermengen erkennbar ist.

Die 744 stillgelegten Bohrtürmen der Monate März bis Juni umfassen über 70% Stillegung der nordamerikanischen Bohrkapazitäten vom Jahresanfang. Im Juli kam zwar die Wende, nachdem die Rohölpreise WTI wieder bis auf 40 USD/barrel angestiegen waren, aber die erwartete weitere Steigerung über 50 USD/barrel blieb aus, da auch die stark reduzierten Förderkapazitäten der OPEC und weiterer Partner noch zu groß sind und der CORONA-bedingte weltweite Verbrauchsrückgang nicht beendet ist.

Weitere Stilllegungen blieben aus und erste Unternehmen besonders in Kanada haben trotz der schlechten Gesamtlage begonnen, wieder stärker ins Bohrgeschäft zu investieren, während in den USA noch ein leichter weiterer Rückgang zu verzeichnen ist.

Der durch den Ölpreiskrieg der Saudis und der Russen gegen die USA ausgelöste Preisverfall wurde April/Mai immer spürbarer zusätzlich überlagert durch die Nachfrageausfälle der inzwischen über 19 Mio Menschen weltweit, die wegen der CORONA-Pandemie ihr gewohntes Leben und Arbeiten unterbrochen haben und „abgesperrt“ zu Hause leben mussten und weiter müssen. Viele Unternehmen haben Zwangspausen einlegen müssen. In China hat die Industrie die Produktion wieder aufgenommen, es herrscht aber große Sorge vor einer 2. CORONA-Ansteckungswelle.

Die von der OPEC und weiteren Ländern beschlossenen massiven Förderkürzungen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben in den vergangenen 9 Wochen Wirkung gezeigt, in Verbindung mit der wieder zunehmenden Nachfrage aus China.

Die angekündigte Verknappung durch Produktionskürzungen führte zu weiterer Stabilisierung auf zwischenzeitlich über 42 USD/barrel. Doch die noch immer weiter zunehmende weltweite CORONA-Ausbreitung – auf inzwischen über 20 Mio nachgewiesene Betroffene und über 700.000 Tote – dämpft den Rohölbedarf so, dass der Preis heute wieder auf 41,93 USD/barrel WTI für Lieferung September 2020 zurück ging.

Neue Infos von Fracking-Ölproduzenten im Permian Basin in Texas besagen, dass sie innerhalb eines Jahres seit Mitte 2019 bis jetzt die Förderkosten um 20% senken konnten und nun in der Lage sind, für 40 USD/barrel zu fördern, statt für 50 bis 60 USD/barrel wie vorher. Die Strategie der OPEC und Russlands ist dabei die, durch die Preisgestaltung die Fracking-Förderer der USA aus dem Geschäft zu halten.

Wir können also erwarten, dass die Fördermengensteuerung dieser Gruppe so erfolgt, dass der WTI-Preis bei 40 bis 45 USD/barrel eintariert werden wird. Zur Zeit liegt der Rohölpreis auf WTI-Basis bei 41,93 EUR/barrel. Weiterhin gilt, dass abseits des Handelsplatzes New York auch Rohöl zu Notierungen gehandelt wird, die deutlich unter WTI-Niveau liegen.

Der derzeitige Weltbedarf an Rohöl liegt weiterhin deutlich unter der globalen Fördermenge. Die Hauptölproduzenten haben ihre Notlage erkannt und ihre Förderungen kurzfristig drastisch reduziert, viel mehr als vorher angekündigt, um den Ölpreis wieder auf ein ökonomisch besseres Gleis zu bringen. Die Saudis haben ihren Hauptabnehmern die Liefermengen drastisch reduziert, in Asien, in Europa aber auch gegenüber den USA. Die erfolgte Wiederaufnahme großer Teile der Industrieproduktion in China stimmt die Rohölproduzenten optimistisch.

In Nordamerika entwickelt sich die Katastrophe weiter. Das zeigt auch der Konkurs des größten Frackingförderers in Nordamerika, der Chesapeake Energy, mit einem Volumen an 12 Mrd USD an ungedeckten Schulden. Denbury Resources Inc. mit 3 Mio USD ungedeckter Schulden hat Konkurs Chapter 11 angemeldet. Es geht jedoch weiter: The Plano, Texas und Rosehill Resources Inc. , Texas, haben in Texas Konkurs Chapter 11 angemeldet. BP hat erstmals in einem Jahrzehnt die Dividende halbiert – nach 6,68 Mrd USD Verlust im 2. Quartal 2020. BP will das Kohlenwasserstoff-Geschäft um 40% reduzieren und in die regenerative Stromerzeugung einsteigen. Bis 2030 wollen sie Kapazitäten für 50 Gigawatt installieren. Total S.A. hat in Kanada seine Anteile an der Ölförderung und der Ölgewinnung aus Sandvorkommen von ca. 7 Mrd USD ausgebucht und zieht sich aus Kanada zurück.

