Die Erdgas-/Erdöl-Industrie will ab 2020 verstärkt Fracking einsetzen

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Mrz 082017
 

In der Regionalsendung „Niedersachsen heute“ wurde am 02.03.2017 über die Jahrestagung des Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) mit der Meldung berichtet, dass ab 2020 in Niedersachsen wieder verstärkt Fracking zur Erschließung von Erdgas und Erdölfeldern eingesetzt wird. Betroffen sind zunächst die Landkreis Diepholz, Rotenburg und Verden. Hier kann der Beitrag angesehen werden (ab Minute 19:46).

Leider hat die Bundesregierung mit dem im Juni beschlossenen Fracking-regelungspaket dem Druck der Erdgas-/Erdölförderindustrie, aber auch der Rot/Grünen Niedersächsischen Landesregierung nachgegeben. Die Folgen dieses Beschlusses, ein Beschluss welcher die Nutzung fossiler Energien fortschreibt, ja fördert, werden die Bürger in Niedersachsen als erstes ausbaden müssen. Die heute schon mit der Erdgas- und Erdölförderung sowie deren Verarbeitung verbundenen Risiken und Gefahren werden damit ebenso fortge-schrieben, wie weitere Risiken und Gefährdungen durch den verstärkten Einsatz der Fracking-Technologie hinzukommen.

Auch hat die Bundesregierung mit diesem Beschluss deutlich gemacht, dass sie den Interessen der Konzerne, die weiterhin der Nutzung fossiler Energien das Wort reden, zugeneigt ist, als ernsthaft den zwingend notwendigen Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben.

W. Marschhausen

Terminhinweis Dokumentation: Die Tricks der Öl- und Gaskonzerne – verschmutzen und verharmlosen

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Mrz 022017
 

 

Foto: pixabay

Kommenden Montag zeigt das NDR-Fernsehen um 21 Uhr die 45-minütige Dokumentation:
Die Tricks der Öl- und Gaskonzerne – verschmutzen und verharmlosen

Recherchiert, gedreht, Proben genommen und Bewertungen wurden u. a. an Anlagen der Erdgasindustrie in den Landkreisen Rotenburg, Heidekreis und Altmarkkreis Salzwedel gemacht.

https://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Verschmutzen-und-verharmlosen,sendung626226.html

 

Sendetermine

Montag, 06. März 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr
Dienstag, 07. März 2017, 01:25 bis 02:10 Uhr
Mittwoch, 08. März 2017, 06:35 bis 07:20 Uhr

Erdgas- und Ölproduzenten versprechen eine sichere Erdgasförderung und installieren ihre Bohranlagen quer durch Norddeutschland. Doch regelmäßig geht etwas schief: mit gefährlichen Folgen für Mensch und Umwelt, wie diese Dokumentation zeigt.

Macht Erdgas- und Erdölförderung krank?

Jo Hiller recherchiert, mit welchen Marketing-Tricks Energiekonzerne arbeiten.
Markt-Moderator Jo Hiller ist den Öl- und Gaskonzernen auf der Spur. Er hinterfragt den angeblich zuverlässigen Umweltschutz und geht dem Verdacht nach, dass die Erdgas- und Erdölförderung im Norden die Bürger in den betroffenen Gebieten krank machen kann. Jo Hiller zeigt, mit welchen Marketingtricks Energiekonzerne arbeiten. Er trifft Ärzte, die die Verbreitung medizinischer Falschinformationen kritisieren.

Jo Hiller konfrontiert

Laboranalysen, die im Auftrag des NDR durchgeführt wurden, beweisen, dass im Umfeld der Förderstellen Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Erdbeben häufen sich in den Regionen der Ergasförderung und stehen vermutlich damit im Zusammenhang. Jo Hiller trifft Anwohner, deren Häuser zerstört sind. Mit den beunruhigenden Ergebnissen der umfassenden Recherche konfrontiert Jo Hiller die Aufsichtsbehörde und die Öl- und Gaskonzerne.

