BBU kritisiert Inkrafttreten der Änderungen des Wasserhaushaltsgesetzes: Freibrief für Fracking

 "Ban Fracking", Allgemein, Niedersachsen, Politik, Pressemitteilung BBU, Verbände und NGOs, Wasserwirtschaft, Weder hier noch anderswo  Kommentare deaktiviert für BBU kritisiert Inkrafttreten der Änderungen des Wasserhaushaltsgesetzes: Freibrief für Fracking
Feb 112017
 

BBU_Aktionslogo_198x198px[1](Bonn, Berlin, 11.02.2017)  Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.)  hat das Inkrafttreten der Änderungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) am heutigen Samstag scharf kritisiert. Der Umweltverband bezeichnet die neu in das WHG eingefügten Bestimmungen als einen Freibrief für ein flächendeckendes Fracking in Niedersachsen und die Vorbereitung für Schiefergasfracking in ganz Deutschland ab 2021. Der BBU fordert ein ausnahmsloses Fracking-Verbot, das im Bundesberggesetz festgeschrieben werden muss.

Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „Entgegen aller Beteuerungen von Umweltministerin Barabara Hendricks und der Regierungskoalition aus SPD und CDU/CSU wird mit Inkrafttreten dieser WHG-Änderungen der Weg für Fracking weiter frei gemacht. Fracking ist ab jetzt in spezifischen Sandgesteinen, sogenannten Tight-Gas-Reservoirs, zugelassen. Damit kann in Niedersachsen flächendeckend gefrackt werden. Dies hatte die Gasindustrie seit Jahren gefordert, obwohl es keine Auswertungen früherer Bohrungen auf Umweltschäden gibt und die Ursachen von Krebserkrankungen an Gasförderstandorten ungeklärt sind“.

Zu den weiteren Änderungen erklärt Oliver Kalusch:“ Eine Fracking-Kommission, die überwiegend aus Vertretern frackingfreundlicher Stellen besteht und aus der die Zivilgesellschaft ausgeschlossen ist, soll zudem vier Erprlobungsvorhaben der Gaskonzerne für die umweltzerstörende Gasfördermethode begleiten. Diese Vorhaben können auch im Schiefergestein erfolgen. Ob die derzeitige Absage der Mehrzahl der Bundesländer an diese Vorhaben Bestand haben wird, wird sich erst nach der Bundestagswahl zeigen. Und bereits jetzt freut sich die Gasindustrie darauf, dass ab 2021 das Fracking-Verbot im Schiefergestein wieder gekippt werden könnte, da die WHG-Änderung zu diesem Zeitpunkt eine Überprüfung vorsieht“.

Dem oft beschworenen Schutz des Grundwassers hat die Große Koalition nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, kritisiert der BBU. So ist es nach wie vor möglich, dass Stoffe in einer Frackflüssigkeit enthalten sind, die nach dem europäischenh Chemikalienrecht als gefährlich eingestuft sind. Und das Stoffregister für Frackflüssigkeiten wird zwar im Gesetz erwähnt, Schritte zu seiner Einrichtung sind jedoch nicht erkennbar.

Der BBU lehnt die Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes als umweltpolitischen Kniefall vor der Gasindustrie ab und fordert die Aufnahme eines Paragrafen ins Bundesberggesetz, der ein ausnahmsloses Fracking-Verbot vorsieht. Nur so können Mensch und Umwelt vor dem gefährlichen Gasbohren geschützt werden.

 

Feb 062017
 

Leaching Projekte in Polen und  Deutschland                                      

Im polnischen Rudna, wo das BioMore-Verfahren zur Kupfergewinnung unter Tage durch den polnischen Kupferkonzern KGHM in einem Kupferbergwerk erprobt werden soll, hat es seit September 2016 mehrere sogenannte „Gebirgsschläge“ gegeben.

Ein dadurch ausgelöstes Beben hat Ende November acht Bergleute das Leben gekostet. in wieweit dadurch das Leaching Erprobungaprogramm des Konzerns beeinträchtigt wurde, ist bisher nicht bekannt. Wenn diese Kupfer-Leaching-Vorversuche jedoch erfolgreich verlaufen, ist damit zu rechnen, dass es unter der Lausitz zur Anwebndung kommenwird und danach bald anderswo in der EU, denn es sind EU-Fördergelder geflossen.