ExxonMobil hat im 2.Q. 20 1,1 Mrd USD Verlust gemeldet. Chevron hat im 2.Q. 20 3 Mrd USD Verlust gemeldet.

Baker Hughes meldet, dass seit Mai 2020 in den USA mindestens 100.000 Ölarbeiter ihren Job verloren haben, die meisten davon in Service-Firmen, da die Förderung zurückgeschraubt wurde. Kanadische Servicefirmen befinden sich bereits im „Überlebensmodus“, nur die finanziell starken werden überleben.

Der Kollaps der Fracking-Förderung in Nordamerika wirkt als Zeitbombe, da die Bohrlöcher nicht zuverlässig verschlossen wurden, sondern einfach „zurückgelassen“. Große Mengen Methan treten dort überall aus.

Im Westen der USA werden ungenutzte Raffineriekapazitäten umgerüstet, zur Verarbeitung von Fetten, Speiseölen, Schmierstoffen und Soja-Öl zu „regenerativem“ Diesel, Benzin und Flugbrennstoff, da dafür eine staatliche Prämie von über 3 USD gezahlt wird.

Seit 35 Jahren haben nicht so viele Förderbohrungen in Nordamerika still gestanden, wie gerade jetzt. Was aus den meist als Familienbetriebe arbeitenden Förderunternehmen im Permian und Anadarko Basin in den USA wird, ist im Moment nicht abzusehen. Dort gibt es 400.000 Pferdekopfpumpen-Förderbohrungen, die von meist kleineren Familienunternehmen betrieben werden. Sie beschäftigten bisher ca. 143.000 Arbeiter, die ihre Anlagen betreiben und warten und sie förderten bisher zusammen ca. 850.000 barrels/Tag.

Davon könnten in Kürze ca. 500.000 barrel wegfallen und ca. 100.000 Arbeitsplätze, meist in ländlichen Gebieten. Das birgt jede Menge Sprengstoff für die Nachwahl von Präsident Trump. Mit dem WTI-Preis in New York über 40.-USD/barrel heute werden aber wohl doch mehr von diesen Unternehmen im Geschäft bleiben, als zunächst zu befürchten war, denn damit können viele von ihnen kostendeckend arbeiten. Nach dem letzten „Schock“, dem Einbruch der Ölpreise nach 2014, sind die meisten dieser Unternehmen so geschwächt, dass sie keine Reserven mehr haben.

Und auch die Zulieferer-Industrie hat reduziert. Der Rohrhersteller Tenavis SA kündigte 223 Mitarbeitern in seinem Werk in Houston. Halliburton beurlaubte in seiner Stammfirma in Houston zunächst 3.500 Beschäftigte. In Kanada hat der Spezial-Spediteuer Mullen Group Ltd. mit Sitz in Calgary, der auch Ölfeld Logistik-Aufgaben und Schwerst-Transporte aller Art durchführt, im April 1.000 Mitarbeiter entlassen, um die Auswirkungen der CORONA -Pandemie abzufangen. Die Firma hatte im 1.Q 2020 noch einen Gewinn von 318 Mio Dollar ausgewiesen. Insgesamt ist die Zahl der Konkursanmeldungen in den ersten 2 Quartalen 2020 laut Haynes-Boone bisher doch noch moderat verlaufen, einmal vom „Brocken“ Chesapeake abgesehen.

Die Angst vor CORONA allerdings geht in den Ölcamps in den USA und in Kanada um, zumal sich die Zahl der Neuansteckungen mehr und mehr aus den Ballungsräumen (New York, Las Vegas, Boston, Florida, Golfküste) in die Fläche verlagert hat. Besonders der Förderstaat Texas ist hart betroffen. Vom 10.06.20 mit 77.250 Infizierten stieg die Zahl rasant auf 338.000 am 20.07. und auf 530.000 am 13.08.20.

In den USA haben sich inzwischen über 47 Mio Beschäftigte arbeitslos gemeldet – in nur 12 Wochen. Allerdings wurden im Juli auch über 5 Mio Menschen neu beschäftigt. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die US-Arbeitsverwaltung schließt nicht die Arbeitskräfte ein, die nicht dokumentiert sind und arbeitslos werden. Ca. 8 Mio Arbeiter aus dieser Gruppe verloren ihren Job und müssen hinzugerechnet werden, ebenso noch die ganzen Studienabsolventen, die nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos sind. Die tatsächliche Arbeitslosenzahl beträgt sicher zwischen 48 und 53 Mio Menschen.