Feb 062017
 

Leaching Projekte in Polen und  Deutschland                                      

Im polnischen Rudna, wo das BioMore-Verfahren zur Kupfergewinnung unter Tage durch den polnischen Kupferkonzern KGHM in einem Kupferbergwerk erprobt werden soll, hat es seit September 2016 mehrere sogenannte „Gebirgsschläge“ gegeben.

Ein dadurch ausgelöstes Beben hat Ende November acht Bergleute das Leben gekostet. in wieweit dadurch das Leaching Erprobungaprogramm des Konzerns beeinträchtigt wurde, ist bisher nicht bekannt. Wenn diese Kupfer-Leaching-Vorversuche jedoch erfolgreich verlaufen, ist damit zu rechnen, dass es unter der Lausitz zur Anwebndung kommenwird und danach bald anderswo in der EU, denn es sind EU-Fördergelder geflossen.

Unter dem sächsischen Freiberg wird die Leaching-Förderung von Indium unter Einsatz bestimmter Bakterienstämme erprobt (zunächst noch im Kleinstmaßstab). Freiberger Wissenschaftler wollen in den nächsten zwei Jahren erproben, unter welchen Bedingungen das teure Indium am besten unter Zuhilfenahme von Bakterien gefördert werden kann. Dazu soll das Gestein, in dem das Indium eingebettet ist, „geöffnet“ werden. Das wollen die Freiberger durch die Anwendung hohen Wasserdruckes und kleiner „Explosionen“ schaffen, mit denen sie den Trägerstein porös machen und so den Bakterien die nötige Angriffsfläche bieten wollen. Die Bakterienlösung soll natürlich trotzdem nicht in die Umwelt gelangen.

Die Wissenschaftler wollen den Bergbau völliog neu entwickeln, unter Anwendung des Bio-Minings für alle Bergbau-Anwendungen „Bakterien statt Kumpels“. Das ist ihr Traum. MDR-Bericht vom 02.12.2016 (http://www.mdr.de/wissen/umwelt/besser-als-diamanten-100.html)

Kommentar Fritz: Das EU-Programm „Horizon 2020“ mit einem Volumen von über 2 Mrd EUR Fördergeld soll ja die Eigenversorgung der EU mit seltenen Wertstoffen verbessern. Und die massive Lobbyarbeit des deutschen Geoforschungsverbundes in Brüssel hat bewirkt, dass die Bürokraten „In-Situ-Leaching“ für eine super Sache halten, genau so wie CCS-CO2-Verpressung. Und die Eitelkeit und Versessenheit deutscher Geologen drückt sich in der Behauptung aus:…“die geologische Wissenschaft und Forschung in Deutschland ist weltführend“. Das INTERREG-Kooperationsprogramm Polen-Sachsen unter Führung des sächsischen Bergamtes wird weiter voran getrieben. Es gibt ja EU-Mittel dafür. Die Erfahrungen mit der Uran-Leaching-Förderung aus der Lagerstätte „Königstein“ in Sachsen und den Begleitumständen und der über 2 Jahrzehnte langen, aufwendigen Nachsorge werden von den Wissenschaftlern ignoriert oder als Kollateral-Ereignisse abgetan.

In dieser Ignoranz des Gefahrenpotentials für die Menschen, das Grundwasser und die Umwelt liegt die große Bedrohung. Nicht alles, was denkbar ist, muss auch gemacht werden.

Volker Fritz 13.01.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 

Eiliger Offener Brief an die Bundestagsabgeordneten 21.06.2016

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Jun 222016
 

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Nach dem überraschenden Bekanntwerden der geplanten Verabschiedung der Gesetzesvorschläge zur Regelung der Fracking-Förderung von Kohlenwasserstoffen aus deutschem Boden am 24.06.2016 im Bundestag wurde es dringend erforderlich, die dem Team Gesundheit von „Gegen Gasbohren“ in den letzten Tagen bekannt gewordenen neuen Informationen aus den USA auch den Bundestagsabgeordneten noch vor dem 24.06.16 zur Kenntnis zu geben.