Unter dem sächsischen Freiberg wird die Leaching-Förderung von Indium unter Einsatz bestimmter Bakterienstämme erprobt (zunächst noch im Kleinstmaßstab). Freiberger Wissenschaftler wollen in den nächsten zwei Jahren erproben, unter welchen Bedingungen das teure Indium am besten unter Zuhilfenahme von Bakterien gefördert werden kann. Dazu soll das Gestein, in dem das Indium eingebettet ist, „geöffnet“ werden. Das wollen die Freiberger durch die Anwendung hohen Wasserdruckes und kleiner „Explosionen“ schaffen, mit denen sie den Trägerstein porös machen und so den Bakterien die nötige Angriffsfläche bieten wollen. Die Bakterienlösung soll natürlich trotzdem nicht in die Umwelt gelangen.

Die Wissenschaftler wollen den Bergbau völliog neu entwickeln, unter Anwendung des Bio-Minings für alle Bergbau-Anwendungen „Bakterien statt Kumpels“. Das ist ihr Traum. MDR-Bericht vom 02.12.2016 (http://www.mdr.de/wissen/umwelt/besser-als-diamanten-100.html)

Kommentar Fritz: Das EU-Programm „Horizon 2020“ mit einem Volumen von über 2 Mrd EUR Fördergeld soll ja die Eigenversorgung der EU mit seltenen Wertstoffen verbessern. Und die massive Lobbyarbeit des deutschen Geoforschungsverbundes in Brüssel hat bewirkt, dass die Bürokraten „In-Situ-Leaching“ für eine super Sache halten, genau so wie CCS-CO2-Verpressung. Und die Eitelkeit und Versessenheit deutscher Geologen drückt sich in der Behauptung aus:…“die geologische Wissenschaft und Forschung in Deutschland ist weltführend“. Das INTERREG-Kooperationsprogramm Polen-Sachsen unter Führung des sächsischen Bergamtes wird weiter voran getrieben. Es gibt ja EU-Mittel dafür. Die Erfahrungen mit der Uran-Leaching-Förderung aus der Lagerstätte „Königstein“ in Sachsen und den Begleitumständen und der über 2 Jahrzehnte langen, aufwendigen Nachsorge werden von den Wissenschaftlern ignoriert oder als Kollateral-Ereignisse abgetan.

In dieser Ignoranz des Gefahrenpotentials für die Menschen, das Grundwasser und die Umwelt liegt die große Bedrohung. Nicht alles, was denkbar ist, muss auch gemacht werden.

Volker Fritz 13.01.2017

im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land

 

Allianz der Öffentlichen Wasserwirtschaft räumt mit Fracking-Legenden auf

 Allgemein, Wasserwirtschaft  Kommentare deaktiviert für Allianz der Öffentlichen Wasserwirtschaft räumt mit Fracking-Legenden auf
Mai 222015
 

Die Allianz der Öffentlichen Wasserwirtschaft (AÖW) hat sich erneut in die Fracking-Debatte eingeschaltet. Prägnant widerlegt sie fünf Fracking-Legenden, mit denen die Gasindustrie der Bevölkerung und der Politik Fracking schmackhaft machen will. So wird die verzerrte Darstellung der Fracs in Niedersachsen im Detail widerlegt oder mit dem Mythos des erfolgreichen Frackings in den USA aufgeräumt. Der immer wieder von den Politikern der Großen Koalition wiederholten Aussage „Die Risiken beim Fracking sind beherrschbar“ wird die Realität gegenübergestellt.