Wenn auch in China so getan wird, als sei die CORONA-Pandemie so gut wie überwunden, ist es doch so, dass mit der Wiederaufnahme der Aktivitäten der Industrie und der Wirtschaft auch bisher unbekannte Infektionsträger wieder „unters Volk“ gelangen und eine zweite Welle auslösen können. Das Geschehen in Peking im Verlauf der Woche vom 19.06.20 zeigt auf, wie schnell aus neuen Infektionsherden wieder größere „Lock-downs“ werden können.

Der Schaden der Weltwirtschaft durch CORONA ist gewaltig und im Moment kaum abschätzbar, zumal die USA ja gerade erst inmitten der größeren Ausbreitung stehen mit zur Zeit 5,2 Mio registrierten Infizierten und über 166.000 Toten. Das US-Gesundheitssystem ist in keiner Weise auf eine solche Pandemie vorbereitet und im ländlichen Bereich fehlen – besonders in den Bundesstaaten der „Trump-Freunde“ im Süden der USA – Krankenhäuser und Beatmungseinrichtungen. Die mögliche Zahl von 200.000 Toten rückt immer näher, da die Zahl der Infizierten in den letzten Wochen weiter stark zugenommen hat, besonders im Süden und Südwesten der USA. Mehrere der Gouverneure dieser Staaten haben einen Teil der von Präsident Trump empfohlenen Lockerungen jetzt wieder zurück genommen.

Diese Volkswirtschaft wird weiterhin monatelang lahm gelegt werden – auch wenn Präsident Trump das zu verhindern sucht – ohne Rücksichtnahme auf weitere Zehntausende Tote. Und ihre Haupt-Handelspartner, wie zum Beispiel Deutschland, werden von den Nachfrageausfällen getroffen werden. Weltweit sind inzwischen über 20 Millionen Infizierte erfasst worden. Die Dunkelziffer ist weitaus höher, besonders in den ärmeren Ländern. Und die Zunahme der Infizierten weltweit beschleunigt sich. Die Pandemie hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.

Deutschland – als sehr stark exportorientiertes Land – ist einerseits über Zulieferketten weltweit vernetzt und hängt andererseits von den internationalen Käufern ab, die unter diesen Bedingungen zurückhaltend sind. Die entsprechenden Folgen wirken bereits, der Export schwächelt stark. Hinzu kommt die wieder weiter zunehmende Zahl Infizierter, nachdem die Reiserückkehrer aus den Urlaubsregionen zu Tausenden infiziert sind und sich über das ganze Land verteilen. Die Eröffnung von Reisemöglichkeiten ins Ausland seit 15.06.20 bringt nun die schon vorher absehbaren Folgen mit sich. Das Beispiel „Ballermann“ auf Mallorca zeigte deutlich, dass eine gewisse Gruppe von Deutschen zuallererst ihren „Spass“ haben will. „CORONA? – egal“

Die Wirtschaft in Deutschland hat begonnen, nach vorn zu arbeiten, wenn auch in vielen Bereichen noch mit stark reduzierter Kapazität. Die Auftragseingänge aus dem Ausland beginnen sich wieder zu stabilisieren, wenn auch noch auf niedrigerem Niveau. Doch im unteren Mittelstand, bei den vielen Selbständigen, wird es voraussichtlich im Herbst und Winter 2020 ein großes „Sterben“ geben und damit verbunden den Verlust zig-tausender Arbeitsplätze.

Das Wirtschaftswachstum in 2020 wird mit einem deutlichen Minus von über 8% erwartet. Den Luftverkehr versucht man, schrittweise wieder zu beleben, aber die Ansteckungsgefahr im Flieger bleibt. Gleichermaßen riskant sind Reisen mit Zug, Bus und Kreuzfahrtschiffen. Die Reiseindustrie mit allen ihren Dienstleistern ist besonders hart betroffen. Erst wenn ein zuverlässiger Impfstoff – in genügender Menge weltweit – das Ansteckungsrisiko minimiert, kann es wieder „unbeschwerte Reisen in alle Welt“ geben.

Die groß angelegten Hilfspakete der Regierung Merkel sollen die Belastungen aus der Situation für Großunternehmen, für den Mittelstand und für kleine Selbständige – aber auch für die Menschen mit Niedriglohn und Teilzeitarbeit – erträglicher gestalten. Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland wird im Jahresdurchschnitt auf 2,5 Mio Personen erwartet, in der Spitze über 3,5. Im Detail wird bei der Abwicklung der Hilfspakete mancher Haken vermutet, der kostbare Zeit verschlingen wird. Pleiten sind vorprogrammiert und viele, viele Arbeitslose.