Der Offene Brief vom 21.06.16 enthält sowohl umfangreiche und als auch überraschenden Neuigkeiten.

Die Atmosphärenschädigung durch Methan-Leckagen aus der Erdgasförderung ist weit größer, als bisher angenommen. Erdgas ist kein „Brückenbrennstoff“, sondern das „Killergas“ für unsere Atmosphäre.

Die Gesundheitsschädigung von Anwohnern durch emittierte Fördergasanteile und flüchtige Begleitstoffe ist nachgewiesenermaßen sehr bedeutsam. Die eingeatmeten Gifte entfalten im Körper ihre Wirkung und führen bei bestimmten Konzentrationen zu Krebs.

Genügend Gründe für eine Ablehnung von Fracking in Deutschland, zumal der Erdgasverbrauch bei uns ohnehin als weiter abnehmend prognostiziert wird.

V. Fritz

Pennsylv.Health Care Council_14.06.16_Vorabveröffentlichug Untersuchung Gesundheitsschäden Fracking

Scan Skizze 1 aus NC WARN Brief vom 08.06.16 mit Methanleckage-Bewertungen.

Bohrschlämme – Gefährliche Altlasten der Kohlenwasserstoff-Förderung in Deutschland

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Mrz 082016
 

Gemeinsame Recherchen von WDR und NDR zum Thema Bohrschlamm-Deponien, unterstützt durch Betroffene vor Ort und Mitglieder der Bürgerinitiativen im Zusammenschluss „Gegen Gasbohren“, haben deutlich gemacht, welche enormen Altlasten mit Giftbelastung in unserem Land noch zu beseitigen sind, um dauerhaft Schädigungen des Grundwassers durch Bohrschlammdeponien zu verhindern.

In der Sendung „MARKT“ am 07.03.2016 auf NDR, aber auch auf WDR 3 und WDR 5 und im Deutschlandfunk wurde das Thema umfangreich abgehandelt.

Wieder einmal zeigt sich, was es mit der „sicheren“, „kontrollierten“, „technisch führenden“ Arbeitsweise der Förderunternehmen in Deutschland in der Vergangenheit auf sich hatte. Der billigste Weg wurde beschritten, von den „freundlichen“ Aufsichtsbehörden genehmigt. Heute, Jahrzehnte später, dürfen die Steuerzahler den giftigen Abraum entsorgen. Denn es darf sich niemand etwas vormachen, die zwischen den Förderunternehmen und der niedersächsischen Landesregierung getroffene Vereinbarung, bei der die Industrie sich an der Aufsuchung von Altdeponien mit einem Kostenbeitrag von ein paar Millionen EUR beteiligt, ist nur ein Trostpflaster. Die immensen Kosten der Entsorgung der Bohrschlämme auf Sonderdeponien werden insgesamt das Hundertfache und mehr betragen.

Die ölhaltigen Rückstände sind oft mit Schwermetallen wie Quecksilber und Arsen sowie radioaktiven Partikeln wie Radium 226 belastet und bedrohen so Grundwasser und Boden.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/Entsorgung-Wohin-mit-giftigem-Bohrschlamm,markt10218.html

In Niedersachsen, das Hauptförderland für Kohlenwasserstoffe mit einer Förderhistorie seit 1860, wurden aus nur drei beseitigten Deponien insgesamt 720.000 t Aushub abgefahren, weil in NDS keine Deponiekapazitäten verfügbar sind 340.000 t Schlämme wurden nach NRW in die Deponie Hürth-Knapsack und 260.000 t nach Rheinland-Pfalz gebracht, 9.500 t nach Sachsen-Anhalt und 1.600 t nach Thüringen gebracht.

Aus weiteren 40 bereits untersuchten Bohrschlamm-Deponien werden geschätzt noch ca. 2 Mio. t Aushub zu entsorgen sein. Bei mindestens 519 bekannten „Verdachtsflächen“ kann man nur grobe Schätzungen vornehmen.