Das Dokument „Fünf Fracking-Legenden durchleuchtet“ kann eingesehen werden unter

http://www.aoew.de/pages/themen/energie-und-wasserwirtschaft/unkonventionelles-erdgas/fracking-legenden-durchleuchtet.php

und steht zum Download bereit unter

http://www.aoew.de/media/Themen/Schiefergas/5_Fracking-Legenden_durchleuchtet_2015-05-19_FINAL.pdf

 Veröffentlicht von am 22. Mai 2015
Mrz 302012
 

Foto: Photographer: Walter J. Pilsak, Waldsassen, Germany *GFDL

Wenn dort etwas hineinkommt, was von Natur aus nicht reingehört, dreht man uns den Schlüssel um!“, mahnt Dirk Lütvogt, Inhaber der Auburg-Quelle in Wagenfeld 120 Mitarbeiter, 80 Millionen Liter Jahresumsatz an Mineralwasser und Erfrischungsgetränken. Seine Quelle ist direkt betroffen, weil das Unternehmen Exxon Mobile unter dem Wagenfelder Ortsteil Ströhen per Fracking nach Erdgas suchen will. Das alarmiert in höchstem Maße auch die Verantwortlichen des Weyher Mineralbrunnens 73 Kilometer von Wagenfeld entfernt und Vilsa-Brunnen 50 Kilometer. Die drei Mineralwasser-Unternehmen beschäftigen zusammengerechnet 560 Mitarbeiter und vermarkten unter dem Strich pro Jahr 670 Millionen Liter Mineralwasser und Erfrischungsgetränke – eine beachtliche wirtschaftliche Größe im Landkreis Diepholz.

Quelle:
Mineralbrunnen-Betreiber in großer Sorge – Landkreis Diepholz – Lkr. Diepholz – Lokales – Kreiszeitung.

Mrz 282012
 

Foto: Dietrich Janicki

Gregor Jeken, Geschäftsführer der Stadtwerke Erkrath, will kein Risiko bei der Erdgas-Förderung eingehen. „Wasser ist unser höchstes Gut. Wir müssen wissen, welche Chemikalien ins Erdreich gepumpt werden“, sagt er.

Anlagenmechaniker Jan Böhmer von den Erkrather Stadtwerken zeigt den neuen Trinkwasserbrunnen Sedental. Foto: Dietrich Janicki
Gregor Jeken, Chef der Stadtwerke Erkrath, bezieht Stellung zum Fracking: „Es gibt für mich keine Kompromisse. Die Wasserversorgung steht im Mittelpunkt. Wasser ist unser höchstes Gut und unser Lebensmittel Nummer 1. Das darf auf keinen Fall gefährdet werden.“

Quelle:
Erkrath: Fracking: Wasserschutz geht vor | RP ONLINE.

Feb 292012
 

Der Geschäftsführer des Hochsauerlandwasser, Robert Dietrich, unterstützt die Forderungen des Verbandes der Wasserwerke an der Ruhr, dass Trinkwassergewinnung Vorrang vor Rohstoffgewinnung hat, dass Umweltverträglichkeitsprüfungen verpflichtend werden und das alle verwendeten Chemikalien benannt und fachgerecht entsorgt werden müssen.

Frage: Benennen Sie bitte die Risiken, welche sind das?
Dietrich: Es werden wassergefährdende Stoffe verwendet und beim Absaugen der Flüssigkeit kommen Schwermetalle bzw. Kohlenwasserstoffe mit an die Oberfläche. Weiterhin werden das Grundwasser schützende Deckschichten wie ein Käse durchlöchert. Kleinere Erdbeben sind nicht ausgeschlossen. Und: Die Förderung nimmt eine relativ große Fläche in Anspruch. Man benötigt riesige Lagerplätze. Das bringt Beeinträchtigungen mit sich für Natur, Landschaft und Tourismus.

Frage: Und worin besteht die Gefahr?

Dietrich: Aus Sicht der Wasserwirtschaft ist das Hauptproblem diese Flüssigkeit. Darin befinden sich teils giftige Chemikalien, und es werden bis zu 50 Tonnen pro Bohrung verwendet. Der größte Teil der Flüssigkeit wird wieder abgesaugt. Aber: Die Entsorgung ist bisher nicht geregelt. Und: Ein Teil der Chemikalien bleibt im Boden. Da besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass es sich mit dem Grundwasser vermischt.

Quelle:
Fracking: „Wir sehen große Risiken“ – Nachrichten aus Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg | DerWesten.