Zu den Zahlen der Bohrtürme:

Nach dem derzeitigen Zahlenbild liegt die Gesamtzahl der eingesetzten Türme seit Februar 2018 um ca. 75% unter der damaligen Gesamtbohrkapazität. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika weiterhin mit 298 weit unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen. Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20. Am 08.11.2019 lagen sie bei 56,39 USD/barrel, am 06.12.19 bei 56,32 USD/barrel, am 04.01.20 notieren sie bei 62,80 USD/barrel und am 01.02. auf 52,95 USD/barrel. Am 22.05.20 notierten sie bei 18,06 USD/barrel und am 19.06. bei 40,26 USD/barrel. Am 17.07. wurden 40,77 USD/barrel für WTI gehandelt und heute 41,93.

Die OPEC und Partner haben die Förderkürzung deutlich über die ursprünglich vereinbarte Menge hinaus umgesetzt und dadurch recht schnell die Stabilisierung des Ölpreises bewirkt, unterstützt von den wieder steigenden Abnahmemengen Chinas.

Prognosen der IEA zum Bedarf an Rohöl in 2020 sind allesamt Makulatur geworden und per heute weis niemand, wie lange und in welchem Umfang wegen der CORONA-Epidemie die internationalen Einschränkungen des Reise-, Waren- und Güterverkehrs in 2020 aufrecht erhalten werden müssen.

Die Ausbreitungsschwerpunkte haben sich von Europa auf die USA, auf Mittel-und Südamerika, Indien, Russland und auf Südafrika verlagert.

Inzwischen wird mit einer Verschärfung zum Herbst/Winter hin gerechnet und erst für 2021/ 2022 wird eine deutliche wirtschaftliche internationale Belebung erhofft, ausgehend von dem bis dahin erreichten, stark verminderten Niveau. Wenn alles negativ zusammen kommt, kann es mehr als 5 Jahre dauern, ehe die Weltwirtschaft wieder einigermaßen „rund“ läuft. Wirtschaftskundler schätzen, dass der Einbruch stärker ausfallen kann, als der in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im August nicht gleichsinnig. In den USA wurde noch in geringem Umfang weiter abgebaut um 9 Türme, nur im Öl-Bereich. In Kanada wurden hingegen weitere 8 Erdgasbohrtürme und 14 Ölbohrtürme reaktiviert.

Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März 2019 bis Juni 2020 und Stagnation im Juli und jetzt mit leichter Belebung:

Monat/ Jahrgesamt im Einsatz in NordamerikaUSAKanadaUS Rohölpreis WTI USD / barrel
30.07.17117895822046
31.10.17111591320251,94
15.11.17109088919254,27
15.12.17116893023856,64
19.01.18126193632563,72
16.02.18129397531860,74
13.04.181110100811766,74
15.06.181198105913966,6
14.09.181281105522670,3
09.11.181277108119661,59
14.12.181245107117451,2
18.01.191259105020952,32
15.02.191275105122453,34
15.03.191187102616158,34
10.05.1910519886361,99
12.07.19107595811760,27
13.09.19102088613455
11.10.19100285614654,6
08.11.1995781714056,39
06.12.1993779913856,32
03.01.208817968562,8
31.01.20103779024752,95
28.02.20103079024044,67
27.03.207827285421,6
24.04.204914652618,06
22.05.203393182132,8
19.06.202832661740,26
14.08.202982445441,93

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika noch 191 Ölbohrtürme und 105 Gasbohrtürme aktiv. Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas(100), New Mexico(45), Louisiana (31), Pennsylvania(20), North Dakota(11), Oklahoma(11), West Virginia(5), Ohio (6), Colorado(5), und Kalifornien(4).

Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt die Entwicklung zu geringerem Energieverbrauch wider. Am 07.06.2019 lag der Preis bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und am 08.11. lag er bei 2,772 USD/mmBtu. Am 06.12. lag er bei 2,427 USD/mmBtu und am 04.01.2020 bei 2,130 USD/mmBtu. Ende Februar wurde er bei 1,75 USD/mmBtu notiert und blieb seither bis vor wenigen Tagen immer unter 2 USD/mmBtu. Am 22.05. notiete er mit 1,815 USD/mmBtu und 19.06.mit 1,638 USD/mmBtu, 17.07.20 mit 1,723 USD/mmBtu und heute mit 2,182 USD/mmBtu.

Das bedeutet zunächst weiterhin „ruinöses“ Geschäft zu nicht-kostendeckenden Preisen im „Henry Hub“. Davon profitiert nur das LNG-Geschäft mit Erdgas-Exporten nach Übersee. Um Geld zu verdienen müssten die Gaskonzerne 6 – 7 USD/mmBtu im Henry Hub erzielen. Aber auch der internationale LNG-Absatz wird drastisch sinken und zu Preisnachlässen bei LNG aus den USA – und in der Folge auch beim Erdgas zu noch größeren Verlustabschlüssen führen.