In Niedersachsen sind 32.000 Altbohrungen auf Kohlenwasserstoffe bekannt. Je nach Bohrung können, grob angenommen, 1.000m³ und Bohrschlamm anfallen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in Gebieten intensiver Förderung auch größere Bohrschlammdeponien in der Vergangenheit ohne dauerhafte Abdichtung zum Grundwasser hin angelegt und gefüllt wurden. Es erscheint daher nicht übertrieben, sondern eher zurückhaltend, aus den über 500 Verdachtsflächen mindestens noch weitere 3 Mio. t Aushub anzusetzen.
Allein in Niedersachsen reden wir also von mindestens 5 Mio. t Sondermüll als Schätzwert, der entsorgt werden muss. Das bedeutet ca. 167.000 LKW-Fahrten zum Abtransport des Sondermülls in die andere Bundesländer, verbunden mit dem Gefährdungsrisiko für Personal beim Aushub und der Verladung, wie bei der Entladung am Abliefert mit Eintrag. Andere Verkehrsteilnehmer unterwegs werden ebenfalls erheblich gefährdet. Bei Unfällen ist alles vorstellbar, nicht nur verbeultes Blech.

Das Beispiel der LKW-Fahrerin, die durch die Transportfahrten mit Bohrschlammgrubenaushub eine Quecksilbervergiftung erlitt, zeigt auf, wie gefährlich die Schlämme sind. Sie musste nach jeder Ablieferung ihr Fahrzeug mit dem Schlauch gründlich reinigen, um bei der Leerfahrt öffentliche Straßen nicht zu kontaminieren. Dabei erlitt sie, wie ihr ärztlich bestätigt wurde, eine Quecksilbervergiftung, die zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führte.

Zu den anderen Mengen kommen die anderen Bundesländer noch hinzu.

Insgesamt fanden der WDR und der NDR bei ihren Nachforschungen Hinweise auf Verdachtsflächen für mehr als 1.400 Bohrschlammgruben in Deutschland
in Niedersachsen mindestens 519
in Brandenburg 400
in Mecklenburg-Vorpommern 345
in Bayern 170
in Sachsen-Anhalt wurde auch intensiv gefördert (1970 -1989) und weit über
500 Bohrungen nieder gebracht.
200 Bohrschlammdeponien wurden dort schon beseitigt.

Sicherlich gibt es jedoch noch eine größere Zahl weiterer Bohrschlammgruben:
In Sachsen-Anhalt steht noch die ehemalige Deponie Brüchau in der Altmark zur Entsorgung an, in der allein 250 t Quecksilber liegen, neben mehreren 10.000 m3 hoch giftiger Bestandteile.

In Schleswig-Holstein gab es in der Vergangenheit eine Ölförderung, die ebenfalls zu Bohrschlammdeponien geführt haben muss.
In Baden-Württemberg gab es ebenfalls auf der Alb eine Ölförderung in der Vergangenheit und mit ihr sind auch Bohrschlammdeponien zu vermuten.

Es wird deutlich, welche gewaltigen Aufgaben noch vor den Bundesländern liegen, um dafür zu sorgen, dass von diesen letztendlichen „wilden Kippen“ künftig keine Gefahr mehr ausgeht, insbesondere zum Schutz des Grundwassers und der Menschen an der Oberfläche vor Kontakt, Emissionen usw.

Doch auch die heutige Produktion (überwiegend in Niedersachsen) ergibt große Abfallmengen unterschiedlicher Arten, die mit der Öl- und Gasförderung in Verbindung zu bringen sind. Sie fallen dem Normalbürger nicht weiter auf, weil ihre Entsorgung organisiert ist. Doch auch sie sind aufwändig als Sonderabfälle zu entsorgen und vielfach hoch gefährlich. Der Bericht des Landes Niedersachsen von 2013 über die im Land erzeugten Arten von Sonderabfällen ist lang und umfangreich und enthält auch solche Abfälle die aus der Öl- und Gasförderung und deren Aufbereitung stammen.