Die internationalen Bohraktivitäten nahmen erneut ab, um 38 Türme auf 743 Bohrtürme. Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung sind durch die weltweite CORONA-Virus-Pandemie und den Preiskampf Saudi/Russland gegen die USA hinfällig geworden. Eine weltweite Rezession gewaltigen Ausmaßes kommt auf uns alle zu, die erst nach einer längeren Wiederbelebungsphase Schritt für Schritt überwunden werden dürfte.

Wir alle müssen diese Krise erst einmal durchstehen, dann die Neuorientierung beginnen und danach den internationalen, vernetzten Wirtschaftskreislauf wieder beleben. Und China – von den Köpfen der allgegenwärtigen Kommunistischen Partei gesteuert – strebt im weltweiten Durcheinander nachdrücklich die Position der Weltmacht Nr.1 an, begünstigt durch eine Führungsfigur in den USA, die ihrer Aufgabe in keiner Weise gerecht wird, sondern es als zentrale Aufgabe zu sehen scheint, den Reichtum des Trump-Clans auf Kosten der USA zu mehren und zu vervielfachen.

Volker Fritz – im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 15. August 2020

Bohrtürme im Einsatz für die Öl- und Erdgasförderung in Nordamerika

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Dez 062019
 

Bericht zum November 2019 – von Volker Fritz

Berichtszeitraum 09.11. bis 06.12.2019

Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der im Einsatz befindlichen Bohrtürme weiter ab. Nach insgesamt 88 stillgelegten Bohrtürmen im Februar, 99 im März, 37 im April und einer leichten Zunahme im Mai um 27 Türme, einer Abnahme um 3 Türme im Juni und um 1 Turm im Juli nahm sie im August um 54 Türme, im September um 18, im Oktober um 45 und im November 20 Türme ab. Seit Februar 2018 nahm die Gesamtzahl der eingesetzten Türme um 356 Stück ab. Das entspricht ca. 27% der Gesamt-Bohrkapazität.

Die November-Abnahme ergab sich durch eine weitere Stilllegung von Ölbohrtürmen und in geringerem Maß von Gasbohrtürmen in den USA bei gleichzeitig fast konstantem Einsatz in Kanada. Die Zahl der Türme in den USA sank auf 799 und in Kanada auf 138 Stück. In Summe bleibt damit das Einsatzvolumen in Nordamerika zunehmend deutlicher unter der bereits im Februar 2018 erreichten Zahl von insgesamt 1.293 Türmen.

Die Rohölpreise auf WTI-Basis notierten am 14.12.2018 bei 51,20, sackten dann bis zum Jahreswechsel auf 46,32 USD/barrel ab und stiegen danach wieder kontinuierlich bis auf 53,34 USD/barrel an und bis Ende Frbruar auf 58,34 USD/barrel. Zur Zeit werden 64,47 USD/barrel gehandelt. Damit lagen die erzielbaren Marktpreise für US-Fracking-Öl wieder über der Rentabilitätsschwelle von ca. 60 USD/barrel für US-Fracking-Öl. Im Verlauf des April gaben die WTI-Notierungen aber wieder leicht nach auf 61,99 USD/barrel und auch im Mai fielen die Notierungen für WTI weiter auf 51,70 USD/barrel.

Die politisch bedingten Preiswetten auf Rohöl in den Juniwochen führten zum Preisanstieg für WTI-Rohöl auf 60,27 USD/barrel per 12.07.2019. Danach jedoch sackte der Preis wieder ab und stand am 10.08.bei 52,31 USD/barrel. Nach lebhaften zwischenzeitlichen Sprüngen lag er am 13.09. bei 55 USD/barrel und am 11.10. bei 54,60 USD/barrel. Am 08.11. lag er bei 56,39 USD/barrel und notiert zur Zeit bei 56,32 USD/barrel.

Meine Kommentare zu den möglichen Markthintergründen sind dem Bericht zum Jahreswechsel vom 18.01.2019 zu entnehmen. Hinzu kommt, dass Russland jetzt einen sehr starken Einfluss auf die OPEC-Länder hat, obwohl es kein OPEC-Mitglied ist. Es wird inzwischen von der „OPEC +“ gesprochen (einschließlich Russlands). Entsprechend groß ist jetzt der Einfluss Präsident Putins auf die OPEC-Länder – besonders in Nah- und Mittelost. Der weitgehende Rückzug der USA aus diesem Gebiet kommt Putin sehr gelegen.

Ein erster sichtbarer Erfolg ist Putin in der Türkei gelungen, indem Erdogan – gegen den ausdrücklichen Wunsch der NATO-Partner und besonders der USA, ein modernes russisches Raktenabwehrsystem beschafft, anstatt im NATO-System zu bleiben. Die Türkei ist auf dem Weg, sich als NATO-Partner zu verabschieden, wodurch neue Konflikte heraufbeschworen werden dürften und die US-Stützpunkte in der Region nicht mehr sicher sein werden.

Seit Anfang Oktober haben die USA ihre in Nord-Syrien noch vorhandenen geringen Truppen-Kontingente gänzlich abgezogen und damit den Weg für die Türkei frei gemacht, die Kurdengebiete im Südwesten hinter der Staatsgrenze anzugreifen, was ein alter Plan Erdogans ist. Auch die Russen haben sich nicht gerührt, als die Angriffe der türkischen Armee Mitte September begannen. Damit haben die USA aber den einzigen kampfbereiten Verbündeten am Boden in der Region verraten und jedermann weis nun, dass man sich auf die USA als Partner bei Konflikten nicht mehr verlassen kann.

Der verschärfte Öl-Konflikt zwischen den USA und Persien, mit den Zwischenfällen am Persischen Golf in der Straße von Hormuz ist unberechenbar in seiner weiteren Entwicklung. Der Angriff auf die saudische Ölproduktion wird den Iranern in die Schuhe geschoben, die aber bestreiten das vehement. US-Präsident Trump will den Persern den Öl-Exporthahn völlig zudrehen. Das kann sehr schnell zu Lieferengpässen führen, wenn Persien die Passage „dicht“ macht, um sich gegen die Aggression der USA zu wehren.

Die OPEC hat gerade heute eine drastische Kürzung der Ölförderung auf ihrer Sitzung beschlossen. 500.000 barrel/Tag sollen in den nächsten Monaten weniger produziert werden. Man will die Marktpreise nach oben stabilisieren. Nach Abschätzungen der IEA (Intern. EnergieAgentur) produziert die OPEC zur Zeit über dem internationalen Bedarf und das drückt die Ölpreise.

Allerdings reicht die heute beschlossene Kürzung nach Ansicht der IEA nicht aus um die Überproduktion zu beseitigen. Dazu müsste noch stärker reduziert werden, zumal der weltweite Rohölbedarf in der ersten Hälfte 2020 ebenfalls abnehmend beurteilt wird. Die IEA hält es für möglich, dass beide Einflüsse auf den Rohölpreis sich im Ende aufheben werden und dass die Preiserhöhungsabsicht der OPEC ins Leere laufen könnte.

Zudem bleibt zu bedenken, dass die USA die Rohölförderung ganz kurzfristig durch die Fracking-Förderung im Volumen erhöhen können, wenn die Weltmarktpreise wieder Gewinne erlauben, während die OPEC in dieser Hinsicht vergleichsweise schwerfällig ist.

Die Entwicklung in den USA und in Kanada verlief im November unterschiedlich, wobei Kanada natürlich bei viel geringerem Umfang an Aktivitäten steht. Nachfolgend noch einmal die Entwicklung, nachdem es in den Monaten vor Juli 2017 eine stete Zunahme der im Einsatz befindlichen Bohrtürme gegeben hatte und im Juli Stillstand und danach einen Rückgang – mit erneuter Belebung zum Jahresbeginn 2019 und kontinuierlichem Rückgang seit März bis November 2019:

Monat/ Jahr gesamt im Einsatz in Nordamerika USA Kanada US Rohölpreis WTI USD / barrel
30.07.17 1178 958 220 46
30.09.17 1155 935 220 52,13
31.10.17 1115 913 202 51,94
15.11.17 1090 889 192 54,27
30.11.17 1123 915 208 56,18
15.12.17 1168 930 238 56,64
19.01.18 1261 936 325 63,72
16.02.18 1293 975 318 60,74
16.03.18 1209 990 219 60,85
13.04.18 1110 1008 117 66,74
15.06.18 1198 1059 139 66,6
13.07.18 1251 1054 197 70,6
14.09.18 1281 1055 226 70,3
12.10.18 1258 1063 195 71,31
09.11.18 1277 1081 196 61,59
14.12.18 1245 1071 174 51,2
18.01.19 1259 1050 209 52,32
15.02.19 1275 1051 224 53,34
15.03.19 1187 1026 161 58,34
12.04.19 1088 1022 66 64,47
10.05.19 1051 988 63 61,99
07.06.19 1078 975 103 51,7
12.07.19 1075 958 117 60,27
09.08.19 1074 934 140 52,31
13.09.19 1020 886 134 55
11.10.19 1002 856 146 54,6
08.11.19 957 817 140 56,39
06.12.19 937 799 138 56,32

Insgesamt sind jetzt in Nordamerika 750 Ölbohrtürme und 186 Gasbohrtürme aktiv.