Die für die Zukunft geplante Fracking-Gasförderung bringt auch gewaltige Bohrschlamm-Entsorgungsprobleme mit sich. Ca. 48.000 neue Bohrungen in ganz Deutschland sind geplant, etwas über 40.000 davon in Niedersachsen, der Rest in NRW.

Nach Schätzungen von Jörg Döschner vom WDR werden durch sie zwischen 25 bis 35 Mio t giftige Bohrschlämme anfallen. Hinzu kommen dann noch die großen Mengen an Abfallflüssigkeiten aus den Frack-Vorgängen und aus der Mitförderung von Lagerstättenwasser der gefrackten Vorkommen, das mit aufsteigt.

Volker Fritz

Abfall_Fakten_2013_Niedersachsen

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Gruben-mit-giftigem-Bohrschlamm-gesucht,bohrschlamm128.html

http://www.tagesschau.de/inland/fracking-121.html

www.mdr.de/tv/programm/sendung641974_date-2016-03-08_ipgctx-true_zc-2b8e9b88.html

Völlig falscher Weg – Leserbrief vom 24.02.2016

 Allgemein, IG Fracking-freies Artland e.V., Leserbriefe  Kommentare deaktiviert für Völlig falscher Weg – Leserbrief vom 24.02.2016
Mrz 082016
 

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Leserbrief zu „Branche will Gesetz für Fracking“, NOZ 24. Feb. 2016

„Wer über Fracking diskutiert, der diskutiert über die Zukunft der Erdgasindustrie in Deutschland – so einfach ist das“ wird Gernot Kalkoffen zitiert, der Europa-Chef von Exxon und Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG). Tja. Zur Zeit werden etwa 10 % des deutschen Erdgasbedarfs aus deutschen Lagerstätten gefördert, Tendenz abnehmend. Durch Fracking auch im Schiefergasgürtel könnte dieser Wert noch eine kurze Zeit lang aufrecht erhalten werden. Aber nicht für drei Jahrzehnte, wie bislang angenommen wurde; denn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat ihre Schätzung aus dem Jahre 2012 hinsichtlich der Erdgasmenge in unkonventionellen Lagerstätten ab 1.000 m Tiefe gerade deutlich (um ca. 50 %) nach unten korrigiert. Dafür müssten dann die tiefen Erdschichten flächendeckend aufgebrochen werden mit Zerstörung der Kulturlandschaften und allen Risiken und Gefahrenpotentialen, die mit der Fracking-Technik verbunden sind, wie zahlreiche seriöse Gutachten belegen. Dort heißt es auch, dass bei einem Restrisiko gefragt werden müsse, ob die Maßnahme volkswirtschaftlich dringend geboten sei. Das Gegenteil ist wohl der Fall. Unternehmen haben zwar seit Jahrzehnten erheblich in Maßnahmen zur Verleugnung des Klimawandels und Verhinderung der Energiewende investiert und versuchen die Welt glauben zu machen, dass auch in Jahrzehnten noch Unmengen an fossilen Energieträgern benötigt würden. Spätestens seit der Klimakonferenz in Paris verfängt das aber nicht mehr. Die Welt weiß, dass sie zur Selbstrettung von fossilen Energieträgern Abschied nehmen muss. Es ist der völlig falsche Weg, mit viel Aufwand und hohem Risiko zusätzliche fossile Lagerstätten zu erschließen. Stattdessen muss in erneuerbare Energien und Speichertechnik investiert werden. Das nutzt auch dem Arbeitsmarkt. Nach Gernot Kalkoffen arbeiten 20.000 Menschen in der Erdöl- und Erdgasgewinnung und der Zulieferindustrie. Zum Vergleich: Im Bereich der erneuerbaren Energien lag die Zahl der Arbeitsplätze in Niedersachen im Jahre 2013 bei 55.200, Tendenz steigend.

Dr. med. Maria Entrup-Henemann
www.fracking-freies-artland.de

 Veröffentlicht von am 8. März 2016