Die Gebiete der Hauptaktivitäten sind in USA: Texas(400), New Mexico(103), Louisiana (56), North Dakota(50), Oklahoma(50), Wyoming (29), Pennsylvania(24), Colorado(23), Kalifornien (15), West Virginia(13) u. Ohio(13).

Den etwa 20%igen Rückgang der Rohölpreise seit Mitte Oktober 2018 führen die Länder der OPEC-Gruppe auf das erhöhte Angebot in den Monaten ab Juli 2018 zurück und auf die hohen Förderquoten der USA. Auch die Entwicklung der Erdgaspreise auf der Basis Henry Hub spiegelt diese Entwicklung wider. Der Henry Hub Gaspreis ist nach zwischenzeitlich mehr als 4,60 USD/mmBtu und 2,811 USD/mmBtu Mitte Mai auf 2,94 USD/mmBtu stabil auf niedrigem Niveau, Mitte Juli Stand 2,88 USD/mmBtu. Seit Oktober stieg der Preis dann schrittweise bis 4,40 USD und fiel dann ab Mitte Dezember 2018 deutlich bis auf unter 3,00 USD. Am 07.06.2019 lag er bei 2,324 USD/mmBtu und fiel bis zum 20.06. auf unter 2,20 USD. Danach erfolgte ein leichter Anstieg bis auf 2,453 USD am 12.07.19 und bis zum 09.08.19 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf 2,083 USD/mmBtu. Am 13.09. stand er bei 2,614 USD/mmBtu und am 08.11. lag er bei 2,772 USD/mmBtu. Zur Zeit werden 2,427 USD/mmBtu notiert, das bedeutet weiterhin „ruhiges Geschäft zu nicht-kostendeckenden Preisen im Henry Hub“. Um Geld zu verdienen müssten die Gaskonzerne 6 – 7 USD/mm Btu im Henry Hub erzielen.

Die internationalen Bohraktivitäten verringerten sich um 34 Türme. 1.096 Bohrtürme werden weltweit im November 2019 im Einsatz außerhalb Nordamerika gemeldet.

Meine Kommentare zur gesamten politisch/strategischen Lage rund um die weltweite Kohlenwasserstoff-Förderung aus dem Bericht vom 18.01.2019 haben weiter Bestand. Der Nachdruck, mit dem Präsident Trump persische Öllieferungen verhindern will und Persien unverhohlen wiederholt droht, kann jedoch noch allerhand Überraschungen in den nächsten Monaten auslösen. Die Perser haben erkennen lassen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Wenn Trump dort etwas „vom Zaune bricht“, könnte das seiner Wiederwahl sehr schaden. Er hat den Heißsporn John Bolton, der ständig drängte, gegen den Iran militärische Aktionen zu fahren, aus dem Amt des obersten Militärberaters entlassen. Dennoch ist Lage so unsicher wie schon Jahrzehnte nicht, zumal nach dem Ausfall von etwa 40% der saudischen Ölproduktion, ausgelöst durch die Anschläge mit Lenkkörpern. Die Urheber dieser Angriffe werden von den Saudis und von den USA den Iranern in die Schuhe geschoben, diese wiederum weisen derartige Vorwürfe entschieden zurück.

Und es zündelt weiter (Heißsporne auf allen Seiten wünschen sich kriegerische Auseinandersetzung). Am 11.10.2019 erfolgte der neueste „Zwischenfall“, dieses Mal im Roten Meer vor der saudischen Küste, nahe Dschidda. Ein iranischer Tanker wurde, nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna von 2 Raketen getroffen und 2 Laderäume wurden beschädigt. Das Schiff blieb aber manövrierfähig und hat mit geändertem Kurs das Rote Meer verlassen.

Die Rohölspekulanten warten nur auf den ersten Schuss, um die Preise massiv anzuheben, obwohl es noch keine Ölknappheit gibt. Russland wird mit seinem Rohöl-Angebotsvolumen zum Schlüsselanbieter, erst recht, da der Iran seine großen Kapazitäten nicht in den Markt bringen kann, wie die neuesten Analysen zeigen und nun noch der 40%-ige Ausfall der saudischen Produktion für zumindest einige Zeit hinzu kommt. Der aktuelle Rohölpreis in den USA mit 56,32 UDS/barrel zeigt, dass es noch keine wirkliche Verknappung gibt. Dieses Preisniveau war schon im Februar 2019 erreicht.

Herr Trump zündelt weiter und wir alle können nur hoffen, das niemand die Nerven verliert. Und kürzlich kam noch Indien mit seiner geänderten Kaschmirpolitik dazu, die Pakistan herausfordert. 2 Atommächte in Asien stehen sich gegenüber, deren Führungen beide mit Heißspornen und Fanatikern durchsetzt sind.

Und Herr Erdogan droht der EU und Deutschland unverhohlen damit, die über 3 Mio Flüchtlinge in seinen Lagern nach Europa in Bewegung zu setzen, falls die EU in seine Machtinteressen und seinen Plan die Kurden in Nord-Syrien „auszuräuchern“ eingreift. Präsident Sadat hat sein Militär in Bewegung gesetzt, um einer endgültigen Abspaltung der türkeinahen Grenzregion im Norden zu begegnen, aber er ist von Russland abhängig. Bis auf weiteres zerstört er rücksichtslos die restlichen Städte der Widerstandsnester im Norden und Nordwesten von Syrien, und Hunderttausende neue Flüchtlinge sind in Bewegung, um ihr Leben zu retten. Das Elend in dieser Region hört einfach nicht auf.

Volker Fritz – im AK Fracking Braunschweiger Land

 Veröffentlicht von am 6. Dezember 2019
Feb 062017
 

Kommentar: Volker H.A. Fritz

Kanadische Öl- und Erdgasförderkonzerne missachten die Rechte der Kanadier und wenn  berechtigte Klagen lästig werden, bringen sie durch Zahlungen die Kläger außergerichtlich zum Schweigen. In ihrem Verhalten ändern sie aber nichts. Die fossile Industrie in Kanada kann fast völlig ungehindert tun, was sie will.

Die bekannte kanadische Grundbesitzerin in Alberta, Jessica Ernst, die schon gegen die mächtige Fördergesellschaft ENCANA geklagt hat, hat auch die Regulierungsbehörde ihrer Provinz vor dem höchsten kanadischen Gericht verklagt, weil diese nichts unternommen habe, die durch Fracking herbeigeführte Beeinträchtigung ihres Wassers zu verhindern. Der Fracker „Quicksilver Resources“ hatte vor Jahren unerlaubt zu flach abgelenkt und beim anschließenden fracking das Wasser und die Brunnenanlage auf Ernst‘ s Farm beschädigt.                       Am 13.01.2017 hat das Gericht ihre Klage zurückgewiesen mit 5 zu 4 Stimmen, aber nicht wegen des Klagegrundes, sondern weil das Gericht sich nicht zuständig sah. Dafür müsse auf einer Gerichtsebene unterhalb des höchsten Gerichtes Klage erhoben werden.

In der Ausgabe des National Observer vom 16.01.2017 wird von Warren Bell zum Fall Jessica Ernst Stellung genommen, aber auch zugleich auf die Verhältnisse in Kanada eingegangen. Die fossilen Konzerne haben in Kanada so viel Einfluss auf die Regierung in Ottawa, auf die Provinzregierungen und auf die Überwachungsbehörden, dass eine unabhängige Kontrolle ihrer Aktivitäten gar nicht möglich ist. An vielen wichtigen Schaltstellen sitzen „befreundete“ Personen. Die gesetzlichen Vorgaben für die Fracking-Förderung, zur Bewahrung der Gesundheit der Menschen und zur Bewahrung der Umwelt, sind lasch und viel zu ungenau. Die Überwachungsbehörden in den einzelnen Provinzen Kanadas kümmern sich kaum um die Auswirkungen der Aktivitäten der Förderer auf Menschen und Umwelt.  http://www.nationalobserver.com/2017/01/16/opinion/acclaimed-canadian-author-lays-out-dirty-back-story-fossil-fuel-industry-and

Durch finanzielle Verknüpfungen sind Bezirksregierungen zum Teil in die Abhängigkeit der Konzerne geraten. Treten Schäden durch die Fracking-Förderung auf und werden die Beschwerden der Betroffenen unangenehm laut, bekommen sie eine Abfindung, verbunden mit einer Stillschweigensvereinbarung. Geld spielt keine Rolle. Regulatorische Maßnahmen, um künftige Wiederholungen zu vermeiden, erfolgen nicht. So können die Förderer ihre schmutzigen Aktivitäten weiter entfalten, ohne von den Regulierungsbehörden Sanktionen oder verschärfte Auflagen erwarten zu müssen.

Warren Bell weist auf das 2015 erschienene Buch von Andrew Nikiforuk hin „Slick Water“ , in welchem dieser die Machenschaften dieser Industrie am Beispiel der Ereignisse um Jessica Ernst beschreibt. Das Lesen dieses Buches empfiehlt er ausdrücklich. Danach wisse der Leser viel besser, mit was für einer Art von Industrie er es zu tun habe, die sich im Prinzip – wie die Tabak- und die Chemische Industrie  und andere  – ausschließlich daran ausrichte, das angelegte Kapital ihrer Aktionäre zu vermehren.

Volker Fritz  17.01.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land